#DHDL – “Wir mussten viel forschen, testen und verbessern”

#DHDL

Das Team von topfi setzt auf einen Topfdeckelhalter für Töpfe. “Die größte Herausforderung bei der Entwicklung von topfi war die Anpassung des Winkels und der Form. Unser Ziel war es, dass topfi auf die meisten Töpfe und Pfannen passt”, sagt Gründerin Annette Makowski.

“Wir mussten viel forschen, testen und verbessern”

Freitag, 30. August 2024VonTeam

Auch in der sechzehnten Staffel der erfolgreichen Vox-Gründer-Show “Die Höhle der Löwen” treten wieder etliche Gründerinnen und Gründer vor die Jury. In der ersten Folge der aktuellen Staffel sind unter anderem Annette und Tomasz Makowski, das Team hinter topfi, zu Gast. Das Team setzt auf einen Topfdeckelhalter für Töpfe und Pfannen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter topfi erklären?


Wir haben ein neues Unternehmen, ein sogenanntes Startup, gegründet und unser neues Produkt heißt topfi – der Topfdeckelhalter. Wir sind sehr begeistert von diesem Produkt, weil es das Kochen einfacher macht. Jeder kennt es: Beim täglichen kochen muss man darauf achten, dass das Essen nicht überkocht und rührt den Inhalt im Topf ständig um: Doch wo legt man nun den heißen, tropfenden Topfdeckel ab? Genau dafür haben wir den topfi entwickelt. Es ist ein Halter, der den Topfdeckel sicher an den Topf hält. Dadurch bleibt die Arbeitsfläche sauber, weil das Kondenswasser in den Topf zurück tropft, man hat mehr Platz auf der Arbeitsplatte und freie Hände, um den Kochinhalt umzurühren. Die Entwicklung von topfi hat lange gedauert, wir mussten viel forschen, testen und verbessern. Wir sind so davon überzeugt, dass topfi vielen Menschen das Kochen erleichtert und deshalb haben wir beschlossen, unser eigenes Unternehmen zu gründen und den Topfdeckelhalter auf den Markt zu bringen.

Wie ist die Idee zu topfi entstanden?


Die Idee zu unserem Startup entstand natürlich durch die Entwicklung unseres Topfdeckelhalters. Wir sind überzeugt, dass es sich um eine geniale Erfindung handelt, die jeder Mensch braucht, der gerne kocht. Der Trend geht hin zur gesunden Ernährung und immer mehr Menschen kochen selbst. Die Idee war schon länger da, denn wir kochen selbst jeden Tag und hatten immer schon das Problem: “Wohin mit dem Topfdeckel?” Aber so richtig angefangen haben wir im Jahr 2019, als wir in unserem Urlaub in Abu Dhabi das gleiche Problem erkannten: Beim ersten Abendessen wollten wir das Essen auf den Teller platzieren, was ohne eine zweite Person nicht möglich war, da eine Person den Topfdeckel festhalten musste. Schon in den ersten Urlaubstagen wurden Pläne geschmiedet und die kreative Suche nach einer Lösung begann. Wir möchten alle Menschen mit dem topfi glücklich machen, damit das Kochen zu einem stressfreien, schönen Erlebnis wird. 

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?


Die größte Herausforderung bei der Entwicklung von topfi war die Anpassung des Winkels und der Form. Unser Ziel war es, dass topfi auf die meisten Töpfe und Pfannen passt. Daher mussten wir zahlreiche Muster erstellen und testen, um den perfekten Winkel und die ideale Form zu finden. Es war entscheidend, den Topfdeckel so zu positionieren, dass er stabil gehalten wird, nicht umkippt und auf möglichst viele Töpfe passt. Gleichzeitig sollte er verschiedene Topfdeckel sicher halten können.

Warum hast Du Dich entschieden, bei “Die Höhle der Löwen” mitzumachen?


Wir schauen seit der ersten Staffel “Die Höhle der Löwen” und sind bis heute von der Sendung begeistert! Wir haben uns immer gesagt: Wenn wir etwas erfinden, dann bewerben wir uns dort.  Wir lieben Neuheiten und Produktlösungen. Es ist einfach die beste Sendung, um solche Neuheiten vorzustellen, und gleichzeitig bekommt man sofort eine Meinung dazu von den Löwen. Es ist Spannung, Aufregung und Adrenalin pur! 

Dein Tipp an andere Gründer:innen, die mit einem Auftritt bei “Die Höhle der Löwen” liebäugeln?


Wir möchten anderen Gründer:innen auf jeden Fall empfehlen, sich zu trauen mitzumachen! Wichtig ist, dass man gut vorbereitet ist und die Zahlen sollten selbstverständlich sitzen. Und vor allem: Genießt die Sendung! Wirklich, das gesamte Team ist unglaublich nett, und auch die Löwen! Natürlich ist Aufregung normal, versucht aber authentisch zu bleiben, genauso wie ihr seid! Freut euch einfach auf diese Erfahrung, man lebt schließlich nur einmal. 

Wo steht topfi in einem Jahr?


Wir lassen uns überraschen. Wir sind aber positiv gestimmt. So viel sei gesagt: Wir sind ein kreatives Duo, und langweilig wird uns nicht sein! Wir lieben es Probleme zu lösen und wir denken es gibt genug davon.

Tipp: Alles über die Vox-Gründershow gibt es in unserer großen DHDL-Rubrik.

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Foto (oben): RTL / Bernd-Michael Maurer

#Interview – “Wenn ich mir die Bewertungen anschaue, machen wir viel richtig”

#Interview

Homenergy aus München möchte allen Menschen helfen, “umweltschonend Energie herzustellen”, Knapp 100 Mitarbeitende arbeiten derzeit für das Unternehmen, das bisher rund 1 Million einsammeln konnte. “Vor allem aber arbeiten wir profitabel”, sagt Gründer Hannes Münzinger.

“Wenn ich mir die Bewertungen anschaue, machen wir viel richtig”

Dienstag, 27. August 2024VonAlexander Hüsing

Das junge Unternehmen Homenergy, 2022 von Hannes Münzinger, Alexander Priebe und Bastian Busl in München gegründet, kümmert sich um “energetische Sanierungen”. Dabei setzt das Team auf Beratung und Planung von Photovoltaik-Anlagen, die Montage sowie den Anschluss ans Stromnetz. “Wir ermöglichen unseren Kunden, umweltschonend Energie herzustellen bzw. günstig einzusetzen – mit einem breiten Angebot: Dazu gehören die Installation einer Photovoltaikanlage und eines Stromspeichers”, sagt Gründer Münzinger zum Konzept.

Knapp 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten derzeit für Homenergy, das bisher rund 1 Million Euro von Investoren wie betterventures einsammeln konnte. “Was uns besonders freut und hervorhebt, ist die hohe Kundenzufriedenheit. Das liegt vor allem an der persönlichen Betreuung eines Fachberaters, die Schnelligkeit bei der Projektumsetzung und gut geschulten Montageteams. Vor allem aber arbeiten wir profitabel, was uns von vielen Marktbegleitern unterscheidet”, sagt Münzinger.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Homenergy-Macher außerdem über Desinformationen, Projektmanagement und Kundenservice.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Homenergy erklären?


Ich würde ihr sagen, dass wir unbedingt CO2 einsparen müssen, um unsere Klimaziele zu erreichen. Aber gerade der Betrieb von Gebäuden durch fossile Energieträger, wie Erdgas oder -öl, verursacht etwa ein Drittel aller klimaschädlichen Emissionen in Deutschland. Das wollen wir ändern. Wir ermöglichen unseren Kunden, umweltschonend Energie herzustellen bzw. günstig einzusetzen – mit einem breiten Angebot: Dazu gehören die Installation einer Photovoltaikanlage und eines Stromspeichers. Dazu bieten wir Wärmepumpen sowie Wallboxen für das Laden von Elektroautos. Und wir haben ein Energiemanagementsystem im Angebot, das dafür sorgt, dass der Strom beispielsweise für gewisse Einsatzbereiche dann genutzt wird, wenn er gerade günstig ist. Dazu erhalten unsere Kunden über uns Zugang zu einem vergünstigten Stromtarif.

War dies von Anfang an euer Konzept?


Unser Konzept, saubere Energie für jeden Haushalt bereitzustellen, war von Anfang an gesetzt. Nur die einzelnen Komponenten unseres Angebots wurden nach und nach erweitert – ein Beispiel ist die Wärmepumpe. Zudem denken wir natürlich an weitere Aspekte, um das Eigenheim noch nachhaltiger zu machen, beispielsweise im Bereich der Dämmung. Natürlich haben wir auch unsere internen Prozesse nach und nach optimiert, beispielsweise durch eine intelligente Routenplanung.

Es herrscht weiter leichte Krisenstimmung in der deutschen Startup-Szene. Mit welchen Erwartungen blickst Du auf die kommenden Monate?


Gerade unsere Branche hat es gerade unterm Strich schwer. Der PV-Markt für Anlagen von bis zu 10 kWp ist um etwa 50 % im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen, was vor allem am günstigeren Strompreis am Markt sowie der Kaufzurückhaltung aufgrund der Rezension liegt. Und auch die übergreifenden Wärmepumpenzahlen sind ernüchternd, was sehr stark auch an vielen Desinformationen rund um das Wärmegesetz der Bundesregierung liegt. Deshalb sind wir sehr stolz, dass wir gerade gegen den Markt wachsen und sowohl bei Wärme als auch beim Thema PV unsere guten Zahlen halten konnten.

Wie hat sich Homenergy seit der Gründung entwickelt?


Wir haben uns sehr positiv entwickelt. Wir haben zwischenzeitlich fast 100 Mitarbeiter, dabei sechs Standorte aufgebaut und tausende von Systemen bei unseren Kunden installiert. Was uns besonders freut und hervorhebt, ist die hohe Kundenzufriedenheit. Das liegt vor allem an der persönlichen Betreuung eines Fachberaters, die Schnelligkeit bei der Projektumsetzung und gut geschulten Montageteams. Vor allem aber arbeiten wir profitabel, was uns von vielen Marktbegleitern unterscheidet.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?


Auch wir haben den Rückgang der Nachfrage bei Wärmepumpen und PV im letzten Jahr gespürt, auch wenn wir gegen den Trend unsere Zahlen halten konnten. Das war schwierig,


weil wir einer besseren Marktentwicklung ausgegangen waren – auch, weil wir dadurch kurzfristig Personal abbauen mussten. Gerade beim Thema Wärmepumpe ist die teilweise verwirrende Kommunikation und die verursachte Verunsicherung auch bei uns durchgeschlagen. Operativ haben wir zum einen die Lagerhaltung zu spät vollständig digitalisiert, um durch ein digitales Lagermanagement unsichtbare Kosten aufzudecken. Und wir hätten uns mehr Zeit im Recruiting nehmen sollen. Da haben wir festgestellt, wie schwierig es ist, Mitarbeiter zu finden, die sowohl auf der Baustelle einsetzbar als auch fit im Projektmanagement und bei digitalen Tools sind – also Handwerk und Digitalisierung können.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?


Beim Kundenservice. Wenn ich mir die Bewertungen anschaue, machen wir da wahnsinnig viel richtig. Das sehe ich auch als einen der Hauptgründe, warum wir gerade trotz eines


schwierigen Marktumfelds gut dastehen. Dazu haben wir auf ein singuläres digitales System gesetzt und es mit eigenen Kompetenzen weiterentwickelt. Das ist ein großer Wettbewerbsvorteil

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer;innen mit auf den Weg?


Sie sollten immer zahlen- und datenbasiert ihren Erfolg messen. Alles muss auswertbar sein, so dass unternehmerische Entscheidungen immer eine stabile Datengrundlage haben. Dazu würde ich ihnen raten, auf eine kundenzentrierte Produktentwicklung und ein ordentliches Tracking zu setzen. Das führt zu pragmatischen Entscheidungen. Als drittes würde ich nicht auf zu viele Geschäftsfelder setzen und auch nicht alles neu machen. Konzentriert euch auf eure Kernkompetenzen.

Wo steht Homenergy in einem Jahr?


Wir werden in einem Jahr unser Personal weiter aufgebaut und weitere Standorte eröffnet haben. Außerdem gehe ich davon aus, dass wir unser Angebot bis dahin um weitere Produkte rund um die energetische Erneuerung erweitert haben werden, beispielsweise beim Bereich Dämmung.

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Foto (oben): Homenergy

#Interview – “Unser ursprüngliches Geschäftsmodell war nicht skalierbar”

Das No-Code-Startup Wandelbots, das Roboter programmiert, galt als aufsteigender Stern am Startup-Himmel. Insight Partners, 83North, Microsoft, Next47 und Co. investierten in den vergangenen Jahren rund 123 Millionen Dollar in das Unternehmen aus Dresden. Doch das ursprüngliche Geschäftsmodell ging nicht auf. Das Unternehmen, von Christian Piechnick, Georg Püschel, Maria Piechnick, Sebastian Werner, Jan Falkenberg, Giang Nguyen und Frank Fitzek gegründet, suchte sein Heil deswegen im einem radikalen Pivot.

“Obwohl unsere Vision der ‘einfachen Programmierung’ mit dem Tracepen erste Erfolge zeigte, stellten wir fest, dass viel Applikationswissen nötig war und die Anforderungen stark variierten. Dies führte zu einer projektbasierten Arbeit, die hauptsächlich über Personal skalierbar ist, was unsere Mission, die Welt zu verändern, eingeschränkt hätte”, sagt Gründer Christian Piechnick. Inzwischen nimmt das Unternehmen wieder Fahrt auf. “Diese Reise hat uns alle stärker gemacht”, sagt Piechnick.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Wandelbots-Macher einmal ganz ausführlich über den Pivot seines Unternehmens.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Wandelbots erklären?


Wandelbots ist ein junges Unternehmen, das die Nutzung von Robotern revolutioniert. Stell dir vor, du könntest einem Roboter beibringen, wie man Pflanzen gießt oder Unkraut jätet, ohne die komplizierte Sprache des Roboters zu lernen oder einen Roboterspezialisten anzurufen. Die Wandelbots-Software ermöglicht es dir, dem Roboter zu sagen, was zu tun ist, und er übernimmt den Rest. Zudem kann die Software vorher simulieren, ob die Automatisierung sinnvoll ist und wie sie am besten umgesetzt wird. Du kannst dich auf dein Wissen über Pflanzen und Gartenarbeit konzentrieren, während die Software den Roboter steuert. Und die Software wird immer besser, weil sie aus den Erfahrungen lernt und von einer Community and kreativen Entwicklern unterstützt wird.

Zuletzt habt ihr Euch aus dem Segment Hardware komplett zurückgezogen. Warum habt ihr Euer Geschäftsmodell so radikal geändert?


Wir haben uns aus dem Hardware-Segment zurückgezogen, weil unser ursprüngliches Geschäftsmodell nicht skalierbar war. Obwohl unsere Vision der “einfachen Programmierung” mit dem Tracepen erste Erfolge zeigte, stellten wir fest, dass viel Applikationswissen nötig war und die Anforderungen stark variierten. Dies führte zu einer projektbasierten Arbeit, die hauptsächlich über Personal skalierbar ist, was unsere Mission, die Welt zu verändern, eingeschränkt hätte. Nach intensiven Gesprächen mit Kunden und Partnern im Frühjahr 2023 entschieden wir uns, den Fokus komplett auf Software zu legen. Dieser Kurswechsel war schmerzhaft, aber notwendig, um unsere Vision zu verwirklichen.

Was war die größte Herausforderung, was die größte Schwierigkeit bei diesem Wandel?


Die größte Herausforderung war der Moment der Veränderung und der Abschied von unserer ursprünglichen Vision. Zu sehen, dass die Veränderung nicht nur unser Geschäftsmodell, sondern auch unsere Kollegen betrifft, war ein sehr harter Moment für alle, die in der strategischen Neuausrichtung involviert waren. Es gibt einfach den Zeitraum, wo bereits klar ist, wie die Veränderung aussieht und trotzdem Zeit ins Land zieht, bis du die Freigaben der Board Member hast und in die Umsetzung kommst. Da fühlt es sich an, als ob man als Leadership-Team in zwei Welten lebt. Dennoch hat uns diese Erfahrung gestärkt, indem sie uns lehrte, mit Unsicherheit umzugehen, flexibel zu bleiben und gemeinsam als Team durch schwierige Zeiten zu gehen.

Wie hat sich Euer Pivot auf Eure Mitarbeitenden ausgewirkt?


Für alle Kollegen war es emotional, da vielen bewusst war, dass der alte Weg nicht zielführend für die Demokratisierung war. Als klar wurde, dass wir einen Teilbereich der Firma nicht weiterführen und neue Anforderungen an die Teams stellen würden, traf erst die Realisierung ein, dass die Veränderung einen größeren Impact haben wird. Alle Kollegen wurden gebeten, sich Zeit zu nehmen, um zu entscheiden, ob sie sich mit der neuen Ausrichtung identifizieren können. Wir boten ein freiwilliges Programm für Kollegen an, die nicht mehr auf der Reise dabei sein wollten, mussten aber leider auch einigen kündigen. Heute, ein Jahr später, hat sich die emotionale Lage extrem verbessert und die Motivation ist höher denn je. Ende Juni konnten wir gemeinsam den Kick-Off des Beta-Programms durchführen. Dieser Moment hat alle auf einer neuen Ebene mit dem Unternehmen, unserem Produkt und ihrer täglichen Arbeit verbunden. In Dresden trafen die Teams die Kunden live, sahen, wie sie das Produkt nutzen und erhielten direktes Feedback. Dieser direkte Kontakt war besonders wertvoll und hat gezeigt, dass die Veränderung den Nerv der Zeit getroffen hat und der Markt den Mehrwert unserer Produktvision nutzen möchte. Diese Reise hat uns alle stärker gemacht und unsere Fähigkeit, als Team zusammenzuhalten, gefestigt. In einem tief technischen Umfeld solch positive Entwicklungen in nur einem Jahr zu sehen, ist wirklich beeindruckend.

Wie haben denn Eure Investoren reagiert, als die Entscheidung zum Pivot gefallen ist?


Wir haben aktiv das Gespräch mit unseren Investoren gesucht und Experten aus deren Center of Excellence Bereichen einbezogen. Obwohl wir uns darauf vorbereitet hatten, dass ein Gesellschafter sein Geld zurückfordern könnte, konnten wir letztendlich alle Investoren bei der strategischen Neuausrichtung an Bord holen. Unsere Investoren, darunter Insight, 83North, Microsoft und EQT, sind mit der Entwicklung seit dem Pivot sehr zufrieden. Diese Erfahrung hat uns gezeigt, wie wichtig offene Kommunikation und Transparenz in herausfordernden Zeiten sind und hat unser Beziehung gefestigt.

Und was haben Eure Kundinnen und Kunden gesagt?


Wir haben mit jedem Kunden gesprochen, um die bestehenden Verträge im gegenseitigen Einverständnis aufzuheben. Obwohl es weder für die Unternehmen noch für uns erfreulich war, konnten wir alternative Lösungen finden. Wir haben Kontakte zu Systemintegratoren hergestellt und Übergangskonzepte besprochen, bis die Kunden Zugriff auf die Software-only-Lösung hatten. Letztendlich fanden wir für alle eine zufriedenstellende Lösung. 

Welchen Tipp gibst Du anderen Gründerinnen und Gründern, die vor einem Pivot stehen?


In dieser Zeit gibt es viele Menschen mit Meinungen – und doch tragen die wenigsten die Verantwortung der Gründer oder des Leadership-Teams, das den Pivot vorbereitet, umsetzt und zum Erfolg führt. Warte nicht zu lange, wenn du das Gefühl hast, dass du in die falsche Richtung gehst, denn wahrscheinlich ist das tatsächlich der Fall. Auch wenn es das Ego schmerzt, zieh die Analyse und strategische Planung konsequent durch: vom Marktverständnis und Experteninterviews, zur Vision der Firma, zu den Fähigkeiten der Firma, den Erfolgschancen bei Markteintritt, hin zur Produktvision, Zielorganisationsstruktur, Budgetplanung und schließlich dem Umsetzungsplan. Diese Aufgabe darf nicht delegiert werden – ihr als Gründer oder Leadership-Team müsst den Puls selber spüren und die Realität mit eurer Vision in Einklang bringen. Sobald der Plan steht, denkt an die Kommunikation in die eigene Firma und bereitet euch auf die externe Kommunikation vor. Es wird emotional, verliert eure guten Manieren nicht. Jede Veränderung bringt Ängste mit sich, nehmt euch die Zeit, die Teams mit auf die Reise zu nehmen und erlaubt Emotionen. Achtet auf euch selbst, in dieser Zeit gibt es keine Ruhephasen. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, einen Organisations- und Leadership-Coach einzubeziehen, der uns ohne Filter sehr deutlich die Alarmzeichen aufgezeigt hat, um uns in der Veränderung nicht zu verlieren. Wenn du als Leader nicht auf dich achtest, kannst du auch kein Unternehmen erfolgreich in der Veränderung leiten. Last but not least, feiert die ersten Erfolge und teilt auch Misserfolge, bleibt authentisch, ehrlich, inspirierend und verliert euren Glauben an eure Vision nicht. Nur weil es mal hart ist, heißt das nicht, dass es nicht funktionieren wird.

Wo steht Wandelbots in einem Jahr?


Als Team haben wir unser Produkt nach der Beta-Phase erfolgreich am Markt veröffentlicht und weltweit Kunden und Entwickler für uns gewinnen können. Unternehmen nutzen aktiv unsere Software und Entwicklungsplattform als Teil ihrer Automatisierungsstrategien. Universitäten lehren Wandelbots-Software in ihren Studiengängen, um Softwareentwickler und Automationsingenieure für die Zukunft mit neuen Fähigkeiten auszustatten. Die Wandelbots-Robotics-Community regt viele Menschen zum Austausch an und unterstützt sich gegenseitig bei Automatisierungsprojekten. Vielleicht gibt es eine erste Wandelbots-Developer-Konferenz, bei der Firmen jeder Art ihre Entwickler schicken, um gemeinsam die neuesten Möglichkeiten unserer Software kennenzulernen und ihre eigenen Erfolgsgeschichten zu teilen. Die Konferenz könnte ein Ort werden, an dem Innovationen vorgestellt, Netzwerke geknüpft und die Zukunft der Automatisierung gemeinsam gestaltet wird. Diese Erfolge zeigen, dass unsere Vision Realität geworden ist und dass Wandelbots einen bedeutenden Einfluss auf die Demokratisierung der Robotik und die Art und Weise, wie Automatisierung in der Industrie umgesetzt wird, hat.

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Foto (oben): Wandelbots

#Interview – “Hört genau auf das Feedback eurer Kunden”

#Interview

Das Team von WorkerHero möchte Unternehmen helfen, “den perfekten Mitarbeiter zu finden”. “Auf unserer Plattform sind über 70.000 aktive Nutzer registriert. Wir arbeiten mit mehr als 200 Unternehmen zusammen”, sagt Gründer Richard Fischer zum Stand der Dinge.

“Hört genau auf das Feedback eurer Kunden”

Montag, 19. August 2024VonAlexander Hüsing

Das Münchner Unternehmen WorkerHero, 2021 von Richard Fischer, Steven Miller, Michael König und Emanuel Wernitz als DriverHero gegründet, kümmerte sich zunächst um die “schnelle Vernetzung von Unternehmen mit Fahrern”. Später erfolgt die Erweiterung “auf den gesamten Blue Collar-Bereich”. Mediahuis und Altinvestoren wie 10x Founders sowie Bonsai Partners investierten zuletzt 4 Millionen Euro in das Unternehmen.

Im Interview mit deutsch-startups.de spricht Gründer Richard Fischer über Organisationsstrukturen, Teamgeist und Offenheit.

Wie würdest Du Deiner Großmutter WorkerHero erklären?


WorkerHero ist wie ein sehr schlauer Freund, der dir hilft, den perfekten Job oder den perfekten Mitarbeiter zu finden. Unternehmen, die Schwierigkeiten haben, Fachkräfte wie Elektroniker oder Mechaniker zu finden, wenden sich an WorkerHero. Gemeinsam finden wir die passenden Mitarbeiter für das Unternehmen. Gleichzeitig unterstützen wir Menschen, die einen Job suchen, dabei, diesen über unsere Plattform zu finden.

Zum Start lautete euer Name DriverHero. Was war die größte Herausforderung bei diesem Namenswechsel?


Die größte Herausforderung war nicht der Namenswechsel selbst, sondern dass wir viele unterschiedliche Branchen gleichzeitig angegangen sind. Auch wenn unser Produkt für andere Jobs und Branchen gut funktionierte, mussten wir viel über die unterschiedlichen Industrien und Anforderungen lernen und unser Modell stetig weiterentwickeln.

Wie hat sich WorkerHero  seit der Gründung entwickelt?


Seit unserer Gründung im Jahr 2021 ist WorkerHero auf über 40 Mitarbeiter in vier Ländern angewachsen. Auf unserer Plattform sind über 70.000 aktive Nutzer registriert. Wir arbeiten mit mehr als 200 Unternehmen zusammen und sind in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden aktiv.

Welches Projekt steht in den kommenden Monaten ganz oben auf der Agenda bei Euch?


Unser Hauptziel in den kommenden Monaten ist es, weiter zu skalieren und unser Team zu erweitern. Wir werden uns darauf konzentrieren, unsere Organisationsstruktur zu stärken und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen, da uns das besonders wichtig ist. Zudem möchten wir unsere Plattform kontinuierlich verbessern, um den Recruiting-Prozess noch effizienter zu gestalten und neue Industrien zu erschließen.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?


Bei uns geht laufend etwas schief. Gerade wenn man viel Neues ausprobiert, gehen Projekte, neue Features oder Ähnliches oft schief. Bei uns geht es aber darum, möglichst schnell daraus zu lernen und es dann besser zu machen – getreu dem Motto “Fail fast, learn fast”.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?


Neben der Entscheidung, unseren Fokus auf Fachkräfte und gewerbliches Personal zu legen, haben wir über die letzten Jahre einen starken Teamgeist und eine positive Arbeitskultur bewahrt. Wir setzen viel Vertrauen und Eigenverantwortung in unser Team. Das kann manchmal herausfordernd sein, aber die Lernkurve ist für jeden steil. Dabei ist es uns auch wichtig, ein respektvolles und unterstützendes Miteinander zu fördern.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer;innen mit auf den Weg?


Hört genau auf das Feedback eurer Kunden und passt eure Prozesse und Produkte laufend an. Es ist entscheidend, flexibel und anpassungsfähig zu bleiben und bereit zu sein, eure ursprünglichen Pläne zu ändern, wenn es die Umstände erfordern. Baut ein starkes Team auf, dem ihr vertrauen könnt, und fördert eine Kultur der Offenheit und Zusammenarbeit.

Wo steht WorkerHero in einem Jahr?


Wir möchten unsere Technologie weiter verbessern und gleichzeitig auf der Business- und Teamseite weiter wachsen. Wir schauen aktuell motiviert und optimistisch in die Zukunft.

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Foto (oben): WorkerHero

#Interview – “Ohne CTO zu gründen war einer der folgenschwersten Fehler”

#Interview

Gründeralltag – gibt es das überhaupt? “Versucht so viel wie möglich, von Ratschlägen und Erfahrungen anderer zu profitieren. Aber übernehmt nie etwas, ohne ganz sicher zu sein, dass es für euch und euer Startup richtig ist”, rät Thomas Rüdel von Kauz anderen Gründer:innen.

“Ohne CTO zu gründen war einer der folgenschwersten Fehler”

Freitag, 16. August 2024VonTeam

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Thomas Rüdel von Kauz. Das Startup aus Düsseldorf setzt auf Chatbot-Anwendungen.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?


Ich fahre ins Büro (als einer der wenigen bei Kauz gehe ich fast immer ins Büro). Ich versuche, ein, zwei wichtige Dinge zu erledigen und mir einen Überblick über den Tag zu verschaffen, dann gehe ich erstmal 20 Minuten an der Düssel spazieren. Dabei sortiert sich alles noch einmal und meistens kommen mir auch ein bis zwei gute Ideen.

Wie schaltest Du nach der Arbeit ab?


Hmmh, schwierig :-). Essen, ein Buch lesen, einen Film gucken. 

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest Du gerne vor der Gründung gewusst?


Dass um 4 Uhr Aufwachen und über offene Rechnungen nachdenken keinen Spaß macht.  

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?


Das war eigentlich kein Problem.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?


Puuh – ich habe so viele gemacht… Ohne CTO zu gründen war wohl der erste und einer der folgenschwersten Fehler. In der Anfangszeit nicht genug genetzwerkt. Zu leichtfertig das Geld ausgegeben. 

Wie findet man die passenden Mitarbeiter:innen für sein Startup?


Auch ein ganz schwieriges Thema. Weiß ich bis heute nicht. In der Regel stellt es sich erst nach längerer Zeit heraus, ob jemand wirklich gut zu uns passt und umgekehrt. Im Recruiting kann man eigentlich nur die rausfiltern, die sicher nicht passen. Und selbst das macht man oft falsch, wenn man gerade dringend jemanden braucht. 

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?


Versucht so viel wie möglich, von Ratschlägen und Erfahrungen anderer zu profitieren. Aber übernehmt nie etwas, ohne ganz sicher zu sein, dass es für euch und euer Startup richtig ist. Es hängt alles von den konkreten Umständen ab. 

Ohne welches externes Tool würde Dein Startup quasi nicht mehr existieren?


Es gibt im Grunde für jedes Thema mehrere Tools.

Wie sorgt Ihr bei Eurem Team für gute Stimmung?


Das machen die Leute schon selbst. Eigentlich muss man nur ab und zu freie Tage dafür einrichten (Strategietag, Hackathon, “Creating energy by wasting time together”)

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?


In den ersten zwei Jahren in Dauerschleife: Jedesmal wenn wir das Büro zu einem Kundentermin verließen, saß unser Techie noch daran, die Demo zum Laufen zu bringen. Wenn wir beim Kunden ankamen, lief sie – hoffentlich. Oder wir mussten die Intro noch etwas in die Länge ziehen. Oder es aufs Internet schieben…

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag aus? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Foto (oben): Kauz

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