Kult-Geländewagen unter Strom: Mercedes macht die G-Klasse zum Elektroauto — mithilfe des Flaggschiffes EQS

Ihre kantige Grundform ist der G-Klasse bis heute erhalten geblieben. Genauso wie der Produktionsstandort Graz.
Ihre kantige Grundform ist der G-Klasse bis heute erhalten geblieben. Genauso wie der Produktionsstandort Graz.

Daimler AG

  • Die Mercedes G-Klasse ist bei ihrer Zielgruppe immer noch sehr beliebt. Allerdings wünschen sich Städter immer öfter einen Elektroantrieb. Mit der Elektroversion will Daimler ab 2024 zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
  • Optisch werden die beiden charakteristischen Merkmale des G gewahrt: die kantige Grundform und die runden Scheinwerfer. Sie dürfte aber den typischen EQ-„Grill“ und ein durchgehendes Leuchtband am Heck bekommen.
  • Der Leiterrahmen der aktuellen Modellgeneration soll genug Platz bieten für die großen Batterien. Deshalb bleibt dem EQG die technische Basis erhalten. Die Antriebstechnik übernimmt er dagegen voraussichtlich vom EQS.

Auch vier Dekaden nach ihrer ersten Präsentation hat Daimlers „Gelände-Klasse“ aus Graz nichts von ihrer Strahlkraft verloren. Und das, obwohl sie in den letzten Jahren eine einschneidende Transformation durchgemacht hat. Aus dem spartanischen Allradler und Gebrauchsgegenstand von Förstern und Bergjägern ist über die Jahre ein luxuriöses Statussymbol geworden. Das Kultauto ist daher mittlerweile eher auf dem Berliner Ku’damm und dem Hamburger Jungfernstieg als in den Alpen heimisch und vor allem bei Rappern und Profifußballern beliebt.

Angesichts der verschärften Abgasnormen und des auf Klimaschutz bedachten Zeitgeists, muss sich die G-Klasse in den kommenden Jahren erneut anpassen, um ihr Überleben zu sichern. Vor allem die bollernden V8-Motoren der beliebten AMG-Modelle dürften in den europäischen Großstädten einen zunehmend schweren Stand haben. Die aus der Zeit gefallenen Triebwerke dürften bei Mercedes aber sowieso bald Geschichte sein, denn die Schwaben wollen in Europa schon 2030 nur noch reine E-Autos anbieten.

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Der letzte Mercedes könnte eine G-Klasse sein

Daher soll auch der kastenförmige Geländewagen bald unter Strom gesetzt werden. Daimler-Chef Ola Källenius hatte bereits Ende 2019 angekündigt, dass dieser eine reine Elektroversion bekommt, anstatt eingestellt zu werden. Der Schwede ist sich der großen Bedeutung der Baureihe für sein Unternehmen bewusst und sagte schon damals: „So wie ich das sehe, ist der letzte Mercedes, den wir bauen, eine G-Klasse!“

Von offizieller Seite gab es bezüglich des Projekts seitdem wenig zu vernehmen. Das britische Fachmagazin Autocar berichtete aber kürzlich, dass Anfang September auf Daimlers Stand auf der Münchner IAA eine Überraschung stehen soll: Ein vermutlich recht seriennahes Concept Car. Dieses soll einen konkreten Ausblick auf das Design der EQG genannten Serienversion geben. Laut der hauseigenen Elektrostrategie soll diese schon 2024 an den Start gehen. Die Präsentation des neuen Modells könnte jedoch schon ein Jahr früher stattfinden.

Zu den Erkennungszeichen der elektrischen EQ-Familie gehört der schwarze, geschlossene Grill. Im Bild das Topmodell EQS.
Zu den Erkennungszeichen der elektrischen EQ-Familie gehört der schwarze, geschlossene Grill. Im Bild das Topmodell EQS.

Daimler AG

Überarbeitetes Design im typischen EQ-Stil

Die Namensgebung macht es bereits deutlich: Die G-Klasse der Zukunft soll ein Teil der elektrischen EQ-Modellfamilie werden. Die Verwandtschaft mit EQA, EQC, EQS und Co. wird vor allem am Bug und dem Heck erkennbar sein.

Vorne ist es denkbar, dass der EQG einen angedeuteten und komplett geschlossenen Grill erhält, den er mit allen bisherigen Elektromodellen der Stuttgarter gemeinsam haben würde. Die typischen Rundscheinwerfer und die kantige Grundform werden ihm aber wohl erhalten bleiben, da der über die Jahre gewachsene Kultstatus sonst zu großen Teilen verloren gehen würde. Hinten dürfte ein durchgehendes Leuchtband im typischen EQ-Stil für einen bewusst modernen Touch sorgen.

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Modellbezeichnungen wurden bereits geschützt

Über den Innenraum des EQG ist noch so gut wie nichts bekannt. Angesichts der vergleichsweise hohen Preise und der gehobenen Positionierung des Modells wird sich der Autobauer hier aber wohl nicht lumpen lassen und die neuste Ausbaustufe des markentypischen MBUX-Bediensystems einbauen. Möglicherweise findet auch der riesige Hyperscreen des EQS in angepasster Form seinen Weg in den E-Geländewagen.

Von der elektrischen Oberklasse-Limousine wird der EQG wahrscheinlich auch die Antriebstechnik übernehmen. Daimler ließ sich nämlich im vergangenen Frühjahr beim „Amt der Europäischen Union für Geisteseigentum“ die beiden Modellbezeichnungen EQG 560 und EQG 580 schützen. Die beiden Varianten werden sich nicht nur leistungstechnisch, sondern auch bei der Kapazität der Batterien und somit auch in Sachen Reichweite unterscheiden.

Die Form dürfte hohe Reichweiten vereiteln

Das vorläufige Topmodell EQG 580 kommt voraussichtlich wie der EQS 580 mit zwei E-Motoren, die gemeinsam 523 PS und 855 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung stellen. Falls der klassische Leiterrahmen der aktuellen G-Klasse genug Platz dafür bietet, könnte er auch die größte Batterie der Elektro-Limousine übernehmen, mit einer Speicherkapazität von fast 108 kWh.

Mit einer Füllung schafft der EQS dank ihr nach der WLTP-Norm bis zu 770 Kilometer, was ihn zum aktuellen Reichweiten-Weltmeister unter den E-Autos macht. Er ist aber gleichzeitig auch das aerodynamisch effizienteste Serien-PKW der Welt, was man von der kompromisslos kantigen und in ihrer Grundform aus den Siebzigern stammenden G-Klasse wohl kaum behaupten kann. Deshalb dürfte dem EQG auch mit dem großen Lithium-Ionen-Akku früher der Saft ausgehen.

Die elektrische G-Klasse könnte wie der kleine Bruder EQB am Heck ein durchgehendes Leuchtband bekommen.
Die elektrische G-Klasse könnte wie der kleine Bruder EQB am Heck ein durchgehendes Leuchtband bekommen.

Daimler AG

Der Leiterrahmen bleibt der E-Version erhalten

Obwohl der Geländewagen mittlerweile luxuriös ausgestattet und vor allem auf den Boulevards internationaler Metropolen anzutreffen ist, hat er sein Talent abseits befestigter Straßen nicht verloren. Während der EQS und dessen SUV-Derivat auf Daimlers neuen Elektro-Plattform MEA aufbauen, wird der EQG das technische Grundgerüst der aktuellen G-Klasse auftragen. Mit dem Elektroantrieb könnte deren Offroad-Kompetenz nochmals gesteigert werden.

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Dank der im Fahrzeugboden platzierten Stromspeicher wird nicht nur die Gewichtsverteilung ausgeglichener – Gleichzeitig macht sich im Gelände und speziell an Böschungen auch das hohe und unmittelbar anstehende Drehmoment positiv bemerkbar, welches einzeln auf alle vier Räder verteilt werden kann. So könnten auch Offroad-Enthusiasten und Landbesitzer die G-Klasse für sich wiederentdecken und gleichzeitig der E-Mobilität verfallen.

Lärmgeplagte Städter dürften sich währenddessen eher darüber freuen, dass eines der Lieblingsmodelle der Autoposer plötzlich nahezu lautlos unterwegs ist und nicht mehr gewohnt aggressiv vor sich hin bollert. Auf anderen Märkten, wie beispielsweise den arabischen Emiraten, werden die V8-Motoren der klassisch angetriebenen AMG-Modelle dagegen noch länger Krach machen dürfen. Doch auch dort wird irgendwann Schluss mit den großvolumigen Verbrennern sein.

Die AMG-Versionen der G-Klasse dürften auf weniger strengen Weltmärkten noch länger angeboten werden.
Die AMG-Versionen der G-Klasse dürften auf weniger strengen Weltmärkten noch länger angeboten werden.

Daimler AG

Interne Analyse: Was BMW am Model 3 von Tesla kritisiert – und mit seinem i4-Stromer besser machen will

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Interne Analyse: Was BMW am Model 3 von Tesla kritisiert – und mit seinem i4-Stromer besser machen will

  • Profielfoto Henning Krogh

Neuer BMW i4 in der bis zu 225 km/ h schnellen Spitzenversion M50 an Stromladesäule
Neuer BMW i4 in der bis zu 225 km/ h schnellen Spitzenversion M50 an Stromladesäule

BMW

  • Gnade den Münchnern, wenn das Elon Musk erfährt: Eine interne Analyse von BMW nennt jetzt Schwachpunkte des US-Rivalen Tesla unverhohlen beim Namen.
  • Die vertrauliche Übersicht der Münchner zeigt zudem auf, dass ihr E-Auto i4 neben dem Model 3 auf den Polestar 2 von Geely zielt – nicht aber auf einen Audi oder Mercedes.
  • Schlicht „Hey Siri“ werden i4-Fahrer ihrem Automobil zurufen können, um dessen Sprachassistenten zu aktivieren – endlich entfällt das Drücken auf den Push-to-talk-Button.

Auf seinen neuen Stromer i4 – als Typ M50 immerhin 400 kW/ 544 PS – stark – ist der Autohersteller BMW mächtig stolz. „Das viertürige Gran Coupé verbindet progressives Design mit herausragender Aerodynamik, elektrisierender Fahrdynamik, Komfort sowie hoher Reichweite dank außergewöhnlicher Effizienz“, heißt es in einer aktuellen Inhouse-Übersicht der Münchner mit der Überschrift „Product Highlights“.

Mehr noch, lobt die Verfasserin aus der BMW-Fachabteilung CB-32 in ihrer Einleitung: „Fahrfreude prägt den BMW i4 damit ebenso wie ein nachhaltiger Ansatz: Dazu gehört die Langzeitqualität mit acht Jahren Gewährleistung (bis maximal 160.000 km) für den Hochvoltspeicher ebenso wie eine ressourcenschonende Produktion“.

So weit, so werblich.

Ganz besonders interessant für Externe allerdings sind jene beiden Schlusskapitel der neunseitigen Broschüre, die sich mit dem „Wettbewerb“ beschäftigen und das „Fazit“ beinhalten. Kein Wunder, dass die gesamte „Verkaufsargumentation“ mit dem Hinweis „Nur für den internen Gebrauch“ gekennzeichnet ist. Das komplette BMW-Schreiben zum i4 liegt Business Insider vor.

Auto Insider

Der neue Automobil-Newsletter

Überaus aufschlussreich etwa im Hinblick auf die Zielrivalen des E-BMW sind diese Passagen: „Der neue BMW i4 tritt im Handel aktuell vornehmlich gegen das Tesla Model 3 als wichtigsten Wettbewerber an, der Polestar 2 aus dem chinesischen Geely-Konzern ist nur auf wenigen Märkten ein Wettbewerber.“ Und, mit freundlichem „Servus“ aus München nach Ingolstadt und Stuttgart: „Audi und Mercedes haben in dieser Fahrzeugklasse aktuell kein Angebot.“

Dann folgen Beispiele für Licht und Schatten beim US-Konkurrenten: „Die Fahrleistungen des Tesla Model 3 werden von den Medien ebenso gelobt wie das Fahrverhalten“, räumt BMW ein. Und fügt sogleich hinzu: „Deutliche Kritik ernten die umständliche Bedienung und die Verarbeitungsqualität.“ Auch der Autopilot sei umstritten. So biete Teslas Model 3 zwar ein „reduziertes Cockpit mit großem Display, über das die meisten Funktionen gesteuert werden“. Die Einschränkung folgt sogleich: „Der Blick dorthin lenkt allerdings stark vom Verkehrsgeschehen ab.“

 Screenshot zu Eckdaten von fünf E-Mobilen aus BMW-internem Konkurrenzcheck
Screenshot zu Eckdaten von fünf E-Mobilen aus BMW-internem Konkurrenzcheck

Dass BMW hier und auf anderen Feldern deutlich besser zu sein glaubt, geht aus den zehn zentralen Verkaufsargumenten im „Fazit“ hervor: Das „BMW iDrive mit BMW Curved Display und BMW Operating System 8 als neue Form der ergonomisch perfekten Fahrerorientierung“, wird dort ebenso gerühmt wie „zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten z. B. bei Rädern und Farben“. Bei Tesla, monieren auf möglichst zahlreiche Optionen erpichte Interessenten immer wieder, ist die Auswahl vergleichsweise arg limitiert.

Auch an Nerds, die nicht nur einem gängigen Klischee nach zu Teslas treuesten Fans zählen, hat der deutsche Premiumanbieter gedacht: „Digitale Dienste und modernste Assistenzsysteme steigern Sicherheit und Komfort, Remote Software Upgrade hält BMW i4 immer auf dem neusten Softwarestand“, heißt es aus dem Ressort CB-32.

Und: „Umfangreiche Lade-Serienausstattung und maßgeschneiderte Ladelösungen von BMW Charging für schnelles, komfortables und einfaches Laden. Überwachung und Steuerung von Ladevorgängen via My BMW App.“

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Rund um Apple CarPlay wiederum lassen die Bayern wissen: „Sichere Nutzung der iPhone Apps während der Fahrt. Integration der Inhalte in BMW Head-Up Display und neu beim BMW i4 Apple Maps auch im Instrumentenkombi; außerdem Unterstützung des Apple Sprachassistenten – neu – ohne Betätigung des Push-to-talk-Buttons, einfach durch die Aktivierung per Sprachbefehl ‚Hey Siri’“.

Schön und gut, doch was ist dem Einsatz rarer Rohstoffe, die obendrein oftmals unter zutiefst prekären Bedingungen gewonnen werden? Dazu vermerkt das vertrauliche BMW-Vademekum schlicht: „Effizienter E-Antrieb der 5. Generation ohne Einsatz von Metallen Seltener Erden“.

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Kleiner Bruder des Taycan: Mit dem „Cajun“ könnte Porsche den Angriff auf Teslas Model 3 wagen

Kleiner Bruder des Taycan: Mit dem „Cajun“ könnte Porsche den Angriff auf Teslas Model 3 wagen

  • Profielfoto Elias Holdenried

Der Ende 2019 eingeführte Elektro-Sportler Taycan kommt bei den Kunden gut an.
Der Ende 2019 eingeführte Elektro-Sportler Taycan kommt bei den Kunden gut an.

Porsche AG

  • Auch Porsche ist auf lange Sicht dazu gezwungen, seine Palette zum überwiegenden Teil auf elektrisch angetriebene Modelle umzustellen. Bis 2030 soll der E-Anteil am Absatz auf 80 Prozent gesteigert werden.
  • Das englische Magazin Autocar berichtet, dass auch eine elektrische Mittelklasse-Limousine geplant ist. Diese soll auf der gemeinsam mit Audi entwickelten PPE-Plattform stehen.
  • Als potenzielle Gegner werden das Tesla Model 3 und der BMW i4 anvisiert. Allerdings dürfte das möglicherweise „Cajun“ genannte Modell etwas teurer sein. Porsche möchte schließlich seinen Markennamen nicht verramschen.

Porsche hat sich bei der Transformation hin zur E-Mobilität ambitionierte Ziele gesetzt. Bis 2030 sollen rein elektrisch angetriebene Autos bereits achtzig Prozent des Gesamtabsatzes ausmachen. Entgegen anfänglicher Vorbehalte einiger Markenfans ist der elektrische Erstling der Zuffenhausener, der viertürige Sportwagen Taycan, recht erfolgreich angelaufen. Trotz der Corona-Pandemie und deren wirtschaftlichen Folgen konnte das Modell das anvisierte Ziel von 20.000 verkauften Einheiten im vergangenen Jahr sogar minimal übertreffen.

Der Name Cajun steht im Raum

Aber natürlich kann es der Taycan an der Elektro-Front nicht alleine richten. Wie das britische Magazin Autocar berichtet, plant der Sportwagenbauer offenbar eine elektrische Mittelklasse-Limousine, die ab circa 2024 gegen den BMW i4 und das Tesla Model 3 antreten soll. Preislich dürfte sie jedoch schon allein wegen des klangvollen Markennamen etwas höher angesiedelt sein.

Laut dem Automagazin soll für die elektrische Limousine der Name „Cajun“ wieder ausgegraben werden. Porsche hatte sich diese Modellbezeichnung bereits vor rund zehn Jahren für ein unterhalb des Cayenne angesiedeltes SUV mit Verbrennungsmotor schützen lassen. Letztendlich wurde das Modell jedoch Macan getauft. Die Entscheidung zum Bau einer weiteren Elektro-Limousine wäre recht naheliegend, schließlich hat Porsche mit der neuen, zusammen mit Audi entwickelten PPE-Plattform bald ein passendes Grundgerüst in petto.

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Audi und Porsche arbeiten zusammen

Autocar zitiert in seinem Artikel einen namentlich nicht genannten Porsche-Ingenieur, dessen Ausführungen einen konkreten Hinweis gegeben haben. „Die modulare Auslegung der PPE-Plattform macht es uns möglich, unser Angebot an Elektro-Fahrzeugen um eine ganze Reihe verschiedener Modelle zu erweitern. Sie ist auf eine normale, aber auch höhere Bodenfreiheit zugeschnitten. Eine zweite Limousine ist eine Möglichkeit“, sagte er gegenüber dem britischen Medium.

Die zweite Generation des Mittelklasse-SUV Macan wird als erster Porsche den elektrischen Premium-Baukasten nutzen. Deren Marktstart haben die Schwaben für 2023 anvisiert. In Ingolstadt wird auf derselben Basis derzeit an dem Audi-Pendant Q6 e-tron gearbeitet, das schon nächstes Jahr auf den Markt kommen dürfte. Zudem plant die Marke mit den vier Ringen die klassischen Limousinen A6 e-tron und A4 e-tron, die einige Monate nach dem Macan erhältlich sein dürften.

Heck- und Allradantrieb möglich

Technische Details des Cajun sind bisher noch nicht nach außen gedrungen. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Basisversion des voraussichtlich in Leipzig gebauten Modells einen einzelnen E-Motor an der Hinterachse bekommt und so mit einem reinen Heckantrieb vorfährt. Die gehobeneren Allradversionen bekommen ein zusätzliches Aggregat an der Vorderachse. Dieses Konzept hat sich bereits beim Taycan und den anderen rein elektrischen, auf der kleineren MEB-Plattform aufbauenden Elektro-Modellen des VW-Konzerns bewährt. Die PPE-Plattform soll mit ihrer Allradlenkung besonders agil sein und dank des 800 Volt-Bordnetzes schnellere Ladevorgänge ermöglichen.

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Ford F-150 Lightning: Die Elektroversion des Bestsellers kommt als Cybertruck-Alternative

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Ford F-150 Lightning: Die Elektroversion des Bestsellers kommt als Cybertruck-Alternative

  • Profielfoto Elias Holdenried

Von vorne ist die Elektroversion an dem rechteckigen Leuchtband erkennbar.
Von vorne ist die Elektroversion an dem rechteckigen Leuchtband erkennbar.

Ford

Die Pick-ups aus der F-Serie von Ford transportieren nicht nur amerikanisches Lebensgefühl, sondern sind auch ein Verkaufsschlager.

Nun gibt es die erste elektrische Version: den Ford F-150 Lightning. Als prominenter Testfahrer setzte sich US-Präsident Joe Biden hinter das Lenkrad.

Der F-150 soll zwar eine Reichweite von 480 Kilometern haben, dafür aber auch eine 800-Kilo-Batterie. Besonders macht ihn auch der vordere Kofferraum.

Die F-Series von Ford ist seit fast vierzig Jahren die meistverkaufte Auto-Baureihe der USA und dominiert daher auf der anderen Seite des Atlantiks das Straßenbild. Zudem steht die praktische Karosserieform Pick-up symbolisch für den Lebensalltag der amerikanischen Bevölkerung im mittleren Westen.

Angesichts dieser Symbolkraft verwundert es kaum, dass US-Präsident Joe Biden am Dienstag eine Probefahrt der neuen Elektroversion F-150 nicht ausschlagen konnte. Schließlich passt es perfekt in die Agenda des Präsidenten, dass Ford von seinem Bestseller eine reine Elektroversion auflegt. Im Rahmen seines Besuchs im Ford-Stammwerk Dearborn (Michigan) hielt der Demokrat eine Rede, in der er nochmals bekräftigte, dass die großen US-Autobauer bei der E-Mobilität Gas geben müssten, um das Feld nicht den Chinesen zu überlassen.

Bis zu 480 Kilometer Reichweite

Ein CNN-Video zeigt, dass Biden vom Durchzug des elektrischen Pick-up mehr als angetan war. „Das Ding ist schnell“ sagte er zu anwesenden Journalisten. Zudem verriet er in dem Video bereits die Beschleunigungszeit von Null auf Hundert des serienmäßig allradgetriebenen F-150 Lightning. Laut dem Präsidenten benötigt die stärkste der insgesamt vier Versionen für diese Disziplin nur 4,3 Sekunden. Ford selbst hat den exakten Sprintwert noch nicht kommuniziert, gibt die Leistung des Topmodells jedoch mit 571 PS (420 kW) und 1.050 Newtonmetern Drehmoment an.

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Batterie schwerer als ein VW Käfer

Auch beim Energiegehalt der beiden Batterie-Optionen hüllen sich die Amerikaner noch in Schweigen. Einige US-Medien schätzen den Brutto-Energiegehalt des größeren Stromspeichers auf üppige 170 bis 180 kWh. Genutzt werden können davon schätzungsweise rund 154 kWh. Laut Ford soll die maximale Reichweite je nach Variante bei schätzungsweise 370 oder 480 Kilometern liegen. Angesichts des immensen Leergewichts keine schlechten Werte. Der Autobauer hat zwar noch keine offizielles Datenblatt veröffentlicht, aber schon der F-150 mit V8-Benziner wiegt über zwei Tonnen. Wie das amerikanische Autoportal Jalopnik schreibt, bringt allein die größere Lithium-Ionen-Batterie des F-150 Lightning über 800 Kilo auf die Waage – mehr als ein VW Käfer.

Höchstens 4,5 Tonnen Anhängelast

An einer 150 kW-Schnelladestation soll der Ladestand des „Extended Range“-Akkus in 41 Minuten von 15 auf 80 Prozent erhöht werden können. Zudem beherrscht der F-150 Lightning das bidirektionale Laden. Der Pick-up kann also auch externe Elektrogeräte oder ganze Einfamilienhäuser höchstens drei Tage lang mit Strom versorgen. In den gehobenen Versionen soll dies mit 9,6 kW möglich sein. Ford gibt die maximale Nutzlast der auf eine kommerzielle Nutzung ausgelegten Basisversion mit 907 Kilogramm an. Besonders stolz ist Ford auf den zusätzlichen „Frunk“ (vorderer Kofferraum), der ein Volumen von 400 Litern und eine Nutzlast von 182 Kilo bieten soll. Der stärkste Lightning darf bis zu 3,5 Tonnen schwere Anhänger ziehen, was jedoch mit einer deutlich eingeschränkten Reichweite einhergehen dürfte.

Der vordere Kofferraum des Ford als zusätzlicher Stauraum.
Der vordere Kofferraum des Ford als zusätzlicher Stauraum.

Ford

Auslieferungen starten Anfang 2022

Äußerlich hat Ford das Grunddesign des normalen F-150 weitgehend beibehalten. Allerdings wurde die Front etwas modernisiert und mit einem durchgehenden Leuchtband ausgestattet. Trotzdem tritt der Lightning optisch eher konservativ auf, was der Stammkundschaft den Umstieg auf die E-Mobilität deutlich erleichtern dürfte. Diese dürften mit den bewusst futuristisch und extrovertiert gestylten Konkurrenten Tesla Cybertruck und Rivian R1T recht wenig anfangen können.

Der Produktionsstart ist für das vierte Quartal geplant, während die Auslieferungen Anfang 2022 beginnen sollen. Die Grundpreise hat Ford ebenfalls schon veröffentlicht. Als spartanisches Nutzfahrzeug kostet der F-150 Lightning vor Steuern und ohne Subventionen mindestens 39.974 Dollar (rund 32.800 Euro), während die besser ausgestatteten PKW-Versionen mit mindestens 52.974 Dollar (rund 43.500 Euro) zu Buche schlagen. In Europa soll der Koloss nicht angeboten werden.

Der E-Ford soll starke Lasten ziehen können.
Der E-Ford soll starke Lasten ziehen können.

Ford

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