Keine Ultras mehr: Chinesische Smartphone-Hersteller denken in der Speicherkrise um

Ihr kennt das Spielchen: Hersteller wie z. B. Xiaomi bringen ihre Smartphone-Flaggschiffe üblicherweise in drei Modellvarianten auf den Markt. Einmal erscheint die Standardversion, dann das Pro-Modell und schließlich die Ultra-Version. Bereits am 21. April 2026 richten sich die Blicke da z. B. auf das Oppo Find X9 Ultra. Doch viele geplante Ultra-Modelle sollen laut mehreren Quellen aus China auf der Kippe stehen. Ursache: Angesichts der zunehmenden Speicherkrise lassen sich diese nicht mehr sinnvoll vermarkten.

So tun sich die chinesischen Ultra-Smartphones in aller Regel durch eine besondere Kameraausstattung hervor. Problem: Da lässt sich also nichts einsparen. Würden die Hersteller an der Kamera „rumdoktern“, dann würden die betreffenden Smartphones die Ultra-Betitelung nicht mehr verdienen. Gleichzeitig können die Anbieter bei diesen Modellen aber auch schlecht weniger RAM und Speicherplatz als an den Pro-Smartphones einsetzen. Einzige Option wäre also, die Preise nochmal deutlich zu erhöhen.

Doch auch das ist so eine Sache: Im höchsten Preissegment greifen die meisten Kunden dann lieber zu Apple oder Samsung, nicht aber zu den chinesischen Marken. Obendrein gibt es eben auch im Premium-Bereich Grenzen. Ohnehin werden die Ultra-Flaggschiffe in aller Regel in geringeren Stückzahlen verkauft als z. B. die Pro-Modelle. Sie sind eher Prestigeobjekte und ziehen Aufmerksamkeit auf die jeweilige Marke. Verluste wollen die chinesischen Hersteller mit den Ultra-Smartphones aber auch wieder nicht machen.

2026 dürften viele Marken auf Ultra-Flaggschiffe verzichten

Im Ergebnis berichten bekannte, chinesische Leaker wie Digital Chat Station und IceUniverse unabhängig voneinander, dass sie Kenntnis davon besitzen, dass mehrere chinesische Hersteller kommende Ultra-Smartphones wohl erst einmal auf Eis legen wollen. Eine Alternative wäre es, die Ultra-Flaggschiffe mit weniger Fokus auf den Kameras zu vermarkten. So könnte man kommende Modelle eher als Allrounder platzieren. Das würde dann jedoch die Nähe zu den Pro-Smartphones steigern.

Letztendlich erscheint es wahrscheinlich, dass viele chinesische Hersteller ihre Ultra-Smartphones entweder in diesem Jahr auslassen oder anders vermarkten. Die Speicherkrise fordert auch in jenem Bereich Kompromisse.

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Smartphone-Preisanstieg 2026: „Accessible Flagships“ als Wachstumstreiber

Der Smartphone-Kauf wird 2026 teurer – das ist keine Prognose mehr, sondern bereits Realität. Der globale Markt steuert laut den Experten von Counterpoint Research auf einen Rückgang der Auslieferungsmengen von rund 12 Prozent zu, und wer sich ein neues Gerät kaufen will, merkt das direkt im Geldbeutel. Gleichzeitig gibt es ein Segment, das in diesem Abschwung tatsächlich wächst: Geräte zwischen 700 und 999 US-Dollar. Die sogenannten „Accessible Flagships“ – also die bezahlbaren Spitzenmodelle – sind gerade das einzige Marktsegment mit echtem Rückenwind.

Der Grund für den allgemeinen Preisanstieg liegt laut Counterpoint in der Hardware-Lieferkette. Die Nachfrage nach leistungsstarkem Arbeitsspeicher für KI-Rechenzentren ist explodiert, während die Produktion älterer Speichermodule zurückgefahren wird. Das Ergebnis: Im vierten Quartal 2025 stiegen die Speicherpreise um 40 bis 50 Prozent, und für die ersten beiden Quartale 2026 werden weitere Anstiege erwartet.

Bei einem Smartphone mit einem Großhandelspreis von etwa 800 US-Dollar, ausgestattet mit 16 GB LPDDR5X-RAM und 512 GB UFS4.1-Festspeicher, macht der Speicher mittlerweile 40 Prozent der gesamten Materialkosten aus – dreimal so viel wie noch im Vorjahr. Bis Sommer 2026 entstehen den Herstellern Mehrkosten von über 150 US-Dollar pro Premium-Gerät. An der Ladentheke dürfte sich das in Preisaufschlägen von 200 US-Dollar oder mehr niederschlagen.

Am härtesten treffe diese Entwicklung das Einstiegssegment. Bei Geräten unter 100 US-Dollar ist der Speicheranteil an den Gesamtkosten prozentual so hoch, dass dieses Segment 2026 voraussichtlich um ein Drittel einbrechen wird. Günstige Smartphones werden schlicht unverhältnismäßig teuer in der Herstellung.

Das erklärt, warum die 700-bis-999-Dollar-Klasse gerade so viel Aufmerksamkeit bekommt. Schon 2025 war das das am schnellsten wachsende Segment weltweit, mit einem Verkaufsplus von 25 Prozent. Hier in Westeuropa machten diese Geräte knapp 30 Prozent des Marktes aus. Der Grund ist naheliegend: Diese Modelle bieten leistungsstarke Chipsätze, hochauflösende Kameras und Akkus, die für geräteinternes KI-Computing ausreichend dimensioniert sind – verzichten aber auf Nischen-Features, die Geräte dann preislich in Richtung 1.500 Dollar treiben.

Die großen Hersteller tun sich damit aber schwer. Samsung hat beim Galaxy S26 den Basispreis um rund 10 Prozent angehoben, bietet dafür einen effizienteren Chip, mehr Basisspeicher und einen größeren Akku – trotzdem wird erwartet, dass das S26 die Verkaufszahlen des S25 nicht erreichen wird. Das Xiaomi 17 hält zwar den Preis seines Vorgängers, bringt aber nur minimale Verbesserungen.

Wer die Preise anzieht, muss den Kunden auch wirklich etwas dafür liefern. Kleine, kaum spürbare Upgrades werden vom Markt gerade nicht so wirklich honoriert – wem will man das auch vorwerfen? Diese Lücke nutzen Herausforderer wie Google, Motorola, Oppo und Honor. Die 400er-Serie von Honor bot gegenüber der 200er-Serie deutliche Sprünge bei Kamera, Akku und KI-Funktionen – und wurde dafür mit Verkaufssteigerungen von rund 107 Prozent in Europa belohnt. In Märkten wie Malaysia hat Honor in der 700-bis-999-Dollar-Klasse mittlerweile Google und Xiaomi überholt und greift Samsungs Spitzenposition im Android-Segment an.

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Smartphone-Markt 2026: Counterpoint ist nach dem 1. Quartal 2026 pessimistisch

Ja, was denn nun? Kürzlich haben die Marktforscher von Omdia Research erklärt, dass Samsung im 1. Quartal 2026 weltweiter Smartphone-Marktführer gewesen sei. Zudem attestierten sie dem Markt ein kleines Wachstum von 1 %. Doch zu ganz anderen Ergebnissen kommt man bei Counterpoint. Die Analysten stellen im Gegensatz zu ihren Kollegen ein Zusammenschrumpfen des Marktes um 6 % fest – und setzen Apple auf den Thron der Hersteller.

Demnach habe sich Apple im 1. Quartal 2026 rund 21 % Marktanteil sichern können und dank der starken Nachfrage nach den iPhone 17 gegenüber dem 1. Quartal 2025 ein Wachstum von 5 % erreicht. Hingegen habe Samsung „nur“ 20 % Marktanteil erreicht, bei um 6 % gesunkenen Auslieferungsmengen. Für das Gesamtjahr rechnet man auch bei Counterpoint mit herstellerübergreifend schrumpfenden Auslieferungsmengen aufgrund der Speicherkrise und somit steigenden Preisen, die eine sinkende Nachfrage bedingen dürften.

Vor allem chinesische Hersteller sieht man als Leidtragende der Speicherkrise, da sie beträchtliche Teile ihrer Umsätze in preissensitiven Regionen erwirtschaften und eher in der Einstiegs- und Mittelklasse beliebt sind. Apple und Samsung sind da resilienter, nicht nur wegen ihres Fokus auf Premium-Smartphones, sondern auch wegen der hohen Abnahmemengen. Zumal Samsung selbst einen Speicherhersteller unter seinem Dach hat.

Xiaomi belegt im Übrigen Platz 3 der erfolgreichsten Smartphone-Hersteller mit 12 % Marktanteil, allerdings im 1. Quartal 2026 mit einem Minus bei den Auslieferungsmengen von satten 19 %. Oppo und vivo runden auf den Plätzen 4 und 5 die Garde ab. Sie erreichen jeweils 11 bzw. 8 % Marktanteil. Sie mussten ein Minus von 2 % bei den Auslieferungsmengen hinnehmen.

Abseits der Top 5 konnten Honor ( 25 %), Google ( 14 %) und Nothing ( 25 %) im 1. Quartal 2026 nach vorne preschen. Allerdings ist es natürlich auch leichter, so hohes prozentuales Wachstum zu erreichen, wenn die Auslieferungsmengen auf einem niedrigeren Level angesiedelt sind. 2026 brachten die Marktforscher jedenfalls als herausforderndes Jahr für die gesamte Branche. Viele Kunden dürften mit Upgrades zögern und abwarten, bis sich die Preise wieder stabilisieren.

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Ein Jahr ePA für alle: Wo Deutschland bei der elektronischen Patientenakte steht




Seit gut einem Jahr läuft in Deutschland der Regelbetrieb für die elektronische Patientenakte, kurz ePA. Zeit für einen nüchternen Blick auf Zahlen und Nutzen, jenseits von Hochglanzfolien. Laut gematik liegen inzwischen mehr als 100 Millionen medizinische Dokumente in den Akten: Befunde, Laborberichte, Arztbriefe. In der Praxis ist das längst kein Pilotprojekt mehr, sondern Alltag. Pro Woche werden im Schnitt über 21 Millionen Medikationslisten aus der ePA abgerufen, und das quer durch die Versorgung.

In vielen Arzt- und Zahnarztpraxen sowie Apotheken gehört der Blick in die ePA inzwischen zur Routine. In Krankenhäusern läuft die Umstellung zäher, was an der komplexeren IT-Landschaft und verschachtelten Prozessen liegen soll. Trotzdem zieht die Nutzung an: Anfang Oktober 2025 kamen aus Kliniken noch grob 2.000 Dokumente pro Woche, mittlerweile sind es über 90.000 wöchentlich. Von Vollabdeckung ist das noch entfernt, aber man sieht klar, in welche Richtung es geht. Für Versicherte ist die ePA über die jeweilige Kassen-App erreichbar, gesteuert wird das Ganze über die GesundheitsID. Rund 5,1 Millionen dieser IDs sind aktuell registriert.

Die gematik spricht von der ePA als Herzstück einer modernen Versorgung und baut das System schrittweise aus. Für dieses Jahr stehen weitere Funktionen an, die das Ganze reibungsloser machen sollen: Der digital gestützte Medikationsplan soll strukturierte Dosierangaben enthalten, damit zum Beispiel die Einnahmezeiten klarer abgebildet sind. Eine Volltextsuche in den Dokumenten sowie Push-Benachrichtigungen in den ePA-Apps der Kassen sollen helfen, in dem wachsenden Datenberg nicht den Überblick zu verlieren. Parallel wird an einer datenschutzkonformen Ausleitung von ePA-Daten für Forschungszwecke gearbeitet, um langfristig auch Studien und Versorgungsforschung zu füttern.

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EUDI-Wallet: Digitale Identität steht in den Startlöchern, doch kaum einer kennt sie




Anfang des kommenden Jahres startet in Europa die EUDI-Wallet, eine Art standardisierte digitale Brieftasche für die eigene Identität. In Deutschland soll es nach aktuellem Stand am 2. Januar 2027 losgehen. Auf dem Papier ein ziemlich großes Projekt, im Alltag bisher aber so gut wie nicht angekommen.

Eine Bitkom-Umfrage unter 1.004 Personen ab 16 Jahren zeigt, wie wenig das Thema angekommen ist. 52 Prozent geben an, von der EUDI-Wallet noch nie gehört zu haben. 18 Prozent kennen den Begriff, können ihn aber nicht einordnen. 20 Prozent sagen, sie wüssten, worum es geht, und nur 5 Prozent trauen sich zu, das Ganze auch erklären zu können. Weitere 5 Prozent enthalten sich komplett.

Worum geht es technisch? Die EUDI-Wallet soll offizielle Dokumente wie Personalausweis oder Führerschein direkt auf dem Smartphone speichern und nutzbar machen, eben wie eine digitale Brieftasche. Darüber hinaus lassen sich auch andere Nachweise abbilden, etwa Zeugnisse, Versicherungsunterlagen oder Kaufverträge. Ziel ist, solche Vorgänge europaweit einheitlich, sicher und rechtlich belastbar digital abzuwickeln, ohne jedes Mal Papierkram oder Plastikkarten auspacken zu müssen.

Immerhin ist auf Anbieterseite schon Bewegung drin. Mehr als 100 Unternehmen haben ein „Memorandum of Understanding“ mit dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung und dem Bitkom unterzeichnet. Die Unternehmen wollen Anwendungen rund um die EUDI-Wallet aufbauen und die Entwicklung mit vorantreiben. Von der Hotelbuchung über den digitalen Führerscheinnachweis beim Carsharing bis hin zum Online-Vertragsabschluss ist da einiges denkbar.

Und falls ihr euch noch nicht gut genug ins Boot geholt fühlt: Die Projektseite findet ihr hier.

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