Der Smartphone-Kauf wird 2026 teurer – das ist keine Prognose mehr, sondern bereits Realität. Der globale Markt steuert laut den Experten von Counterpoint Research auf einen Rückgang der Auslieferungsmengen von rund 12 Prozent zu, und wer sich ein neues Gerät kaufen will, merkt das direkt im Geldbeutel. Gleichzeitig gibt es ein Segment, das in diesem Abschwung tatsächlich wächst: Geräte zwischen 700 und 999 US-Dollar. Die sogenannten „Accessible Flagships“ – also die bezahlbaren Spitzenmodelle – sind gerade das einzige Marktsegment mit echtem Rückenwind.
Der Grund für den allgemeinen Preisanstieg liegt laut Counterpoint in der Hardware-Lieferkette. Die Nachfrage nach leistungsstarkem Arbeitsspeicher für KI-Rechenzentren ist explodiert, während die Produktion älterer Speichermodule zurückgefahren wird. Das Ergebnis: Im vierten Quartal 2025 stiegen die Speicherpreise um 40 bis 50 Prozent, und für die ersten beiden Quartale 2026 werden weitere Anstiege erwartet.
Bei einem Smartphone mit einem Großhandelspreis von etwa 800 US-Dollar, ausgestattet mit 16 GB LPDDR5X-RAM und 512 GB UFS4.1-Festspeicher, macht der Speicher mittlerweile 40 Prozent der gesamten Materialkosten aus – dreimal so viel wie noch im Vorjahr. Bis Sommer 2026 entstehen den Herstellern Mehrkosten von über 150 US-Dollar pro Premium-Gerät. An der Ladentheke dürfte sich das in Preisaufschlägen von 200 US-Dollar oder mehr niederschlagen.
Am härtesten treffe diese Entwicklung das Einstiegssegment. Bei Geräten unter 100 US-Dollar ist der Speicheranteil an den Gesamtkosten prozentual so hoch, dass dieses Segment 2026 voraussichtlich um ein Drittel einbrechen wird. Günstige Smartphones werden schlicht unverhältnismäßig teuer in der Herstellung.
Das erklärt, warum die 700-bis-999-Dollar-Klasse gerade so viel Aufmerksamkeit bekommt. Schon 2025 war das das am schnellsten wachsende Segment weltweit, mit einem Verkaufsplus von 25 Prozent. Hier in Westeuropa machten diese Geräte knapp 30 Prozent des Marktes aus. Der Grund ist naheliegend: Diese Modelle bieten leistungsstarke Chipsätze, hochauflösende Kameras und Akkus, die für geräteinternes KI-Computing ausreichend dimensioniert sind – verzichten aber auf Nischen-Features, die Geräte dann preislich in Richtung 1.500 Dollar treiben.
Die großen Hersteller tun sich damit aber schwer. Samsung hat beim Galaxy S26 den Basispreis um rund 10 Prozent angehoben, bietet dafür einen effizienteren Chip, mehr Basisspeicher und einen größeren Akku – trotzdem wird erwartet, dass das S26 die Verkaufszahlen des S25 nicht erreichen wird. Das Xiaomi 17 hält zwar den Preis seines Vorgängers, bringt aber nur minimale Verbesserungen.
Wer die Preise anzieht, muss den Kunden auch wirklich etwas dafür liefern. Kleine, kaum spürbare Upgrades werden vom Markt gerade nicht so wirklich honoriert – wem will man das auch vorwerfen? Diese Lücke nutzen Herausforderer wie Google, Motorola, Oppo und Honor. Die 400er-Serie von Honor bot gegenüber der 200er-Serie deutliche Sprünge bei Kamera, Akku und KI-Funktionen – und wurde dafür mit Verkaufssteigerungen von rund 107 Prozent in Europa belohnt. In Märkten wie Malaysia hat Honor in der 700-bis-999-Dollar-Klasse mittlerweile Google und Xiaomi überholt und greift Samsungs Spitzenposition im Android-Segment an.
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