
Reolink fügt seinem Portfolio aus smarten Sicherheitskameras ein neues Modell hinzu, welches eine Panoramaansicht und zugleich die Option bietet, auf einzelne Bereiche mit einem weiteren Sensor genauer heranzoomen und Objekte verfolgen zu können: die OMVI 3i – in meinem Testfall hier als WiFi-Variante. Das System besteht aus einem 180-Grad-Sensor oben und einer motorisierten PTZ-Kugel unten.
Oben thront ein Dual-Linsen-Setup, das man so ähnlich schon von anderen Reolink-Panoramakameras kennt. Diese beiden Objektive werfen ihre Bilder intern nahtlos zusammen und erzeugen ein weites 180-Grad-Panoramabild. Dieses kommt auf eine kombinierte Auflösung von 10 Megapixeln (5120 x 1920 Pixel).


Direkt darunter hängt das dritte Objektiv. Es handelt sich um eine eigenständige, motorisierte PTZ-Einheit. Diese 4K-Kamera löst mit 8 Megapixeln auf und kann sich um 350 Grad in der Horizontalen drehen sowie um 50 Grad nach unten neigen. Das Gehäuse macht erneut einen überaus massiven Eindruck. Wir sprechen hier von viel robustem Aluminium bei den tragenden Teilen und wetterfestem Kunststoff beim restlichen Kamerakörper (IP66-zertifiziert).
HTML Tabelle Specs
| TECHNISCHE DATEN & ZUBEHÖR | Reolink OMVI 3i WiFi | |
|---|---|
| Allgemein | |
| Maße (L/B/H) | 20,2 x 15,1 x 12,5 cm |
| Gewicht | 1300 g |
| Umgebung | Außenbereich |
| Gateway benötigt | Nein |
| Konnektivität | WLAN (2,4 GHz), WLAN (5 GHz) |
| Stromversorgung | Stromkabel |
| Technische Daten | |
| Akkulaufzeit | — |
| Akkukapazität | — |
| Auflösung | 3840 x 2160 (4K) |
| Nachtsicht | Ja 30 m |
| Optischer Zoom | Nein |
| Schwenkbar | Ja (Horizontal: 350° / Vertikal: 50°) |
| Zusätzliche Daten | |
| Speichermöglichkeiten | Cloud, NAS, SD-Karte in Kamera |
| Erkennung | Bewegungserkennung, Personenerkennung, Tiererkennung, KFZ Erkennung, Tracking, Aktivitätszonen |
| Zusatzkosten | keine |
In Sachen Verbindung liefert Reolink zwei Varianten. Die PoE-Version (Power over Ethernet) und eben die klassische WLAN-Lösung. Letztere agiert hier, unterstützt Wi-Fi-6, und kann sowohl im 2,4- als auch im 5-GHz-Netz funken, sofern man zumindest eine Steckdose in der Nähe hat.

Auch die hilfreiche Öse ist wieder am Start, mit der sich die Kamera sicher zur Montage an der Halterung einhängen lässt, bevor man die Schrauben festzieht.
Die Montage selbst ist simpel. Eine Halterung wird an die Wand gedübelt, die Kamera wird eingeklinkt, mit zwei Schrauben fixiert, fertig. Feinjustieren lässt sich der gesamte Kamerakörper danach immer noch, und auch das obere Dual-Objektiv kann manuell in Stufen etwas nach unten geneigt werden, um das Panorama an den Horizont anzupassen. Unterstützt werden die Codecs H.264 und das effizientere H.265. Bei den Einstellungen im Desktop-Client ist es ratsam, die Bitrate auf „konstant“ zu setzen, um störende Framedrops zu vermeiden.

Perspektive Weitwinkel

Perspektive PTZ
Die OMVI 3i bringt klassische Infrarot-LEDs für ein scharfes Schwarz-Weiß-Bild auf bis zu 30 Meter Entfernung mit. Wer es auffälliger mag, schaltet die integrierten LED-Spotlights an. Dann erstrahlt das Grundstück ordentlich hell, und ihr bekommt farbige Nachtsichtaufnahmen serviert. Das lässt sich auf Wunsch wunderbar an die intelligente Bewegungserkennung koppeln: Sobald die lokale KI eine Person erkennt, knipst die Kamera das Flutlicht an.
Das 180-Grad-Panorama fungiert als ständiger Beobachter. Es sieht schlichtweg alles, was vor dem Haus passiert. Sobald die KI, die übrigens ohne jede Verzögerung komplett lokal direkt auf der Kamera läuft, eine Person, ein Fahrzeug oder ein Tier irgendwo im Panorama erkennt, gibt sie der unteren PTZ-Einheit sofort den digitalen Befehl, sich das Ganze genauer anzuschauen. Ist dann in den Aufnahmen auch immer gut zu erkennen.

Die Kugel schwenkt dann auf das erkannte Objekt und behält es im Fokus. Ihr seht in der Reolink-App auf dem Smartphone also oben stets die volle Ansicht und habt unten parallel das scharfe Detailbild des Objekts, das gerade aktiv verfolgt wird. Ist alles nichts neues, das hatten die Modelle TrackFlex und TrackMix auch schon, aber eben nicht mit 180-Grad-Weitwinkelansicht.
Zudem könnt ihr in der App auch einzelne Bereiche im 180-Grad-Panoramabild antippen und das untere PTZ-Objektiv fährt umgehend dorthin. Es lassen sich außerdem auch bis zu 64 Presets abspeichern, also feste Blickwinkel, die ihr auf Knopfdruck abrufen wollt. Wer möchte, richtet eine „Patrouille“ ein. Dann klappert das Objektiv völlig automatisch diese vordefinierten Punkte nacheinander ab, pausiert dort kurz und fährt weiter.
Testaufnahmen (Weitwinkel Tracking von Personen)
Auch bei der OMVI3i verlangt Reolink weiterhin kein Cloud-Abo von euch, wenn ihr Aufnahmen sichern möchtet. Ihr steckt einfach eine handelsübliche microSD-Karte rein, klemmt die Kamera an einen NVR, einen Reolink Home Hub oder speichert via FTP direkt auf eurem eigenen NAS. Ich erwähne das immer wieder gerne, denn das ist so schon ein enorm wichtiger Punkt für den Käufer.
Wo Licht, da auch Schatten. Wenn die PTZ-Kamera standardmäßig nach unten auf die Kellertür schaut und plötzlich eine Person im Sprint-Tempo durch das 180-Grad-Bild läuft, braucht die untere Einheit manchmal schlicht zu lange, um hochzufahren und den Fokus zu finden. Die Person ist dann oft schon wieder aus dem Bild verschwunden, bevor die Detailaufnahme gestartet hat. Bei normalen Spaziergängern klappt es hingegen reibungslos. Ist sicherlich eine Softwaresache, muss aber eben noch glattgebügelt werden.
Richtig dumm hingegen finde ich die dynamische Privatsphärenmaske. Wenn ihr öffentliche Wege oder das Grundstück des Nachbarn schwärzen wollt, klappt das im starren 180-Grad-Bild super. Bei der unteren PTZ-Einheit klebt diese Maske aktuell aber in der Software virtuell direkt auf der Linse, statt im Raum verankert zu sein. Heißt: Dreht sich die Kamera nach rechts, um jemandem zu folgen, wandert der schwarze Kasten einfach mit. So funktioniert Privatsphäre halt einfach nicht. Das Problem soll bekannt sein, eine Lösung sei bereits in Arbeit.

Gerade für große Einfahrten und Höfe oder komplizierte Häuserecken ist dieses Modell besonders gut geeignet. Die Hardware spielt auf gewohnt hohem Reolink-Niveau, die Bildqualität beider Einheiten ist super und die Tatsache, dass auf Abofallen und Cloud-Zwang verzichtet wird, gibt ebenfalls Pluspunkte. Die OMVI 3i PoE ist bereits zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 289,99 Euro zu bekommen. Die hier gezeigte OMVI 3i WiFi ist zu einer UVP von 319,99 Euro verfügbar.
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