Dyson Clean+Wash Hygiene angewischt

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Der Name Dyson im Zusammenhang mit nassen Böden ist inzwischen kein komplett neues Thema mehr. Der V15s Detect Submarine war der erste Schritt, der Wash G1 dann der erste richtige Wischsauger. Mit dem Dyson Clean Wash Hygiene geht der Hersteller nun wieder an die Sache heran. Das Gerät ist kein Staubsauger mit Wischfunktion, sondern ein Hartbodenreiniger, der trockenen und nassen Schmutz mit einer nassen Walze aufnimmt.

Dyson verzichtet auf klassische Saugkraft und damit auch auf Filter und Luftwege, durch die schmutziges Wasser, Haare und Dreck später anfangen können zu müffeln. Der Schmutz bleibt im Bodenaufsatz, Flüssigkeit und Feststoffe werden dort getrennt.

Aufbau und Bedienung

Optisch ist der Clean Wash Hygiene logischerweise direkt als Dyson zu erkennen. Nachtblau und Kupfer, viel Kunststoff, ein integriertes Display im Griff und die üblichen roten Bedienelemente für Teile, die man lösen kann. Das Gerät wirkt schlanker als der Wash G1 und ist mit knapp 3,8 Kilogramm ohne Wasser nicht leicht aber gut führbar. Was mir gar nicht gefällt. Das Ding ist ein Staubmagnet. Da kann man wischen und wischen, ist immer was dran.

Der Frischwassertank sitzt am Stiel und fasst 0,75 Liter. Der Schmutzwassertank steckt direkt im Bodenkopf und nimmt 0,52 Liter auf. Das ist bewusst so gelöst, weil der Dreck dadurch nicht erst durch lange Kanäle in den Gerätekörper wandert. Der Nachteil ist eben, dass der Schmutzwassertank nicht riesig ist. Wenn ihr sehr große Flächen mit viel Wasser reinigt, müsst ihr zwischendurch eher ausleeren.

Im Karton stecken Gerät, Ladestation und je nach Paket eine Reinigungslösung. Viel Zubehör gibt es nicht. Eine App existiert, ist hier aber nur Service- und Erklärbär. Einstellungen nehmt ihr am Gerät vor. Das finde ich bei einem Wischsauger absolut in Ordnung. Ich will beim Putzen nicht noch parallel am Smartphone herumfummeln.

Die Bedienung ist simpel. Wasser einfüllen, einschalten, Wasserstufe wählen und los, dazu gibt es drei Wassermodi und einen Max-Modus für hartnäckigere Stellen. Das Display zeigt Modus, Restlaufzeit und Wartungshinweise an. Der Motor in der Bürstenwalze zieht das Gerät leicht nach vorne, sodass man den Clean Wash Hygiene nicht wie einen schweren Mopp über den Boden prügeln muss.

Gut gefällt mir, dass man ihn ziemlich flachlegen kann. Damit kommt man unter Möbel, unter Küchenüberstände und in Bereiche, die andere Wischsauger nur halbherzig erreichen. Gerade in Küchen ist das für mich wichtig, weil der Dreck selten dekorativ in der Mitte des Raumes herumliegt. Der Clean Wash Hygiene steht bei Pausen aufrecht und schaltet beim Aufrichten automatisch ab. Das hat auch schon der G1 so gelöst.

Reinigung und Wartung

Auf Hartboden macht der Dyson seine Sache gut. Staub, Krümel, feuchter Schmutz, Schuhabdrücke, klebrige Küchenflecken und verschüttete Flüssigkeiten werden sauber aufgenommen. Die Mikrofaser-Walze ist sehr dicht und soll laut Dyson 84.000 Filamente nutzen.

Bei normalen Verschmutzungen reicht die mittlere Wasserstufe. Bei eingetrocknetem Ketchup, Senf oder richtig klebrigen Flecken (die Eltern unter euch können das nachvollziehen) muss man mehrere Male drüber oder den Max-Modus nutzen. Erwartet dennoch keine Wunder. Was lange angetrocknet ist, braucht auch bei einem elektrischen Wischsauger etwas Zeit und Wasser. Trotzdem ist das Ergebnis bei Hartböden sehr gut. Schlieren waren im normalen Betrieb kein großes Thema. Der Boden trocknet schnell, weil Dyson sehr wenig Restwasser zurücklässt. Das ist angenehm, wenn Kinder, Haustiere oder einfach ungeduldige Menschen direkt wieder durch den Raum laufen. Teppich kann das Gerät nicht und es gibt auch keinen reinen Trocken-Saugmodus. Wenn ihr Krümel von Teppich, Sofa oder Läufer entfernen wollt, braucht ihr weiterhin einen Staubsauger. Der Clean Wash Hygiene ist ein Spezialist für Hartböden.

Dyson bewirbt die Reinigung an drei Seiten bis an den Rand. Das klappt besser als bei vielen älteren Wischsaugern, aber nicht perfekt. An Sockelleisten und ganz engen Kanten bleibt je nach Winkel ein minimaler Rest übrig. Wenn dort absolute Perfektion erwartet wird, muss man mit Handarbeit ran. Im Alltag reicht mir die Kantenleistung aber aus.

Haare nimmt das Gerät übrigens gut auf. Der Entwirrkamm hinter der Walze verhindert weitgehend, dass sich lange Haare um die Walze wickeln. Das funktioniert besser als bei vielen einfachen Rollenlösungen von Dyson. Wenn ihr aber sehr viele Haare auf dem Boden habt, würde ich vorher trocken saugen oder den Schmutzbereich regelmäßig leeren. Nasse Haare aus einem Tank zu fischen, macht nie Spaß, egal wie gut das Produkt konstruiert ist.

Das Entleeren ist gegenüber den anderen von mir ausprobierten Wischsaugern angenehmer. Erst Schmutzwasser wegkippen, dann Feststoffe aus dem Separator entfernen, kurz ausspülen. Ganz ohne Ekelarbeit ist das nicht. Wer einen Wischsauger benutzt, muss sich mit dem beschäftigen, was er vom Boden holt. Dyson reduziert den unangenehmen Teil aber spürbar, weil nichts durch interne Schläuche gammelt.

Nach der Reinigung kommt der Dyson in die Station. Dort lässt sich die Selbstreinigung starten, die Walze und System spült. Danach wird die Walze mit warmer Luft getrocknet. Das ist ein großer Fortschritt gegenüber Lösungen, bei denen man die Rolle herausnehmen und irgendwo trocknen lassen muss. Genau dort entstehen sonst Gerüche (siehe v15 Submarine). Die Trocknung ist hörbar. Das müsst ihr wissen, wenn die Station irgendwo präsent steht. Ich würde sie eher in Hauswirtschaftsraum, Abstellkammer oder Küche parken.

Die Laufzeit ist gut. Dyson nennt eine lange Ausdauer von 70min, und in der Praxis limitiert eher das Wasser als der Akku. Für eine normale Wohnung oder eine Etage reicht das locker. In meinem Fall war das so, da wir hier nicht nur Hartböden haben. Bei sehr großen Flächen muss man Frischwasser nachfüllen und Schmutzwasser ausleeren, bevor der Akku wirklich zum Problem wird.

Fazit

Der Dyson Clean Wash Hygiene ist meiner Meinung nach der bisher alltagstauglichere Dyson-Wischsauger. Er reinigt Hartböden gründlich, ist leise, kommt gut unter Möbel und reduziert die unangenehme Wartung durch das filterlose System und die Trocknung der Walze. Ganz ohne Kompromisse ist er nicht. Die Tanks sind nicht riesig, Teppichreinigung gibt es nicht, ein reiner Staubsaugermodus fehlt und hartnäckige Flecken brauchen weiterhin Geduld. Auch an Kanten ist er gut, aber nicht perfekt. Dazu kommt der typische Dyson-Preis von knapp 380 Euro.

Wenn ihr viele Hartböden habt und regelmäßig schnell feucht reinigen wollt, ist der Clean Wash Hygiene ein sehr angenehmer Helfer. Wer aber eigentlich einen Staubsaugerersatz für alles sucht, kauft am Thema vorbei. Ohnehin solltet ihr euch unbedingt auch bei der Konkurrenz umschauen. Dyson ist meist nicht der Kandidat mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis.

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