#Interview
“Sally ist eine App, die deiner Kleidung ein zweites Leben schenkt”, sagt Gründer Paolo Coda. “Langfristig sehen wir das größte Potenzial im B2B-Bereich: Marken können Sally als SaaS-Lösung nutzen, um ihren Kund:innen After-Sales-Services anzubieten”, führt der Kölner weiter aus.

Donnerstag, 11. Juni 2026
VonAlexander
Das Kölner Startup Sacred Valley Tech, von Paolo Coda, Luca Urlacher und Santhoshkumar Sundararaj gegründet, möchte mit Sally eine Circular-Fashion-Plattform etablieren. „Sally ermöglicht es Nutzern, Kleidungsstücke per KI analysieren zu lassen und passende Tauschpartner zu finden“, erklärt Gründer Paolo Coda die Idee hinter Sally.
„Das langfristige Ziel ist eine All-in-One-Plattform für zirkuläre Mode – Tausch, Weiterverkauf, Reparatur, Recycling, Upcycling, Spende. Für Modemarken ermöglichen wir über Digital Product Passports erstmals, After-Sale-Services direkt zu monetarisieren“, führt der Jungunternehmer weiter aus.
Im Interview mit deutsche-startups.de stellt er Sally einmal ganz genau vor.
Wie würdest Du Deiner Großmutter Sally erklären?
Sally ist eine App, die deiner Kleidung ein zweites Leben schenkt. Egal ob du ein Stück loswerden möchtest oder behalten willst, ob es noch wie neu ist oder einen Knopf verloren hat – Sally zeigt dir den besten Weg, damit es nicht im Schrank verstaubt oder im Müll landet. Tauschen, verkaufen, reparieren, spenden, recyceln: alles an einem Ort, in ein paar Klicks.
Wie wollt Ihr Geld verdienen, also wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?
Der Einstieg läuft über unsere Swap-Funktion: Wer regelmäßig tauschen möchte, zahlt eine Jahresmitgliedschaft von 29,90 Euro – mit einem Monat kostenlos zum Ausprobieren. In einem zweiten Schritt werden wir auch die anderen Features wie Verkauf, Reparatur und Recycling monetarisieren. Langfristig sehen wir das größte Potenzial im B2B-Bereich: Marken können Sally als SaaS-Lösung nutzen, um ihren Kund:innen After-Sales-Services anzubieten – und so selbst an der Kreislaufwirtschaft zu verdienen.
Wie ist die Idee zu Sally entstanden?
Ich komme aus Peru, habe Modedesign studiert und danach in Textilfabriken in Italien gearbeitet – für Häuser, deren Namen jeder kennt. Was ich dort gesehen habe, hat mich nicht mehr losgelassen: Berge von Überproduktion, Müll in industriellem Maßstab. Die Erkenntnis war brutal einfach: Es gibt bereits genug Kleidung auf der Welt. Das Problem ist nicht Produktion – es ist Zirkulation. Als wir dann feststellten, dass 99,9 % der Menschen, mit denen wir sprachen, dasselbe Problem hatten – Kleidung zu Hause, die niemand mehr trägt, ohne klaren Weg nach vorne – wussten wir: Das ist unser Markt.
Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?
Ehrlich gesagt: Fundraising vor dem Launch. Fast alle Investor:innen wollten erst Traktion sehen – also echte Nutzer:innen und Transaktionen – bevor sie einsteigen. Das ist ein klassisches Henne-Ei-Problem für Pre-Launch-Startups: Um zu wachsen, braucht man Kapital. Aber um Kapital zu bekommen, muss man schon gewachsen sein. Wir haben uns deshalb entschieden, die ersten Schritte aus eigener Kraft zu gehen und mit echten Beta-Nutzer:innen Beweise zu schaffen, die für sich sprechen.
Wo steht Sally in einem Jahr?
Wir starten jetzt offiziell durch – und in einem Jahr soll Sally fest in Deutschland etabliert sein: mit einer wachsenden Community, aktiven Tausch- und Verkaufsaktivitäten auf der Plattform und ersten Markenpartnerschaften, die zeigen, dass Kreislaufwirtschaft auch für Unternehmen ein echtes Geschäftsmodell sein kann. Und ja: Wir planen, in diesem Zeitraum auch eine Finanzierungsrunde abzuschließen, um das Wachstum zu beschleunigen.
Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness
In unserem Themenschwerpunkt Köln beleuchten wir das dynamische Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind die Bedingungen für Gründer:innen, welche Investitionen fließen in innovative Ideen und welche Startups setzen neue Impulse? Rund 800 Startups haben Köln bereits als ihren Standort gewählt – unterstützt von einer lebendigen Gründerszene, einer starken Investor:innen-Landschaft sowie zahlreichen Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents. Als zentrale Anlaufstelle für die Startup- und Innovationsszene stärkt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung die Rahmenbedingungen für Gründer:innen, vernetzt sie mit Investor:innen und bietet gezielte Unterstützung. Diese Rubrik wird unterstützt von KölnBusiness. #Koelnbusiness auf LinkedIn, Facebook und Instagram.

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