#Gastbeitrag – Wachsen in der Krise: Das Erfolgsrezept für Startups

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Krisen müssen nicht unbedingt eine Gefahr für die Geschäftsfähigkeit darstellen, sondern können auch Treiber für Wachstum und Innovation sein. Hier sind vier Strategien für Gründer:innen, um sich für Krisenzeiten zu wappnen und gestärkt daraus hervorzugehen.

Wachsen in der Krise: Das Erfolgsrezept für Startups

Donnerstag, 1. August 2024VonTeam

Die Pandemie, der Ukraine-Krieg und die Inflation haben das wirtschaftliche Umfeld erheblich destabilisiert. Viele Gründer:innen stehen vor der Frage, wie es mit ihrem Startup künftig weitergeht. Jetzt ist es wichtiger denn je, flexibel zu bleiben und Strategien zu überdenken. Denn Krisen müssen nicht unbedingt nur eine Gefahr für die Geschäftsfähigkeit darstellen, sondern können auch Treiber für Wachstum und Innovation sein. Hier sind vier Strategien für Gründer:innen, um sich für Krisenzeiten zu wappnen und gestärkt daraus hervorzugehen:

  1. Analyse des aktuellen Geschäftsmodells
  2. Zielgruppe ausbauen
  3. Community und Partnerschaften stärken

In drei Schritten zur Krisenfestigkeit

  • Analyse des Geschäftsmodells

Stell dir vor, du gründest ein Business-Travel-Startup und plötzlich darf niemand mehr reisen. Was vor vier Jahren noch wie ein dystopischer Science-Fiction-Roman geklungen hätte, ist mit der Pandemie im Jahr 2020 Realität geworden. Ohne Reisen gibt es keine Kunden und ohne Kunden generiert ein Startup keine Einnahmen. Besonders kritisch wird es, wenn die Reisebeschränkungen über einen längeren Zeitraum andauern. Zu diesem Zeitpunkt war nicht absehbar, wann die Beschränkungen aufgehoben würden und es musste schnell reagiert werden. Die gute Nachricht: Es ist noch nicht zu spät. Eine umfassende Bewertung des Geschäftsmodells ermöglichte es, auch in Krisenzeiten relevant zu bleiben und das Ruder herumzureißen.

So hat unser Pivot geklappt:

Bei unserem Business-Travel-Startup Navan (früher TripActions) haben wir in der Pandemie schnell erkannt, dass Reisebuchungen drastisch zurückgingen. Das Management von Geschäftsausgaben blieb jedoch weiterhin relevant. Sie sind bis heute ein unangenehmer bürokratischer Aufwand, der oft mit vielen Excel-Tabellen zu tun hat – nur um die Ausgaben für ein Frühstück zurückzuerhalten. Dieser Aspekt kann in einer Krise, in der der Umsatz mit Geschäftsreisen auf null fällt, plötzlich zum Kernprodukt werden. Denn das einzige, was zählt, ist, einen Mehrwert für die Kundinnen und Kunden zu schaffen. Durch den Ausbau des Spesenmanagement konnte Navan diesen weiterhin bieten und Wachstum erzielen.

  • Zielgruppe ausbauen

Die Identifizierung neuer, relevanter Zielgruppen ist der nächste Schritt. Welche Dienstleistungen sind auch in der neuen Situation gefragt? Wie haben sich die Bedürfnisse der Kundschaft verändert? Und wie können wir unsere vorhandene Struktur an diese neuen Bedürfnisse anpassen? In der aktuellen Zeit macht vor allem die Finanzierung vielen Startups zu schaffen. Investoren fokussieren sich nun stark auf die Profitabilität und den Total Addressable Market des Jungunternehmens.

Eine sorgfältige Analyse der Zielgruppen bildet das Fundament für alle weiteren Schritte. Fundierte Entscheidungen erfordern nicht nur aktuelle Trends und Studien einzubeziehen, sondern auch Einblicke in Kundenfeedback, Marktbedingungen und interne Leistungsdaten, um neue Zielgruppen zu identifizieren. Es geht nicht nur darum zu schauen, wer aktuell tatsächlich das Produkt kauft, sondern vielmehr um die Frage: Wer könnte (rein theoretisch) das Produkt kaufen? Gründer:innen sollten innovative Lösungen finden, die auf den bestehenden Stärken deines Unternehmens aufbauen. So können sie neue Zielgruppen ansprechen und das Geschäftsmodell krisenfest machen.

  • Community und Partnerschaften stärken

Krisen haben oft zur Folge, dass Startups sparsamer haushalten müssen. Da aber insbesondere Jungunternehmen extrem von ihrem Wachstum abhängig sind, ist das Streichen des Marketingbudgets besonders schmerzhaft. Hier kommen eine starke Community und gute Partnerschaften ins Spiel. Positive Stimmen von CEOs auf LinkedIn, hervorragende Bewertungen bei Trustpilot oder ein OMR Review – all das sind Maßnahmen, die nichts kosten und trotzdem die eigene Reichweite vergrößern und die Marktposition stärken. Durch neue Kooperationen mit anderen Unternehmen entstehen Synergien und Marktchancen. Wie lassen sich diese als Botschafter aktivieren? Beispielsweise durch Webinare, Online-Workshops und andere Events, um den Mehrwert für die Kunden zu erhöhen und die Community zu aktivieren. So bleibt man als Startup im Gespräch, auch wenn die Marketing-Dollars nicht mehr fließen.

Fazit

Krisenzeiten sind für die meisten Startups herausfordernd, aber mit der richtigen Strategie können diese sogar gestärkt daraus hervorgehen. Dabei sollten sich Gründer:innen drei Säulen genauer anschauen: Analyse des Geschäftsmodells und Anpassung der Kernbereiche, Gewinnung neuer Zielgruppen sowie die Pflege der Community und strategische Partnerschaften. So gibt es auch trotz Reisestopp immer noch Business-Travel-Startups. Kreativität macht’s möglich.

Über den Autor


Michael Riegel ist CEO EMEA bei Navan, einer All-in-One-Lösung für Reise- und Spesenmanagement. In der Corona-Krise schaffte es Navan von 0 Dollar Umsatz zu einer Bewertung von 9,2 Milliarden Dollar.

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#Gastbeitrag – Skalierbare Lead-Generierung im B2B-Marketing: 5 Tipps aus der Praxis

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Das Onlinemarketing ist mittlerweile hoch professionalisiert. Im Grunde gibt es kein Tool, was es nicht gibt. Viele Helferlein unterstützen bei Analyse und Reportings. Trotz zig Tools, sollte man nicht allein auf diese vertrauen. Ein Gastbeitrag von Philipp Kloth.

Skalierbare Lead-Generierung im B2B-Marketing: 5 Tipps aus der Praxis

Freitag, 26. Juli 2024VonTeam

Lead-Generierung im B2B-Marketing ist eine besondere Herausforderung. Das Keyword-Suchvolumen entspricht einem Bruchteil von dem im B2C-Bereich, Klickpfade sowie Funnels lassen sich aufgrund niederschwelliger Datenlage gar nicht erst analysieren und die Handvoll an Core Keywords sind hart umkämpft. Philipp Kloth, Director Marketing bei Hero Software, kennt diese Herausforderungen und weiß, wie man trotz widriger Umstände für einen gut funktionierenden Marketingfunnel sorgt. Nachfolgend teilt er fünf Tipps auf dem Weg zur skalierbaren Lead-Generierung im B2B-Marketing.

1. Nicht nur auf Tools vertrauen


Das Onlinemarketing ist mittlerweile hoch professionalisiert. Im Grunde gibt es kein Tool, was es nicht gibt. Viele Helferlein unterstützen bei Analyse und Reportings. Trotz zig Tools, sollte man nicht allein auf diese vertrauen. Wir selbst sind in einem speziellen Feld unterwegs: Betriebssoftware für Handwerker. Laut Analyse- und Marketingtools gibt der Markt nicht viel her, da wir als Vertical SaaS-Anbieter in einer engen Branche operieren. Viele für uns relevante Keywords haben lediglich ein Suchvolumen von 50 bis 150 Anfragen pro Monat, manchmal auch nur 10 bis 30. Damit lassen sich zumindest technisch gesehen gewisse Funnel oder A/B-Tests gar nicht analysieren. Würden wir allein auf diese Zahlen setzen, bräuchten wir gar keine Kampagnen mehr zu schalten.

2. Kundenbedürfnisse & Keywords identifizieren


Das Verständnis für Kundenbedürfnisse ist auch im B2B-Marketing essenziell, um die richtigen Keywords zu finden. Unsere Kundschaft formuliert ihre Bedürfnisse nur sehr schwammig. Die Standardsuchanfrage nach “Betriebssoftware für Handwerker” ist selten. Vielmehr dominieren in der alltäglichen Gedankenwelt Mikro-Lösungen für Teilaspekte des Betriebsablaufs. Resultat sind sehr generische Keywords, wie bspw. Buchhaltungssoftware. Zu Beginn waren wir so nur in der Lage, drei Keywordthemen zu identifizieren. Nachfolgend haben wir begonnen, den ganzen Markt gedanklich zu erschließen. Dafür reicht es nicht aus, ein paar Kunden zu sprechen und auch nicht, einfach irgendwelche Marketingtools anzuschmeißen. Fortlaufendes Verstehen und eine Synthese verschiedenster Quellen sind die Lösung. Mittlerweile haben wir ausreichend historische Daten, die uns anhand von generierten Anfragen oder geschlossenen Neuverträgen aufzeigen, wie weit wir uns in den Marketing-Kampagnen vom Kernprodukt entfernen und dennoch erfolgreich sein können.

3. Experimente wagen


Wer an dem Umstand weniger Keywords oder niedrigen Suchvolumina zu knabbern hat, der sollte auch Keywords ausprobieren, die auf den ersten Blick nicht “conversionnah” erscheinen. So funktioniert auch die Bespielung von eindeutig B2C-zugehörigen Keywords. Oftmals generiert man damit einiges an B2C-Traffic und Klicks. In Summe lohnen sich solche Kampagnen trotzdem. Dies funktioniert im Kontext von SEO und Ads. Zunächst stößt man sich eventuell an den Mehrausgaben, da diese Keywords meist umkämpfter sind und man mehr irrelevante Leads einkauft. Die Praxis hat gezeigt, dass sich diese durch die Anzahl der generierten Leads aber rechnen. Auch das Thema Social Media Ads gestaltete sich zu Beginn als herausfordernd. Tipps und Tricks aus anderen Branchen haben für uns nicht funktioniert. Auch heute noch gibt es extrem gute und sehr schlechte Monate, was die Kosten im Verhältnis zum Nutzen angeht. Mittlerweile funktioniert eine saubere, schnörkellose Kommunikation in den Anzeigen am besten.

4. CRM-Tool nutzen


Neben der guten Analyse der Kundenbedürfnisse lassen sich aus dem Down-Funnel wertvolle Erkenntnisse ableiten. Ein CRM-Tool ist hier eine große Hilfe. Wir setzen dafür auf Salesforce, was die gesamte Performance und den Erkenntnisgehalt extrem verbessert. Denn letztlich zählen von den Leads vor allem die daraus generierten Opportunities. Diese werden über unser CRM getrackt und wir nutzen die Daten für Detailanalysen, um Kundenentscheidungen für/gegen unser Produkt besser zu verstehen. Der regelmäßige, intensive Austausch mit unserem Vertriebsteam hilft, Feedback von Opportunities besser zu verstehen, einzuordnen und für weitere Marketingaktivitäten nutzbar zu machen.

5. Auf SEO Content & Ads setzen


Eine breite Aufstellung im Marketing ist nie verkehrt. Das Budget setzt jedoch Grenzen und man kann nicht auf allen Kanälen gleich präsent sein. Wer im B2B-Bereich skalierbar Leads generieren will, sollte auf einen guten Mix aus SEO Content und Ads setzen. Hat man den Sweetspot gefunden, konzentriert man Budget und Personal auf die leistungsstärksten Bereiche. Tunlichst vermeiden sollte man aber alles andere abzuschalten. In manche Kanäle muss man erst Geld und Arbeit stecken. Die Belohnung sind eigene Daten für den Erkenntnisgewinn. B2B-Marketer tun zudem gut daran, sich nicht zu sehr von B2C-Versprechungen verführen zu lassen: Wenn die eigene Zielgruppe Tiktok und Co. nicht nutzt, sollte man dort kein riesiges Budget versenken, nur um Daten zu sammeln.

Über den Autor


Philipp Kloth ist Director Marketing bei HERO Software, Anbieter für cloudbasierte Handwerkersoftware, und leitet dort ein zehnköpfiges Performance- und SEO-Team. Er hat sich auf B2B-Marketing spezialisiert und blickt mittlerweile auf mehr als zehn Jahre Erfahrung zurück. Bevor er das Marketing bei HERO leitete, war er lange Zeit als Head of Content tätig.

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#Gastbeitrag – ESOPs: Zwischen Motivation und Risiko

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Die richtige Vergütungsstrategie kann den Erfolg eines Start-ups entscheidend beeinflussen. ESOPs bieten nicht nur finanzielle Anreize für Mitarbeiter:innen, sondern formen auch die unternehmerische Zukunft. Ein Gastbeitrag von Florian Bogenschütz.

ESOPs: Zwischen Motivation und Risiko

Donnerstag, 25. Juli 2024VonTeam

Start-ups stehen untereinander in einem erbitterten Wettbewerb, wenn es darum geht, die fähigsten Köpfe für sich zu gewinnen. In diesem Kontext werden Employee Stock Ownership Plans (ESOPs) zunehmend populär. ESOPs sind attraktive Programme für Start-ups, die es den Mitarbeiter:innen erlauben, Anteile an ihrem Unternehmen zu erwerben, häufig zu bevorzugten Bedingungen.  Diese Programme sind jedoch ein zweischneidiges Schwert: Einerseits fördern sie die Bindung der Mitarbeiter:innen und stärken die Unternehmenskultur, andererseits konfrontieren sie die Unternehmen mit beträchtlichen finanziellen und strategischen Herausforderungen. Damit ESOPs effektiv eingesetzt werden können, ist es entscheidend, dass Gründer:innen die Kosten gegen den Nutzen sorgfältig abwägen und gegebenenfalls nach alternativen Lösungen suchen.

ESOPs verstehen: mehr als nur eine Beteiligungsoption

Die Beteiligung durch ESOPs kann nicht nur finanzielle Vorteile für beide Seiten bieten, sondern steigert  die Motivation und Produktivität der Mitarbeiter:innen, da ein  prosperierendes Geschäft sich direkt auf den finanziellen Gewinn der Beteiligten auswirkt.

Jedoch birgt dieser Ansatz auch Herausforderungen: Die Ausgabe von Unternehmensanteilen an die Belegschaft kann die Anteile der Gründer:innen verwässern. Hinzu kommen anspruchsvolle rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen, die mit der Implementierung von ESOPs verbunden sind. 

Strategische Planung und Risikomanagement bei der Implementierung von ESOPs

Für Start-ups ist es entscheidend, proaktiv die langfristigen finanziellen und rechtlichen Auswirkungen von ESOPs zu analysieren. Dabei sollte sichergestellt werden, dass genügend Liquidität vorhanden ist, um alternative Vergütungsmodelle zu unterstützen. Ein tiefgehendes Verständnis dieser Rahmenbedingungen ermöglicht es Gründer:innen, strategische Entscheidungen zu treffen, die nicht nur den momentanen Bedürfnissen entsprechen, sondern auch das langfristige Wachstum und die Stabilität des Unternehmens sichern. Darüber hinaus erfordert die Entwicklung einer effektiven Vergütungsstrategie eine sorgfältige Abwägung aller Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle. Faktoren wie Mitarbeitermotivation, Unternehmenskultur und das Potenzial für langfristige Wertsteigerung sind dabei zentral. Diese Überlegungen sind ausschlaggebend für die Gestaltung einer Vergütungspolitik, die nicht nur finanziell tragfähig ist, sondern auch die Loyalität und das Engagement der Mitarbeiter:innen fördert und somit das Fundament für eine nachhaltige Unternehmenszukunft bildet.

Flexible Vergütungsmodelle als Alternative zu ESOPs

Neben ESOPs existieren mehrere alternative Vergütungsmethoden, die den Bedürfnissen von Start-ups oft besser entsprechen, ohne die spezifischen Nachteile von ESOPs in Kauf zu nehmen. Modelle wie Revenue Shares, gedeckelte direkte Aktienoptionen und Gewinnbeteiligungen bieten ähnliche Vorteile wie ESOPs, erlauben jedoch eine höhere Flexibilität in der Anpassung an die spezifischen Anforderungen und das Risikoprofil des Unternehmens.

Revenue Shares ermöglichen es den Mitarbeiter:innen, direkt am Umsatz des Unternehmens beteiligt zu sein, was eine unmittelbare, leistungsabhängige Vergütung darstellt. Diese Form der Beteiligung stärkt ebenfalls die Verbindung der Mitarbeiter:innen zum Unternehmenserfolg und fördert deren Engagement und Motivation.

Aktienoptionen mit einem Cap-System bieten den Mitarbeiter:innen die Möglichkeit, am Kapitalwachstum teilzuhaben. Dabei wird eine feste Obergrenze für die Anzahl der ausgegebenen Aktien festgelegt. Dieses Cap verhindert, dass mehr Aktien ausgegeben werden, als ursprünglich vorgesehen, und schützt somit die Anteile von Gründer:innen und frühen Investor:innen vor übermäßiger Verwässerung. So profitieren die Mitarbeiter:innen vom Unternehmenserfolg, ohne dass die Kontrollstruktur destabilisiert wird. 

Gewinnbeteiligungen bieten eine direkte Teilhabe am Erfolg des Unternehmens und motivieren die Mitarbeiter:innen, sich für gemeinsame Ziele einzusetzen, ohne dass Anteile ausgegeben werden müssen. Dieses Modell unterstützt eine Kultur der Mitverantwortung und stärkt das gemeinschaftliche Streben nach wirtschaftlichem Erfolg.

Die Bedeutung durchdachter Vergütungsstrategien

ESOPs sind ein starkes Werkzeug der Vergütungsmöglichkeiten von Start-ups, erfordern jedoch sorgfältige Überlegungen und eine strategische Herangehensweise. Die Form der Mitarbeiterbeteiligung kann tatsächlich eine signifikante Rolle für den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens spielen. Start-ups müssen sich bewusst sein, dass jede Vergütungsstrategie sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Es ist daher unerlässlich, eine auf die spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens und seiner Mitarbeiter:innen zugeschnittene Lösung zu entwickeln.

ESOPs sind nicht das Patentrezept, sondern eine Option unter vielen. Zwar bieten sie Anreize, indem sie Mitarbeitende motivieren und an das Unternehmen binden, doch sind sie mit erheblichen Risiken wie der potenziellen Verwässerung von Gründeranteilen und den komplexen rechtlichen sowie steuerlichen Herausforderungen verbunden. Für Start-ups ist es deshalb entscheidend, die Vor- und Nachteile gründlich abzuwägen und alternative Vergütungsmodelle zu erwägen, die möglicherweise besser auf die spezifischen Ziele und Risikopräferenzen des Unternehmens zugeschnitten sind. Im Endeffekt, braucht es eine flexible und strategisch durchdachte Vergütungspolitik, um nachhaltig erfolgreich zu sein.

Über den Autor


Florian Bogenschütz ist CEO von Wayra Deutschland.

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#Gastbeitrag – Die 10 wichtigsten Tipps für ein gelungenes Pitchdeck

Für Startups ist das Pitchen bei möglichen Investoren ein aufregender Moment. Sie stehen vor einer großen Herausforderung: Wie können sie Investoren vom X-Faktor ihres Unternehmens überzeugen? Pitchdecks nehmen dabei eine entscheidende Rolle ein. Sie bringen die innovative Idee und das Geschäftsmodell auf den Punkt und sind ein entscheidender Faktor für mögliche Geldgeber: Wollen wir in das Unternehmen investieren? Hier 10 Tipps, worauf bei einem Pitchdeck zu achten ist. 

It’s a Match!

Ziel ist es, Investoren – und ihr Geld – für sich zu gewinnen. Das Pitchdeck soll überzeugen und deshalb genau an die Kriterien des jeweiligen Investmentfonds angepasst werden. Das ist nicht anders als bei einem Bewerbungsgespräch: Investoren sollen sofort erkennen, warum genau dieses Startup ein echter Gewinn für ihr Portfolio ist.

In der Kürze liegt die Würze

Investoren schätzen es sehr, wenn die wichtigen Informationen auf einen Blick greifbar sind. Das Pitchdeck sollte insgesamt nicht länger als 10 bis 15 Slides lang sein. Ein einseitiger Teaser – ähnlichem einer Executive Summary – hilft zu Beginn, übersichtlich die wichtigsten Informationen darzulegen: 

  • Was zeichnet das Unternehmen aus
  • Umsätze und/oder durchschnittlicher Jahresumsatz bis heute
  • Aussagekräftige Verkaufsmetriken

Marktinsights sind der Schlüssel

Eine Zusammenfassung der aktuellen Marksituation gibt Investoren einen besseren Überblick und zeigt, wo sich Lücken und Chancen verbergen. Diese Marktinsights sind der Schlüssel, um Investoren von deiner Expertise zu überzeugen. 

Das Produkt ist die Lösung 

Hier rückt dein Produkt ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Im Idealfall ist das Produkt die Lösung zu einem Marktproblem. Investoren müssen dabei diesen Zusammenhang verstehen: Weshalb existiert diese Herausforderung auf dem Markt? Und wie löst das Produkt dieses Problem? 

Die Produktbeschreibung sollte dabei kurz und prägnant sein. Investoren können sich selten tiefergehend mit technischen Details beschäftigen.

Das Geschäftsmodell: Let’s get down to business

Wie bringt das Geschäft Umsatz ein? Investoren wollen verstehen, wie Gewinn generiert wird. Stelle dein Geschäftsmodell klar und verständlich dar. Wichtige Faktoren sind beispielsweise Preise, jährlicher Umsatz, Bruttowarenvolumen, Provisionssätze oder die Bruttomarge. 

Den USP in den Fokus rücken

Wettbewerber sind ein Zeichen für einen attraktiven Markt und beweisen, dass es Bedarf nach Lösungen gibt. Deshalb: keine Angst vor Wettbewerbern – zeig mit deinem Unique Selling Point (USP), was dein Unternehmen einzigartig macht! Besonders anschaulich und greifbar wird dies, indem du deine Differenzierungsfaktoren aufweist, beispielsweise durch eine Grafik oder ein Diagramm.

Zusätzlich kannst du deine Marktposition untermauern und Vertrauen schaffen, indem du Referenzen, Partnerschaften oder Auszeichnungen mit in das Pitchdeck aufnimmst. 

Das bisherige Wachstum als bester Beweis für das zukünftige Potenzial

Fonds zielen mit ihrem Investment auf Hyperwachstum ab. Um Investoren deshalb vom Potenzial des Unternehmens zu überzeugen, highlighte besonders deine bisherigen Wachstumsraten, beispielsweise mit Wachstumsdiagrammen.

Einige Zahlen sind an dieser Stelle besonders wertvoll, wie die Kundenanzahl, der Jahresumsatz, Mitarbeiterzahlen und die Höhe der bisherigen Finanzierungen.

Das Team ist das Rückgrat des Unternehmens

Mit dem Team steht und fällt der Geschäftsplan der Startups. Geldgeber basieren ihre Investmententscheidung häufig nur auf dem Potenzial eines Unternehmens – und die konkrete Realisierung des Potenzials hängt von deinem Team ab. Investoren lieben es deshalb, mehr über das Team, relevante Erfahrungen sowie Hintergrundinformationen zu erfahren. 

Fokus auf die Zukunft: wie sieht der Wachstumsplan aus?

Abschließend stellt ein strategischer Fahrplan die Zukunftsaussichten des Unternehmens dar. Das Ziel dieses Abschnitts ist, aufzuzeigen, wie hoch das benötigte Kapital ist, um die geplanten Wachstumsraten zu erreichen. Spannende Aspekte sind zukünftige Produktentwicklungen, Sales und Marketing-Pläne oder auch internationale Expansionsaussichten. 

Eine ansprechende Gestaltung: Das Auge isst mit

Durch ein ansprechendes und vor allem einheitliches Layout macht man von Anfang an einen guten Eindruck. Damit sich die Gestaltung durchzieht, ist es eine gute Idee, sich auf verschiedene Grund- und Akzentfarben zu konzentrieren. Wenn das Logo des Startups dabei farblich zu dem Deck passt – umso besser!

Tipp: Tools wie Canva oder Figma können eine kostengünstige Wahl sein, um das Pitchdeck grafisch weiter aufzupeppen. 

Viel Erfolg bei der Erstellung deines Pitchdecks!

Über den Autor


Wolfgang Krause, Managing Partner bei Hi Inov, verfügt über umfangreiche Erfahrungen in den Bereichen Unternehmertum, Investitionen und Geschäftsentwicklung. Er leitet das Deutschlandgeschäft von Hi Inov und hat in Frankreich, Großbritannien und den USA gelebt und gearbeitet. Wolfgang hält einen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften von der Universität München.

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#Gastbeitrag – So treiben Startups das neue Space Race an

Das Weltall ist wieder en vogue. Das zeigen nicht nur die großen Geschichten von neuen Mondmissionen und herabfallendem Weltraumschrott am Himmel: Der Geotech-, NewSpace- und SpaceTech-Bereich ist auch ein Schauplatz für die deutsche Startup-Landschaft. Wo findet das neue Space Race statt und wie sieht der Markt dafür aus?

New Space: Das neue Wettrennen ins All

Schon seit dem Start von Sputnik I in 1957 sind Satelliten das wichtigste Mittel, mit dem der Mensch seine Fühler in den Kosmos ausstreckt. Doch ein Satellitenstart ist schon lange kein bahnbrechendes und kostspieliges Unterfangen mehr. Die Kosten für einen Start sind um 80 bis 90 Prozent gefallen und das spiegelt sich in der Menge wider: Im Zeitraum von 1993 bis 2020 sind 2.000 Satelliten von der Erde gestartet. Im Jahr 2023 allein waren es 3.000 Starts.

Ein Beispiel für effektive Kostensenkung von Weltraumstarts zeigt SpaceX, welches einem erfolgreichen Start ihrer Starship-Rakete Stück für Stück näher kommt. Verglichen mit seinem Vorgänger kann Starship die Kosten per Kilogramm Ladung, um ein 50-faches reduzieren und somit Anwendungsfälle ermöglichen, die bis dahin nicht kosteneffektiv waren.

Und auch unsere Augen und Ohren ins All sind offener denn je. Neben optischen Bildern gewinnen Radar, Radiofrequenz und hyperspektrale Technologien an Bedeutung, was zu einer vielfältigen Datenerfassung und neuen Anwendungsfällen führt – vor allem in wechselseitiger Kombination. Und auch künstliche Intelligenz und Machine Learning spielen eine entscheidende Rolle beim aktuellen Space Race, um der wachsenden Datenmengen Herr zu werden. Analysen, die zuvor bis zu sieben Jahre dauerten, können dank dieser Technologien nun in knapp zwei Minuten durchgeführt werden.

Anwendungsfälle: Von der Theorie zur Praxis

Gerade Laien sind sich häufig nicht sicher, wo genau der praktische Nutzen von Weltraumtechnologie liegt. Hilfreich ist da der Blick aus Satelitenperspektive in ca. 2.000 Kilometer, wo die meisten von unseren künstlichen Begleitern kreisen. Diese können Infrastruktur, Agrarwirtschaft, und natürlich seit langem schon militärisch relevante Ziele überwachen.

So nutzt die Deutsche Bahn zum Beispiel Satellitenbilder des Berliner Startups LiveEO. Vom Weltall aus lässt sich der Zustand von hunderten Kilometern Bahngleisen im Blick behalten. So kann die Bahn aus der Ferne frühzeitig Schäden oder Störungen ermitteln. Auch die Landwirtschaft kann durch Satellitendaten effizienter und nachhaltiger werden, zum Beispiel durch intelligente Überwachung von Anbauflächen oder Ernteschätzungen. In einer McKinsey-Studie machen bereits 29 % der Ackerbauern und 45 % der Spezialkulturen anbauenden Landwirte Gebrauch von Satellitendaten oder haben es vor.

Der Space-Tech-Markt: Eine Landschaft im Wandel

Der Markt für Erdbeobachtung (Earth Observation, EO) wird von Forschern auf einen Wert zwischen 9 und 17 Milliarden Euro im Jahr 2022 geschätzt. Prognosen deuten auf ein jährliches Wachstum von über 10% in den kommenden Jahren hin, mit dem Potenzial, dass der EO-Markt bis 2027 bis zu 31 Milliarden Euro erreichen könnte.

Fortschritte in der Satellitentechnologie und KI-Analytik sind die hauptsächlichen Motoren dieses Wachstums. Die Wertschöpfungskette lässt sich in drei Phasen beschreiben: 

  • Die erste besteht aus Satellitenmissionen und beinhaltet den Start und die operativen Tätigkeiten. Ein klassisches Beispiel sind die Aktivitäten von SpaceX, welches nahezu 90 % der Satellitenstarts in 2022 verantwortete. 
  • Die zweite Phase ist die Datenakquise, bei der hochauflösendes Bildmaterial, Infrarotdaten und andere geospatiale Informationen gesammelt, an die Erde geschickt und gespeichert werden – zum Beispiel durch Unternehmen wie Capella Space, ICEYE oder Umbra
  • Diese Daten sind es, die in der dritten Phase, der Analytik, zum Einsatz kommen. Mithilfe von Machine Learning und KI werden aus den Rohdaten Erkenntnisse gewonnen. Die Analytik besitzt den größten Marktanteil in der Erdbeobachtung und besitzt zugleich das größte Wachstumspotenzial. Auf die Analytik von Weltraumdaten haben sich unter anderem LiveEO, cervest oder Earth AI spezialisiert.

Erst im Februar hat GP Bullhound eine Finanzierungsrunde in Höhe von 29 Millionen US-Dollar für das Unternehmen LeoLabs angeführt, welches eine KI-gestützte Software-Infrastruktur für Weltraumaktivitäten entwickelt. Mit einem eigenen globalen Netzwerk aus Bodenradaren und Analysefähigkeiten liefert LeoLabs umfangreiche Datenmengen zur Erdumlaufbahn. So hilft das Unternehmen, das Risiko für Kollisionen auf ein Minimum zu reduzieren. Die über 7.000 Satelliten von LeoLabs beobachteten Satelliten können in der Low Orbit Visualization in Echtzeit erkundet werden.

KI in der Zukunft der Erdbeobachtung

Der KI-Boom befeuert auch den New Space Sektor: Grundlagenmodelle (Foundation Models), basierend auf großen Bildmodellen (LVMs) setzen neue Potenziale bei der Datenauswertung frei. Beobachter versprechen sich besonders viel von der Verbindung von Erdbeobachtungsdaten mit großen Sprachmodellen (LLMs) oder multimodalen Sprach-Bild-Modellen. 

Unternehmen wie BeZero kombinieren Erdbeobachtungsdaten mit lokalen Klimadaten, machen Zusammenhänge sichtbar und helfen beispielsweise bei der Bewertung von Klimakompensationsprojekten. Belastbare Klimaschutzmaßnahmen, die diese Bezeichnung verdienen, lassen sich nur mit einer klaren Datenlage, wie sie die Fernerkundung per Satellit bietet, planen und überwachen.

Fazit

Die Anzahl der Satelliten, die ins All geschossen werden, wir weiter rapide zunehmen, vor allem, sobald Starship marktreif ist. So werden auch immer mehr Unternehmen im Weltraumsektor tätig sein und an wirtschaftlicher Relevanz gewinnen. Parallel werden die Produkte und Dienstleistungen, die Satelliten nutzen, immer leistungsfähiger werden. Selbst, wenn die sichtbaren Auswirkungen im Alltag noch gering scheinen: Wir befinden uns mitten in einer neuen Ära der Raumfahrt.

TippNewSpace-Startups, die alle auf der Agenda haben sollten

Über den Autor


Martin Rezaie ist DACH-Geschäftsführer von GP Bullhound.

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