„Silent Hill 2“ im Test: Remake trifft den richtigen Ton

Das Spiel „Silent Hill 2“ von Konami ist 2001 für die PlayStation 2 erschienen. Später folgten Portierungen für die Xbox und Windows-PCs. Fielen die Kritiken zum Launch noch teilweise gemischt aus, daran erinnere ich mich gut, so gilt der Titel heute nicht nur als bester der Spielereihe, sondern auch als absoluter Klassiker des Survival-Horrors. Das just erschienene Remake von Bloober Team tritt damit ein schweres Erbe an. Ich habe mir die PS5-Version für euch im Test angeschaut.

Die Grundgeschichte ist dabei natürlich gleich geblieben: Der Protagonist James Sunderland erhält einen Brief von seiner verstorbenen Frau Mary. Letztere bittet ihn, sie in der Stadt Silent Hill an ihrem besonderen Ort zu treffen. Entgeistert macht sich James auf den Weg in die Stadt, welche in einem mysteriösen Nebel versunken ist und heruntergekommen wirkt. Dort trifft er auch auf einige andere Menschen, die ähnlich orientierungslos wirken wie er selbst. Bizarre Monster lauern dabei im Verborgenen und James versucht den Verstand nicht zu verlieren, während er herausfindet, was wirklich hinter dem Brief steckt.

Auch wenn der Titel im Übrigen „Silent Hill 2“ lautet, ist keinerlei Vorwissen über das erste Spiel notwendig. Denn die Geschichte ist in sich abgeschlossen. Eine Besonderheit von „Silent Hill 2“ ist, dass dieses Spiel sich im Gegensatz zu den anderen Teilen der Serie nicht auf Okkultismus oder andere, übernatürliche Phänomene fokussiert. Hier will ich nicht zu viel spoilern, aber es geht im Kern mehr um die Psyche der Hauptfigur und wie sich sein Innenleben nach außen hin manifestiert. Dies ist auch einer der Aspekte, der zum anhaltenden Ruf des Spiels beigetragen hat.


Silent Hill 2 - PS5


Silent Hill 2 – PS5

  • Nachdem er einen Brief von seiner verstorbenen Frau erhalten hat, reist James an den Ort, wo sie…

„Silent Hill 2“: Moderne Technik mit zeitloser Story

Das Gute ist, dass die Geschichte von „Silent Hill 2“ daher auch ziemlich zeitlos ist. Sie regt zum Nachdenken an und ist also alles andere als „dummer Horror“ mit Schockeffekten. Glücklicherweise ist das auch im Remake von Bloober Team so geblieben. In der Regel wurden sogar die Dialoge 1:1 so beibehalten wie im Original. Was sich allerdings grundlegend geändert hat: Die festen Kameraperspektiven sind einer zeitgemäßen Über-die-Schulter-Ansicht gewichen und die Technik wurde komplett modernisiert. Hier handelt es sich also wirklich um ein vollwertiges Remake, nicht um ein Remaster. Das sieht man ab der ersten Minute, etwa an den ausdrucksstarken Gesichtern der Charaktere.

Auch die Umgebungen wirken wesentlich detaillierter. War der die Sicht einschränkende Nebel eigentlich zu PS2-Zeiten ein Kunstgriff, um die technischen Grenzen der Konsole nicht offenzulegen, so ist er nun ein Stilmittel, das die Atmosphäre verdichtet. Allerdings sieht das manchmal so aus, als würde James den Nebel quasi „vor sich herschieben“, denn direkt um ihn herum ist immer perfekte Sicht. Wichtiges Spielelement bleibt dabei ein Radio, das immer dann Radau macht, wenn Gegner in eurer Nähe sind. Es schlägt allerdings im Remake auch bei kleinen Käfern aus, was ein zusätzliches Spannungselement verursacht.

Auch die gute alte Taschenlampe spielt nach wie vor eine Rolle. So sind die ersten Gebäude, die man in „Silent Hill 2“ ohne die Lampe noch extrem dunkel. Da war ich versucht, direkt an meinem TV die Gammaeinstellungen anzupassen. Doch das Streifen durchs Halbdunkel der verfallenen Gebäude ist ein zentrales Spielelement. Im Übrigen ist hier die Soundkulisse noch großartiger als im Original. Bei Surround-Sound hört ihr immer wieder plötzlich lautes Knarzen von Metall, das Streifen von Fleisch über Beton oder andere obskure Geräusche, welche durch die Stille schneiden.

Alles wird natürlich untermalt von der Musik von Akira Yamaoka, die zwischen Lärmkaskaden und sanften Melodien mühelos wechselt. Es wurde hier die Originalmusik neu aufgenommen. Teilweise gefallen mir dabei zwar die ursprünglichen Tracks noch etwas besser, aber ich kenne den Soundtrack auch schlichtweg mit Stücken wie „Promise“ oder „Laura’s Theme“ fast auswendig.

Kämpfe bleiben das schwächste Spielelement

Bloober Team hält sich auch in einem Punkt eng ans Original: Schon damals waren die hölzernen Kämpfe das schwächste Spielelement. Das gilt auch 2024 beim Remake von „Silent Hill 2“. Zwar fühlen sich die Nahkämpfe nun deutlich wuchtiger an, doch eigentlich wirkt die bedrohliche Stimmung immer dann am eindringlichsten, wenn man noch nicht weiß, was sich hinter der nächsten Ecke befindet. Kloppt man sich dann mit den bizarren Gegnern, ist man eher froh, wenn das Ganze wieder vorbei ist. Zumal die Scharmützel spielerisch recht anspruchslos sind: Ihr weicht im richtigen Moment aus, haut drauf und wiederholt das Ganze, bis euer Gegenüber zu Boden sinkt – und dort auch wirklich regungslos verharrt.

Schusswaffen gibt es auch, die Munition ist aber fast etwas zu reichlich verteilt – da gilt auch für Gesundheits-Power-ups. Dies liegt wohl auch daran, dass Bloober Team einige Umgebungen erweitert hat. Im Original verschlossene Shops und Räume können inzwischen betreten werden. Und so gut wie immer findet ihr dann dort auch Items, die ihr gebrauchen könnt. Wer sich also in den Kämpfen nicht komplett dusselig anstellt, hat schnell Health-Tränke und Munition im Überfluss.

Was hier aber wirklich gelungen ist: Das Remake von „Silent Hill 2“ bleibt dem Original treu und behält die triste, aber bedeutungsschwangere, Stimmung extrem gut bei. Auch gefallen mir die neuen Synchronsprecher sogar besser als im Original, da sie wesentlich professioneller wirken – speziell die Stimme von James Sunderland. Und dass eben die Kämpfe bis zu einem gewissen Grad genauso zwiespältig zu bewerten sind wie anno dazumal, passt in gewisser Weise auch zur Atmosphäre.

Mein Fazit zu „Silent Hill 2“

Gespielt habe ich „Silent Hill 2“ an der PlayStation 5 im Qualitätsmodus. Das Spiel läuft hier mit 30 fps in dynamischer Auflösung und sieht sehr ansehnlich aus. Ich bin gespannt, ob Bloober Team später noch einen Pro-Patch nachreicht. Als Fan des Originals empfinde ich das Remake als extrem gelungen. Es bleibt dem Original treu und erweitert es an den richtigen Stellen dezent. Die modernisierte Technik ermöglicht es, dass nun auch jüngere Gamer in einen Klassiker hereinschauen können, ohne sich von antiquierter Grafik abgeschreckt zu fühlen.

Ich hoffe, dass sich „Silent Hill 2“ gut verkauft und so entweder den Weg frei macht für ein Remake des ebenfalls noch sehr guten „Silent Hill 3“ oder gar ein komplett neues Game, das der Marke wieder würdig ist. So waren die letzten Versuche von Konami da eher nicht so der Hit. So oder so haben wir hier ein großartiges Survival-Horror-Spiel vor uns, das bei euch starke Nerven voraussetzt. Belohnt werdet ihr mit einer vielschichtigen Story und einem Erlebnis, das seit 2001 einer der Meilensteine der Gaming-Welt ist und 2024 hoffentlich eine neue Generation begeistert.

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Xbox-App für Android: Kauf und Spielen direkt in der App

Normalerweise kommen die Neuigkeiten für mehr Flexiblität für die Anwender vorrangig aus der EU –  aber auch in den USA gibt es Gerichtsurteile, die die großen Unternehmen einschränken. So hat ein Gericht entschieden, dass Google den Entwicklern ab 1. November nicht mehr vorschreiben darf, das Bezahlsystem von Google Play nutzen zu müssen.

Die Präsidentin von Xbox, Sarah Bond, nutzt die Chance und kündigt an, dass man die Xbox-App für Android aktualisieren wird. Mit dem neuen Release können die Spieler ihre Spiele direkt in der Xbox-App kaufen und dort auch streamen.

The court’s ruling to open up Google´s mobile store in the US will allow more choice and flexibility. Our mission is to allow more players to play on more devices so we are thrilled to share that starting in November, players will be able to play and purchase Xbox games directly…

— BondSarahBond (@BondSarah_Bond) October 10, 2024

Ob wir hierzulande auch eben genannte Funktionen erhalten werden, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bekannt.

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„Metaphor: ReFantazio“: JRPG von Atlus ist ab sofort erhältlich

Ab heute gibt es ein neues RPG-Mammutwerk im Handel: „Metaphor: ReFantazio“ ist ein neues JRPG im Vertrieb von Sega und entwickelt von Atlus. Um genau zu sein, haben viele Entwickler an diesem Titel gearbeitet, die vorher auch an der Spielereihe „Persona“ mitgewirkt haben. Dieses Mal hat man sich allerdings eine Fantasy-Welt als Szenario hergenommen. Beim Gameplay lassen sich jedoch zahlreiche Gemeinsamkeiten entdecken.

Verfügbar ist „Metaphor: ReFantazio“ für die PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox Series X|S und Windows-PCs via Steam. Das Spiel kostet 69,99 Euro. Dabei gibt es, wie schon angesprochen, einige Gemeinsamkeiten zur beliebten „Persona“-Reihe. So laufen die Kämpfe auch hier rundenbasiert ab und ihr bestreitet nicht nur Gefechte gegen abgedrehte Gegner, sondern baut Beziehungen zu anderen Charakteren auf und erlebt umfangreiche Story-Sequenzen im Stil eines Visual-Novels.

Ich selbst konnte schon einige Stunden mit „Metaphor: ReFantazio“ verbringen und werde daher für euch am Wochenende meinen Test veröffentlichen. Verraten kann ich schon, dass das Game für alle „Persona“-Fans sicherlich ebenfalls ein gefundenes Fressen sein dürfte. Vor allem der visuelle Stil ist wieder richtig gelungen und das Spiel nimmt sich viel Zeit, um interessante Charaktere und ihr Beziehungsgeflecht untereinander zu inszenieren. JRPG-Freunden kann sich also auf jeden Fall empfehlen, einen Blick zu riskieren – es gibt ja bei Zweifeln auch eine kostenlose Demo.

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