#DHDL – RocketTutor: Wie positiv darf man sein Startup reden?

Die Jubiläumssendung von “Die Höhle der Löwen” hatte es in sich: nicht nur gab es einen erneuten Auftritt der ehemaligen Löwen Frank Thelen und Jochen Schweizer, auch gab es den  wahrscheinlich höchsten Multiple der Sendungsgeschichte: RocketTutor verlangte sage und schreibe das ca. 680-fache ihres aktuellen Umsatzes als Bewertung für ihr Mathelern-App-Business. Und Carsten Maschmeyer machte den Deal zu einer Bewertung, die immerhin noch einem Multiple von gut 500 entsprach. Brauchen etwa Gründer und Löwen selbst Mathe-Nachhilfe?

Der Pitch wurde gleich schon zu Beginn gelobt, vor allem Frank Thelen, Löwe der ersten Stunde, hob das professionelle Niveau hervor. Doch was genau begeisterte die Löwen so sehr? Verraten wird das dem Zuschauer nicht, und das sehr selbstsichere Auftreten der Gründer wird bestimmt einen guten Teil dazu beigetragen haben. Was aber diesen Pitch von einigen anderen in der Höhle unterschied, waren vor allem die Zahlen, die hier eine größere Rolle spielen durften. Denn gerade im Venture-Capital-Umfeld geht es beim Pitchen nicht vorrangig um die Idee oder die schön gebaute Lösung, sondern um die Frage, wo das Startup steht und wie gut sein Geschäftsmodell funktioniert und sich weiterhin entwickeln wird.

Unter anderem zeigen die Gründer eine Grafik, die beweisen soll, dass Schüler durch das Lernen mit der App ihre Abiturnoten verbessern können. Doch wer genauer darüber nachdenkt, sollte eigentlich ein wenig stutzig werden. Denn die Grafik zeigt den Zusammenhang zwischen dem erzielten Lernfortschritt und den erreichten Noten. Bei 80% Lernfortschritt wurde so im Durchschnitt die Note 1- erreicht. Doch was genau beweist das? Im Prinzip genau das, was die Gründer behaupten: dass durch Lernen mit der App Noten verbessert werden können. Doch die Betonung liegt hier auf KÖNNEN. Denn was die Grafik lediglich zeigt, ist, dass WENN die Nutzer einen Lernfortschritt von ca. 80% erreichen, dass sie dann im Schnitt eine Note von 1- erzielen. Ihr ist allerdings nicht zu entnehmen, wie viele Nutzer welchen Lernfortschritt erzielen. Im Extremfall könnten also die Nutzer, die wirklich einen Lernfortschritt erzielt haben, in der krassen Minderheit sein.

Es gibt auch Hinweise, dass die Grafik auf keiner allzu großen Datenbasis erstellt wurde: denn 1. zeigt die Kurve starke Schwankungen (so erzielen Nutzer mit 15% Lernfortschritt eine bessere Durchschnittsnote als welche mit über 40% Lernfortschritt) und 2. – und dies sollte generell verwundern – die Kurve startet bei Note 3-4, Nutzer ohne messbaren Lernfortschritt erreichen also eine Durchschnittnote im ausreichenden Bereich. Hier würde man ja eigentlich eher eine Note 5-6 erwarten.

Natürlich gibt es hierzu verschiedene Erklärungen, eine ungünstigere für das Startup wäre, dass die Schüler, die es eigentlich am nötigsten haben, die App gar nicht erst nutzen. Eine weitere, wesentlich günstigere wäre, dass die App bereits einen starken Effekt hat, ohne dass konkret ein Lernfortschritt messbar ist, etwa durch die Erklärungen oder weil der Aufgabentyp dann genauso im Abitur dran kommt und die Lösung zumindest einmal angesehen wurde. Dies mutet eher unwahrscheinlich an, und es mag auch noch einige weitere Erklärungen für das Bild der Grafik geben.

Doch zusammen genommen entsteht zumindest in der fertig geschnittenen Sendung der Eindruck, dass die Löwen tief beeindruckt sind und die Grafik nicht genauer hinterfragen.

Ein Umstand, der leider auch außerhalb der Höhle oft zu beobachten ist: Gründern, die sehr selbstbewusst auftreten, gelingt es immer wieder, Investoren zu beeindrucken, obwohl die Aussagen ihrer Zahlen und Grafiken nicht besonders stark sind.

Zwar können die Gründer noch damit Punkten, dass im ersten Jahr schon jeder 10. bayerische Abiturient sich mit Hilfe ihrer App auf die Mathe-Abiturprüfung vorbereitete, doch ihr momentaner Umsatz von rund 14.000 € lässt die Löwen ob der Bewertung von rund 9,5 Millionen Euro fast sprachlos zurück.

Denn nach wie vor berechnen viele Investoren gerne den sogenannten Multiple, also die Zahl, mit der man den Umsatz multiplizieren muss, um auf die Bewertung zu kommen. Die Löwen sind also vom Multiple des vorliegenden Angebots in Höhe von fast 700 nicht gerade begeistert, Ralf Dümmel bemerkt sogar, dass dies wahrscheinlich der höchste in der Geschichte von “Die Höhle der Löwen” ist. Allerdings muss man Multiples in so frühen Phasen natürlich immer in Relation setzen, so schien es sich hier z.B. bei den 14.000 € nicht um einen kompletten Jahresumsatz zu handeln und es wurde kein Wachstum mit einbezogen. Auch viele andere Punkte bezogen auf das Geschäftsmodell – wie Carsten Maschmeyer später noch erwähnen wird – spielen hier eine Rolle.

Gerade in frühen Phasen schaut man hier vor allem auch auf Vorbewertungen. So geben die Gründer an, dass sie noch 75% Anteile am Unternehmen halten und in einer “ersten großen Finanzierungsrunde” 1,2 Millionen Euro eingesammelt haben. Es wird nicht ganz klar, ob es nicht noch kleinere Finanzierungsrunden gab, aber wenn man diese zunächst außer Acht lässt, erzielten die Gründer hiermit eine Post-Money-Bewertung von 4,8 Millionen. Mit ihrem jetzigen Angebot würden sie also ihre Bewertung fast verdoppeln, und das nur nach rund einem halben Jahr, bezieht man sich auf das ungefähre Datum der Aufzeichnung. Doch selbst eine Steigerung von 50% wäre hier noch viel und müsste gut begründet werden.

Hier führen die Gründer an, dass sie seitdem ihre Nutzerzahl ver2,5-facht haben. Doch auch dies ist wieder eine sehr geschickt angebrachte Zahl, denn auch hier fehlt wieder der Bezugswert. Denn, ganz provokativ ausgedrückt: hätte man zunächst nur 10 Nutzer gehabt und dann 25, hätte man auch den Faktor 2,5 erreicht.

Auch, wenn der zeitliche Ablauf nicht ganz klar wird, sollte man hier davon ausgehen, dass zu diesem Zeitpunkt die 10% der bayerischen Abiturienten bereits erreicht waren, was Carsten Maschmeyer mit “Super Leistung!” honoriert.

Doch wie vielen Nutzern entspricht das? Eine kleine Internet-Recherche ergibt 34.000 AbiturientInnen in Bayern, das ergäbe 3400 Nutzer. Für eine App im ersten Jahr nicht übermäßig viele, zumal die Nutzung auch erst einmal umsonst ist und nur für bestimmte Premium-Funktionen ein Abonnement abgeschlossen werden muss. Dieses kostet 15 € im Monat, und im Schnitt beträgt die Abiturvorbereitung wohl um die 4 Monate. Das Startup verdient also rund 60 € mit einem zahlenden Kunden. Leider erfahren wir hier nicht die Marketing-Kosten und vor allem den Anteil der zahlenden Kunden an den Gesamtnutzern.

Eine kurze Rechnung mit den Werten aus dem ersten Jahr (3400 Nutzer und 11.000 € Umsatz, sofern richtig im Schnitt transportiert) ergibt durchschnittliche Einnahmen von etwas über 3 € pro Nutzer. Über Marketing-Kosten erfahren wir leider nichts.

Es wird also nicht klar, ob der einzelne Kunde überhaupt schon profitabel ist und wie stark das Business wirklich skaliert. Zwar behaupten die Gründer, dass der Bedarf weltweit riesig wäre, vor allem, wenn man noch in die jüngeren Jahrgangsstufen expandiert – ein Argument, was durchaus nachvollzogen werden kann. Doch ob der Case wirklich so riesig ist, entscheidet ja nicht die Marktgröße. Denn wenn die Marketingkosten die Einnahmen pro Kunde übersteigen, z.B. weil der Anteil der zahlenden Kunden sehr gering ist oder die Nutzung nicht zwangsläufig durchgängig über einen großen Teil der Schullaufbahn erfolgt, kann der einzelne Kunde nicht profitabel werden und damit auch nicht das gesamte Unternehmen.

Vielleicht meinen die Gründer aber auch hier etwas anderes, denn auch ihr Satz über Profitabilität kann anders verstanden werden, als er zunächst anmutet. Schließlich sagen sie nicht, dass ihr Startup profitabel wird, sondern dass sie sich um die Profitabilität keine Sorgen mehr machen müssen. Dies kann auch dann der Fall sein, wenn sie ein entsprechendes Wachstum erreichen und es gerade in den USA immer wieder Investoren gibt, die auch für ein nicht profitables Startup immense Bewertungen zahlen, bis es vielleicht irgendwann für viel Geld verkauft wird. Hier verlassen wir jedoch den Bereich der wirtschaftlichen Startup-Investitionen und treten ein in die Welt der Spekulationsobjekte.

Vielleicht wollte Carsten Maschmeyer genau diese Wette eingehen, vielleicht hat aber auch sein Due Diligence Prozess weit positivere Zahlen zu Tage gefördert, als die ZuschauerInnen zu hören bekamen. Schließlich scheint er wohl den in der Sendung hart verhandelten Deal von 500.000 € für 7% – also eine Bewertung von immer noch rund 7,1 Millionen Euro – durchgezogen zu haben.

Und auch wenn es natürlich wünschenswert wäre, dass diese App Schülerinnen und Schüler in Mathe weiterbringt: was sie wohl nicht leisten kann, ist das Verständnis für Zahlen, Daten und ihre Darstellung zu erhöhen, was bei weitem nicht nur GründerInnen, sondern leider auch viele Investoren in Deutschland bitter nötig hätten.

Tipp: Alles über die Vox-Gründershow gibt es in unserer großen DHDL-Rubrik.

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Foto (oben): RTL / Bernd-Michael Maurer

#DealMonitor – Porsche investiert in Quantum Systems – Lightium erhält 6,2 Millionen – hlpy kauft MySchleppApp

#DealMonitor

#DealMonitor Porsche investiert Millionen in Quantum Systems Lightium erhält 6,2 Millionen Almer bekommt 3 Millionen hlpy kauft MySchleppApp Hype1000 kauft Audvice DHDL: Diamazing Beauty, Dübelix, RocketTutor

Porsche investiert in Quantum Systems – Lightium erhält 6,2 Millionen – hlpy kauft MySchleppApp

Dienstag, 24. September 2024VonTeam

Im #DealMonitor für den 24. September werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Quantum Systems


 Notion Capital, der Fahrzeugbauer Porsche und Co. investieren im Rahmen einer erweiterten Serie-B-Finanzierungsrunde eine zweistellige Millionensumme in Quantum-Systems. “This brings the total amount of Series B funding for the Munich-based drone pioneer to over €100 million”, teilt das Team mit. HV Capital, DTCP, Project A Ventures und Co. investierten zuletzt bereits 63,6 Millionen Euro in das Unternehmen. Das Münchner DefenseTech-Unternehmen, 2015 von Florian Seibel, Michael Kriegel, Tobias Kloss und Armin Busse gegründet, setzt auf elektrisch angetriebene Drohnen samt Multisensor-Technologie. “With this new round of funding, Quantum Systems plans to accelerate its internationalization efforts and fund further innovation. The additional capital will facilitate the scale up of production capabilities, as well as investments in research and development with a strong focus on software and AI”, heißt es in einer Presseaussendung. Mehr über Quantum-Systems

Lightium 


 Vsquared Ventures, Lakestar und Business Angels investieren 6,2 Millionen Euro in Lightium. Das Startup aus Zürich, von Amir Ghadimi, Frédéric Loizeau und Dirk Englund gegründet, entwickelt “die nächste Generation photonischer integrierter Schaltungen (PICs)” . Zum Konzept schreibt das Team: “Wir bieten produktionsreife TFLN-PIC-Foundry-Services für Kunden aus den Bereichen Datenkommunikation, Telekommunikation, KI, Quantum und Luft- und Raumfahrt.”

Almer


 VI-Partners und Kickfund investieren 3 Millionen US-Dollar in Almer. Das Startup aus Bern, 2021 von Timon Binder und Sebastian Beetschen gegründet, setzt auf eine “neue Form der Kommunikation in den Bereichen Fernwartung, Kundendienst und Logistik”. Konkret geht es um das AR-Headset Arc 2, das sich als “eine leichte, benutzerfreundliche und kostengünstige Alternative zu den schweren, komplexen und teuren Lösungen, die derzeit auf dem Markt sind” etablieren soll.

MERGERS & ACQUISITIONS

hlpy – MySchleppApp


Das italienische Pannenhilfe-Scaleup hlpy übernimmt seinen Kölner Wettbewerber MySchleppApp. “Die Akquisition erlaubt es hlpy, seine Position als führendes europäisches Unternehmen für volldigitale Pannenhilfe auszubauen und seine Services nicht nur in Italien, Frankreich und Spanien anzubieten, sondern auch in Deutschland und Österreich”, teilt das Unternehmen mit. MySchleppApp, 2016 von Frank Heck und Santosh Satschdeva gegründet, positioniert sich als “digitales, flächendeckendes Pannenhilfenetzwerk”. Anfangs setzte das Team auf B2C, schwenkte dann aber ins B2B-Segment rüber. Zu den Kunden der Jungfirma gehören  Automobilhersteller, Fuhrparkmanager und Leasing-Unternehmen. Mehr über MySchleppApp

Hype1000 – Audvice


Die Münsteraner  Corporate-Audio-Plattform Hype1000 übernimmt das Pucher Audio-Startup Audvice. “Diese strategische Akquisition ist Teil des kontinuierlichen Wachstumskurses von Hype1000 und festigt die Position als führender Partner für Unternehmen von umfassenden Audio- und Podcasting-Lösungen”, teilen die Unternehmen mit. Audvice, von Sophie Bolzer und Erfan Ebrahimnia gegründet, setzt auf Wissensmanagement. Mit der Audvice-App können Nutzerinnen und Nutzer Audio-Inhalte erstellen und diese mit anderen Nutzern bzw. Kollegen im eigenen Unternehmen teilen. Cusp Capital investierte zuletzt gemeinsam mit CapitalT, Tiny.VC sowie den GoStudent-Gründern Felix Ohswald und Gregor Müller 1,9 Millionen Euro in das Unternehmen. Mehr über Hype1000

DIE HÖHLE DER LÖWEN

Diamazing Beauty


Beauty-Löwin Judith Williams und Startup-Löwe Frank Thelen investieren in der sechzehnten Staffel der VOX-Gründershow “Die Höhle der Löwen” 100.000 Euro in Diamazing Beauty und sichern sich dabei 40 % am Unternehmen. Das Startup, von Brigitte Steinmeyer gegründet, setzt auf ein “Diamazing Beauty Serum, ein Diamant-Hyaluron-Komplex”. Der Deal platzte nach der Show. Mehr über Diamazing Beauty

Dübelix


 Regal-Löwe Ralf Dümmel investiert in der sechzehnten Staffel der VOX-Gründershow “Die Höhle der Löwen” 30.000 Euro in Dübelix und sichert sich dabei 25 % am Unternehmen. Das Startup, von Markus Beck und Robert Sobolewski gegründet, setzt auf ein System, das Dübel leicht aus Wänden lösen soll.  Mehr über Dübelix

RocketTutor


Sales-Löwe Carsten Maschmeyer investiert in der sechzehnten Staffel der VOX-Gründershow “Die Höhle der Löwen” 500.000 Euro in RocketTutor und sichert sich dabei 7 % am Unternehmen. Das EdTech aus München, von Yue Wu, Lionel Rühlemann und Komaldeep Chahal gegründet, positioniert sich als “KI-Tutor für die Prüfungsvorbereitung. Zielgruppe sind zunächst Mathematik-Sekundarschülerinnen und -schüler der Klassen 11, 12 und 13 in Bayern und Nordrhein-Westfalen”. Mehr über RocketTutor

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Foto (oben): azrael74

#DHDL – Diamazing Beauty, DogScan, Dübelix, Lykaia, RocketTutor treten vor die Löwen

#DHDL

Es geht wieder in die Löwen-Höhle! An diesem Montag flimmert bei Vox erneut die erfolgreiche Gründer-Show “Die Höhle der Löwen” über den Bildschirm. In der aktuellen Folge pitchen Diamazing Beauty Serum, DogScan, Dübelix, Lykaia und RocketTutor.

Diamazing Beauty, DogScan, Dübelix, Lykaia, RocketTutor treten vor die Löwen

Montag, 23. September 2024VonTeam

Seit zehn Jahren gibt es nun die erfolgreiche Vox-Gründershow “Die Höhle der Löwen (DHDL). Auch im Jubiläumsjahr wittert das mehrköpfige Löwenrudel in der mittlerweile 16. Staffel wieder fette Beute. Die Jury besteht in dieser Staffel aus der Familien-Löwin Dagmar Wöhrl, dem Sales-Löwen Carsten Maschmeyer, dem Regal-Löwen Ralf Dümmel, dem Pharma-Löwen Nils Glagau, der Venture-Capital-Löwin Janna Ensthaler, dem Produkt-Löwen Tillman Schulz und der Diversity-Löwin Tijen Onaran. In der heutigen Jubiläumssendung zum zehnjährigen Bestehen der Gründershow sind auch Frank Thelen und Jochen Schweizer als Löwen der ersten Stunde dabei.

Diamazing Beauty Serum aus Zug in der Schweiz


Bereits 2018 war Brigitte Steinmeyer mit ihrem Diamant Blader in der “Höhle der Löwen”. Mit einem Deal hat es damals nicht geklappt, doch die Gründerin hat sich geschworen, bei ihrem zweiten Anlauf nicht ohne Investment eines Löwen nach Hause zu gehen. Ihr neues Produkt: Diamazing Beauty Serum – ein Diamant-Hyaluron-Komplex. “Das sind kosmetische Diamanten mit einem Durchmesser von einem Hundertstel eines menschlichen Haares. Sie sind wie in der Medizin so verarbeitet, dass sie als Wirkstoffträger eingesetzt werden können. Jeder Mini-Diamant ist mit einem Hyaluronmolekül ummantelt”, erklärt Brigitte Steinmeyer. Ihr Produkt soll bis in die tiefen Hautschichten wirken und soll gegen Pigmentflecken und Hautunreinheiten helfen sowie das Hautbild verfeinern. Die Unternehmerin, Heilpraktikerin und Beauty-Expertin verspricht: “Die Haut wird aufgebaut, gestrafft und gestärkt.” In ihrem Portfolio bietet sie aktuell zwei Produkte inkl. einem Bürstchen zum Einarbeiten in die Haut. Wird sie in der Jubiläumsstaffel einen Deal abschließen können? Ihr Angebot: 100.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

DogScan aus Erkelenz


Lungenkrebs zählt zu den drei häufigsten Krebsarten, die in Deutschland diagnostiziert werden. “Es sterben vier von fünf Erkrankten innerhalb der ersten vier Jahre. Würde man diese Krankheit früh erkennen, liege die Heilungschance dagegen bei bis zu 70 Prozent. Leider gibt es in Deutschland zurzeit keine etablierte Lungenkrebs-Vorsorge”, erklärt der Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie Ali Bouklloâ (36, aus Düsseldorf). So ein Schicksal musste auch der Vater von Alexander Maßen (aus Mönchengladbach) erleiden. Während der 47-Jährige mit seinem Welpen die Hundeschule von Hundetrainer Florian Wienen (34) besuchte, verstarb der Vater an Lungenkrebs. Mit Dogscan haben die Gründer nun eine Vorsorgemöglichkeit erschaffen, bei der die Hunde in der Lage sind, Lungenkrebszellen anhand einer Atemprobe in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. Dazu erhält der Kunde ein Test-Kit nach Hause geschickt. “Unsere Spezialmaske enthält im Inneren einen Absorber, der die ausgeatmeten Aerosole bestmöglich aufnimmt. Daher muss sie nur fünf Minuten getragen werden, um ein auswertbares Ergebnis zu erhalten”, erklärt Florian Wienen. Die speziell ausgebildeten Hunde mit ihren hochsensiblen Nasen können dann die Krebszellen frühzeitig im Atemmuster erkennen. “Um Fehler zu vermeiden, setzen wir deshalb immer fünf Hunde unabhängig voneinander ein”, so Alexander Maßen. Ali Bouklloâ ergänzt: “Hierbei ist es wichtig, dass weder der Hundehalter noch der Hund gesehen hat, was der vorherige Hund angezeigt hat. Um ein positives Ergebnis zu erhalten, müssen mindestens drei Hunde angezeigt haben. Für ein negatives Ergebnis darf wiederum keiner der Hunde angezeigt haben.” Die Löwen sind von Dogscan beeindruckt. Besonders emotional wird es für Judith Williams. “Die Person, von der ihr sprecht und die das gebraucht hätte, ist meine Mama. Weil es viel zu spät erkannt worden ist”, kämpft die Löwin mit den Tränen. “Egal in welchem Alter Krebs erkannt wird, ist es für die Familie immer sehr bewegend. Das, was ihr macht, ist gigantisch.” Doch kommt es auch zu einem Investment von 500.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile?

Dübelix aus Friedberg


“Wir möchten die nächsten Handwerker sein, die hier ganz groß auftrumpfen”, so das erklärte Ziel von Markus Beck (54, Schlossermeister aus Rain am Lech) und Robert Sobolewski (42, Lager-Logistiker aus Biberach) und daher haben sie mit Dübelix einen echten Problemlöser dabei. Jeder Heim- und Handwerker kennt das Debakel des Dübel-Entfernens: Man steckt eine Schraube in den Dübel, klemmt diese mit einer Zange ein und versucht dann, den Dübel gewaltsam rauszuziehen. Doch das ist kompliziert, erfordert viel Kraft und sorgt auch für eine erhöhte Verletzungsgefahr. Dank Dübelix soll das nun kinderleicht sein. Der Aufsatz kann an jedem herkömmlichen Akkuschrauber befestigt werden. Mit ein paar Griffen stellt man die Länge des zu entfernenden Dübels ein, setzt den Schrauber an die Wand und der Dübelix zieht den Dübel, ohne die Wand zu beschädigen, einfach und schnell heraus. Getreu ihrem Motto: “Einfach und fix geht der Dübel aus der Wand wie nix.” Mit der Hilfe eines Löwen soll Dübelix ein unverzichtbarer Bestandteil in jedem Werkzeugkasten werden und zukünftig zu den Top-Handwerker-Produkten aus der “Höhle der Löwen” gehören. Für 30.000 Euro bieten Markus Beck und Robert Sobolewski 25 Prozent ihrer Firmenanteile an.

Lykaia aus Aichtal


Jochen Schweizer steht wie kein anderer für das Erschaffen von besonderen Momenten. Und diesen erlebt auch die 30-jährige Jana Baltscheit in der Höhle. Vor einigen Jahren begann sie in ihrem eigenen Badezimmer, funktionelle Pilze zu züchten und 2020 gründete sie ihr Startup Lykaia: “Die Marke für funktionelle und natürliche Lebensmittel.” Den Löwen präsentiert sie zwei Superfood-Produkte: Der Waldkaffee besteht aus einem löslichen Pulver aus Arabica-Bohnen und zwei Pilz-Extrakten. “Das hat den Effekt, dass dieser Kaffee nahezu kein Koffein hat, aber der Cordyceps-Pilz belebt auf natürliche Art und der Lion’s Mane fördert die Konzentration. Also der ideale Start in den Tag”, so die Gründerin. Der Waldkakao mit dem Reishi Pilz und Ashwagandha eignet sich dagegen für den Abend. Voller Neugierde probiert Jochen Schweizer nicht nur die Getränke, sondern auch die puren Pilze. Will der naturverbundene Unternehmer der Gründerin beim Wachstum ihres Startups helfen? Oder macht ein anderer Löwe oder eine andere Löwin den Deal? Ihr Angebot: 100.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.

RocketTutor aus München


Die deutschen Schülerinnen und Schüler haben im letzten internationalen Leistungsvergleich PISA so schlecht wie nie abgeschnitten und das vor allem in Mathematik. Diesem Problem haben sich Komaldeep Chahal (30), Yue Wu (27) und Lionel Rühlemann (28) angenommen und RocketTutor gegründet: ein persönlicher KI-Mathematik-Lehrer, der jeden Nutzer lückenlos und individuell auf die nächste Mathe-Prüfung und sogar das Abitur vorbereitet. Die RocketTutor-KI erstellt automatisch einen lückenlosen Lernplan. Bei den Übungen versteht die KI genau, wo die Schwächen des Einzelnen liegen. Damit kann der KI-Tutor alles, was der Lernende nicht versteht, nochmal genau erklären und in Echtzeit gezielte Übungen stellen und Kompetenzen fördern. Vor zwei Jahren ist das Gründer-Team als Uni-Projekt an der TU München gestartet. “Mit unserem kleinen Team haben wir es im ersten Jahr geschafft, dass jeder zehnte Abiturient in Bayern sein Mathe-Abi mit uns vorbereitet hat”, so Yue Wu. Tech-Unternehmer Frank Thelen nimmt mit seiner Expertise besonders das KI-Startup RocketTutor genau unter die Lupe und löchert die Gründer Komaldeep Chahal, Yue Wu und Lionel Rühlemann mit seinen Fragen über ihre Mathe-Nachhilfe-App. Judith Williams: “Das Thema, das ihr aufgreift, finde ich sensationell. Bildung ist das wichtigste Thema für unser Land und ich glaube für jedes Land. Das ist die Investition in die Zukunft.” Sehen die anderen Investoren und Investorinnen am Ende genügend Potenzial für einen Deal? Das Gründer-Trio bietet für 400.000 Euro 4,2 Prozent seiner Firmenanteile an.

#Brandneu – 5 neue Startups: HTM, simbly, Acadias, Varm, RocketTutor

#Brandneu

Es ist wieder Zeit für neue Startups! Hier einige ganz junge Startups, die jeder kennen sollte. Heute stellen wir diese Jungfirmen vor: HTM, simbly, Acadias, Varm und RocketTutor.

5 neue Startups: HTM, simbly, Acadias, Varm, RocketTutor

Dienstag, 19. Dezember 2023VonTeam

deutsche-startups.de präsentiert heute wieder einmal einige junge Startups, die zuletzt, also in den vergangenen Wochen und Monaten, an den Start gegangen sind, sowie Firmen, die vor Kurzem aus dem Stealth-Mode erwacht sind. Übrigens: Noch mehr neue Startups gibt es in unserem Newsletter Startup-Radar.

HTM


Das junge Unternehmen HTM aus Frankfurt am Main möchte “hybride Wasserstoffantriebssysteme für die Mobilität von morgen entwickeln”. Dabei geht es dem von Maximilian Wack gegründeten Startup um die “optimale Ausschöpfung der Potentiale von Wasserstoffverbrennung in dynamischen Anspruchsprofilen durch selbst entwickelte Softwarelösungen”.

simbly


simbly aus Wien entwickelt eine KI-Software zum Erstellen von Businessplänen. Grundlage sind Infos zu Produktkosten, Verkaufspreisen und Marketingausgaben. “Sofern alle Eingaben plausibel sind, erhältst du deinen Businessplan bereits nach zwei bis drei Stunden”, verspricht das Team von Gründer Dragan Komsic.

Acadias


Beim Hamburger RegTech Acadias, das von Louis Thissen und Till Kramer gegründet wurde, dreht sich alles um Geldwäsche-Compliance. Das Team entwickelte die Plattform “eng mit Partnerkanzleien, sodass es allen Verpflichteten des Geldwäschegesetzes erleichtert wird, ihre Vorgaben zu erfüllen”.

Varm


Die Berliner Jungfirma Varm, vom homefully-Gründer Sebastian Würz und Vitalon-Macher Christian Grüner gegründet, kümmert sich um die Dämmung von Häusern. “Unsere Mission ist es, Ihnen dabei zu helfen, Ihre Heizkosten zu senken und Ihre CO2-Emissionen um bis zu 50% zu reduzieren”, schreibt das Team.

RocketTutor


RocketTutor, ein EdTech aus München, das von Yue Wu, Lionel Rühlemann und Komaldeep Chahal ins Leben gerufen wurde, positioniert sich als “KI-Tutor für die Prüfungsvorbereitung”. Zielgruppe sind zunächst Mathematik-Sekundarschülerinnen und -schüler der Klassen 11, 12 und 13 in Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über neue Startups. Alle Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der Startup-Szene. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!

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Foto (oben): Shutterstock

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