#Interview – “Das B2C-Modell hat sich nicht durchgesetzt”

Das Kölner Unternehmen MySchleppApp, 2016 von Frank Heck und Santosh Satschdeva gegründet, positioniert sich als “digitales, flächendeckendes Pannenhilfenetzwerk”. Anfangs setzte das Team auf B2C, schwenkte dann aber ins B2B-Segment rüber. Zu den Kunden der Jungfirma gehören Automobilhersteller, Fuhrparkmanager und Leasing-Unternehmen. Kürzlich wanderte das Unternehmen unter das Dach von hlpy aus Italien.

“Die Übernahme durch hlpy ermöglicht uns weiteres Wachstum. Gemeinsam bedienen wir nun nicht mehr nur Deutschland und Österreich, sondern auch Italien, Frankreich und Spanien. Das schafft Synergien und neue Kunden auf beiden Seiten”, sagt MySchleppApp-Macher Satschdeva.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Satschdeva außerdem über organisches Wachstum, mediale Aufmerksamkeit und Nischen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter MySchleppApp erklären?


Unser Geschäftsmodell ist ziemlich einfach: Wir verbinden Menschen, die mit ihrem Auto liegengeblieben sind, mit Abschleppdiensten, die das Auto schnell abholen und in die Werkstatt bringen. MySchleppApp verdient Geld, indem wir eine Gebühr für diese Vermittlung nehmen.

Zum Start habt Ihr auf B2C gesetzt. Inzwischen liegt Euer Fokus auf B2B. Wie kam es zu diesem Wandel?


Das B2C-Modell hat sich aufgrund der starken Konkurrenz nicht durchgesetzt. Unseren ersten großen B2B-Kunden fanden wir schließlich in Bosch, mit denen wir noch heute zusammenarbeiten. Es hat sich gezeigt, dass wir in der B2B-Nische wirtschaftlich arbeiten und unseren Platz finden können. Inzwischen betreuen wir namhafte Unternehmen wie z.B. Tesla, die Deutsche Post, Signal Iduna oder BYD.

Wie hat sich MySchleppApp seit der Gründung entwickelt?


Vom Büro in den eigenen vier Wänden sind wir nach einem Zwischenstopp am Kölner Startplatz inzwischen in einem wunderschönen Büro-Gebäude in Köln-Porz angekommen. Wir sind von 3 auf 15 Mitarbeiter gewachsen und werden dieses Jahr noch zwei weitere Arbeitsplätze besetzen. Unser Pannenhilfe-Netzwerk ist in Deutschland flächendeckend und umfasst etwa 1.500 Dienstleister. Wir bearbeiten jährlich etwa 55.000 Pannen.

Gerade wurdet Ihr von hlpy übernommen. Wie genau geht es nun weiter für Euch?


Die Übernahme durch hlpy ermöglicht uns weiteres Wachstum. Gemeinsam bedienen wir nun nicht mehr nur Deutschland und Österreich, sondern auch Italien, Frankreich und Spanien. Das schafft Synergien und neue Kunden auf beiden Seiten.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?


Wir haben eine neue Version unserer Partner-App für die Abschleppdienste gelauncht, die leider einige Bugs enthielt. So konnten wir mehrere Tage keine Aufträge an unser Netzwerk versenden, bis das Thema wieder im Griff war.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?


Zum einen ist da die Teilnahme am TV-Format “Die Höhle der Löwen”, die uns 2017 große mediale Aufmerksamkeit gebracht hat. Das hat uns natürlich sehr geholfen, interessante Kontakte zu knüpfen. Zum anderen war die Änderung unserer Strategie von B2C auf B2B ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung. Besonders wichtig war für uns auch das langsame, aber organische Wachstum und dass wir keine Investoren, dafür aber einen langen Atem hatten.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?


Hartnäckig bleiben. Innovativ sein. Sich von Misserfolgen nicht entmutigen lassen. Immer weitermachen.

Wo steht MySchleppApp in einem Jahr?


In einem Jahr werden mit mit hlpy zu einer starken Gemeinschaft zusammengewachsen sein. Wir sind bereits einer der führenden Anbieter für digitale Pannenhilfe in Deutschland und Österreich. Unsere jährlichen Wachstumsraten liegen bei über 130 % – und so darf es gerne weitergehen.

Reden wir über Köln. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was macht den Reiz der Startup-Szene in Köln aus?


Die Kölner Startup-Szene ist dynamisch und vielfältig. Wir haben nur die besten Erinnerungen an unsere Zeit am Kölner Startplatz. Dort haben wir viele tolle Menschen kennengelernt und die Weichen für unser Business gelegt. Der Startplatz ist übrigens ein besonders wichtiges Gründerzentrum, das regelmäßig Workshops, Events und Networking organisiert. Köln ist außerdem bekannt für seine Medien- und Kreativwirtschaft, aber auch Startups in den Bereichen Technologie, E-Commerce, Mobilität und FinTech haben hier ihren Platz. Besonders stark sind hier die digitalen Geschäftsmodelle, wie etwa E-Commerce-Plattformen oder Apps, aber auch im Bereich Software-as-a-Service (SaaS) gibt es viele spannende Unternehmen. Wir sind und bleiben Köln-Fans!

Was ist in Köln einfacher als in Berlin – und umgekehrt?


Köln ist zwar nicht so bekannt wie Berlin, hat sich aber in den letzten Jahren zu einem wichtigen Standort für junge, innovative Unternehmen entwickelt. In Köln ist die Startup-Szene kleiner und übersichtlicher als in Berlin. Dadurch ist es oft einfacher, Zugang zu relevanten Kontakten zu finden und in bestehende Netzwerke aufgenommen zu werden. Die Startup-Community ist gut vernetzt, und der Austausch zwischen Gründern, Investoren und Mentoren ist persönlicher. Dies kann gerade für neue Gründer hilfreich sein, da sie schneller Unterstützung und Rat finden. Berlin hingegen bietet einen größeren Zugang zu internationalen Talenten, Risikokapital und mehr Aufmerksamkeit. Beide Städte haben also ihre eigenen Vorteile – die Wahl hängt stark davon ab, welche Prioritäten Gründer haben und in welcher Branche sie tätig sind.

Zum Schluss hast Du drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Köln?


Erstens: Köln verzeichnet eine wachsende Anzahl von Investoren, aber es gibt noch nicht so viele Venture-Capital-Firmen und Business Angels wie in Berlin oder München. Startups, die größere Finanzierungsrunden abschließen möchten, müssen oft außerhalb der Region suchen. Es wäre hilfreich, wenn es mehr lokale Risikokapitalgeber gäbe, die gezielt in regionale Startups investieren. Zweitens: Zwar gibt es in Köln bereits einige Co-Working-Spaces und Gründerzentren, aber es fehlt an genügend erschwinglichen und flexiblen Büroflächen, besonders wenn Startups wachsen und größere Räume benötigen. Die Stadt könnte Maßnahmen ergreifen, um den Zugang zu bezahlbaren Gewerbeflächen zu verbessern und damit Startups in verschiedenen Wachstumsphasen zu unterstützen. Drittens: Die Universitäten und Fachhochschulen in Köln sind bereits gut vernetzt, aber es gibt noch Raum für eine engere Zusammenarbeit zwischen Forschung und Gründern. Mehr technologische Transferprogramme, Inkubatoren an Universitäten und spezielle Förderungen für studentische Gründungen könnten dazu beitragen, dass mehr Forschungsergebnisse in Startups umgesetzt werden.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln werfen wir einen Blick auf das Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind dort die Voraussetzungen für Gründer:innen, wie sieht es mit Investitionen aus und welche Startups machen von sich reden? Mehr als 735 Startups haben Köln mittlerweile zu ihrer Basis gemacht. Mit zahlreichen potenziellen Investoren, Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents bietet Köln ein spannendes Umfeld für junge Unternehmen. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Foto (oben): MySchleppApp

#DealMonitor – Porsche investiert in Quantum Systems – Lightium erhält 6,2 Millionen – hlpy kauft MySchleppApp

#DealMonitor

#DealMonitor Porsche investiert Millionen in Quantum Systems Lightium erhält 6,2 Millionen Almer bekommt 3 Millionen hlpy kauft MySchleppApp Hype1000 kauft Audvice DHDL: Diamazing Beauty, Dübelix, RocketTutor

Porsche investiert in Quantum Systems – Lightium erhält 6,2 Millionen – hlpy kauft MySchleppApp

Dienstag, 24. September 2024VonTeam

Im #DealMonitor für den 24. September werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Quantum Systems


 Notion Capital, der Fahrzeugbauer Porsche und Co. investieren im Rahmen einer erweiterten Serie-B-Finanzierungsrunde eine zweistellige Millionensumme in Quantum-Systems. “This brings the total amount of Series B funding for the Munich-based drone pioneer to over €100 million”, teilt das Team mit. HV Capital, DTCP, Project A Ventures und Co. investierten zuletzt bereits 63,6 Millionen Euro in das Unternehmen. Das Münchner DefenseTech-Unternehmen, 2015 von Florian Seibel, Michael Kriegel, Tobias Kloss und Armin Busse gegründet, setzt auf elektrisch angetriebene Drohnen samt Multisensor-Technologie. “With this new round of funding, Quantum Systems plans to accelerate its internationalization efforts and fund further innovation. The additional capital will facilitate the scale up of production capabilities, as well as investments in research and development with a strong focus on software and AI”, heißt es in einer Presseaussendung. Mehr über Quantum-Systems

Lightium 


 Vsquared Ventures, Lakestar und Business Angels investieren 6,2 Millionen Euro in Lightium. Das Startup aus Zürich, von Amir Ghadimi, Frédéric Loizeau und Dirk Englund gegründet, entwickelt “die nächste Generation photonischer integrierter Schaltungen (PICs)” . Zum Konzept schreibt das Team: “Wir bieten produktionsreife TFLN-PIC-Foundry-Services für Kunden aus den Bereichen Datenkommunikation, Telekommunikation, KI, Quantum und Luft- und Raumfahrt.”

Almer


 VI-Partners und Kickfund investieren 3 Millionen US-Dollar in Almer. Das Startup aus Bern, 2021 von Timon Binder und Sebastian Beetschen gegründet, setzt auf eine “neue Form der Kommunikation in den Bereichen Fernwartung, Kundendienst und Logistik”. Konkret geht es um das AR-Headset Arc 2, das sich als “eine leichte, benutzerfreundliche und kostengünstige Alternative zu den schweren, komplexen und teuren Lösungen, die derzeit auf dem Markt sind” etablieren soll.

MERGERS & ACQUISITIONS

hlpy – MySchleppApp


Das italienische Pannenhilfe-Scaleup hlpy übernimmt seinen Kölner Wettbewerber MySchleppApp. “Die Akquisition erlaubt es hlpy, seine Position als führendes europäisches Unternehmen für volldigitale Pannenhilfe auszubauen und seine Services nicht nur in Italien, Frankreich und Spanien anzubieten, sondern auch in Deutschland und Österreich”, teilt das Unternehmen mit. MySchleppApp, 2016 von Frank Heck und Santosh Satschdeva gegründet, positioniert sich als “digitales, flächendeckendes Pannenhilfenetzwerk”. Anfangs setzte das Team auf B2C, schwenkte dann aber ins B2B-Segment rüber. Zu den Kunden der Jungfirma gehören  Automobilhersteller, Fuhrparkmanager und Leasing-Unternehmen. Mehr über MySchleppApp

Hype1000 – Audvice


Die Münsteraner  Corporate-Audio-Plattform Hype1000 übernimmt das Pucher Audio-Startup Audvice. “Diese strategische Akquisition ist Teil des kontinuierlichen Wachstumskurses von Hype1000 und festigt die Position als führender Partner für Unternehmen von umfassenden Audio- und Podcasting-Lösungen”, teilen die Unternehmen mit. Audvice, von Sophie Bolzer und Erfan Ebrahimnia gegründet, setzt auf Wissensmanagement. Mit der Audvice-App können Nutzerinnen und Nutzer Audio-Inhalte erstellen und diese mit anderen Nutzern bzw. Kollegen im eigenen Unternehmen teilen. Cusp Capital investierte zuletzt gemeinsam mit CapitalT, Tiny.VC sowie den GoStudent-Gründern Felix Ohswald und Gregor Müller 1,9 Millionen Euro in das Unternehmen. Mehr über Hype1000

DIE HÖHLE DER LÖWEN

Diamazing Beauty


Beauty-Löwin Judith Williams und Startup-Löwe Frank Thelen investieren in der sechzehnten Staffel der VOX-Gründershow “Die Höhle der Löwen” 100.000 Euro in Diamazing Beauty und sichern sich dabei 40 % am Unternehmen. Das Startup, von Brigitte Steinmeyer gegründet, setzt auf ein “Diamazing Beauty Serum, ein Diamant-Hyaluron-Komplex”. Der Deal platzte nach der Show. Mehr über Diamazing Beauty

Dübelix


 Regal-Löwe Ralf Dümmel investiert in der sechzehnten Staffel der VOX-Gründershow “Die Höhle der Löwen” 30.000 Euro in Dübelix und sichert sich dabei 25 % am Unternehmen. Das Startup, von Markus Beck und Robert Sobolewski gegründet, setzt auf ein System, das Dübel leicht aus Wänden lösen soll.  Mehr über Dübelix

RocketTutor


Sales-Löwe Carsten Maschmeyer investiert in der sechzehnten Staffel der VOX-Gründershow “Die Höhle der Löwen” 500.000 Euro in RocketTutor und sichert sich dabei 7 % am Unternehmen. Das EdTech aus München, von Yue Wu, Lionel Rühlemann und Komaldeep Chahal gegründet, positioniert sich als “KI-Tutor für die Prüfungsvorbereitung. Zielgruppe sind zunächst Mathematik-Sekundarschülerinnen und -schüler der Klassen 11, 12 und 13 in Bayern und Nordrhein-Westfalen”. Mehr über RocketTutor

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): azrael74

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