So geht Medizin studieren im Ausland — ohne Numerus Clausus und ohne Wartezeit


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Studieren kann man Humanmedizin ohne NC und ohne Wartesemester inzwischen fast in ganz Europa, vor allem in vielen Ländern Osteuropas.

Dort kostet das Studium allerdings Gebühren, und um die Landessprache kommt man kaum herum.

Naheliegend ist ein Studium in Österreich, wo keine Gebühren anfallen. Hier aber muss der schwere Mediziner-Test bestanden werden, was nur mit exzellenter Vorbereitung gelingt.

In diesen Wochen fallen die Würfel für alle Abiturienten, die um ihr Traumstudium Medizin bangen. Die alles entscheidende Frage lautet: Reicht der Abi-Schnitt für einen der begehrten Plätze in Deutschland? Was tun, wenn jemand mit einem NC von 2,5 oder 3,5 unbedingt Ärztin oder Arzt werden will? Was, wenn einer der Eltern oder ein Verwandter eine Praxis hat und man später dort einsteigen möchte?

Zwar benötigen Absolventen heute nicht mehr den berüchtigten NC von 1,0, der noch bis vor Kurzem galt. Mithilfe eines Cocktails aus Mediziner-Test, Bewerbungsschreiben, einem absolvierten Pflegepraktikum oder einer Ausbildung zur Krankenschwester oder zum Krankenpfleger sowie einer großen Portion Glück können heute auch Abiturientinnen und Abiturienten mit einem Notenschnitt von 1,5 an einer deutschen Universität landen. 

Aber die Zeiten, in denen dies das Aus für alle anderen bedeutete, sind längst passé. Studieren kann man Humanmedizin ohne NC und ohne Wartesemester inzwischen fast in ganz Europa, vor allem in vielen Ländern Osteuropas. Nur kostet das Studium an den staatlichen Universitäten dort Gebühren, die sehr weit voneinander abweichen. Von 7.500 Euro pro Jahr in Rumänien bis zu über 15.000 Euro in Ungarn reichen die Preise der Mediziner-Schmieden. 

Österreich nimmt ohne NC auf, der Test aber ist sehr fordernd

Die einfachste Lösung besteht darin, sich zu Mediziner-Test in Österreich anzumelden. Das Nachbarland nimmt Medizinstudenten ohne NC auf, der Test hingegen hat sich gewaschen. Auch wenn man sich gezielt mit Literatur gezielt auf diese Hammerprüfung vorbereiten kann, gelingt es nur wenigen, dort auch zu landen. Wer es schafft, hat einen Sechser im Lotto gewonnen, denn das Studium läuft an diesen der staatlichen Unis wie Wien oder Innsbruck und kostet keine zusätzlichen Gebühren.

Zudem ist es auf Deutsch. Deswegen sind die Plätze auch beliebt und hart umkämpft. Gefühlt wird hier das gesammelte Wissen der ersten Medizinsemester abgefragt. Aber wer ohnehin den Stoff lernen möchte, hat hier die Gelegenheit, unter Beweis zu stellen, ob er oder sie das auch selbstständig kann. Wichtig ist zu wissen: Wer hier durchfällt, ist nicht gescheitert. Neben Österreich als Standort für das Studium gibt es zahlreiche andere Länder ohne einen derart schweren Zugangstest. 

Deutlich größere Chancen haben Abiturienten und Abiturientinnen, wenn sie an eine der osteuropäischen Universitäten ausweichen. Hier werden die Bildungsträume wahr – allerdings nur gegen Cash. 

Zu Beginn geht das Studium noch auf Deutsch oder Englisch

Hier gibt es selten Platzmangel. Der theoretische Unterricht wird meist auf Englisch abgehalten, an einigen Unis auch auf Deutsch, wie zum Beispiel an der Semmelweis Universität in Budapest. Wichtig ist, vorher herauszufinden, wo ab dem klinischen Teil Kenntnisse in der jeweiligen Landessprache erforderlich sind. Denn während man Biochemie auch auf Deutsch oder Englisch lernen kann, muss man für die Kommunikation mit ungarischen Patienten ab dem fünften Semester in Ungarn zum Beispiel Ungarisch können. Die Uni bietet auch Dolmetscher am Krankenbett an, aber die Zwischentöne für die Anamnese, die Erhebung der Krankengeschichte, gehen dabei wohl unter. 

Für ein Medizinstudium in Bulgarien, zum Beispiel in Varna am Schwarzen Meer oder in der Millionenstadt Sofia, muss man geringeren Kosten rechnen. Hier fallen etwa 8.000 Euro im Jahr an.

Die Kosten für ein Studium an einer polnischen Uni liegen um die 12.000 Euro im Jahr. Hier bietet sich unter anderem Breslau (polnisch Wroclaw) an, eine wunderschöne City, etwa drei Fahrstunden von Berlin entfernt. Die Webseite hat eine Funkion auf Englisch, für Menschen, die des Polnisch nicht mächtigen sind – also 99 Prozent der Interessanten.

Nach dem Studium muss Antrag auf Approbation in Deutschland gestellt werden

In Kroatien bietet die University of Split School of Medicine (USSM) ein Medizinstudium an. Ein Jahr kostet rund 12.000 Euro. In Coburg hat sich etabliert, dass die Universität Split School of Medicine eine Kooperation mit den Regiomed-Kliniken etabliert haben, so dass man dort auch studieren kann, ohne nach Kroatien ziehen zu müssen. Die Medical School Regiomed ist daher eine Alternative für Studierende, die nicht unbedingt im Ausland studieren möchten, aber die Zugangsvorteile der Universität in Split nutzen möchten. 

Wenn jemand Spanien als Wunschland für das Medizinstudium ins Auge gefasst hast, muss eine Aufnahmeprüfung bestehen, die als schwer gilt. Da das Studium in Spanien eher theorielastig ist, empfehlen Experten nur die drei großen Scheine in Chemie, Physik und Biologie zu Beginn des Studiums in Spanien zu machen, um anschließend an einer deutschen Universität das Studium zu beenden.

Entscheidend beim Studium im Ausland ist: Um in Deutschland als Arzt oder Ärztin arbeiten zu können, braucht man eine so genannte Approbation, also eine staatliche Zulassung. Nach einem Medizinstudium im Ausland muss daher der Antrag auf Approbation in Deutschland gestellt werden.

Professionelle Vermittler fürs Studium kosten bis zu 8.000 Euro

Die zuständige Stelle prüft im Rahmen dieses Verfahrens die Gleichwertigkeit eures Abschlusses. Daher ist es wichtig, vorher zu prüfen, an welchen Universitäten man gleichwertig Medizin studieren kann. 

Viele versuchen, nach dem Physikum nach Deutschland zu wechseln. Zum einen ist hier das Studium bis auf den Semesterbeitrag kostenlos, zum anderen läuft die klinische Ausbildung mit Patienten auf Deutsch. Beim Wechsel gilt mitunter wieder der ursprüngliche Abi-Schnitt. Deswegen ist es ratsam, sich zu erkundigen, wie die Bedingungen aktuell und in dem speziellen Land sind. Erfahrungsgemäß ändern sie sich häufig; was gestern noch galt, ist heute vielleicht Geschichte. 

Nicht nur das Studieren von Medizin im Ausland ist ein Markt geworden auch die Vermittlung der Plätze gilt als großes Business, da es sehr viele Abiturienten betrifft. Die Anzahl der Studienplätze ist begrenzt, jedes Jahr bewerben sich aber immer mehr junge Menschen für die wenigen Plätze, da es nach wie vor lukrativ ist, als Arzt zu arbeiten. 

Es ist immer möglich, sich mit allen Formalitäten selbstständig zu beschäftigen, das spart mitunter bis zu 8.000 Euro, welche die Vermittler als Gebühren berappen. Wem dies zu aufwendig oder kompliziert erscheint, kann im Internet die professionellen Anbieter leicht ausfindig machen.

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Mehr Gehalt? Diese steuerfreien Extras sind deutlich lukrativer — für euch und euren Chef

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Mehr Gehalt? Diese steuerfreien Extras sind deutlich lukrativer — für euch und euren Chef

  • Profielfoto Franziska Telser
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  • Die Corona-Krise hat den Arbeitsmarkt verändert. Eine Gehaltsverhandlung mit dem Chef zu führen ist gerade schwer.
  • Anstatt über eine Gehaltserhöhung könnt ihr aber über steuerfreie Extras mit eurem Chef verhandeln.
  • So sind zum Beispiel Jobticket, Yoga oder Dienstwagen häufig für beide Seiten lukrativer.

Die Corona-Krise wirbelt die Arbeitswelt durcheinander. Laut einer Prognose des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) wurde für 10,1 Millionen Arbeitnehmer Kurzarbeit beantragt. Viele sind froh, wenn sie ihren Job überhaupt behalten können. Es ist gerade nicht die allerbeste Zeit, um über Gehalt zu verhandeln. Jetzt über Geld reden? Eher nicht.

Dabei muss es gar nicht immer die Gehaltserhöhung sein. Ein Chef kann seine Mitarbeiter auch mit Sachleistungen belohnen. Das hat für beide Seiten Vorteile. Denn viele dieser Leistungen sind steuerlich begünstigt oder komplett befreit. Das heißt: Im Gegensatz zur Gehaltserhöhung müssen wir oft keinen Cent davon abgeben.

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Das kann sich rechnen. Denn laut dem Bund der deutschen Steuerzahler verdienen wir netto von jedem Euro nur 46,3 Cent. Der Rest fließt über Steuern und Sozialabgaben an den Staat. Spendiert der Chef dagegen Sportkurse, unser Handy oder eine Bahncard, dann bringt uns das deutlich mehr.

Weil auch das Unternehmen davon profitiert, sind Personaler bei steuerfreien Extras oft verhandlungsbereiter als bei einer Gehaltserhöhung. Zumal diese aufgrund der Corona-Krise wohl auf unbekannte Zeit eher schwierig sein wird. Gute Fachleute sollten trotzdem angemessen belohnt werden. Möglich ist dabei vieles.

Hier haben wir euch 15 Möglichkeiten für steuerfreie Extras zusammengestellt.

Mit diesen 15 steuerfreien Extras solltet ihr in die nächste Gehaltsverhandlung gehen

Mit diesen 15 steuerfreien Extras solltet ihr in die nächste Gehaltsverhandlung gehen

  • 1. Darlehen

    Stiftung Warentest kann uns unser Arbeitgeber bis zu 2600 Euro komplett steuer- und sozialabgabenfrei leihen. Fällt der Kredit höher aus, muss dieser mit dem marktüblichen Zinssatz  und dem gezahlten Effektivzins versteuert werden. Dazu kommt es aber nur, wenn der monatliche Zinsvorteil 44 Euro übersteigt.

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  • 2. Kitabeiträge

    3. Betreuung Angehöriger

    Wenn ihr euch zu Hause um euer Kleinkind oder eure Mutter kümmern müsst, kann euch auch hier euer Arbeitgeber finanziell unter die Arme greifen. Bis zu 600 Euro im Jahr darf euer Unternehmen laut Stiftung Warentest auf euer Gehalt steuerfrei draufpacken, damit ihr einen Pfleger oder einen Babysitter bezahlen könnt. Das gilt allerdings nur bei Notfällen, zum Beispiel wenn der Mitarbeiter kurzfristig am Sonntag arbeiten muss.

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  • 4. Notebook

    5. Bahncard

    6. Gesundheitsförderung

    7. Fortbildung

    Wer gute Arbeit leisten will, muss sich regelmäßig fortbilden. Für die Kosten sollte grundsätzlich euer Chef aufkommen. Ihr könnt mit ihm aber auch aushandeln, dass er die Kosten für euer Masterstudium oder einen Intensivsprachkurs übernimmt. Steuerfrei bleibt das allerdings nur, solange es einen Bezug zu eurer Arbeitsstelle oder einem Positionswechsel gibt. Ansonsten liegt laut Stiftung Warentest steuerpflichtiger Arbeitslohn vor.
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  • 8. Elektroautos

    9. Reisen

    10. Jobticket

    11. Dienstwagen

    12. Sachleistungen

    13. Firmenrente

    14. Urlaub

    15. Beteiligungen

    Dieser Artikel erschien bei Business Insider bereits im Juli 2020. Er wurde nun geprüft und aktualisiert.

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Aktuelle News

Personal Branding: Tipps und für LinkedIn und Co.: Wie ihr euch ein starkes Netzwerk aufbaut


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Mit einem Profil auf einer sozialen Plattform könnt ihr euch mithilfe eurer Personal Brand ein diverses Netzwerk aufbauen. Doch das ist gar nicht so einfach.

Alleine ein Profil zu haben, reicht nämlich nicht aus. Ihr solltet euch auch mit den passenden Menschen vernetzen und regelmäßig Content posten.

Was ihr beachten solltet und welche No-Gos ihr vermeiden könnt, erklärt euch Netzwerk-Expertin Franziska Schaadt.

Mittlerweile gibt es viele soziale Netzwerke, die es euch ermöglichen, euch mit Menschen aus der ganzen Welt zu vernetzen. Ein Profil zu erstellen reicht jedoch nicht aus – es gibt einige Aspekte, die ihr beachten solltet, um euch ein zuverlässiges Netzwerk aufzubauen.

Personal Branding-Expertin Franziska Schaadt

Franziska Schaadt hat als Coach mehr als 2.000 Menschen in ihrer persönlichen und professionellen Entwicklung begleitet und unterstützt.

Ihre Erfahrungen in den Bereichen Personal Branding, strategisches Netzwerken und Führung gibt sie an ihre Kundinnen, Kunden und Teammitglieder weiter, ebenso an ihre Mentees und Follower auf Social Media. Schaadt hat zuvor Firmen wie Microsoft bei ihren Social Selling Strategien beraten und im Jahr 2017 ihre Boutique Agentur Franscha für Coaching und Beratung gegründet. Seit diesem Jahr bildet sie in ihrer Future Work Academy auch Coaches aus.  

Die Erfahrungen möchten wir in dieser Reihe an an euch weitergeben. In der vergangenen Folge hat sie erklärt, wie ihr auch im Home office für euer Team und eure Führungskräfte sichtbar bleibt. In Teil 5 dieser Serie erfahrt ihr, was ihr bei sozialen Plattformen beachten solltet und wie ihr die richtigen Menschen für euer Netzwerk findet.

Was macht ein gutes Netzwerk aus?

Erst einmal ist es wichtig, ein starkes Netzwerk in echten Leben zu haben, das ihr online ausbauen und ergänzen könnt, sagt Franziska Schaadt. „Es bringt wenig, möglichst viele Kontakte zu haben, zu denen ihr aber gar keinen Bezug habt.“ Überlegt euch: Wen wollt ihr in euer Netzwerk lassen? Wer hilft euch weiter und wem könnt ihr weiterhelfen? Bereits in Teil zwei der Personal Branding Serie hat Schaadt erklärt, wie ihr ein gutes Netzwerk aufbauen könnt:

Ein Drittel eurer Kontakte sollten Menschen sein, die etwas von euch lernen wollen und können, das zweite Drittel sind Menschen, die mit euch auf Augenhöhe sind und das dritte Drittel besteht aus Menschen, von denen ihr lernen könnt.


Business Insider

Die Größe eures Netzwerkes spielt ebenfalls eine Rolle. J mehr Kontakte ihr habt, desto größer ist die Reichweite eurer Personal Brand. Trotzdem solltet ihr darauf achten, dass die Kontakte auch zu eurem Netzwerk passen. Und: Vor allem Vielfalt ist wichtig. „Viele Menschen unterschätzen, wie wichtig ein diverses Netzwerk ist. Häufig bewegen wir uns in unserer eigenen Bubble, ohne weit über den Tellerrand hinauszuschauen“, sagt Schaadt. „Je diverser euer Netzwerk ist, umso mehr Inspirationen und neue Eindrücke bekommt ihr. Und genau so entsteht Innovationskraft.“

Darauf solltet ihr achten, wenn ihr ein Profil erstellt

Um euch ein Netzwerk aufzubauen, braucht ihr erst einmal ein Profil auf einer sozialen Plattform. „Überlegt euch, wer eure Zielgruppe ist und wo ihr sie am besten erreicht. Auch die Funktionen, die die Netzwerke bieten, unterscheiden sich.“ Wollt ihr eurem Netzwerk zum Beispiel Fitness und Workouts bieten, eignen sich Youtube und Instagram wahrscheinlich besser als LinkedIn. Bei Twitter wiederum könnt ihr mit kurzen Texten beispielsweise politische und gesellschaftliche Diskussionen anregen. Wenn ihr euch beruflich vernetzen wollt, eignet LinkedIn sich zum Beispiel gut.

Je nachdem, welche Plattform ihr wählt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie euer Profil aussehen kann. Die meisten haben aber gewisse Basics gemeinsam, wie ein Profilbild und eine Kurzbeschreibung oder Biografie.

„Bei online Plattformen gilt: Der erste Eindruck zählt! Wenn eine Person auf euer Profil aufmerksam wird, sollte sie die wichtigsten Fakten über euch auf den ersten Blick erkennen“, sagt Schaadt. Ihr kennt sicherlich den Spruch: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Daher solltet ihr als Profilbild ein Foto auswählen, auf dem ihr gut erkennbar seid und das zeigt, wofür ihr steht. Bei dem Fitness-Beispiel würde sich also anbieten, wenn ihr ein Profilbild einstellt, das euch in Sportkleidung oder im Fitnessstudio zeigt.

In der Kurzbeschreibung solltet ihr laut Netzwerk-Expertin Franziska Schaadt vor allem drei wichtige Aspekte ansprechen:

  • Wer ist eure Zielgruppe?

    Hier sollte auf den ersten Blick erkennbar sein, wen ihr ansprechen wollt. „Das können zum Beispiel andere Menschen aus eurer Branche sein oder Personen, die sich für eure Produkte oder eure Expertise interessieren.“

  • Was tut ihr, um dieser Zielgruppe zu helfen?

    „Einfach nur einen Titel in die Bio zu schreiben, bringt oft nichts. Woher sollen die Menschen wissen, was eure Aufgaben als District Marketing Officer sind? Beschreibt lieber kurz, wie ihr einen Beitrag für euer Netzwerk leistet“, sagt Schaadt.

  • Mit welchen Themen beschäftigt ihr euch?

    Überlegt euch drei oder vier Themen, über die ihr etwas zu sagen habt und bei denen ihr euch auskennt. Sie können eure Positionierung unterstreichen, sodass die neue Person in eurem Netzwerk weiß, was sie von euch erwarten kann. Außerdem finden sich so auch schneller Gemeinsamkeiten, weil die Person sich ebenfalls für eins der Themen interessiert.

„Der wichtigste Aspekt: Show, don’t tell!“, betont Schaadt. „Euer Profil in einem Netzwerk ist nicht einfach nur euer Lebenslauf – es ist eure digitale Visitenkarte, mit der ihr zeigen könnt, wer ihr seid und was euch beschäftigt.“ Alleine mit einem Profil seid ihr nicht sichtbar. Ihr solltet regelmäßig Bilder, Videos und Texte posten, die einen Einblick in eure Persönlichkeit geben.

„Ich werde häufig gefragt, in welcher Regelmäßigkeit man etwas posten sollte. Dafür gibt es natürlich keine allgemeine Regel, aber ich würde sagen, dass zwei bis drei Posts pro Woche ratsam sind“, meint Schaadt. Mittlerweile gibt es auch verschiedene Tools, die euch helfen, eure Postings zu planen.

Wenn ihr Bilder, Texte oder Links veröffentlicht, sollten sie eine gute Mischung aus beruflichem und persönlichem Kontext sein, rät Schaadt. Welchen Unterschied es zwischen privaten und persönlichen Inhalten gibt, könnt ihr in diesem Text nachlesen. „Postet über etwas, das euch beschäftigt und das auch euer Netzwerk interessiert.“ Als Faustregel schlägt die Expertin die Verteilung 70 x 20 x 10 vor.

„70 Prozent der Posts sollten mit eurer Personal Brand zu tun haben. Das können Erfahrungen sein, die ihr teilen möchtet, Anregungen zu Diskussionen oder Tipps für euer Netzwerk“, sagt Schaadt. „Zu 20 Prozent könnt ihr auch andere Quellen nutzen, also zum Beispiel einen interessanten Artikel posten, den ihr gelesen habt oder den Beitrag von jemand anderem teilen. Etwa 10 Prozent der Posts können Selbstpromotion sein, bei denen ihr Produkte oder Leistungen von euch in den Vordergrund stellt und bewerbt.“

Wie ihr euch mit den richtigen Personen vernetzt

Im oberen Teil des Textes hat Franziska Schaadt erklärt, dass sich ein gutes Netzwerk durch Qualität, Größe und Vielfalt auszeichnet. Doch wie findet ihr die Personen, die zu eurem Netzwerk passen? „Viele Menschen werden von Kontaktanfragen überschwemmt – ihr solltet auf keinen Fall jeden Kontakt annehmen, der euch eine Anfrage stellt“, rät Schaadt. „Filtert eure Anfragen und sucht nach Gemeinsamkeiten: Arbeitet die andere Person in derselben Branche wie ihr? Hattet ihr mal einen gemeinsamen Arbeitgeber oder wart ihr auf derselben Uni? Ist die Person vielleicht Spezialist bei einem Thema, das euch auch interessiert? Habt ihr gemeinsame Kontakte?“

Schaadt empfiehlt, jeden eurer Kontakte anzuschreiben, sobald sie Teil eures Netzwerkes sind. „Einfach nur mit jemanden vernetzt zu sein, bedeutet nämlich nicht direkt, dass ihr auch eine Verbindung mit der Person habt.“ Dabei hilft es, auf andere zuzugehen und Fragen zu stellen, zum Beispiel: Was ist deine Intention zur Vernetzung? Kann ich dir bei einer Sache helfen?

Schaadts Tipp, um Personen zu finden, die ähnliche Interessen haben wie ihr: online Events. „Wenn ihr an einer Veranstaltung teilnehmt, könnt ihr euch direkt mit den Teilnehmern und Speakern vernetzten.“ Das ist ein guter Anknüpfungspunkt, um den ersten Kontakt aufzubauen. So könnt ihr schreiben: „Hey, ich habe gesehen, dass du ebenfalls an dem Vortrag teilgenommen hast. Was sind deine Gedanken dazu?“

Die meisten Plattformen bieten die Möglichkeit an, Gruppen zu erstellen und beizutreten. Auch hier könnt ihr neue Kontakte finden. Interessiert ihr euch beispielsweise für das Thema Recruiting in Startups, gibt es sicher eine Gruppe mit Teilnehmern, mit denen ihr euch vernetzen könnt.

No-Gos in sozialen Netzwerken

In einem sozialen Netzwerk angemeldet zu sein bedeutet nicht, ein starkes eigenes Netzwerk zu haben. Franziska Schaadt verrät ein paar Fehler, die ihr vermeiden solltet:

  • Nur über euch selbst reden: Online sollte es so laufen, wie auch im analogen Leben, sagt die Netzwerk-Expertin. Stellt der anderen Person Fragen und zeigt Interesse an eurem Gegenüber. „Wenn ihr zum Beispiel jemanden auf einer Party kennenlernt, erzählt ihr ja auch nicht nur von euch. Ihr solltet dem Anderen zuhören können – auch online.“

  • Direkter Sales Pitch: Vernetzt ihr euch mit einer anderen Person, soll das nicht einfach jemand sein, dem ihr euer Produkt verkaufen wollt. „Soziale Plattformen sind zum Netzwerken da – nicht verkaufen“, so Schaadt. „Stellt euch erst einmal der anderen Person vor und tretet in Kontakt. So könnt ihr auch herausfinden, ob sie interessiert sein könnte an eurer Arbeit.“

  • Eure Zielgruppe falsch ansprechen: Mit eurer Personal Brand sprecht ihr meist eine bestimmte Gruppe von Menschen an. Macht euch klar, welche Wortwahl und Art von Kommunikation angebracht ist. „Wenn ihr mit Menschen aus eurer Branche oder Kolleginnen und Kollegen vernetzt seid, solltet ihr diese anders ansprechen, als ihr mit euren besten Freunden redet.

  • Neue Kontakte einfach nur hinzufügen: Wenn ihr jemanden in euer Netzwerk aufnehmt, bekommt ihr die Möglichkeit, euch auszutauschen und neue Blickwinkel auf verschiedene Themen zu bekommen. „Daher ist es auch wichtig, die Kontakte zu pflegen“, sagt Schaadt. „Seht euch die Beiträge der Person an, kommentiert und liked diese. So entsteht eine Verbindung, die euch weiterhilft.“

  • Sensible und private Themen besprechen: „Überlegt euch vorab, welche Themen vielleicht nicht so geeignet sind für euer Profil“, rät Schaadt. In vielen Fällen sind politische oder religiöse Meinungen zum Beispiel nicht unbedingt angebracht. „Seid euch bewusst, dass bestimmte Posts auch Konsequenzen haben können.“

  • Zu viele Profile auf verschiedenen Plattformen: „Einige meinen: je mehr, desto besser. Aber ich finde es viel sinnvoller, ein gepflegtes Profil auf einer Plattform zu haben, das ihr regelmäßig mit Content bespielt, anstatt überall nur halbe Sachen zu machen“, sagt Franziska Schaadt.

Die anderen Texte der Personal Branding Serie findet ihr hier:

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„Aufstehen, Karriere machen“

Der Karriere-Newsletter

Toxische Professionalität: Wie es das Arbeitsklima vergiftet, wenn Schwächen und Fehler nicht sichtbar sein dürfen


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Möglichst perfekt sein, keine Fehler machen, private Sorgen zu Hause lassen: Das traditionelle Bild von professionellem Verhalten lässt menschliche Züge noch immer außer Acht.

Das muss sich ändern, sagt Anja-Simone Michalski, Programmleiterin beim De Gruyter-Verlag. Der Wunsch nach Professionalität sei oft nur der Versuch, etwas zu kontrollieren, das nicht immer kontrolliert werden kann – oder sollte.

Michalski schlägt eine neue Professionalität vor, in der Menschen mit all ihren Facetten und Schwächen auf der Arbeit sichtbar werden dürfen. Dies schaffe eine neue Fehlerkultur und erleichtere nebenbei Berufsanfängern den Start.

Professionelles Verhalten ist die Eintrittskarte in den Traumjob, so lernen es junge Erwachsene. Die Professionalität kann wie ein Schutzschild wirken, der die vermeintlich fehlerhafte Menschlichkeit überdeckt. Glücklich werden Arbeitnehmende so aber nicht, kritisiert Anja-Simone Michalski, Programmleiterin im De Gruyter-Verlag. Und Unternehmen dient die professionelle Maske auch nicht: Fehler bleiben unentdeckt, fehlende Qualifikationen werden versteckt und deshalb gar nicht erst aufgebaut. So wird die toxische Professionalität zur Gefahr für die Zusammenarbeit in Teams und den Erfolg der Firma.

Michalski schlägt eine neue Professionalität vor, eine modernere, die besser zu den Menschen passt. Und von der Mitarbeitende und Organisationen gleichermaßen profitieren. Im Gespräch mit Business Insider erklärt sie, was sie damit meint.

Frau Michalski, Sie beklagen „toxische Professionalität“. Worum geht es dabei?

In meinen ersten Berufsjahren dachte ich, ich darf auf keinen Fall Fehler machen. Es darf niemand sehen, wenn ich irgendwas nicht gut kann. Oder, dass ich auch mal unsicher bin. Dazu kamen Fragen aus dem privaten Leben: Was mache ich eigentlich, wenn es mir mal nicht so gut geht? Wenn es zu Hause nicht gut läuft? Wenn ich einen Trauerfall in der Familie habe? – Wie viel davon darf ich mit zur Arbeit bringen? Wie viel davon dürfen vielleicht auch meine Kundinnen und Kunden oder mein Netzwerk sehen?

Wie haben Sie sich diese Fragen beantwortet?

Ich habe mich anfangs bemüht, möglichst wenig davon zu zeigen – obwohl ich dafür wirklich nicht der Typ bin. Aber ich dachte, das gehört zum professionellen Auftreten dazu. Je älter ich werde, desto mehr finde ich das toxisch. Am Anfang des Berufslebens denken wir, wir müssen diesen ganzen Katalog an Anforderungen erfüllen. Aber das schaffen wir nicht.

Was ist Professionalität?

Für mich hat sich das, was „Professionalität“ bedeutet, im Lauf meines Berufslebens immer wieder verändert. Ich glaube, das geht sehr vielen Menschen so. Viele denken am Anfang der Karriere, dass Professionalität vor allem bedeutet, Schwächen nicht zu zeigen. Aber in der Debatte um New Work und Neue Arbeit taucht mittlerweile auch immer wieder die Vorstellung auf, als ganzer Mensch zur Arbeit zu kommen. Das bricht eher traditionelle Professionalitätskonzepte auf.

Sie benutzen den Begriff #newprofessionalism. Wie sieht diese Neue Professionalität in Ihrem Team aus?

Als Teamleiterin schätze ich es, wenn Menschen auch mal sagen: „Ich kann das nicht. Ich brauche an dieser Stelle Hilfe“. Oder: „Ich habe heute keinen guten Tag. Kann jemand anderes das Protokoll schreiben? Ich bin heute nicht aufmerksam genug.“ Oder: „Mir ist ein Fehler passiert, können wir darüber reden?“ Das ist alles so viel besser, als wenn jemand ständig versucht, Schwierigkeiten zu verstecken. Für mich steckt in diesem offenen Umgang mit den eigenen Schwächen die eigentliche professionelle Leistung. Zur Professionalität sollte es auch gehören zu sagen: „Ich kann die nächsten zwei Wochen wahrscheinlich nicht so gut arbeiten, weil das Kind zu Hause ist. Wieder mal, weil wir es wegen Corona nicht in die Kita bringen können.“

Warum fällt das den Menschen gerade am Beginn des Berufslebens so schwer?

Weil sie unsicher sind. Sie starten in die Arbeitswelt und finden Schablonen vor. Die erste Schablone ist das Anforderungsprofil, auf das sie sich bewerben. Benannt ist nur die Rolle, der Mensch soll dann hineinpassen. Gleichzeitig haben Berufsanfängerinnen und Berufsanfänge eine schlechte Verhandlungsposition. Sie wollen rein in das Unternehmen. Sie wollen gemocht werden. Sie wollen wirken, als seien sie perfekte Kandidatinnen und Kandidaten für den Job.

Dann erschwert das traditionelle Bild von Professionalität auch für Führungskräfte den Einstellungsprozess?

Ja. Ich kämpfe in Bewerbungsgesprächen oft damit, überhaupt die Person zu greifen zu bekommen, die da eigentlich vor mir sitzt. Dabei gelingt es mir inzwischen ganz gut, mich mit den Menschen zu verbinden. Das muss man aber ganz aktiv machen. Sonst sind vor allem junge Bewerberinnen und Bewerber ständig damit beschäftigt, zu erzählen, was sie alles können – und bloß nicht zuzugeben, an welchen Stellen es noch nicht so gut läuft. Sie wollen den Eindruck erwecken, alles zu können, jede Anforderung der Stellenausschreibung zu erfüllen. Und werden sie gefragt, was ihre Schwächen sind, dann antworten viele immer noch brav: Perfektionismus.

Diese professionellen Rollen sind nicht neu. Warum sind sie überhaupt entstanden?

Sie erfüllen eine Funktion. Wenn Menschen die Anforderungsprofile für Bewerberinnen und Bewerber schreiben, dann wissen sie, was sie idealerweise brauchen. Sie wollen eine Lücke im Team oder gleich im Organigramm des Unternehmens füllen. Wer so genau sagt, was er oder sie sich wünscht, sagt auch: Ich will mich auf etwas verlassen können.

Klingt eigentlich ganz gut.

Ja. Aber in der Realität geht die Rechnung nie vollständig auf. Wann immer ich jemanden auf eine freie Stelle in einem Team setze, bleibt Raum für Überraschungen. Aber wir meinen, wenn wir möglichst viel Perfektion verlangen, dann könnten wir die Kontrolle über künftige Interaktionen und die Entwicklung einer Person im Unternehmen vorgeben. Das ist eine Illusion.

Was genau passiert bei der toxischen Professionalität im Unternehmen?

Ob wir toxische Professionalität an den Tag legen oder nicht, entscheidet zum Beispiel darüber, wie wir mit unvorhergesehenen Situationen umgehen. Ein riesiges Projekt stellt sich als schwieriger heraus, als alle dachten. Prozesse geraten ins Stocken. Das passiert regelmäßig und überall. Wer dann toxisch professionell agiert, Fehler vertuscht, eigene Schwächen nicht mit in die Rechnung nimmt, wird solche Situationen nicht gut lösen können und das Ding an die Wand fahren. Bewegen wir uns in einem toxisch professionellen System, ist es schwieriger, Fehler und Überforderung zuzugeben oder Ideen noch einmal neu zu besprechen, zurückzunehmen oder zu modifizieren.

Wie geht es besser?

Wenn ich mich nicht toxisch-professionell verhalte, kann ich sagen: „Super Aufgabe! Das interessiert mich – aber ich brauche begleitend vielleicht ein Sprachtandem mit einer Kollegin aus den USA.“ Diese Offenheit trägt die Handlungsfähigkeit der Organisation. Und denken wir an die menschliche Komponente, dann können wir mit einem neuen Verständnis von Professionalität bestenfalls verhindern, dass Menschen ausbrennen, weil sie den Mut haben, rechtzeitig über ihre Grenzen zu sprechen.

Wie wirkt sich toxische Professionalität auf die Menschen aus?

Ein Beispiel: Jemand hat einen Trauerfall im Freundeskreis. Bei falsch verstandener Professionalität würde die Person vielleicht versuchen, sich nichts davon anmerken lassen. Die Wahrscheinlichkeit, seelisch gesund zu bleiben, wird das bei den meisten Menschen allerdings nicht erhöhen. Diese Form von toxischer Professionalität macht weder Personen noch die Unternehmen, in denen sie arbeiten, resilient.

Mit der Abkehr von der klassischen Professionalität ändert sich etwas, das über eine sehr lange Zeit konstant war. Warum eigentlich?

Heute können die Menschen selbstbewusst sagen: So nicht. Wir müssen uns nicht mehr alles abverlangen. Das liegt sicher auch an der Digitalisierung, an der hohen Vernetzung. Und generell an einer höheren Bereitschaft zu Jobwechseln.

Wie können wir die Kultur der toxischen Professionalität ändern?

Jede und jeder in einer Organisation kann sich fragen, mit welcher Haltung wir unseren Kolleginnen und Kollegen begegnen. Wie interagieren wir? Freue ich mich bei Fehlern insgeheim, dass sie Gott sei Dank nicht mir passiert sind? Taktiere ich gegen andere, setze ich Ellenbogen ein? Oder bin ich nett, wohlwollend, unterstützend? Diese Entscheidung können wir alle jeden Tag und immer wieder aufs Neue treffen.

Wenn jemand morgen anfangen will, die Kultur der toxischen Professionalität in einer Organisation aufzulösen: Was ist der erste Schritt?

Geh‘ mit der Person Mittagessen, bei der du am ehesten das Gefühl hast, mit ihr in einem unguten Konkurrenzverhältnis zu stehen. Wenn du dich für ein kooperatives Miteinander starkmachen willst, dann sprich offen darüber. Sprecht darüber, wie ihr gemeinsam einen guten Job machen könnt. Für das Unternehmen oder für ein Projekt. Führungskräfte können ebenfalls gute Impulse setzen. Sagt deutlich: Ich honoriere nicht die Person, die unter Einsatz der Ellenbogen nach oben kommt. Honoriert kooperatives, faires Verhalten. Diese Haltung verlange ich mir als Führungskraft ab – das Gleiche erwarte ich auch von anderen.

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