#DHDL – “Wir können nur jeden ermutigen, diesen Weg zu gehen”

#DHDL

Das junge Unternehmen WC-Star aus Warendorf setzt auf Mehrweg-Hygienesteinspeicher für Aufputzspülkästen. “Wir setzen alles daran, dass sich der WC-Star als Marke etabliert Wir hoffen somit einen Beitrag leisten können, Einwegplastik einzusparen”, sagt Gründer Michael Grundmann.

“Wir können nur jeden ermutigen, diesen Weg zu gehen”

Freitag, 27. September 2024VonTeam

Auch in der sechzehnten Staffel der erfolgreichen Vox-Gründer-Show “Die Höhle der Löwen” treten wieder etliche Gründerinnen und Gründer vor die Jury. In der fünften Folge der aktuellen Staffel sind unter anderem Francesco La Pica und Michael Grundmann, die Gründer von WC-Star, zu Gast. Das Unternehmen aus Warendorf setzt auf Mehrweg-Hygienesteinspeicher für Aufputzspülkästen. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht WC-Star-Macher Grundmann einmal ausführlich über sein Unternehmen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter WC-Star erklären?


Mit unserem Startup möchten wir praktische Produkte produzieren, die Probleme lösen und Einwegplastik reduzieren.

Wie ist die Idee zu WC-Star entstanden?


Als Handwerksmeister aus der Heizungs- und Sanitärbranche hatte Michael die Idee für den WC-Star, um Einwegplastik im Sanitärbereich einzusparen. Da wir uns beide schon zuvor mit Problemlösern im Haushalt beschäftigt haben, haben wir uns gemeinsam Gedanken gemacht, wie wir den WC-Star konzipieren können. Nach einem Jahr tüfteln und testen, haben wir Anfang 2018 unser gemeinsames Unternehmen L & G Ideenwelt gegründet. Unser WC-Star ist ein innovativer Mehrweg-Hygienesteinspeicher für Aufputzspülkästen. Der WC-Star wird einfach im Spülkasten montiert und somit von außen unsichtbar und reinigt beim Spülvorgang das gesamte WC. Unser Slogan: Mehrweg statt Einweg!

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?


Die Finanzierung der Produktentwicklung und die Einführung in den Markt.

Warum hast Du Dich entschieden, bei “Die Höhle der Löwen” mitzumachen?


Damit der WC-Star flächendeckend im Markt angeboten werden kann, benötigten wir einen starken Partner, der die finanziellen Möglichkeiten und über die entsprechenden Kontakte, sowie Expertise im Marketing und Vertrieb verfügt.

Dein Tipp an andere Gründer:innen, die mit einem Auftritt bei “Die Höhle der Löwen” liebäugeln?


Es ist für jeden Gründer eine positive Erfahrung. Wir können nur jeden ermutigen, diesen nicht ganz einfachen, aber interessanten Weg zu gehen.

Wo steht WC-Star in einem Jahr?


Wir setzen alles daran, dass sich der WC-Star als Marke etabliert und bald in jedem Zuhause zu finden ist. Wir hoffen somit einen Beitrag leisten können, Einwegplastik einzusparen. 

Tipp: Alles über die Vox-Gründershow gibt es in unserer großen DHDL-Rubrik.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): RTL / Bernd-Michael Maurer

#Interview – “Wir dachten, chronische Patienten rennen uns die Bude ein”

#Interview

Das Health-Unternehmen MedKitDoc setzt auf medizinische Fernbehandlungen. “Wir sind stark gewachsen, da wir mit der gerätegestützten Fernbehandlung scheinbar echt einen Nerv in der Pflegebranche getroffen haben”, sagt MedKitDoc-Macher Jan Koolen.

“Wir dachten, chronische Patienten rennen uns die Bude ein”

Dienstag, 24. September 2024VonAlexander Hüsing

Mit MedKitDoc aus Hann. Münden, 2020 von Benjamin Gutermann gegründet, können Patientinnen und Patienten sich nicht nur via Videokonferenz mit einem Arzt austauschen, sondern auch mittels ausgesuchter Geräte untersuchen lassen. Vorwerk Ventures und Acton Capital investieren gemeinsam mit den Altinvestoren Picus Capital und den FlixBus-Gründern zuletzt 7 Millionen Euro in MedKitDoc. Derzeit wirken rund 20 Mitarbeitende für das Unternehmen.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht MedKitDoc-Macher Koolen über einen gescheiterten Pivot, Frühchen und Rückenwind.

Wie würdest Du Deiner Großmutter MedKitDoc erklären?


Nichts fürchten ältere Menschen mehr, als ins Krankenhaus zu müssen. Das weiß ich aus Erfahrung mit meiner eigenen Oma. Wenn sich bei einer Bewohnerin eines Pflegeheims plötzlich der Zustand verschlechtert, bleibt der Pflegekraft meist nichts anderes übrig, als den Krankenwagen zu rufen. Das ist leider Alltag. Denn es fehlen Ärzte, vor allem auf dem Land, die regelmäßig insbesondere chronisch kranke Patienten untersuchen oder im Akutfall helfen können. Weiterhin führt der demographische Wandel in Deutschland neben dem Ärztemangel zu einer dramatisch ansteigenden Zahl von pflegebedürftigen Patienten. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland verdoppeln. Genau da setzen wir an: Mit uns können Ärzte aus der Ferne behandeln ohne auf die gewohnte Diagnostik durch Stethoskop und Co. verzichten zu müssen. Dazu liegt im Pflegeheim eines unserer MedKits bereit – ein digitaler Arztkoffer mit allen gängigen medizinischen Geräten wie Stethoskop, Blutdruckmessung usw. Die Pflegerin legt die Geräte an den Patienten an, der Arzt schaltet sich per Video auf das Tablet. Unsere Geräte senden nun live via Bluetooth über unsere App die Vitaldaten an den Arzt und werden für beide Seiten einsehbar gespeichert. Er hat sofort alles im Blick und kann direkt beraten. So wird aus einer Video-Sprechstunde eine echte Fernbehandlung.

War dies von Anfang an euer Konzept oder hat es sich seit dem Start irgendwie verändert?


Wir haben im Jahr 2022 einen B2C-Pivot probiert: Medizinische Geräte zu Hause inklusive App, die dich mit deinem Hausarzt verbindet, während du auf der Couch bleibst und untersucht wirst. Wir dachten, vor allem chronische Patienten rennen uns die Bude ein. Das Interesse war grundsätzlich schon da, aber wir haben damals festgestellt, wie gering die Zahlungsbereitschaft von Privatkunden für medizinische Leistungen in Deutschland ist. Außerdem erschienen uns die sogenannte Customer Acquisition Costs (CAC) deutlich zu hoch für ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Wir haben uns dann wieder auf unsere Kernkompetenz zurück besonnen und fokussieren uns wieder auf den B2B Pflege Markt und die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). Klingt jetzt voll nach Sales, es ist aber so: Dank unserer Lösung schaffen wir eine Win-Win-Win-Lösung: Der Arzt bleibt in seiner Praxis, die Pflegekraft am Arbeitsplatz, die Patienten in ihrer gewohnten Umgebung im Heim. Eigentlich fehlt noch ein Win: Der Rettungswagen muss auch nicht so häufig gerufen werden. Das spart massiv Kosten und Zeit.

Wie hat sich MedKitDoc seit der Gründung entwickelt?


Wir sind seit etwa vier Jahren am Markt. In der Zeit sind wir stark gewachsen, da wir mit der gerätegestützten Fernbehandlung scheinbar echt einen Nerv in der Pflegebranche getroffen haben. Unser Gründer Ben ist Arzt. Tagsüber hat er praktiziert, abends bastelte er in seinem Keller an den ersten MedKits. Das war am Anfang noch sehr hemdsärmelig, – aber es funktionierte. Und so wurden nicht nur unsere Geräte und unsere App immer besser, sondern auch die Heime immer mehr. Wir sind heute über 20 Leute und betreuen über 70 Heime und mehrere tausend Patienten deutschlandweit.

Welches Projekt steht bei Euch in den kommenden Monaten ganz oben auf der Agenda?


Wir fokussieren uns auf vulnerable Menschen, also die aufgrund von Krankheit oder Alter am gefährdetsten sind. Deshalb testen wir ab Oktober zusammen mit der Charité und der TU München unsere MedKits auch bei Frühchen. Unser Ziel: Eltern frühgeborener Kinder müssen nicht ewig im Krankenhaus bleiben. Sie können nach Hause in ihre gewohnte Umgebung – das Baby wird aus der Ferne medizinisch überwacht. Wir decken damit die gesamte Lebensspanne ab: von Frühchen bis Rentner quasi.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?


Der B2C-Case. Mit Corona, wo die Video-Sprechstunde ihr High hatte, dachten wir, mit der Ergänzung medizinischer Geräte wäre das die 1-Milliarde-Dollar-Idee. War aber nicht so. Aus unseren gesammelten Erfahrungen haben wir aber eine Menge gelernt und sind jetzt fokussierter denn je auf die Pflege. Hier können wir Millionen Menschen in einer immer älter werdenden Gesellschaft bei gleichzeitigem Ärzte- und Fachkräftemangel extrem helfen. Wir können hier einen wichtigen Beitrag leisten, um vermeidbare Krankenhauseinweisungen zu reduzieren und die Versorgung dieser Menschen zu verbessern und das motiviert mich und das Team wahnsinnig.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?


Es ist uns gelungen neben namhaften Angel Investoren wie z.B. die Gründer von Flixbus auch namhafte VCs wie Picus, Acton Capital und Vorwerk Ventures von unserer Idee zu überzeugen. Das hat uns natürlich enorm geholfen, um unser Geschäftsmodell in den letzten Jahren zu entwickeln. Wir sind aktuell an über 70 Standorten im Einsatz in der stationären Pflege und vor allem auch in der außerklinischen Intensivpflege. Hier arbeiten wir z.B. mit Pflegeheimbetreibern wie Alloheim und der Deutschen Fachpflege zusammen. Wir haben außerdem das große Glück, bereits Kooperationen mit großen GKV wie der BARMER, der AOK und auch der TK zu haben. Im Rahmen eines dieser Projekte konnten wir im Pfegeheimkontext z.B. eine Reduktion von vermeidbaren Krankenhauseinweisungen um 25% erreichen. Das angesprochene Projekt in der Frühchenversorgung ist ebenfalls ein großer Erfolg für uns und zugleich ein sehr emotionales Thema für mich als werdender Vater.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?


Gerade wenn du dich in einer Branche bewegst, die in der Vergangenheit von digitalen Innovationen eher weitestgehend ausgelassen wurde wie die Pflege, kann der Gegenwind in Form von Skepsis und Ablehnung manchmal echt kräftezehrend sein. Aber, auch wenn das jetzt etwas pathetisch klingt: Glaub weiter an deine Idee, zeige deine Erfolge auf allen Kanälen und bleib dran, wenn du dir sicher bist, dass es sich lohnt. Und: Fehlschläge gehören zum Erfolg einfach dazu. Lasst euch davon nicht entmutigen.

Wo steht MedKitDoc in einem Jahr bzw. in den kommenden Jahren?


Kurz bis mittelfristig wird es darum gehen, die in den Startlöchern stehenden Projekte sauber auf die Straße zu kriegen sowie mit unseren Bestandskunden weiter zu wachsen, das ist aktuell mein Hauptaugenmerk. Mittelfristig wird es auch darum gehen, nachhaltig zu wachsen und einen klaren Pfad in Richtung Profitabilität aufzuzeigen. Mit etwas Rückenwind könnten wir dieses Ziel im Laufe des kommenden Jahres erreichen. Wir haben außerdem viele spannende Partnerschaften mit echten Branchengrößen in der Pipeline, die sich natürlich immer auch in größere Chancen entwickeln können. Stichwort: Strategische Investments, Exit, etc. Langfristig: Es gibt in Deutschland 16.000 Heime. Wenn wir bis 2030 nur die Hälfte aller Heime an unsere Telemedizin-Plattform anschließen, versorgen wir täglich Millionen Menschen mit echter Fernbehandlung und erleichtern ihnen den Alltag.

#Interview – “Lasst euch nicht von großen Funding-Runden verrückt machen”

#Interview

Das Team von SongPush setzt auf eine Plattform, die es Musiker:innen ermöglicht, neue Fans zu erreichen. “Wir haben seit Frühjahr 2023 über 2.000 Kampagnen für die unterschiedlichsten Kunden realisieren können”, sagt Gründer Markus Cremer.

“Lasst euch nicht von großen Funding-Runden verrückt machen”

Montag, 23. September 2024VonAlexander Hüsing

Das musikalische Berliner Startup SongPush, 2021 von Stefan Kling, Markus Cremer und Zoltan Morvai als Plattform für Twitch-Streamer gegründet, setzt inzwischen auf eine Plattform, die es Musiker:innen und Musik-Labels ermöglicht, mithilfe von Creator:innen auf Social Media neue Fans zu erreichen. Die Matching-Algorithmen der Plattform sollen dabei “für passende Kooperationen sorgen”. Business Angels wie Stefan Zilch, Joel Berger und Kevin Tewe investierten zuletzt 2,94 Millionen Euro in Songpush.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründer Cremer über Vergütungen, Herausforderungen und Musikvideos.

Wie würdest Du Deiner Großmutter SongPush erklären?


Hey Omi, Stell dir SongPush wie ein großes Schwarzes Brett vor, an dem Unternehmen aller Art Zettel aufhängen können, um zu sagen: Wir suchen jemanden, der uns hilft, unsere Musik oder Produkte bekannt zu machen. Viele junge Leute, die gerne Videos ins Internet stellen, kommen vorbei und sagen: Das mache ich! Sie nehmen sich den Zettel, machen ein lustiges oder schönes Video, in dem sie das Produkt oder die Musik vorstellen, und zeigen es ihren Freunden im Internet. Dafür bekommen sie dann eine Vergütung. SongPush sorgt dafür, dass alles fair abläuft und jeder, der mitmacht, fair bezahlt wird.

Wie oder wo hast Du Deine Mitgründer kennengelernt?


Stefan war früher selber Sänger & Songwriter (Gold & Platin) und war Kunde meiner Marketing-Agentur Releazy. Hier habe ich für ihn einige seiner Musikvideos & Songs promoted und ihm zu mehr Streams, Views & Engagement verholfen. Wir haben direkt eine super Chemie und einen ähnlichen Drive beim Anderen gespürt und daraus ist dann SongPush entstanden. Unseren dritten Co-Founder haben wir tatsächlich über eine Founder-Plattform kennengelernt.

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?


Als Marktplatz ist es immer eine der größten Herausforderungen, eine Plattform zu entwickeln, die sowohl für Creator als auch für Brands intuitiv und effizient funktioniert. Auch die Auslastung & Balance im Marktplatz ist immer ein tricky Thema! Außerdem mussten wir sicherstellen, dass die Technologie, insbesondere unsere KI-Engine ‘mosaiq’, genau und zuverlässig arbeitet, um möglichst akkurate Ergebnisse zu liefern.

Wo steht Songpush derzeit, welche Zahlen, Daten und Fakten kannst Du mit uns teilen?


Wir haben seit Frühjahr 2023 über 2.000 Kampagnen für die unterschiedlichsten Kunden – Musik, Beauty, Film, Dating, Food etc. – erfolgreich realisieren können. Außerdem haben wir mittlerweile mehr als 150.000 App Downloads und in 2023 konnten wir 1 Millionen Euro Plattformumsatz erreichen. Auch konnten wir mit allen über unsere Plattform generierten Videos über 1 Milliarden Views auf TikTok erzielen.

Ihr konntet bereits Investorengelder einsammeln. Wie seid ihr mit euren Geldgebern in Kontakt gekommen?


Ganz unterschiedlich, aber viele kamen aus unserem bestehenden Netzwerk. Stefan Zilch habe ich tatsächlich über einen gemeinsamen Freund auf dem Tennisplatz kennengelernt, ohne zu wissen, dass er mal der Deutschland-Chef von Spotify war. Ansonsten waren wir immer sehr direkt und sind auf die Leute zugegangen, egal ob per E-Mail, auf Events oder auch auf LinkedIn.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?


Lasst euch nicht von großen Funding-Runden verrückt machen und macht euer Ding. Versucht eure Ausgaben gering zu halten – so lange wie möglich. Somit bleibt euch mehr Zeit euch auf das Wesentlich zu konzentrieren und ein tolles Produkt zu konzipieren, validieren und iterieren. The best growth hack is a really great product.

Wo steht SongPush in einem Jahr?


Hoffentlich bereits in einem neuen Markt außerhalb Deutschlands und mit einem tollen, noch größeren Team.

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Foto (oben): SongPush

#DHDL – “Eine Herausforderung war es, das richtige Design zu entwickeln”

#DHDL

Das junge Unternehmen Dübelix setzt auf ein System, das Dübel leicht aus Wänden lösen soll. “Die Idee zu Dübelix entstand, als ich ein weiteres Fitnessgerät für meinen Keller erwarb und feststellte, dass es nicht richtig passte”, sagt Gründer Robert Sobolewski.

“Eine Herausforderung war es, das richtige Design zu entwickeln”

Freitag, 20. September 2024VonTeam

Auch in der sechzehnten Staffel der erfolgreichen Vox-Gründer-Show “Die Höhle der Löwen” treten wieder etliche Gründerinnen und Gründer vor die Jury. In der vierten Folge der aktuellen Staffel ist unter anderem Robert Sobolewski, Gründer von Dübelix, zu Gast. Das junge Unternehmen setzt auf ein System, das Dübel leicht aus Wänden lösen soll.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Dübelix erklären?


Oma, stell dir vor, du willst ein altes Bild von der Wand nehmen, aber der Dübel steckt noch in der Wand und du bekommst ihn nicht heraus, ohne die Wand zu beschädigen. Das ist oft sehr anstrengend und braucht viel Kraft. Wir haben ein kleines Werkzeug entwickelt, das diesen Dübel ganz einfach und ohne Schäden entfernt. Das macht das Heimwerken viel einfacher und angenehmer und verringert zudem das Verletzungsrisiko erheblich.

Wie ist die Idee zu Dübelix entstanden?


Die Idee zu Dübelix entstand, als ich ein weiteres Fitnessgerät für meinen Keller erwarb und feststellte, dass es nicht richtig passte. Ein Umbau des Raumes war erforderlich, darunter auch das Umhängen von Spiegeln, die mit mehreren Dübeln befestigt waren. Also musste ich die Dübel auf die herkömmliche Art herausziehen – Schraube reindrehen und so fest mit der Zange ziehen wie möglich. Dabei rutschte ich bei einem Dübel ab und prallte mit meiner rechten Hand gegen ein Fitnessgerät. Die Hand begann zu bluten und schwoll an. In diesem Moment wurde mir klar: Ich brauche einen sicheren und effizienten Dübelentferner. Da es jedoch kein solches Werkzeug am Markt gab, entwickelten wir den Dübelix.

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?


Eine der größten Herausforderungen war es, das richtige Design und die richtige Funktionalität für den Dübelix zu entwickeln, sodass er einfach zu benutzen und gleichzeitig effektiv ist. Außerdem war es nicht leicht, die richtigen Produktionspartner zu finden und den gesamten Produktionsprozess zu optimieren.

Warum hast Du Dich entschieden, bei “Die Höhle der Löwen” mitzumachen?


Für uns ist “Die Höhle der Löwen” die führende Plattform für Startups in Deutschland, eine Bühne, die nicht nur eine breite Öffentlichkeit erreicht, sondern auch direkten Zugang zu erfahrenen Investoren bietet. Wir entschieden uns für die Teilnahme, um unseren Dübelix einem größeren Publikum vorzustellen und die Möglichkeit zu nutzen, von den Kenntnissen und dem Netzwerk der Löwen zu profitieren. Die Show bietet nicht nur eine Chance auf finanzielle Unterstützung, sondern auch auf wertvolle Partnerschaften und Expertise, die entscheidend für das Wachstum unseres Unternehmens sein können.

Dein Tipp an andere Gründer:innen, die mit einem Auftritt bei “Die Höhle der Löwen” liebäugeln?


Bereitet euch gründlich vor und seid authentisch. Genießt den Auftritt und nutzt die Gelegenheit, um euer Produkt mit Leidenschaft zu präsentieren. Die Aufregung ist normal, aber bleibt fokussiert und zeigt, was euch antreibt.

Wo steht Dübelix in einem Jahr?


In einem Jahr erwarten wir, dass der Dübelix in Baumärkten, Discountern und Online-Shops gut etabliert ist und von Heimwerkern sowie DIY-Enthusiasten regelmäßig genutzt wird. Unser Ziel ist es, ihn als praktisches Werkzeug in vielen Werkzeugkästen zu verankern. Gleichzeitig planen wir, weitere innovative Produkte zu launchen, die das Heimwerken und alltägliche Aufgaben vereinfachen. Wir sind gespannt auf die Entwicklungen und freuen uns darauf, diese Projekte mit unserem Team umzusetzen.

Tipp: Alles über die Vox-Gründershow gibt es in unserer großen DHDL-Rubrik.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): RTL / Bernd-Michael Maurer

#Interview – “Wir haben rund zwölf Millionen Packungen verkauft”

#Interview

Bei Forest Gum dreht sich alles um Kaugummis. “Wir müssen uns jeden Tag mit den Big Playern der Süßwarenindustrie messen und sowohl die Verbraucher:innen als auch den Einzelhandel davon überzeugen, dass es Alternativen zum heutigen Standard gibt”, sagt Gründer Thomas Krämer.

“Wir haben rund zwölf Millionen Packungen verkauft”

Mittwoch, 18. September 2024VonAlexander Hüsing

Das Kölner Startup Forest Gum, 2019 von Thomas Krämer gegründet, setzt auf “umweltfreundlicher Kaugummis und Fruchtgummis”. Derzeit arbeiten 11 Mitarbeitende für das Unternehmen. “Unsere Produkte sind deutschlandweit in über 11.000 Filialen erhältlich. Seit 2019 haben wir rund zwölf Millionen Packungen Kaugummi verkauft und dadurch bereits über 60 Tonnen Plastik eingespart”, sagt Gründer Krämer zum Stand der Dinge bei Forest Gum.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Forest Gum außerdem über Visionen, Mentalitäten und Kontakte.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Forest Gum erklären?


Oma, du hast dein Leben lang auf Plastik gekaut. Denn herkömmliche Kaugummis werden aus Erdöl gemacht und damit aus ähnlichen Stoffen wie Autoreifen oder Plastikflaschen. Damit deine Enkel das nicht auch machen müssen, habe ich eine natürliche Alternative erfunden und ein Unternehmen gegründet. Wir verkaufen superleckere Kaugummis und mittlerweile auch Fruchtgummis, auf Plastik verzichten wir dabei. Unsere Kaugummis haben eine natürliche Kaumasse aus Chicle, einem Baumharz aus Zentralamerika. Unsere Fruchtgummis sind in einer kompostierbaren Tüte verpackt. Der weltweit ersten Verpackung für Fruchtgummis, die aus nachwachsenden Rohstoffen gemacht wird! Und Oma, weil der Wald uns so am Herzen liegt, haben wir mit dem Verkauf unserer Produkte ein 100 Hektar großes Waldstück in der Nähe von Köln zum Schutzgebiet für Bäume, Pflanzen und Tiere gemacht. Hier darf sich die Natur ganz von allein erholen, renaturieren nennt man das. Lass uns da mal spazieren gehen und ein bisschen durchatmen.

Wie hat sich Forest Gum seit der Gründung entwickelt??


Wir sind von einem kleinen Start-up aus Köln zu einem führenden Anbieter umweltfreundlicher Kaugummis und Fruchtgummis geworden. Unser Team ist mittlerweile auf elf Mitarbeiter:innen gewachsen, die alle eine Leidenschaft für Waldschutz und Plastikvermeidung teilen. Unsere Produkte sind deutschlandweit in über 11.000 Filialen erhältlich. Seit 2019 haben wir rund zwölf Millionen Packungen Kaugummi verkauft und dadurch bereits über 60 Tonnen Plastik eingespart. Zusätzlich haben wir unser „Projekt Wildwuchs“ ins Leben gerufen, mit dem wir 100 Hektar Wald schützen und renaturieren, um CO2 zu binden und die Biodiversität zu fördern.

Ihr seid in diesem Jahr bereits fünf Jahre im Markt. Was waren in all diesen Jahren die größten Herausforderungen?


Die größte Herausforderung für uns war es, in einer von Plastik dominierten Branche wie der Süßwarenindustrie nachhaltige Alternativen zu etablieren. Wir müssen uns jeden Tag mit den Big Playern der Süßwarenindustrie messen und sowohl die Verbraucher:innen als auch den Einzelhandel davon überzeugen, dass es gesündere und umweltfreundlichere Alternativen zum heutigen Standard gibt. Zudem war die Entwicklung unserer kompostierbaren Verpackung für die Fruchtgummis eine Hürde, da sie anfangs nicht mit den vorhandenen Maschinen kompatibel war. Wir mussten viel experimentieren und anpassen, um unsere Vision in die Realität umzusetzen.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?


Mein Tipp an andere Gründer:innen: Glaubt als Team fest an eure Vision und bleibt dran. Fragt euch immer mal wieder, ob ihr noch treu zu den Anfängen und eure ursprüngliche Vision seid. Insbesondere in der sonst so schnelllebigen FMCG-Branche brauchen nachhaltige Veränderungen Zeit. Die muss man einplanen und möglichst gut Kurs halten. Für mich gilt zudem: arbeitet zuerst mit eurem Team, bevor ihr externe Expertise einholt. Fragt euch regelmäßig, was euer Team braucht und wie ihr alle am besten einbeziehen könnt.

Wo steht Forest Gum in einem Jahr?


Wir haben schon große Pläne für 2025, können aber noch nicht alles verraten. Sicher ist jedoch, dass wir mit einer neuen Produktkategorie im Süßwarenregal vertreten sein werden. Wir planen, neue Sorten unserer Fruchtgummis auf den Markt zu bringen und unser Kaugummi-Angebot um weitere spannende Geschmacksrichtungen zu erweitern. Wir freuen uns schon sehr darauf, die Süßwarenbranche weiter zu revolutionieren!

Reden wir über Köln. Wenn es um Start-ups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was macht den Reiz der Startup-Szene in Köln aus?


Die Start-up-Szene in Köln mag kleiner sein als die in Berlin, aber sie ist unglaublich offen und herzlich, mit einer starken Gemeinschaft. Hier kennt man sich, ist gut vernetzt und hilft sich gegenseitig. Mit der rheinischen Mentalität kommt man schnell ins Gespräch und kann sich wertvolle Tipps und Inspiration von anderen Start-ups holen. Zudem liegt Köln geographisch sehr praktisch mit Blick auf die großen Kunden aus der Einzelhandelswelt.

Was ist in Köln einfacher als in Berlin – und umgekehrt?


In Köln lassen sich schnell neue Kontakte knüpfen. Wir sind offen, herzlich und gehen unkompliziert aufeinander zu – das ist typisch für die rheinische Mentalität. Die Leute sind gut drauf. Es gibt ein starkes Gemeinschaftsgefühl, wo man sich unter die Arme greift. Obwohl Köln eine größere Stadt ist, ist die Start-up-Szene wirklich überschaubar. Die Berliner Szene kenne ich nur von einzelnen tollen Startups und bin selbst nicht sehr oft vor Ort. Ich denke aber die große Vielfalt bringt einen enormen Vorteil und bei Events und Konferenzen gibt es super Netzwerkmöglichkeiten. Dort triffst du auf Talente und Ideen aus der ganzen Welt, was den Austausch und die Inspiration auf ein anderes Level hebt.

Zum Schluss hast Du drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Köln?


Erstens: Weiterhin tollen Support der lokalen Händler. Zweitens: Mehr Radwege. Drittens:  Aufmerksamkeit und ein bisschen Support durch die Stadt.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln werfen wir einen Blick auf das Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind dort die Voraussetzungen für Gründer:innen, wie sieht es mit Investitionen aus und welche Startups machen von sich reden? Mehr als 550 Startups haben Köln mittlerweile zu ihrer Basis gemacht. Mit zahlreichen potenziellen Investoren, Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents bietet Köln ein spannendes Umfeld für junge Unternehmen. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Foto (oben): Forest Gum

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