Prusa ColorMix: Echtes Farbmischen landet in EasyPrint und PrusaSlicer 2.9.6

In der 3D-Druck-Szene hat vor allem der Maker „Ratdoux“ zuletzt von sich reden gemacht, da er mit einem Orca-Slicer-Fork an den Start gegangen ist, der das sogenannte „Full Spectrum“-System bietet. Hierbei handelt es sich, ganz vereinfacht gesagt, um ein experimentelles Farbmischsystem, das die Möglichkeiten eines regulären Mehrfarbdruckers massiv erweitert.

So lassen sich hier schon dadurch viel mehr Farbnuancen erstellen, indem man zwei oder mehr Farben Schicht für Schicht abwechselnd drucken kann, was dann optisch für ein Vermischen und damit eine neue Farbe sorgt. Bei einer Schichthöhe von 0,1 mm nimmt das menschliche Auge aus normalem Betrachtungsabstand zwei alternierende Schichten – sagen wir Schwarz und Weiß – einfach als Grau wahr.

Klar, bei genauerer Betrachtung fällt der Trick dennoch auf, aber hier wird sich mit Sicherheit noch einiges in Zukunft herausholen lassen. Radu, wie der Gute eigentlich heißt, wurde mittlerweile von Snapmaker engangiert und bringt seine Lösung unter anderem nun auch in deren Orca-Slicer.

Nun stellt Prusa Research mit ColorMix eine neue Open-Source-Softwarelösung vor, die das Farbspektrum im 3D-Druck durch optische Mischung drastisch erweitert. Anstatt nur die geladenen Filamentfarben zu nutzen, erzeugt das System auch hier durch abwechselnde dünne Schichten verschiedener Materialien zahlreiche neue Farbtöne.

Die Technologie basiert auf dem CMYKW-Farbmodell und nutzt mathematische Korrekturen, um die Farbergebnisse auf Basis realer Druckmessungen präzise vorherzusagen. Diese Neuerung wird direkt in PrusaSlicer und EasyPrint integriert, um den Workflow für Nutzer intuitiver zu gestalten. Ziel des Projekts ist es, den mehrfarbigen 3D-Druck so einfach und kreativ wie das Malen auf einer Leinwand zu machen. Durch die Veröffentlichung unter der MIT-Lizenz lädt Prusa die Community ein, das Modell durch eigene Daten und Messungen stetig zu verbessern.

Prusa hat den Ansatz von Ratdoux aufgegriffen und mit ColorMix nun ein eigenes System entwickelt, das direkt in den Slicer integriert ist und auf gemessenen FDM-Drucken basiert. Ein wichtiger Unterschied zu bisherigen Systemen liegt im Farbmodell. Viele bestehende Lösungen setzen auf CMYW, also Cyan, Magenta, Gelb und Weiß. Das Problem dabei: Ohne echtes Schwarz entstehen tiefe Töne oft nur als unsauberes Blaugrau. Prusa ColorMix erweitert das um ein dediziertes Schwarz zum CMYKW-Modell, was kontrastreiche und farbechtere Mischungen ermöglicht. Wie das alles genau funktioniert, könnt ihr hier nachlesen.

Hardwareseitig ist das System nicht auf einen bestimmten Drucker festgelegt. Es funktioniert mit Toolchangern wie dem Prusa XL oder dem CORE One INDX genauso wie mit Single-Nozzle-Systemen mit Filamentwechseleinheiten wie der Bambu Lab X1C oder dem Prusa MK4S MMU. Toolchanger profitieren dabei von schnelleren Abläufen, benötigen aber präzise XY-Offsets. Single-Nozzle-Systeme produzieren bei jedem Farbwechsel systembedingt etwas Ausschuss durch den Spülvorgang.

Softwareseitig läuft die Integration über die Materialdatenbank OpenPrintTag und ist ab PrusaSlicer 2.9.6 sowie in EasyPrint verfügbar. Die Oberfläche ist so gestaltet, dass geladene Filamente direkt als Farbpalette erscheinen und ähnlich wie in einem einfachen Zeichenprogramm auf das 3D-Modell aufgetragen werden können. Das Repository prusa3d/prusa-fdm-mixer enthält neben dem TypeScript-Code auch einen C 17-Port sowie Browser-Anwendungen, mit denen sich eigene LAB-Farbwerte per Colorimeter einpflegen lassen – damit die Vorhersagegenauigkeit auch für Drittanbieter-Filamente mit der Zeit besser wird.

Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

Microsoft 365: OneDrive bekommt Speicher-Abrechnung nach Verbrauch

Microsoft bastelt an einer neuen Option für den Speicherplatz bei OneDrive. Unter der Roadmap-Nummer 562352 wird ein Pay-as-you-go-Modell eingeführt. Administratoren erhalten damit die Möglichkeit, Speicherbegrenzungen für einzelne Konten flexibel aufzuheben. Statt starrer Lizenzpakete wird der zusätzliche Platz einfach nach tatsächlichem Verbrauch abgerechnet. Das Ganze richtet sich vorerst an die Web-Plattform und deckt verschiedene Cloud-Umgebungen ab.

Die Vorschau sowie die allgemeine Verfügbarkeit sind für Juli 2026 geplant. Bisher mussten Nutzer oft in teurere Tarife wechseln oder Zusatzpakete buchen, wenn der Platz knapp wurde. Mit der neuen Funktion lassen sich gezielt Nutzer bestimmen, die über ihr Limit hinausgehen dürfen, ohne dass direkt für die gesamte Belegschaft neue Lizenzen fällig werden.

Microsoft verspricht sich davon mehr Flexibilität bei der Verwaltung von Datenmengen im Unternehmensumfeld. Ob und wie Privatnutzer von dieser verbrauchsabhängigen Abrechnung profitieren, bleibt abzuwarten. Die Integration erfolgt direkt über das Microsoft 365 Admin Center. Genaue Preise stehen noch nicht fest, werden sich aber vermutlich an den üblichen Azure-Konditionen für Cloud-Speicher orientieren.

Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

Tuta Mail: Mehr Tempo und neue Filter-Tricks




Der deutsche Anbieter Tuta bringt frischen Wind in sein Ökosystem und schraubt an der Geschwindigkeit. Wer Tuta Mail, den Kalender oder Drive nutzt, bekommt jetzt ein paar nützliche Neuerungen serviert. Wer seine E-Mails gerne mit Regeln sortiert, kennt das Problem: Ändert man eine Regel, griff diese bisher oft nur für neue Nachrichten. Jetzt gibt es in den Einstellungen unter E-Mail einen Knopf, um Posteingangsregeln manuell erneut auf den vorhandenen Bestand anzuwenden. Das ist praktisch für Ordnungsliebhaber, die beispielsweise Mails von der Bank nachträglich wegsortieren wollen.

Beim Thema Speed hat das Team ebenfalls nachgelegt. Die Synchronisierung läuft nun flotter ab, was vor allem Nutzern auffällt, die nicht direkt aus Deutschland auf die Server zugreifen. Auch die Suche innerhalb der verschlüsselten Daten wurde beschleunigt. In naher Zukunft soll die Suche standardmäßig das komplette Postfach erfassen, ohne dass der Zeitraum händisch angepasst werden muss.

Für die Verwaltung von Terminen sind Verbesserungen bei den Erinnerungen geplant, damit diese zuverlässiger aufschlagen. Außerdem können Nutzer bald Zeitzonen direkt beim Erstellen von Terminen festlegen. Die Regeln für den Posteingang erhalten zudem Erweiterungen, um Mails automatisch mit Labels zu versehen oder direkt als gelesen zu markieren.

Tuta Drive macht ebenfalls Fortschritte. Nachdem der verschlüsselte Cloud-Speicher erst nur im Browser und in einer geschlossenen Testphase verfügbar war, ist er nun in die Desktop-Clients integriert, auch für Linux. Apps für Android und iOS stehen auf der Roadmap, bevor die offene Beta für alle startet.

Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

EU-Kommission prüft Übernahme von Ceconomy durch JD.com




In Brüssel schaut man sich gerade ein größeres Ding genauer an. Die EU-Kommission hat eine Untersuchung eingeleitet, weil der chinesische Riese JD.com die deutsche Ceconomy AG schlucken will. Zu Ceconomy gehören die bekannten Marken MediaMarkt und Saturn. Das Problem bei der Geschichte ist die Verordnung über drittstaatliche Subventionen. Die Kommission hat die Befürchtung, dass JD.com staatliche Hilfe aus China kassiert hat, was den Wettbewerb hierzulande verzerren könnte.

In der Vorprüfung kam heraus, dass JD.com wohl Steueranreize, Zuschüsse und günstige Finanzierungen erhalten hat, die dem chinesischen Staat zugerechnet werden. Das Geld könnte dafür gesorgt haben, dass JD.com im Bieterstreit um Ceconomy einen Preis auf den Tisch legen konnte, bei dem andere nicht mithalten konnten. Zudem steht die Frage im Raum, ob das fusionierte Unternehmen nach dem Deal durch diese Finanzspritzen Vorteile im europäischen Markt hätte, die schlicht nicht fair gegenüber der Konkurrenz sind.

JD.com ist eine Holding mit Sitz auf den Kaimaninseln, die vor allem in China im E-Commerce und in der Logistik stark ist. Ceconomy hingegen ist der Platzhirsch im stationären Handel mit Technik in Deutschland und anderen EU-Ländern. Seit Mitte 2023 gibt es diese strengen Regeln für Firmen, die ordentlich Umsatz in der EU machen und gleichzeitig hohe Summen an staatlicher Unterstützung aus Nicht-EU-Ländern einstreichen. Konkret geht es um Unternehmen mit mindestens 500 Millionen Euro Umsatz in der EU, die über 50 Millionen Euro (rund 50 Millionen Euro) an Zuwendungen aus Drittstaaten erhalten haben.

Die Kommission hat nun 90 Arbeitstage Zeit für die Prüfung. Bis zum 2. Oktober 2026 muss eine Entscheidung her. Am Ende kann die Behörde die Übernahme entweder ganz verbieten, Auflagen erteilen oder grünes Licht geben. Man darf gespannt sein, ob MediaMarkt und Saturn demnächst tatsächlich fest in chinesischer Hand landen oder ob die Wettbewerbshüter den Riegel vorschieben.

Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

DSA: EU verpasst Temu eine hohe Strafe

Die Bundesregierung will sich den Online-Shop Temu genauer anschauen.


Die Europäische Kommission greift beim Billig-Marktplatz Temu durch. Wegen Verstößen gegen das Gesetz über digitale Dienste (DSA) muss das Unternehmen eine Geldbuße von 200 Millionen Euro zahlen. Der Kern des Problems liegt in der mangelhaften Bewertung systemischer Risiken. Temu hat es versäumt, den Verkauf illegaler Produkte auf der eigenen Plattform vernünftig zu analysieren.

Stattdessen gab es nur allgemeine Informationen zum E-Commerce, während konkrete Nachweise zum eigenen Dienst fehlten, so die EU-Beamten. Die Kommission stellte fest, dass die Gefahr für Käufer massiv unterschätzt wurde. Ein Mystery-Shopping-Test zeigte heftige Mängel auf. Viele Ladegeräte bestanden grundlegende Sicherheitsprüfungen nicht und bei Babyspielzeug gab es Risiken durch gefährliche Chemikalien oder Kleinteile, die zum Ersticken führen können.

Auch die Empfehlungsalgorithmen und Werbeprogramme mit Influencern wurden nicht ausreichend auf ihr Potenzial geprüft, die Verbreitung solcher Schrott-Ware zu fördern. Temu hat nun bis zum 28. August 2026 Zeit, einen Aktionsplan vorzulegen. Darin müssen Maßnahmen stehen, wie die Verstöße abgestellt werden. Sollte der Plan nicht ausreichen oder nicht umgesetzt werden, drohen weitere Zwangsgelder.

Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

Este sitio web utiliza cookies para que usted tenga la mejor experiencia de usuario. Si continúa navegando está dando su consentimiento para la aceptación de las mencionadas cookies y la aceptación de nuestra política de cookies, pinche el enlace para mayor información.

ACEPTAR
Aviso de cookies