#Gastbeitrag – Wie ich ein Startup aufbaue, das keines ist

Irgendetwas zwischen Gründer und Geschäftsführer. So würde ich meine aktuelle Position bei der Solarenergie-Plattform Otovo beschreiben. Seit mittlerweile mehr als einem halben Jahr leite und verantworte ich das Startup, das kein Startup ist. Warum ich mich trotzdem als Gründer fühle und welche Stolpersteine mir in den Weg gelegt wurden, erfahrt ihr in diesem Gastbeitrag.

Tag 1. Ich sitze nicht in der Firmenzentrale in Oslo. Ich höre mir nicht den Adaptionsplan für Deutschland an. Ich bekomme keine zentralen Vorgaben und Guidelines für den erfolgreichen Launch auf dem so wichtigen deutschen Markt. Ich sitze alleine zuhause, in Berlin-Charlottenburg, und starre in meinen privaten Gmail-Account. Ja, ich werde mir als erstes eine Firmen-Email-Adresse einrichten. Danach dann ein Geschäftskonto eröffnen, die GmbH anmelden und den ganzen Legal-Bereich aufsetzen. Obwohl ich auf dem Papier kein “echter” Gründer bin, werde ich die nächste Zeit eine Rolle im deutschen Gründungsapparat einnehmen. Und ich kann sagen: Es ist furchtbar! Kompliziert, nebelig, langsam. Wenn dann noch eine Muttergesellschaft aus Norwegen dazukommt, es sich aber um eine eigenständige, deutsche GmbH handelt, reicht mein BWL-Studium offenbar nicht mehr aus. Zeit für den Anwalt!

Better call Saul: Gründen ohne Anwalt, vergiss es!

Mein Anwalt war gerade in der Anfangszeit auf Wahlwiederholung. Als Plattform gibt es viele rechtliche Stricke, gerade wenn es um das Vermitteln von externen Handwerksbetrieben geht.  Wir bringen Endverbraucher und Solar-Fachbetriebe zusammen. Wir analysieren den Energiebedarf und das Potenzial, machen ein erstes grobes Angebot und verbinden dann. Was einfach klingt – und so soll es auch sein soll – ist im Hintergrund ein wahres Legal-Labyrinth. Als “der etwas andere Gründer” möchte ich hier eine Lanze für all die Gründer und Gründerinnen brechen: Respekt, dass ihr euch durch den Verwaltungsdschungel kämpft und heute da seid, wo ihr seid. Ich war auf dieser abenteuerliche Reise zum Glück nie alleine, habe mich aber oft so gefühlt. Manchmal denke ich, das Unternehmen hat sich Deutschland als Markt so spät ausgesucht, weil sie wussten, wie nervenzermürbend eine Gründung hier ist…

Es gibt keine europäische Blaupause

Als kleine Einordnung: Das Unternehmen wurde 2016 von Andreas Thorsheim, Simen Fure Jørgensen, Lars Syse Christiansen und Andreas Bentzen in Norwegen, Oslo, gegründet. Danach wurden die Märkte in Schweden, Frankreich, Spanien, Polen, Italien und zuletzt Deutschland erschlossen. Dabei bleibt die Vision überall gleich: Europas Dächer voller sauberer, lokaler Energie. Jede Hausbesitzerin bekommt schnell, kostentransparent und unkompliziert ein verbindliches Angebot und wird so aktiv Teil der europäischen Energiewende. Damit wir schnell vorwärts kommen – es ist aktueller denn je – setzen wir auf ein agiles Geschäftsmodell mit dezentralem Ansatz. Heißt im Klartext: Jedes Land steht für sich und wird wie ein Startup behandelt. Warum? Weil die Marktgegebenheiten unterschiedlich sind. Deutschland funktioniert nicht wie Polen und Portugal nicht wie Norwegen. Ein Copy-Paste-Button ergibt keinen Sinn. Deshalb haben wir auch keine Country Manager, sondern eben “die etwas anderen Gründer”. Leute, wie mich, die sich weniger im geschäftsführerischen Sinne verantwortlich fühlen, sondern eher als Gründer berufen. Teil dieser Berufung heißt dann auch: sich um (fast) alles selbst kümmern. Das fängt bei der Geschäfts-Email an, dem Schreibtischstuhl, den eingesetzten Business-Tools (Reporting, Slack, HRIS etc.) und geht weiter über den kompletten People-Bereich, den HR-Prozess, die Vertriebsmannschaft und hört bei bei der Auswahl externer Partner (Recht, Steuern, PR, Marketing) auf.

Auf der anderen Seite heißt Dezentralität bei uns auch: kurze, pragmatische Wege, eigene, schnelle Entscheidungen und eigenverantwortliches Denken. Als Fan von iterativen Prozessen kommt mir das entgegen: Schnell in den Markt gehen, das Produkt in der echten Welt testen, es stetig optimieren. Nur mit dieser Denke war und ist das ganze Projekt in Deutschland überhaupt möglich. Ich (anfangs ich, später wir) musste viele Prozesse und To-Dos parallel anschieben, anders wäre es zeitlich nicht möglich gewesen. Wir wollten schnell auf den deutschen Markt, brauchten schnell gute Handwerksbetriebe, enge, verlässliche Partnerschaften, dann erste Marketing-Maßnahmen und ausgebildete Vertriebsmenschen. Wir haben uns entlang des Sales-Funnels immer weiterentwickelt und Tag für Tag aufgeschlaut, verbessert. Ich habe mir die Fachbetriebe persönlich angesehen, mit ihnen gesprochen und ganz genau hingehört, welche needs und pain points sie haben. So konnte ich schnell wichtige Insights gewinnen und diese ans Team weitergeben.

Der Auftrag war klar – der Rest ein weißes Blatt Papier

Bei all der eigenverantwortlichen Tätigkeit bin ich froh, dass ich vom Headquarter nicht allein gelassen werde. Da gibt es zum Beispiel den Bereich Tech, also das Produkt selbst, unsere Plattform. Sie wird zentral im Headquarter entwickelt und ich darf mich “bedienen”. Auch in puncto Strategie spreche ich mich mit den CEOs des Headquarters ab, wir tauschen uns aus, optimieren uns gegenseitig. Otovo Deutschland – die ganze Firma, die Marke – muss ich aber mit Leben füllen. An Tag 2 habe ich mich also gefragt: Wie baue ich mein Organigramm auf? Welche Positionen möchte ich als erstes besetzen? Wie sieht meine Recruiting-Strategie aus? Gerade die ersten Jobeinstellungen müssen sitzen. Hier bildet sich das menschliche Gerüst, dass du brauchst, um vernünftig wachsen zu können.

Jetzt, sechs Monate später, sind wir knapp 30 Leute. Das hätten wir nicht geschafft, wenn das Gerüst wackelt. Die ersten Stellen müssen Volltreffer sein, damit es schnell und gut werden kann – hier habe ich viel Zeit und Leidenschaft investiert. Denn ich denke weniger in Milestones, sondern in Menschen. Meine Etappenziele waren Jobeinstellungen. Ich bin der festen Überzeugung: Der Rest kommt (fast) von ganz alleine. Es sind die Menschen um dich herum, die das Business gedeihen lassen.

Über den Autor


Christian Rahn ist Geschäftsführer von Otovo Deutschland. Ursprünglich aus Norwegen kommend bringt die Solar-Plattform klima- und preisbewusste Hausbesitzer mit kompetenten Solarinstallateuren zusammen. Das Unternehmen demokratisiert mit günstigen Preisen und großer Transparenz die Branche – und übernimmt die lästigen Aufgaben der Energiewende , indem es nicht nur bürokratische Hürden abbaut, sondern auch die zeitintensive Handwerkersuche stemmt.

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#Gastbeitrag – 3 AHA-Momente als Führungskraft in schnell wachsenden Startups

#Gastbeitrag

Startups, die die Hürden des Anfangs gemeistert haben, stehen vor neuen Herausforderungen. Kam es zu Beginn darauf an, ein gutes Geschäftsmodell zu entwickeln, die Produktqualität zu verbessern und bei Investorinnen zu überzeugen, geht es jetzt ums Skalieren, Team Building und um Führung. Ein Gastbeitrag von Leonie Schulze Bölling.

3 AHA-Momente als Führungskraft in schnell wachsenden Startups

Donnerstag, 12. Mai 2022VonTeam

Viele junge Unternehmen tun sich in der steilen Wachstumsphase schwer. Alte Strukturen und Prozessen reichen nicht mehr, um effektiv zusammenzuarbeiten. Mitarbeiterinnen und Führungskräfte stehen unter Stress. Der Frust steigt, es kommt zu Konflikten. Auch die Ergebnisse bleiben hinter den Erwartungen zurück. All das, obwohl das Geschäftsmodell brillant und ausreichend Finanzierung vorhanden ist. Wie kommt es, dass der Spirit aus der Aufbauphase plötzlich kippt?

Startups, die die Hürden des Anfangs gemeistert haben, stehen auf einen Schlag vor neuen Herausforderungen. Kam es zu Beginn darauf an, ein gutes Geschäftsmodell zu entwickeln, die Produktqualität zu verbessern und bei Investorinnen zu überzeugen, geht es jetzt ums Skalieren, Team Building und um Führung. Diesen neuen Aufgaben sind die jungen Teamleiter oft nicht gewachsen. Die 3 folgenden Key Learnings helfen, ein gut funktionierendes Team aufzubauen und das Leben als Leader entspannter zu machen. 

Ich stelle mehr Fragen als ich Antworten gebe

Als Chefin neige ich dazu, immer eine Antwort zu haben, wenn jemand fragt: “Chef, wie soll ich ihr vorgehen?” Stattdessen stelle ich lieber Rückfragen und gehe in den Coaching-Modus: “Welche Optionen siehst du denn?”, “Wie würdest du dich entscheiden?”. Es ist erstaunlich, wie viele Lösungswege die Mitarbeiterin plötzlich entdeckt. Zudem ermutige ich sie, Entscheidungen selbst zu treffen. Sie wird durch mein Vertrauen in Zukunft seltener Unterstützung brauchen. Gerade in stressigen Phasen ist es nicht einfach, Geduld für den Coaching-Modus aufzubringen. Ich trainiere das deswegen bewusst und differenziere zwischen akuten Hilfe-Situationen und solchen, in denen es die Zeit wert ist, ein kleines Coaching-Gespräch zu führen. Die Lernkurve, die dadurch bei mir und der Mitarbeiterin passiert, ist enorm. 

Ich stelle bewusst Menschen mit unterschiedlichen Persönlichkeitstypen ein

In meiner ersten Führungsrolle – damals habe ich noch für einen großen Konzern gearbeitet – habe ich Leute eingestellt, die mir total ähnlich waren. Wir haben uns prima verstanden. Heute stelle ich fest, wie viel Potenzial uns dadurch verloren gegangen ist. Wir waren uns fast immer einig und sind die Dinge gleichermaßen angegangen. Klingt traumhaft, ist es aber nicht. Viele Fehler hätten wir vermeiden können, wenn jemand mit einem anderen Persönlichkeitstyp, einer anderen Perspektive und Herangehensweise auf das Problem geschaut hätte. Die gesunden Konflikte, die dadurch entstehen, führen zu einem besseren Ergebnis. Heute nutzen wir ein psychometrisches Persönlichkeitsmodell, damit wir verschiedenartige Menschen aufnehmen. Ich lerne dadurch viel mehr über mich und meine eigenen Stärken und kann die meines Teams gewinnbringender einsetzen. Wir gehen mit unseren Persönlichkeitstypen sehr transparent um und wissen genau, wer welche Präferenzen hat. Das ist nicht nur ab uns zu sehr lustig, wir arbeiten dadurch einfach besser zusammen.

Hire slow, fire fast

Oft habe ich es bei der Suche nach neuen Leuten eilig. Ich hätte am liebsten schon gestern jemanden gefunden. Schnell stelle ich daher jemanden ein, der nur zu 80% passt. Immerhin besser als niemanden zu haben. Auf gar keinen Fall! Das ist meistens schief gegangen. Daher wurde mein Credo: “Hell yeah, oder gar nicht.” Entweder ich bin von der Person begeistert oder ich lasse es sein. Keine Kompromisse. Wenn ich unsicher bin, lasse ich mir Zeit und drehe weitere Gesprächsrunden, ziehe Kollegen hinzu. Hire slow. Wenn ich in meinem bestehenden Team spüre, dass jemand nicht hinein passt, lasse ich sie besser heute als morgen gehen. Auch wenn es eine unangenehme Situation ist. Meine Mitgründer sagen immer: “Wenn du schon daran denkst, dass jemand vielleicht nicht passt, ist es genau der richtige Zeitpunkt.” Gerade bei einem Wertekonflikt sind diese Zweifel meist berechtigt. Und das Team freut sich auch, wenn die Entscheidung gefallen ist. Es ist für alle das Beste. Hire slow, fire fast.

Als Führungskraft in schnell wachsenden Unternehmen trage ich die Verantwortung dafür, dass die richtigen Leute an Bord sind, die richtigen Aufgaben übernehmen und diese eigenständig erfüllen können. Meine Führungskompetenz zeigt sich also nicht darin, wie gut ich jedes To Do selbst erledigen kann, sondern darin, wie gut mein Team es kann. Dann kommen wir mit dem schnellen Wachstum zurecht. Denn ich kann mich als Chief auf die Leadership-Aufgaben konzentrieren, statt im operativen Geschäft Zeit und Energie zu verlieren. Alle anderen sind ebenfalls entspannt, produktiv und motiviert, weil sie genau das machen, was ihren Stärken entspricht – auf ihre bevorzugte Weise. Mein Job ist es dann nur noch, zu lenken und im positiven Sinne zu beeinflussen, damit wir die gemeinsamen Ziele erreichen. 

Über die Autorin


Leonie Schulze Bölling ist CEO der CoA Academy und selbst Kundin in ihrem eigenen Unternehmen. Die CoA Academy bildet Führungskräfte in Wachstumsfirmen aus und hilft ihnen, ihre Ziele mit mehr Leichtigkeit zu erreichen. “Entspannte Produktivität” nennen sie das Erfolgsrezept, das erfahrene Business Leader zusammen mit ihrer eigenen geheimen Leadership-Toolbox mit den Mitglieder:innen teilen. Leonie spricht in ihrer Rolle als Geschäftsführerin täglich mit Gründer:innen und People Manager:innen und kann deren Herausforderungen sehr gut nachvollziehen.

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#Gastbeitrag – Alles, was du über Amazon Advertising wissen musst

Amazon Advertising ist eine der mächtigsten PPC-Plattformen im Internet und ringt Google und Facebook immer mehr Werbebudget ab. Kein Wunder, lassen sich die Anzeigen doch mithilfe der echten Kaufdaten, über die nur Amazon verfügt, unglaublich zielgerichtet ausrichten. In diesem Artikel erfährst du, was du über Amazon Advertising und die verschiedenen Werbeformen wissen musst.

Was ist Amazon Advertising?

Unter dem Namen Amazon Advertising bündelt Amazon sein Werbegeschäft. Seller und Vendoren, aber auch Kunden, die nicht auf Amazon verkaufen, können verschiedene Anzeigenformate nutzen. Neben dem klassischen PPC-Geschäft (Pay per Click) gibt es auch die Möglichkeit Display-Anzeigen auf Amazon und im Display-Netzwerk zu buchen. Video und Audio Ads sowie ganz individuelle Werbelösungen, die auch analog ausfallen können, runden das Angebot ab.

Was ist das Alleinstellungsmerkmal von Amazon Advertising?

Amazons Konkurrenten im PPC-Geschäft, wie zum Beispiel Google und Facebook, wissen viel über ihre Nutzer und können Werbung ziemlich zielgerichtet ausspielen. Wenn es aber um das konkrete Kaufverhalten geht, können sie oft nur Vermutung anstellen. Anders bei Amazon: Der Versandhändler weiß nicht nur, für welche Produkte sich seine Kunden interessieren, sondern auch, was sie tatsächlich kaufen. Immerhin gibt ein Amazon Kunde im Durchschnitt 41 Bestellungen pro Jahr auf. Und mehr noch: Durch künstliche Intelligenz lassen sich aus dem Kaufverhalten zahlreiche Rückschlüsse ziehen.

Beispiel

Sucht eine Person bei Google innerhalb eines gewissen Zeitraums besonders häufig nach Themen wie Schwangerschaft, Baby und Erziehung, liegt die Vermutung nahe, dass eine Geburt ansteht. Es kann sich aber auch um eine journalistische Recherche oder das persönliche Interesse der werdenden Oma handeln.

Kauf jemand bei Amazon wiederholt Babysachen, erwartet diese Person ziemlich wahrscheinlich Nachwuchs. Während Google noch rätselt, weiß Amazon anhand der Produktbezeichnung oder Farbgebung schon das Geschlecht. Die Käufer können über die Zielgruppe „werdende Eltern“ direkt mit Display Ads angesprochen werden.

Warum überhaupt Amazon Advertising?

Amazon ist in Deutschland und vielen anderen westlichen Ländern die unangefochtene Nummer eins beim Online Shopping. Nicht nur, dass jeder Amazon kennt. Amazon wird auch von fast jedem genutzt:

Für Amazon ist Deutschland der zweitgrößte Markt, gleich nach den Vereinigten Staaten. Wo viele Käufer sind, tummeln sich auch viele Verkäufer. Entsprechend ist der Amazon Marketplace längst kein Selbstläufer mehr.

In vielen Wettbewerbskategorien tummeln sich so viele Mitbewerber, mit zum Teil den identischen Produkten, dass du ohne Advertising kaum noch von den Potenzialen des weltgrößten Marktplatzes profitieren kannst. Amazon Advertising bietet dir vielfach überhaupt erst die Chance, neue Produkte zu platzieren oder als Händler bei Amazon Fuß zu fassen.

Jedes neue eingestellte Listing fängt ganz unten an. Das heißt, es steht zunächst einmal ganz am Ende der Kategorie- und Suchergebnisseiten. Das Problem: Die meisten der Faktoren, die das organische Ranking bei Amazon beeinflussen, kannst du nur durch Verkäufe optimieren. Denn neben dem Umsatz an sich zählen vor allem Servicemerkmale wie zum Beispiel die Kundenzufriedenheit, die sich beispielsweise in den Bewertungen, der Antwortgeschwindigkeit auf Kundenanfragen sowie der Retourenquote widerspiegelt.

Durch das Schalten von Anzeigen kannst du gezielt Traffic auf deine Listings leiten, Sales generieren und somit auch die Voraussetzungen für ein solides organisches Ranking schaffen, das dich später etwas unabhängiger vom Werbemarkt macht.

Beeinflussen Amazon Ads das organische Ranking?

Ähnlich wie bei Google besteht kein direkter Zusammenhang zwischen der Schaltung von Anzeigen und dem organischen Ranking. Das heißt: Das Ranking deiner Produkte steigt nicht deshalb, weil du in Werbung investierst.

Anders als bei Google gibt es aber eine sehr deutliche indirekte Wirkung, die auch dann noch anhält, wenn du keine Anzeigen mehr schaltest. Denn durch die Anzeigen erhöhst du die Sichtbarkeit, Käufe und Umsätze deiner Produkte. Du erhältst nicht nur mehr Traffic und Conversions, sondern im Idealfall eben auch Bewertungen, Verkäuferfeedback, Stammkunden, etc. All dies beeinflusst dein Ranking positiv und bleibt dir auch nach dem Ende einer Anzeigen-Kampagne erhalten.

Während bei Google nach dem Beenden von Anzeigenkampagnen also der Traffic von jetzt auf gleich wieder auf null fällt, kannst du dir mithilfe von Amazon Ads ein gutes organisches Ranking aufbauen. Ohne Anzeigen ist es für viele aufgrund der großen Konkurrenz kaum noch möglich, bestimmte Rankingfaktoren positiv zu beeinflussen.

Welche Vorteile bietet Amazon Advertising?

  • Mit Amazon Ads kannst du die Sichtbarkeit deiner Produkte steigern – ganz unabhängig ihres organischen Rankings. Das führt zu mehr Klicks, Sales und höheren Umsätzen.
  • Durch mehr Verkäufe optimierst du deine Performance-Faktoren, die das organische Ranking langfristig verbessern.
  • Du kannst die Bekanntheit deiner Marke steigern.
  • Dank Pay per Click (PPC) fallen Kosten nur dann an, wenn auch wirklich jemand auf deine Anzeige klickt – sich also dafür interessiert.
  • Der Einstieg ist bereits mit geringem, jederzeit flexibel anpassbarem Budget möglich.
  • Es stehen viele verschiedene Werbeformate zur Verfügung – je nach verfolgtem Werbeziel.
  • Besucher auf Amazon besitzen eine hohe Toleranz für Werbung, da sie entweder gezielt nach einem Produkt suchen (weit vorangeschritten in der Customer Journey) oder sich bewusst inspirieren lassen wollen.
  • Das Monitoring des Kampagnenerfolgs ist in Echtzeit möglich.

Wer kann Amazon Ads schalten?

Um die klassischen Amazon Ads schalten zu können, benötigst du zunächst einen Seller oder Vendor Account. Als Seller spielt es keine Rolle, ob du Fulfillment by Amazon (FBA) oder Fulfillment by Merchant (FBM) nutzt. Außerdem empfiehlt sich eine Anmeldung bei Amazon Brand Registry. Damit schützt du nicht nur deine Marke, sondern erhältst auch Zugang zum A Content sowie zu den Sponsored Brands, mit denen du deine Markenbekanntheit auf Amazon steigern kannst. Auch für Display Ads ist eine Markenregistrierung Voraussetzung. Display-Anzeigen können über die Demand Side Platform aber auch von Nicht-Sellern und Nicht-Vendoren geschaltet werden.

Eine PPC Agentur ist auf die Erstellung, Schaltung und Optimierung von hochperformanten PPC-Anzeigen spezialisiert. Sie besitzt die Erfahrung, die notwendig ist, um komplexe Kampagnen zu konzipieren und auch in schwierigen Wettbewerbsumfeldern niedrige Klickpreise und eine hohe Rentabilität zu erzielen.

Werbeformen bei Amazon Advertising

Für den Neueinsteiger kann das vielfältige Angebot an Werbelösungen ziemlich komplex sein. Amazon Advertising bietet drei verschiedene Hauptwerbeformen an, die im Folgenden näher erläutert werden.

Sponsored Products

Was sind Sponsored Products?

Mit Sponsored Products können Seller, Vendoren und Kindle-Autoren ihre Produkte auf Amazon bewerben. Dabei erscheint das beworbene Produkt unter anderem in den Suchergebnissen, auf Kategorieseiten sowie auf der Produktdetailseite in derselben Darstellungsweise, wie die übrigen Produkte, was gut für die Klickrate ist. Erkennbar sind Sponsored Products an dem kleinen Hinweis „Gesponsort“ über dem Produkttitel. Die Anzeigen werden ganz zu Beginn der Auflistung sowie mittendrin angezeigt. Die Platzierung hängt von der Höhe des Gebots ab: Die höchsten Gebote bekommen die attraktivsten Plätze in absteigender Reihenfolge.

Sponsored Products erhöhen die Sichtbarkeit des beworbenen Produkts, wodurch sich die Verkäufe deutlich steigern lassen. Das Anzeigenformat ist prinzipiell für jedes Produkt interessant. Besonders aber für die, die (noch) ein schlechtes Ranking haben und deshalb wenige Sales aufweisen. Durch Sponsored Products ist es einfach, die Verkaufszahlen zu steigern und somit auch viele der Faktoren zu beeinflussen, die für das Ranking des Listings verantwortlich sind.

Zwei Sponsored-Products-Anzeigen vor den organischen Suchergebnissen für das Keyword „iPhone 13 Hülle schwarz matt“.

Wer kann Sponsored Products schalten?

Prinzipiell können Sponsored Products von Vendoren sowie von Sellern mit einem professionellen, kostenpflichtigen Seller Account geschaltet werden. Wichtige Voraussetzung ist, dass du über die BuyBox des Listings verfügst, welches du bewerben willst.

Wie funktioniert das Targeting von Sponsored Products?

Du kannst zwischen automatischer und manueller Ausrichtung wählen.

Die automatische Ausrichtung geht am schnellsten und einfachsten. Du gibst Amazon lediglich vor, welches Budget du investieren willst. Das Targeting erledigt ein Algorithmus, der die vielversprechendsten Produkte aussucht und anhand deines Listings Keywords analysiert, bei denen die Anzeigen erscheinen.

Der Nachteil der automatischen Ausrichtung besteht darin, dass du keinerlei Kontrolle über die Kampagne hast. Ein Algorithmus ist immer nur ein Algorithmus, der die Feinheiten deines Listings nur bedingt erkennen kann. In der Praxis bedeutet das, dass deine Ads auch für Keywords angezeigt werden, die du selbst wahrscheinlich nicht gebucht hättest. Niemand kennt dein Produkt und deine Zielgruppe besser als du selbst!

Die manuelle Ausrichtung ist zwar deutlich aufwendiger, bietet dir aber die volle Kampagnenkontrolle. Du kannst alles selbst einstellen:

  • Keywords und deren Genauigkeit (exakt oder breit gefasst)
  • Negative Keywords (z. B. Ausschluss von „WC Brille“, wenn es um Sehhilfen geht)
  • Kategorien
  • Produkte (anhand der ASIN)
  • Anzeigenplatzierung
  • CPC-Gebote pro Keyword

Manuelle Kampagnen lassen sich deutlich feiner ausrichten, so dass der Streuverlust geringer ausfällt. Zudem bieten sie die Möglichkeit der kontinuierlichen Optimierung, was im Idealfall zu sinkenden Kosten bei steigenden Verkäufen führt.

Dafür bedarf es natürlich mehr Know-how, zum Beispiel was die Keyword-Recherche angeht. Mit ihr steht und fällt der Erfolg deiner selbstgesteuerten Kampagne.

Sponsored Products: Der perfekte Einstieg

Sponsored Products ein sich hervorragend für den Einstieg in die Welt von Amazon Advertising geeignet. Du musst dir keine Gedanken über die Anzeigengestaltung machen und bei automatischer Ausrichtung auch nicht über das Targeting.

Sponsored Brands

Was sind Sponsored Brands?

Sponsored Brands sind Anzeigen, die insbesondere dazu dienen, deine Marke und das damit verbundene Produktportfolio bekannter zu machen. Sie werden auf Suchergebnisseiten sowie Produktdetailseiten angezeigt. Aus diesen Anzeigen kannst du in der Regel nicht nur auf einzelne Produkte, sondern auch auf deinen Amazon Store sowie Landingpages mit individuell zusammengestellten Produkten verlinken.

Es gibt drei verschiedene Arten von Sponsored Brands Ads:

  • Produktkollektionen

Produktkollektionen bestehen aus deinem Markenlogo, einer benutzerdefinierten Überschrift sowie mindestens drei ausgewählten Produkten. Optional kannst du zusätzlich ein benutzerdefiniertes Bild hinterlegen, was die Aufmerksamkeit für die geräumige Werbeanzeige erhöht. Das solltest du also wann immer möglich tun. Beim Klick auf das Logo oder die Headline kommt der Nutzer zum Store. Beim Klick auf ein Produkt auf die Produktdetailseite.

Du kannst Produktkollektionen für Keywords, Kategorien und Produkte (ASINs) ausspielen.

Produktkollektion-Anzeige mit individuellem Bild, präsentiert auf der Suchergebnisseite zum Keyword „Powerbank klein“.

  • Store Spotlight

Store Spotlight Ads sind ähnlich aufgebaut wie die Kollektionen, allerdings geht es ausschließlich darum, Traffic auf Seiten des Markenshops zu lenken und nicht auf einzelne Produkte. So verhilfst du deinem Store zu mehr Sichtbarkeit. Anstelle der Einzelprodukte werden Bilder angezeigt, die zu einer Unterseite führen, die du im Store relativ frei gestalten kannst. Die Überschrift kann wieder individuell festgelegt werden. Damit du Store-Spotlight-Anzeigen buchen kannst, muss dein Store über mindestens vier Seiten verfügen.

Beispiel für eine Store Spotlight Ad, die beim Suchbegriff „damen schuhe elegant“ eingeblendet wird.

Kollektionen oder Spotlight? Die richtige Strategie entscheidet!

Jede Art von Sponsored Brands hat seine Vor- und Nachteile. Wenn du Anzeigen für ziemlich konkrete Suchbegriffe (Beispiel: „Damenschal gemustert hellblau“) schalten willst, empfiehlt es sich in der Regel direkt passende Produkte zu präsentieren.

Weiter gefasste Suchbegriffe (Beispiel: „Damenschuhe elegant“) deuten darauf hin, dass der Nutzer selbst noch keine konkrete Vorstellung hat. Hier mit nur drei Produkten genau seinen Geschmack zu befriedigen ist schwierig. Oft führt das dazu, dass ein Produkt zwar angeklickt wird, der Nutzer dann aber wieder zurück zur Suchergebnis- oder Kategorieseite klickt. Dann wird häufig ein weiteres gesponsortes Produkt aufgerufen. Da für jeden Klick Kosten anfallen, wird der Return on Ad Spend immer geringer – die Rentabilität der Kampagne sinkt.

Deshalb ist es für unspezifische Keywords strategisch sinnvoll eher auf Sponsored Brands zu setzen. Diese kannst du wahlweise zu einer Store-Seite oder einer Landingpage verlinken. Dort kannst du dein vielfältiges Produktportfolio präsentieren, ohne für jeden weiteren Klick zahlen zu müssen.

  • Video

Video-Anzeigen dienen dazu, ein konkretes Produkt visuell anspruchsvoll zu bewerben. Die Anzeigen bestehen aus einem Produktbild, dem Produkttitel, der Sternbewertung und der Anzahl der Sterne sowie Preis und Prime-Berechtigung. Diese Informationen werden automatisch aus dem Listing übernommen und sind nicht anpassbar.

Zusätzlich wird großflächig ein Video angezeigt, das automatisch abspielt wird, wenn mindestens 50 Prozent des Videos im sichtbaren Bereich des Betrachters liegen. Das Video wird stumm gestartet. Der Ton kann über einen Button unten rechts aktiviert werden. Das Video läuft in Endlosschleife, wird also immer wieder abgespielt.

Tipps für Sponsored Brands-Videos

  1. Halte dein Video kurz und prägnant – 10 bis 30 Sekunden sind ideal.
  2. Zeige dein Produkt innerhalb der ersten Sekunden und spanne die Zuschauer nicht zu sehr auf die Folter. Solche Videos sind nachweislich erfolgreicher.
  3. Füge eine Endcard hinzu, die einen Call to Action enthält.
  4. Beobachte den Erfolg: Der Ton-Button in der rechten unteren Ecke führt nicht selten dazu, dass Nutzer versehentlich auf das Produkt klicken, zur Detailseite gelangen und dann wieder zurück navigieren, weil sie eigentlich das Video sehen wollten. Um unnötige Klickkosten zu vermeiden, kann es sinnvoller sein, ein Video ohne Ton hochzuladen.
  5. Wenn du Videos ohne Ton nutzt, solltest du Untertitel verwenden, damit deine Botschaft trotzdem rüberkommt. Denke auch an die Nutzer, die keinen Ton einschalten können, weil sie zum Beispiel im Büro sitzen.

Wer kann Sponsored Brands schalten?

Für Sponsored Brands benötigst du ebenfalls einen zulässigen Vendor oder Saller Account. Außerdem muss deine Marke im Markenregister von Amazon (Amazon Brand Registry) eingetragen sein.

Wie funktioniert das Targeting von Sponsored Brands?

Die Ausrichtung von Sponsored Brands ist über Keywords und Produkte möglich.

Bei der Keyword-Ausrichtung werden Suchbegriffe definiert, bei denen die Sponsored-Brands-Anzeigen eingeblendet werden, wenn das individuell eingegebene CPC-Gebot ausreichend hoch ist.

Bei der Produktausrichtung werden gezielte Produkte anhand ihrer ASIN targetiert. Die Anzeigen erscheinen auf der Produktdetailseite. So kannst du beispielsweise Werbung ganz gezielt bei Konkurrenzprodukten schalten und versuchen, Kunden auf dein Listing zu locken. Eine andere Strategie ist es, auf diese Weise gezielt Zubehörartikel zu dem Produkt, in dessen Listing du wirbst, anzubieten.

Für Sponsored Brands gibt es keine automatische Ausrichtungsmöglichkeit, weshalb die Kampagnenerstellung und -optimierung aufwendiger ist als bei Sponsored Products.

Sponsored Display

Was sind Sponsored-Display-Anzeigen?

Sponsored-Display-Anzeigen besitzen eine deutlich höhere Reichweite als Sponsored Products oder Sponsored Brands, weil diese nicht nur auf der Amazon-Website, sondern auch im Amazon-Werbenetzwerk ausgespielt werden. Dieses umfasst neben zu Amazon gehörigen Seiten wie Twitch oder IMDb, Apps und Fire TV sowie Websites von Drittanbietern, die nicht näher benannt sind.

Die Anzeigenerstellung erfolgt automatisch auf Basis der zur Bewerbung ausgewählten Produkte. Auf Amazon erscheinen Display Ads beispielsweise auf der Startseite, in den Suchergebnissen und auf der Produktdetailseite.

Sponsored Display Ad unterhalb auf einer Produktdetailseite unterhalb der BuyBox.

Wer kann Sponsored Display Ads schalten?

Seller und Vendoren, die ihre Marke im Amazon-Markenregister eingetragen haben. Du musst nicht im Besitz der BuyBox sein.

Wie funktioniert das Targeting von Sponsored Display Ads?

Anders als die anderen beiden beschriebenen Werbearten werden Sponsored-Display-Anzeigen nicht anhand von Keywords ausgespielt. Stattdessen steht eine beeindruckende Vielfalt an Einkaufs- und Kontextsignalen zur Verfügung:

  • Produkt-Targeting: Ausrichtung anhand von (ähnlichen) Produktmerkmalen wie zum Beispiel einzelnen ASINs oder Kategorien
  • Interessen: Ausspielung anhand von auswählbaren Interessensgebieten, die Amazon durch das individuelle Nutzerverhalten identifiziert hat
  • Weitervermarktung nach Aufrufen: Retargeting von Nutzern, die sich in den letzten 30 Tagen zum Beispiel dein Produkt, Konkurrenzprodukte oder (ähnliche) Produktkategorien angeschaut haben
  • Amazon-Zielgruppen: Lifestyle, Interessen, Lebensereignisse, In-Market

Amazon-Zielgruppen sind extrem mächtig. Hier können von angehenden Eltern über Veganer bis hin zu Besitzern bestimmter Automodelle sehr gezielt und tiefgehend Personen angesprochen werden.

Display Ads werden je nach Targeting-Methode mit CPC oder vCPM, also per tausend sichtbarer Impressions, abgerechnet.

Die wichtigsten Kennzahlen für Amazon Advertising im Überblick

Kennzahlen verraten dir, wie erfolgreich deine Kampagne performt. Das Monitoring und die Analyse des Datenmaterials sind Voraussetzung für die stetige Kampagnenoptimierung. Werbeerfolg zeichnet sich dadurch aus, dass du für dein verfügbares Budget möglichst viel Traffic, Sales und letztlich natürlich auch Umsatz erhältst.

  • Ad Spend (Werbeausgaben)

Der Ad Spend ist der tatsächlich für Werbung ausgegebene Betrag innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Wichtig: Nicht zu verwechseln mit dem Werbebudget! Wenn dein Budget pro Monat bei 3.000 Euro liegt und du über PPC-Anzeigen 2.680 Euro ausgibst, sind die 2.680 Euro dein Ad Spend.

  • Click Through Rate (Klickrate)

Prozentualer Anteil derjenigen Nutzer, die deine Anzeige nicht nur gesehen, sondern auch angeklickt haben.

  • Conversion Rate (Konversionsrate)

Prozentualer Anteil derjenigen Nutzer, die nach einem Klick eine Bestellung aufgegeben haben – also zum zahlenden Kunden geworden sind.

  • Advertising Cost of Sale (ACoS)

Der Advertising Cost of Sale ist eine Amazon-spezifische Kennzahl, die etwas über die Effizienz deiner Kampagne aussagt. Sie ist gemeinsam mit dem RoAS die geläufigste Kennzahl zum Steuern von Werbekampagnen. Der Wert gibt das prozentuale Verhältnis zwischen deinen Werbeausgaben und deinem Werbeumsatz an. Oder anders ausgedrückt: Wie viel Ad Spend du für einen Euro Umsatz investieren musstest. Berechnung: ACoS = Werbeausgaben / Werbeeinnahmen

  • Return on Ad Spend (RoAS)

Der Return on Ad Spend ist eine klassische Kennzahl für Werbekampagnen im Online Marketing. Als Gegenteil vom ACoS gibt er an, wie viel Umsatz jeder für Werbung ausgegebene Euro einbringt. Berechnung: RoAS = Werbeeinnahmen / Werbeausgaben

Fazit: Amazon ist die mächtigste PPC-Plattform für Händler

Amazon Advertising bietet Sellern und Vendoren unglaublich viele Chancen ihr Potenzial zu fördern. Die verschiedenen Werbemodelle eignen sich sowohl für Anfänger als auch für Handelsprofis – erfordern aber stets eine Strategie, um am Ende wirklich erfolgreich zu sein. Wie bei anderen PPC-Modellen kannst du ohne Strategie auch auf Amazon schnell dein Werbebudget verbrennen, ohne nennenswerte Erfolge zu verzeichnen.

Das tiefgehende Wissen um das Einkaufsverhalten seiner Kunden ist ein enorm wertvolles Alleinstellungsmerkmal, das Händler unbedingt für sich nutzen sollten. Weder bei Google noch bei Facebook oder Twitter lassen sich Käufer zielgerichteter ansprechen als auf Amazon.

Über den Autor


Christoph Heiermann ist Digital Native und sein gesamtes Berufsleben online aktiv. Er ist langjähriger Händler auf dem Amazon Marketplace und hat dort bereits mehrere erfolgreiche Marken etabliert. Damit auch andere Händler und Hersteller von seinem Wissen und seiner Erfahrung aus vielen Jahren Amazon Business profitieren können, hat er die Amazon Agentur everrank gegründet. Gemeinsam mit seinem Team berät, betreut und trainiert er kleine und große Händler bei sämtlichen Aktivitäten auf dem Amazon Marketplace.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Tada Images / Shutterstock.com

#Gastbeitrag – Vier Maßnahmen, die das Unternehmenswachstum in Krisenzeiten stärken

In den vergangenen Tagen und Wochen habe ich des Öfteren über einen Satz von Winston Churchill nachgedacht. Er sagte einst den berühmten Satz: “Man darf eine Krise nicht vergeuden” – aber was bedeutet dies in der Praxis, in der heutigen Zeit? Es ist schmerzlich zu sehen, wie Menschen gezwungen sind, ihre Heimat und ihr Leben zurückzulassen, um in Sicherheit zu sein und meine Gedanken und Gebete sind bei den Betroffenen dieses Konflikts.

Als CEO eines multinationalen Unternehmens bekomme ich die Auswirkungen in vielerlei Hinsicht zu spüren. In erster Linie stehen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Mittelpunkt: Wir haben 500 Kolleginnen und Kollegen und Dienstleister sowie 2.000 Lehrerinnen und Lehrer in über 49 Ländern. Mit allen unseren ukrainischen Teammitgliedern haben wir umgehend gesprochen und dafür gesorgt, dass sie in Sicherheit sind und finanzielle Unterstützung erhalten, um Entscheidungen über einen Umzug treffen zu können. Auch unsere russischen Teammitglieder wurden bei der Umzugsplanung unterstützt. Obwohl zu diesem Zeitpunkt der unmittelbare Bedarf an Hilfe in Osteuropa offensichtlich war, boten wir unabhängig von ihrem Aufenthaltsort allen, die sie benötigten, dieselbe Unterstützung an.

In diesem Zusammenhang habe ich darüber nachgedacht, was ich aus dieser Situation lernen kann. Folgende Punkte geben mir Orientierung, um die Produktivität in meinem Unternehmen zu erhalten, die Unsicherheit zu reduzieren und die Zukunft zu gestalten:

Überprüfung aller Unternehmensbereiche

Jeder von uns tappt in die Falle, vieles so zu machen, wie es schon immer gemacht wurde. Aber eine Krise gibt jedem von uns die Gelegenheit, sich zu trauen und die Normalität in Frage zu stellen, da die Situation nicht „business as usual“ ist. Eine strategische Überprüfung des Unternehmens aus allen Blickwinkeln sollte nicht nur einmal im Jahr oder in schwierigen Zeiten vorgenommen werden. Meiner Meinung nach ist es eine gute Idee, jeden Aspekt des Unternehmens vierteljährlich kritisch zu analysieren, möglicherweise sogar monatlich, je nach Branche, in der man tätig ist. Nichts ist heilig – stellt alles in Frage!

Als Entrepreneure sind wir bereits darauf programmiert, anders zu denken. Unsere Risikobereitschaft unterscheidet sich von derer anderer, und wir können eine Herausforderung einschätzen und uns überlegen, welche Lösungen wir zu ihrer Bewältigung umsetzen könnten. Ein Beispiel dafür ist Intch, eine KI-gestützte Networking-App, die „die sozialen Verbindungen zwischen Fachkräften auf der ganzen Welt von Grund auf verändern soll“. Dem Gründer von Intch wurde schnell klar, dass es notwendig war, Fachkräfte aus der Ukraine und anderen betroffenen Regionen mit Branchenkollegen in den Nachbarländern in Kontakt zu bringen, um Arbeitsmöglichkeiten infolge einer Relocation zu finden. Intch führte schnell eine Lösung ein, die sich ausschließlich mit diesem Thema befasst: relocation.intch.org. Für mich ist dies ein hervorragendes Beispiel dafür, wie ein Unternehmer ein Produkt entwickeln kann, das in Krisenzeiten einen wertvollen Beitrag leisten kann.

Transparenz in der Kommunikation bewahren

Eine transparente Kommunikation zu gewährleisten ist immer wichtig, aber in einer Krise ist sie besonders notwendig. Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes in Zeiten allgemeiner Instabilität ist eine der häufigsten Ursachen für Angstzustände. Das Unbekannte verschärft diese Angst noch. Zu schweigen und auf Fragen nicht zu antworten, ist eine aussichtslose Taktik. Eine solche Haltung destabilisiert das Team nur noch mehr.

Schweigen hilft nicht, Offenheit und Ehrlichkeit gegenüber den Mitarbeitenden zählt. Wenn ein Unternehmen bereits einen Plan zur Krisenbewältigung hat, sollten alle darüber informiert sein, nicht nur das Management. Das Team muss vor Änderungen im Arbeitsablauf gewarnt werden, z. B. wenn sich die Arbeitsbelastung erhöht oder verringert. Was kann das Team in naher Zukunft erwarten, mit welchen Unterstützungsmaßnahmen kann es rechnen? Informationen hierüber und eine offene Kommunikation helfen den Mitarbeitenden, wieder auf die Beine zu kommen.

Bei uns haben wir beispielsweise sehr schnell ein zweimonatliches „All Hands“-Treffen eingeführt, bei dem das Managementteam die Sorgen der Belegschaft direkt ansprach. Wir waren vollkommen ehrlich, was die Auswirkungen des Krieges auf unser Unternehmen anbelangt, und haben die Sorgen um den Lebensunterhalt der Mitarbeitenden dadurch zerstreut, dass wir ganz offen über die finanzielle Lage des Unternehmens gesprochen haben – wir haben ihnen am Tag des ersten Treffens buchstäblich gesagt, wie viel Geld wir auf der Bank haben. Die Rückmeldungen, die wir nach diesem Treffen erhielten, waren ermutigend, da alle das Gefühl hatten, dass ihre Sorgen angesprochen worden waren. Diese Treffen werden wir auch in Zukunft fortsetzen, denn dadurch habe ich viele Erkenntnisse darüber gewonnen, wie unsere Mitarbeiter über ihre Aufgaben und unser Unternehmen denken.

Politik ausblenden und sich darauf konzentrieren, etwas zu bewirken

Politik entzweit oft, selbst in Zeiten des Friedens, und kann Beziehungen zerstören. Meine Regel lautet, Politik aus der geschäftlichen Kommunikation herauszuhalten. Ich erinnere meine Teams immer daran, dass wir hier sind, um etwas aufzubauen und zu schaffen.

Dies ist besonders wichtig in Zeiten von Krieg und Konflikten, wenn die Spannungen hoch sind. Wenn dies in einem internationalen und multikulturellen Unternehmen wie dem unseren nicht beachtet wird, kann Politik dazu führen, dass ganze Teams auseinanderbrechen.

Wir weisen unser Team regelmäßig darauf hin, dass die Diskussion politischer Nachrichten während geschäftlichen Besprechungen und auf geschäftlichen Kommunikationsplattformen tabu ist. Natürlich steht es ihnen frei, diese Themen in ihrer Freizeit oder auf einer Opt-in-Basis wie privaten Chats und Einzelgesprächen zu diskutieren. Unsere Teammitglieder unterstützen sich gegenseitig und wollen helfen, wo sie können. So haben beispielsweise einige von ihnen eine Gruppe zum Thema Umzug in die Türkei gegründet, in der Kolleginnen und Kollegen ihre Ratschläge für den Start in der Türkei austauschen.

Persönliche Betreuung und zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen für die Mitarbeiter bereitstellen

Während einer Krise sollte die Unterstützung so gezielt wie möglich sein. Jeder Fall und jede Maßnahme sollte individuell betrachtet werden, basierend auf der aktuellen Lebenssituation des Mitarbeiters, seinen persönlichen Umständen und den Möglichkeiten des Arbeitgebers.

Ein Beispiel dafür ist das Angebot einer unbegrenzten Freistellung, bei der der Arbeitnehmer selbst entscheiden kann, wann er eine Pause braucht. Bei uns legen wir großen Wert auf ein gesundes und motivierendes Arbeitsumfeld. Wir erkennen die Leistungen unserer Mitarbeitenden an und haben Verständnis dafür, wenn sie eine Pause von ihren Aufgaben und Herausforderungen benötigen. Ein paar Tage Auszeit von der Arbeit können helfen, „neu zu starten“.

Bei Beschäftigten aus Ländern, die nicht von der Krise betroffen sind, reicht möglicherweise ein allgemeines Gespräch über die Lage des Unternehmens oder das Angebot von Unterstützung für die mentale Gesundheit aus, um produktiv zu bleiben. Diejenigen, die direkt von der Situation betroffen sind, brauchen jedoch mehr Hilfe. Zum Beispiel psychologische Hilfe und finanzielle Unterstützung.

Ich bin überzeugt, dass eine Krise positive Effekte haben kann, wenn sie überlegt gemanagt und umgesetzt wird. Deshalb müssen wir uns fragen: Wie beeinflusst die Situation mein Unternehmen, meine Belegschaft, meine Kunden, meine Branche als Ganzes? Und wie kann das, was wir beruflich tun, einen positiven Einfluss auf die Welt haben?

Wie engagieren uns dafür, Kindern die englische Sprache beizubringen, damit sie an Möglichkeiten teilhaben können, die ihnen helfen, eine bessere Zukunft für sich und andere aufzubauen. Durch die Unterstützung unserer Kolleginnen und Kollegen konnten unsere Lehrerinnen und Lehrer weiterhin unterrichten und Geld verdienen, und im Gegenzug konnten unsere Schülerinnen und Schüler ihren Unterricht mit sehr wenigen Unterbrechungen fortsetzen. Wenn sie nicht in der Lage waren zu lernen, haben wir uns um die nötige Stabilität gekümmert und dafür gesorgt, dass ihre Abonnements pausiert wurden, bis sie sich an ihre neue Situation gewöhnt hatten.

Wir hoffen, dass aus den Kindern, die über unsere Plattform Englisch lernen, Erwachsene werden, die über internationale Grenzen hinweg effektiv kommunizieren und eine verantwortungsvolle und friedliche Gesellschaft aufbauen.

Über den Autor


Max Azarov ist Mitbegründer und CEO von Novakid, einer Online-KI-Plattform, die Kindern im Alter von 4 bis 12 Jahren durch Gamification personalisiertes Englischlernen ermöglicht. Max Azarov ist ein erfolgreicher Serial Entrepreneur mit zahlreichen Unternehmungen im Cloud-Bereich. Er war unter anderem bei LG Electronics, Google, Cyber Vision und Digital 5 tätig.

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#Gastbeitrag – Beyond Money: Worauf sollten Startups bei der Auswahl von VCs heute achten?

Für Gründer:innen war es noch nie so einfach an enorme Summen Kapital zu kommen. Die Anzahl und auch die Höhe von Investitionen in deutsche Startups steigt und steigt. Das bedeutet unter anderem: Es gibt eine Verschiebung im Machtverhältnis. Gründer:innen können sich Investor:innen aussuchen. Die Höhe der gebotenen, potenziellen Investitionen von verschiedenen VCs spielt dabei nur noch eine untergeordnete Rolle – die Summe wird genug sein. Im heutigen Markt stellt sich also die (vor wenigen Jahren noch) luxuriöse Frage: Wenn es nicht nur ums Geld geht – Worauf sollten Gründer:innen bei der Auswahl des richtigen VCs achten?

Überzeugung vom ersten Tag an

Das Team und die Idee müssen überzeugen, der Zeitpunkt für das Produkt muss gekommen sein und die ersten Geschäftzahlen sollten gut aussehen – keine Frage. Ist all das alles erfüllt, dann stehen die Chancen ziemlich gut, gleich mehrere VCs von sich zu überzeugen. Auf welche Zeichen sollten Gründungsteams also bei Gesprächen mit Investor*innen achten, wenn es darum geht, den einen passenden VC für sich auszuwählen? Eine Grundbedingung für eine gute Zusammenarbeit zwischen Startup und VC: Beide Seiten sollten absolut von der Chance, die das Startup bietet, überzeugt sein und mit Begeisterung daran arbeiten. Achtet also darauf, ob die Überzeugung für euer Unternehmen von Tag 1 an bei den Investor:innen zu finden ist und über die nächsten Wochen der Verhandlungen und Gespräche anhält. Es gilt aber auch: Ein guter VC stellt ebenso kritische Fragen und fordert Startups, die für eine Investition in Frage kommen, auch heraus – egal wie überzeugt er ist und wie groß die Euphorie ist. Kommen gar keine kritischen Nachfragen und bestehen Gespräche nur aus Beweihräucherung für das Startup, ist das defintiv ein Warnzeichen.

Eine spezielle Expertise in EUREM Geschäftsfeld

Peak co-Gründer und Managing Partner Johan van Mil hat es in einer Dokumentation über Investore:innen einmal auf den Puntk gebracht: “Als ich mein erstes Unternehmen gegründet habe, hat das Jahre gedauert und mich viel Geld gekostet. Heutzutage ist es einfacher als je zuvor, ein Unternehmen zu gründen. Alles ist direkt verfügbar: Büros, Technik, Cloud-Lösungen. Und: Es ist sehr viel Geld auf dem Markt. Für Gründer:innen geht es heute also nur noch um Geschwindigkeit und Durchführung.”

Um mit einer Idee schneller zu sein als die Konkurrenz und sie besser umzusetzen, braucht es starke Partner mit Erfahrung in genau dem Tätigkeitsbereich, in dem ihr euch bewegt. VCs haben sich spezialisiert, in einem bestimmten Feld ein Netzwerk aufgebaut und können auf jahrelange Erfahrung in bestimmtem Bereichen zurückblicken. Diese Spzialiserung findet ihr bei den Betreibern des VC, die zuvor selbst als Unternehmer:innen in einem bestimmten Bereich tätig waren, oder im bisher aufgebauten Portfolio. Gibt es dort bereits Unternhemen im selben Markt, oder mit ähnlichen Herausforderungen? Bei Peak liegt der Fokus bspw. auf Early Stage SaaS-, Marktplatz- und Plattformmodellen. Egal in welchem Bereich ihr euch bewegt – es wird einen VC genau für eure Niesche geben. Findet ihn.

Gründer:innen sei auch empfohlen Investor:innen zu fragen, wie diese ihr Geschäft beurteilen. Was sind Punkte in eurem gepitchten Modell, dass sie auch in anderen Unternehmen in ihrem Portfolio wiederfinden? Werdet konkret, um dieses Fachwissen zu testen und zu erforschen.

Die persönliche Chemie und das Bauchgefühl

Ihr werdet für eine lange Zeit eng mit euren Investor:innen zusammenarbeiten. Stellen also sicher, dass Ihr auf der selben Wellenlänge seid. Selbst wenn die Zahlen, die Strategie, alles wirtschaftliche anscheinend zwischen Investor:in und Gründer:innen zusammenpasst: Wenn das Bauchgefühl sagt, dass die Person gegenüber nicht die richtige ist, dann lasst euch auf dieses Gefühl ein. Fragt euch: Warum?

Investor:innen ist diese Gefühl auch nicht fremd. In solchen Fällen schauen wir auf folgende Fragen:

– Können wir den Gründer:innen wirklich vertrauen?

– Wissen sie, wovon sie da reden?

– Können Sie andere von dieser Idee überzeugen und inspirierend wirken?

– Wollen wir jede Woche ein paar Stunden mit ihnen verbringen?

Geht diesen Fragen auf den Grund. Und denkt immer daran: Wenn es menschlich nicht funkt, dann wird die Zusammenarbeit nicht kreativ, offen und direkt, sondern lediglich anstrengend und blockiert – und das schadet auf kurz oder lang eurem Business und macht Vorstandssitzungen noch langweiliger.

Kultur beim potentiellen VC

So viele Unternehmen es gibt, so viele verschiedene Ansichten gibt es, wie man diese Unternehmen führt und wie unternehmerischer Erfolg aussieht. Ihr müsst nicht zu 100 % mit allen Ansichten eines VCs übereinstimmen (verschiedene Perspektiven und Austausch sind wertvoll). Die Kutur in eurem Startup und bei einem potentiellien VC Investor sollte aber in dieselbe Richtung gehen. Stellt in Gesprächen also die richtigen Fragen zur Kultur und Ausrichtung: Was macht eine gute 5-Jahres Strategie aus? Wie stellt sich der VC erfolgreiches Wachstum vor? Welche Werte und Ziele sind diesem VC wichtig? Hat man dasselbe Verständnis von Erfolg, Entscheidungsfindung, Unternehmensführung und Hierarchie?

Kultur sagt viel über ein Team und ein Unternehmen aus. VCs sind auch Unternehmen – untersucht also deren interne Kultur:

Wie steht es dort um Diversität im Team? Wie wird die interne Entscheidungsfindung gehandhabt (z. B. im Investitionsprozess oder im Investitionsausschuss)? Wird die Eigenverantwortung der eigenen Mitarbeiter gefördert?

Im War for Talent etnscheidet Recruiting über Erfolg und Misserfolg eines Unternehmens

Die Great Resignation ist auch in Deutschland angekommen. Fehlende Bewerber und enormer Druck beim Recruiting betrifft bei weitem nicht mehr nur IT-Fachkräfte. Sucht nach Investor:innen, die sich beim Recruiting für die Portfoliounternehmen einsetzen und über das Wissen und Netzwerk dafür verfügen.

Wir haben gelernt, dass es in der ersten Phase der Investitionen wichtig ist, das Gründungsteam um einige wichtige Mitarbeiter:innen zu erweitern, um das Team zu ergänzen und auf eine Skalierung vorzubereiten. Deshalb sind wir als VC, und auch unsere Partner, in ständigem Gespräch mit großartigen Leuten auf dem Markt, die einen Wechsel in Erwägung ziehen. Darüber hinaus sind wir auch an Gesprächen mit potenziellen Kandidat:innen auf Managementebene beteiligt, um mit unserer Erfahrung und Einschätzung zu unterstützen.

Portfolio Due Diligence – was sagen die anderen Gründer über den VC?

Die Due Diligence, also eine sorgfältige Prüfung, wird eigentlich von einem Käufer bspw. bei einem Unternehmenskauf oder dem Kauf von Unternehmensbeteiligungen veranlasst. Aber wie schon geschildert: Der Markt hat sich geändert und Prozesse drehen sich um. Gründer:innen sollten ebenso einmal eine „softe“ Due-Dilligence Prüfung der Investor:innen machen, die sich um sie bewerben. Was sagen andere Gründer über das Investor-Unternehmen? Wie sieht das Portfolio aus? Wie erfolgreich waren andere Unternehmen aus dem Portfolio? Gab es große Skandale / Umbrüche / Streitigkeiten zwischen dem VC und Gründer:innen in der Vergangenheit? Setzt sich der VC öffentlich für seine Portfolio Unternehmen ein / wirbt dafür / unterstützt wo er kann?

Über die Autorin


Madeline Lawrence ist Head of DACH beim europäischen VC Peak. Vom Berliner Peak Büro aus sucht sie nach großartigen Teams, die Early Stage SaaS-, Marktplatz- und Plattform-Unternehmen aufbauen. Bevor sie zu Peak kam, baute Madeline ASIF Ventures auf, einen First-Check-VC-Fonds für junge Gründer, der von Angeln und Universitäten unterstützt wurde. Ihre VC Karriere startete Madeline bei Rockstart, einem globalen Accelerator und VC-Fonds.

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