
Google schraubt weiter an der Sicherheit von Android und hat für 2026 ein Paket geschnürt, worüber man aktuell in der Android Show informierte. Ein großes Thema sind manipulierte Bankanrufe, das sogenannte Spoofing. Künftig arbeitet das System direkt mit Banken zusammen, um eingehende Anrufe zu verifizieren. Wenn eine Nummer vorgaukelt, von der Hausbank zu kommen, das Finanzinstitut den Anruf im Hintergrund aber nicht bestätigt, bricht Android die Verbindung sofort ab. Das Ganze startet demnächst bei Revolut sowie Nubank und setzt mindestens Android 11 voraus.

Auch bei der Erkennung von Bedrohungen in Echtzeit legt Google nach. Die Live Threat Detection nutzt KI auf dem Gerät, um verdächtiges App-Verhalten aufzuspüren. Neu ist die Warnung vor Apps, die SMS heimlich weiterleiten oder das System überlagern, um Nutzer zu Fehlklicks zu verleiten. Unter Android 17 kommt ein dynamisches Monitoring hinzu, das merkt, wenn Apps plötzlich ihre Icons verstecken oder im Hintergrund die Barrierefreiheitsdienste missbrauchen. Chrome bekommt ebenfalls ein Upgrade und scannt APK-Dateien schon beim Download auf Malware, sofern das sichere Surfen aktiviert ist.

Der Diebstahlschutz wird in Android 17 ebenfalls griffiger. Wer sein Handy über das Find Hub als verloren markiert, kann den Zugriff nun zusätzlich per Biometrie absichern. Das hilft, wenn der Dieb den PIN-Code ausgespäht hat, denn ohne Fingerabdruck oder Gesichtsscan kommt er nicht weiter. Zudem werden Schnelleinstellungen ausgeblendet und neue Funkverbindungen unterbunden. In vielen Ländern werden diese Schutzfunktionen künftig standardmäßig aktiv sein. Um die Wiederbeschaffung zu erleichtern, lässt sich die IMEI bei Geräten ab Android 12 nun direkt über den Sperrbildschirm anzeigen, was der Polizei bei der Identifizierung hilft.
In Sachen Datenschutz gibt es unter Android 17 mehr Transparenz. Ein neuer Standort-Button erlaubt es, die genaue Position nur einmalig und temporär für eine bestimmte Aufgabe freizugeben, etwa für die Suche nach einem Café. Sobald die App geschlossen wird, erlischt der Zugriff. Ein Indikator am oberen Bildschirmrand zeigt zudem laufend an, wenn der Standort abgefragt wird. Ähnlich läuft es bei den Kontakten: Statt das komplette Adressbuch freizugeben, können Apps gezielt nur nach einzelnen Kontakten fragen.

Für die technische Basis führt Google die Betriebssystem-Verifizierung ein, die zunächst auf Pixel-Geräten startet. Damit lässt sich sicherstellen, dass eine offizielle Version von Android läuft und keine manipulierte Software untergeschoben wurde. Ein öffentliches Verzeichnis dient dabei als Beleg für die Echtheit der Google-Apps. Zudem schützt das System Einmalpasswörter in SMS, indem es diese für drei Stunden vor anderen Apps verbirgt. Auch der alte 2G-Standard kann künftig von Mobilfunkbetreibern standardmäßig deaktiviert werden, um Sicherheitslücken in veralteten Netzen zu schließen. Selbst gegen künftige Bedrohungen durch Quantencomputer rüstet man sich bereits mit neuer Kryptografie. Mal schauen, wie das dann alles im realen Leben aussieht und was genau davon wann in Deutschland startet.
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