#Gastbeitrag – 3 Lektionen, die ich als Gründerin gelernt habe

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Seit meiner Jugend hatte ich starke Zyklusbeschwerden, Periodenschmerzen und PMS – die Antwort darauf war häufig immer dieselbe: Pille oder Schmerzmittel. Beides habe ich ausprobiert, beides hat nicht wirklich geholfen. Was mich schließlich auf eine ganz andere Spur gebracht hat, war ausgerechnet der professionelle Tanz.

Als Leistungssportlerin lernt man schnell: Der Körper ist dein wichtigstes Werkzeug. Du beobachtest ihn, du hörst ihm zu und du versuchst seine Signale zu verstehen, weil du es musst. Denn wer auf der Bühne funktionieren will, kann sich keine ‚blinden Flecken‘ leisten.

Genau diese Haltung habe ich auch auf meine Hormongesundheit angewendet. Ich wollte nicht einfach Symptome unterdrücken, sonder verstehen, was in meinem Körper wirklich passiert, warum ich diese Beschwerden habe und wie ich sie nachhaltig lindern kann.

Ich wünschte mir damals jemanden, der mir erklärt, was wirklich hinter meinen Beschwerden steckt – jenseits der Standardempfehlungen. Aus diesem Wunsch entstand Hormonella.

Seitdem habe ich viel darüber gelernt, wie man eine Marke in der Gesundheitsbranche aufbaut und was es wirklich bedeutet, eine Marke zu gründen und Produkte zu entwickeln, die man selbst gebraucht hätte.

Learning 1: Outsourcing spart Zeit – aber wer seine Prozesse bis ins kleinste Detail versteht, ist langfristig im Vorteil

In den frühen Tagen von Hormonella haben uns viele geraten: Lagert so viel wie möglich aus. Logistik, Fulfillment, Produktion – alles in fremde Hände geben. Schnell skalieren, nichts selbst machen.

Wir haben diesen Rat bewusst nicht befolgt. Nicht aus Sturheit, sondern aus Überzeugung: Wer Qualität und Kundenerlebnis wirklich meistern will, muss jeden Prozess im eigenen Unternehmen verstanden und idealerweise selbst durchgeführt haben. Nur so kann man beurteilen, ob ein externer Partner wirklich den eigenen Ansprüchen gerecht wird.

Ein konkretes Beispiel: Bei Hormonella beschaffen wir jeden einzelnen Rohstoff selbst, kennen jeden Produzenten persönlich und setzen wo möglich auf direkte Lieferketten. Das ist aufwendiger als eine Bestellung beim Lohnhersteller. Aber es bedeutet, dass wir jederzeit wissen, was in unseren Produkten steckt und woher es kommt.

Automatisiert und delegiert – aber erst, wenn ihr den Prozess selbst verstanden habt. Dann wisst ihr auch, was ihr von euren Mitarbeitern und Partnern erwarten könnt, und wo die jeweiligen Grenzen liegen.

Learning 2: Feedback annehmen – aber nicht jede gut gemeinte Empfehlung befolgen

Wir haben Hormonella mitten in der Corona-Pandemie aufgebaut. Die Empfehlung aus nahezu allen Ecken war eindeutig: „Fokus auf Online. Stationärer Handel ist uninteressant. Apotheken sind zu langsam.“

Wir haben uns trotzdem – oder vielleicht genau deswegen – für einen Pharmacy-first-Ansatz entschieden. Nicht weil wir den Experten nicht zuhören wollten, sondern weil wir unsere Zielgruppe kannten. Die Apotheke ist im Gesundheitskontext mehr als ein Verkaufsort. Sie ist ein Vertrauensraum.

Also sind wir losgezogen. Apotheke für Apotheke. Persönliche Gespräche, direkte Rückmeldungen, echter Austausch mit Apothekerinnen und Gynäkologinnen. Das Ergebnis: Heute ist Hormonella in über 8.000 Apotheken in Deutschland erhältlich.

Holt euch regelmäßig Feedback von Kundinnen, von Partnern und aus der Branche. Aber filtert. Denn ihr kennt euer Unternehmen, eure Zielgruppe und euren Qualitätsanspruch besser als jede Person von außen. Hört zu, priorisiert und testet. Und entscheidet dann nach dem, was wirklich zu eurer Marke passt.

Learning 3: Transparenz ist kein Marketinginstrument – sie ist das Fundament

Die Supplement-Branche ist laut. Aber viele Marken wirken austauschbar: Health Claims, die zu gut klingen, um wahr zu sein, bunte Labels mit großen Versprechen und wenig Greifbaren dahinter.

Für uns war früh klar: Wenn wir das Vertrauen unserer Zielgruppe gewinnen wollen, reicht eine einfache „Geld-zurück-Garantie“ nicht. Wir müssen wirklich zeigen, was hinter unseren Produkten steckt.

Konkret bedeutet das bei Hormonella drei Dinge:

Erstens die Supply Chain. In der Supplement-Industrie beziehen die meisten Marken Produkte vom Lohnhersteller – woher die Rohstoffe stammen, was genau in den Inhaltsstoffen steckt bleibt oft unklar. Wir beschaffen jeden Rohstoff selbst und lassen Extrakte eigens für uns herstellen. Das hat einen direkten Qualitätsgrund: In vielen Pflanzenextrakten stecken versteckte Füllstoffe, die in keiner Zutatenliste auftauchen. Weil wir das selbst in der Hand haben, können wir für jedes einzelne Produkt höchste Qualität und Reinheit gewährleisten.

Zweitens das Reinheitsprinzip. Wir testen nicht nur das Endprodukt, sondern jeden einzelnen Rohstoff unabhängig im Labor. Für uns ist das Standard. In der Branche ist es oft leider die Ausnahme.

Drittens echte Beratung. Viele unserer Kundinnen haben schon vieles ausprobiert, bevor sie zu uns kommen. Dabei haben sie oft die Erfahrung gemacht, nicht ernst genommen zu werden oder Produkte gekauft zu haben, die nicht gehalten haben, was sie versprochen haben. Deswegen investieren wir in persönliche Beratungsgespräche mit Expertinnen und Pharmazeutinnen, damit unsere Kundinnen wirklich verstehen, was hinter ihren Beschwerden steckt, und die Unterstützung bekommen, die sie verdienen.

Vertrauen entsteht durch Klarheit, nicht durch Lautstärke. Zeigt, was ihr wirklich könnt – und sagt auch, was ihr nicht könnt. Das ist mutiger als jeder noch so vielversprechende Health Claim. Und langfristig wertvoller.

Über die Autorin

Felicitas Dammertz ist Gründerin von Hormonella, einer Female-Health-Marke aus Berlin. Hormonella hilft Frauen, ihren Hormonhaushalt besser zu verstehen – mit einem digitalen Hormoncheck und Nahrungsergänzungsmitteln, die in über 8.000 Apotheken erhältlich sind.

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Foto (oben): Shutterstock

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