Anfang Juni 2026 hat Cherry unter seiner Gaming-Marke Xtrfy die neue Tastatur K63W Pro Compact vorgestellt. Dieses Modell wartet mit einer Besonderheit auf: Für kabellose Verbindungen setzt man nicht etwa auf Bluetooth oder 2,4 GHz, sondern auf Ultra-Wideband (UWB). Ich habe mir das Eingabegerät des deutschen Herstellers für euch einmal im Test angesehen.
So hat mir zuletzt ja schon die (leider) kabelgebundene Xtrfy K5 Pro TMR Compact ja schon richtig gut gefallen. Ein wenig schade: Die neue K63W Pro Compact ist kabellos, muss aber auf die magnetischen TMR-Switches des Geschwistermodells verzichten. Alle Vorteile in einem Paket? Das gibt es von Cherry aktuell also (noch) nicht). Stattdessen sind in meinem Testmuster die Schalter Cherry MX LP 2.o RED verbaut.
Technische Daten der Cherry Xtrfy K63W Pro Compact
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Modellname | CHERRY XTRFY K63W PRO COMPACT ULTRA-WIDEBAND (G8A-25600) |
| Formfaktor | Compact (70 %) mit F-Tastenreihe |
| Schalter | Mechanische CHERRY MX LOW PROFILE 2.0 |
| Tastenbeleuchtung | Per-Taste anpassbare RGB-Beleuchtung |
| Keycaps | ABS |
| N-Key-Rollover | Vollständig |
| Anti-Ghosting | 100 % |
| Polling-Rate | 8.000 Hz (kabelgebunden) |
| Verbindung | UWB-Wireless-Dongle / USB-A |
| Kabel | 1,8 m, geflochten, abnehmbar, USB-C auf USB-A |
| Akku | 6.000 mAh (bis zu 1.100 Stunden, abhängig von Polling-Rate und LED-Einstellungen) |
| Abmessungen | 307 × 135 × 30 mm |
| Gewicht | 820 g |
| Besonderheiten | Esports-optimiertes 70-%-Design, Ultra-Wideband-Funk, Gasket-Mount-Konstruktion, Mod-Tap-Funktionen für Pfeiltasten |
| Preis (UVP) | 179,99 Euro |
Die technischen Daten zeigen es euch: Außerdem nutzt die Cherry Xtrfy K63W Pro Compact für ein besseres Tippgefühl ein Gasket-Mount-Design. 8K-Polling ist ebenfalls vorhanden. Das funktioniert aber nur kabelgebunden per USB. Via UWB ist bei 4.000 Hz das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Verwendung von Letzterem, aktuell eher bei einigen Smart-Home-Produkten gebräuchlich, begründet Cherry natürlich auch. So können via Ultra-Wideband kurze Impulse über ein sehr breites Frequenzspektrum übertragen werden. Dies soll gerade fürs Gaming Vorteile haben, weil das Timing präziser wird. Zudem ist die Störungsanfälligkeit geringer als bei anderen Übertragungsmethoden. Das kann in stark ausgelasteten Funkumgebungen eine Rolle spielen.
Ausstattung und Verarbeitung der Cherry Xtrfy K63W Pro Compact
Für eine Gaming-Tastatur weist die Cherry Xtrfy K63W Pro Compact eine massive Akkulaufzeit von 1.100 Stunden auf – laut Hersteller. Tatsächlich konnte ich das Gaming-Keyboard im Rahmen meines Testzeitraums über rund drei Wochen konstant ohne jegliche Ladesorgen nutzen. Das liegt daran, dass UWB effizienter arbeitet als 2,4 GHz. Trotzdem hängt es natürlich in der Praxis stark davon ab, welche Abtastraten ihr anlegt und ob ihr etwa die Hintergrundbeleuchtung nutzt.
So habe ich ja schon öfter meine Meinung zum Ausdruck gebracht, dass Polling-Raten jenseits der 1.000 Hz vor allem für E-Sportler relevant sind. Ansonsten liegt der Flaschenhals im Set-up meistens ganz woanders. Das kompakte 70-Prozent-Design ist dabei schnörkellos gehalten, man konzentriert sich auf das Wesentliche – ohne zusätzliche Drehregler, Bildschirme oder dergleichen. Schon beim ersten Tippen macht sich zudem das Gasket-Mount-Design bemerkbar.
Letzteres sorgt im Grunde dafür, dass ihr ein gleichmäßigeres Tippgefühl erhaltet, Anschläge sanfter sind und weniger Lautstärke entsteht. Denn die Tastaturplatte, auf der die Schalter sitzen, ist nicht starr im Gehäuse befestigt, sondern sitzt zwischen Dämpfern. Das ist ein echter Mehrwert, der mir schon anno dazumal bei der Keychron Q5 Max extrem zugesagt hat. Wie schon angesprochen, auf magnetische TMR-Switches mit einstellbaren Auslösungspunkten müsst ihr aber verzichten – man kann nicht alles haben.
Eine im Vergleich dezente RGB-Hintergrundbeleuchtung für die Tasten ist bei der Cherry Xtrfy K63W Pro Compact jedoch an Bord. Den verbauten Schaltern misst Cherry im Übrigen eine üppige Lebensdauer von 100 Mio. Klicks zu. Das konnte ich während meines Testzeitraums allerdings freilich noch nicht verifizieren. Im Lieferumfang liegt neben dem Gaming-Keyboard natürlich auch ein passender USB-Dongle für die UWB-Verbindung bei. An der Unterseite sitzen wiederum zwei aufklappbare Ständer und zwei Gummileisten, um ein Verrutschen auf dem Schreibtisch zu verhindern.
Das Gehäuse der Cherry Xtrfy K63W Pro Compact besteht komplett aus Kunststoff, wirkt aber dennoch wertig. Falls ihr mal per Kabel ran wollt, liegt auch ein USB-C-auf-USB-A-Kabel bei. Auf den Rechner solltet ihr euch als Begleitung die Cherry-Utility-App schaufeln. Über die Software könnt ihr etwa die Beleuchtung konfigurieren, Makros anlegen, die Firmware aktualisieren oder die Abtastrate anpassen. Die Software von Cherry ist zwar nicht besonders hübsch, aber funktional. Mir gefällt sie daher deutlich besser als die sehr überladenen Pendants von Razer, SteelSeries oder Turtle Beach.
Praxistest
Dabei stehen euch für die RGB-Beleuchtung auch verschiedene Effekte zur Auswahl – etwa ein Pulsieren, statische Beleuchtung oder auch nur die Ausleuchtung ausgewählter Tasten. Ihr könnt auch die Geschwindigkeit der Muster anpassen. Das Anlegen von Makros geht ebenfalls flott von der Hand und nach dem Speichern könnt ihr sie bestimmten Tasten zuweisen. Der Bereich Snappy-Tap sollte wiederum mit Vorsicht genossen werden. Diese Funktion nennt sich bei Razer z. B. Snap Tap und ist in Games eine mächtige Waffe, kann in manchen Multiplayer-Spielen aber zu einer Sperre führen.
Snappy Tap erlaubt beim Strafing in Shootern sofortige Richtungswechsel bzw. das sogenannte Counter-Strafing. Drückt ihr die Tasten für links und rechts gleichzeitig, hält eure Spielfigur normalerweise inne, denn die Tasten heben sich auf. Es erfordert also präzises Timing, nahtlos zu wechseln. Snappy Tap ändert das Verhalten, denn haltet ihr beide Tasten gleichzeitig gedrückt, erhält immer die zuletzt gedrückte Taste sofort Priorität – kein Skill mehr notwendig. Wofür Profis sonst jahrelang trainieren müssen, funktioniert sofort perfekt. In Singleplayer-Titeln eine schöne Funktion, in Multiplayer-Titeln nutzt das Feature auf eigenes Risiko.
Ihr könnt die Pollingraten kabellos, wie schon erwähnt, nur bis 4.000 Hz anheben. Die vollen 8.000 Hz sind also nur bei einer Kabelverbindung nutzbar. Einen Unterschied macht das aus meiner Sicht aber nur für beinharte E-Sportler mit entsprechendem Equipment. Für alle anderen Gamer sind meiner Meinung nach 1.000 Hz optimal, was auch die Akkulaufzeit deutlich anhebt. Erwähnt sei noch, dass die Funktion Mod-Tap ganz nett ist. Über die könnt ihr etwa einrichten, dass bei kurzem oder langem Tastendruck verschiedene Effekte ausgelöst werden. Gerade bei einem kompakten Modell wie der Cherry Xtrfy K63W Pro Compact ist das ein Mehrwert, da ja weniger Tasten zur Verfügung stehen.
Die Cherry Xtrfy K63W Pro Compact ist eine Low-Profile-Tastatur, woran man sich beim Tippen gewöhnen muss. Da ich mit der Logitech MX Keys ohnehin eine sehr flache Tastatur mit einem gewissen Notebook-Feeling nutze, kam ich recht schnell rein. Das wird aber jedem anders gehen. Das softe, federnde Tippgefühl, das durch das Gasket-Mount-Design entsteht, gefällt mir persönlich sehr gut. Letzten Endes wäre die Gaming-Tastatur für mich zwar keine optimale Office- oder Multimedia-Tastatur, auch aufgrund des kompakten Designs, lässt sich aber durchaus auch mal als Allrounder gebrauchen.
In Spielen kommen dann eben die bereits erwähnten Stärken zur Geltung. Da passt die Cherry Xtrfy K63W Pro Compact auch gut in mein persönliches Szenario, da ich mit meinem Gaming-PC an einem LG OLED G5 mit 65 Zoll im Fernsehsessel zocke. Meistens spiele ich daher auch am Rechner mit einem Controller. Die kompakte, aber kabellose K63W Pro Compact lässt sich aber bequem auf den Schoß bzw. die Notebook-Auflage bugsieren. Der nicht zu aufdringliche Klang der Tasten tut dann sein Übriges, damit das Gaming-Keyboard auch für Wohnzimmer-PCs gut geeignet ist.
Mein Fazit
Im Ergebnis ist die Cherry Xtrfy K63W Pro Compact eine moderne Gaming-Tastatur, die mit dem kabellosen Betrieb per UWB eigene Wege geht. Die Gasket-Mount-Konstruktion ist ein weiterer Mehrwert, der für ein angenehmes Tippgefühl sorgt. Auch gefällt mir persönlich die etwas hausbackene, aber dafür sehr aufgeräumte und funktionale Begleit-App deutlich besser als die überladenen Alternativen der meisten Konkurrenten.
Das Low-Profile-Design wird natürlich nicht jeden Geschmack treffen. Wie gut man damit klarkommt, ist individuell. Sollten hier E-Sportler mitlesen, dann ist zudem zu bedenken, dass die volle Abtastrate von 8.000 Hz nur bei kabelgebundener Übertragung erreicht wird. Kabellos ist bei 4.000 Hz das Ende der Fahnenstange erreicht. Dabei ist die Tastatur wirklich gut verarbeitet, auch wenn sie ein reiner Plastikbomber ohne Metallplatte bleibt.
Ein Punkt, der zum Nachdenken bringt, ist natürlich der Preis von 179,99 Euro. Für eine kompakte Gaming-Tastatur ist das immer noch ein Batzen. Die Cherry Xtrfy K63W Pro Compact ist zudem immer noch keine „eierlegende Wollmilchsau“, denn die magnetischen TMR-Tasten des Geschwistermodells K5 Pro TMR habe ich durchaus vermisst. Hier gilt es also gut zu überlegen, wo ihr eure Schwerpunkte setzt.
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