Jeder Leser dürfte schon mitbekommen haben, dass in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder X immer mehr AI Slop gepostet wird. Pangram, ein Anbieter von KI-Erkennungstools, hat sich unterschiedliche Plattformen und die Häufigkeit von reinen KI-Posts dabei einmal genauer betrachtet. Pikant: Besonders auf der eigentlich professionell ausgerichteten Plattform LinkedIn sind die prozentual höchsten Anteile reiner KI-Beiträge zu finden.
Im beruflichen Netzwerk sind die Menschen also offenbar besonders faul und statt selbst den Kopf anzustrengen, lässt man ein LLM passende Texte ausspucken. Gut möglich, dass dort aber auch zusätzliche Bots am Werk sind. Jedenfalls liegt der Anteil KI-generierter Posts bei LinkedIn bei 30 % (kurze Texte) bzw. sogar rund 41 % (Longform-Inhalte). Zur Erkennung nutzte man die Pangram-Chrome-Erweiterung.
Auch wenn X dabei laut der obigen Übersicht bei komplett KI-generierten Inhalten nicht schlecht abschneidet, mahnt Pangram: Ca. die Hälfte der geprüften Beiträge enthielt dort zumindest mit KI erstellte Passagen. Die Texte sind also zwar seltener komplett mit KI erstellt worden, aber künstliche Intelligenz kommt dennoch zum Einsatz. Bei den meisten Plattformen sind dabei Longform-Inhalte stärker betroffen als kurze Texte.
Dass gerade LinkedIn so vollgestopft mit reinen KI-Posts ist, liegt laut Pangram vermutlich daran, dass die Plattform Nutzer aktiv dazu anstachelt, KI einzusetzen. Dies könnte für die Plattform jedoch zunehmend zum Problem werden, wenn glaubwürdige, authentische Posts dort immer seltener werden. Na ja, so kann man sich also auf die nächsten Motivations-Monologe aus der Konserve freuen, statt von windigen Coaches oder Managern.
Laut Pangram kommt es dabei häufiger vor, dass die Ausgangsbeiträge KI-generiert sind als die Antworten darauf. Interessant ist auch, dass Pangram nach eigenen Angaben bei Reddit im Gesamtbild die meisten Posts geprüft hat (36,7 %), dort aber dennoch der niedrigste KI-Gesamtanteil zu finden gewesen ist. Dies liegt auch daran, dass dort eben vor allem Antworten und Rückmeldungen eine enorme Rolle spielen – und diese stammten zu 98,1 % von Menschen.
Woher Pangram die Angaben hat? Die hat man von Nutzern der hauseigenen Chrome-Erweiterung abgezapft, die ein Opt-in zum Teilen der Daten durchgeführt hatten. Man hat dabei aber natürlich mehrfach von verschiedenen Nutzern aufgerufene Posts nur einmal gerechnet. Zur Analyse nutzte man Pangram 3.3. Dieses KI-Erkennungsmodell soll sehr genau arbeiten. Die Rate der False-Positives liegt bei nur 0,01 %.
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