Mammotion LUBA 3 AWD ausprobiert: Mähroboter für schwierige Gärten

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Mammotion ist inzwischen nicht mehr der kleine Exot unter den Mähroboter-Herstellern. LUBA, LUBA Mini und YUKA haben hier im Blog schon gezeigt, dass die Marke das Thema drahtloses Mähen ziemlich ernst nimmt und dabei auch gut abschneidet. Mit dem LUBA 3 AWD legt Mammotion nun wieder eine Schippe drauf. Allradantrieb, 360-Grad-LiDAR, NetRTK, Dual-Kamera, KI-Erkennung und je nach Modell Flächen bis 5.000 Quadratmeter.

Das ist kein Mähroboter für den kleinen rechteckigen Stadtgarten, der ohnehin mit jedem günstigen Modell zurechtkommt. Der LUBA 3 AWD richtet sich an Leute mit großen, verwinkelten, steilen oder baumreichen Flächen. Also genau an die Gärten, bei denen man klassische RTK-Mäher schnell meckern sieht.

Aufbau und Einrichtung

Optisch bleibt Mammotion seinem Stil treu. Der LUBA 3 AWD sieht wieder eher nach kleinem Rennwagen als nach grauem Gartenwerkzeug aus. Mir gefällt das, auch wenn das Gerät mit rund 19 Kilogramm und der breiten Bauform natürlich kein unauffälliger Winzling ist. Das Ganze kann man mit Formel-1-Stickern auf Wunsch auch noch auffälliger gestalten und den Robo zum Stilobjekt im Garten machen. Die Bauweise wirkt robust, der LiDAR-Sensor sitzt geschützt im Gehäuse und die großen Räder machen direkt klar, dass hier Gelände im Fokus steht.

Der Aufbau ist überschaubar. Je nach Ausführung müssen Frontbumper und Seitenteile befestigt werden, dann sucht man einen Platz für die Ladestation. Der große Unterschied zu vielen älteren RTK-Systemen ist, ihr müsst nicht zwingend eine separate Antenne irgendwo in den Garten stellen. Mammotion setzt beim LUBA 3 auf iNavi beziehungsweise NetRTK in Kombination mit LiDAR und Kameras. Die Abdeckung von NetRTK ist mittlerweile so, dass wir zumindest hierzulande keine Probleme haben.

Ganz ohne Planung geht es aber nicht. Die Station braucht Strom, sollte nicht komplett eingequetscht stehen und der Roboter benötigt saubere Ausfahrwege. Wer schon einmal einen Mähroboter eingerichtet hat, kennt das Spiel. Der halbe Erfolg liegt darin, nicht erst den falschen Platz für die Basis zu wählen.

Die Mammotion-App gehört für mich weiterhin zu den besseren Lösungen in diesem Bereich. Sie führt durch die Einrichtung, zeigt die Karte sauber an und bietet viele Optionen, ohne komplett unbedienbar zu werden. Trotzdem, der LUBA 3 AWD ist ein komplexer Mäher. Ihr könnt Schnitthöhe, Geschwindigkeit, Muster, Zonen, Kanäle, No-Go-Bereiche, Hindernisverhalten und weitere Details festlegen. Wer einfach nur auf Start drücken will, kommt zurecht. Wer alles optimieren möchte, kann hier eine Weile verbringen.

Beim Mapping habt ihr die Wahl zwischen automatischer Kartierung und manuellem Abfahren. Ich würde bei schwierigen Gärten weiterhin manuell kartieren. Das dauert ein wenig, ist aber meist genauer. Ihr steuert den Roboter wie ein ferngesteuertes Auto an den Grenzen entlang, legt danach Zonen und Kanäle an und könnt später immer noch nachjustieren. Die automatische Kartierung ist nett, aber ich vertraue bei Beeten, engen Durchfahrten und heiklen Kanten lieber meiner eigenen Runde. Das ist keine Kritik speziell an Mammotion. Bei Mährobotern ist der erste saubere Kartenaufbau einfach wichtig, weil euch ein schlampiger Start später immer wieder einholt.

Navigation, Mähleistung und Gelände

Der LUBA 3 AWD kombiniert drei Systeme, 360-Grad-LiDAR, NetRTK und Dual-Kamera mit KI-Auswertung. Mammotion nennt das Tri-Fusion. RTK ist stark auf offenen Flächen, schwächelt aber unter Bäumen, nahe an Gebäuden oder in verwinkelten Bereichen. LiDAR ist unabhängig von Licht und Satellitenblick. Die Kameras helfen bei Hindernissen und Objekten.

Gerade in baumreichen oder unruhigen Gärten ist das ein großer Schritt gegenüber Lösungen, die fast alles über Satellit und Kamera lösen wollen. Der LUBA 3 fährt nicht hektisch, sondern eher kontrolliert. Er bremst vor Gegenständen, umfährt sie und setzt die Arbeit fort. Spielzeug, Gartenmöbel, Schläuche oder andere typische Dinge im Garten werden deutlich zuverlässiger behandelt als bei einfacheren Robotern.

Das heißt nicht, dass man jedes Risiko ignorieren sollte. Ich lasse Mähroboter grundsätzlich nicht nachts fahren. Igel und andere kleine Tiere interessieren sich nicht dafür, wie gut ein Datenblatt aussieht. Tagsüber und mit sinnvoll eingestellter Hinderniserkennung wirkt der LUBA 3 auf mich aber sehr vertrauenerweckend.

Unter dem Gehäuse arbeiten zwei Mähteller mit insgesamt zwölf Klingen. Die Schnittbreite liegt bei 40 Zentimetern, die Schnitthöhe lässt sich per App zwischen 25 und 70 Millimetern einstellen. Genau das merkt man auch in der Praxis. Der LUBA 3 AWD ist auf Fläche ausgelegt. Er mäht systematisch, sauber und deutlich schneller als viele kleinere Modelle. Bei mir fuhr das Teil auf einem großen Grundstück an unserem alten Hof (knapp 2000qm) und in meinem verwinkelten Hausgrundstück ohne Probleme.

Das Schnittbild ist sehr ordentlich. Beim ersten Schnitt bleibt hier und da ein Hälmchen stehen, aber das ist kein Mammotion-Problem, sondern auch bei anderen Modellen so. Je regelmäßiger der Roboter fährt, desto besser wird der Rasen. Das ist beim Mulchprinzip immer so, aber Mammotion bekommt die Bahnen und Übergänge gut hin. Die App erlaubt unterschiedliche Muster und auch etwas Spielerei wie Rasentattoos. Muss man nicht nutzen, aber wer es mag, kann sich austoben.

Beim Randmähen ist der LUBA 3 besser als viele große Mähroboter, aber auch kein Zauberer. An Mauern, Zäunen und Beetkanten bleibt je nach Umgebung ein schmaler Streifen stehen. Wer einen komplett perfekten Rand will, muss weiterhin mit Trimmer oder Motorsense ran. Das gilt gerade bei festen Hindernissen, an denen kein Roboter risikofrei die letzten Zentimeter abschneiden kann. Obacht bei älteren Maschendrahtzäunen. Gerade wenn am Boden die Maschen lose sind, hakt sich der Roboter gern mal mit den orangenen Seitenteilen ein.

Im Gelände spielt der LUBA 3 AWD seine eigentliche Stärke aus. Der Allradantrieb, die großen Räder und das Fahrwerk sorgen dafür, dass der Roboter auf unebenem Boden, an Steigungen und auf schwierigen Übergängen deutlich souveräner wirkt als viele flachere Gartenhelfer. Mammotion gibt bis zu 80 Prozent Steigung an. Ob ihr genau diesen Grenzwert im eigenen Garten ausreizen solltet, ist eine andere Frage, aber Hanglagen sind ganz klar sein Revier.

Auch Wurzeln, Mulden und leicht schwieriger Boden bringen ihn nicht sofort aus dem Konzept. Er fährt nicht einfach stumpf mit Gewalt, sondern dosiert die Bewegung recht sauber. Das ist wichtig, weil zu viel Kraft im falschen Moment die Grasnarbe beschädigen kann. Die Omni-Räder helfen beim Wenden und schonen den Rasen besser als klassische Räder mit Haken, die auf der Stelle schieben. Ganz ohne Grenzen ist das nicht. Bei sehr weichem Boden, nassem Matsch oder Schlingpflanzen kann auch dieser Roboter Spuren hinterlassen oder sich etwas einfangen. Außerdem ist er schwer. Wer ihn anheben muss, kann auch mal ein Training laufen lassen.

Im Alltag ist die größte Stärke, dass der LUBA 3 AWD einfach arbeitet. Zeitplan setzen, Wetter im Blick behalten, Klingen gelegentlich kontrollieren, fertig. Die Geräuschentwicklung ist niedrig genug, dass ihr ihn auch tagsüber fahren lassen könnt, ohne den Garten akustisch zu ruinieren.

Die App zeigt Fortschritt, Karte und Status ordentlich an. Gerade bei großen Flächen ist es angenehm zu sehen, was bereits gemäht wurde und wo der Roboter gerade unterwegs ist. 4G, Ortung, Geofence und Diebstahlschutz sind ebenfalls Themen, die ich bei einem Gerät dieser Preisklasse wichtig finde.

Die Wartung bleibt natürlich. Klingen sind Verschleißteile, der Mäher sollte regelmäßig gereinigt werden und die Ladestation muss frei bleiben. Wer glaubt, ein Mähroboter nehme einem wirklich jede Gartenarbeit ab, wird enttäuscht. Er nimmt aber den größten, regelmäßigsten Teil zuverlässig aus dem Kalender.

Mein Fazit

Der Mammotion LUBA 3 AWD ist einer der besseren Mähroboter für große und schwierige Gärten. Die Kombination aus Allrad, LiDAR, NetRTK und Kamera sorgt für eine Navigation, die im Alltag beständig gute Arbeit macht. Das Schnittbild ist gut, die Flächenleistung hoch und die Geländegängigkeit klar besser als bei vielen klassischen Mährobotern.

Die Kehrseite ist offensichtlich eben, dass das Gerät groß, schwer und teuer ist. Für kleine, flache Gärten ist der LUBA 3 AWD schlicht überdimensioniert. Da würde ich eher zu einem LUBA Mini, YUKA Mini, MOVA oder einem anderen kompakteren Modell greifen. Auch die App braucht trotz guter Struktur etwas Einarbeitung, weil der Roboter so viele Optionen mitbringt.

Habt ihr aber Hanglagen, mehrere Zonen, Bäume, schlechte RTK-Bedingungen oder einfach viel Rasen, ist der LUBA 3 AWD genau in seinem Element.

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