Ich investiere jeden Monat 5000 Euro in Tesla-Aktien — das steckt hinter meiner Strategie

Kolja Barghoorn betreibt seit 2013 seinen Youtube-Channel

Kolja Barghoorn betreibt seit 2013 seinen Youtube-Channel „Aktien mit Kopf“

Kolja Barghoorn

Kolja Barghoorn („Aktien mit Kopf“) gehört mit 290.000 Youtube-Abonnenten zu den bekanntesten Finanzbloggern in Deutschland.

Im Gespräch mit Business Insider erzählt Barghoorn, dass er seit Anfang des Jahres jeden Monat 5000 Euro in Tesla-Aktien investiert.

Barghoorn ist überzeugt, dass Tesla langfristig traditionelle Automarken wie VW und Co. überholen wird.

Es ist wohl eine der häufigsten Fragen, die sich Börsen-Fans stellen: Soll ich Tesla-Aktien in meinem Depot haben oder nicht? Es gibt wenige andere Unternehmen, die so umstritten sind und Anleger so stark polarisieren wie der Automobilkonzern Elon Musks.

Die Frage, ob sich ein Investment in Tesla lohnt, spaltet nicht nur die Meinungen von Anfängern, sondern auch die erfolgreicher Top-Investoren. Während beispielsweise die amerikanische Star-Anlegerin Cathie Wood ein Fan der Tesla-Aktie ist, wettet der berühmte Big-Short-Hedgefondsmanager Michael Burry auf fallende Kurse. Denn für ihn sei die Aktie überbewertet.

Aktuell ist das Unternehmen rund 642 Milliarden Euro wert. Seit vergangenem Jahr ist der Kurs um 67 Prozent gestiegen. Tesla erzielte im zweiten Quartal einen Rekordumsatz von rund 12 Milliarden US-Dollar – doppelt so viel, wie in der Vergleichszeit im Jahr zuvor. Der Nettogewinn lag im zweiten Quarztal bei 1,1 Milliarden Dollar und damit zehnmal höher als im Vorjahresquartal. Eine Tesla-Aktie kostet aktuell 635 Euro. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beträgt rund 300. Anleger würden somit für eine Tesla-Aktie das 300-Fache des Gewinns bezahlen. Ein Zeichen für Überbewertung, vor dem Analysten schon lange warnen. 

Lest auch

Benjamin Offenberger

Andere Experten gehen aber von starken Wachstums- und Gewinnperspektiven des Unternehmens aus. Einer, der auch so denkt, ist Kolja Barghoorn, Unternehmer und Gründer des Youtube-Kanals „Aktien mit Kopf“. Seit 2013 erstellt der 36-jährige Berliner Videos rund um das Thema Aktien und Geldanlage und zählt mit rund 290.000 Abonnenten zu den bekanntesten Börsen-Bloggern in Deutschland. Neben „Aktien mit Kopf“ betreibt Barghoorn noch weitere Unternehmen, vor allem Websites und Youtube-Kanäle, die sich unter anderem mit den Themen Steuern, Versicherungen und Immobilien auseinandersetzen. Mit einem Unternehmen verdient er laut eigenen Angaben einen fünfstelligen Betrag im Monat.

Barghoorn will 120.000 Euro in Tesla investieren

Barghoorn investiert selbst viel in Aktien und hat unter anderem ein Depot von rund 550.000 Euro. Seine wohl spannendste Investmentstrategie verfolgt er mit Tesla. Seit Anfang des Jahres investiert der Aktien-Fan jeden Monat 5000 Euro in die Automobil-Firma. „Das Unternehmen ist meiner Meinung nach in einer spannenden Phase, wo es immer mehr Gewinne macht“, sagt Barghoorn im Gespräch zu Business Insider. „Ich glaube auch, dass in der Zukunft Teslas Unternehmenswert noch weiter steigen wird.“

Sein Ziel ist es, insgesamt für 120.000 Euro Aktien des Unternehmens zu kaufen. Mit seinem monatlichen Sparplan will er demnach zwei Jahre lang 5000 Euro pro Monat investieren. Seine Strategie basiert auf dem Cost-Average-Effekt (zu Deutsch: Durchschnittskosteneffekt). Dies ist ein Effekt, der entstehen soll, wenn ihr regelmäßig einen gleichbleibenden Betrag in schwankende Aktien investiert. Somit werden bei niedrigen Kursen automatisch mehr Papiere erworben. Deswegen befinden sich im Depot immer mehr „günstigere“ gekaufte Aktien und Timing-Fehler können demnach vermieden werden. Dadurch sei es möglich, dass durch Sparpläne eine bessere Performance erzeugt wird als durch eine Einmalanlage.

„Ich mache so einen Sparplan, weil Tesla aktuell jederzeit eine Kurskorrektur haben kann oder beispielsweise China mit seinen Eingriffen den Kurs beeinflussen kann“, erklärt Barghoorn. Deswegen investiere er nicht auf einmal eine „sehr große Summe“, sondern lieber Monat pro Monat einen mittelgroßen Betrag.

Doch der Cost Average Effekt ist auch umstritten und führt nicht automatisch zum Erfolg. Wenn eine Aktie beispielsweise auf lange Dauer stetig steigt, werden immer weniger Aktien gekauft. Da Experten einig sind, dass Aktienmärkte langfristig steigen, spricht dies grundsätzlich gegen diese Strategie.

Lest auch

„Ich kann mich auch irren“

Auf lange Dauer ist der Blogger von Tesla überzeugt, vor allem von dem CEO. „Es gibt von Elon Musk einen Blogartikel aus dem Jahr 2006, wo er schreibt, wie er Tesla aufbauen will. Und er macht genau 1:1 das, was er damals gesagt hat“, sagt Barghoorn. Der Blogger ist sich sicher, dass Tesla in einigen Jahre die Menge verkaufter Autos verdoppeln werde.

Kritikern, die meinen, dass Tesla überbewertet sei, da das Unternehmen weniger Autos produziere und verkaufe als andere Automobilkonzerne, entgegnet Barghoorn: „Man vergisst, was passiert, wenn sich der Umsatz und die Menge an verkauften Autos jedes Jahr verdoppelt.“ 50 Prozent Wachstum auf einige Jahre mache einen „gigantischen Unterschied“ zu einem Unternehmen, das regelmäßig um fünf Prozent wachse. Da sei es „egal“, ob Unternehmen wie VW im Jahr 2020 neun Millionen Autos verkauft hat und Tesla nur eine halbe Million. Barghoorn glaubt, dass Tesla schon in paar Jahren an solchen Unternehmen vorbeiziehen und in zehn Jahren bis zu 15 Millionen Autos verkaufen werde. Ihm sei aber auch bewusst, wie unsicher sein Investment sei: „Wenn man auf eine einzelne Aktie setzt, ist es immer ein Risiko. Ich kann mich auch irren.“

Wenn ihr mir auch erzählen möchtet, was ihr beruflich macht, wie viel ihr verdient und wie ihr investiert, schreibt mir an [email protected].

Lest auch

Droht das Ende von Millionen Girokarten? Mastercard will Maestro abschaffen — und zwingt Banken zu neuen Karten

Unkel/ullstein bild via Getty Images

Mastercard will das Maestro-System abschaffen – in ganz Europa. Ab dem 1. Juli 2023 sollen keine neuen Girokarten mit dem Maestro Co-Badge ausgestellt werden.

Vor diesem Stichtag ausgestellte Karten sollen auch darüber hinaus bis zum auf der Karte angegebenen Datum gültig bleiben. Die Akzeptanz bei Händlern könnte allerdings schon früher enden.

Mastercard will damit die Umstellung auf seine Debit Mastercard forcieren. Grund dafür sei vor allem die bessere Online-Kompatibilität. Die Zukunft der Girocard ist damit unsicherer denn je, laut Experten.

Deutsche hängen nicht nur an ihrem Bargeld, sondern auch an ihrer Girokarte. Rund 100 Millionen Exemplare gibt es laut „Finanz-Szene“ in Deutschland. Ende 2019 kam die klassische Girocard – früher EC-Karte genannt – im Vergleich zu den Kredit- und Handelskarten auf einen Marktanteil von 62 Prozent. Und gerade im Einzelhandel ging bei den Kartenzahlungen noch im vergangenen Jahr ein Großteil des Umsatzes auf das Konto der Girocard.

Die ist allerdings nur der Rahmen für das deutsche Debitkarten-System. Um die Karte auch im Ausland einsetzen zu können, brauchen Kunden ein sogenanntes Co-Badge. Weit verbreitet ist beispielsweise das Maestro-System von Mastercard – und genau das will der Zahlungsdienstleister perspektivisch in ganz Europa abschaffen, berichtete das Portal „Finanz-Szene“. Ausgenommen seien lediglich die Schweiz, Russland und Belarus. Das bedeutet, dass Kunden mit ihrer Maestro-Girokarte künftig nicht mehr im Ausland Geld abheben können.

Keine neuen Maestro-Karten ab Juli 2023

Der Finanzdienstleister hat das mittlerweile in einem ausführlichen Blogbeitrag bestätigt. Ab dem 1. Juli 2023 sollen demnach keine Girocards mit Maestro-Co-Badge mehr ausgegeben werden. Und auch reine Maestro-Karten, wie sie beispielsweise von der Neobank N26 angeboten werden, sollen dann verschwinden. Die bis zum Stichtag ausgestellten Karten würden aber auch darüber hinaus gültig bleiben – bis sie laut dem Datum auf der Karte von selbst ungültig werden.

Bei den üblichen Laufzeiten der Girocards dürften sie damit theoretisch bis 2027 nutzbar sein, so „Finanz-Szene“. In der Praxis könnte die Akzeptanz bei Händlern und Geldautomatenbetreibern dem aber einen Strich durch die Rechnung machen. Spätestens nach 2023 ist bei dieser Nachricht nämlich mit schrumpfenden Nutzerzahlen zu rechnen, weshalb sich Händler vermutlich früher auf eine Zeit nach Maestro einstellen.

Debit Mastercard hat bessere Kompatibilität im Onlinehandel

Mit diesem radikalen Schritt möchte Mastercard die Verbreitung seines Debitkarten-Systems, der Debit Mastercard, forcieren. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine klassische Charge-Kreditkarte, bei der der belastete Betrag erst am Monatsende vom Konto eingezogen oder per Rechnung beglichen wird. Wie bei Girokarten ist auch die Debit Mastercard mit dem angeschlossenen Girokonto verbunden. Das Geld wird direkt abgebucht und kann auch das Kontoguthaben beziehungsweise den Dispo-Kreditrahmen des Kontos nicht überschreiten. Auch Konkurrent Visa hat mit Visa Debit ein eigenes Pendant.

Als Grund für die Umstellung gibt Mastercard vor allem den digitalen Wandel an: Maestro erlaubt es Kunden nicht durchgängig, im Onlinehandel zu bezahlen. Grund dafür ist die Nummernkonvention der Maestro-Karten, die oft nicht mit den häufig genutzten E-Commerce-Portalen kompatibel ist. Die Debitkarten von Mastercard und Visa kommen hingegen – wie klassische Charge-Kreditkarten – mit einer 16-stelligen Kartennummer sowie einem Sicherheitscode und können daher in den meisten – und auch internationalen – Online-Shops für den Einkauf genutzt werden. Eine Umstellung von der Maestro-Girokarte zur Debitkarte könnte deshalb auch in Konkurrenz zu den gängigen Bezahl-Playern im Online-Shopping gesehen werden. Denn Kundinnen und Kunden könnten so eher ihre neue Karte einsetzen, statt Paypal, Klarna oder Sofortüberweisung zu nutzen.

Im Vergleich zu den klassischen Kreditkarten sind bei Debitkarten die Risiken begrenzter. Denn der Funktionsmechanismus verhindert, dass sie ihr Konto über den Dispo hinaus überziehen. Und Kunden müssen keine Bonitäts-Auflagen erfüllen wie bei normalen Kreditkarten.

Verbraucherschützer finden am Vorstoß von Mastercard und dem Trend in Richtung Debitkarte vor allem die Transparenz für Kunden entscheidend. „Es ist wichtig, dass die Banken offen kommunizieren, was diese Veränderung für den Verbraucher bedeutet“, sagt Katharina Lawrence, Finanzexpertin von der Verbraucherzentrale Hessen im Gespräch mit Business Insider. „Der Unterschied zwischen dem alten Maestro-System und der neuen Debit Mastercard muss transparent erklärt werden.“ Außerdem sei es wichtig, dass auch neue Lösungen massenfähig und für alle zugängig seien. Und natürlich dürften die Dienste für Kunden auch nicht teurer werden.

„Wenn Maestro wegfällt, dürfte Girocard unter Druck geraten. Die US-Konzerne Mastercard und auch Visa pushen derzeit ihre eigenen Zahlungskartensysteme (Debitkarten)“, sagte Claudio Zeitz-Brandmeyer vom Verbraucherzentrale-Bundesverband der Deutschen Presse-Agentur. „Mastercard erhöht mit seiner Entscheidung den Druck auf einzelne Institute, seine Debitkarte zu verwenden.“

Zukunft der Girocard unsicher – einige Banken beginnen bereits mit Umstellung

Mit der Abkehr von Maestro dürfte die Zukunft der Girocard noch offener sein als bisher. Schon seit längerem haben sich die Debitkarten immer weiter ausgebreitet. Einige Banken setzen dabei auf Hybridmodelle, bieten ihren Kunden also sowohl kostenlose Girokarten an als auch Debitkarten beispielsweise von Visa oder Mastercard.

Andere Institute hatten sich jedoch schon stärker von der Girocard abgewandt. Eines der größten dürfte die DKB sein, die im Jahr 2020 rund 4,6 Millionen Kunden verzeichnen konnte. Mitte dieses Jahres wurde dort Visa Debit zur Standardkarte – eine Girocard gibt es nur noch gegen Aufpreis. Auch die Comdirect hat umgestellt. Wie „Finanz-Szene“ berichtet, schickte sie allen Kunden dieses Jahr unaufgefordert eine Debitkarte von Visa zu. Die ist seitdem der Zahlungsstandard. Eine Girocard gibt es nur noch „auf Wunsch“, wie es auf der Website der Bank heißt.

Gegenläufige Bewegung bei C24: Neobank führt Girocard ein

Allerdings gibt es auch gegenläufige Bewegungen. So hat beispielsweise die Neobank C24 erst im Oktober eine kostenlose Girocard eingeführt, nachdem sie zuvor nur die Mastercard Debit als Debitkarte im Angebot hatte. Grund dafür dürfte auch sein, dass die Girocard im deutschen Einzelhandel immer noch besser akzeptiert wird als andere Karten. Allgemein hatten die meisten Neobroker anfänglich schon auf die klassische Girocard verzichtet.

Gleichzeitig hatte es, wie „Finanz-Szene“ berichtete, bei den Sparkassen im vergangenen Jahr Bestrebungen gegeben, eine Girocard mit Co-Badge von Debit Mastercard einzuführen – ähnlich wie es vorher mit Maestro funktionierte. Weit verbreitet hätten sich diese Pläne jedoch bisher nicht.

Mit Material der dpa

Sein Startup folgt den Sonnenstrahlen – das überzeugt Top-Investor Hansi Hansmann

Das Startup Shadowmap visualisiert das Sonnenlicht und ihren Schattenwurf auf der ganzen Welt, zu jeder beliebigen Zeit. Was so einfach klingt, birgt Möglichkeiten für viele Industrien.

Georg Molzers Startup Shadowmap entstand aus dem kleinen Wunsch, mehr Licht zu erhaschen. Jetzt stellt sich heraus, welches Potential die Idee mit sich bringt.

Georg Molzers Startup Shadowmap entstand aus dem kleinen Wunsch, mehr Licht zu erhaschen. Jetzt stellt sich heraus, welches Potential die Idee mit sich bringt.

linse2.at

Als Georg Molzer im tiefsten Winter in seiner Wiener Wohnung am Computer saß, fehlte ihm etwas. „Ich war Freelancer und hatte viel zu tun. Im Winter steht die Sonne sehr flach und zum Höhepunkt bekam ich ganze zwei Wochen lang keinen einzigen Sonnenstrahl zu Gesicht“, sagt Molzer. Noch dazu lag sein Apartment in einer schmalen Straße mit hohen Häusern. Keine Chance also, in der kalten Jahreszeit ein paar Sonnenstrahlen in seinen vier Wänden abzubekommen.

Wenn er sich in der Mittagspause auf die Suche nach einem sonnigen Plätzchen machte, stellte er fest, dass das in einer Großstadt mit vielen Gebäuden nicht so leicht ist. „Da dachte ich mir: Es wäre doch cool, in einer App zu sehen, wo jetzt gerade noch die Sonne scheint“, erklärt Molzer im Gespräch mit Gründerszene.

Dass noch keiner darauf gekommen war, habe den gebürtigen Wiener gewundert. In der Hauptstadt seien alle dafür notwendigen 3D-Daten und das mathematische Modell der Sonnenposition frei zugänglich. Die Lösung wäre eine dreidimensionale, einfach zu bedienende Landkarte, auf der man Schatten und Licht in Echtzeit sieht.

Lest auch

Der heute 37-Jährige kam allerdings lange selbst nicht dazu, seine Idee umzusetzen. Er steckte seine Zeit und Energie zunächst in seine Position als Head of Mobile Design beim Online-Identitätsprüfer Jumio und später in die Mitgründung und Rolle des Technischen Direktors beim kontroversen Health-Startup Kiweno.

Berühmte Investoren ziehen mit

Als Molzer endlich die nötige Zeit für die Entwicklung fand, investierte er volle zwei Jahre Arbeit und holte einen Ex-Kollegen von Kiweno, Simon Mulser, als Mitgründer mit an Bord, bevor er im Mai 2021 die erste Version von Shadowmap veröffentlichte. Zwar habe es vorher schon verschiedene Sonnen-Apps auf dem Markt gegeben, sagt er, diese beschränkten sich aber auf die Position der Sonne am aktuellen Standort und ignorieren Abschattungen, wie sie durch Bauten und topographische Merkmale wie Berge entstehen.

Sein Startup weckte dadurch das Interesse von namhaften österreichischen Investoren wie dem Business Angel Hansi Hansmann und dem VC Calm/Storm Ventures. Deren sechsstelliges Investment sichert den beiden Gründern die nächsten Monate, um die Software weiter auszubauen.

Erweiterungsmöglichkeiten bieten sich Molzer viele: Zu den mittlerweile 25.000 monatlichen Kunden zählen nämlich bei Weitem nicht nur sonnenhungrige Großstädter. Aber gerade weil die Nutzungsmöglichkeiten so vielfältig und damit auch unterschiedlich sind, feilt Molzer noch an den Details des Bezahlmodells. Zwar gibt es schon eine Pro-Version der App, bislang zahlen aber nur etwa 50 Kunden für die dadurch freigeschalteten Zusatzfunktionen, wie zum Beispiel eine flexible Auswahl des Datums. Die kostenlose Version wird laut Molzer von an  Privatpersonen als auch Industrien genutzt.

Vom Bergsteiger bis zur Immobilienfirma

Österreichische Skibergsteiger beispielsweise nutzen Shadowmap, um beim Aufstieg zum Gipfel schattige Routen zu finden. Wege fernab des Sonnenlichts schützen sie vor körperlicher Überhitzung und vor Lawinenabgängen durch erwärmten Schnee. Aber auch Künstler und Kreative haben Shadowmaps für sich entdeckt: Auf der Suche nach der richtigen Lichteinstrahlung für Filmdrehs und Fotoshoots sehen sie die Lichtverhältnisse eines Drehorts vorab und sparen Zeit bei der Suche und vor Ort. Die meisten Anwender sind laut Molzer allerdings Immobilienfirmen, Architekten und vor allem Wohnungssuchende.  

Lest auch

Er hat millionenschwere Exits hinter sich und ist einer der wichtigsten Startup-Investoren Österreichs: Hansi Hansmann.

Genau dort möchte Molzer in Zukunft weiter anknüpfen und den B2B-Bereich vergrößern. „Mit unserer Software können Architekten und Immobilienentwickler die Lichtverhältnisse in ihren eigenen 3D-Modellen simulieren und auf ihren Websites integrieren. Käufer sehen so die exakte Lichtsituation eines Gebäudes schon vorab“, sagt er. Wohnungssuchende sollen dadurch vor bösen Überraschungen durch bewahrt werden. Bald soll Shadowmaps auch Einblick in noch nicht fertig gestellte Gebäude ermöglichen: Und das zu jeder beliebigen Tages- und Jahreszeit und auf die Etage genau.

Laut des Gründers ist auch das niederländische Solarauto-Startup Lightyear daran interessiert, Shadowmap-Software ins Cockpit seiner Solarautos zu integrieren. Der Vorteil für Besitzer: Sie könnten dadurch unter anderem bessere Parkplätze finden, die garantiert in der Sonne liegen und somit bei gutem Wetter das Aufladen des Akkus sichern.

Was auch immer die Zukunft für Shadowmaps bringen mag, eine Sache ist sicher: Georg Molzer hat jetzt keine Probleme mehr, seinen Lunch-Platz in der Sonne zu finden.

E-Mobilität, Expansionspläne, China-Vorwürfe: Was VW-Chef Herbert Diess bei seiner Reddit-Fragestunde verriet

VW-Chef Herbert Diess mit der Ankündigung zu seiner Fragerunde auf der Diskussionsplattform Reddit

VW-Chef Herbert Diess mit der Ankündigung zu seiner Fragerunde auf der Diskussionsplattform Reddit

Volkswagen

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, hat sich am 16. Februar, um 18 Uhr deutscher Zeit, den Fragen der Reddit-Community gestellt und dabei unter anderem verraten, was sein Lieblingskäse ist. Aber auch, wie Volkswagen zu den Arbeitsbedingungen in China steht und wie viel Milliarden der Autobauer in Software investiert.

In einem „Ask Me Anything“ konnten Nutzer der Social Media Plattform schriftlich Fragen stellen, die Diess ebenfalls schriftlich beantwortete. Angekündigt hatte er das Format bereits vor einer Woche.

VW investiert zwei Milliarden in Software

Doch, was gibt VW-Chef Diess überhaupt auf Reddit preis? Unter anderem verkündete er, dass VW im Jahr 2021 rund 1.000 Software-Entwickler eingestellt habe und VW derzeit rund zwei Milliarden pro Jahr in Software investiere. Euro oder Dollar? Unklar. Im Kommentar macht er keine Angabe.

Außerdem arbeite das Unternehmen daran, sowohl Luxus-Elektroautos als auch Einsteiger-Elektro-Autos für rund 20.000 Euro auf den Markt zu bringen.

Lest auch

Auch die Arbeitsbedingungen in chinesischen Volkswagen-Fabriken wurden von der Reddit-Community angesprochen. In allen Fabriken weltweit würden die selben Arbeitsstandards gelten, sagte Diess. Dazu würden auch die UN-Richtlinien für Wirtschaft und Menschenrechte zählen. Immer wieder wurde der VW-Konzern in der Vergangenheit für sein Engagement in China kritisiert.

Abseits der Politik gab es auch Fragen zu konkreten Fahrzeugen und Marken. Einen Nutzer, der sich die Marke Skoda in den USA wünschte, musste Diess beispielsweise enttäuschen. VW habe keine Pläne, Skoda, das wie Audi oder Bentley ebenfalls zu VW gehört, auf den US-Markt zu bringen. Eine „gute Idee“ wiederum nannte er den Vorschlag, einen elektrischen Pickup-Truck, wie den Ford F150, einzuführen.

In 25 Jahren: Autos sind noch immer das wichtigste Transportmittel

Auf seine Zukunftsprognose angesprochen, wo Diess die Autoindustrie in 25 Jahren sehe, antwortete er: Es sei schwierig, 25 Jahre in die Zukunft zu schauen, aber er schätze, dass alle Autos autonom, sehr sicher und wahrscheinlich ohne Unfälle und emissionsfrei sein würden. Auch gehe er davon aus, dass sie das wichtigste Verkehrsmittel blieben.

Unabhängig von seinen Prognosen beantwortet VW-Chef dabei auch persönliche Fragen, etwa zu seiner Lieblings-Käsesorte: Manchego, ein spanischer Schafskäse.

Warum positioniert sich Diess auf Reddit?

Warum Diess sich jetzt den Fragen der Community stellt? Maximilian Van Poele, Attention Lead bei der PR-Agentur Hypr, stellt auf dem Karrierenetzwerk LinkedIn fest, dass es ein „sehr smarter Schachzug“ von ihm sei.

Diess sei der erste Manager eines DAX-Konzerns, der den Kanal Reddit nutze. „Das zahlt auf seine charismatische Positionierung als nahbarer, visionärer CEO ein“, sagt Van Poele. Außerdem unterstreiche die Sichtbarkeit auf Reddit die Positionierung als Tech-Company.

Zum Hintergrund: Die Plattform Reddit stammt aus den USA und ist vergleichbar mit einem Social-Media-Netzwerk auf der einen Seite und einem Forum auf der anderen Seite. Zu vielen Themen gibt es sogenannte Subreddits, also Foren, in denen sich Nutzer zu einem gewissen Thema austauschen. Der deutsche Subreddit „Finanzen“ zum Beispiel zählt 155.000 Mitglieder.

Lest auch

Volkswagen Wolfsburg

Vom Vizekanzler zum FDP-Außenseiter: Jürgen W. Möllemann und die Flugblatt-Affäre

Home Wirtschaft

Vom Vizekanzler zum FDP-Außenseiter: Jürgen W. Möllemann und die Flugblatt-Affäre

  • Profielfoto Solveig Gode

Getty Images / dpa; Collage: Dominik Schmitt

Jürgen W. Möllemann galt in den 90er Jahren als einer der bedeutendsten und umstrittensten Politiker Deutschlands. Dem Liberalen gelang in kurzer Zeit der politische Aufstieg vom Bildungsminister zum Wirtschaftsminister und Vizekanzler. Später wurde er beinahe FDP-Chef auf Bundesebene – doch dann überschatteten Vorwürfe um dubiose Wahlkampffinanzierungen, illegale Spenden und ein als antisemitisch geltendes Flugblatt seine Karriere.

Triggerwarnung: In diesem Text und in der Podcast-Folge sprechen wir auch über einen Suizid. Wir berichten darüber, weil dieser ein essentieller Teil der Ereignisse ist. Solltet ihr selbst oder euer Umfeld über einen Suizid nachdenken, erhaltet ihr schnelle Hilfe bei Organisationen wie der Stiftung Deutsche Depressionshilfe oder der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

“>

Externer Inhalt nicht verfügbar

Deine Privatsphäre-Einstellungen verhindern das Laden und Anzeigen aller externen Inhalte (z.B. Grafiken oder Tabellen) und Sozialen Netzwerke (z.B. Youtube, Twitter, Facebook, Instagram etc.) Zur Anzeige aktiviere bitte die Einstellungen für Soziale Netzwerke und externe Inhalte in den Privatsphäre-Einstellungen.

Klickt hier, um alle Podcast-Folgen zu sehen.

Möllemann löste gleich zwei Politik- und Wirtschafts-Affären aus. 1993 wurde die sogenannte Briefbogen-Affäre bekannt: Der damalige Vizekanzler empfahl Handelsketten mit dem offiziellen Briefkopf des Wirtschaftsministeriums einen Einkaufschip. Brisant dabei: Dieser Chip wurde von der Firma eines Familienmitglieds Möllemanns vertrieben. Nach dem Vorwurf der Vetternwirtschaft musste Möllemann zurücktreten und verlor auch den FDP-Landesvorsitz in Nordrhein-Westfalen.

Möllemann arbeitete in den folgenden Jahren an seinem Comeback. Tatsächlich wurde er erneut Vorsitzender der FDP in Nordrhein-Westfalen und warb prominent im Bundestagswahlkampf 2002. Zu dieser Zeit polarisierte er, auch weil er am politisch-rechten Rand zu fischen schien. Schließlich überschritt er die Grenze, als er acht Millionen als antisemitisch geltende Flugblätter verteilen lässt – ohne Absprache mit Parteichef Guido Westerwelle. Als dann auch noch entdeckt wurde, dass die Finanzierung der Flyer aus illegalen Spendengeldern stammte, verlor Möllemann alle politischen Ämter und wurde zur Persona non grata.

Inmitten der Affäre nimmt sich Möllemann 2003 bei einem Fallschirmsprung das Leben. Bis heute gibt es unbeantwortete Fragen: Woher stammten die Millionen, mit denen der damals 57-Jährige die Flugblätter finanzierte? Welche Motive verfolgte er politisch? Warum glaubte er, in einer Sackgasse zu sein?

Diesen Fragen gehen wir gemeinsam mit Wolfgang Kubicki nach, einem langjährigen Vertrauten und Parteikollegen Möllemanns. In der aktuellen Folge unseres True-Crime-Podcasts „Macht und Millionen“ gibt der Bundestagsvizepräsident exklusive und emotionale Einblicke und erzählt offen, wie er ihn als Menschen und Politiker wahrgenommen hat.

Über den Podcast: 

Bei „Macht und Millionen“ sprechen Solveig Gode (28) und Kayhan Özgenc (52) alle zwei Wochen über die spannendsten Verbrechen und Skandale der deutschen Wirtschaft. In jeder Folge unseres True-Crime-Podcasts beleuchten die beiden Business-Insider-Journalisten einen Fall, den sie anhand eigener Recherchen und Original-Dokumente neu aufrollen. Sie erzählen von schillernden Millionären und tief gefallenen Managern, aber auch von Menschen von nebenan, die zu Tätern und Opfern wurden – wahre Wirtschaftskrimis, die genau so passiert sind. 

Ihr findet die neueste Folge von „Macht und Millionen“ auf SpotifyApple PodcastsGoogle PodcastsPodimo oder Deezer. Wenn ihr uns unterstützen und neue Episoden schon eine Woche vorher hören wollt, könnt ihr bei Apple Podcasts oder Spotify dem „Macht und Millionen Club“ beitreten. Dort erhaltet ihr außerdem exklusiv die erste Staffel sowie weitere Bonusinhalte. Das Abo kostet 3,99 Euro im Monat. 

Auf unserem Instagram-Account findet ihr neben Fotos rund um den aktuellen Fall auch immer vorab Hinweise zum Thema der jeweils nächsten Episode.

Lest auch

Aktuelle News

Este sitio web utiliza cookies para que usted tenga la mejor experiencia de usuario. Si continúa navegando está dando su consentimiento para la aceptación de las mencionadas cookies y la aceptación de nuestra política de cookies, pinche el enlace para mayor información.

ACEPTAR
Aviso de cookies