#Gastbeitrag – 5 Dinge, die Du vor einem Pitch bei Investor:innen beachten solltest

Nach einem Jahr mit außerordentlich hohen Finanzierungssummen geht es 2022 in die nächste Runde. Um als Startup potenzielle Investor:innen zu überzeugen, sollten Gründer:innen, die sich entschieden haben eine:n Geldgeber:in an Bord zu holen, bereits vor dem ersten Pitch einige Aspekte beachten. Angefangen mit der Auswahl wirklich passender Investor:innen. Eine gute Idee alleine überzeugt nicht automatisch und zudem hat jedes junge Unternehmen ganz individuelle Bedürfnisse an externer Unterstützung. Um die:den perfekte:n Partner:in für eine erfolgreiche, gemeinsame Reise zu finden, gilt es vor allem fünf grundlegende Dinge zu beachten.

1. In welcher Startup-Phase befindest du dich aktuell?


Ein Startup durchläuft regulär vier verschiedene Phasen: Die Pre-Seed-Phase, die Early-Stage-Phase, die Growth-Phase und die Late-Stage-Phase. Für die Auswahl geeigneter Investor:innen ist es daher wichtig zu wissen, wo du mit deinem Startup derzeit stehst und welche „Must-Haves“ potenzielle Investor:innen in dieser Phase von dir sehen wollen. So wird zum Beispiel von einem Startup in der Early-Stage-Phase bereits ein fertiger Businessplan, ein Proof of Concept und eine erste Organisationsstruktur erwartet.

2. It’s a Match – passt du zu deiner:deinem Wunschinvestor:in?


Bevor du in ein Meeting mit eine:m potenziellen Investor:in gehst, solltest du ihr:sein Portfolio genau kennen und überprüfen, ob sie:er bereits in ähnlichen Bereichen investiert ist. So kannst du vorab sicherstellen, dass deine Geschäftsidee für die:den Investor:in grundsätzlich relevant ist, zu seinem Portfolio passt und ob auch verstanden wird, wohin du mit deiner Idee möchtest. Es ist immer sinnvoller, mit Investor:innen zu sprechen, die dein Geschäftsmodell direkt verstehen und die Branche bereits kennen.

Vor allem Corporate VCs bieten dabei für junge Unternehmer:innen viele Perspektiven. Sie unterstützen sehr umfassend und eröffnen nach ersten Pilotprojekten auch die Chance auf kommerzielle Verträge mit den beteiligten Unternehmen und somit einer ersten Kundenreferenz.

3. Identifiziere deine individuellen Bedürfnisse


Anstatt ausschließlich auf finanzielle Unterstützung zu achten, solltest du auf Investor:innen setzen, die dir viel zusätzlichen Mehrwert bieten können, zum Beispiel Zugang zu spezifischem Know-how, Mentorship oder Branchenkontakte. Ein:e Investor:in, die:der deine Potenziale nicht nur erkennt, sondern diese auch ganz gezielt fördert und dir ein gutes Netzwerk zur Verfügung stellt, bringt dich längerfristig viel weiter und schafft eine Grundlage für spätere Geschäftsbeziehungen. Auch, wenn der finanzielle Aspekt natürlich eine wichtige Rolle spielt, solltest du diese zusätzlichen Faktoren bei der Auswahl deiner potentiellen Investor:innen nicht außer Acht lassen.

4. A little “Branchenevent” never killed nobody


Bevor du dich an Investor:innen wendest, solltest du versuchen dir einen Überblick über das jeweilige Startup-Ökosystem zu verschaffen. Die beste Möglichkeit, Investor:innen und andere Gründer:innen kennenzulernen, sind Gründer:innen- und Startup-Events. Hier triffst du nicht nur potenzielle Geldgeber:innen, die auf der Suche nach spannenden Startups sind, sondern kannst mit anderen Gründer:innen Erfahrungen und Best Practices austauschen und dich optimal vernetzen.

Grundsätzlich gilt für die Kontaktaufnahme am Anfang: Viel hilft viel! Investor:innen sind häufig sehr beschäftigt und bis erste Rückmeldungen kommen, kann es auch manchmal ein paar Monate dauern. Das heißt aber nicht, dass das Interesse nicht vorhanden ist. Daher ruhig die “Fühler” in verschiedene Richtungen ausstrecken und so viele Kontakte wie möglich knüpfen und nutzen.

5. „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“ – stimmt die Chemie?


Damit eine Partnerschaft erfolgreich bestehen kann, müssen neben den harten Fakten auch einige weiche Faktoren stimmen. Deine Investor:innen müssen an dich glauben, Lust darauf haben, langfristig mit dir zusammenzuarbeiten, dir einen Vertrauensvorschuss geben und an dich und deinen Erfolg glauben. Er:Sie muss verstehen, wohin du mit deiner Idee möchtest und nicht nur den schnellen, gewinnbringenden Verkauf zum Ziel haben. Kurz gesagt: Die Mentalität muss zusammenpassen. Daher solltest du bei der Vorauswahl potenzieller Investor:innen auch immer die menschliche Komponente prüfen. Schließlich arbeitet ihr künftig eng und im Idealfall langfristig zusammen.

Fazit: Bevor es an den eigentlichen Pitch geht, bedarf es einer ordentlichen Vorbereitung, intensiver Recherche und ganz klarer Vorstellungen über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Ist diese Basis dann vorhanden, steht erfolgreichen Pitches und einer zielführenden Partnerschaft nichts im Weg.

Über den Autor


Florian Bogenschütz ist Managing Director von Wayra Deutschland, dem Open Innovation Hub der Telefónica. Gemeinsam mit dem Telekommunikationsanbieter hat er in München das 5G Tech Lab ins Leben gerufen – ein 5G-Labor für Start-ups, die modernste Anwendungen auf Basis der 5G-Technologie entwickeln. Zuvor war er nach beruflichen Stationen bei Porsche und der Deutschen Telekom als Geschäftsführer für den Aufbau und den kommerziellen Erfolg von einem Serviceanbieter für Nutzer:innen von Home-Sharing-Plattformen verantwortlich, den er 2016 mitgegründet hatte.

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#Gastbeitrag – Mit Schwarzen Schwänen kämpfen – wie gründet es sich in Zeiten von Covid-19 und Wirecard?

Alles sah bestens aus, als mein Partner Fabian Terner und ich im Frühjahr 2020 unsere neue Firma pliant gründen wollten. Ziel unseres Startups: zum führenden Anbieter der neuesten Generation von Firmenkreditkarten aufzusteigen. Wir beide waren schon lange in der Fintech-Szene aktiv und so hatten wir im März 2020 viele Angebote von Investoren auf dem Tisch, die unser Unternehmen finanzieren wollten. Wir mussten uns nur das beste Angebot und den passendsten Partner aussuchen. Doch dann schlugen das Coronavirus und die massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens zu.

Weite Teile des Geschäftslebens standen still. Firmen mussten ihr Businessmodell anpassen – und keiner unserer potenziellen Investoren war mehr für uns verfügbar. Angebote wurden zurückgezogen, manche Kapitalgeber sind gar nicht mehr ans Telefon gegangen. Diejenigen, die wir überhaupt erreichen konnten, sagten uns: „Wir wissen nicht, was passiert. Wir kümmern uns nur noch ums Bestandsportfolio.“ Für uns, wie für andere Unternehmen, begann eine unsichere Zeit; bei uns verschärft dadurch, dass es uns in einer äußerst ungünstigen Lage traf. Schließlich hatten wir nichts als die Idee in der Hand und brauchten nun Geld, um unsere Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Doch Investoren flüchteten damals vor unbekannten und völlig neuen Investments.

Ein Lichtblick nach zwei Monaten Warten

Zum Glück fingen sich im weiteren Verlauf die meisten Firmen – ja manche, zumeist digitale Geschäftsmodelle explodierten förmlich. Die anfängliche drastische Zurückhaltung unserem Fintech gegenüber löste sich etwas auf und so gewannen wir im Mai 2020 ein Family Office, das in uns investierte. Die Corona-Vorschriften führten allerdings dazu, dass wir längere Zeit auf einen Notartermin warten mussten, um die Gesellschaft zu gründen. Dann aber konnten wir mit zehn Leuten loslegen und unser Produkt entwickeln. Alles lief nach Plan – dachten wir.

Kreditkarten haben naturgemäß viel mit der Abwicklung von Geldströmen und Zahlungen zu tun – und als unseren Bankenpartner hatten wir uns ausgerechnet eine Firma namens Wirecard ausgesucht. Wir waren neu am Markt, mussten bei ihnen in Vorleistung gehen und als erste Rate eine sechsstellige Summe überweisen. Am 16. Juni informierte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY den Wirecard-Aufsichtsrat, kein Testat für das Jahr 2019 zu erteilen. Zu groß waren die Ungereimtheiten, vor allem zum Verbleib von 1,9 Milliarden Euro. Genau an diesem Tag wäre unsere Überweisung fällig gewesen. Auch dort ging plötzlich keiner mehr ans Telefon. Doch die Nachricht über die mittlerweile amtlichen Verfehlungen Wirecards kamen für uns gerade noch rechtzeitig und waren eindeutig. Sonst wäre unser Geld und das der Investoren unwiderruflich verloren gewesen.

Wirecard implodierte, wir haben weiter an unserem Produkt gebaut, brauchten aber einen Bankenpartner – so wie Tausende Ex-Wirecard-Kunden, die nun zur selben Zeit auf der Suche nach einem Zahlungsdienstleister waren. Es war ja nicht so, dass Wirecard gar keine Kunden hatte. Das merkten wir, als wir als unbeschriebenes Blatt bei den einschlägigen Dienstleistern anriefen – die sich angesichts des unverhofften Kundenansturms nicht um eine junge Firma mit Null-Umsatz in der Testphase kümmerten, sondern um etablierte Unternehmen. Wir standen in der Warteschlange ganz hinten, das wurde uns immer wieder verdeutlicht.

Der Fall Wirecard bremste monatelang

Auf diese Weise haben wir zwei bis drei weitere Monate verloren. Erst im Dezember 2020 konnten wir schließlich die erste Testtransaktion durchführen. Monate nach dem ursprünglichen Termin, und so langsam ging uns das Geld aus. Doch immerhin waren unsere Kosten überschaubar und wir noch nicht live. Parallel dazu kam Ende 2020 der zweite Lockdown. Daran allerdings hatten sich schon alle Akteure gewöhnt und es hatte kaum gravierende Auswirkungen für uns. Nun aber schlug die Wirecard-Pleite ein zweites Mal zu. Die Regulatoren traten auf den Plan und verlangten von unserer Partnerbank, die gemeinsam definierten Prozesse noch einmal komplett aufzuarbeiten. Damit verzögerte sich der Start erneut, obwohl auf der operativen und technischen Seite bereits alles fertig war. Wir konnten die zusätzliche Zeit zwar produktiv nutzen, unser Produkt noch besser zu machen, wären aber gerne schon viel früher als erst im zweiten Quartal 2021 live gegangen.

Es war eine beängstigende Achterbahnfahrt – und das über Monate. Rund acht Wochen davon mussten wir warten, ohne selbst irgendetwas tun zu können, um den Prozess zu beschleunigen. Heute können wir mit zwei lachenden Augen auf die vergangenen anderthalb Jahre blicken. Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände, für die wir nichts konnten – mit denen man aber als Gründer immer leben muss. Wir haben jedenfalls viel aus dieser frühen Phase gelernt. Unter anderem, wie wichtig es ist, inmitten von großer Unsicherheit einen kühlen Kopf zu bewahren, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Und inzwischen freuen wir uns, sagen zu können, dass der Start von pliant mehr als gelungen ist. Nach unserer bereits sehr erfolgreichen Seed-Finanzierung letzten Sommer sind wir im Herbst so stark gewachsen, dass wir die Runde schon kurz vor Jahresende noch einmal signifikant aufstocken konnten und auch mussten, um dem weiteren Wachstum gerecht zu werden. Dass wir nur wenige Monate nach dem Go-live bereits mehr als 20 Millionen US-Dollar an Finanzierung einsammeln würden, hätten wir uns Anfang 2020 noch überhaupt nicht vorstellen können.

Das Coronavirus hat auch die Wirtschaftswelt auf den Kopf gestellt und neue Geschäftsmodelle befördert. In Krisenzeiten entstehen neue Bedürfnisse. Dadurch, dass kontaktloses Zahlen durch Covid-19 relevanter und beliebter wurde, stieg auch bei Vorständen und Beschäftigten – unserer Zielgruppe – die Nachfrage nach unseren Kreditkarten.

Über den Autor


Malte Rau ist CEO und Co-Gründer des Berliner Fintechs pliant. Seit über zehn Jahren arbeitet er im Fintech- und Bankenbereich mit Stationen bei KPMG, der Kreditkartenplattform auxmoney und Rocket Internet. Sein Anspruch ist es, mit pliant die digitale Kreditkartenlösung für maximale Flexibilität und Ersparnis an Unternehmen zu bringen.

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#Gastbeitrag – Mentoring: Das Schweizer Taschenmesser für die Unternehmenskultur

Im Laufe meiner jahrelangen Tätigkeit als Unternehmerin begegne ich regelmäßig Menschen, die gern selbst ein Unternehmen gründen oder den nächsten Karriereschritt wagen wollen. Welche Ziele und Pläne sie auch verfolgen, immer wieder taucht eine Frage auf:

Wie mache ich das?

Wissen ohne Mentoring ist wie Bauen ohne Werkzeug

Wir leben in einer Welt des überbordenden Wissens. Auf jede noch so komplexe Frage gibt es scheinbar klare Antworten in YouTube-Videos, Online-Kursen und Fachbüchern. 

Mit wenigen Klicks finden wir Anleitungen dafür, wie wir eine Steuererklärung erstellen, einen Businessplan entwickeln oder besser mit unseren Mitmenschen kommunizieren. Und doch bleibt die bohrende Frage nach dem Konsum von Wissen bestehen: 

Wie mache ich das?

Der Ratgeber-Markt boomt seit Jahren, was ein deutlicher Hinweis darauf ist, dass wir in gesammeltem Wissen zwar Denkanstöße und Inspiration finden. Doch unterstützt uns niemand bei der Umsetzung. Wissen bleibt damit nur theoretisch, ein zahnloser Papiertiger.

Bücher, Videos und Kurse gibt es also massenhaft. Aber der Zugang zu den Experten, den Leuten also, die einem zeigen, wie wir das Gelernte anwenden, bleibt nur einigen wenigen Personen vorbehalten. Es ist an der Zeit, das Mentoring in der Breite zu öffnen.

Mentoring: Ein Auftrag, aber nicht zur Profilierung

Den Status Mentor schreiben sich manche gern in ihr LinkedIn-Profil, wie eine Art Gütesiegel. Doch ist es keine Auszeichnung, Mentor zu sein, kein Nice to have, um sich zu profilieren. Es ist Auftrag, Pflicht und Privileg in einem. 

Mentoren sind, wenn sie ihre Verantwortung annehmen und danach handeln, die Schweizer Taschenmesser der Unternehmenskultur. Geschickt verbinden sie Mitarbeiter an der Basis und die oberen Etagen miteinander, sie sorgen für eine zielführende Informationsweitergabe durch Know-how-Transfer. 

Das müssen Mentoren können

Mentoren sind Betreuer, die ihren Betreuten Hard und Soft Skills beibringen, und zwar auf eine zwischenmenschlich angenehme wie auch professionell-kollegiale Art. Mentoren stehen dabei zahlreichen Herausforderungen gegenüber. Sie

  • führen,
  • fordern,
  • motivieren,
  • bestärken,
  • stellen ihr Netzwerk zur Verfügung,
  • verhelfen dem Mitarbeiter zur eigenständigen Arbeitsweise,
  • schätzen den Workload richtig ein und planen entsprechende To-dos,
  • sind präsent, ohne den Mitarbeiter zu erdrücken,
  • prüfen (Zwischen-)Ergebnisse, ohne zum Kontrolletti zu werden,
  • inspirieren mit eigenen Ideen,
  • sind zugleich aufgeschlossen gegenüber Ideen des Mitarbeiters,
  • gehen ins Sparring, um zusammen mit dem Mitarbeiter die besten Ideen herauszuarbeiten,
  • treten als kompetente Autorität auf, ohne autoritär zu werden.

Die Liste ist noch lange nicht vollständig, weshalb sich das Bild des Schweizer Taschenmessers für Mentoring so gut eignet: Das Taschenmesser hat es deshalb zu Berühmtheit gebracht, weil es sich um ein Top-Multifunktionswerkzeug handelt, bei dem jedes Werkzeug für sich allein exzellent und zuverlässig funktioniert. 

Doch erst im Verbund zeigt sich der wahre Nutzen des Schweizer Taschenmessers: Alle Hochleistungstools befinden sich praktisch gebündelt an einem Ort, sodass sie zum richtigen Zeitpunkt zum Einsatz kommen. Genauso ist es auch beim Mentor: Mal ist er als Coach gefragt, in einer anderen Situation als Netzwerker und wieder zu einem anderen Zeitpunkt als Quasi-Chef, der die Arbeitsergebnisse realistisch einschätzen muss. Leider werden nur wenige Mentoren in Deutschlands Unternehmen ausreichend auf diese Aufgabe vorbereitet. Dabei ist dies dringend geboten.

Was bringt Mentoring und wie fördern Unternehmen eine Mentoring-Kultur?

Der Gallup-Studie zufolge hat jeder sechste Mitarbeiter bereits innerlich gekündigt oder plant, innerhalb des nächsten Jahres zu kündigen. Noch immer denken viele Führungskräfte, es gehe Mitarbeitern um Geld oder einen großen Firmenwagen. Doch ist das allein nur selten der ausschlaggebende Motivationsfaktor. Anerkennung der eigenen Arbeit liegt Umfragen zufolge auf Platz 1 der deutschen Arbeitnehmer, was die Prioritäten bei einem Job angeht. Direkt dahinter kommt ein gutes Verhältnis zu Kollegen, gefolgt von spannenden Aufgaben. 

Kurzum: Menschen verbringen einen erheblichen Teil ihrer Zeit bei der Arbeit, und sie möchten das in einem Klima der Wertschätzung und guten sozialen Beziehungen tun. 

Mentoring leistet hierzu einen erheblichen Beitrag, indem es

  • die interne Kommunikation verbessert,
  • die Weitergabe von wertvollem, unternehmensinternem Wissen sicherstellt und so “Sticky Knowledge” verhindert,
  • dafür sorgt, dass Führungskräfte erfahren, was Mitarbeiter beschäftigt, bewegt und interessiert,
  • Bedarfe für die Personalentwicklung in Erfahrung bringt,
  • Frust bei Kollegen frühzeitig aufzeigt und der Mentor gegensteuern kann,
  • Handlungs- und Mitteilungskompetenzen fördert,
  • Entwicklungspotenziale aufzeigt,
  • ein Wir-Gefühl schafft,
  • die Gefahr von Fluktuation senkt und
  • High Potentials in Unternehmen ausfindig macht.

Auch diese Liste ist noch lange nicht vollständig. Gesagt werden kann: Der Kernvorteil von Mentoring ist die tiefgreifende, auf allen Ebenen stattfindende Verbesserung der Unternehmenskultur.

Damit das funktioniert, braucht es ein gut strukturiertes, auf das Team und die Bedürfnisse der Mitarbeiter abgestimmtes Mentoring-Programm. Alternativ: eine Technologie, die das übernimmt.

Generische Lösungen helfen hier nicht weiter, da jeder Mentoring-Auftrag höchst individuell ist. Das zu leisten ist aufwendig, ja. Doch kann der Wert von Mentoring gar nicht hoch genug eingestuft werden, wenn es dadurch gelingt, Fachkräfte zu gewinnen, zu motivieren und dadurch zu halten.

Was muss sich ändern, damit Mentoring selbstverständlich in Unternehmen wird?

Mentoring sollte es ein integraler, essenzieller Bestandteil der Personalführung und -entwicklung werden.

Dafür ist es erforderlich, dass bereits bestehende Mentoring-Programme kritisch auf den Prüfstand gestellt werden: Funktionieren diese bzw. welche Ergebnisse haben sie bislang geliefert? Wird das Programm regelmäßig mit seinen Stärken und Schwächen evaluiert, etwa durch Frage- und Feedbackbögen?

Dieser ehrliche, reflektierte Blick auf bestehendes Mentoring ist ein wichtiger Schritt für Unternehmen, die bestehende Programme optimieren möchten.

Tipp: Mentoring-Plattformen nutzen

Was aber können Unternehmen tun, die bislang keine Berührungspunkte mit Mentoring haben? Sie können sich zum Beispiel mit Mentoring-Plattformen an das Thema herantasten. Dadurch bekommen Unternehmen ein erprobtes Framework, das Prozesse wie Matching, Briefing oder Feedback regelt. Alternativ kann man Mitarbeiter in eine kollegiale Mentoring-Community einladen und es ihnen freistellen, wie sie sich mit wem und wann austauschen. In beiden Fällen sammeln Unternehmen schnell Erfahrungen mit der eigenen Mentoring-Kultur, identifizieren Mitarbeiter, die sich gern einbringen und die Themen, die aktuell wichtig sind. Mit dem gelernten kann man anschließend ein Programm nach den eigenen Bedürfnissen entwickeln: die das Mentoring als Schweizer Taschenmesser für die Unternehmenskultur täglich anwendet.

Diese Unterstützung für den Aufbau einer New-Work-Kultur können sich nicht nur Start-ups und KMU ohne Mentoring-Erfahrung zunutze machen. Auch Unternehmen mit bestehenden Mentoring-Programmen erweitern so ihren Wissensschatz und das eigene Netzwerk. Denn genau darum geht es im Mentoring: gemeinsam voranzukommen, ganz egal, an welchem Punkt wir stehen. Damit wir als Gesellschaft zusammen in eine erfolgreiche, erfüllende Zukunft gehen.

Über die Autorin


Tina Ruseva ist Mehrfachgründerin, studierte Informatikerin, Initiatorin des dezentralen New Work Festivals und zudem Verfechterin des “Mentorings für alle”.

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#Gastbeitrag – Die zehn wichtigsten Technologietrends im Jahre 2022

“Follow the money” heißt es gerne auf Englisch, wenn es darum geht, wichtige Entwicklungen zum Ursprung zurückzuverfolgen. GP Bullhound, eine Tech-M&A-Beratungsgesellschaft und Investmentfirma, macht genau das, um Jahr für Jahr die prägenden technologischen Trends der nächsten 12 Monate zu identifizieren. Die internationalen Analyst:innen des Unternehmens haben die wesentlichen Investitionstrends zusammengefasst und daraus zehn Trends abgeleitet. Der Technology Predictions Report 2022 hält interessante Erkenntnisse zu Entwicklungen in der Creator Economy, dem Hype um das Thema Metaverse und dem Siegeszug von KI im Gesundheitswesen bereit. Der folgende Beitrag fasst die Trends zusammen.

Die Creator Economy wird erwachsen. Weltweit gibt es laut Forbes rund 50 Millionen Influencer:innen auf YouTube, Instagram, Twitch, TikTok und anderen Social-Media-Plattformen. Sie haben eine neue Kreativwirtschaft geschaffen, in der sie ihre eigenen Inhalte erstellen und monetarisieren können. Marken lassen den Creators bei Werbekooperationen zunehmend freie Hand, den gesponserten Content auf ihr Zielpublikum zuzuschneiden. Schon 2020 konnte die Creator Economy in den USA rund 144 Millionen Dollar einnehmen – das ist fast eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr. 

Die Dezentralisierung des Finanzsystems schreitet voran. Im Oktober 2021 betrug der „Total Locked Value“ allein auf der Ethereum-Blockchain über 100 Milliarden US-Dollar.  Es ist ein alternatives Finanzsystem entstanden, das vom Kreditgeschäft bis hin zum Asset Management immer mehr Bereiche des Finanzsektors abdeckt. Diese dezentralen Anwendungen definieren Finanzdienstleistungen neu und bieten ein noch nie da gewesenes Maß an Transparenz, Interoperabilität und gleichberechtigtem Zugang. Der explosionsartige Anstieg der Verkäufe von Non-Fungible Tokens (NFTs) war eine weitere wichtige Triebkraft für die Akzeptanz der Blockchain. 

Zunehmender Effizienzdruck macht Lieferketten digitaler. Covid-19 beeinträchtigt die weltweiten Lieferketten. Unternehmen sehen sich mit Engpässen und Preissteigerungen bei Rohstoffen konfrontiert. Auch der Ausfall von Arbeitskräften zwingt sie dazu, nach Optimierungsmöglichkeiten der Lieferketten zu suchen. Softwareplattformen wie forto ermöglichen es Unternehmen, Lieferketten durch strategische Beschaffung und Frachtweiterleitungen zu optimieren. Statista geht davon aus, dass der weltweite Markt von Supply-Chain-Software im laufenden Jahr auf über 20 Milliarden US-Dollar anwachsen wird. 

ARM-Chips verdrängen x86-Prozessoren. ARM-basierte Chips lassen sich sowohl in mobilen als auch in Desktop-Geräten einsetzen. Sie bieten deutliche Vorteile für Anwendungen wie maschinellem Lernen und sind damit viel effizienter und vielseitiger als traditionelle x86-Chip-Prozessoren. Solche Anwendungen werden künftig autonome Fahrzeuge sicherer machen, die Funktionalität von am Körper getragenen medizinischen Geräten verbessern und schnellere Datenanalysen in vielen Bereichen ermöglichen. Apple hat mit seinem M1-Chip vorgelegt. Auch Google und Microsoft arbeiten an eigenen CPUs auf Basis der ARM-Technologie. 

Das Metaverse rückt näher. Mark Zuckerberg hat das Interesse an der Idee des Metaverses als Zukunft des Internets neu entfacht. Es bezeichnet eine Welt miteinander verbundener virtueller Gemeinschaften, in der sich Menschen über Virtual-Reality-Headsets, Augmented-Reality-Brillen, Smartphone-Apps oder andere Geräte begegnen. Das Metaverse wird unser Konsumverhalten und unsere Arbeitsweisen beeinflussen. Es bietet Unternehmen neue Möglichkeiten, ihren Content zu präsentieren, z. B. in Form virtueller Galerien, wie sie bereits in Decentraland existieren. Auch der Trend zum virtuellen Arbeiten und die Zunahme virtueller Arbeitsräume wird die Entwicklung des Metaverse beschleunigen. So könnte zukünftig beispielsweise in virtuellen Welten an Projekten zusammengearbeitet werden oder diese als Treffpunkt für Austausch genutzt werden.

Wearables werden immer schlauer. Galt die Apple Watch anfangs noch als Spielerei, ist die Akzeptanz von Wearables mittlerweile enorm gestiegen. Dabei nimmt die Bedeutung von KI-gestützter Software zu. Getragen wird diese Entwicklung durch den stark wachsenden Markt für IoT-Analytik: Market Research Future prognostiziert, dass das Marktvolumen bis 2025 auf 58,4 Milliarden US-Dollar steigern, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 31 Prozent. Durch den Einsatz von KI können Wearables-Unternehmen ihren Nutzern nun detaillierte Datenanalysen und sogar Vorhersagen zu ihrer Gesundheit und körperlicher Leistungsfähigkeit bieten.

Der Chipmangel zwingt zu Gegenmaßnahmen. Die Covid-19-Pandemie hat die weltweiten Halbleiter-Lieferketten unter Druck gesetzt. Da immer mehr Geräte über Chips vernetzt und mit intelligenten Steuerungsfunktionen versehen werden, nehmen die Engpässe in Zukunft möglicherweise weiter zu. Verschiedene Initiativen wollen gegensteuern: In den USA sieht der “CHIPS for America Act” 52 Milliarden Dollar vor, um die heimische Chipindustrie zu unterstützen, die EU plant einen “European Chips Act”. Gleichzeitig wollen die Hersteller ihren Output erhöhen: Der weltgrößte Produzent TSMC will dafür in den nächsten drei Jahre 100 Milliarden US-Dollar investieren. Auch das traditionsreiche Unternehmen Intel kündigte einen 20-Milliarden-Dollar-Plan an, um seine Kapazitäten für die Chip-Herstellung zu erweitern.

Immer mehr Konsumenten bezahlen später. By now, pay later (BNPL): Dieses Modell wird bei Käufer:innen immer beliebter, während die Kreditkarte an Popularität verliert: Besitzen Angehörige der Baby-Boomer-Generation noch im Schnitt 3,5 Kreditkarten, sind es bei den Millennials nur noch 2,5. Gleichzeitig nutzen 27 Prozent der jungen Generation BNPL, während es bei den Boomern nur 6 Prozent sind. Die Verbraucher:innen wechseln von der Kreditkarte zur BNPL, um hohe Zinsen und Schulden zu vermeiden und gleichzeitig Zugang zu mehr Produkten zu haben. Der Handel bietet den Service zunehmend an, weil er mit ihm den durchschnittlichen Bestellwert und die Konversationsraten steigern sowie neue Kund:innen gewinnen kann. 

Technologie macht Belegschaften vielfältiger. Den Themen Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion werden in der Arbeitswelt immer mehr Bedeutung zugemessen. Neue Software-Lösungen ermöglichen es Unternehmen durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen Bewerbungsprozesse diskriminierungsfreier zu gestalten. Ein weiterer Bereich für die Digitalisierung des Recruitings wird die auf Bewerber:innen ausgerichtete prädiktive Analytik sein. Sie erfasst den Cultural Fit zwischen den potenziellen Angestellten und dem jeweiligen Unternehmen. Auf der Grundlage umfangreicher Daten aus der Zeit vor und nach der Einstellung bestehender Mitarbeiter:innen treffen Analysetools Vorhersagen über die Eignung der Bewerber:innen. 

Künstliche Intelligenz automatisiert das Gesundheitswesen. Von der Diagnose bis hin zur Behandlung nimmt der Einsatz von KI in allen Bereichen des Gesundheitswesens zu. Durch die neuen Technologien erhalten Patient:innen eine bessere Versorgung und präzisere Diagnosen, während gleichzeitig ein breiterer Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen geschaffen wird. Der Bedarf an Fernbehandlungen während der Pandemie hat den Trend zu einer virtuellen und datengesteuerten Gesundheitsversorgung verstärkt. 

Fazit


Der Digitalisierungsschub der Pandemie hat den Weg für einen beschleunigten technologischen Wandel geebnet. So machen viele Branchen momentan große Innovationssprünge. Die Technologietrends 2022 zeigen zudem, dass Verbraucher:innen 2022 im Mittelpunkt stehen werden. Aber: Um die Zukunft unserer Wirtschaft nicht zu verspielen, muss weiter investiert werden. Insbesondere Deutschland und die EU-Länder benötigen zusätzliche Gelder und viel mehr Forschung für Technologien wie z. B. dem maschinellen Lernen, um von der wachsenden Nachfrage nach digitalen, intelligenten Angeboten und dem sich ändernden Konsumverhalten zu profitieren.

“Gibt es keine Pleiten, sind die Investoren zu vorsichtig” – Interview #37 – Julian Riedlbauer (GP Bullhound)

Über den Autor


Julian Riedlbauer ist Partner und Leiter der deutschen Niederlassung des global führenden Technologie-M&A-Beraters und -Investors GP Bullhound.  Bevor er die Leitung des deutschen Büros übernahm, war Julian Riedlbauer Geschäftsführer bei Corporate Finance Partners, einer internationalen M&A-Beratungsfirma mit den Schwerpunkten Internet, Medien und Technologie. Vor seinem Wechsel auf die Beraterseite sammelte Riedlbauer als Gründer, Unternehmer und Manager mit mehreren M&A-Deals im Internet-, IT- und TK-Sektor umfassende Erfahrung.

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#Gastbeitrag – So profitieren Unternehmen und Mitarbeiter:innen vom “Urlaub für Weiterbildung”

Personalverantwortliche kennen das Problem: Das Weiterbildungsbudget wird nur zögerlich in Anspruch genommen. Bei uns war das nicht anders. Bis wir vor drei Jahren neue Wege eingeschlagen hat: Die Mitarbeiter:innen bekommen Zusatzurlaub, wenn sie sich weiterbilden. Warum das gesamte Team davon profitiert und inwiefern sich diese Idee zu einem Wettbewerbsvorteil im War for Talents entwickelt hat, zeigt dieser Gastbeitrag.

Investition in die Zukunft der Mitarbeitenden und des Unternehmens

Bleiben Weiterbildungsbudgets ungenutzt, stellt dieser Stillstand v.a. wachstumsorientierte Startups vor Probleme. Wer nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt, braucht schon eine stählerne Disziplin, um die freie Zeit zum Lernen zu nutzen. Genau hier setzt das Weiterbildungs-Prinzip von Userlike an: Die Aussicht darauf, für die Mühen mit Zusatzurlaub belohnt zu werden, kann genau den nötigen Motivationsschub bringen. Unser Konzept beschränkt sich nicht auf klassische Bildungsangebote, sondern kann auf jede Lernerfahrung angewendet werden, für die wir auch die Kosten übernehmen. 

Wir versuchen, den persönlichen Wunsch nach beruflicher Entwicklung mit den Bedürfnissen des Unternehmens in Einklang zu bringen. Denn: Damit das Wissen und die Fähigkeiten erhalten bleiben, müssen sie anschließend bei der Arbeit zur Anwendung kommen. Beispiele aus unserer Praxis sind etwa der Marketingmitarbeiter, der einen YouTube Seminar über Google-Ads abgeschlossen hat oder der Produkt Designer, der einen Kurs der codecedemy besucht hat, um CSS zu lernen. 

Ohne Fleiß kein Preis

Bei uns verfügt jede:r über 28 Urlaubstage. Zusätzlich zum gesetzlichen Anspruch auf Bildungsurlaub sind nach unserem “Urlaub für Weiterbildung”-Prinzip außerdem bis zu fünf Extra-Urlaubstage möglich. Insgesamt könnten also 38 freie Tage genommen werden. 

Dafür müssen die Kolleg:innen jedoch auch etwas tun. Wer nach Feierabend zusätzliche Fähigkeiten erlernt, bekommt die freien Tage als Bonus. Um davon zu profitieren, werden gemeinsam mit den Team-Leads quartalsweise individuelle Lernziele festgelegt. Diese können Mitarbeiter:innen dann z.B. durch Onlinekurse oder das Besuchen von Seminaren erreichen. Auch die Weiterbildung mithilfe von Fachlektüre kann mit entsprechendem Zusatzurlaub honoriert werden. 

Damit die Lernziele als erreicht gelten, muss das neu erworbene Können nachgewiesen werden. Bei einigen Kursen werden z.B. Urkunden oder Zertifikate ausgestellt, alternativ gilt auch eine schriftliche Zusammenfassung des Erlernten oder eine Präsentation vor den Kollegen als Nachweis. So profitieren alle davon. Und der Erfolg gibt der Initiative recht: Jährlich wird das Angebot von etwa zehn Mitarbeitenden angenommen, also rund 25 Prozent des Unternehmens, vor allem aus den Bereichen Development, Marketing und Design. Kürzlich hat aber auch eine Kollegin aus der Kundenbetreuung einen Sprachkurs begonnen, weil sie häufig mit französischen Kunden zusammenarbeitet.

Wie das Prinzip im Detail funktioniert

Selbstentwicklung ist eine Grundsäule der Feedbackgespräche zwischen Teamleitung und Mitarbeiter:in. Hier werden auch Herausforderungen oder Wissenslücken herausgearbeitet und Potenziale diskutiert. Wie können sich die Teammitglieder innerhalb von fünf Jahren am effektivsten weiterentwickeln? 

Auf dieser Grundlage erstellen die Kolleg:innen einen Lernplan: In welchen Bereichen wollen sie sich verbessern, wo können sie noch wachsen, welche Perspektiven können sie sich damit neu eröffnen, welche Literatur, Projekte oder Referenzen können ihnen dabei helfen? 

Diesen Entwicklungsplan gilt es gemeinsam zu verfolgen. Da dies im Wesentlichen außerhalb der regulären Arbeitszeiten erfolgt, haben wir ein Vergütungsprogramm entwickelt, um dieses Engagement zu honorieren. 

Für Weiterbildung aufgewendete Zeit wird von uns durch Schätzung des Aufwands ausgeglichen. Für ein Fachbuch nehmen wir z.B. die Audioversion als Grundlage und schreiben den Mitarbeitenden diese Stunden gut. Der Nachweis erfolgt idealerweise über den sogenannten Userlike Book Club. Das Teammitglied bereitet für dieses Format eine Präsentation mit den wichtigsten Erkenntnissen vor und erklärt, wie diese auf das gesamte Unternehmen angewendet werden können. Danach gibt es eine gemeinsame Diskussion.

Weiterbildung als Teil der Unternehmens-DNA

Weiterbildung etwas weiterzudenken, ist Ausdruck unserer Werte. Seitdem wir Userlike gegründet haben, sehen wir das persönliche und berufliche Wachstum aller Teammitglieder als Basis unseres unternehmerischen Erfolgs und der gemeinsamen Entwicklung. Als wir anfingen, Mitarbeiter:innen einzustellen, erkannten wir, dass es in Deutschland nicht viele Talente mit den von uns gewünschten Fähigkeiten gab. Dafür hätten wir wohl im Silicon Valley gründen müssen. Uns war aber klar, dass sich dieser vermeintliche Rückstand aufholen lässt. Wissen und Fähigkeiten kann man sich aneignen – durch Bücher, Online-Kurse, Youtube-Videos und vieles mehr. Wir stellen also Mitarbeiter:innen mit Potenzial und genau dieser Mentalität ein und legen dabei großen Wert auf die persönliche Entwicklung. 

Das Team als eigentliche Wunderwaffe im War for Talents

Will ein Unternehmen langfristig bestehen, muss es einen guten Arbeitsplatz bieten. Ist das der Fall, empfehlen die Mitarbeitenden den Arbeitgeber weiter. Bei einem tollen Arbeitsplatz, geht es um mehr als einen Kickertisch und Obstkörbe, wenn auch beides den positiven Gesamteindruck abrunden kann. 

Am wichtigsten ist es, einen Arbeitsplatz zu entwickeln, der es den Menschen erlaubt, ihre bestmögliche Arbeit zu leisten. Es geht darum, ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Spaß zu finden und einen sicheren Raum zu schaffen, in dem die Mitarbeiter:innen ihre Ideen offen mitteilen können. Darüber hinaus hilft eine produktive Arbeitsumgebung dabei, den Mitarbeiter:innen aufzuzeigen, welchen Einfluss sie auf den Erfolg des Unternehmens haben. Das Prinzip “Urlaub für Weiterbildung” greift genau diese Philosophie auf.

Über den Autor


Timoor Taufig ist Co-Gründer und CEO von Userlike, dem führenden Anbieter für digitale Kundenkommunikation per Live-Chat und Messaging. Das SaaS-Unternehmen hat der Kölner 2011 mit seinem langjährigen Geschäftspartner David Voswinkel noch während des Studiums gegründet. Heute beschäftigt Userlike 40 Mitarbeiter. Die umfassende Plattform für Website-Chat, Threema, WhatsApp und weitere Messenger-Apps, bündelt die gesamte Kommunikation an einem Ort und kombiniert sie mit Audio-Call und Chatbot-Funktionalitäten. Mehrere tausend Kunden aus 50 Ländern vertrauen auf die Chat-Software von Userlike, darunter Unternehmen wie Hermes, 1&1, DB Schenker und viele mehr.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln werfen wir einen genaueren Blick auf das Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind dort die Voraussetzungen für Gründerinnen und Gründer, wie sieht es mit Investitionen aus und welche Startups machen gerade von sich reden? Mehr als 550 Startups haben Köln mittlerweile zu ihrer Basis gemacht. Mit zahlreichen potenziellen Investoren, Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents bietet Köln ein spannendes Umfeld für junge Unternehmen. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

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