#Interview – “Wir zielen nicht auf exponentielles Wachstum”

Das Berliner Startup froach, das 2011 von Thomas Reformat, Gunnar Reinhardt und Till Schrader gegründet wurde, kämpft für “die bewusste Pause” am Arbeitsplatz. “Unsere Minipausen sind kurze Übungspakete, die Mitarbeitende jederzeit in weniger als vier Minuten am Tag ausführen können – mal dynamisch, mal entspannend und manchmal einfach zum kurz Durchatmen”, heißt es auf der Website. Besonders im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen gut zulegen.

“Wir sind seit letztem Jahr stark gewachsen: Unser Team umfasst nun 13 Mitglieder, wir haben fast 160 Kunden – wir haben die Kundschaft seit letztem Jahr fast verdreifacht -, wir haben fast 90.000 Nutzerinnen und Nutzer, täglich werden über 5.000 Minuten an Minipausen geschaut, wir machen aktuell eine halbe Million Umsatz – bisher ohne Marketing- und Vertriebsaktivitäten – und 86 % unser Nutzerinnen und Nutzer froachen mindestens ein Mal die Woche”, sagt Geschäftsführerin Agnieszka Sarnecka, die das E-Health-Unternehmen seit 2020 führt.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht die froach-Macherin außerdem über Home-Office-Aktionen, Arbeitsflexibilität und sympathisches Lächeln.

Wie würdest Du Deiner Großmutter froach erklären?


Du arbeitest den ganzen Tag so hart, dass du dir auch mal eine Pause verdient hast! Weil ich weiß, dass du diese oft vergisst, möchte ich Dir gern dabei helfen oder besser – unser froach – der Gesundheitscoach für bewusste Pausen. Da du meist nur wenig Zeit hast, haben wir extra kurze Minipausen-Techniken für deinen Rücken, deine Augen, deine Koordination, dein Gedächtnis und natürlich für deine Entspannung entwickelt. Physiotherapeuten, Psychologen und Sportwissenschaftler haben darauf geachtet, dass alle Übungen für jedermann gut durchführbar sind und die Intensität leicht an deine Fähigkeiten angepasst werden kann. Du brauchst keine speziellen Geräte, nicht viel Platz und auch keine Fitness-Kleidung. Egal wo du gerade bist, du kannst einfach loslegen. Mit unserem kostenfreien 28-Tage-Angebot, kannst du froach jederzeit testen und gleich loslegen.

Hat sich das Konzept, das Geschäftsmodell, in den vergangenen Jahren irgendwie verändert?


Ja, wir sind in unserer Organisationsform ähnlich wie der froach: schnell und beweglich. Wir haben gemerkt, wie wichtig stetige technische Anpassungen und Entwicklungen hinsichtlich IT und Datenschutz sind. Einmalig produzierter Content reicht nicht aus. Damit froach spannend bleibt, entwickeln wir stets neue Anregungen, nutzerfreundliche Bedienungstools und natürlich motivationale Bausteine. Das Nudging – das sanfte Anstupsen erfordert verschiedene Aktivierungsansätze. So bieten wir regelmäßige Newsletter für Nutzer und für BGM-Ansprechpartner, Blogposts auf unserem Blog, Printmedien wie Übungsposter, Kalender und Giveaways sowie trainerbasierte Module an. Bald gibt es auch zusätzlich zu unserer digitalen Anwendung, EduClips und EduPaper. Mit dem klaren Profil “bewusste Pausen in Home & Office” und dem methodisch integrativen Ansatz sind wir einzigartig und unterscheiden uns deutlich von Wettbewerbern. Wir verstehen froach als unterstützenden Gesundheitsprozess für bewusste Pausen im Arbeitskontext, die auch Spaß machen dürfen. Wir helfen somit den Organisationen sich noch besser um ihre Mitarbeitenden zu kümmern.

Wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?


Wir verkaufen Jahresabos für unsere Softwarelizenz. Dabei orientiert sich der Preis des Abos an der Größe des Unternehmens. Eine organisationsweite Einführung von froach ist unserer Meinung nach am erfolgreichsten, weil man nur so die aktiven und auch die bisher inaktiven Beschäftigten erreicht.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt teilweise hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?


Wir haben ein sehr multikulturelles Team. Wir haben uns zu Beginn ausgetauscht, wie jeder an seinem Ort die Pandemie erlebt und uns gegenseitig aufgefangen und geholfen. Dann haben wir in einem zeitlichen Kraftakt bereits Anfang April 2020 eine kostenfreie Home-Office-Aktion gestartet und viel positiven Zuspruch erhalten. Größere Krankenkassen wurden Partner und haben froach als hilfreiches Angebot für ihre Gesundheitsförderung insbesondere für Mitarbeitende im Homeoffice genutzt. Wir haben unser Team sukzessive ausgebaut und die Entscheidung für unsere Geschäftsführerin Agnieszka Sarnecka getroffen. Seit November hat sich das Tempo gefühlt vervierfacht. Wir kooperieren im Betrieblichen Gesundheitsmanagement mit einigen Firmen und Partnern aus dem klassischen trainerbasierten Betrieblichen Gesundheitsmanagement und haben hier natürlich die starken Einschränkungen erlebt. Als digitaler Gesundheitsanbieter unterstützen wir die neuen Anforderungen der wachsenden flexiblen Arbeitswelt.

Wie ist überhaupt die Idee zu froach entstanden?


Wir haben sehr früh gemerkt, wie gewinnbringend eine Zusammenarbeit zwischen IT- und Gesundheitsexperten ist. Unsere Gründer und Gesellschafter Gunnar Reinhardt und Thomas Reformat sind seit 20 mit ihrer Firma relax-Gesundheitsmanagement im Betrieblichen Gesundheitsmanagement unterwegs und Till Schrader bringt mit seiner Firma Chilicon IT das notwendige technische und konzeptionelle Know-how mit. Bereits 2003 wurde so eine CD-Rom für gesunde Pausen entwickelt, die die Inspiration für die spätere webbasierte froach Anwendung wurde. Durch den Anstieg der Arbeitsintensität und der Arbeitsflexibilität und der daraus resultierenden zunehmenden Arbeitsbelastung braucht es einfache niedrigschwellige Lösungen, um die Erholungsfähigkeit im Arbeitskontext zu verbessern. Nur fitte und zufriedene Mitarbeitende sind auf Dauer motiviert und leistungsstark. Eine gut skalierbare digitale Lösung für bewusste Pausen, die sich einfach und sicher in verschiedene Systeme integrieren lässt, wird nicht nur in Europa gebraucht.

Wie hat sich froach seit der Gründung entwickelt?


froach war lange Zeit ein spannender Innovationshub, der parallel zu den bisherigen Firmen der Gesellschafter entwickelt wurde. Die Entscheidung vor zwei Jahren in eine neue Mitarbeiterstruktur und damit verbunden in eine neue technische und inhaltliche Ausgestaltung Geld und Zeit zu investieren, hat sich ausgezahlt. Leider erschwert Corona das soziale Miteinander. Video Calls ersetzen eben nicht das Office-Leben und das Startup-Teamgefühl. Wir sind optimistisch, dass sich das in den nächsten Wochen ändert, denn so wie wir uns um das Wohlbefinden unserer Nutzer bemühen, möchten wir natürlich auch selbst eine gesunde Teamkultur leben.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist froach inzwischen?


Wir sind seit letztem Jahr stark gewachsen: Unser Team umfasst nun 13 Mitglieder, wir haben fast 160 Kunden – wir haben die Kundschaft seit letztem Jahr fast verdreifacht -, wir haben fast 90.000 Nutzerinnen und Nutzer, täglich werden über 5.000 Minuten an Minipausen geschaut, wir machen aktuell eine halbe Million Umsatz – bisher ohne Marketing- und Vertriebsaktivitäten – und 86 % unser Nutzerinnen und Nutzer froachen mindestens ein Mal die Woche.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?


Tatsächlich gab es auf dem Weg zum Ziel verschiedene Ansichten bezügliches des Weges. Wir haben im Team schnell gespürt, wie unterschiedlich die Perspektiven und Sichtweisen sind. Coaching und Beratung sowie neue Teamstrukturen haben uns aber sehr geholfen, den Weg gemeinsam zu gehen. Das große Ziel mit unserem Produkt die Arbeitswelt zu verbessern und die Menschen zufriedener und glücklicher zu machen, haben wir nie aus den Augen verloren.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?


Wir haben nicht aufgegeben! Wir haben die beschriebenen Hürden übersprungen, wir haben neben dem notwendigen Eigenkapital viel Zeit investiert und wir waren auch bereit, in entscheidenden Phasen Hilfe in Form von Coaching zuzulassen. Am meisten motiviert uns natürlich froach mit seinem sympathischen Lächeln. Vielleicht ist das der wichtigste Punkt, dass wir stets Spaß an dem Thema Gesundheit und Erholung haben.

Wo steht froach in einem Jahr?


In einem Jahr wird froach noch mehr Unternehmen gesünder und Menschen glücklicher machen. Wir zielen nicht auf exponentielles Wachstum. Wir wollen nach wie vor unser Unternehmen nachhaltig aufbauen und mit konstanter Weiterentwicklung und Expertise mehr und mehr Kunden für uns gewinnen. Nur so können wir unserer Mission treu bleiben und das Leben der Menschen verbessern.

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Foto (oben): froach

#DealMonitor – Humanoo sammelt 10 Millionen ein – Yieldkit übernimmt digidip – Ex-Metro-Chef startet Zintinus

#DealMonitor

Der #DealMonitor, unsere Übersicht über Investments und Exits, bietet werktäglich alle Deals des Tages. Heute geht es um Humanoo, digidip und Yieldkit, absence.io und softgarden sowie Staffery und LakeView Partners. Zudem geht Ex-Metro-Chef Olaf Koch mit dem Food-Investor Zintinus an den Start.

Humanoo sammelt 10 Millionen ein –  Yieldkit übernimmt digidip – Ex-Metro-Chef startet Zintinus

Montag, 16. August 2021VonTeam

Im aktuellen #DealMonitor für den 16. August werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Humanoo


 SwissHealth Ventures, ein Unternehmen der CSS-Gruppe,  Helsana Health Invest, Sanitas, Verve Ventures und die Altinvestoren investieren 1o Millionen US-Dollar in Humanoo. “Nie zuvor hatten sich die größten Versicherer der Schweiz bei einem Startup-Investment gemeinsam beteiligt. Eine Signalwirkung für den gesamten Markt”, teilt das Berliner Unternehmen mit. Humanoo, eine App, die individuelle Coachings – Stichwort: Corporate Health –  anbietet, wurde im 2016 von Philip Pogoretschnik und Rheingau Founders ins Leben gerufen. Creathor Ventures, DvH Ventures, Rheingau Founders, Rocket Internet und investierten 2018 mehrere Millionen in die Jungfirma. Mehr über Humanoo

MERGERS & ACQUISITIONS

digidip


Das Hamburger Unternehmen Yieldkit übernimmt die Berliner Firma digidip. “Im Januar ist Waterland Private Equity als Mehrheitseigentümer bei Yieldkit eingestiegen. Unter der YK Group GmbH bündelt Waterland seitdem das Engagement im Bereich Affiliate- und Performance Marketing. Jetzt kommt mit digidip das zweite Unternehmen zur Gruppe. Die beiden Schwesterunternehmen ergänzen sich in ihren Portfolios und bauen ihre weltweit führenden Marktpositionen in den Bereichen Commerce Content und Affiliate Marketing weiter aus”, teilen die Unternehmen mit. YieldKit, ein “Performance Marketing Aggregator for Publishers” erwirtschaftete nach eigenen Angaben 2020 einen Usmatz in Höhe von 33 Millionen Euro. digidip positioniert sich als “Spezialist für Premium-Content-Monetarisierung”. digidip wurde 2013 von Sabrina Spielberger in Berlin gegründet.

absence.io


Der der Recruitingsoftware-Anbieter softgarden übernimmt absence.io. “Die Mitarbeiter:innen von absence.io werden im Zuge der Akquise sämtlich von softgarden übernommen. softgarden-CEO Mathias Heese tritt in die Geschäftsführung der Neuerwerbung ein und führt die Geschäfte des Unternehmens wie gewohnt weiter”, teilt das Unternehmen mit. Mit absence.io können Mitarbeiter Urlaubs- und Abwesenheiten selber vorschlagen, die der verantwortliche Projektleiter entweder akzeptieren oder ablehnen kann. Seit 2017 gehörte das 2014 gegründete Unternehmen zm Münchner Software-Startup Shore.

Staffery


Die Investmentgesellschaft LakeView Partners übernimmt die Mehrheit an Staffery. Das Berliner Unternehmen, 2018 von Sven Konzack gegründet, entwickelt eine Software, die “Unternehmen mit den passenden Mitarbeitern im Jobsuchmaschinenumfeld zusammen­brin­gt”. Mit Hilfe von LakeView soll Staffery in weitere europäische Länder expandieren und “die Weiterentwicklung des Staffery Autopiloten forcieren”.

VENTURE CAPITAL

Zintinus


Der ehemalige Metro-Chef Olaf Koch gründet mit Zintinus eine Investmentgesellschaft für Food-Startups. “Der Fonds will innovativen Start-ups aus dem Nahrungsmittelsektor mit Wachstumskapital zum Durchbruch verhelfen” – berichtet das Handelsblatt. Zum Team gehören neben Koch auch Fabio Ziemssen, David Brown und Christian Neuss. Zintinus versucht derzeit rund 150 Millionen Euro einzusammeln. Im First Closing sind bisher 50 Millionen zusammengekommen.

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#DealMonitor – Kalera kauft &ever (Bewertung: 130 Millionen) – Chrono24 sammelt 100 Millionen ein – Parcel Perform bekommt 20 Millionen ein

#DealMonitor

Der #DealMonitor, unsere Übersicht über Investments und Exits, bietet werktäglich alle Deals des Tages. Heute geht es um Kalera und &ever, Chrono24, Parcel Perform, Afilio, Sunvigo sowie Fyrfeed.

Kalera kauft &ever (Bewertung: 130 Millionen) – Chrono24 sammelt 100 Millionen ein – Parcel Perform bekommt 20 Millionen ein

Mittwoch, 11. August 2021VonTeam

Im aktuellen #DealMonitor für den 11. August werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

MERGERS & ACQUISITIONS

&ever


Der norwegische Vertical Farming-Anbieter Kalera übernimmt &ever. Kalera bewertet die Münchner Jungfirma dabei mit 130 Millionen Euro. “The consideration will consist of a combination of cash and Kalera shares. Under the terms of the agreement, &ever GmbH shareholders will receive EUR 21.6 million in cash and 27,856,081 Kalera shares at a subscription price of NOK 36.68. Kalera shareholders will own an 87% stake in the combined company, while current &ever GmbH shareholders will own 13%, on a fully-diluted basis”, teilt das Unternehmen mit. &ever wurde 2015 vom Vapiano-Gründer Mark Korzilius unter dem namen Farmers Cut ins Leben gerufen. &ever betreibt neben sogenannten In-Store Grow-Towers in Deutschland auch eine große Vertical Farming-Anlage in Kuwait. Mit einem ähnlichen Ansatz wie &ever ist Infarm unterwegs. Die Berliner dachten zuletzt über einen SPAC-IPO nach.

INVESTMENT

Chrono24


Der Wachstumsinvestor General Atlantic und Aglaé Ventures (gehört zur Familie Arnault, die Anteile an Christian Dior und LVMH hält) sowie die Altinvestoren Insight Partners und Sprints Capital investieren 100 Millionen Euro in Chrono24. Insgesamt flossen nun schon rund 200 Millionen Euro in die Jungfirma. Chrono24 wurde bereits 2003 von Andrej Maric und der Axess New Media GmbH gegründet. Seit März 2010 haben Dirk Schwartz und Tim Stracke, die Gründer von mentasys (heute pangora), beim Luxusuhren-Marktplatz das Kommando. “Chrono24 will das frisch eingesammelte Kapital nutzen, um seinen Wachstumskurs zu beschleunigen und international weiter zu expandieren, seine Präsenz auf bestehenden Märkten auszubauen und sein globales Team mit zusätzlichen Toptalenten zu verstärken”, teilt das Unternehmen mit. Rund 400 Mitarbeiter:innen wirken in Karlsruhe, Berlin, New York und Hongkong derzeit für Chrono24. Mehr über Chrono24

Parcel Perform 


Cambridge Capital, SoftBank Ventures Asia sowie die Altinvestoren Wavemaker Partners und Investible investieren 20 Millionen US-Dollar in Parcel Perform. Das Startup, das 2015 von den beiden Berlinern Dana von der Heide und Arne Jeroschewski in Singapur gegründet wurde, positioniert sich als “Cloud-basierte Zustellplattform für E-Commerce-Unternehmen”. Derzeit arbeiten 100 Mitarbeiter:innen für die Jungfirma. “Parcel Perform ist profitabel und wächst kontinuierlich. Der Umsatz ist seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie um das Fünffache gestiegen”, teilt das Unternehmen mit. Mehr über Parcel Perform 

Afilio


 CommerzVentures und Speedinvest sowie die beiden Altinvestoren Cherry Ventures und Cavalry Ventures investieren 13 Millionen US-Dollar in Afilio. Beim Berliner InsurTech, das 2017 von  Till Oltmanns, Philip Harms und Richard Musiol gegründet wurde, dreht sich alles um die Erstellung und Verwaltung von Vorsorge- und Nachlassdokumenten. Cherry Ventures, Cavalry Ventures und einige Business Angels investierten zuvor bereits rund 4,5 Millionen Euro in das Unternehmen. Mehr über Afilio

Sunvigo


 Der High-Tech Gründerfonds (HTGF), der Climate-Tech-Investor Übermorgen Ventures und ein nicht genanntes Family Office investieren 3 Millionen Euro in Sunvigo. “Zudem hat Sunvigo mit der Deutschen Kreditbank AG (DKB) einen weiteren Kreditrahmen über 2,5 Milionen Euro für die Finanzierung seiner Assets abgeschlossen”, teilt die Jungfirma mit. Das Startup aus Köln setzt seinen Kunden eine kostenlose Solaranlage aufs Dach. Im Gegenzug bietet Sunvigo, das von Michael Peters, Bastian Bauwens und Vigen Nikogosian gegründet wurde, seinen Kunden einen Stromvertrag an. Mehr über Sunvigo

Fyrfeed


Angel-Investoren wie Dan Phillips, Josef Arweck, Sven Rawe, Volker Asemann, Michael Naumann, Julius Göllner und Jochen Hummel investieren eine mittlere sechsstellige Summe in Fyrfeed. Das Startup aus Berlin, das von Thomas Lindemann aus Benjamin Zengler und Ehud Alexander Avner gegründet wurde, setzt auf einen “wissenschaftlichen Ansatz mit Künstlicher Intelligenz”, um Social Media-Inhalte zu generieren.

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DoorDash vor Einstieg bei Gorillas – ServiceNow übernimmt Swarm64 – Pliant bekommt Millionen


Der #DealMonitor, unsere Übersicht über Investments und Exits, bietet werktäglich alle Deals des Tages. Heute geht es um Gorillas, Pliant, byways, Swarm64 und ServiceNow, sowie Lana Labs und Appian. Zudem geht Schenker Ventures an den Start.

DoorDash vor Einstieg bei Gorillas – ServiceNow übernimmt Swarm64 – Pliant bekommt Millionen

Freitag, 6. August 2021VonTeam

Im aktuellen #DealMonitor für den 6. August werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTSUCHE

Gorillas 


Der US-Lieferdienst DoorDash plant einen Einstieg beim Flash-Supermarkt Gorillas – siehe Financial Times. Zuletzt gab es im Wochentakt neue (geplante) Investmentneuigkeiten rund um das junge Berliner Startup, das zuletzt 240 Millionen Euro einsammeln konnte und zum Unicorn aufgestiegen ist. Sifted berichtet zudem von der Möglichkeit eines Verkaufs an DoorDash, sogar das schlimme Wort FireSale fällt dabei. “Two sources told Sifted that the Berlin-based startup was expecting to raise at a $2.5bn valuation, which is far below the $6bn that it had previously been aiming for”, heißt es im Artikel. Im Insider-Podcast hatten wir zuletzt von der Möglichkeit einer kleineren internen Investmentrunde bei Gorillas berichtet. Teilweise suchte die Jungfirma zuletzt 1 Milliarde an neuen Investorengeldern. Mehr über Gorillas

INVESTMENTS

Pliant


Der Geldgeber Alstin und der Frühphasen-Geldgeber seed speed Ventures, hinter denen jeweils TV-Löwe Carsten Maschmeyer steckt, sowie main incubator (Commerzbank) und das österreichische Family Office Saber investieren 5,5 Millionen Euro in Pliant – siehe Gründerzene. Das Berliner FinTech, das von Malte Rau und Fabian Terner gegründet wurde, setzt wie Brex und Moss auf Firmenkreditkarten. Das FinTech verspricht seinen Kunden sogar “die neuste Generation von Firmenkreditkarten, die sich perfekt an Ihre Geschäftsprozesse und Bedürfnisse anpassen”.

byways 


 Rider Global, Reflex Capital, einige Angel-Investoren sowie die Altinvestoren Entrepreneur First und Venista Ventures investieren eine siebenstellige Summe in byways. Das Berliner Startup, das 2020 von Alexander Palffy und Simon Jordan gegründet wurde, positioniert sich als “Digital Logistics Partner”. Zum Konzept heißt es: “byways is providing SaaS solutions to warehouse staff and carrier companies to further optimize the inbound and outbound logistics. Additionally, byways is decreasing the cost of deliveries and increasing reliability and transparency in the whole process of order fulfillment”.

MERGERS & ACQUISITIONS

Swarm64


Das amerikanische Techunternehmen ServiceNow übernimmt Swarm64. “Mit der Akquise von Swarm64 erweitert ServiceNow nicht nur seinen Pool an erfahrenen Datenbanktechnikern – sie stellt auch eine bedeutende Investition in Open Source dar. Die auf Open Source basierende Datenbanktechnologie von Swarm64 ist hervorragend für große Datensätze geeignet, sodass unsere Kunden ihre umfangreichen Datentransaktionen verwalten und anspruchsvolle Analysen in Echtzeit ausführen können, um die unternehmensweiten Einblicke zu gewinnen, die sie brauchen”, teilt das Unternehmen mit. Swarm64bietet eine Hardware- und Software-Lösung, die Datenbanken beschleunigen soll. Eivind Liland, Thomas Richter und Alfonso Martínez haben Swarm64 2013 im Inkubator der Berliner Humboldt-Universität gegründet. Intel Capital, Investinor, Alliance Venture und Target Partners investieren zuletzt 12,5 Millionen US-Dollar in das deutsch-norwegische Daten-Startup.

Lana Labs


Das amerikanische Unternehmen Appian, das sich um Geschäftsautomatisierung kümmert, übernimmt die HPI-Ausgründung Lana Labs. Die Jungfirma setzt auf die KI-gestützte Analyse von Geschäfts- und Produktionsprozessen. Das Berliner Startup, das 2016 von Karina Buschsieweke und den zwei HPI-Alumni Thomas Baier und Rami-Habib Eid-Sabbagh gegründet wurde, erhielt in den vergangenen Jahren von Capnamic Ventures, WestTech Ventures und main incubator finanzielle Unterstützung.

VENTURE CAPITAL

Schenker Ventures


Der Logistikkonzern DB Schenker legt mit Schenker Ventures einen Investmentableger für “Innovationen in der Logistik” auf. “Schenker Ventures wird die bestehenden Corporate-Venture-Aktivitäten und verknüpfte Investitionen von DB Schenker bündeln und ausbauen. Zusätzlich wird Schenker Ventures gemeinsam mit der Berliner Agentur MVP Factory ein Venture Studio schaffen, das unternehmerische Freiheiten und die Stärke eines etablierten globalen Partners kombiniert”, heißt es in der Presseaussedung. Schenker Ventures wird von Patric Hoffmann geführt.

mantro


Die Bayerische Beteiligungsgesellschaft (BayBG) steigt im Rahmen einer stillen Beteiligung (Mezzanine) beim Company Builder mantro ein. mantro unterstützt mittelständische Unternehmen und Konzerne bei der Entwicklung von neuen Digital-Geschäftsmodellen. Hierzu gründet mantro gemeinsam mit einem Industriekunden im Rahmen eines Joint Ventures ein neues Unternehmen.

Achtung! Wir freuen uns über Tipps, Infos und Hinweise, was wir in unserem #DealMonitor alles so aufgreifen sollten. Schreibt uns eure Vorschläge entweder ganz klassisch per E-Mail oder nutzt unsere “Stille Post“, unseren Briefkasten für Insider-Infos.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): azrael74

#Interview – Ein Startup, mit dem sich Programmierer auf wichtige Dinge fokussieren können

#Interview

ROQ Technology bietet einen Baukasten für den Aufbau von Web-Applikationen. “Wenn du eine Web-Applikation bauen möchtest, dann helfen wir dir, diese schneller, besser und günstiger zu entwickeln indem wir auf Bestehendes aufsetzen”, sagt Gründer Tim Niemeier.

Ein Startup, mit dem sich Programmierer auf wichtige Dinge fokussieren können

Freitag, 30. Juli 2021VonAlexander Hüsing

Hinter ROQ Technology aus Berlin verbirgt sich eine Art Spryker für SaaS-Applikationen. “Möchte man beispielsweise einen neuen Carsharing Anbieter realisieren, benötigt man Funktionalitäten wie eine Benutzerverwaltung, Zahlungssysteme oder einen Videochat. Sehr viele der Basisfunktionalitäten können durch vorhandene Services von ROQ Technology abgedeckt werden und müssen daher nicht neu programmiert werden”, sagt Tim Niemeier, der ROQ Technology gemeinsam mit  Fabian Wesner gegründet hat.

Flash Ventures aus dem Hause Rocket Internet investierte bereits rund 10 Millionen Dollar in ROQ Technology. 40 Mitarbeiter:innen wirken bereits für die Jungfirma. Die Hauptstädter vertreiben ihren Service nutzungsbasiert: “Wenn ein Unternehmen unsere Lösung nutzt, dann berechnen wir die Nutzung zum Beispiel je aktivem Nutzer”. Im Mini-Interview mit deutsche-startups.de spricht ROQ Technology-Macher Wesner außerdem über Entwürfe, Funktionalitäten und Opportunitäten.

Wie würdest Du Deiner Großmutter ROQ Technology erklären?


Angenommen du möchtest ein Haus bauen, dann kannst du es von Grund auf neu planen und bauen. Das heißt, einen Architekten beauftragen, eine Baufirma finden und anschließend Stein für Stein bauen lassen. Am Ende kommen noch die Elektriker, die Maler, Fliesenleger usw. für den Innenausbau. Das Ganze dauert dann allerdings sehr lange und wird sehr teuer. Es besteht auch das Risiko, dass einer der Beteiligten schlechte Arbeit leistet und es dann nochmal teurer wird und nochmal länger dauert. ROQ ist in diesem Beispiel wie ein Bausatz für Häuser: Es gibt fertige Wände, Türen, Fenster und das Dach; auch für die Küche gibt es einen fertigen Entwurf. Man kann alles nach Belieben zusammenstellen und anschließend, wie es einem gefällt, einrichten, damit es eine persönliche Note bekommt. Am Ende hat man ein individuelles Haus, ganz wie der Bewohner es sich wünscht, nur ist der Bau viel schneller und günstiger. Genau das machen wir für die Entwicklung von Software. Wenn du eine Web-Applikation bauen möchtest, dann helfen wir dir, diese schneller, besser und günstiger zu entwickeln indem wir auf Bestehendes aufsetzen.

Welches Problem genau wollt Ihr mit ROQ Technology lösen?


Jeden Tag entstehen Ideen für großartige neue digitale Innovationen – im Startup-Umfeld bis hin zu digitalen Transformationen im Enterprise-Sektor. Deren technologische Umsetzung ist in der Regel zeitaufwendig, kostenintensiv und daher entsprechend risikobehaftet. Im E-Commerce gibt es beispielsweise schlüsselfertige Shop-Software, welche man nur noch anpassen muss. Für Web-Applikationen gibt es bisher keine vergleichbaren Systeme. Stattdessen werden die meisten Projekte auf grüner Wiese realisiert. Dabei gibt es einen Satz von Funktionalitäten, welche immer wieder benötigt werden und die man eigentlich nicht immer wieder neu programmieren müsste. Beispiele sind die Benutzerverwaltung, Video-Chats, Dateimanagement, Abomodelle, Zahlungen und viele mehr. ROQ Technology fasst diese Funktionalitäten in einer Suite zusammen und stellt sie als headless Feature-as-a-Service Plattform zur Verfügung. Lass es mich anhand eines konkreten Beispiels erläutern: Möchte man beispielsweise einen neuen Carsharing Anbieter realisieren, benötigt man Funktionalitäten wie eine Benutzerverwaltung, etwa eine Integration mit Google Maps, Zahlungssysteme, Rechnungen oder einen Videochat. Sehr viele der benötigten Basisfunktionalitäten können durch vorhandene Services von ROQ Technology abgedeckt werden und müssen daher nicht neu programmiert werden. Die Programmierer können sich so auf die Features fokussieren, die den Anbieter von den Wettbewerbern differenziert.

Zum Start habt ihr rund 10 Millionen Dollar von Flash Ventures bekommen. Wofür braucht ihr zum Start so viel Geld?


Ursprünglich war die Idee, ROQ Technology ohne Finanzierung aufzubauen und stattdessen gemeinsam mit Startups und Corporates genau die Lösung zu entwickeln, die uns damals selbst gefehlt hat, um unsere eigenen Geschäftsideen umzusetzen. Wir wollten die Technologie entlang der ersten Kunden-Projekte realisieren und auf diese Weise kontinuierlich weiterentwickeln. Nach über 100 Interviews mit potenziellen Zielkunden haben wir allerdings gesehen, dass es eine riesige Nachfrage im Markt gibt und es daher sinnvoll ist, mittels externer Finanzierung, die Entwicklung zu beschleunigen. Wir können so früher eine umfassende Lösung bereitstellen und damit letztlich die vor uns liegende Opportunität erschließen. Und genau das ist nun unser Ziel der nächsten Monate und wir sind sehr froh, hier mit Flash Ventures einen starken und ambitionierten Partner an unserer Seite zu haben.

Wie ist überhaupt die Idee zu ROQ Technology entstanden?


In meinen letzten Stationen, zuletzt bei Rocket Internet, habe ich beobachtet, dass sich bei der Entwicklung von SaaS-Applikationen, deren Architekturen und Funktionalitäten häufig wiederholen. Und trotz aller Ähnlichkeiten wird meistens alles von Grund auf neu konzipiert und entwickelt. Mein Mitgründer Fabian hat sich parallel verschiedene mögliche Geschäftsmodelle für eine eigene Neugründung angesehen. Als Techie hat er sich dabei immer gefragt, wie das jeweilige Modell technisch umgesetzt werden würde. Aufgrund von Fabians E-Commerce-Historie hat er intuitiv nach eine Suite gesucht, die ihm viel Arbeit abnimmt und alle Basisfunktionalitäten bereitstellt. Auf Basis dieser beiden Beobachtungen haben wir uns dann entschlossen diese Marktlücke mit ROQ selbst zu füllen. Wir bauen genau das, was uns zuvor selbst gefehlt hat.

Wo steht ROQ Technology in einem Jahr?


In einem Jahr werden wir die erste Self-Service Version unserer ROQ Suite veröffentlicht und weitere spannende Use Cases unserer Startup- und Enterprise-Kunden realisiert haben.

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Foto (oben): ROQ Technology

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