Die großen asiatischen Online-Plattformen beißen sich immer fester im deutschen E-Commerce-Markt fest. Zur Jahresmitte kletterte ihr Anteil am gesamten Umsatz im Onlinehandel auf einen neuen Höchstwert von 5,3 Prozent. Das bedeutet im Klartext: Mittlerweile landet bereits jeder zwanzigste Euro, der im Netz ausgegeben wird, bei Temu, Shein, AliExpress oder anderen Anbietern aus Asien.
Besonders deutlich wird diese Dominanz, wenn man einen Blick auf den Online-Modehandel wirft. Hier sind die asiatischen Plattformen inzwischen eine echte Macht und sacken mehr als 16 Prozent aller Bestellungen ein. Auch beim Wachstum hängen sie den restlichen Markt locker ab. Mit einem Umsatzzuwachs von mehr als 20 Prozent übertreffen die asiatischen Händler das allgemeine Marktwachstum bei Weitem, berichtet der Bundesverband E-Commerce und
Versandhandel Deutschland e.V.
Da stellt sich natürlich die Frage, was die neuen Zollregeln bringen, die seit dem 1. Juli greifen. Ab diesem Datum wird für Sendungen unter 150 Euro aus Drittstaaten eine Pauschalabgabe von 3 Euro fällig, und zwar für jede unterschiedliche Warengruppe innerhalb einer Sendung. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel, kurz bevh, winkt hier allerdings ziemlich gelassen ab und erwartet von der Neuerung wenig bis gar keine Wirkung.
Die Anbieter aus Asien haben längst reagiert und bauen eigene Logistikstrukturen direkt innerhalb Europas auf. Anstatt also unzählige, kaum kontrollierbare Einzelpakete auf den Weg zu bringen, wird die Ware künftig per Container nach Europa geschafft und dann einfach innereuropäisch an die Kunden verschickt.
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