#Gastbeitrag – Vom Office an den Strand: 5 Vorteile von Workation

Stell dir vor, du packst die Koffer und fliegst mit deinem ganzen Unternehmen in die Sonne, während es zuhause kalt und grau ist. “Workation” – ein Kofferwort aus Work und Vacation – entwickelt sich dank der Verlagerung der Arbeitswelt ins Homeoffice zum Trend. Welche Vorteile das Modell mit sich bringt, wenn das ganze Team oder sogar das ganze Unternehmen Urlaub und Arbeit unter einen Hut bringen, wird in diesem Beitrag von allen Seiten beleuchtet. 

Ohne Schlaf, Beinfreiheit und genießbarem Essen sind wir nach 11 Stunden Flug endlich in Kapstadt gelandet. 3 Jahre nach der initialen Idee und nach 250 Stunden Planung und Organisation wurde unser “New Work-Abenteuer” Realität und wir sind mit dem ganzen Unternehmen inklusive Anhang für zwei Wochen nach Kapstadt geflogen. Alle Vorteile lagen dabei nicht auf der Hand. Unsere treibende Motivation: Fernweh gepaart mit der Lust auf Neues. Alle Mitarbeiter:innen sollten mit, unsere KPIs haben wir bewusst ausgeblendet. 

Welche Argumente für eine Team- oder Unternehmensweite Workation sprechen, haben sich vor allem im Nachhinein erschlossen. Trotz etwa 60.000€ Kosten, den gesetzlichen Hürden und dem enormen Zeitaufwand überwiegen sie deutlich. 

Employer Branding-Boost dank Workation

Eine starke Arbeitgebermarke hilft dabei, dem Fachkräftemangel aus dem Weg zu gehen, daran gibt es keinen Zweifel. PR- oder Marketing-Kampagnen helfen beim Employer Branding, kosten aber auch ihr Geld und müssen im Tagesgeschäft erstmal untergebracht werden. Eine Unternehmensweite Workation ist nicht nur im Bewerbungsgespräch ein dicker Pluspunkt. Richtig ausgespielt hilft Content rund um die Workation auch dabei, das “Grundrauschen” der eingehenden Bewerbungen und die Bekanntheit als Arbeitgeber zu maximieren.


Wir haben unsere zweiwöchige Workation in Kapstadt nicht nur im Team erlebt, sondern das, was wir erlebt haben, auf allen Social Media-Kanälen ausgespielt. Unsere Content-Strategie hat dabei geholfen, die Anzahl der Bewerber:innen um über 400% von 50 Bewerbungen in 2022 auf 413 Bewerbungen im gleichen Zeitraum 2023 zu erhöhen. Sicherlich ist der Anstieg der Bewerber:innen auch anderen Effekten und Maßnahmen zu verdanken, wenn wir die Kosten unseres Trips und die daraus resultierenden neuen Mitarbeiter:innen jedoch mit den Kosten für eine:n Headhunter:in vergleichen, steht es 1:0 für die Workation.

Und ganz nebenbei ist am Ende aus etwa 30 Stunden Videomaterial ein Film entstanden, der den Employer Branding-Boost weiter befeuert und uns auch in 10 Jahren noch zum Lächeln bringt. “Eine Firma Wandert aus: Workation im Kapstadt” ist frei verfügbar auf Youtube.

Zusammen Workation heißt Teambuilding 24/7

Eine Team- oder Unternehmensweite Workation bringt Teams sehr nah zusammen. Das führt zweifelsohne auch zu kritischen Situationen. Eine gute Balance aus Freiraum und Freizeitprogramm minimiert das Risiko allerdings. Ein wichtiger Faktor in Bezug auf die Teamdynamik ist die Größe der Reisegruppe. Kleine Reisegruppen verstärken den Bonding-Effekt, allerdings bleibt hier wenig Raum, um die Gesprächspartner zu wechseln oder sich einer anderen Kleingruppe anzuschließen, um Konflikten aus dem Weg zu gehen. Bei größeren Gruppen haben alle Mitarbeiter:innen die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und viel Zeit zusammen zu verbringen. Sowohl in kleinen, als auch in großen Gruppen werden aus Arbeitskolleg:innen Freund:innen. Bindungen werden stärker, vor allem abseits der Arbeitszeit beim Abendessen und dem Wein danach oder bei Ausflügen. 

Je besser sich die Kolleg:innen kennen, desto weniger Missverständnisse und Reibungspunkte tauchen auf, wenn alle zurück sind und das Tagesgeschäft wieder startet. Dieser nachhaltige Effekt lässt sich nicht gut messen, ist aber langfristig spürbar und ein großer Hebel für die reibungslose Zusammenarbeit.

Urlaub machen ohne Urlaub zu nehmen

Neben der Arbeit wird natürlich Urlaub gemacht. Dabei ist es nicht wichtig, ob es nach Kapstadt oder Karlsruhe geht. Wichtig ist das Rahmenprogramm. Neben Work steckt eben auch Vacation in Workation. Per Definition ist Freizeit und Urlaub also fester Bestandteil. Um beidem gerecht zu werden, bietet es sich an, die Arbeitszeit während der Workation anzupassen. Bei unserer Workation in Kapstadt haben wir von 08-16 Uhr gearbeitet, um danach das Land, seine Sehenswürdigkeiten und die Kultur kennenzulernen. Das erfordert vorab eine gute Vorbereitung, die flexibel genug sein sollte, um als Teilnehmer:in auch kurzfristig zu- oder abzusagen. Denn Freiwilligkeit ist eine wichtige Komponente. Dass für die Workation keine Urlaubstage genommen werden müssen, sollte selbstverständlich sein und ermöglicht allen Teilnehmenden die Vorteile des Urlaubs, ohne das Minus an Urlaubstagen.

Die besten Ideen kommen unter der Dusche – oder am Strand

Wie und in welchen Situationen kommen Menschen und Unternehmen an innovative Ideen? Einer Studie von Prof. Dr. Urs Fueglistaller nach entstehen Ideen nicht da, wo sie eigentlich entstehen sollten. 1% aller Ideen entstehen in Kreativmeetings, 28% hingegen in der Natur und 13% im Urlaub. Oder eben in der sprichwörtlichen Dusche. Dort, wo die Arbeit oder der Alltag am weitesten weg sind. Und wer am Strand oder in einem Setting, das weder dem Alltag noch der Arbeit entspricht, zusammenarbeitet, der ist kreativer. Zusätzlich hat man fernab vom Büroalltag auch mehr Zeit, um Dinge auszuprobieren. Der Raum für Neues wird größer. In unserer Workation in Kapstadt haben wir uns beispielsweise mit der agilen Community vernetzt und bei einem Meetup vor Ort eine Keynote gehalten und sie danach zum Grillen eingeladen. Es bietet sich also an, in die Workation Themen mitzunehmen, die Kreativität und Ideenreichtum brauchen und sich vorab Gedanken darüber zu machen, mit wem man sich vor Ort vernetzen kann.

Workation als Brandbuilding Hack

Zur unternehmensweiten Workation gehört eine passende Content Strategie. Die Bilder und Eindrücke die entstehen, sind weit weg von jedem “ich nehm euch heute mal mit durch unser Office”-Reel auf Instagram. Neben dem oben erwähnten Boost für die Employer Brand, maximiert der ausgespielte Content auch die Sichtbarkeit für die gesamte Marke. Und wer so sympathisch und authentisch mit der ganzen Company eine Workation macht, der kann doch keine schlechten Produkte und Services anbieten, oder?

Es lohnt sich daher, vor Ort eine:n extern:en Content Creator:in zu buchen. Wer sich das Geld für eine dedizierte Content Creation-Ressource sparen will, besetzt die Rolle intern. Ein gutes Beispiel für den Erfolg von interner Content Creation ist der Case von Purelei. Das Unternehmen hat vier Mitarbeiterinnen für 9 Tage nach Hawaii geschickt, die ihren Trip Social Media dokumentiert haben. Das Ergebniss: 17 Millionen Impressionen – ein günstiger Reichweitenboost im Vergleich mit gekauften Instagram Ads. Im OMR Education-Podcast ist die ganze Geschichte zu hören.

Natürlich bringt eine unternehmensweite Workation nicht nur Vorteile mit sich. Die rosarote Brille ist schnell abgezogen. Effizienzeinbußen, FOMO durch den Urlaub, der nur ein Laptopzuklappen entfernt ist, Teamkonflikte oder die großen rechtlichen Hürden schon lange bevor die Tickets gebucht werden, sind nur ein paar Punkte auf einer langen Contra-Liste.

Sich davon abschrecken zu lassen und aus Angst vor sinkenden KPIs die Workation wieder ad acta zu legen, ist allerdings der falsche Schluss. Die langfristigen Ergebnisse sind abgesehen vom Employer Branding und der Anzahl an Bewerbungen zwar kaum schwer zu quantifizieren, dafür umso mehr zu spüren.

Und ein Argument fehlt in der Aufzählung der Vorteile noch. Mit dem gesamten Team oder Unternehmen fernab von zuhause zu arbeiten, Urlaub zu machen und zu leben, bleibt für immer in Erinnerung. Unsere Erinnerung haben wir in der Dokumentation “Eine Firma wandert aus: Workation in Kapstadt” für alle festgehalten, die sich inspirieren lassen wollen oder selbst eine Workation planen. Und als Beweis, dass es tatsächlich funktioniert, mit dem Unternehmen für eine Workation ans andere Ende der Welt zu reisen, um dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen.

TippMit dem Team auf Workation: Strategieplanung mal anders

Über den Autor


David Hillmer ist CEO von HelloNew und der Marke HelloAgile. Das Team von HelloAgile unterstützt Teams und Unternehmen dabei, New Work und agile Managementmodelle zu verstehen und im eigenen Umfeld umzusetzen. Er ist außerdem Dozent für Entrepreneurship an der Fresenius University of Applied Sciences und Lego Serious Play-Experte. Sein Buch “PLAY! Der unverzichtbare LEGO SERIOUS PLAY Praxis-Guide“ erscheint im Hanser Verlag in der zweiten Auflage. Sein Wissen und seine Erfahrungen gibt David Hillmer unter anderem in dem Podcast “Unboxing Agile” und in Vorträgen weiter. 

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#Gastbeitrag – So werden Entlassungen nicht zur Krise

Der Anruf, der Startup-Gründern schlaflose Nächte bereitet: Der wichtigste Investor dreht den Geldhahn zu, die geplante Runde platzt. Nun wird es eng, bis Ende des Jahres muss das Unternehmen profitabel sein. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, das Ziel zu erreichen: so schnell wie möglich 20 % der Mitarbeitenden zu entlassen. Autsch.    

Dies ist keine hypothetische Situation, sondern für viele Gründer:innen Realität. Laut dem Entlassungsportal layoffs.fyi haben in diesem Jahr weltweit bereits 200.000 Beschäftigte im Tech-Sektor ihren Job verloren.

Das Risiko, dabei mit der falschen Kommunikation eine existentielle Krise für das Unternehmen auszulösen, ist enorm. Wer 20% der Mitarbeitenden entlässt, muss damit rechnen, dass die anderen 80% ihre Motivation verlieren oder sich nach neuen Jobs umsehen. Mehr noch, Gerüchte und Fehlinformationen können sich in Zeiten des Wandels schnell verbreiten und bei den verbleibenden Mitarbeitenden Ängste und Unsicherheiten auslösen. Auch Kunden suchen in solchen Situationen schnell das Weite. 

Nicht im Treibsand versinken 

Richtig kommuniziert wird alle Beteiligten verstehen, warum die Verkleinerung des Teams die Zukunft aller sichert. Sie werden sich auf die Mission konzentrieren und das Ruder herumreißen. 

Schlecht kommuniziert können Entlassungen eine Krise auslösen, die zu Umsatzeinbußen führt, die wiederum weitere Entlassungen erforderlich machen – eine Abwärtsspirale, von der sich manche Startups nie erholen. Manche versinken förmlich im Treibsand, wenn ihre Erfolgstory abrupt endet. 

Wir wissen zwar noch nicht, wie Elons Turnaround bei Twitter enden wird, aber eines wissen wir: Die Entlassung von Tausenden wurde extrem schlecht gehandhabt. Anstatt intern und extern transparent zu kommunizieren, hat das Unternehmen Mitarbeitenden einfach den Zugang zu ihren E-Mails gesperrt, und einige wussten nicht einmal, ob sie noch einen Job hatten. 

Dies führte erwartungsgemäß zu Auseinandersetzungen mit Twitter-Nutzern, Mitarbeitenden und den Medien. Noch gefährlicher ist, dass die Plattform genau die Werbekunden verschreckt hat, auf die sie angewiesen ist. Und die Gerichtsverfahren wegen unrechtmäßiger Kündigungen laufen.

All dies mag Teil vom Musks Masterplan sein. Doch ist auch klar, dass kein anderes Unternehmen mit einem solchen Verhalten durchkommen würde. Wie kann man also richtig entlassen, wenn es unvermeidlich ist?

Sei nicht der Bösewicht 

Um es klar zu sagen: Entlassungen gehören zur Skalierung eines Startups. Sie sollten zwar mit größtem Respekt, Empathie und Professionalität gehandhabt werden, aber manchmal ist ein Personalabbau unvermeidlich, um dem Unternehmen genügend Spielraum zu verschaffen.  

Was Wenigen klar ist: Eine Krise ist eine sich entfaltende Geschichte, und jede Geschichte hat einen Bösewicht. Die Frage ist: Wer ist es? Es kann COVID, der wirtschaftliche Abschwung oder andere externe Kräfte sein. 

Auf keinen Fall willst Du, dass das Unternehmen oder die Führungsmannschaft der Böse ist. Darum ist es die Aufgabe der Gründer:innen, die Story richtig zu erzählen. Denn es ist schlechte Kommunikation, nicht die Entlassungen selbst, die die Krise auslösen. 

Als sich das Startup für Präsentationssoftware Pitch im vergangenen Jahr von 30% seiner Mitarbeitenden trennen musste, veröffentlichte CEO Christian Reber eine Mitteilung auf LinkedIn, die den richtigen Ton traf. Er legte die Gründe für die Entscheidung dar und erläuterte, was das Unternehmen tut, um den Betroffenen zu helfen. 

Anschließend stellte er eine Ehemaligen-Liste zur Verfügung, um sicherzustellen, dass jeder Betroffene schnell eine neue Stelle finden würde. Pitch wurde nicht zum Bösewicht und schützte so seine Reputation in einer kritischen Phase.

Das Richtige tun, auch wenn es weh tut 

Was können Startups und Scale-Ups also tun, um eine Krise zu vermeiden, wenn Entlassungen unvermeidlich werden? Hier sind fünf Leitlinien für die schwierigsten Tage eines Startups: 

Empathie zeigen: Empathisch zu sein reicht nicht, Gründer:innen müssen es auch zeigen. Es handelt sich um eine emotional aufgeladene Situation, und ein vermeintlicher Mangel an Einfühlungsvermögen ist der größte Trigger für das Team. 

Verantwortung übernehmen: Die Ankündigung muss vom CEO kommen, und zwar persönlich, wann immer möglich. Unpersönliche Kanäle wie E-Mails oder Zoom bringen Menschen auf die Palme und lassen das Unternehmen leicht als Bösewicht dastehen. 

Kein BS: Es ist wichtig, den Mitarbeitern gegenüber ehrlich und transparent zu sein. In einer Situation, die für die Betroffenen lebensverändernd ist, schadet jeglicher Bulls**t dem Vertrauen und damit dem zukünftigen Erfolg des Unternehmens.  

Unsicherheit verringern: Gerüchte und Fehlinformationen können sich bei Entlassungen schnell verbreiten. Gründer:innen sollten darauf eingehen und genaue Informationen bereitstellen, um Ängste und Unsicherheiten bei den verbleibenden Mitarbeitern zu verringern. Ein verängstigtes Team wird nicht mutig die Zukunft bauen. 

Kontinuierlich kommunizieren: Gründer:innen sollten im Gespräch bleiben und auf Bedenken und Feedback eingehen und erklären, wie viel stärker das Unternehmen dank der schwierigen Zeit nun ist. Die Zahl derer, die einen neuen Job gefunden haben, kann sogar zum KPI erklärt werden. 

Krisen sind Geschichten, die sich schnell verbreiten. Wer die Story selbst schreibt und glaubhaft vermittelt, kann selbst aus der schwierigsten Lage gestärkt hervorgehen. 

Über die Autoren


Oliver Aust ist CEO von Eo Ipso Communications und Host des Podcasts Speak Like a CEO.  Jag Singh ist Investor und Managing Partner von Angel Invest. Sie sind die Autoren von “Message Machine: How Communications Will Make You an Unstoppable Founder.

Message Machine

Why do nine out of ten startups fail? Why do some founders attract funding, top talent and dream customers? What’s the one skill investors universally recommend entrepreneurs improve, in order to increase their companies’ odds of success? More often than not, the answer is communications. In this actionable yet timeless must-read, Jag and Oliver give founders the unfair advantage they are looking for. Based on decades of experience and hundreds of interviews, this is the ultimate blueprint to becoming an unstoppable founder. From developing an irresistible story for growth to gaining visibility in crowded markets and attracting and retaining top talent, founders will learn how to use communication skills to take advantage of the massive opportunities ahead.

Oliver Aust, Jag Singh: “Message Machine: How Communications Will Make You an Unstoppable Founder”, Eo Ipso Communications, 320 Seiten, ab 23,54 Euro. Jetzt bei amazon.de bestellen

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#Gastbeitrag – Warum Gründer:innen Mentor:innen brauchen

#Gastbeitrag

Ich wünsche mir, dass wir innerhalb der Startup-Szene noch stärker das Mentoring für uns entdecken, denn eigentlich reichen dafür schon zwei Eigenschaften: Gut zuhören können und bereit zu sein, Menschen nicht fertige Antworten zu liefern. Ein Gastbeitrag von Fredrik Harkort.

Warum Gründer:innen Mentor:innen brauchen

Donnerstag, 22. Juni 2023VonTeam

Gründen macht einsam. Weil man als Gründer:in mit seinen Problemen ziemlich oft ziemlich allein ist. Und Probleme hat man als Gründer:in ständig: Rund ums Produkt funktioniert was nicht. Im Recruiting hakt’s. Die Skalierung klappt nicht. Oder die Finanzierung ist ungeklärt. Fuck-Ups überall. Aber drüber reden? Mit den Mitarbeitenden? Schwierig, weil naturgemäß nicht auf Augenhöhe. Mit Freunden? Sind meist in ganz anderen Welten unterwegs. Mit Partner:in und Familie? Kriegen schon genug schlechte Launen ab. Die Eltern? Verstehen doch gar nicht, was man tut. Coaches? Haben nie das aufgebaut, was man selbst aufgebaut hat und können die Probleme deshalb kaum nachvollziehen.

Es bräuchte Selbsthilfegruppen für Gründer:innen

Die Lösung? Andere Gründer:innen. Sie stehen vor denselben Herausforderungen und Problemen, machen dasselbe durch und verstehen die persönliche Perspektive. Es braucht also ganz einfach eine Selbsthilfegruppe für Gründer:innen. Oder? 

Klingt gut. Zu gut, um wahr zu sein. Unter lauter Alphatieren will niemand Schwäche zeigen. Wenn man sich auf Startup-Events trifft und die obligatorische Wie-läuft’s-bei-dir-Frage kommt, lautet die Antwort selbstverständlich immer: Super! Selbst dann, wenn man nicht weiß, ob die eigene Firma in sechs Monaten überhaupt noch existiert. 

Was gute Mentor:innen ausmacht

Man muss sich also auf eigene Faust Hilfe holen. Mein Rat: Such dir Mentor:innen. Such dir Menschen, die das erlebt haben oder erleben, was du erlebst. Die wissen, wie man das durchsteht. Die dir einen wirklich qualifizierten, durch Erfahrungen untermauerten Rat geben können. An deren Erfahrungsschatz du teilhaben darfst. 

Aber wer kommt als Mentor:in in Frage? Ich sage klipp und klar: Richtig gute Mentor:innen machen das Mentoring nicht, um Geld zu verdienen. Sie machen es aus Überzeugung. Weil sie helfen wollen. Weil es ihnen Freude macht. Weil sie Bock haben, ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen. Weil der Austausch auch für sie Mehrwert bringt. Für ihr Unternehmertum.

No Bullshit – sonst funktioniert es nicht

Wie das praktisch aussehen kann? Ich treffe mich seit mehreren Jahren alle zwei Monate auf einem Segelboot in wechselnder Besetzung mit anderen Gründer:innen. Wir schippern ein bisschen über einen Brandenburger See und nutzen die Abgeschiedenheit und Intimität des Bootes, um uns über aktuelle Herausforderungen und Probleme auszutauschen. Um uns auszukotzen und auch mal auszuweinen. 

Es gibt zwei Regeln. Nummer eins: Wer mitmachen will, muss Unternehmer:in sein – aus den oben genannten Gründen. Du musst einfach nachfühlen können, was es bedeutet, an der Spitze der eigenen Company zu stehen. Regel Nummer zwei: no Bullshit. Wir machen uns nichts vor. Wir sagen uns in aller Offenheit, wo wir gerade strugglen. Weil nur dann können wir uns auch gegenseitig helfen. 

Und: Als mich unabhängig voneinander zwei Gründer angesprochen haben, ob ich sie auf ihrem Weg unterstützen kann, habe ich sofort Ja gesagt. Erstens, weil ich selbst massiv von Mentor:innen profitiert habe. Zweitens, weil ich bei meinem EdTech-Startup cleverly gerade tausendfach sehen kann, wie schon Kids bei gutem Mentoring wachsen können. Wie krass sind dann die Potenziale, wenn wir Lernen wirklich lebenslang denken! Und drittens, weil ich davon überzeugt bin, dass wir uns innerhalb der deutschen Startup-Community gegenseitig supporten müssen, um im internationalen Wettbewerb erfolgreich sein zu können.


Ich wünsche mir, dass wir innerhalb der Startup-Szene noch stärker das Mentoring für uns entdecken, denn eigentlich reichen dafür schon zwei Eigenschaften: Gut zuhören können und bereit zu sein, Menschen nicht fertige Antworten zu liefern, sondern sie zu befähigen. Gemeinsam sind wir weniger einsam. 

Über den Autor


Fredrik Harkort, Jahrgang 1979, ist Vater und Gründer von cleverly. Das EdTech-Startup unterstützt mit seinem Online-Coaching-Angebot Schüler:innen dabei, gut gerüstet im Schulalltag zu sein und in eine glückliche berufliche Zukunft zu starten. Das Startup aus Berlin bietet Coachings für persönliche Kompetenzen (z. B. Selbstvertrauen, Schul- und Prüfungsangst) sowie schulische Kompetenzen (etwa Lernmotivation). Ergänzt wird das Angebot durch Nachhilfe in allen gängigen Schulfächern. 

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#Gastbeitrag – Die besten Finanzierungsformen (in unbeständigen Zeiten) 

Lange ging es für Startup-Gründer*innen beim Fundraising vor allem um Risikokapital, beispielsweise von traditionellen Venture Capital (VC) Investoren oder Business Angels. Auch wenn viel Kapital im Markt vorhanden war – teilweise folgte Rekordjahr auf Rekordjahr für VC Investments – hieß es für Gründer oftmals “take it or leave it”. Dies ändert sich seit einigen Jahren: Alternative Finanzierungsformen, die in den USA schon seit Jahren etabliert sind, erobern auch den europäischen Markt. Und seitdem das Marktumfeld weitaus weniger dynamisch ist – laut Crunchbase war im ersten Quartal 2023 VC-Finanzierung weltweit stark rückläufig und sank gegenüber dem Vorjahr um 53 % auf 76 Milliarden US-Dollar – erfreuen sich alternative Finanzierungsformen jenseits von VC zunehmender Beliebtheit.

Doch was unterscheidet die verschiedenen alternativen Finanzierungsformen und was eignet sich für wen? Für Startups mit Product-Market-Fit, jährlichem Wachstum und regelmäßigen Umsätzen können insbesondere Venture Debt, Growth Loans, Revenue-based Funding oder Factoring relevant sein. Dabei ist es für Gründer*innen wichtig zu verstehen, was für ihr Geschäftsmodell und Wachstumspläne am besten passt: 

 – Wofür benötige ich das Kapital?

 – Wie funktioniert das Geschäftsmodell des Investors?

 – Wie viel Risiko und Cash Burn möchte ich in Kauf nehmen?

Venture Debt

Venture Debt ist eine Kreditform für Unternehmen in der Frühphase, die dazu dient, die Liquidität zwischen Eigenkapitalrunden zu gewährleisten oder zu verhindern, dass zu viele Anteile in VC-Finanzierungsrunden vorzeitig abgetreten werden. Diese Kredite haben normalerweise eine kurze Laufzeit und werden innerhalb von 18 Monaten bis zu zwei oder drei Jahren zurückgezahlt.

Durch Venture Debt können Gründerinnen und Gründer ihre Finanzmittel erheblich erweitern, um das Unternehmenswachstum weiter zu fördern und die Verwässerung durch VC-Finanzierung zu minimieren. Es kann als eine Art Ergänzung oder Hebelwirkung auf die VC-Finanzierung betrachtet werden, wobei stets ein parallel investierender Eigenkapitalgeber oder VC erforderlich ist. Zusätzlich zu den Zinsen erhalten die Kreditgeber üblicherweise einen Equity Kicker als Vergütung, der in der Venture Debt-Dokumentation enthalten ist. Dieser kann in Form eines Anteilsbezugsrechts (Warrant) oder als Anspruch auf eine Barzahlung (Virtual Warrant) gestaltet sein.

Growth Loans

Bisher hatten Startups aufgrund ihres Risikoprofils oft keinen Zugang zu klassischen Finanzierungsformen mit langen Laufzeiten, wie Darlehen, da junge Technologieunternehmen nicht den Anforderungen von Banken entsprachen. Mit der Einführung von sogenannten Growth Loans ändert sich dies nun. Dank datengetriebener Methoden und KI-basierten Prognosen können auch für junge Unternehmen verlässliche Wachstum-Vorhersagen erstellt und darauf basierend langfristige Darlehen vergeben werden.

Growth Loans bieten Startups eine Finanzierungsmöglichkeit ohne Verwässerung, mit einer festgelegten langen Rückzahlungszeit und einer tilgungsfreien Phase. Die Konditionen werden individuell vereinbart und an das prognostizierte Wachstum des Startups angepasst. Dies stellt eine ideale Ergänzung zum Venture Capital dar und kann unabhängig von VC-Finanzierungsrunden oder der Profitabilität eines Unternehmens vergeben werden. Voraussetzung dafür ist ein klar definierter Wachstumspfad in Richtung Profitabilität. Abgesehen von Zinsen existiert keine erfolgsbasierte Vergütung, wie sie bei Venture Debt üblich ist.

Revenue-Based Financing

Revenue-Based Financing (RBF) ist eine Finanzierungsform für Startups, welche als Gegenleistung für eine befristete Umsatzbeteiligung ausgezahlt wird.. Im Gegenzug für ein Investment erhält der RBF-Investor eine kleine prozentuale Beteiligung an den Umsätzen des finanzierten Unternehmens. Die Höhe der laufenden Rückzahlungen ist flexibel und hängt von der Umsatz-Performance des Unternehmens ab. Die Umsatzbeteiligung läuft bis zu einer vereinbarten maximalen Rückzahlungssumme. Meistens wird RBF als Wachstumsbeschleuniger genutzt. Die Laufzeiten sind kurz und liegen meist bei 6-9 Monaten. Der Vorteil für Gründer*innen: weniger Verwässerung und Unabhängigkeit von weiteren Investoren. RBF eignet sich nur für Unternehmen mit ausreichenden und regelmäßigen Umsätzen und wird häufig im Bereich E-Commerce eingesetzt.

Factoring 

Bei Factoring geht es um den Verkauf von Kundenverträgen/Forderungen, mit einem Abschlag bzw. in gewisser Weise eine Vorauszahlung von Kreditgebern oder Fintech-Plattformen. Dies ermöglicht einen schnellen und einfachen Finanzierungsprozess durch hohen Automatisierungsgrad, mit hoher Flexibilität. Dabei gilt es im Auge zu behalten, dass zukünftige Einzahlungen von Kunden lediglich vorgezogen werden; zudem müssen regelmäßige Umsätze vorhanden sein. Diese Art der Finanzierung eignet sich vor allem dann, wenn kleinere Bargeldbeträge schnell benötigt werden, um Monate mit niedrigem Cashflow oder einmalige Kosten für Initiativen und Projekte mit kurzfristiger Amortisationszeit zu decken, z.B. im Vertrieb, Marketing und für Betriebskapital.

Auch wenn das “traditionelle” Risikokapital für Tech-Unternehmen weiterhin unverzichtbar sein wird, um starkes Wachstum in frühen Phasen anzukurbeln: Alternative Finanzierungsformen sind gekommen, um zu bleiben. Gerade in Zeiten volatiler Märkte und einem herausfordernden Fundraising-Umfeld, können alternative Finanzierungsformen für Start-ups eine wichtigere Rolle spielen.

Über den Autor


Henrik Landgren ist Mitgründer und CPTO von Ark Kapital und verantwortet hier auch die datengetriebene Plattform, die Ark Intelligence Machine. Vor der Gründung von Ark Kapital war der studierte Ingenieur VP of Analytics bei Spotify und Gründungspartner von EQT Ventures, wo er EQT Motherbrain – die hauseigene Datenplattform – entwickelt hat. Ark Kapital bietet mit dem “Ark Growth Loan” Technologieunternehmen Zugang zu Darlehen, von bis zu 10 Millionen Euro ohne Verwässerung.

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#Gastbeitrag – Full Stack Observability für Startups – Welche Preismodelle machen den Einstieg realistisch?

Erfolgreiche Technologie-Startups stehen nach der schwierigen Frühphase vor einer Herausforderung: Sie sind jetzt auf dem Weg zur Skalierung ihrer Geschäftstätigkeit und müssen ihren Software-Stack ausbauen. Zu Beginn war er noch klein und übersichtlich, doch je nach Erfolg des Produkts wird er sehr schnell umfangreicher und komplexer. Das kann zu einer Gefahr für das weitere Wachstum werden. Die Nutzer:innen des Produkts sind am Anfang noch nicht markentreu, die Wechselbereitschaft nach negativen Erfahrungen ist besonders hoch. Umso wichtiger ist eine leistungsfähige IT-Landschaft, die ein zuverlässiges Produkt garantiert.

Wie kann ein Startup so etwas erreichen? Die Antwort auf diese Frage ist Observability. Damit ist die Fähigkeit gemeint, den eigenen Tech-Stack und alle dazugehörigen Prozesse zu überwachen. Diese ganzheitliche Perspektive unterscheidet das Konzept vom klassischen Monitoring, das lediglich vorgegebene Parameter überwacht und bekannte Fehler identifiziert. Observability dagegen ermöglicht die Überwachung komplexer Systeme ohne vorgegebene Parameter. Kurz: Observability hilft auch rasch wachsenden Startups den Überblick über ihren Technologie-Stack zu behalten.

Geschäftsmodelle bei Observability-Lösungen

Der Markt für Observability Lösungen kann unübersichtlich wirken, da die einzelnen Anbieter verschiedene Geschäftsmodelle unterstützen. So werden Observability-Lösungen in drei Formen angeboten: on premise, als Software-as-a-Service und als Kombination aus beidem.

On-Premise-Lösungen werden in der eigenen IT gehostet und in der Regel von einem Drittanbieter unterstützt. Die Kund:innen erwerben eine unbefristete oder befristete Lizenz für die Software, die lokal installiert und genutzt wird. Sie sind dadurch ortsgebunden und erfordern durch die Lizenzkosten eine beträchtliche Anfangsinvestition. Hinzu kommen laufende Wartungs- und Supportkosten. Zudem verlieren sie mit der Zeit an Wert, da sie oft nur durch den Erwerb neuer Lizenzen aktualisiert und auf den neuesten technischen Stand gebracht werden können.

SaaS-Lösungen (Software as a Service) ist „Software zum Mieten“ und damit eine Form von Cloud Computing. Sie wird von einem Drittanbieter in der Cloud gehostet und gewartet, wodurch die Kosten für interne Ressourcen und IT-Support sinken. SaaS-Lösungen werden entweder auf einer Pay-for-Use-Basis oder als Abonnement bereitgestellt. Dabei erwerben die Kund:innen eine befristete Lizenz für die Software, die nicht lokal installiert ist, sondern in der Cloud des Anbieters ausgeführt wird.

Im Vergleich zu On-Premise-Lösungen haben SaaS-Lösungen in der Regel niedrigere Vorab-, Upgrade- und Wartungskosten. Da in der Cloud zusätzliche IT-Ressourcen leicht hinzugefügt werden können, sind sie unter anderem besser skalierbar. SaaS-Unternehmen sind durch den selbst gesteuerten Betrieb zudem in der Lage, das Nutzungsprofil zu ermitteln. Das erleichtert ihnen die kundenzentrierte Weiterentwicklung der Lösungen. SaaS ist eine bessere Option für Startups, die noch im Wachstum sind, begrenzte Personalkapazitäten haben und trotzdem skalieren wollen.

Geschlossene oder offene Software-Ökosysteme?

Vor allem neu gegründete Startups sollten den Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Software-Ökosystemen beachten.

Geschlossene Software-Ökosysteme haben einen Gatekeeper, der die Kontrolle über die Dienste, Software oder kompatible Hardware hat. In vielen Fällen haben die Hersteller der Software eine proprietäre und damit nach außen abgeschlossene Suite von Anwendungen entwickelt. Sie können nicht mit anderen Anwendungen außerhalb des Systems kommunizieren. Normalerweise ist es für die Benutzer:innen schwer, ein geschlossenes Software-Ökosystem anzupassen oder zu erweitern. Dadurch erhöht sich die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter.

Offene Software-Ökosysteme verwirklichen eine wichtige Grundannahme: Ihre Kunden müssen zwingend Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführen. Deshalb haben sie es ihnen erleichtert, indem sie Drittanbietern ermöglichen, zusätzliche Softwarekomponenten anzubieten, zu ändern oder anzupassen. Ein wichtiges Merkmal offener Systeme: Praktisch jeder kann darauf aufbauen, häufig unter Verwendung von Open-Source-Code.

Der kollaborative Ansatz offener Systeme hilft den Nutzern, sich an dynamische Anforderungen anzupassen. Zudem gibt es im Normalfall keine Bindung an einen bestimmten Anbieter. Deshalb sind offene Systeme für Startups empfehlenswert, da sie auch bei der Skalierung oder einem Pivot des Geschäftsmodells den Zugang zu passenden Software-Lösungen ermöglichen.

Unterschiedliche Preismodelle erschweren den Überblick

Ein drittes Kriterium bei der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Lösung ist der Preis, der vor allem für Startups eine wichtige Rolle spielt. Gerade dieses Kriterium kann eine Hürde auf dem Weg zu einer vollständigen, durchgängigen Observability sein. Die verschiedenen Anbieter verwirklichen recht unterschiedliche Preismodelle, die entweder mengen- oder nutzungsbasiert sind. Die meisten nutzen eines der folgenden Preismodelle oder eine Kombination davon:

  • Infrastrukturbasierte Preisgestaltung: Diese Art der Preisgestaltung (auch als hostbasierte oder agentenbasierte Preisgestaltung bekannt) beruht auf der Anzahl der Einheiten, die die zugrunde liegende Infrastruktur des zu überwachenden Tech-Stacks bilden – zum Beispiel Hosts, Agenten oder Knoten. Sie ist mengenbasiert.
  • Servicebasierte Preisgestaltung: Sie basiert auf der Anzahl der zu überwachenden IT-Services. Sie ist ebenfalls mengenbasiert.
  • Benutzerbasierte Preisgestaltung: Diese Variante berechnet den Preis anhand der Anzahl der bereitgestellten Nutzerkonten für Techniker:innen und Entwickler:innen, die das Tool oder die Observability-Plattform nutzen. Um eine höhere Flexibilität in der Preisgestaltung zu erreichen, können auch verschiedene Benutzertypen einbezogen werden. Sie ist mengenbasiert.
  • Telemetriebasierte Preisgestaltung: Diese Art der Preisgestaltung nutzt die Menge der gesammelten Daten (Data Ingest) als Basis, die in Gigabyte (GB) gemessen wird. Neben der Datenmenge können auch andere Kriterien genutzt werden, etwa Speicherplatz und Abfragen in Spans und Metriken, einschließlich benutzerdefinierter Metriken oder metrischer Datenpunkte pro Minute (DPM). Sie ist nutzungsbasiert.

In der Praxis verwenden Observability-Anbieter einen hybriden Ansatz, der nutzungs- und mengenbasierte Preise kombiniert. Ein Beispiel dafür sind telemetriebasierte Preise in Kombination mit Infrastruktur-, service- oder nutzerbasierten Preisen.

Darüber hinaus nutzen die Anbieter zwei unterschiedliche Berechnungsarten für ihre Preise:

  • Sie bieten ihren Service als einheitliche, konsolidierte Observability-Plattform mit einem Preis für den Zugang zu allen Funktionen, jetzt und in Zukunft.
  • Sie nutzen den Bundle-of-SKUs-Ansatz, bei dem Unternehmen auswählen müssen, welche Observability-Funktionen sie benötigen und diese einzeln bezahlen.

Die verschiedenen Anbieter und ihre Preismodelle

Die richtige Lösung finden

Die Anbieter von Observability-Systemen steigen immer öfter auf SaaS-Modelle und offene Software-Ökosysteme um. Darüber hinaus werden nutzungsbasierte Preis- und Abrechnungsmodelle beliebter, die viele Unternehmen den infrastruktur- und abonnementbasierten Abrechnungsmodellen vorziehen.

Der Vorteil für Startups liegt in den geringen Anschaffungskosten: Sie bezahlen nur für das, was sie tatsächlich verbrauchen. Jedoch muss jedes Unternehmen die für sein Geschäft sinnvollste Lösung finden, doch Observability ist auch in Zukunft unverzichtbar. Wenn ein Startup jetzt damit beginnt, ist es der Konkurrenz einen Schritt voraus.

Über den Autor


Christian Deponte führt als Vice President EMEA Central das Geschäft von New Relic in Zentral- und Osteuropa sowie dem Baltikum. Leidenschaftlich treibt er mit Hilfe neuer Technologien den Fortschritt voran und schafft neue Möglichkeiten in der Wirtschaft. Er blickt auf 20 Jahre Berufserfahrung in den Bereichen Sales und Management zurück, mit besonderem Augenmerk auf Datenanalyse, IT Business Development, Cloud Computing und Kommunikationsplattformen. Bei New Relic startete Deponte im Jahr 2020 als Sales Director. Zuvor arbeitete der Diplom-Kaufmann und Master of Telecommunication Business u. a. beim Marktforschungsinstitut GfK, bei dem er als Commercial Director das Geschäft in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) leitete und Geschäftsführer der GfK Retail and Technology GmbH war. Bei BT Global Services verantwortete er zuvor in leitender Position die Ende-zu-Ende-Beziehung für einige der größten globalen Kunden des ICT-Dienstleisters. Christian Deponte lebt in München.

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