#Gastbeitrag – New Work, New Me und das We?

New Work wurde als Konzept lange Zeit diskutiert und in der Praxis wenig erprobt. Auch weil viele Führungskräfte sich “die Arbeit der Zukunft” nicht vorstellen konnten, Angst vor Kontrollverlust und schlechter Performance ihrer Teams hatten. Dann kam die Pandemie und damit war klar: Es wird einfach weitergearbeitet und das Home Office ist kein Produktivitätskiller. Probleme macht jetzt etwas ganz anderes: Die sozialen Bindungen in den Unternehmen brechen weg und gefährden den Unternehmenserfolg.

Gekommen, um zu bleiben: die Arbeit der Zukunft

Als der New Work-Erfinder Frithjof Bergmann bereits in den 60er Jahren darüber nachdachte, was Menschen brauchen, um sich bei der Arbeit frei zu fühlen, kam er zu dem Schluss, dass es vor allem auf Selbstbestimmung und persönliche Identifikation ankommt. Die flexible Wahl des Arbeitsplatzes haben viele Mitarbeitende schätzen gelernt. Alleine in Deutschland gehen laut einer Fraunhofer Studie 60 % der befragten deutschen Arbeitnehmenden davon aus, dass ihr Arbeitgeber dies zukünftig ermöglichen wird. Was bei der Diskussion um Home Office, Remote Work und hybride Teams jedoch zu kurz kommt, ist der Punkt der persönlichen Identifikation. Dem New Work-Vordenker Bergmann ging es dabei vor allem um die Inhalte der Tätigkeit, diese sollen vom Mitarbeitenden als möglichst sinnstiftend eingeschätzt werden. Mindestens genauso wichtig ist der Aspekt der sozialen Identifikation, also das Zugehörigkeitsgefühl zum Arbeitgeber sowie zum eigenen Team. Leider sieht es da gar nicht gut aus.

Einsamkeit. Ist das der Preis der Freiheit?

Viele Unternehmen stecken in einer Krise des fehlenden Gemeinschaftsgefühls. Laut einer Studie, die Arbeitnehmende in UK, Frankreich und Deutschland befragte, haben sich die sozialen Bindungen am Arbeitsplatz in vielen Teams mindestens gelockert, manchmal sogar ganz aufgelöst. Über die Hälfte (51%) der Befragten spürt kein Zugehörigkeitsgefühl mehr, fast jede:r Zweite (44%) fühlt sich mit den Kolleg:innen nicht mehr verbunden und fast jede:r Dritte (27%) pflegt keine Freundschaften im Team. Diese Entwicklung gefährdet den Unternehmenserfolg. Denn fehlende soziale Bindungen am Arbeitsplatz führen zu reduzierter Leistung, depressiven Symptomen und einer schlechten psychischen Verfassung der Mitarbeitenden insgesamt. Was also tun? Doch alle wieder zurück ins Office?

Back-to-Office ist nicht die Lösung

Manche CEOs haben es genau mit diesem Argument versucht: “Kommt zurück in die Büros, damit der kollegiale Austausch nicht verloren geht”. An sich eine gute Idee, aber auf Zwang reagieren viele Arbeitnehmende inzwischen mit Quiet Quitting oder gleich der Suche nach einem neuen, flexibleren Arbeitsplatz. Mitarbeitende, die den Austausch an der Kaffeemaschine vermissen, werden freiwillig zurückkehren. Vor allem, wenn der Kaffee gut ist. Aber es gibt noch mehr Möglichkeiten, wie Unternehmen das Teamgefühl wieder stärken können.

Biography Sharing: Mit wem arbeite ich eigentlich zusammen?

New Work war schon immer mehr als Home Office oder Vier-Tage-Woche. Das Konzept kommt mit einigen spannenden Methoden, die sich Führungskräfte zu Nutze machen können, damit sich Mitarbeitende wieder zugehöriger fühlen, beispielsweise mit dem Biography Sharing. Im Rahmen dieses Formats plaudern Mitarbeitende aus dem Nähkästchen, erzählen aus ihrer Kindheit und teilen die prägendsten Erfahrungen. Das führt nicht nur zu mehr Gemeinschaftsgefühl, sondern auch zu mehr Verständnis füreinander. Plötzlich werden manche Verhaltensweisen und Eigenheiten nachvollziehbarer und die Möglichkeit, nachsichtiger miteinander umzugehen, ist realistischer. Außerdem macht so viel Offenheit verletzlich und das schweißt zusammen. Natürlich ist es möglich, diesen Austausch digital zu organisieren, aber persönlich entfaltet das Gespräch noch mehr Kraft. Das wissen auch Büromuffel, die mit solchen Konzepten wieder ins Büro gelockt werden können.

Persönliche Check-ins: Auf jede:n Einzelnen kommt es an.

Ein Gefühl von Zugehörigkeit entsteht, wenn Menschen merken, dass sie gesehen werden und es eine Rolle spielt, wie es ihnen gerade geht. Deshalb sind regelmäßige Check-ins, am besten persönlich, besonders wichtig. Ein ehrliches “Was beschäftigt dich gerade?” kann einen großen Unterschied machen. Entscheidend ist, dass die Frage ernst gemeint ist und es den Raum für ehrliche Antworten gibt. Mitarbeitende spüren sofort, ob es wirklich gewünscht und sicher ist, sich mitzuteilen. Höflicher Smalltalk schafft keine Verbindung, Offenheit hingegen fördert das Vertrauen und die Nähe im Team, untereinander und auch jeweils zu den Vorgesetzten. Umso wichtiger, dass sich Führungskräfte das zu Herzen nehmen und sich für ein solches Gespräch Zeit nehmen. Das muss nicht immer geplant sein und kann informell an der Kaffeemaschine stattfinden, sollte sich aber nicht immer nur aufs Office beschränken. Hier sind Führungskräfte gefragt, das Umfeld für einen echten Austausch zu schaffen, beispielsweise im Rahmen eines Team Offsites. Für den Erfolg eines Team Offsites ist es entscheidend, gemeinsam klare Ziele zu definieren, die allen bekannt sind und den Rahmen für das Offsite bilden. Die Auswahl eines passenden Ortes, der alle Bedürfnisse berücksichtigt, und ein flexibles, zielorientiertes Programm fördern die Beteiligung und Motivation. Teambuilding-Aktivitäten stärken den Zusammenhalt, während klar kommunizierte Erwartungen und unterhaltsame Pausen das Engagement hochhalten. Ganz wichtig: Am Schluss ist eine Evaluierung des Offsites unerlässlich, um zukünftige Events zu optimieren.

Hey Buddy: Eine:n persönliche:n Ansprechpartner:in für alle Neuen.

Wer neu im Team ist, fühlt sich natürlich erst recht nicht zugehörig. Das ist ganz normal, aber nicht weniger belastend. Um diese, vor allem für viele junge Mitarbeitende verwirrende Phase angenehmer zu gestalten, ist es sinnvoll, ein Buddy-System zu etablieren. Das sind erfahrene Kollegen und Kolleginnen auf der gleichen Hierarchiestufe, die man in den ersten Wochen alles fragen kann. Dadurch wird vieles leichter, aber vor allem wird die Teamkultur greifbarer. Finden die Buddy-Treffen dann auch noch persönlich statt, ist die Chance hoch, dass sich die Neuen schon nach kurzer Zeit gut aufgenommen und zugehörig fühlen.

Zugehörigkeit ist kein Luxus, sondern entscheidend für den Unternehmenserfolg

Investieren Unternehmen in Maßnahmen, die soziale Bindungen im Team stärken, zahlt sich das sofort aus: Die Produktivität steigt um 56 % , die Fluktuationsrate sinkt deutlich (50 %) und die Krankheitstage gehen ebenfalls enorm zurück (75 %). Zugehörigkeit ist deshalb kein Luxus, sondern sollte von Führungskräften ernst genommen werden. Dabei passt nicht jede Maßnahme zu jedem Team. Es braucht Mut, manches auszuprobieren, Ausdauer das neue Gemeinschaftsgefühl zu etablieren und die Einsicht, dass der persönliche Austausch durch kein noch so cleveres digitales Tool zu ersetzen ist.

Über die Autorin


Inga Mende ist Co-Gründerin und CEO von cloopio, der Buchungsplattform für Company Events & Offsites.

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#Gastbeitrag – Verspielt Deutschland seine Zukunft?

Mit Forschungseinrichtungen wie der Max-Planck-Gesellschaft gehört Deutschland zur Weltspitze bei Innovationen. Ob synthetische Kraftstoffe, Wasserstoff- oder Batterietechnologie, deutsche Forscher mischen bei vielen Zukunftstechnologien ganz vorne mit. Allerdings fehlen hierzulande die Investoren, um Deep-Tech-Innovationen aus der Start-up-Phase in die industrielle Massenfertigung zu skalieren, beklagt Jozsef Bugovics, Experte für Wachstumsfinanzierungen bei der Investmentbanking-Beratungsgesellschaft Pava. Die Folge: Wichtige Innovationen wandern ins Ausland ab.

Deutschland ist Weltklasse bei Innovationen, aber leider nicht in der Skalierung industrieller Anwendungen. Die initiale Start-up-Förderung funktioniert hierzulande und die Bundesregierung hat erst vor wenigen Wochen 1,6 Milliarden Euro aus dem Zukunftsfonds für innovative Technologien freigemacht. Dieses Risikokapital soll größtenteils direkt in Start-ups zur Förderung von Zukunftstechnologien fließen.

Von einer solchen Förderung profitierte auch das deutsche Start-up Ineratec. Das Karlsruher Unternehmen ermöglicht die energieeffiziente und skalierbare Herstellung synthetischer Kraftstoffe. Die Technologie hat riesiges Potenzial und ist für die Klimaneutralität des Schiffs- und Flugverkehrs unverzichtbar. Laut der EU-Initiative „ReFuelEU Aviation“ muss etwa der Anteil synthetischer Kraftstoffe bei Flugkraftstoffen ab 2030 bei 1,2 Prozent liegen.

Deutsche VC-Investoren fehlen

Die Technologie wurde von deutschen Forschungseinrichtungen entwickelt. Allerdings fand sich für die vor wenigen Monaten durchgeführte Venture-Capital-Finanzierung von 118 Millionen Euro zur Skalierung von Ineratec kein einziger deutscher Geldgeber. Die Investoren stammen unter anderem aus den USA und Südkorea, von der Technologie profitieren wird also voraussichtlich das Ausland. Und das ist nur eines der Negativbeispiele für einen allgemeinen Trend.

Um solche Investitionen stemmen zu können, braucht es große Venture-Capital-Fonds mit einem Volumen von mindestens 4 Milliarden Euro, die es in Deutschland aber bislang nicht gibt. Deutsche Start-ups sind deshalb auf ausländische Investoren angewiesen, die vor allem aus den USA, Südkorea, Singapur, Japan oder Saudi-Arabien kommen. Mit den hohen Investitionssummen geht ein Mitbestimmungsrecht über die Technologie und das Unternehmen einher. Damit gibt Deutschland wichtige Innovationen in die Hände anderer Nationen, die davon profitieren.

30 Milliarden Euro VC-Finanzierungslücke in Deutschland

Wir sehen in Deutschland eine Finanzierungslücke von 30 Milliarden Euro für VC-Finanzierungen, um eine vergleichbare Investitionskultur wie in den USA zu erreichen. Mit staatlichen Mitteln allein wird das nicht zu leisten sein. Eine Alternative wäre es, die notwendigen Mittel aus privaten Investitionen zu generieren. Dazu müssen aber erst einmal die Voraussetzungen geschaffen werden.

Versicherungskonzerne etwa verwalten gewaltige Kapitalmengen. Allein die Allianz Lebensversicherung, als Deutschlands größte Versicherung, betreut Anlagen in Höhe von 253 Milliarden Euro (Stand: September 2023). Im Unterschied zu anderen Ländern wie den USA dürfen deutsche Assekuranzen und Pensionsgesellschaften bislang jedoch nicht in Risikokapital investieren. Würde der Staat dies zulassen, könnten schon mit zwei Prozent der Anlagen einer Allianz Lebensversicherung fünf Milliarden Euro an Wagniskapital generiert werden. Gleichzeitig bliebe das Risiko überschaubar.

Der Staat profitiert doppelt von Anreizen für VC-Investitionen

Um solche Investitionen für die genannten Gruppen wie auch Privatanleger interessant zu machen, müsste der Staat aber entsprechende Anreize schaffen. Denkbar wäre etwa eine steuerliche Abschreibungsmöglichkeit in Kombination mit einer Steuerbefreiung in Höhe der ursprünglichen Investition.

Von einer solchen Regelung könnte der Staat gleich zweifach profitieren: Zum einen könnten damit dringend erforderliche Innovationen in den Standort Deutschland finanziert werden, zum anderen ergäben sich so höhere Steuereinnahmen als durch die Kapitalertragssteuer bei konservativeren Anlageformen. Investitionen in einen VC-Fonds kämen zudem in Form von Gehältern und unternehmerischen Ausgaben wieder in den Wirtschaftskreislauf. Eine solche Investition würde also durch Einkommen-, Gewerbe- und Mehrwertsteuer mehrfach versteuert. Vergleichende Berechnungen haben ergeben, dass so Steuereinnahmen generiert würden, die eine Festgeldanlage in 20 Jahren nicht erbringen würde.

Fazit

Ohne ein Umdenken in Bezug auf VC-Investitionen sieht es nicht gut aus für den Standort Deutschland. Zwar gehört die Bundesrepublik immer noch zu den führenden Nationen in der Innovationsforschung, doch gibt es bei der Finanzierung einer späteren Skalierung neuer Technologien drastische Defizite. Hier fehlt bislang die Bereitschaft, Risikokapital im nötigen Umfang zu investieren, wodurch wichtige Innovationen letztendlich von ausländischen Investoren finanziert werden und in andere Länder abwandern. Die deutsche Politik ist deshalb dringend gefordert zu handeln, um die nötigen Risikokapitalströme zu ermöglichen. Ein Umdenken ist aber auch in der Industrie und bei den deutschen Anlegern nötig, will Deutschland bei wichtigen Technologien nicht den Anschluss verlieren.

Über den Autor


Jozsef Bugovics ist Partner bei Pava Partners, einer der führenden M&A- und Debt Advisory-Beratungen für technologiegetriebene und dynamisch wachsende mittelständische Unternehmen. Das Unternehmen ist ein Spin-off von TD Cowen und blickt auf 20 Jahre internationale Erfahrung zurück. Jozsef Bugovics war CEO und Gründer verschiedener Firmen wie der MeTechnology AG (später Brokat AG). Seit 2001 betreute er diverse Technologieunternehmen mit den Schwerpunkten Sustainability Tech, Renewable Energy, Digitalisierung, Automotive, Legal Tec, Medien, Finanzdienstleistungen und Health Care.

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#Gastbeitrag – Freunde fürs Leben: Von der Schulbank ins gemeinsame Startup

#Gastbeitrag

Die Verbindung von Freundschaft und Geschäftserfolg ist eine komplexe, aber bereichernde Erfahrung. Wir haben gelernt, dass der Schlüssel zum Erfolg in der Balance zwischen Offenheit, Vertrauen und der Fähigkeit liegt, Grenzen zu wahren. Ein Gastbeitrag von Philippe Bopp.

Freunde fürs Leben: Von der Schulbank ins gemeinsame Startup

Freitag, 26. April 2024VonTeam

Geschwister, beste Freund:innen, Studienkolleg:innen – oft starten die besten Geschäftsideen inmitten tiefer persönlicher Beziehungen. Doch der Weg von dort zur erfolgreichen geschäftlichen Unternehmungen ist selten einfach und geradlinig.

Auch wir fünf Gründer kennen uns teilweise schon seit dem Kindergarten und aus dem Studium. Nach unterschiedlichen Stationen trafen sich unsere Wege 2011 in Berlin wieder und machtfit wurde aus einem Innovationsprojekt an der Technischen Universität Berlin gegründet. Getragen von Freundschaft und dem Wunsch, gemeinsam zu wachsen. Doch wie navigiert man die komplexen Gewässer zwischen Freundschaft und Business?

Die persönliche Beziehung kann einem beruflich im Wege stehen

Die Grundlage unseres heutigen Erfolges sind Vertrauen und die Fähigkeit, offen miteinander zu kommunizieren – das gilt für das gesamten Team, aber ganz besonders auch für uns als Gründer. Klingt simpel, ist es in der Praxis aber meist nicht. Wir glaubten beispielsweise lange Zeit, unsere Freundschaft würde uns vor allen Widrigkeiten schützen. Schließlich hatten wir schon so viel gemeinsam erlebt und durchgestanden.

Doch im gemeinsamen Unternehmen stand uns unsere enge Beziehung tatsächlich eines Tages mehr im Weg als dass sie uns geholfen hat: Aus lauter Rücksichtnahme auf beispielsweise private Herausforderungen – denn die teilen wir natürlich auch miteinander – und dem Wunsch, Konflikte zu vermeiden, sprachen wir nicht mehr alles an.

Unterschwellig Spannungen standen auf der Tagesordnung – und die haben auch vor der Freundschaft keinen Halt gemacht: Wer hat schon Lust, sich privat zu treffen, wenn es berufliche Konflikte gibt? Da auch unsere Partnerinnen und Kinder involviert sind, wurde es schnell für den gesamten Freundeskreis kompliziert.

Dank Coaching zu besseren Freunden und Geschäftspartnern

Die Wende kam, als wir uns gemeinsam für ein Coaching entschieden haben. Dort haben wir einen Raum geschaffen, in dem wir nicht nur inhaltlich, sondern auch emotional und ganzheitlich miteinander eingecheckt haben: Wo stehen wir, was sind die Themen, denen wir wirklich auf den Grund gehen müssen? Wir lernten auch kritische Themen anzusprechen, mutig Konflikte auszutragen, die uns beschäftigen und nicht etwa aus Rücksichtnahme, Dinge nicht anzusprechen. Das hat unsere Kommunikation und unser Verständnis füreinander maßgeblich verbessert.

Unsere Erfahrungen, die anderen Gründer:innen helfen können:

  1. Baut auf Vertrauen und Kommunikation: Egal ob Freundschaft oder Geschäftsbeziehung, Vertrauen ist die Basis, um langfristig glücklich – und erfolgreich – zu sein. Das bedeutet, ehrlich miteinander zu kommunizieren, auch wenn es schwierig wird. Und offene Gespräche über Bedenken, Hoffnungen und Ziele zu führen.

  2. (Keine) Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit: Akzeptiert, dass Grenzen zwischen Beruf und Freundschaft oft verschwimmen – eben weil es auch einfach Spaß macht und zu super, spontanen Ideen führt. Entwickelt aber ein Bewusstsein dafür, dass in Momenten mit Familie oder Freund:innen auch Raum für andere Themen bleibt.

  3. Sucht externe Unterstützung: Manchmal ist ein objektiver Blick von außen hilfreich, um interne Konflikte zu lösen oder neue Perspektiven zu gewinnen. Professionelles Coaching kann einen sicheren Rahmen bieten, um tiefgehende Themen anzugehen und die Dynamik zu verbessern.

  4. Koppelt alle Entscheidungen an das Unternehmenswohl: Stellt sicher, dass jede Entscheidung im besten Interesse des Unternehmens getroffen wird. Dies verlangt manchmal schwierige Gespräche und Entscheidungen, aber mit einem klaren Fokus bleibt das Unternehmen auf Kurs.

  5. Vereinbart einen klaren Konfliktlösungsmechanismus: Konflikte sind unvermeidlich, besonders in engen Beziehungen. Legt frühzeitig fest, wie ihr mit Meinungsverschiedenheiten umgeht, um sicherzustellen, dass diese effektiv und konstruktiv gelöst werden.

Die Verbindung von Freundschaft und Geschäftserfolg ist eine komplexe, aber ungemein bereichernde Erfahrung. Bei machtfit haben wir gelernt, dass der Schlüssel zum Erfolg in der Balance zwischen Offenheit, Vertrauen und der Fähigkeit liegt, professionelle Grenzen zu wahren. Unsere Reise zeigt, dass es möglich ist, tiefe persönliche Beziehungen zu pflegen und gleichzeitig ein erfolgreiches Unternehmen zu führen – solange man bereit ist, stetig an sich zu arbeiten und sich den Herausforderungen gemeinsam zu stellen.

Über den Autor


Philippe Bopp istGründer und CEO von machtfit, einer Online-Plattform für ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM).

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#Gastbeitrag – Effektives Netzwerken in einer globalisierten Welt: Ein Wegweiser für Startups 

#Gastbeitrag

Die Zukunft des Networking in der Startup-Welt liegt in der Balance zwischen digitalen und persönlichen Interaktionen. Dabei geben persönliche Treffen Beziehungen Tiefe, Qualität und Verlässlichkeit. Ein Gastbeitrag der leidenschaftlichen Netzwerkerin Corinna Egerer.

Effektives Netzwerken in einer globalisierten Welt: Ein Wegweiser für Startups 

Freitag, 12. April 2024VonTeam

Networking ist mehr als nur ein Mittel zur Akquise – es ist ein entscheidender Faktor für Erfolg und Innovation. Wer als Startup erfolgreich wachsen will, braucht gute und vor allem verlässliche Kontakte. Regionale Netzwerke sind nach wie vor relevant, doch internationale Beziehungen sind mittlerweile unverzichtbar. Wie man diese aufbaut und pflegt, erklärt dieser Gastbeitrag.

Internationale Vernetzung: Ein wichtiger Push für den Startup-Erfolg

Die Geschichte lehrt: Die Stars der Startup-Szene sind jene, die Grenzen überschreiten. Häufig sind damit auch lokale Grenzen gemeint, also Gründer, die das heimische Nest verlassen. Nehmen wir zum Beispiel N26. Das Mobile-Banking-Startup hat in Deutschland begonnen und sein Netzwerk immer stärker erweitert. Inzwischen hat es sein Geschäft erfolgreich auf andere europäische Länder und teilweise in die USA ausgedehnt, inzwischen als eine der führenden Banken Europas. Oder Qonto, die ihre Finanzlösung nach dem Erfolg in Frankreich europäisch expandierten. Diese Erfolgsgeschichten unterstreichen, wie essentiell ein breites Spektrum an Ressourcen, Wissen und Kapital ist – besser erreichbar durch eigene, grenzüberschreitende Kontakte. Global vernetzte Gründer profitieren von der Vielfalt an Perspektiven, die ihnen vielfältige, belastbare Kontakte geben.

Strategien: Über Ländergrenzen hinweg netzwerken

Traditionelle, lokale Netzwerke wie der Startup-Verband, das Berliner Gründungsnetzwerk oder Station Frankfurt bieten eine solide Basis für deutsche Gründer, sollten aber nur als Startpunkt gesehen werden. Die Herausforderung und zugleich Chance für Startups besteht darin, diese Netzwerke auf eine internationale Ebene auszudehnen. Das verlangt nach mehr: ein strategisches Vorgehen, die Bereitschaft, Zeit zu investieren und eine Offenheit gegenüber neuen Kulturen und Geschäftsumfeldern.

Konkrete Schritte zur Netzwerkpflege:

  1. Digitale Plattformen nutzen: Digitale Plattformen sind mehr als nur Kommunikationstools, sie sind essenzielle Bestandteile des globalen Netzwerkens. LinkedIn, AngelList und Crunchbase sind Beispiele, wo sich Startups nicht nur präsentieren, sondern sich auch aktiv mit potenziellen Investoren, Partnern und Kunden weltweit vernetzen können.
  2. Kulturelle Intelligenz entwickeln: Beim Networking mit internationalen Partnern ist eine gewisse kulturelle Sensibilität entscheidend. Dabei geht es nicht nur darum, die Business Etikette einzuhalten, sondern auch um das Verständnis und die Wertschätzung kultureller Unterschiede, die die Art und Weise, wie Geschäfte weltweit abgewickelt werden, beeinflussen. Gründer sollten sich daher über verschiedene Kulturen informieren, z.B. über Geschäftspraktiken, soziale Normen, Kommunikationsstile sowie politische und soziale Kontexte.
  3. Gegenseitigen Wert schaffen: Netzwerken ist ein Geben und Nehmen. Gründer sollten sich überlegen, welchen Wert sie anderen bieten können und gleichzeitig offen dafür sein, was sie im Gegenzug erhalten.
  4. Persönliche Beziehungen pflegen: Trotz digitaler Möglichkeiten bleibt der persönliche Kontakt unersetzlich. Gründer sollten jede Gelegenheit nutzen, sich persönlich zu treffen, zum Beispiel indem sie an internationalen Konferenzen, Networking-Events oder Geschäftsreisen teilnehmen.

Herausforderungen und Chancen globaler Vernetzung

Die Expansion in internationale Netzwerke bringt Herausforderungen mit sich. Dazu gehören Sprachbarrieren, unterschiedliche Zeitzonen und mitunter komplexe Geschäftsetiketten. Diese reichen von der Begrüßung (in westlichen Ländern ist ein Handschlag üblich, in Japan eine Verbeugung) bis hin zu Gesprächsthemen. So ist es zum Beispiel in einigen Kulturen üblich, Geschäftliches direkt zu besprechen, während in anderen Ländern zunächst ein informeller Austausch bevorzugt wird. Doch gerade diese Vielfalt bietet eine Chance, neue Märkte zu erschließen und innovative Lösungen zu entwickeln. Dafür muss man nicht gleich zwei Monate im Silicon Valley verbringen, oftmals reicht auch als erster Schritt die aktive Mitgliedschaft in internationalen Netzwerken wie Techstars, Y Combinator oder dem Global Entrepreneurship Network.

Zukunft des Netzwerkens: Ein Balanceakt zwischen digital und persönlich

Die Zukunft des Networking in der Startup-Welt – aber auch generell in der Geschäftswelt – liegt in der Balance zwischen digitalen und persönlichen Interaktionen. Die digitale Welt ermöglicht uns, schneller und vor allem effizienter zu netzwerken. Persönliche Treffen geben Beziehungen jedoch Tiefe, Qualität und Verlässlichkeit. Es geht darum, beide Welten geschickt miteinander zu verbinden.

Über die Autorin


Corinna Egerer ist Netzwerkerin aus Leidenschaft und Initiatorin der
Frankfurt Digital Finance-Konferenz.

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#Gastbeitrag – Was KI-Startups jetzt tun können, um VC-ready zu werden

Ping. Ping. Ping. Jeden Tag landen hunderte Pitchdecks von KI-Startups in den Postfächern von Venture Capitalists. Wie hoch ist da die Wahrscheinlichkeit, mit der eigenen Präsentation durchzukommen? Geschweige denn letztendlich ein Investment zu erhalten? Gering. Aber es ist nicht unmöglich. Folgende Aspekte sind meiner Erfahrung nach ausschlaggebend für die VC-Readiness von KI-Startups:

“AI-based”, aber bitte authentisch!

In einer Welt, in der der Begriff KI oft überstrapaziert wird, ist es für Startups essentiell, überzeugend darzulegen, wie ihre Lösung tatsächlich fortschrittliche KI-Modelle nutzt oder selbst entwickelt. Das bloße Label “KI-basiert” reicht nicht aus und es wird schnell durchschaut, wenn dahinter nur die Nutzung von ChatGPT fürs Schreiben von E-Mails steckt. Investor:innen suchen nach Unternehmen, die KI auf innovative Weise einsetzen, um echte Probleme zu lösen und einen klaren Wettbewerbsvorteil zu schaffen. “Novel AI” ist hier das Schlagwort der Stunde und meint, dass KI-Modelle neuartig eingesetzt oder gar entwickelt werden – und man als Startup nicht allein auf vorhandene LLMs aufsetzt. Eine transparente Darstellung der eigenen KI-Kompetenzen und -Anwendungen macht hier zusätzlich den Unterschied.

Keine Binse, sondern Fakt: Das Team entscheidet

Wo wir bei “Kompetenzen” sind: Die Zusammensetzung und Dynamik des Gründungsteams ist gerade bei KI-Startups von hoher Bedeutung. VCs investieren in Menschen so sehr wie in Ideen. Ein diversifiziertes Team mit ergänzenden Fähigkeiten, klarer Vision und der Fähigkeit zur Zusammenarbeit unterstreicht das Potenzial des Startups, Herausforderungen zu meistern und zu wachsen. Gerade im KI-Bereich ist etwa die Nähe zu Wissenschaft und Forschung bedeutsam, um die rasanten Entwicklungen mitzugehen oder gar mitzugestalten. Viele erfolgreiche Gründungsteams vereinen “Domain Expertise”, “AI Expertise” und “Business Expertise”, um mit der Technologie echte Probleme zu lösen und ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu etablieren. Anders gesagt: Ein starkes, engagiertes Team, das sowohl technische bzw. technologische als auch branchenspezifische und geschäftliche Expertise vereint, hat bessere Chancen auf VC-Investitionen.

Die Gretchenfrage: Feature oder Produkt?

Natürlich wollen Gründer:innen ihr Unternehmen irgendwann an der Börse oder ihr Gesicht auf dem Times Magazine sehen – gesunder Größenwahn ist absolut erlaubt. Aber: VCs suchen nach Startups, die nicht nur eine innovative Lösung bieten, sondern auch das Potenzial haben, skalierbare und nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Ein häufiges Dilemma für KI-Startups ist die Frage, ob sie lediglich ein Feature oder ein tatsächlich eigenständiges Produkt anbieten. Features, die in bestehende Plattformen oder Ökosysteme größerer Unternehmen integriert werden können, sind zwar attraktiv, aber oft begrenzt in ihrem Wachstumspotenzial. Ein eigenständiges Produkt hingegen, das ein klar definiertes Problem löst und einen signifikanten Markt adressiert, ist für VCs weitaus interessanter, da es die Möglichkeit bietet, eine dominante Position in einem neuen oder bestehenden Markt zu erobern. 

Durch die Brille der Kund:innen schauen – und handeln

Entsprechend wichtig ist das Verständnis der Marktnachfrage und die Einbeziehung von Kundenfeedback in die Produktentwicklung. KI-Startups, die zeigen können, dass sie nicht nur eine innovative Lösung entwickelt haben, sondern auch eine echte Marktnachfrage bedienen, stehen bei VCs hoch im Kurs. Regelmäßiges Feedback von Frühnutzenden und die agile Anpassung des Produkts an die Bedürfnisse des Marktes sind entscheidende Indikatoren für die Fähigkeit des Startups, zu lernen und zu iterieren. “Lösung sucht Problem” ist allemal die Falle, in die kein Startup tappen sollte. 

Ökosysteme nutzen, Netzwerke schmieden

Ist die Frage: Woher bekommt man möglichst hochwertiges Feedback? Und Kontakte zu relevanten Testkund:innen? Ein oft unterschätzter, aber entscheidender Faktor für KI-Startups auf dem Weg, VC-ready zu werden, ist der Vorteil, der aus direkten Kontaktempfehlungen durch etablierte Ökosysteme und Netzwerke resultiert. Der Zugang zu einem robusten Netzwerk, das Industrieexpert:innen, Mentor:innen und bereits erfolgreiche Gründer:innen umfasst, kann die Türen zu Venture-Capital-Geber:innen wesentlich leichter öffnen. Solche Empfehlungen wirken als Vertrauensbeweis und können die Glaubwürdigkeit des Startups signifikant steigern. Die aktive Teilnahme an Branchenveranstaltungen, Inkubator- und Accelerator-Programmen sowie der Aufbau von Beziehungen zu Schlüsselpersonen in der KI-Szene sind essentiell, um von diesem Netzwerkeffekt zu profitieren. Direkte Empfehlungen können nicht nur die Sichtbarkeit erhöhen, sondern auch die Chance auf eine erfolgreiche VC-Finanzierung deutlich verbessern, indem sie die Einzigartigkeit des Startups hervorheben und direkt an diejenigen kommunizieren, die über die Mittel und das Interesse verfügen, in die nächste Generation von KI-Innovationen zu investieren.

Für KI-Startups, die VC-ready werden wollen, geht es darum, überzeugend darzulegen, dass ihre Lösung nicht nur innovativ, sondern auch marktrelevant, skalierbar und von einem kompetenten, wissenschaftsnahen Team unterstützt wird. Die Kombination aus technologischer Innovation, Marktnachfrage, authentischer Anwendung von KI und einem starken Team bildet die Grundlage für den Erfolg in der dynamischen Welt der Venture-Capital-Finanzierung. Wer die genannten Aspekte beherzigt, kann den Hype um KI nachhaltig zum Vorteil nutzen und sich als attraktive Investitionsmöglichkeiten für VCs positionieren.

Über die Autorin


Laura Möller ist erfahrene VC-Investorin und Direktorin des Künstliche Intelligenz Entrepreneurship Zentrum K.I.E.Z.

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