
Ab dem 4. Juni ist es offiziell: Das Europäische Parlament hat Google als Standard-Suchmaschine auf seinen internen Rechnern abgelöst. An dessen Stelle tritt Qwant. Wem Qwant noch nicht geläufig sein sollte: Hierbei handelt es sich um eine französische Suchmaschine, die 2013 gegründet wurde und ihren Schwerpunkt auf den Schutz der Nutzerdaten legt. Wer über die Adresszeile von Edge oder Firefox (innerhalb des Parlaments) sucht, landet fortan automatisch bei Qwant statt bei Google.
Einen echten Zwang gibt es dabei nicht. Mitarbeiter und Parlamentarier können die Voreinstellung im Browser jederzeit ändern oder Google einfach direkt aufrufen. Es geht also eher um ein Signal als um eine strikte Vorgabe. Das Parlament will die Abhängigkeit von US-amerikanischen Technologiekonzernen reduzieren und den Datenschutz stärker in den Vordergrund stellen.
Qwant verzichtet nach eigenen Angaben auf Nutzer-Tracking und speichert keine persönlichen Daten zu Auswertungszwecken. Dieser Schritt hat eine Vorgeschichte. Im November vergangenen Jahres wandten sich 38 Abgeordnete verschiedener Fraktionen in einem gemeinsamen Brief an Parlamentspräsidentin Roberta Metsola. Die Forderung: Die EU solle die Abhängigkeit von ausländischer Technologie schrittweise abbauen. Im Visier standen dabei nicht nur Google, sondern auch Produkte von Microsoft.
Zeitlich passend dazu will die EU-Kommission voraussichtlich noch am Mittwoch ein umfangreicheres Maßnahmenpaket zur technologischen Souveränität vorlegen. Die Richtung ist dabei dieselbe: europäische Anbieter stärken, Abhängigkeiten von außen verringern. Der Wechsel zur Suchmaschine Qwant im Parlamentsgebäude ist in diesem Zusammenhang wohl nur ein erster, kleiner Schritt.
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