Discord schließt E2E-Verschlüsselung für alle Sprach- und Video-Chats ab

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Seit Anfang März 2026 verschlüsselt Discord alle Sprach- und Videoanrufe standardmäßig mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Wer die Plattform regelmäßig nutzt, muss dafür nichts einstellen oder aktivieren, löppt einfach so im Hintergrund. Die technische Grundlage ist das sogenannte DAVE-Protokoll, das Discord bereits 2024 vorgestellt hatte. Das Protokoll ist quelloffen, wurde von der Sicherheitsfirma Trail of Bits extern geprüft und ist außerdem in Discords Bug-Bounty-Programm eingebunden. Unabhängige Entwickler können also weiterhin nach Schwachstellen suchen.

Die eigentliche Herausforderung bei der Umsetzung war laut Discord weniger die Skalierung als vielmehr die enorme Plattformvielfalt. In einem einzigen Sprachkanal können gleichzeitig Leute über Windows, macOS, Smartphones, Webbrowser oder Konsolen wie PlayStation und Xbox mitsprechen. Das DAVE-Protokoll musste all diese unterschiedlichen Architekturen abdecken, ohne dabei die Verbindungsqualität zu verschlechtern oder die Latenz zu erhöhen. Für Firefox beispielsweise arbeiteten die Entwickler direkt mit Mozilla zusammen, um ein tiefer liegendes Kompatibilitätsproblem im Browsercode zu beheben.

Die Verschlüsselung gilt ab sofort für direkte Nachrichten, Gruppen-DMs, reguläre Sprachkanäle sowie Go-Live-Streams. Discord entfernt derzeit auch den Client-Code für unverschlüsselte Verbindungen vollständig – sobald das abgeschlossen ist, wird es technisch schlicht nicht mehr möglich sein, auf unverschlüsselte Audio- oder Videoverbindungen zurückzufallen.

Zwei Ausnahmen soll es allerdings dennoch geben. Stage-Kanäle bleiben außen vor, weil sie architektonisch für die Übertragung an ein großes, öffentliches Publikum ausgelegt sind – etwa bei Live-Events oder Townhalls. Dort ergibt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung praktisch keinen Sinn.


Und dann sind da noch die Textnachrichten. Die bleiben weiterhin ohne E2EE, und daran wird sich so schnell auch nichts ändern.

Discord erklärt das damit, dass die Textfunktionen historisch darauf ausgelegt sind, serverseitig verarbeitet zu werden. Eine nachträgliche Verschlüsselung würde einen grundlegenden Umbau der Plattform-Architektur erfordern, für den es aktuell keine konkreten Pläne gibt.

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