Sponsored Snaps nun auch in Deutschland

Snapchat weitet die Werbemöglichkeiten aus und führt die Sponsored Snaps nun auch in Deutschland ein. Diese Anzeigen landen direkt im Chat-Bereich, wo sich sonst die privaten Unterhaltungen abspielen. Das Format nutzt vertikale Vollbilder oder Videos, die sich optisch von normalen Nachrichten abheben und als Werbung markiert sind. Snap verzichtet bei diesen Einblendungen auf störende Push-Benachrichtigungen.

Nutzer haben die Wahl, ob sie die Inhalte öffnen, darauf reagieren oder sie ignorieren. Falls eine Anzeige nicht innerhalb einer gewissen Zeit angeschaut wird, verschwindet sie automatisch wieder aus der Liste. Zum hiesigen Start nutzen Marken wie L’Oréal, eBay und Vodafone das System. Ob das bei der Zielgruppe gut ankommt oder als störend empfunden wird, bleibt abzuwarten. Bisher war dieser Bereich weitgehend werbefrei gehalten worden.

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Your Algorithm: Mehr Nutzerkontrolle im Feed von Instagram

Als regelmäßiger Nutzer von Instagram kenne ich das Gefühl: Man folgt bestimmten Accounts, aber was im Feed landet, hat damit oft wenig zu tun. Stattdessen bestimmt der allgegenwärtige Algorithmus, was relevant sein soll – und der liegt nicht immer richtig. Mit der Funktion „Your Algorithm“ reagiert Instagram nun zumindest ansatzweise und bringt das Feature jetzt auch in den zentralen Main-Feed.

Bisher war das Werkzeug schon für den Erkunden-Bereich und die Reels verfügbar. Man kann direkt einsehen, welche Themengebiete das System einem zuordnet, und kann diese Liste aktiv bearbeiten. Unpassende Kategorien können entfernt werden, neue gezielt hinzufügen.

Instagram ist mit diesem Problem nicht allein. TikTok hat von Anfang an auf rein algorithmische Feeds gesetzt, YouTube und X zogen nach – und bei vielen Nutzern führt das zunehmend zu einem Gefühl der Fremdbestimmung. Mit „Your Algorithm“ soll das zumindest teilweise korrigiert werden. Instagram-Chef Adam Mosseri deutet für die Zukunft sogar an, dass KI-Modelle das App-Erlebnis in Echtzeit komplett personalisieren könnten, bis hin zu individuell generierten Benutzeroberflächen.

Ob dabei noch etwas von dem übrig bleibt, was so ein soziales Netzwerk ausmacht, ist eine andere Frage. Vorerst geht es aber schlicht darum, uns Nutzern ein Werkzeug zurückzugeben, mit dem wir den eigenen Feed wieder ein Stück weit selbst gestalten können. Geplant ist zudem, die Anpassungsmöglichkeiten künftig auf bestimmte Personen, Beitragsformate und grundlegende Stimmungen auszuweiten. Wie weit das in der Praxis klappt, wird sich zeigen.

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Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche: Deutscher Ethikrat ist dagegen

Nicht nur in Deutschland, auch in anderen Ländern wird ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche politisch kontrovers diskutiert. Jetzt hat der Deutsche Ethikrat Stellung bezogen. In jenem sitzen Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen wie Medizin, Natur- sowie Rechts- und Sozialwissenschaften plus Vertreter der Zivilgesellschaft. In einem umfassenden Bericht mit dem Titel „Schutz, Teilhabe und Befähigung von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt“ spricht man sich klar gegen ein Verbot aus.

Ich selbst sehe das im Übrigen ähnlich: Ein Verbot wäre am Ende schwer umsetzbar und verbindliche Alterskontrollen würden je nach Umsetzung nur zu mehr Überwachung der Bürger führen. Entsprechend lehnt z. B. auch der Ethikrat deswegen Verfahren ab, bei denen Nutzerdaten für Alterskontrollen übertragen werden müssen. Letzten Endes sei es dringender, dass Plattformen wie Facebook, X oder TikTok für eine sichere Nutzungsumgebung sorgen – auch für Erwachsene.

Der Ethikrat hat seine Stellungnahme im Übrigen nicht „mal eben rausposaunt“, sondern wurde von der Politik, auch von der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, ausdrücklich um eine Positionierung gebeten. Allerdings kennen wir das Spielchen: Passen die wissenschaftlich fundierten Aussagen nicht in den Plan der Politik, dann ignoriert man sie eben. Der Ethikrat nennt jedenfalls mehrere zentrale Gründe gegen ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche.

Ethikrat argumentiert vielschichtig

So sieht der Ethikrat die Gefährdungen für Kinder und Jugendliche etwa nicht nur in sozialen Netzwerken, sondern auch bei anderen digitalen Diensten wie Streaming-Plattformen, Games, Messengern oder Chatbots. Generell seien nicht die sozialen Netzwerke an sich das Problem, sondern bestimmte Funktionen wie endlose Feeds. Es sei sinnvoller, diese spezifischen Features in den Blick zu nehmen.

Pauschale Altersfreigaben sieht man zudem als ungeeignet an, da es auch innerhalb einer Altersgruppe von Jugendlichen sehr verschiedene Reifegrade gebe. Dazu würde ein Mindestalter die mediale Teilhabe von Jugendlichen beeinträchtigen und der Entwicklung der Medienkompetenz eher schaden als nutzen. Obendrein würde ein pauschales Verbot unverhältnismäßig ins Recht der Eltern eingreifen, die für die Erziehung verantwortlich sind.

Der Ethikrat bekräftigt jedoch, dass es notwendig sei, Plattformen strenger zu kontrollieren, um „süchtig machende Funktionen“ zu unterbinden. Dafür gebe es mit dem DSA bereits einen gesetzlichen Rahmen, der noch ausgeschöpft werden müsse. Zudem wäre es sinnvoll, das Unterstützungsangebot für Eltern auszubauen, damit auch technisch weniger versierte Eltern befähigt werden, ihre Kinder digital besser zu betreuen.

Ethikrat lehnt das Mini-Wallet ab

Das von der EU-Kommission geplante Mini-Wallet lehnt der Deutsche Ethikrat wiederum entschieden ab. Es sei von Schwächen bei Effektivität, Datenschutz und Sicherheit geprägt. Ebenfalls könne dieses System für Alterskontrollen ein falsches Gefühl der Sicherheit erzeugen, obwohl die Alterskontrollen sich am Ende technisch leicht umgehen lassen – etwa durch VPN-Nutzung. Zudem hat der Ethikrat Sorge, dass die EU damit einen weiteren Schritt hin zum Ende des offenen Internets gehen würde. Es bestehe die reale Gefahr, dass die Infrastruktur für Zensur missbraucht werden könne.

Spielraum lässt der Ethikrat für Alterskontrollen auf Geräteebene. Das könnte etwa eine Gerätesperre lokal am Smartphone sein. Bindend sind die Empfehlungen aber natürlich nicht. Man sollte also mal abwarten, wie es da in Deutschland und der EU so weitergeht.

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Bluesky bekommt Communities

Bluesky will noch in diesem Jahr Communities einführen. Das sollen kleinere Bereiche innerhalb des Netzwerks werden, in denen ihr gezielter zu bestimmten Themen posten, mitlesen und euch austauschen könnt. Produktchef Alex Benzer beschreibt das Ganze als neue Struktur im AT-Protocol-Ökosystem, also nicht nur als weiteres Feature in der App.

Geplant ist, dass Nutzer Communities erstellen, ihnen beitreten, dort posten und Updates bekommen können. Jede Community soll einen eigenen Feed haben. Dazu kommen drei Sichtbarkeitsstufen, öffentlich, nur per Einladung und privat.

Weiterhin sollen Communities einen Handle bekommen, der gleichzeitig als URL dient. Ruft man diese auf, landet man laut Benzer auf einer eigenen Homepage der Community. Entwickler sollen dort auch komplett eigene Erfahrungen bauen können, etwa mit anderen Apps und Tools aus dem AT-Protocol-Umfeld.

Bluesky bewegt sich damit ein Stück weg vom reinen „öffentlichen Platz“ und eher in Richtung Reddit. Threads testet Ähnliches gerade, während X seine Communities offenbar einstellt. Wann genau Bluesky das Feature ausrollt, bleibt noch offen.

on Bluesky, you’ll be able to create communities, join them, post in them, and get updates. the core features on Bluesky stay simple. the magic comes from communities also existing on the open web. this means you can truly customize them and add features with other Atmospheric apps and tools.

alex benzer (@alexbenzer.com) 2026-06-10T19:31:10.128Z

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EU-Kommission verdonnert Meta zur Offenheit bei WhatsApp




Die EU-Wettbewerbshüter greifen bei Meta durch und haben laut Reuters eine einstweilige Anordnung erlassen. Der Konzern muss Drittanbietern von KI-Chatbots ab sofort kostenlosen Zugriff auf die WhatsApp-Business-Schnittstelle gewähren. Hintergrund ist eine laufende Untersuchung zu möglichem Marktmissbrauch. Meta hatte Konkurrenten im letzten Jahr den Zugang verwehrt, während der eigene Dienst Meta AI fleißig Daten sammeln durfte.

Später verlangte das Unternehmen Gebühren für die Nutzung, was den Brüsseler Behörden sauer aufstieß. Die Wettbewerbskommissarin sieht die Gefahr, dass der Markt für KI-Assistenten bereits vor einem endgültigen Urteil zugunsten von Meta entschieden ist, wenn der Zugang zum wichtigen Einfallstor WhatsApp blockiert bleibt. Meta zeigt sich wenig begeistert und spricht von einem regulatorischen Übergriff, der großen Firmen wie OpenAI kostenlose Vorteile verschafft, während europäische Unternehmen für den Dienst bezahlen. Keine Überraschung sicher bei euch: Meta kündigte bereits an, rechtlich gegen die Entscheidung vorzugehen.

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