#StartupTicker Versteigerung von SellerX wurde abgesagt Flink läutet “neue Phase des Wachstums” ein 12 Milliarden für die deutsche Startup-Szene Mytheresa peilt Umsatzmilliarde an So funktioniert Armedangels
Mittwoch, 18. September 2024VonTeam
Was gibt’sNeues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Mittwoch, 18. September)
#STARTUPLAND: LEARN, CONNECT, GROW
Kommt mit ins Startupland! Es erwartet Euch eine faszinierende Reise in die deutsche Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer-/innen, Interviews, bei denen der Lernfaktor im Vordergrund steht, und Pitches, die begeistern. Wir sehen uns dann im November in Köln. Mehr über Startupland
#STARTUPTICKER
SellerX
Absage: Eigentlich hätte am Dienstag die öffentliche Versteigerung von SellerX stattfinden sollen. Doch kurz vor Mitternacht wurde die ungewöhnliche Startup-Auktion abgesagt. Eine Begründung für die kurzfristige Absage wurde dabei nicht genannt. Hinter den Kulissen ist offenbar eine andere Lösung für die Finanzierungskrise des Unternehmens gefunden worden. Zum Hintergrund: Zuvor soll das Unternehmen nicht mehr in der Lage gewesen sein, einen von Blackrock gewährten Kredit zu bedienen. Das Berliner Unicorn SellerX, ein Amazon-Shop-Aufkäufer, 2020 von Malte Horeyseck und Philipp Triebel gegründet, sammelte in den vergangenen Jahren rund 750 Millionen Euro ein – unter anderem von Blackrock, L Catterton, Victory Park Capital, Sofina, Abu Dhabi Investment Authority, Cherry Ventures, Felix Capital und Village Global. Das Amazon-Aggregator-Segment boomte zu Corona-Zeiten massiv. Inzwischen läuft im einstigen Boomsegment längst die Konsolidierung. So übernahm SellerX zuletzt etwa den amerikanischen E-Commerce-Aggregator Elevate Brands. Mehr über SellerX
Flink
Der Berliner Express-Lieferdienst Flink geht nach Zeiten der harten Konsolidierung wieder auf Expansionskurs. “Mit der Unterstützung unserer Investoren treten wir in eine aufregende neue Phase des Wachstums ein”, teilt das Unternehmen sogar mit. Grund für diese Aufbruchsstimmung ist eine neue Investmentrunde in Höhe von 150 Millionen US-Dollar. Das frische Kapital stammt von Mubadala, Northzone, Bond, der Supermarktkette REWE sowie nicht genannten neuen Geldgebern. Die Investmentrunde setzt sich aus 115 Millionen Eigenkapital und 35 Millionen Fremdkapital zusammen. Der Berliner Schnelllieferdienst, 2020 gegründet, sammelte in den vergangenen Jahren rund 1,5 Milliarden ein. Die Bewertung soll weiter bei rund 700 Millionen liegen – und somit weit entfernt von den einstigen 2,9 Milliarden. Nach dem Rückzug von Getir bzw Gorillas ist Flink als letzter Express-Lieferdienst in Deutschland übrig. Das Unternehmen betreibt derzeit 148 Lager in über 80 Städten in Deutschland und den Niederlanden. 8.900 Mitarbeitende wirken derzeit für Flink. Mehr über Flink
#LESENSWERT
Win-Initiative – Mytheresa – Armedangels
Win-Initiative: 12 Milliarden für die deutsche Startup-Szene (Handelsblatt) Luxusmode-Grownup Mytheresa peilt für 2025 Umsatzmilliarde an (Exciting Commerce) So funktioniert das Kölner Modelabel Armedangels (FAZ)
#DEALMONITOR
Investments & Exits
Flink erhält 150 Millionen Reactive Robotics bekommt 5 Millionen VidLab7 sammelt 3,5 Millionen ein Giesecke Devrient (G D) investiert in Blockbrain Tonerpartner übernimmt Trensco DHDL: Metorbike – Vlace. Mehr im Deal-Monitor
#DealMonitor Flink erhält 150 Millionen Reactive Robotics bekommt 5 Millionen VidLab7 sammelt 3,5 Millionen ein Giesecke Devrient (G D) investiert in Blockbrain Tonerpartner übernimmt Trensco DHDL: Metorbike – Vlace
Dienstag, 17. September 2024VonTeam
Im #DealMonitor für den 17. September werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.
INVESTMENTS
Flink
Mubadala, Northzone, Bond, die Supermarktkette REWE sowie nicht genannte neue Geldgeber investieren 150 Millionen US-Dollar in Flink. Die Investmentrunde setzt sich aus 115 Millionen Eigenkapital und 35 Millionen Fremdkapital zusammen. “Mit der Unterstützung unserer Investoren treten wir in eine aufregende neue Phase des Wachstums ein”, teilt das Unternehmen mit. “Die Bewertung bei der neuen Finanzierungsrunde soll wie bei der letzten Finanzierungsrunde bei rund 0,7 Milliarden Dollar gelegen haben. Weit entfernt also von den 2,9 Milliarden Dollar, die Flink Ende 2021 zu Hochzeiten des Hypes um Express-Lieferdienste aufrufen konnte, schreibt das manager magazin. Der Berliner Schnelllieferdienst, 2020 gegründet, sammelte in den vergangenen Jahren rund 1,5 Milliarden ein. Zum Stand der Dinge heißt es in einer Presseaussendung: “Auf Länderbasis hat Flink bereits den EBITDA-Breakeven erreicht und strebt im nächsten Schritt die vollständige Profitabilität bis zum zweiten Quartal 2025 an. Der Bruttoumsatz soll in diesem Jahr um rund 20 % auf etwa 600 Millionen steigen. Nach dem Rückzug von Getir bzw. Gorillas ist Flink als letzter Express-Lieferdienst in Deutschland übrig. Das Unternehmen betreibt derzeit 148 Lager in über 80 Städten in Deutschland und den Niederlanden. 8.900 Mitarbeitende wirken derzeit für Flink. Mehr über Flink
Reactive Robotics
Dr. Doll, TQ Group, Henrik Schunk, Stephan Huber und EIC Fund investieren 5 Millionen Euro in Reactive Robotics. Das Münchner Unternehmen, 2015 gegründet, entwickelt ein “intelligentes Assistenzsystem, das die Frühmobilisierung von Intensivpatienten unterstützt”. Henrik Schunk, Bayern Kapital, High-Tech Gründerfonds (THGF), Dr. Doll und TQ Group investierten zuvor bereits eine siebenstellige Summe in das Unternehmen. Mehr über Reactive Robotics
VidLab7
EQT Ventures und Co. investieren 3,5 Millionen Euro in VidLab7. Das Unternehmen aus München, von Fabian Beringer und Xaver Lehmann gegründet, setzt auf die “Generative-KI-gesteuerte Suite zur Erstellung synthetischer Medien für Vertriebsteams”. Mit der Software von von VidLab7 können “Vertriebsteams hyperpersonalisierte Video- und Sprachinhalte erstellen, indem sie entweder KI-generierte Inhalte oder lebensechte Avatar-Versionen ihrer selbst verwenden”.
Blockbrain
G D Ventures, der Investmentableger des Münchner Sicherheitskonzerns Giesecke Devrient (G D) investiert gemeinsam mit Mätch VC und Plug and Play Ventures eine ungenannte Summe in Blockbrain – siehe auch Finance Forward. Das Startup aus Stuttgart, das vom Seriengründer Mattias Protzmann, Johannes Strachwitz, Honza Ngo und Antonius Gress gegründet wurde, wollte zunächst Onlinerinnen und Onliner vor Blockchain-Fehlinvestitionen schützen. Inzwischen positioniert sich das Unternehmen als “Vertrauenswürdige KI für Unternehmen”. w3.fund, Zeitgeist Group, Shio Capital und Co. investierten zuvor 2,5 Millionen Euro in Blockbrain. Insgesamt flossen nun bereits rund 5 Millionen in das Unternehmen. Mehr über Blockbrain
MERGERS & ACQUISITIONS
Tonerpartner – Trensco
Die Tonerpartner Gruppe, die von Rivean Capital unterstützt wird, übernimmt das Unternehmen Trensco, zu dem die Marken HD Toner und HQ-Fit gehören. “Dadurch entsteht der größte deutsche Onlinevertrieb in diesem Bereich mit rund einer Million aktiven Kunden und einem Jahresumsatz von über 100 Millionen Euro. Nach dem Erwerb des französischen Anbieters SAS Rousselle.com im Jahr 2021 und dem Kauf von Druckerpatronen.de ein Jahr später setzt die TonerPartner-Gruppe damit ihr dynamisches Wachstum fort”, heißt es in einer Presseaussendung. Tonerpartner mit Sitz in Hattingen wurde 1993 gegründet. Mehr über Tonerpartner
DIE HÖHLE DER LÖWEN
Metorbike
Sales-Löwe Carsten Maschmeyer und Pharma-Löwe Nils Glagau investieren in der sechzehnten Staffel der VOX-Gründershow “Die Höhle der Löwen” 500.000 Euro, in Metorbike und sichern sich dabei 25 % am Unternehmen. Das Startup aus Meddewadde setzt auf ein Elektro-Motorrad. Ursprünglich wollte das Team 500.000 Euro für 17 % Firmenanteile einsammeln. Mehr über Metorbike
Vlace
Venture-Capital-Löwin Janna Ensthaler investiert in der sechzehnten Staffel der VOX-Gründershow “Die Höhle der Löwen” 200.000 Euro in Vlace und sichert sich dabei 23 % am Unternehmen. Das Startup aus Ludwigshafen setzt auf handgefertigte, nachhaltige und vegane Sneaker. Ursprünglich wollte das Team 200.000 Euro für 10 % Firmenanteile einsammeln. Mehr über Vlace
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
#StartupTicker Rewe hält nun 10 % am Unicorn Flink Flink gibt Frankreich auf Exist Women unterstützt wissenschaftlichen Ausgründungen RBF-Anbieter Outfund kommt nach Deutschland So funktioniert DivvyDiary So fand Oxolo seine Zielgruppe
Montag, 12. Juni 2023VonTeam
Was gibt’sNeues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Montag, 12. Juni).
#STARTUPTICKER
Flink
Rewe setzt massiv auf Flink! Wie bereits mehrmals berichtet, investierte der Lebensmittelgigant Rewe zuletzt wohl 50 Millionen Euro in den Lieferdienst Flink. “Wir sind der Leadinvestor für eine neue Finanzierungsrunde von Flink im Volumen von 150 Millionen Euro. Praktisch alle bestehenden Investoren haben sich noch mal beteiligt. Einen genauen Betrag nennen wir nicht, aber wir haben unseren Anteil ausgebaut. Er liegt jetzt bei mehr als 10 %”, sagt Rewe-Chef Lionel Souque dem Handelsblatt. Wobei insbesondere Mubadala im Rahmen der neuen Investmentrunde wohl nicht erneut in Flink investiert haben soll. Zudem wird Flink nun wohl nur noch mit rund 1 Milliarde Euro bewertet und nicht mehr mit 2,5 Milliarden. Zudem ist Flink nach Österreich nun auch in Frankreich gescheitert. Nun ist Flink nur noch in Deutschland und den Niederlanden aktiv. Mehr über Flink
Exist Women
Ein gutes und wichtiges Programm! Das Wirtschaftsministerium schickt Exist Women offiziell in Rennen. Exist Women “unterstützt gezielt Frauen mit Stipendien bei wissenschaftlichen Ausgründungen”. “Ziel ist es, Frauen bei wissenschaftlichen Ausgründungen finanziell zu unterstützen. Frauen sind in der Gründungs- und Start-up-Szene branchenübergreifend immer noch unterrepräsentiert”, heißt es in der Presseaussendung. Mehr über Exist Women
Outfund
Der britische Geldgeber Outfund, der auf Revenue-Based Financing (RBF) setzt, kommt nach Deutschland. “Wir unterstützen Unternehmen aus den Bereichen E-Commerce, Technologie, SaaS und mehr mit Working-Capital-Einlagen von 20.000 bis 10 Millionen”, teilt der Geldgeber mit. “Unser Modell ermöglicht es, Kapitalvorschüsse zu erhalten, ohne Anteile oder Kontrolle abgeben zu müssen. Gerne können wir ein paar Case Studies mit euch teilen.” Mehr über Revenue-Based Financing
#LESENSWERT
DivvyDiary
“Jagd auf Dividenden: Sie machen fünfstellige Umsätze mit einem Finanzkalender Passives Einkommen aufbauen mit Dividenden, das liegt bei jungen Anlegern im Trend. Die Software zweier Gründer hilft ihnen dabei.” Mehr bei Gründerszene
Oxolo
“One startup’s pivot-full journey to finding a lucrative use for GenAI Hamburg-based Oxolo has 160k users today, but the road to product-market fit has been a winding one — via fairy avatars and long-dead grandparents.” Mehr bei sifted
NewSpace
Deutsche Startups greifen nach den Sternen. Und Investoren wie HV Capital, Lakestar und Earlybird öffnen auch in Krisenzeiten ihre Tresore und statten junge NewSpace-Unternehmen wie Isar Aerospace, The Exploration Company und Reflex Aerospace mit Millionen aus. Mehr über NewSpace
Bootstrapping
Mein Startup via Bootstrapping aufzubauen, war anfangs eher eine Entwicklung als eine Entscheidung. Rückblickend kann ich sagen, dass es die richtige Option gewesen ist – auch wenn es zu Beginn mit einigen Anstrengungen verbunden war. Mehr im Gastbeitrag von Christoph Rüger
#StartupTicker Venture Capital-Geber setzen auf GreenTech Ärger um einen Betriebsrat bei Flink Vivid Money schließt sein Büro in Moskau FreewayCamper sammelt 30 Millionen ein Charles bekommt 20 Millionen
Donnerstag, 21. Juli 2022VonTeam
Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir einen kompakten Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Donnerstag, 21. Juli).
#STARTUPTICKER
Venture Capital
Umweltschutz als Top-Thema: “Immer weniger Venture-Capital-Investoren engagieren sich im E-Commerce. Derweil steigen Greentech und Cybersecurity zu Topthemen auf” – berichtet das Handelsblatt. E-Commerce-Themen sind dagegen nicht mehr gefragt. Mehr beim Handelsblatt
Flink
Immer wieder die gleichen Probleme: Auch beim Berliner Quick-Commerce-Unicorn Flink gibt es nun Ärger um einen Betriebsrat. “Bislang gab es bei Flink nur eine freiwillige Mitarbeitervertretung. Nun wollen Beschäftigte einen Betriebsrat gründen. Das Unternehmen zeigt sich verärgert über die Umsetzung” – berichtet Gründerszene. Mehr bei Gründerszene
Vivid Money
Auszug: Die Berliner Neobank Vivid Money, die 2019 gegründet wurde, schließt ihr russisches Büro. “Mit dem Auszug aus Moskau verabschiedet sich die Neobank von einem Teil ihrer russischen Wurzeln” – berichtet FinanceFWD. Die Neobank sammelte in den vergangenen Jahren bereits mehr als 200 Millionen ein. Mehr bei FinanceFWD
FreewayCamper
Fette Investmentrunde: Rockaway Ventures, SEK Ventures und Bridge to Growth (BTG) investieren 30 Millionen Euro (Eigen- und Fremdkapital) in FreewayCamper. Das Münchner Unternehmen, das 2019 gegründet wurde, positioniert sich als Buchungsplattform für die boomende Campingbranche. Mehr über FreewayCamper
Charles
Jetzt offiziell: Salesforce Ventures und die Alt-Investoren Accel und HV Capital investieren – wie bereits im Insider-Podcast berichtet – 20 Millionen US-Dollar in Charles. Hinter Charles verbirgt sich eine Conversational-Commerce-as-a-Service-Software für Händler und Konsumgütermarken. Mehr über Charles
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Das Erlebnis hat mir einmal mehr bestätigt, was ich schon vermutet hatte: Ich bin ein großer Fan von Lebensmittellieferdiensten. Ich kaufe in der Regel nicht viele Lebensmittel ein, weil ich oft auswärts esse, zum Beispiel in der Kantine. Aber wenn ich einkaufe, dann bestelle ich eben meistens bei Rewe, Gorillas oder Flink.
Dabei ist mein Bedarf an Lebensmitteln, als Singel-Haushalt, nicht mit dem Wocheneinkauf einer Familie zu vergleichen. Und natürlich profitiere ich davon, dass ich eine kinderlose, vollzeitangestellte Großstädterin bin – dessen bin ich mir absolut bewusst. Mit einer (Miet-)Wohnung innerhalb des Rings in Berlin falle ich nämlich nicht nur in das Liefergebiet von Rewe oder Edeka, sondern auch in das der Schnelllieferdienste von Gorillas, Flink oder Getir.
Sogar unverpackte Lebensmittel kann ich mir über den Lieferservice Alpakas zu mir nach Hause bestellen. Kurzum: Ich kann mir eigentlich alles innerhalb weniger Minuten zu mir nach Hause liefern lassen. Diese Möglichkeit haben die meisten Menschen, die außerhalb einer Großstadt leben, gar nicht. Für Menschen, die mehr als eine Person im Haushalt sind, sind insbesondere die Schnelllieferdienste auch keine langfristige Option, denn bei den Mengen wird es schnell sehr teuer – und schwer in einem Lieferrucksack zu transportieren. Also ja, ich weiß, das ist ein absoluter Luxus. Aber einer, der mir einfach derzeit sehr viel Zeit und Nerven erspart. Gerade in der jetzigen Zeit, in der wir als Verbraucher und Verbraucherinnen auch die Auswirkungen der Lieferketten-Krise und des Ukraine-Krieges spüren, sehe ich nur Vorteile beim online bestellen – also, fast.
Hier folgt eine Liste der Gründe, warum ich lieber online bestelle, als im Supermarkt einzukaufen.
1. Einkaufen ist ein Zeitfresser
Je nachdem, wie weit entfernt der nächste Supermarkt ist, summieren sich die Minuten für die An- und Abfahrt. Der nächste Discounter bei mir um die Ecke ist zu Fuß immerhin 10 Minuten entfernt. Plus Einkaufs- und Wartezeit an der Kasse komme ich also nicht unter mindestens 40 Minuten weg. Ich habe kein Auto, deswegen gehe ich meistens zu Fuß oder mit dem Rad einkaufen. Bei Gorillas und Co. muss ich zwar eine Liefergebühr von 1,80 Euro bezahlen, jedoch spart mir die Lieferung sehr viel Zeit – eben mindestens diese 40 Minuten bis eine Stunde. In der Zeit, in der ich auf die Lieferung warte, kann ich andere Dinge erledigen.
2. Bei allen Händlern musste ich lange an der Kasse warten
Obwohl ich bei meinem Testeinkauf bewusst an einem Wochentag gegen 11 Uhr einkaufen ging, waren bei allen vier Händlern sehr lange Schlangen an den Kassen. Bei jedem musste ich durchschnittlich zehn Minuten warten. Das lag daran, dass bei den Discountern nur ein oder zwei, bei Edeka und Kaufland maximal drei Kassen geöffnet waren. Die anderen Mitarbeiter waren damit beschäftigt, die Regale aufzufüllen. Kassen, an denen ich selber meine Waren scannen konnte, gab es nur bei Kaufland. Diese würden die Schlangen weiter verteilen und den Einkäufern viel Zeit sparen.
3. Viele Produkte waren ausverkauft
In allen vier Lebensmittelgeschäften war mindestens eine der Sachen, die ich kaufen wollte, ausverkauft. Das liegt derzeit auch an den Lieferengpässen aufgrund des Ukraine-Krieges, aber auch an unnötigen Hamsterkäufen einiger Mitmenschen. Das ist natürlich besonders ärgerlich, wenn man womöglich genau diese eine Zutat benötigt und eigentlich nur dafür einkaufen gegangen ist. Man kann dann noch zu einem weiteren Laden gehen, jedoch weiß man dort auch im Vorfeld nicht, ob das gewünschte Produkt vorhanden ist. Diese Unvorhersehbarkeit macht es schwer, effizient vorauszuplanen und kostet unter Umständen noch mehr Zeit.
Hier sehe ich den zweitgrößten Vorteil beim Online-Lebensmittel-Shopping: Ich erfahre gleich vorab, ob ein Produkt verfügbar ist oder nicht. Klar, bei den Lieferdiensten ist die Auswahl in der Regel nicht so groß und häufig sind hier auch viele beliebte Produkte ausverkauft, aber immerhin bin ich dann nicht extra umsonst losgefahren. Von Zuhause aus lässt sich auch entspannter ein Alternativgericht überlegen, sollten die Zutaten für das geplante nicht verfügbar sein.
4. Die Geschäfte sind meist unübersichtlich
Die meisten Supermärkte empfinde ich als sehr unübersichtlich. Wer sich nicht auskennt, irrt zunächst durch die Gänge, auf der Suche nach einem einzigen Produkt. Auch das kostet wieder viel Zeit. Dabei folgt der Aufbau der Märkte und die Produktplatzierungen bei den verschiedenen Händlern nicht dem gleichen Muster, was es noch schwieriger macht, sich zu orientieren. Bei Aldi stehen die Eier in der Nähe des Gemüse- und Obstabteilung, bei Edeka bei den Haferflocken und bei Kaufland gibt es ein ganzes Regal nur für verschiedene Eier-Sorten. Die Discounter sind in der Regel kleiner und etwas übersichtlicher.
Ein Einkauf bei Großflächenhändlern wie Kaufland ist sicher eine ganz bewusste Entscheidung, wenn man mit einem Einkauf alles erledigen will. Allerdings ist es aufgrund der schieren Fülle des Sortiments und den vielen Gängen unglaublich unübersichtlich und verwirrend. Ich habe allein mindestens sechs Minuten gebraucht, um aus diesem riesigen Geschäft wieder herauszukommen, da sich der Verkaufsbereich über zwei Etagen erstreckte und die Kasse im unteren Stockwerk war. Wer viel Zeit und Muße mitbringt, hat hier vielleicht sogar Spaß am Einkaufen, Entdecken und Vergleichen von gefühlt 50 verschiedenen Pastasorten. Mich persönlich erschlägt das massige Angebot aber eher.
Beim Einkauf per App kann ich dagegen gezielt nach meinen Wünschen suchen und habe die gewünschte Ware innerhalb weniger Klicks im Warenkorb.
5. Produkte sind oft nicht vergleichbar
Weil ich die Preise vergleichen wollte, bin ich zu vier Lebensmittelhändlern hintereinander gegangen. Das war aber gar nicht so einfach, da es in nicht in jedem Markt genau vergleichbare Produkte gab oder diese ausverkauft waren. Ich hatte mich bewusst für vier Grundnahrungsmittel entschieden, von denen ich dachte, dass ich diese überall finde: Butter, Eier, Milch und ganze geschälte Tomaten aus der Dose. Letztere erhielt ich bei Edeka und Aldi, bei Kaufland waren genau diese jedoch ausverkauft und bei Lidl gab es nur gehackte. Auch die Eier-Qualität war nicht überall gleich und ließ sich nur schwer vergleichen. Der Preis-Vergleich ist beim Online-Shopping einfacher, mit wenigen Klicks.
Mein Fazit
All diese aufgeführten Faktoren kosten Zeit. Und Nerven. Das ständige Suchen, Umherirren und Warten frustriert mich, gerade im stressigen Arbeitsalltag. Wenn man dann noch nach der Arbeit einkaufen muss, ist dies für mich einfach eine verlorene ganze Stunde.
Am Samstag einkaufen zu gehen, ist aber auch keine gute Option, weil die meisten anderen Mitbürger dann auch freihaben und es sehr voll ist. Deswegen greife ich einfach gerne auf die Lieferdienste zurück, wenn die Zeiten gerade stressig sind.
Großer Minuspunkt bei den Lieferdiensten, insbesondere denen in rund 15 Minuten: Die in der Kritik stehenden Arbeitsbedingungen der Fahrer, die unter anderem unter zu wenig Lohn und großem Druck leiden sollen, wie Medien immer wieder berichten.
Um das wenigstens etwas zu kompensieren, gebe ich immer ein großzügiges Trinkgeld und bestelle auch wirklich nur, wenn es notwendig ist. Bei Rewe müssen die Fahrer auch nicht mit einem E-Bike fahren, sondern kommen per E-Auto, weswegen ich größere Bestellungen nur dort erledige. Ich wäre definitiv bereit, auch mehr für meinen Einkauf zu bezahlen, wenn ich wüsste, dass die Rahmenbedingungen für Fahrer besser würden. Dann hätte das Bestellen von Lebensmitteln wirklich nur Vorteile.
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