Browser-Wahl unter Windows: Mozilla legt nach und veröffentlicht „Over The Edge 2.0“

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Vor zwei Jahren hat Mozilla die Design-Experten Dr. Harry Brignull und Cennydd Bowles schon einmal darauf angesetzt, das Verhalten von Microsoft unter Windows unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis war der Bericht „Over The Edge“, der dokumentierte, wie aggressiv Microsoft Nutzer unter Windows 10 und 11 in Richtung des eigenen Edge-Browsers drängt. Nun liegt der Nachfolgebericht „Over The Edge 2.0“ vor, und die Erkenntnisse der Forscher sollen zeigen, dass sich an den grundlegenden Praktiken außerhalb der Europäischen Union kaum etwas geändert hat.

Die Experten untersuchten für den neuen Bericht die Situation in vier verschiedenen Regionen: den USA, Indien, Großbritannien und Deutschland (stellvertretend für den Europäischen Wirtschaftsraum). Zusätzlich schauten sie sich an, wie Microsoft seine neuen KI-Dienste wie Copilot nutzt, um die Nutzerentscheidung zu beeinflussen. Das Fazit der Forscher fällt ernüchternd aus: Microsoft erschwere es Nutzern angeblich nach wie vor aktiv, alternative Browser herunterzuladen, als Standard einzurichten oder dauerhaft ohne störende Eingriffe zu nutzen. Die angewandten Methoden erfüllen laut dem Bericht klar die Definitionen von Nötigung, Täuschung und Manipulation.

Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied, der zeigt, dass es auch anders geht: In Europa, wo das Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA) greift, sind viele der nervigen Design-Tricks verschwunden. Weder die manipulative Einblendung bei der Bing-Suche noch die penetranten Hinweise nach Windows-Updates tauchen hierzulande in dieser Form auf. Sogar die Datenschalter für Copilot, die in den USA und Indien standardmäßig auf „An“ stehen, sind im EWR und in Großbritannien standardmäßig deaktiviert. Laut Mozilla beweist dies, dass Microsoft durchaus in der Lage ist, eine fairere Nutzererfahrung bereitzustellen, dies bisher aber nur dort tut, wo der Gesetzgeber sie zwingt.

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