Plaud NotePin S im Test: Kleines KI-Diktiergerät weiß zu überzeugen

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Der kleine Plaud NotePin S verspricht die Protokollierung von Meetings, Zusammenfassungen von Vorlesungen und das Festhalten spontaner Ideen in über 100 Sprachen – alles vor allem Dank der Nutzung von KI. Die S-Version bessert eine große Schwäche des ursprünglichen NotePin aus. Was ich damit meine, gibt es hier im Test zu lesen. Kommen wir doch erst einmal zu den rohen Fakten des Geräts:

Merkmal Angabe
Abmessungen 51 × 21 × 11 mm
Gewicht 17,4 g (ohne Zubehör)
Mikrofone 2 × MEMS, omnidirektional
Akkukapazität 320 mAh (Li-Ion)
Akkulaufzeit Bis zu 20 Stunden Aufnahme, 40 Tage Standby
Ladezeit Ca. 2 Stunden (via Ladedock, USB-C)
Interner Speicher 64 GB
Cloud-Speicher Unbegrenzt (in Bezahl-Abos)
Konnektivität Bluetooth 5.2 (BLE), WLAN (2,4 GHz)
Effektiver Aufnahmebereich Bis zu ca. 3 Meter
Audioformate WAV, MP3
KI-Sprachen 112 Sprachen
KI-Modelle GPT-5.2, Claude Sonnet 4.5, Gemini 3 Pro u. a.
Kompatibilität iOS, Android, Windows, macOS, Web
Besondere Features Press to Highlight, Ask Plaud, AutoFlow, Find My (Apple), Sprechererkennung
Lieferumfang NotePin S, Magnetpin, Clip, Lanyard, Armband, Ladedock, USB-C-Kabel
Farben Cosmic Gray, Lunar Silver, Sunset Purple
Preis 179 Euro

Plaud liefert den NotePin S deutlich großzügiger aus als den Vorgänger. In der Box befinden sich neben dem Gerät selbst ein magnetischer Ansteckpin, ein Clip für den Kragen, ein Band zum Umhängen und ein Armband. Die Ladestation mit USB-C-Kabel ist natürlich auch dabei. Beim ersten NotePin musstet ihr euch das Umhängeband und Armband separat besorgen.

Mit seinen 51 × 21 × 11 mm und gerade mal 17,4 Gramm Gewicht ist der NotePin S ein Gerät, das man beim Tragen fast vergesst. Am Hemdkragen geclippt, am Handgelenk per Armband befestigt oder per Band um den Hals gehängt – in jedem Szenario fällt das Teil kaum auf. Die Verarbeitung ist für ein Gerät dieser Preisklasse erstaunlich gut. Das Gehäuse fühlt sich wertig an und wirkt robust genug für den täglichen Einsatz. Ein Display gibt es nicht, komplexe Bedienelemente ebenso wenig.

Der wichtigste Fortschritt gegenüber dem Vorgänger ist die neue physische Taste. Klingt banal, ist es aber nicht. Der ursprüngliche NotePin setzte noch auf eine berührungsempfindliche Fläche zwischen den Mikrofonen, die im Alltag leider ziemlich unzuverlässig gewesen sein soll – selbst testen konnte ich das leider nicht. Mal reagierte sie nicht, mal startete eine Aufnahme unbeabsichtigt. Das hat im schlimmsten Fall dazu geführt, dass man sich nicht sicher sein konnte, ob das Gerät gerade tatsächlich aufnimmt oder nicht.

Der NotePin S löst das konsequent: Langes Drücken startet die Aufnahme, erneutes langes Drücken beendet sie. Ein kurzes Drücken während der Aufnahme markiert eine besonders wichtige Stelle – „Press to Highlight“ nennt Plaud das. Das haptische Feedback sorgt dafür, dass man nicht auf das Gerät schauen muss. Im Test funktionierte das ohne Ausnahme zuverlässig. Gerade diese Highlight-Funktion hat sich als echter Gewinn erwiesen: Wer in einem einstündigen Meeting zentrale Aussagen markiert, findet diese anschließend im Transkript sofort wieder, statt sich durch den kompletten Text zu wühlen.

Zwei MEMS-Mikrofone nehmen den Ton auf, und sie machen ihren Job gut – solange man ihre Grenzen kennt. In einem ruhigen Büro oder Besprechungsraum liefert der NotePin S klar verständliche Aufnahmen, in denen Stimmen gut voneinander zu unterscheiden sind. Die integrierte Geräuschunterdrückung arbeitet spürbar, ohne dass die Sprache dadurch künstlich oder verwaschen klingt.

Realistisch solltet ihr mit einem effektiven Aufnahmeradius von etwa drei Metern rechnen. In einem typischen Meetingraum mit vier bis sechs Personen geht das in Ordnung. In einer großen Konferenzhalle oder bei starken Hintergrundgeräuschen stößt der kleine Rekorder dann aber an seine Grenzen. Für solche Szenarien ist das Gerät aber auch nicht konzipiert. In meinem Test gab es beispielsweise Meetings mit knapp 60 Personen, bei denen die Redner aber eben per Mikro auf Lautsprechern zu vernehmen waren. Damit konnte der NotePin S wunderbar umgehen.

Kommen wir zum eigentlichen Kern des Ganzen, denn die Hardware allein wäre den Preis mit Sicherheit nicht wert. Was den NotePin S von einem einfachen Diktiergerät abhebt, ist die dahinterliegende KI-Plattform namens Plaud Intelligence. Die Verarbeitung findet cloudbasiert statt – muss man wissen, wenn man sensible Informationen aufnehmen möchte. Nach einer Aufnahme übertragt ihr die Datei per Bluetooth oder WLAN an die App, und dort wird sie durch verschiedene Large Language Models geschickt – unter anderem GPT-5.2, Claude Sonnet 4.5 und Gemini 3 Pro. Ihr könnt sogar auswählen, welches Modell zum Einsatz kommen soll, oder die Auswahl der Software überlassen.

Das System transkribiert die Aufnahme in 112 Sprachen, erkennt verschiedene Sprecher und erstellt anschließend eine strukturierte Zusammenfassung. Die Transkriptionen sind erstaunlich präzise. Selbst bei Sprechern mit Akzent, bei gemischten Sprachen oder bei Überlappungen mehrerer Stimmen bleibt das Ergebnis nachvollziehbar. Unsere Meetings waren zuletzt allesamt englischsprachig, teils mit sehr schwer zu verstehenden Akzenten. Die KI erkennt nicht nur die einzelnen Worte, sondern ordnet sie in einen sinnvollen Zusammenhang ein.

Besonders beeindruckt hat mich aber die Qualität der deutschsprachigen Zusammenfassungen. Selbst wenn das Ausgangsmaterial auf Englisch war, lieferte der NotePin S eine inhaltlich stimmige Zusammenfassung auf Deutsch, die sich liest, als hätte sie jemand händisch erstellt, mitsamt rotem Faden, der Kernaussagen sauber herausarbeitet. Dabei stehen über 10.000 Vorlagen zur Verfügung – von Meetingprotokollen über Aufgabenlisten bis hin zu Mindmaps.

Die Plaud-App für Android und iOS ist übersichtlich aufgebaut und lässt sich intuitiv bedienen. Hier verwaltet ihr die Aufnahmen, startet die Transkription und wählt Vorlagen aus. Ergänzend gibt es eine Weboberfläche und seit Kurzem auch eine Desktop-App (aktuell noch im Beta-Stadium), die alle Aufnahmen über euer Benutzerkonto synchronisiert. Besonders praktisch: Über Plaud Desktop könnt ihr auch Online-Meetings aufzeichnen.

Die Funktion „Ask Plaud“ erlaubt es euch, konkrete Fragen an eure Aufnahmen zu stellen und daraus Antworten generieren zu lassen. AutoFlow automatisiert Transkription, Zusammenfassung und Weiterleitung. All das funktioniert plattformübergreifend und reduziert den Nachbereitungsaufwand deutlich. Statt eine Aufnahme komplett durchzuhören, schnappt man sich die fertige Zusammenfassung und arbeitet direkt damit weiter.

Plaud gibt bis zu 20 Stunden durchgängige Aufnahmezeit und 40 Tage Standby an. Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Akku von 270 auf 320 mAh vergrößert. Auf dem Papier sind das identische Laufzeiten, aber der größere Akku dürfte der zusätzlichen Belastung durch den physischen Taster geschuldet sein.

In der Praxis bin ich auf ungefähr 10 bis 15 Stunden reine Aufnahmezeit gekommen – je nach Nutzung und Umgebungsbedingungen. Das klingt erst mal nach weniger als versprochen, reicht für einen vollen Arbeitstag aber locker aus. Die Ladestation füllt den Akku in rund zwei Stunden wieder auf. Für ein Gerät dieser Größe ist das absolut in Ordnung.

Der NotePin S selbst schlägt mit 179 Euro zu Buche. Im kostenlosen Starter-Plan sind 300 Minuten KI-Transkription pro Monat enthalten. Für viele Gelegenheitsnutzer könnte das vermutlich ausreichen. Wer mehr braucht, greift zum Pro-Plan für rund 111 Euro im Jahr (1.200 Minuten monatlich) oder zum Unlimited-Plan für etwa 225 Euro jährlich.

Die Premium-Pläne sind nicht gerade ein Schnäppchen, das muss man klar sagen. Andererseits bekommt ihr vor allem im Unlimited Plan unbegrenzte Transkription, erweiterte Vorlagen und Features wie Ask Plaud und AutoFlow. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, wie intensiv ihr das Gerät nutzt. Wer es täglich in Meetings oder Vorlesungen einsetzt, wird die Investition schnell als lohnenswert empfinden. Wer nur ab und zu eine Sprachnotiz aufnehmen möchte, kommt mit den kostenlosen 300 Minuten gut hin.

Der Plaud NotePin S ist kein gewöhnliches Diktiergerät. Die Hardware ordnet sich dem Zweck unter: winzig, leicht, mit nur einem Knopf bedienbar und dank vieler Trageoptionen im Alltag quasi unsichtbar. Dass Plaud den Touch-Sensor des Vorgängers durch einen richtigen Taster ersetzt hat, ist die wichtigste Verbesserung und macht das Gerät im täglichen Einsatz deutlich zuverlässiger.

Der eigentliche Mehrwert kommt aber von der Software. Die KI-gestützten Zusammenfassungen sind qualitativ auf einem Niveau, das ich einem Gerät dieser Größe schlicht nicht zugetraut hätte. Statt roher Audiodateien oder endloser Transkripte erhaltet ihr fertige Protokolle, Aufgabenlisten oder Lernskripte, die ihr oft ohne Nacharbeit direkt verwenden könnt. Ja, der Akku hält in der Praxis keine 20 Stunden durch und die Premium-Abos sind teuer. Aber wenn ihr ein Werkzeug sucht, das gesprochene Inhalte wirklich smart verarbeitet und nicht nur stupide in Text umwandelt, dann ist der NotePin S aktuell schwer zu schlagen.

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