Austrian Audio PG16: Erstes Gaming-Headset der Österreicher im Test

Austrian Audio ist ein noch recht junger Anbieter, der mit dem PG16 sein erstes Gaming-Headset vorgestellt hat. Hinter dem Unternehmen stecken aber alte Hasen, nämlich ehemalige Mitarbeiter der AKG Acoustics GmbH, welche nach Samsungs Übernahme des Mutterkonzerns Harman nun eigene Wege gehen. Da sind schon einige Kopfhörer erhältlich, doch das Austrian Audio PG16 markiert eben nun den Einstieg ins lukrative Gaming-Segment. Ob das gelungen ist, hörte ich mir für euch im Test an.

Zunächst eine Warnung an Nutzer von Apple Macs auf M1-Basis: Käufer des Headsets erhalten einen Gutschein für die Software Spatial Soundcard L. Jene soll für euch eben räumlichen Klang in Kombination mit dem Gaming-Headset PG16 ermöglichen. Leider funktioniert die Software nicht in Verbindung mit Apple Silicon und verweigert die Installation. Zumindest musste ich diese Erfahrung an meinem Mac mini machen. Kompatibel ist das Programm jedoch zu Apple Macs auf Intel-Basis sowie 64-Bit-Systemen ab Windows 7.

Technische Spezifikationen

  • Design: Over-Ear; geschlossen
  • Frequenzbereich: 12 Hz – 24 kHz
  • Treiber: 44 mm
  • Empfindlichkeit: 113 dBspl/V
  • Impedanz: 25 Ohm
  • Input Power: 150 mW
  • Mikrofonarm mit „Tilt-to-mute“-Funktion
  • Mikrofonrichtcharakteristik: Omnidirektional
  • Kabel (abnehmbar): 1,4 m
  • Stecker: 3,5 mm (1/8”) TRRS
  • Adapter (inklusive): 3,5 mm (1/8”) TRRS to 2x 3,5 mm (1/8”) TRS
  • Abmessungen: 205 x 180 x 80 mm
  • Gewicht (ohne Kabel): 265 g
  • Lieferumfang: 1x PG16 Headset, 1x HSC1m4 Headset Kabel 1,4 m, 1x HSA6 Adapter, 1x HXB Transporttasche
  • Preis: 139,- € (UVP)

Dabei will Austrian Audio nicht nur mit dem Klang, sondern auch der Verarbeitung des PG16 überzeugen. Verwenden könnt ihr das Gaming-Headset via Klinke natürlich nicht nur am PC, sondern auch an Spielekonsolen wie PS4, PS5, Xbox One und Xbox Series X|S. Man setzt auf ein geschlossenes Design, das vor Umgebungsgeräuschen abschirmen soll.

Ausstattung und Verarbeitung

Im direkten Vergleich mit meinen zuletzt getesteten Gaming-Headsets von Epos, etwa dem H6 Pro, wirkt das PG16 in der Verarbeitung etwas weniger wertig. Allerdings ist hier auch der Verkaufspreis niedriger angesetzt. Was mir etwa nicht so gefällt, sind die schwarzen Hochglanz-Plastik-Oberflächen an Ohrmuscheln und Bügel. Schon nach kurzer Nutzungszeit sieht man da natürlich jeden Fingerabdruck. Eine matte Oberfläche oder ein Stoffüberzug hätten da Wunder bewirkt. Auch ist das Mikrofon fest verbaut, also nicht abnehmbar. Es lässt sich aber mit seinem sehr flexiblen Arm perfekt ausrichten. Klappt ihr es nach oben, schaltet es sich automatisch stumm.

Auch die Ohrmuscheln an sich sind drehbar, können also im Winkel auf eure Bedürfnisse angepasst werden. Die Bügel sind links und rechts ausziehbar, um die Größe der Over-Ear-Kopfhörer für euch anzupassen. Bei mir genügte bereits die kleinste Einstellung, da passt also wirklich jeder Quadratschädel rein. Die Memory-Foam-Polster wirken ebenfalls wertig, sind aber nicht ganz so dicht / dick wie bei dem bereits erwähnten Epos-Modell. Das Kabel ist im Übrigen abnehmbar und daher leicht austauschbar.

Insgesamt möchte ich die Verarbeitung des Austrian Audio PG16 als „gut“ bewerten. Das Mikrofon könnte abnehmbar sein und generell wirkt das Design etwas fragiler als bei manch etabliertem Platzhirsch. Dafür kann man das PG16 auch zusammenfalten, indem linke oder rechte Ohrmuschel einklappt. Das erleichtert den Transport in der beiliegenden Tasche. Gemessen am Preis passt der Gesamteindruck also.

Tragekomfort und Sound des Austrian Audio PG16

Das PG16 nutzt ein geschlossenes Over-Ear-Design und trägt sich nach meinem subjektiven Eindruck äußerst angenehm. Der Sitz ist recht luftig, sodass meine Ohren ausreichend Platz hatten und ich auch nicht direkt heiße Löffel bekam. Es entsteht auch bei etwas längeren Sitzungen kein störendes Druckgefühl. Dafür ist die Abschirmung trotz geschlossenem Design eher mittelprächtig, sodass man eine Art halboffenen Eindruck gewinnt. Ich persönlich fand das sogar hilfreich, da ich so noch meine Umgebung im Hintergrund wahrnehmen kann. Wer sich mit dem Headset von spielenden Kindern, lauten Mitbewohnern oder einer Hauptverkehrsstraße isolieren will, wird aber ein wenig ernüchtert sein.

Das Kabel führt Austrian Audio aus der rechten Ohrmuschel, was beim Gaming allerdings etwas stören kann, zumal es eben nur 1,4 m lang ist. Hier kommt man sich mit dem Maus-Arm ins Gehege. Linkshändern dürfte das wiederum sogar eher entgegenkommen. Ich bin Brillenträger und konnte das PG16 auch lange Sitzungen tragen, ohne dass mich ein Druckgefühl oder übermäßiges Schwitzen aus dem Spiel gerissen hätte. Ergonomisch sieht es also richtig gut für das erste Modell der Österreicher aus.

Schade: Direkt am Headset gibt es keine Möglichkeit, die Lautstärke zu regeln. Das ist am PC weniger ein Problem als an der Konsole. Da ist dann immer der Weg in die Schnelleinstellungen notwendig. Klanglich ist das Austrian Audio PG16 sehr auf Gaming getrimmt, was dazu führt, dass die Mitten recht überbetont sind. Das fällt insbesondere beim Spielen von dialoglastigen Spielen ins Gewicht. Die Stimmen sind immer einen Tick zu laut und z. B. Schüsse, Explosionen und Co. haben eine Tendenz zum Klirren. Dieses Problem tritt am PC nicht auf, weil man hier leichter nachregeln kann. Die Bässe gefallen mir da besser, denn sie sind eben gerade nicht zu dominant, wie es doch bei einigen Konkurrenzmodellen gerne der Fall ist.

Die Stereo-Separation gelingt ebenfalls exzellent. Davon profitiert dann auch die Musikwiedergabe. Hier fallen die etwas zu kräftigen Mitten auch weniger ins Gewicht, hatte ich das Gefühl. Somit ist das Austrian Audio PG16 ein überraschend guter Allrounder. Für Filme und Serien wiederum bietet es sich dann an, auch die Software SpatialSound Card L Surround Sound ins Boot zu holen. Klar, auch in Spielen kann man damit experimentieren.

Ich bin selbst kein großer Fan von simuliertem Raumklang. Maximal erreicht man da durch Software-Tricksereien in meinen Ohren eine differenzierte Stereo-Separation. Tatsächlich hilft das Programm aber am Rechner, einzelne Objekte besser zu orten, hat also durchaus seine Daseinsberechtigung. Die Bedienung ist aber eher sperrig, da könnte man noch viel an der Benutzerfreundlichkeit verbessern. Das Ergebnis wird man nicht mit einem „echten“ Surround-Erlebnis verwechseln, macht aber Spaß. Offenbar hatte Austrian Audio hier aber insgesamt mehr die PC-Gamer im Auge, denn nur jene profitieren.

Mikrofone und Voice-Chats mit dem Austrian Audio PG16

Sprach-Chats und Telefonate mit dem Austrian Audio PG16 gehen völlig in Ordnung. Das Mikrofon ist ab Werk jedoch sehr leise, da hilft es, direkt in den Audio-Settings am Mac oder aber Windows-PC nachzuhelfen. Die Qualität war laut meinen Gesprächspartnern völlig ausreichend, Nebengeräusche aus meiner Wohnung, etwa den Roboter-Staubsauger im Nebenraum, hörte man kaum. Meine Gesprächspartner konnte ich jeweils ebenfalls gut verstehen.

Was mich aber gestört hat: Klappt ihr das Mikrofon hoch, muss es schon bis zum Anschlag hochgedrückt werden, sonst ist es immer noch aktiv. Da gibt es leider auch kein Einrasten oder dergleichen, was einen absichern könnte. Da empfehle ich euch also den Einsatz mit Bedacht, bevor es durch ein versehentlich noch aktives Mikro zu Peinlichkeiten kommt.

Dafür lässt sich das Mikrofon recht nahe an den Mund biegen, was der Verständlichkeit und Lautstärke natürlich zugutekommt. Im Übrigen liegt hier auch eine TeamSpeak-Zertifizierung vor. Fein ist auch, dass das Mikrofon mit einem abnehmbaren Pop-Schutz versehen ist.

Fazit

Das Austrian Audio PG16 basiert auf dem Kopfhörer Hi-X15 des Unternehmens. Dies hat Vor- und Nachteile. So hat der Hersteller aus Österreich Konsolenspieler deutlich weniger im Kopf gehabt als PC-Gamer. Letztere profitieren von der Software SpatialSound Card L und können die sehr starken Mitten durch einen Equalizer ausgleichen. An PlayStation und Xbox vermisse ich zudem die Chance, die Lautstärke über das Headset zu regeln.

Der Klang der Kopfhörer ist ansonsten gut und auch für Musik und Filme / Serien geeignet. Auch Voice-Chats laufen super, die Stimmwiedergabe ist klar und das Mikrofon nimmt die Stimme gut auf, ohne den Gesprächspartner mit Umgebungsgeräuschen zu überhäufen. Letztere wird man aber als Träger weiterhin wahrnehmen, denn die Dämpfung geht trotz formal geschlossenen Designs eher in die halboffene Richtung.

Die Verarbeitung ist gut, beim Design gibt es aber kleinere Ecken und Kanten wie die nervigen Hochglanz-Oberflächen oder die Tatsache, dass der Mikrofonarm nicht abnehmbar ist und das Kabel an der rechten Seite geführt wird. Meiner Ansicht nach liefert Austrian Audio hier aber einen guten Einstieg ins Segment der Gaming-Headsets ab. Wird man auf dieser Basis weiter aufbauen und sich die Kritikpunkte zu Herzen nehmen, dann kann man ernsthaft mit Epos, Corsair, Razer und Co. konkurrieren.

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Anycubic Photon Mono X 6K Resin-3D-Drucker im Test

Anycubics neuer Photon Mono X 6K verspricht nicht nur eine hohe Druck-Auflösung, sondern auch ein schnelle Druckzeiten. Mit bis zu 80 mm/h soll der rund 600 Euro teure 3D-Drucker Objekte aus Kunstharz zaubern. Die 6K-Auflösung kann dabei kleinste Details von nur 34 µm abbilden. Für einen Test habe ich genauer hingesehen.

Beim Nachfolger des Photon Mono X handelt es sich um einen großformatigen Resin-3D-Drucker mit einem Druckvolumen von 197 x 122 x 245 mm. Äußerlich hat sich beim Mono X 6K im Vergleich zum Vorgänger fast nichts geändert. Im Inneren sitzt eine noch stärkere UV-Lichtquelle und auch das monochrome LC-Display ist nicht nur hochauflösender, sondern auch etwas größer als beim Vorgänger.

Anycubic Mono X 6K – Technische Daten

  • Eingesetzte Technologie mSLA, LCD-Kunstharz-Drucker
  • Maximales Druckvolumen 24,5 * 19,7 * 12,2 cm = 5,88 L
  • Aufstellgröße 47,5 * 29 * 27 cm
  • Lichtquelle 405 nm Matrix-LED mit bis zu 6.500 µW/cm²
  • Maskierung LCD-Panel 5760 * 3600 Pixel
  • Lichtdurchlässigkeit 6 %
  • Kontrastverhältnis 350:1
  • Horizontale Auflösung ? 34 µm
  • Angegebene maximale Druckgeschwindigkeit 80 mm/h
  • Netzteil AC/DC 110 V – 240 V (AC) zu 24 V 144 Watt (DC)
  • Verbindungen USB-A (2.0) & WLAN
  • Controllboard Eigenentwicklung Anycubic
  • Steuerung 3.5-Zoll-Touchsceen
  • Android- oder iOS-App
  • Preis laut Hersteller 649 US-Dollar

Verpackung und Lieferumfang

Beim sogenannten Resin-Druck (auch mSLA-3D-Druckverfahren) wird ein UV-Licht-härtendes Kunstharz durch ein LCD-Panel belichtet. Die dadurch entstehende Photopolymerisation erzeugt schichtweise ein neues Objekt. Es wird mit flüssigem Druckmaterial (Resin) gedruckt. Im Gegensatz zu FDM-Druckern, die über eine Spule mit festem Druckmaterial versorgt werden, dieses schmelzen und über eine Düse auf das Druckbett aufbringen, wird der Druck hier über mehrere Schichten „zusammengebacken“

Der Resin Druck bietet Vor- aber auch Nachteile. Zum einen hat das LCD-Panel des Photon Mono X 6K eine Auflösung von 5760 × 3600 Pixeln. Hierdurch kann man feinere Schichten drucken, als es mit einem herkömmlichen FDM-Drucker möglich wäre. Nachteil: Man ist in der Größe des Druckbettes begrenzt.  Der Anycubic Mono X 6K kommt jedenfalls in einem schlichten Karton an. Im Lieferumfang befindet sich alles, was für den Gebrauch notwendig ist;

  • Drucker, Netzteil, Kabel
  • WLAN-Antenne
  • Bedienungsanleitung
  • Papier für die Druckbett Nivellierung
  • Ersatz UV-Screen Schutz Alkoholtuch
  • Schrauben und passende Inbusschlüssel
  • Metallspachtel für das Druckbett
  • Plastikspachtel für den Harztank
  • Einmal-Resin-Filter
  • Handschuhe
  • Masken
  • USB-Stick: (druckbereitesTestmodell, Bedienungsanleitung, Photon Workshop Slicer inkl. Anleitung)

Was fehlt, sind kompatibles Resin und ggf. Isopropyl-Alkohol zum Reinigen. Alternativ zum Waschen der Drucke mit Isopropyl-Alkohol könnt ihr auf mit Wasser waschbares Resin zurückgreifen. Das kostet zwar mehr, rechnet sich aber auf Dauer und ihr habt weniger Probleme die Reste zu entsorgen. Ich persönlich bevorzuge diese Variante, da dieses Resin weniger riecht. Auch fallen die Alkoholausdünstungen weg. Aber egal für welches Resin ihr euch entscheidet, tragt Handschuhe und eine Maske wenn ihr direkt mit dem Material arbeitet.

Design und Verarbeitung

Der Drucker benötigt mit einer Größe von 270 mm x 290 mm x 475 mm (L x B x H) eine Menge Platz. Auch das Eigengewicht von rund 10,75 kg spricht für sich. Bei den Materialien setzt Anycubic auf Metall-Basis und eine gelbe Haube, um eure Drucke vor direkten UV-Strahlen zu schützen. Der Mono X besteht aus einer Basiseinheit mit auf Linearschienen gelagerter Z-Achse, einer abnehmbaren Druckplattform, einem großen Resin-Tank und der angesprochenen Kunststoffabdeckung. Die Verarbeitung des 3D-Druckers ist hochwertig.

An der Front befindet sich der typische Farb-Touchscreen, der präzise und reaktionsschnell arbeitet. Mit wenigen Klicks gelangt ihr zu allen wichtigen Einstellungen. Bei der Auswahl eines Modells für den Drucks werden kleine Thumbnails der einzelnen Druckdateien angezeigt. So kann man neben dem Namen auch am Bild erkennen, welches Objekt gedruckt werden soll. Die Druckplatte hat eine texturierte Oberfläche, damit das gehärtete Resin besser haftet. Selbst große bzw. schwere Objekte können so während eines Druckes nicht abfallen.

Einschalten, leveln, loslegen

Der Mono X 6K kommt vollständig zusammengebaut an. Entsprechend simpel fällt die Inbetriebnahme aus: Einfach auspacken, anschließen und das Leveln der Druckplattform durchführen. Die Bedienungsanleitung erklärt mit Abbildungen und Instruktionen die einzelnen Schritte. Wer trotzdem feststeckt, findet Tutorials auf dem YouTube-Kanal von Anycubic. Vor dem ersten Druck müsst ihr den Drucker leveln um den optimalen Abstand zwischen LCD und Druckplatte zu erhalten. Nur so haften eure Drucke an der Platte.

Nehmt dazu das beigefügte Blatt zur Hand und entfernt den Resin-Tank. Legt danach das Blatt auf das LC-Display und fahrt die Druckplatte nach unten, bis die Platte das Blatt festhält. Fahrt die Z-Achse mit der Druckplatte nun in 0,1mm-Schritten höher bis ihr das Blatt ohne Gewalt zwischen LCD und Druckplatte herausziehen könnt. Speichert diese Position dann als „Home“ bzw. „Z=0“. Fahrt die Druckplatte dann wieder hoch, sodass ihr den Tank wieder auf das Display stellen könnt. Dabei darf die transparente FPE-Folie am Boden des Tanks beschädigt werden. Das gleiche gilt für das LCD-Panel. Befestigt den Resin-Tank dann über die beiden Schrauben rechts und links und füllt euer Druckmaterial in den Tank. Nach diesen Schritten ist der Photon Mono X 6K bereit um deinen ersten Testdruck zu starten.

Optional könnt ihr eine WLAN-Verbindung einrichten, um fortan über die App Druckaufträge zu starten oder den Druckstatus zu überwachen. Allerdings ist die Anbindung unschön, so kann der Drucker lediglich im 2,4-GHz-Netz funken und eure SSID und das Passwort dürfen keine Sonderzeichen verwenden. Zur Verbindung muss eine Textdatei (wlan.txt) auf dem beiliegenden USB-Stick mit dem eigenen Netzwerknamen und Passwort abgespeichert werden. Den Stick steckt ihr dann in den 3D-Drucker, um ihn wie einen Druckauftrag zu starten. Daraufhin verbindet sich der Mono X automatisch mit eurem Netzwerk.

Druck fertig – so geht’s weiter

Nach jedem Druck müsst ihr das überschüssige Resin loswerden – mit Alkohol oder Wasser. Wascht euer Druckstück ab, seid aber vorsichtig denn das Resin ist noch nicht komplett ausgehärtet und der Druck kann sich verbiegen bzw. im schlimmsten Fall brechen. Löst dazu das Druckstück von der Druckplatte und pinselt es anschließend in einer Schüssel ab (mit Wasser oder Alkohol). Tragt auch hierbei Handschuhe und eine Maske.

Nach dem Waschen müsst ihr das ganze nun noch UV-härten. Am einfachsten ist es, den Druck direkt in die Sonne zu legen, wer es etwas schneller mag, kann auch eine UV Lampe nutzen um das Resin vollständig auszuhärten. Wer es komfortabler will, kann sich auch eine Wash&Cure Station zulegen, die die einzelnen Schritte für euch übernimmt. Es ist eine Art Waschmaschine mit anschließendem UV-Bad. Alles was ihr mach müsst, ist den Druck in das Waschzuber legen, Reinigungszeit einstellen, danach den Druck aus dem Zuber nehmen und unter den eingebauten UV-Lampen aushärten lassen. Eine solche Station bekommt ihr für um die 90 Euro Sie ist aber jeden Cent wert. Es gibt auch ein paar DIY-Projekte die auf eine UV-Lampe zum Aushärten von Nagellack zurückgreifen.

Egal ob ihr mit Alkohol der Wasser wascht, verbraucht ihr pro 2 kg Resin ca. 4 L Alkohol/Wasser. Die Reinigungsflüssigkeit ist dann mit Resin-Resten gesättigt und trübe. Also wohin damit? Härtet die Flüssigkeit aus, das darin enthaltene Resin bindet sich und flockt. Es kann anschließend mit einem Lackfilter ausgefiltert werden. So könnt ihr den Alkohol noch weiterverwenden. Sollte er wirklich komplett gesättigt sein, füllt ihn in ab und bringt ihn in die Schadstoffsammlung. Das ausgehärtete Resin kann man im normalen Restmüll entsorgen.

Die Druckqualität

Ich wollte meine eigenen Modelle drucken und habe mich hierzu den verschiedenen kostenlosen Quellen im Netz bedient. Sei es Thingiverse, Cults3D oder myMinifactory – man findet dort eigentlich nichts, was es nicht gibt. Neben funktionalen Modellen wie Klammern, Haltern, Kugellagern oder gar Erwachsenenspielzeug auch Kunst oder Modelle die z. B. für Tabletops genutzt werden können.

Genau für solche Figuren ist der Resin-Druck eigentlich ideal, da er die kleinsten Details sehr präzise abbilden kann. Ich habe mich für ein paar Modelle aus der Reihe „Scan the World“ entschieden, bei der unter anderem 3D-Scans klassischer Skulpturen zur Verfügung stehen. Die heruntergeladenen Elemente habe ich dann in der mitgelieferten Software umgewandelt und dem Drucker sein Ding machen lassen. Der Mono X 6K hat sehr gute Arbeit geleistet. Mit Antialiasing auf höchster Stufe lassen sich kaum Schichten erkennen. Da ich vorher einen Resin-Drucker eines anderen Herstellers benutzt habe war ich positiv überrascht. Auch die Geschwindigkeit beeindruckt. Mein alter Drucker hätte für wesentlich kleinere Drucke ein Vielfaches an Zeit gebraucht.




Sobald der Mono X 6K arbeitet, laufen vier Lüfter zum Kühlen der Matrix-LEDs an. Dazu kommt der Motor, der die Z-Achse dauerhaft hebt und senkt. Es entsteht kein richtiger „Lärm“, aber eine monotone Beschallung, die auf Dauer nervt. Noch störender ist der Geruch. Hier kommt es jedoch stark auf das verwendete Resin an. Generell würde ich aber davon abraten, den Anycubic Mono X 6K (oder auch jeden anderen Resin-Drucker) direkt neben euch zu stellen. Nutzt einen Raum, den ihr gut lüften könnt – aber Vorsicht, zu kalt ist schlecht für den Druck.Wenn ihr mehr 3D-Drucke sehen wollt, dann schaut einfach auf meinem Instagram-Profil vorbei.

Fazit – Der Anycubic Photon Mono X 6K ist schnell und genau

Resin-Druck hat den Ruf zu stinken und viel Müll zu produzieren. Zudem soll er langsam sein und einen hohen Arbeitsaufwand verlangen. Meine Erfahrung und der Test zeigen, dass man einige Punkte überdenken sollte. Der Anycubic Photon Mono X 6K arbeitet schnell und liefert eine sehr gute Qualität.

Mit den Materialien und einer Wash&Cure Station kann man zudem Müll und Zeit einsparen. Im Test hat die Qualität der gedruckten Objekte überzeugt. Die mitgelieferte Software Anycubic Photon Workshop erfüllt ihren Zweck, ist aber langsam – kann aber problemlos gegen eine andere getauscht werden. Wer einen großformatigen Resin-Drucker sucht, ist bei dem Anycubic Mono X 6K gut aufgehoben. Er bietet fast alles was das Herz begehrt. Wer von einem anderen Modell wechseln möchte, sollte nicht lange überlegen.

Aktuell wird der Mono X 6K in Wellen angeboten, da der Hersteller mit Chipmangel kämpft. Mit Glück solltet ihr aber einen Drucker bekommen, vereinzelt taucht er auch bei Amazon auf. Gegen Q2 2022 soll sich die Lage entspannen und der Drucker überall erhältlich sein. Anycubic gibt den UVP mit 599 Euro an. Durch wechselnde Aktionen wird er bei manchen Händlern schon zu einem günstigeren Preis angeboten.

Über unseren Gastautor:

Torsten Schmitt

Baujahr 1976 – Früh im Internet, nie rausgekommen. Ein Ge.erd: Halb Geek, halb Nerd // Schreibt ziemlich viele Dinge ins Netz // Chefpilot bei techkrams.de // Freelancer für alles Digitales.

Twitter: @Pixelaffe

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Nuki Smart Lock 3.0 Pro angeschaut: Handy oder Smartwatch als Haustürschlüssel

Kurz nach der Vorstellung des Nuki Smart Lock 3.0 Pro habe ich dieses bei mir eingebaut. Ein paar Leute haben mich gefragt, ob ich etwas dazu sagen kann? Kann ich natürlich. Wer noch nie etwas von Nuki gehört hat: Unternehmen aus Österreich, welches smarte Türschlosser baut.

Die lassen sich per App öffnen (auch für Freunde und Bekannte lassen sich Rechte vergeben) – alternativ gibt’s App-Ausgaben für Wearables, externe Fingerabdruckleser von Dritt-Anbietern, Keypads und Nuki Opener. Integration in gängige Smart-Home-Assistenten ist natürlich auch vorhanden. Letzten Endes arbeitet die Version 3.0 grob wie das von uns getestete Nuki Smart Lock 2.0, dennoch gibt’s natürlich Unterschiede.

Der Anbau ist gewohnt easy. Das Smart Lock wird an der Innenseite der Tür auf den bestehenden Zylinder gesteckt oder geklebt. Beide Varianten sind rückstandslos entfernbar und so auch für Mietwohnungen geeignet. Ihr steckt quasi einen Mechanismus auf euren Schlüssel, der auf der Innenseite der Tür steckt.

Das Nuki Smart Lock 3.0 Pro hat vor allem auch eine optische Neuerung, denn es kommt nun in Weiß daher. Das ist – je nach Tür – eine gute Sache. Bei mir passt es beispielsweise besser als das vorherige schwarze Modell. Ebenfalls hat das Nuki Smart Lock 3.0 Pro eine integrierte Bridge für den Zugriff von Außen. Das ist dahingehend gut, weil vielleicht nicht alle eine Steckdose in der Nähe haben, um eine Bridge zu setzen. Wofür die Bridge ist? So verbindet sich das Türschloss direkt mit dem WLAN – ein Zugriff von extern, auch über das Nuki Web, ist möglich. Ebenso ist die Integration in Apple HomeKit möglich.

Neu ist auch der optionale Sensor (39 Euro), der überprüfen soll, ob die Tür geöffnet ist. Der ist flexibel anzubringen und einfach über die App einzurichten. Wie oft überprüft wird, ob die Tür auf ist, ist einstellbar. Funktioniert sogar. Kritikpunkt: Der Türsensor ist ein nicht so günstiger Zukauf und er funktioniert leider nur mit dem Schloss, er lässt sich nicht in anderen Systemen nutzen, was schade ist.

Gut ist, dass nun das Nuki Power Pack (wiederaufladbar, bis zu 4 Monate Saft) direkt dabei ist. Mit Batterien hatte ich vor langer Zeit mal das Problem, dass diese nicht erkannt wurden und ich nicht gewarnt wurde, dass die Batterien bald leer wären. Glücklicherweise hat Nuki klasse Entwickler und eine tolle Community, sodass mein Problem kurze Zeit später durch ein Firmware-Update behoben wurde. Wichtig zu wissen: Nutzer können ihre Tür weiterhin von außen mit dem Schlüssel auf- und zusperren, sofern der Zylinder über eine Not- und Gefahrenfunktion oder Prioritätsfunktion verfügt.

Wie erwähnt: Anbauen ist gewohnt einfach, einrichten auch. Man kommt schnell zu einem Erfolg und kann das Schloss smart nutzen. Persönlich muss ich jetzt nach einiger Zeit sagen, dass ich nicht aktualisieren würde, hätte ich denn ein Smart Lock 2.0 im Einsatz. Das würde mir nur wenig Mehrwert bringen. Ja, das Nuki Smart Lock 3.0 Pro ist leiser als sein Vorgänger und öffnet gefühlt geschmeidiger (hier einmal ein kurzes Video, dann wisst ihr auch, warum ich selten über Siri öffne, sondern direkte über die App, das geht nämlich schneller). Ist für mich aber relativ egal, da ich einen Vorraum habe, da ist die Tür eh zu. Wer aber ein leiseres Schloss sucht, der müsste zum 3er greifen. Dennoch sei gesagt: Ein echter Schlüssel lässt sich natürlich leiser betätigen. Spitze Ohren hören auch easy das 3er. Integriertes WLAN? Auch kein besonderes Plus, wenn man den Vorgänger mit der Bridge hat.

In meinem Alltag arbeitete das Schloss bei mir und meiner Frau fehlerfrei, wobei wir in 99 Prozent aller Fälle manuell per Apple Watch die Haustür öffnen. Nuki unterstützt auch Auto Unlock – also das Aufschließen in der Nähe -, da hat man mit einem Update gerade erst die Problemchen von iOS 15 angepackt. Es lief nach dem Update bei mir etwas besser im Test, wobei ich das automatische Öffnen eh deaktiviert habe.

Was bleibt nach einem knappen Monat mit dem Nuki Smart Lock 3.0 Pro?

Mein Lieblings-Türschloss ist noch besser geworden.

  • Einfache Montage
  • Wertige Verarbeitung
  • Super einfache Einrichtung
  • Einfache Funktion
  • Neuer Türsensor funktioniert besser als das alte Modell

Die Unterschiede zum Vorgänger in Kurzform:

Unter der Haube hat sich viel getan!

  • Das Nuki Smart Lock 3.0 Pro ist bereits mit einem integrierten Wi-Fi-Modul ausgestattet. Nutzer benötigen somit keine Bridge mehr, um es aus der Ferne zu steuern und es in das Smart Home einzubinden.
  • Das Nuki Smart Lock 3.0 Pro erhält man nun standardmäßig mit dem Nuki Power Pack für mehr Power.
  • In Smart Lock 3.0 und Smart Lock 3.0 Pro ist jetzt eine farbige LED verbaut, die Nutzer bei niedrigem Batteriestand oder Fehlern informiert.
  • Beide Smart Locks der neuen Generation unterstützen den neuen Nuki Door Sensor. Die neue Technologie hinter dem verbesserten Türsensor ermöglicht eine hohe Zuverlässigkeit bei minimalem Batterieverbrauch. Zudem ist die Montage des Nuki Door Sensors flexibel möglich und wird über die Nuki App begleitet. Der Door Sensor ist dabei in der Farbe Weiß erhältlich und somit unauffällig am Türrahmen befestigt.

Nuki 3 Smart Lock vs. Nuki 3 Pro Smart Lock

Nuki 3 Smart Lock

Nuki 3 Pro Smart Lock

Abmessung & Gewicht

  • 110 x 60 x 60 cm

  • 460g

  • 110 x 60 x 60 cm

  • 580g

Stromversorgung

4x AA-Batterien

Akku PowerPack 2.500mAh

Türsensor

X

X

Bluetooth

Bluetooth 5

Bluetooth 5

WLAN

X

2.4 GHz

Fernsteuerung

X (über Bridge)

Ja

Sprachsteuerung

  • Apple Siri (weitere Sprachassistenten via Bridge)

  • Google Assistant

  • Amazon Alexa

  • Apple Siri

Apple HomeKit

Ja

Ja

Farben

  • weiß

  • weiß

  • schwarz

Kosten

149,- Euro OVP

249,- Euro OVP

Gibt’s eine generelle Empfehlung? Nein, die gebe ich ungern und nur äußerst selten ab. Es gibt mit dem Yale Linus, dem tedee und dem Homematic-Schloss noch Mitbewerber. Meine Wahl wäre aber Nuki, da ich Soft- und Hardware kenne, sie einschätzen kann – und ich Entwickler und Community klasse finde. Als Neueinsteiger in diesem Bereich muss man natürlich schauen, was man möchte. Die Unterschiede von Nuki Smart Lock 3.0 Pro und Nuki Smart Lock 3.0 habe ich ja oben noch einmal aufgeführt. Wenn man nur direkt vor der Tür aufsperren will, dann kann man sich die Bridge und das Powerpack sparen und das günstigere Modell nehmen. Smart-Home-Enthusiasten greifen vermutlich – so wie ich – zum Nuki Smart Lock 3.0 Pro. Ein gutes Allround-Paket, um die Haustür smart zu machen. Lasst euch aber von mir sagen: Ein Upgrade vom 2er würde ich nicht anstreben, das „tut nicht Not“.

-> Nuki Onlineshop

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Oppo A16s im Test: Einsteigergerät durch und durch

Neben einigen anderen neuen Gerätschaften hat das Unternehmen Oppo hierzulande das Oppo A16s veröffentlicht, das im Gegensatz zum A16 um NFC aufgestockt wurde und mittlerweile schon für knapp 150 Euro gelistet wird. Beim Oppo A16s handelt es sich um ein Einsteigergerät, das mit gerade einmal 64 GB internem Speicher ausgerüstet ist. Hierbei sollte aber schon jetzt erwähnt werden, dass die Kapazität des Oppo A16s per microSD erweitert werden kann und man dennoch im Dual-SIM-Betrieb unterwegs sein kann – Triple-Slot-Design sei Dank. Optisch macht das Gerät auf den ersten Blick etwas her, auch wenn ich persönlich das schwarze Modell im Gegensatz zu seinem blauen Kollegen etwas langweilig finde.

Eine Displayschutzfolie ist bereits werkseitig angebracht. In meinem Fall hat eben jene aber direkt nach dem Auspacken einen Kratzer auf der rechten Displayseite, der störend ins Auge fällt. Das darf auch bei einem Gerät der unteren Preisklasse nicht passieren. Das Oppo A16s besitzt einen USB-C-Anschluss, einen 3,5-mm-Klinkenanschluss, auf der linken Seite die Lautstärkewippe mit einer angenehmen Haptik und auf der rechten Seite, durch eine Wölbung nach innen gut spürbar, den Powerbutton mit eingebautem Fingerabdruckleser. Jener reagiert nach der Einrichtung erstaunlich zuverlässig und schnell. Das habe ich bei vielen teureren Geräten schon anders erleben müssen.

Auf der Rückseite des Plastikgehäuses lagert das Kameramodul, das mit seinen drei Sensoren und dem Blitz zumindest optisch auch zu einem höherpreisigen Gerät gehören könnte. Hier wurden dann aber lediglich ein paar recht einfache Sensoren verbaut, zu deren Qualität ich etwas später aber noch etwas sagen möchte. Ihr bekommt eine Weitwinkel-Hauptkamera mit 13 MP, dazu eine 2-MP-Makrokamera und einen 2-MP-Tiefensensor. Die Frontkamera in der Tropfen-Notch löst mit 8 MP auf.

5G fehlt. Die sonstigen Standards wie 4G, Wi-Fi 5, Bluetooth 5.0 und Co. entsprechen dem Bild, das man von einem heutigen Einsteigergerät hat. Was leider auch zum Preissegment passt, ist das recht dröge LC-Display mit 6,5 Zoll Größe und einer maximalen Auflösung von 1.600 x 720 Pixeln. Die Farbdarstellung finde ich noch annehmbar. Leider hapert es bei der Schärfe, beim Kontrast und der maximalen Helligkeit im Sonnenlicht. Als SoC fungiert hier ein MediaTek Helio G35, der in den Bereich „Einstiegsklasse“ gehört.

Für ein Gerät, das 150 Euro kostet, ist die Leistung in Ordnung. Nur muss man auf das Starten von Apps ein klein wenig warten. Das Scrollen durch Seiten und Menüs ist recht träge und mehrere Apps auf einmal sind dann eher eine Instant-Bremse für das System. Für das reine Telefonieren, hin und wieder Nachrichten schreiben und ab und an mal ein Foto machen, reicht es aber.

Was zu begrüßen ist, ist der mit 5.000 mAh doch üppige Akku. Das mitgelieferte 10-W-Netzteil benötigt für die volle Aufladung mehr als zwei Stunden und selbst mein heimischer Schnelllader konnte das Oppo A16s nicht davon überzeugen, schneller zu laden. Dafür hält der Akku bei normaler Nutzung aber locker zwei Tage durch – selbst in meinem Testzeitraum, als ich das Gerät ausgiebig nutze.

Als OS ist Android 11 vorinstalliert. Android 12 wird vom Hersteller schon versprochen und drei Jahre Sicherheitsupdates gibt’s obendrauf. Da es sich hier um ein Oppo-Gerät handelt, bekommt ihr ColorOS als Systemüberzug verpasst. Hierbei handelt es sich meiner Meinung nach um eine der hübscheren Oberflächen, die man aus dem Bereich asiatischer Hersteller so angeboten bekommt. Hinzu kommen eine Menge Zusatzfunktionen wie die Drei-Finger-Wischgeste für Screenshots, ein Game Assistant für Spiele, die Flexdrop-Funktion, mit der sich Apps über anderen freischwebend einblenden und nutzen lassen und vieles mehr.

Weniger schön finde ich, dass das System bei der Einrichtung nachhakt, welche Vodafone-Apps mitinstalliert werden sollen und dass nach der Einrichtung (auch ohne vorherige Auswahl) schon ein paar Drittanbieter-Apps wie PUBG oder auch die App von Booking.com vorinstalliert sind. Diese lassen sich aber allesamt deinstallieren.

Die Leistung des Oppo A16s entspricht meinen Erwartungen, nachdem ich mir das Specsheet des Herstellers gegönnt hatte. Für den Alltag noch durchaus passabel, reicht die Hardware aber absolut nicht zum Spielen von aufwändigeren Games aus. Selbst das einfache Brawl Stars hatte im Test hin und wieder damit zu tun, dass einige Animationen ins Stocken geraten. Dafür ist das Gerät also nicht ausgelegt.

Bei der Kamera hatte ich ähnliche Erwartungen. Ehrlich gesagt vermutete ich hier sogar, dass sie eine absolute Vollkatastrophe sein würde. Hier kann ich etwas beruhigen: Die Hauptkamera macht bei ausreichender Beleuchtung oft gute Aufnahmen, denen es dennoch hin und wieder etwas an Farbstärke und Schärfe fehlt. Gut finde ich, dass Funktionen wie der Beautymodus und dergleichen von Haus aus deaktiviert sind.

Fun-Fact am Rande: Oppo bewirbt seine KI-Features hier mit dem Slogan „KI Verschönerung – Natürlich sein – jeden Tag“. That is not how it works, Oppo! Hier könnt ihr eine Sammlung unkomprimierter Fotos vom Gerät herunterladen.

Abseits davon kriegt die Kamera, sowohl Front- als auch Hauptkameras, mit wenig Beleuchtung schnell ihre Schwierigkeiten. Dann fehlt es sichtbar an Details und Schärfe. Zudem kommt reichlich Bildrauschen ins Spiel. Der Makromodus ist nicht zu gebrauchen. Das haben andere Hersteller mit ähnlichen Modulen auch schon unter Beweis gestellt.

Die Ergebnisse sind enttäuschend und nichts, was man mit anderen teilen möchte. Alles in allem bekommt ihr beim Oppo A16s eine Kamera, mit der sich tagsüber gute, wenn auch nicht überragende Bilder schießen lassen, die dann aber ab einkehrender Dämmerung schnell an Kraft und Details verlieren. Der Bokeh-Effekt in Porträtaufnahmen funktioniert einigermaßen gut, hat aber bei komplexeren Motiven mit Artefakten und Fehlern zu kämpfen.

Was bleibt also zum Oppo A16s zu sagen? Einsteigergerät durch und durch – leider ohne bemerkenswerte Alleinstellungsmerkmale. Etwas umfassender lässt sich zusammenfassen, dass Oppo mit dem A16s (und auch dem nahezu identischen A16) ein Gerät abliefert, das seinen Preis zeigt und mit seinem ansehnlichen Äußeren nicht darüber hinwegtäuschen kann.

Die Kamera ist als durchwachsen zu bewerten, der Autofokus lässt den Nutzer oft im Regen stehen. Der Fingerabdrucksensor hat mich am Gerät am meisten überzeugt, gefolgt vom ausdauernden Akku.

Das Display, das SoC, die 4 GB RAM und selbst der Klang der Lautsprecher sind allesamt durchweg zufriedenstellend, mehr aber eben auch nicht. Für gut 50 – 80 Euro mehr stehen euch zu viele Alternativen zur Verfügung. Für jemanden, der geringe Ansprüche stellt, mag das Gerät noch taugen – der Rest sucht lieber weiter.

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Govee Lyra: Smarte Stehlampe angeschaut

Ich hatte in den letzten zwei Wochen die Zeit, mir am Abend die Govee Lyra anzuschauen, die ja mittlerweile in Deutschland verfügbar ist. Schaut man sich das Design der Produkte von Govee an, dann könnte man meinen, dass man sich ein wenig von Philips Hue inspirieren lässt. Das betrifft nicht nur die Verpackungen, sondern auch das Design der Lampen.

Die smarte Stehlampe Lyra erinnert an die Signe von Philips Hue. Govee hat sich seine Beleuchtungstechnologie namens RGBIC patentieren lassen und jene kommt auch zum Einsatz. Das Darstellen mehrerer (bis zu 15) Farben ist also auch mit der Aluminium-ummantelten Lyra möglich, wenn man die 145 cm hohe LED-Beleuchtungslösung nutzt. Neben dem Einstellen eurer Farbkombinationen gibt es auch Unterstützung für Szenen. 1.500 Lumen nennt das Unternehmen für die Leuchtkraft. Eine Farbtemperatur von 2.200 bis 6.500 Kelvin ist angegeben.

Die Govee Lyra kommt in einem überschaubaren Karton, was daran liegt, dass man sie noch zusammenbauen muss. Das ist recht fix erledigt. Ihr habt einen Fuß und ein paar Aluschienen, in die das Leuchtmittel eingebaut wird. Überraschenderweise handelt es sich dabei „nur“ um einen Lichtschlauch, der aus flexiblem Kunststoff ist. Der sorgt für den ganzen Zauber.

Nun hätte ich persönlich gedacht, dass man das Netzteil im Fuß verbaut, um etwas mehr Ästhetik zu bewahren – doch Fehlanzeige. Das Netzteil sitzt direkt am Stecker. Sofern der kleine Kasten außerhalb des Sichtfeldes ist oder euch nicht stört, bewertet man dies aber wohl nicht als Nachteil.

Der Fuß selbst ist aus Kunststoff, hier darf jeder für sich entscheiden, wie das Design gefällt. Der eine wird es vermutlich geraffelig finden, der andere spricht von zeitloser Eleganz – Geschmäcker sind verschieden. Nach dem Zusammenschieben und Befestigen über Schrauben (an dieser Stelle Lob, es sind doppelt so viele dabei wie benötigt), kann es schon ans Einrichten gehen.

Govee hat eine brauchbare App. Lampen werden über Bluetooth identifiziert und dann ins WLAN eingebunden. Unterstützt wird die App als solche, allerdings gibt es auch die Möglichkeit, über Google Assistant und Amazon Alexa zu steuern. Bonus: Solltet ihr so etwas wie Homebridge nutzen, dann könnt ihr die Govee Lyra auch in HomeKit einbinden. Es gibt ein Plugin für Govee-Produkte, da muss man nicht lange frickeln, sondern nur über die Govee-App einen API-Schlüssel anfordern, um die Lampen einzubinden. Zwei-Minuten-Sache und bisher stabil und funktionierend bei mir.

Zu bedenken: Das An- und Ausschalten über HomeKit geht flott. Dann wird auch immer die letzte Szene oder Farbe gewählt. Ein Anpassen der einzelnen Segmente ist nicht machbar. Schaltet man in HomeKit Farben für das ganze Element um, dann kann dies 5 Sekunden dauern und die genauen Farben des Farbpickers werden auch nicht angenommen. Aber nun gut – HomeKit wird ja auch nicht offiziell unterstützt. Mir reicht es da für das Schalten über Zeit, manuell sowie Bewegungsmelder.

Alternativ: Eine Fernbedienung erlaubt ebenfalls die Steuerung von warm nach kalt, inklusive Dimmen sowie die Möglichkeit, dass die Lampe im Takt der Musik arbeitet. Die App reagierte unter iOS gut und flüssig. Das ist ja keine Selbstverständlichkeit bei vielen Herstellern, leider. Die Modi lassen sich flott schalten, die Lampe reagiert dementsprechend ohne große Verzögerung. Routinen über die App? Ebenfalls möglich. Die Szenen in der App sind nett ausgewählt. Da sollte für jeden etwas dabei sein. Alternativ kann man sich durch die zahlreichen und teils unübersichtlichen „empfohlenen Farbschemas“ wühlen.

Was bleibt denn am Ende? Die Farben wirken ok, die Helligkeit ist gut. Wer diese Art der Leuchten mag, der wird am reinen Licht- und Farbbild nicht viel zu meckern haben. Die Verarbeitung der Lampe ist gut. Letzten Endes muss man aber bedenken, dass man hier knapp 150 Euro für einen vertikal in einem Fuß steckenden und von Aluschienen ummantelten Lichtschlauch zahlt. Wer die Möglichkeiten des Lichts da eher weniger nutzt, der sollte sich woanders umschauen. Lampen dieser Art gibt’s auch für weniger.

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