Bosch Smart Home: Universalschalter II ausprobiert

Bosch hat sein Smart-Home-System im Juni um den Universalschalter II erweitert. Ich habe das System von Bosch schon etwas länger im Einsatz und nun die Möglichkeit gehabt, einen Blick auf den Schalter zu werfen. Kurz zum Gerät selbst. Es handelt sich hierbei gewissermaßen um eine Fernbedienung für eure Smart-Home-Installation. Ihr könnt mit vier verschiedenen Tasten Aktionen auslösen, ohne das Smartphone in die Hand zu nehmen.

Im Paket enthalten sind der Schalter, eine Halterung für die Wand, die ihr aufkleben oder schrauben könnt, zwei AAA-Batterien und 36 Symbolaufkleber für die vier Tasten, denn diese sind per se »nackt«. Der Schalter ist gewohnt gut verarbeitet, besitzt vier Tasten, die jedoch mit einem milchig transparenten Cover bedeckt sind. Die vier Tasten sind dabei über kleine eingelassene Ringe auch fühlbar und der Druckpunkt ist gut und man bekommt ordentlich Feedback.

Zur Visualisierung ist in der Mitte des Schalters noch ein LED-Balken platziert worden, der je nach Farbe anzeigt, ob eine Aktion geklappt oder nicht geklappt hat. Dreht man das Teil um, bekommt man per kleiner Schraubklappe Zugriff auf das Batteriefach.

Die Installation geht gewohnt einfach von der Hand. Ihr öffnet die Smart-Home-App von Bosch und könnt nun ein neues Gerät einrichten, wählt im Menü den Universalschalter aus. Die App führt euch indessen durch die einzelnen Schritte. Ihr öffnet das Batteriefach und scannt zuerst den QR-Code. Jetzt legt ihr die Batterien ein und wartet auf das Koppeln des Schalters mit der Basis. Das ist zügig erledigt und jetzt könnt ihr den Schalter entweder an der Wand anbringen und euch eine Montageanleitung anzeigen lassen, oder ihr nutzt ihn als mobile Variante, was bei mir der Fall ist.

Man überspringt also den Montage-Schritt und kann jetzt das Gerät konfigurieren – geht natürlich auch nachträglich. Prinzipiell habt ihr dabei die Auswahl aus folgenden Optionen:

  • Alarmsystem an- oder ausschalten
  • Geräte an- oder ausschalten
  • Rollläden / Jalousien steuern
  • Ein Szenario auslösen
  • Dimmbare Lampen steuern

Beim Alarmsystem aktiviert ihr sozusagen Twinguard. Ich habe mich für den Test für eine Konfiguration entschieden, bei der ich zwei Geräte steuern möchte, Rollläden hoch- und herunterfahre und ein einfaches Szenario triggere (alle Lampen im Wohnzimmer aus). Ihr könnt dabei aber noch festlegen, ob ihr überhaupt vier Tasten nutzen möchtet oder lieber auf eine Konfiguration mit zwei Tasten zurückgreift. Dabei wird der Schalter weitestgehend in der Mitte geteilt und ihr habt zwei Aktionen zur Auswahl. Ihr könnt obendrein auch Aktionen definieren, die ausgelöst werden, wenn ihr eine Taste länger drückt.

Die Auswahl ist dabei einfach und die App leitet den Nutzer verständlich durch die Konfiguration. So hat man sich relativ einfach einen Schalter gebaut, der dynamisch ist und man spart sich das Smartphone. Die Aktionen wurden in meinem Test immer zuverlässig und nur mit wenig Verzögerung (max. 1 Sekunde) ausgeführt, das ist meiner Meinung nach ausreichend.

Was leider (noch) nicht geht: Man kann den Universalschalter II noch nicht in Home Assistant integrieren und damit ist er in meiner eigentlichen Smart-Home-Konfiguration noch nicht komplett nutzbar. Es gibt aber schon ein Issue im Git des BSH-Integration und der Ersteller baut die Dinge relativ zuverlässig und zügig ein. Sobald das erledigt ist, wird das Teil für mich erst richtig nutzbar. Dann kann ich komplexe und Plattform-übergreifende Automationen dahin legen und die Arbeitserleichterung wird noch größer.

Kritikpunkte bisher? Das Teil ist nicht ganz so kompakt wie etwa der Aqara-Schalter, besitzt dafür aber auch vier Tasten mit doppelter Belegungsmöglichkeit. Für Bosch-Nutzer ist er sicher eine Bereicherung, bedauerlicherweise ohne HomeKit-Integration, was ich schade und unverständlich finde.

Home-Assistant-Nutzer haben natürlich eine wesentlich breitere Auswahl und können auch preiswertere Alternativen nutzen. Das ist bei dem Bosch-Produkt aus meiner Sicht ein großer Wermutstropfen, denn mit knapp 55 Euro ist das schon ein ordentlicher Batzen Geld.

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Ubiquiti UniFi G4 Bullet: Sicherheitskamera mit PoE angeschaut

Ich bin im letzten Jahr mit meiner fünfköpfigen Familie in ein Eigenheim gezogen, das wir saniert haben. Im Rahmen der Umbaumaßnahmen habe ich mir vorgenommen, zumindest in die wichtigsten Räume Netzwerkkabel zu legen und mit PoE-Hotspots zu arbeiten, anstatt auf ein Mesh-WLAN mit Wireless Backbone zu setzen, wie das bei Orbi etc. üblich ist. Die Wahl fiel relativ schnell auf Ubiquiti, da das schon immer ein Objekt auf meiner Wunschliste war und man damit nicht nur WLAN, sondern auch Telefonie, Überwachung etc. abbilden kann. Neben den Hotspots kamen also zügig auch Kameras dazu. Nun begab es sich, dass ich mir bereits letztes Jahr eine Handvoll G4 Bullets von Ubiquiti besorgte, die ich an meiner Fassade anbringen wollte. Doch wie es immer so ist, zog sich die Montage in die Länge, weil andere Dinge am Haus wichtiger waren. Obendrein bin ich ein „Schisser“ in der Höhe und wollte ungern in 9 Meter Höhe am Giebel frei stehend auf einer Leiter herumhampeln.

Indessen habe ich in den vergangenen zwei Monaten aber die Fassade dämmen lassen und da glücklicherweise auch ein Gerüst stehen gehabt. Also konnte ich endlich ohne die Gefahr des harten Aufschlags Leerrohre legen und nach Fertigstellung die Kameras anbringen. Ich möchte kurz meine Meinung zur Kamera hierlassen.

Disclaimer: Ja, ich weiß, dass Ubiquiti mittlerweile auch die G5 Bullet herausgebracht hat. Die Kamera nimmt mit 30 fps statt 24 fps auf, sie ist leichter (da kein Metallgehäuse mehr vorhanden ist) und die IR-Performance soll etwas besser sein. Die G5 Bullet hat jedoch keinen Port für einen IR Extender und auch kein GBit-LAN, sondern nur 100 MBit. Preislich ist sie günstiger als die G4 Bullet, die ich hier habe.

Wichtig: Um eine Kamera aus dem UniFi-Protect-Portfolio nutzen zu können, benötigt ihr einen NVR. Ich habe die UniFi Dream Machine Pro im Einsatz. Die Kamera kann im Innen- und Außeneinsatz betrieben werden, ist aber in erster Linie für draußen konzipiert und besitzt ein IPX4-Rating. Im Paket selbst ist die Kamera inklusive verstellbarer Halterung und Halterung für eine Montagestange enthalten. Das Netzwerkkabel müsst ihr selbst zur Hand haben.

Die Kamera ist hervorragend verarbeitet und außerordentlich robust. Da hat Ubiquiti ganze Arbeit geleistet. Die Installation ist auch schnell erledigt. Ihr sucht euch einen geeigneten Platz aus und bohrt dann dort ein Loch durch die Wand, in das ihr das Netzwerkkabel legen könnt. Dann wird dort der Montagefuß mit ein paar Schrauben angebracht. Dann schraubt ihr die Kamera von der Halterung und zieht ihr das Kabel durch die Halterung durch und installiert einen zusätzlichen Dichtgummi, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann.

Nun noch das Kabel in den Ethernet-Port der Kamera stöpseln, alles wieder zusammenschrauben, Kamera ausrichten, fertig. Damit wäre das Handwerkliche gewissermaßen erledigt. Jetzt noch nicht vom Gerüst oder der Halterung gehen, weil ich ja noch nicht wisst, wie euer Kamera-Bild genau aussieht und ob ihr die Position noch nachjustieren müsst. Also geht es in die Protect-App von UniFi, die wirklich gut aufgeräumt ist. Dort wird die Kamera direkt nach dem Start auch schon angezeigt und kann einfach hinzugefügt werden.

Ist das erledigt und eventuell ein Update durchgeführt, benennt ihr die Kamera und habt entweder in der App oder in dem Web-Interface die Möglichkeit mehrere Parameter zu ändern. Soll die Kamera immer aufnehmen oder nur Bewegungen und smarte Erkennungen registrieren. Mit smarten Erkennungen unterscheidet die Kamera Bewegungen nochmals und berichtet in der Timeline über aufgetauchte Personen, Autos oder Rauch, der dann einen Alarm auslösen kann. Hinzu kommen ein paar Einstellungen zur Bildqualität und der aufgenommenen Bildwiederholrate, 24 Bilder pro Sekunde sind maximal möglich.

Nun könnt ihr noch eine Zone für die Bewegungserkennung und die Erkennung der smarten Ereignisse festlegen. Dazu kommen Privacy-Zonen. Per se dürft ihr nur euer eigenes Grundstück überwachen und nicht das Grundstück des Nachbarn oder öffentlichen Raum wie die Straße. Ansonsten könnt ihr Probleme mit dem Datenschutz bekommen. Um eine Privacy-Zone einzurichten, zieht ihr einfach einen entsprechenden Rahmen auf.

Im Aufnahmebild sind die Zonen dann geschwärzt.

Habt ihr alles erledigt, nimmt die Kamera entsprechend eurer Einstellungen auf und benachrichtigt euch auf Wunsch auch auf dem Handy. Bis heute ist es leider nicht möglich, einzustellen, dass die Kamera zu bestimmten Zeiten oder während eurer Anwesenheit auf dem Grundstück nicht aufnimmt. Auch gibt es keine Gesichtserkennung, die andere Kameras beispielsweise haben. Dafür habt ihr hier alles lokal und könnt den Stream auch per Link in unter anderem die Surveillance Station von Synology holen. Während der Aufnahme verbraucht die Kamera über PoE übrigens nur sparsame 3 Watt. Das ist ziemlich ordentlich.

Kommen wir noch zur Bildqualität. In der Kamera steckt ein 5-Megapixel-Sensor, der mit einer Auflösung von 2.688 × 1.512 Pixeln ein 2K-Bild aufnimmt. Die Bildqualität am Tag ist meiner Meinung nach einwandfrei und selbst bei etwas mehr Zoom kann man noch einiges erkennen. In der Nacht ist die Qualität ebenfalls gut, aber gerade bei mehr als 10 Metern Abstand merkt man, dass die IR-Leistung nicht mehr ganz so gut ist und das Bild finster wird. Hier gibt es auch noch einen Extender, der die Leistung verbessern soll. Dennoch ist die Nachtsicht meiner Meinung nach gut.

Das Fazit zur Kamera fällt aus meiner Sicht positiv aus. Die G4 Bullet ist robust verarbeitet und überzeugt mit einer guten Aufnahmequalität. Die Protect-Oberfläche und die App sind aus meiner Sicht ebenfalls gelungen, reagieren sehr gut und sind angenehm aufgeräumt. Weiterhin tut Ubiquiti viel für die Pflege. Leider sind einige Funktionen bis heute nicht eingebaut, die woanders längst Standard sind, wie Aufnahme-Einstellungen per Zeit oder Geofencing. Hier kann man nur über Umwege zum Ziel kommen.

Preislich liegt die Kamera bei 180 Euro, das neue G5-Modell mit etwas weniger wertigem Gehäuse, 100 MBit-LAN aber verbesserter IR-Performance liegt mit 140 Euro in einem etwas preiswerteren Bereich.

Angebot


Ubiquiti Networks UniFi Protect G4-Bullet Camera Versatile 4 MP (1440p),...

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Nothing Phone (2) im Ersteindruck: Ein feingeschliffenes Nachfolge-Modell

Ein knappes Jahr später und mit dem Nothing Phone (2) ist das zweite Smartphone aus dem Hause Nothing vorgestellt worden. Ich hatte mit dem Nothing Phone (1) gute Erfahrungen gemacht. Entsprechend gespannt war ich auf die Fortschritte wie mehr Performance und ein erwachseneres Betriebssystem. Einige Erfahrungen mit dem Phone (2) konnte ich schon in den Tagen vor dem Launch sammeln. Wie bei den Ear (2) hat man beim Phone (2) Kritik verarbeitet und das Produkt feingeschliffen. Auf die technischen Details des Phone (2) will ich nicht mehr separat eingehen. Zu den technischen Details verweise ich auf meinen Artikel zum Launch.

Auch beim Phone (2) bietet Nothing ein wahrliches Auspack-Erlebnis. Während abermals der SIM-Picker mit transparenten Elementen kommt, ist es nun auch beim im Lieferumfang beiliegenden USB-C-auf-C-Kabel der Fall. Man ist da eben, anders als diverse Massenmarken, detailverliebt. Beim Phone (1) verwies man häufig auf eine iPhone-Inspiration mit kantigem Design, das Phone (2) geht da neue Wege.

Beim ersten Blick nach dem Auspacken kann man das Phone (2), auch rein optisch, wohl kaum vom Phone (1) unterscheiden. So spricht man in einer ähnlichen Designsprache mit dem transparenten Look, der sich weiterhin von massenkompatiblen Smartphones abhebt. Optisch wirkt das Ganze dennoch runder und man hat da einige Stellen feiner gearbeitet.

So ist beispielsweise die Spule zum drahtlosen Aufladen ohne Unterbrechungen und die verschiedenen Elemente fügen sich besser ineinander und machen dadurch einen ruhigeren Eindruck. Die Glyph-Beleuchtung wurde in mehr Abschnitte unterteilt.

Nimmt man das Smartphone erstmals in die Hand, so fällt die abgerundete Kante auf der Rückseite auf. Durch diese liegt das Smartphone nun besser in der Hand. Man vereint damit aber die Griffigkeit durch das Beibehalten der harten Kante. Das ist praktisch, denn so eine Rückseite will man sicherlich nur ungern in eine Hülle stecken.

Der Aluminium-Rahmen lässt das Ganze hochwertig wirken. Dieser ist weiterhin matt. Der Rückseite sieht man, je nach Blickwinkel, Fingerabdrücke durchaus an. Durch das verbesserte Handling fällt die etwas angewachsene Größe nicht ins Gewicht. Apropos Gewicht: Das Smartphone ist sehr ausbalanciert, was in der Hand ein sicheres und hochwertiges Gefühl vermittelt. In Sachen Haptik ebenfalls auf hohem Niveau: der Vibrationsmotor.

Das Glyph-Interface auf der Rückseite fungiert weiterhin als Benachrichtigungs-LED. Die ist für mich ein Hingucker und längst nicht mehr nur Spielerei. So visualisiert man auf der Rückseite auch den Ladestand oder das Triggern des Google Assistants. Erweitert hat man um einen visuellen Glyph-Timer. Der ist über eine extra Kachel schnell erreichbar, ich hätte mir da aber eher eine Integration in die reguläre Uhren-App gewünscht. Nothing hat bekannt gegeben, dass das Glyph-Interface für derartige Fortschrittsanzeigen fortan für Drittanbieter offen ist.

Da taucht in der Kompatibilitätsliste bislang aber lediglich Uber auf. Ich fürchte fast, dass vielen App-Entwicklern das zu nischig ist. Mit dem „Komponist“ kann man nun eigene Klingeltöne kreieren – mit passendem Leucht-Feuerwerk. Man ist da mit seiner Kreativität längst nicht am Ende, wobei Dinge wie ein Blitzersatz da wohl eher zu den praktischen Dingen gehören.

Ich hatte es bereits anklingen lassen, das Display-Panel auf der Front ist auf 6,7 Zoll (ca. 17 cm) angewachsen. Hier gibt es weiterhin ein AMOLED-Panel – scharf und mit tollen Blickwinkeln. Hatte ich im Vergleich zum Vorgänger die Helligkeit im Außenbereich moniert, so ist man nun besser unterwegs. Die hatte man beim Phone (1) bekanntlich gedrosselt und fälschlich kommuniziert. An die Helligkeit der Top-Flaggschiff-Riege reicht man nicht heran, aber bei den derzeitigen sonnigen Tagen konnte ich auf dem Display noch genug erkennen.

LTPO-Technologie sei dank regelt man dynamisch zwischen 1 und 120 Hz. Hatte das Phone (1) noch Probleme mit einem Grünstich, kommt hier allem Anschein nach ein hochwertigeres Panel zum Einsatz. Ähnliche Probleme sind mir hier nicht aufgefallen.

Die 120 Hz im Zusammenspiel mit dem Snapdragon 8 Gen 1 machen das Phone (2) konkurrenzfähig zur Performance der meisten Flaggschiff-Smartphones. Alles reagiert butterweich, ohne Gedenksekunden. Apps öffnen, schnell, so soll es sein. Ich kam als Nicht-Gamer auch mit dem 778G nicht an meine Grenzen, aber der Unterschied ist im Direktvergleich zu sehen und zu spüren. Auch den hohen Temperaturen der letzten Tage konnte das Phone (2) trotzen und wurde outdoor auf Fototour und mit höchster Displayhelligkeit höchstens handwarm.

Der Performance dienlich ist auch Nothing OS 2.0. Hierbei handelt es sich um Android 13 mit dem Nothing-eigenen Überzug, eine konsequente Weiterentwicklung von dem, was man letztes Jahr begann. Das ist noch stimmiger, denn man hat einiges einheitlicher gestaltet. So bietet man zahlreiche Widgets und hat auch optisch Feinheiten angepasst. Besonders gelungen sind einige Animationen (Aufwecken des Lockscreens etc.). Alles in allem macht das in Kombination mit der verbesserten Performance ein flüssiges Gesamterlebnis.

Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass man da – wie beim Nothing Phone (1) – durch Updates weiter reifen wird. Die Updates waren bislang zuverlässig und ich hoffe, das behält man bei. Aber man kann Nothing OS nun als erwachsen bezeichnen. Klar, da fehlen mir an einigen Stellen noch ein paar Funktionen (Suchfunktion im Launcher nicht nur für installierte Apps, sondern auch Kontakte, etc.). Auch macht man hinsichtlich des Ökosystem-Gedankens kaum Fortschritte. So sind die Nothing-TWS-Kopfhörer jetzt immerhin per Widget steuerbar, aber auch hier könnte man die Quick-Toggles weiterentwickeln.

Durch den Start kurz vor Android 14 wird das Phone (2) maximal wohl Android 16 erhalten (drei Jahre OS-Updates). Wer sich Nachhaltigkeit auf die Fahne schreibt, der sollte so ein performantes Gerät länger supporten, als mit vier Jahren Sicherheitspatches (alle zwei Monate). Alles in allem macht Nothing OS aber viel Spaß, und ist – abseits der Optik – nahe ans Android der Pixel-Smartphones angelehnt: leicht und performant.

Die Dual-Kamera ragt nur wenig aus der Rückseite hervor. Den Sensor der Hauptkamera hat man beim Phone (2) aufgemotzt. Hier kommt der Sony IMX890 zum Einsatz. Insbesondere Fotos mit dieser Linse wussten zu gefallen. Für die Ultraweitwinkelkamera gibt es wie beim Phone (1) den Samsung JN1.

Die meisten werden ihr Smartphone wohl einfach aus der Tasche nehmen und abdrücken. Und das ist durchaus eine Stärke beim Phone (2). Da spielt man zwar nicht auf dem Level eines Pixel-Smartphones, aber Fokus und Beleuchtung sitzen im Regelfall. Farben sind teilweise einen Tick zu kräftig und Details etwas überzeichnet. Das Bokeh ist natürlich, die Schärfe fällt zu den Rändern aber ab.

Beeindruckend: Auch bei sich bewegenden Motiven durch den Wind, saß der Fokus zuverlässig. Alles in allem liefert man solide, jedoch nicht durchgängig herausragende, Resultate ab. So zumindest meine ersten Eindrücke – alle Bilder in voller Qualität gibt es hier:

Beide Linsen liefern solide Ergebnisse ab, wobei der Hauptsensor durch seine Stärken in den Vordergrund tritt. Nicht punkten kann man im Bereich des Zooms. Logisch, dass man da ohne dedizierte Linse eher wenig brauchbare Ergebnisse liefert. Dafür schießt die Ultraweitwinkelkamera ansprechende Makro-Fotos.

Der neue Hauptsensor erweist sich zudem als lichtstärker. Hier gibt es mehr Details im Vergleich zum Phone (1), wenn es an Helligkeit in der Umgebung mangelt. An Konkurrenzfähigkeit mangelt es im Low-Light-Bereich aber gefühlt weiterhin.

Die Farbabstimmung zwischen Ultraweitwinkelkamera und der Hauptkamera ist in der zweiten Smartphone-Generation besser gelungen. Bei einzelnen Farben (z. B. blau oder grün) gibt es auch weiterhin feine Unterschiede.

Die Frontkamera liefert eine überzeugende Schärfe und Detailgetreue. Da tut der 32-Megapixel-Sensor sichtlich gut. Probleme macht der Portrait-Modus bei Klassikern, wie einzelnen Haarsträhnen.

Ein paar Dinge zum Abschluss: Das Aufladen ist dank Power-Delivery-Unterstützung und 45 Watt flott. Champion beim Schnellladen wird man damit aber nicht. Drahtloses Aufladen und das Aufladen anderer Geräte, wie der Nothing-TWS-Kopfhörer, ist mit von der Partie. Und sonst? Der Fingerabdrucksensor ist optisch, liegt unter dem Display und reagierte zuverlässig.

Die Ear (2) hatte ich bereits im Frühjahr einem ausführlichen Testbericht unterzogen. In der vergangenen Woche hat man neben der weiß-transparenten Farbvariante ein schwarzes Gewand vorgestellt. Die schwarze Farboption sagt mir aufgrund ihrer geringen Schmutzempfindlichkeit sehr zu. Zudem bietet man einen verbesserten Equalizer an, auf den ich kurz eingehen will.

Der neue Equalizer ermöglicht es, Frequenzbereiche selbst anzupassen. Dies schafft ein individuelles Klangerlebnis – das aber auch per Soundprofil mit anderen geteilt werden kann. Anpassungen lassen sich in Echtzeit – inklusive Vorschau – durchführen. Hier könnte man den Nerv von audiophilen Nutzern treffen. Für die breite Masse bietet man die alten Soundeinstellungen weiterhin.

Unterm Strich? Auch das Nothing Phone (2) ist kein 0815-Smartphone. Im Vergleich zum Phone (1) hat man software- und auch hardwareseitig eine Schippe draufgelegt. Eine Schippe legt man auch preislich drauf. Kostenpunkt sind mindestens 649 Euro. Wobei die Upgrades auf 256 GB mit 699 bzw. 512 GB mit 799 Euro fair bepreist sind.

Man könnte das Phone (2) auch als Nothing Phone (1) Pro betiteln. Schön, dass man aus Feedback lernt und versucht diese Kritik umzusetzen (Kamera, Performance, Display). In diesen Preis-Gefilden muss man sich aber auch mit einem Pixel 7 und Co. messen. Aber: Man kann inzwischen mit Flaggschiff-Smartphones in diversen Kategorien (bei der Kamera) mithalten.

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Aqara FP2: Präsenzmelder mit Radar im Kurztest

Während es klassische Bewegungsmelder auf Infrarot-Basis im Smart-Home-Bereich zuhauf gibt, hat Aqara mit dem FP2 einen neuartigen Präsenzmelder auf Radarbasis bereits vor knapp zwei Monaten auch nach Deutschland gebracht. Dieser soll einige Vorzüge mitbringen und beispielsweise auch kleinere Bewegungen erkennen. Während ein herkömmlicher Bewegungsmelder etwa nach einiger Zeit das Licht abschalten könnte, soll sich diese Tatsache durch die Radartechnologie anders verhalten. Erfasst werden 120 Grad Sichtfeld und ein Radius von bis zu 8 Metern. Damit ist der Sensor auch für größere Räumlichkeiten prädestiniert. Ich konnte es mir nicht nehmen lassen, erste Eindrücke mit dem FP2 zu sammeln. Bereits das Vorgängermodell (FP1) fand ich schon spannend, das hatte Aqara aber nie auf den hiesigen Markt gebracht.

Der Einrichtungsprozess des FP2 war denkbar einfach. Das Gerät eventuell in den Kopplungsmodus bringen und auch bei der Einrichtung über die Aqara-App den HomeKit-Code scannen (Einrichtung unter iOS). Schon taucht das Gerät in der App auf und lässt sich konfigurieren. Zur umfangreichen Konfiguration ist die Aqara-App notwendig. Anders als beim FP1 setzt Aqara hier übrigens auf Wi-Fi anstatt von ZigBee. Dies bedarf dann auch einer dauerhaften Stromversorgung. Ein USB-C-Anschluss, der sich an beliebigen USB-A-Ports mit Strom speisen lässt, reicht aus. Die dauerhafte Stromversorgung schränkt die Aufstellmöglichkeiten natürlich ein, wenn man aber daran denkt, wie frequent der Sensor Daten sendet, ist die Entscheidung nachvollziehbar. Zur Not kann eine Powerbank herhalten. Nett gewesen wäre ein Kabelauslass, sodass das Kabel nicht noch aufträgt. Platz dafür dürfte sein.

Für etwas Flexibilität sorgt der integrierte Ständer. Zudem kann man den Sensor auch „über Kopf“ montieren, das erkennt dieser automatisch. Die Abmaße sind alles in allem sehr kompakt, vergleicht man ihn mit dem bisherigen Bewegungsmelder von Aqara ist er aber gut dreimal so groß.

Aber weiter im Text, das Gerät ist zwar eingerichtet, die Konfiguration aber etwas aufwendiger, zumindest wenn man den vollen Funktionsumfang ausschöpfen möchte. Ich für meinen Teil bin den Raum abgelaufen, habe meine Position in der App verfolgt und dort entsprechende Markierungen und Zonen gesetzt. Bestimmte Örtlichkeiten (Sofa, Tisch, etc.) lassen sich mit einem Sticker markieren und auch die Ränder sowie Ein- und Ausgänge kann man für eine verbesserte Erkennung auf der Karte anlegen.

Seit einem Update wird die Position in Echtzeit und nur mit geringen Verzögerungen angezeigt. Bereits hier hat mich die Präzision des Sensors beeindruckt. Im Zuge der Einrichtung muss man eventuell auch etwas mit der Position und dem Aufstellort experimentieren, um zu zufriedenstellenden Ergebnissen zu kommen. Ich für meinen Teil bin sehr positiv über Live-Karte und den damit verbundenen Automationsmöglichkeiten überrascht:

Die Anwendungszwecke des Sensors sind vielfältig. Neben dem Anwendungsfall, dass ihr am Sofa oder Schreibtisch sitzt, bietet sich für den FP2 auch eine Steuerung im Schlafzimmer an. In offenen Wohnräumen (bei mir Wohn-Esszimmer-Küche) bietet sich der Sensor besonders an. Durch das Erstellen verschiedenster Zonen/Bereiche ist der Sensor in der Lage, mehrere andere Sensoren zu ersetzen. Hierbei arbeitet er dann auch noch mit einer besseren Genauigkeit. Neben der Beleuchtungssteuerung ist es auch denkbar Musik zu steuern. Die Aqara-App spielt beispielsweise mit Sonos zusammen.

Weitere Randnotizen? Da Aqara auf Radar setzt, ist bei einem solchen Sensor der Datenschutz im Vergleich zu einer Kamera gewährt. Der Sensor liefert darüber hinaus noch Helligkeitsdaten in Lux. Wer mit dem Präsenzmelder seine Beleuchtung steuert, der kann gleichzeitig auch noch abrufen, ob es bereits hell genug ist, sodass das Licht überhaupt nicht schalten muss.

Automationen können für die festgelegten Bereiche umfangreich in der Aqara-App festgelegt werden. Hier lassen sich Bereiche auf eine Anwesenheit, aufs Betreten bzw. Verlassen überprüfen und das sogar in Abhängigkeit einer gewissen Zeitdauer. Die Möglichkeiten sind schier endlos. Auch die Sturzerkennung (dies bedarf einer Deckenmontage!) taucht hier als Trigger auf. Alternativ kann der Sensor bekanntlich zu Apple Home durchgereicht werden. Hier erstellt Aqara für jeden Bereich ein einzelnes Gerät, sodass auch hier die Zonen zur präzisen Steuerung von Automationen verwendet werden können – klasse. Auch wenn der FP2, wie andere Aqara-Geräte, mit der Cloud sprechen, werden Aktionen lokal, also auch ohne Internetverbindung ausgeführt.

Bei der Nutzung sind auch ein paar Probleme aufgetaucht, vieles davon würde ich allerdings als Kinderkrankheiten verbuchen. So neigt der Sensor teilweise dazu, zu viele Personen im Raum zu erkennen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn ihr euch zu schnell durch den Raum bewegt. Beim Einrichten müsst ihr da auf alle Fälle geduldig sein. Mit zunehmender Anzahl (Aqara erlaubt das Tracking von 5 Personen) an Personen nahm gefühlt auch die Rate an Fehlerkennungen zu. Von Zeit zu Zeit hatte ich zudem Probleme, die Namen und Geräte (Zonen) mit Apple Home zu synchronisieren. Das könnte aber auch auf die Kappe von Apple Home gehen. Der Lichtsensor wird derzeit übrigens nur zu Apple Home durchgereicht. Da hoffe ich natürlich auf Software-Verbesserungen.

Auch die in Aussicht gestellten Updates machen aber Lust auf mehr. So soll für den Sensor ein Matter-Update kommen. Dies dürfte den Sensor auch auf anderen Smart-Home-Plattformen, wie dem Home Assistant oder ioBroker besser anbinden. Beim Home Assistant muss hier derzeit der HomeKit-Controller herhalten. Eine direkte Anbindung ist da nicht gegeben. Zudem soll die Erkennung von Positionen kommen. So soll der FP2 per OTA-Update die Möglichkeit bekommen, zwischen sitzenden, liegenden, stehenden oder laufenden Personen zu unterscheiden. Dies dürfte den Automationsmöglichkeiten nochmals einen kräftigen Schub geben. So könnte man im Schlafzimmer beim Umhergehen eine andere Automation auslösen (z. B. Beleuchtung), als beim Hinlegen (Schlafmodus, bitte alles ausschalten und die Haustüre absperren etc.).

Künftig soll ein FP2 im Schlafzimmer, ähnlich zum Nest Hub der zweiten Generation, ein Schlaftracking ermöglichen. Die Agenda klingt hier fast zu gut, um wahr zu sein. Ihr solltet beim Kauf eines solchen Geräts jedoch nie auf Updates vertrauen, sondern auch mit dem derzeitigen Funktionsumfang des Geräts zufrieden sein. Umso mehr erfreut es dann, wenn versprochene Updates tatsächlich kommen.

Der Aqara FP2 erlaubt nicht nur eine ungewohnte Präzision, sondern erlaubt es – anders als herkömmliche Infrarot-Passiv-Bewegungsmelder, mit mehreren Zonen zu arbeiten und so beispielsweise auch Bereiche im Sichtfeld „auszublenden“. Dies macht den FP2 zu einem wahnsinnig flexiblen, aber andererseits auch komplex einzurichtenden Smart-Home-Gerät. Wenn man sich überlegt, dass man für die 82,99 Euro gegebenenfalls auch weniger Sensoren einsetzen muss, dann relativiert dies den „hohen“ Preis. Neben Räumen, in denen ihr oftmals in einer Position verharrt, sind daher auch größere Räumlichkeiten für den Sensor prädestiniert.

Für viele dürfte der FP2 mit seiner Präzision und den einzeln einrichtbaren Zonen ungeahnte Automationsmöglichkeiten bieten. Ich für meinen Teil kann daher auf diverse Software-Fehler und Kinderkrankheiten gelassen blicken, hoffe aber dennoch auf Verbesserungen. Es ist, auch im derzeitigen Software-Stand, (für mich) definitiv ein Update zu einem PIR-Bewegungsmelder, wie Aqara sie beispielsweise auch bietet. Klar, die sind kompakter und auf Batterie-Basis – bringen aber eben entsprechende Trade-offs im Vergleich mit.

Wenn man beginnt den FP2 einzurichten, braucht es etwas Frustrationstoleranz und Experimentierfreudigkeit, gute Tracking-Ergebnisse sind ohne passenden Aufstellort und ausführliches Einstellen der Zonen etc. kaum machbar. Dann ist der FP2 eher ein (zu teurer) Bewegungsmelder, der aber immerhin auch bei nicht bewegenden Personen eine bessere Erkennung mitbringt. Das in Aussicht gestellte Update mit Positionserkennungen und Matter wäre, zusätzlich zu einer verbesserten Stabilität und Zuverlässigkeit, wahrlich klasse. Sobald sich in Sachen Updates etwas tut, werde ich freilich berichten.

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XGIMI MoGo 2 Pro ausprobiert: Kompakter Beamer mit intelligenter Bildausrichtung

Zur CES 2023 hat XGIMI, chinesischer Hersteller für Beamer sowie Laserprojektoren, Zuwachs für sein Produktportfolio verkündet. Mit dem MoGo Pro 2 zieht ein Beamer mit kompakten Maßen ein, der sich flexibel aufstellen und einrichten lässt. So zumindest das Versprechen von XGIMI, denn man verbaut mit der Intelligent Screen Adaption 2.0 (ISA 2.0) eine Funktion zur intelligenten Bildausrichtung.

Die Automatik vermeidet neben der Ausrichtung nicht nur Hindernisse, sondern nimmt darüber hinaus eine automatische Trapezkorrektur vor und stellt per Autofokus das Bild scharf. XGIMI trägt zudem noch dicker auf, indem man verspricht, dass die Ausrichtung nicht nur schnell und präzise sei, sondern im regulären Betrieb mal eben nebenbei und somit ohne Einrichtung und Wartezeiten vollautomatisch funktioniere. Das klingt alles in allem nach einem spannenden Produkt, weshalb ich gerne die Möglichkeit annahm, den XGIMI MoGo Pro 2 bereits vor Marktstart unter die Lupe zu nehmen. Seitdem sind nun einige Wochen vergangen und ich möchte von meinen ersten Erfahrungen berichten. Vorab ein schneller Blick aufs Datenblatt:

Xgimi MoGo 2 Pro:

  • 1080p (1920 x 1080 Pixel), DLP-Technologie
  • 40- 200 Zoll
  • 400 ISO Lumen
  • ISA 2.0 Automatische Trapezfehlerkorrektur und Autofokus ohne Unterbrechung
  • Android TV: 2 GB RAM; 16 GB Speicherplatz (Chromecast built-in)
  • Anschlüsse: USB-C, USB A, HDMI 2.0, Klinke (3,5 mm)
  • WiFi 5 Dual-Band (802.11a/b/g/ac), Bluetooth 5.0
  • eingebaute 2 x 8-Watt-Lautsprecher (2.0 Stereo Sound)


    Dolby Audio
  • Stromversorgung: Typ-C-Stromanschluss mit PowerDelivery-Protokoll ab 65 Watt


    (Powerbank möglich, keine eingebaute Batterie)
  • Abmessungen: 16,1 x 11,9 x 10,8 Zentimeter


    Gewicht:  1,1 Kilogramm

Beim ersten Auspacken machte der kompakte Beamer bzw. sein Chassis direkt einen hochwertigen Eindruck. Bei den Abmessungen (16,1 x 11,9 x 10,8 Zentimeter) ist man da recht ähnlich zu einem kompakten Lautsprecher unterwegs. Schaut auch optisch aus wie ein Sonos One und das meine ich durchaus positiv. Überraschend: Das Gewicht ist mit einem knappen Kilogramm wahrlich transportabel. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Beamer nicht über einen eingebauten Akku verfügt, dazu aber später mehr.

Der MoGo 2 Pro ist nicht der leistungsstärkste Beamer aus dem XGIMI-Produktportfolio. Auf dem Datenblatt stehen 400 Lumen. Bei abgedunkelten Räumen kein Problem, bei vollem Tageslicht aber quasi nicht mehr nutzbar. Das Bild macht teils einen übersättigten Eindruck. An den Bildeinstellungen kann man aber manuell drehen. Mir persönlich mangelt es zudem etwas an „knackiger Schärfe“ Da habe ich schon Full-HD-Beamer mit mehr Schärfe gesehen. Das ist aber Meckern auf einem hohen Niveau, der MoGo 2 Pro ist eben für den mobilen Einsatz gedacht und daher klar kein TV-Ersatz oder mit festinstallierten (Laser-) Beamern zu vergleichen.

MoGo 2 Pro bei Tageslicht (Fenster gegenüber)

MoGO 2 Pro in abgedunkeltem Raum

Die Lüfter sind durchaus hörbar (laut Datenblatt maximal 38 dB). Auf der Haben-Seite steht eben die Flexibilität des Geräts. Der Beamer verfügt über einen USB-C-Anschluss mit Power-Delivery-Unterstützung (ab 65 Watt). Daher ist es auch nicht weiter schlimm, dass kein Akku verbaut wurde. Dies würde den Beamer nur unnötig schwer machen, denn oftmals ist ja auch eine Steckdose vorhanden. Zudem sehe ich die Vorgehensweise als einen eleganten und auch nachhaltigen Weg. So eine Powerbank oder Powerstation ist eben schneller mal getauscht und zudem vielseitig einsetzbar. Praktisch: Ein Stativgewinde an der Unterseite. Somit kann man den Beamer auch zur Projektion an die Decke verwendet werden.

Wenige Worte würde ich gerne noch zur Fernbedienung verlieren. Die machte mit ihrem Vollplastik-Gehäuse keinen hochwertigen Eindruck. Insbesondere, wenn man den Vergleich zu alternativen Fernbedienungen von XGIMI hat. Positiv hingegen: Dank Bluetooth ist kein Sichtkontakt notwendig.

Der 3D-ToF-Sensor sitzt auf der Vorderseite. Er ist das Herzstück der Intelligent Screen Adaption 2.0 (ISA 2.0) und dem Pro-Modell vorbehalten. Wird die Position des Beamers verändert (optional auch beim Einschalten), so führt dieser eine automatische Keystone-Korrektur durch und stellt per Autofokus scharf. Das laufende Programm wird nicht unterbrochen. Lediglich eine Toast-Benachrichtigung setzt euch über die durchgeführte Korrektur in Kenntnis. Funktioniert auch prima, das Bild ist auf „magische“ Weise perfekt ausgerichtet. Gerade für so einen portablen Beamer eine Funktion, die ich nicht missen will.

Binnen Sekunden ist das Bild perfekt ausgerichtet.

Logisch, dass je nach Trapezkorrektur da auf der Seite leuchtende „schwarze“ Flächen übrig bleiben. Bedingung für eine ordentliche Ausrichtung: ein nicht zu großer Abstand zur Projektionsfläche / Wand. Außerdem sollte der Projektionswinkel nicht zu steil sein. Je weiter der Beamer von der Projektionsfläche entfernt ist, umso schwerer fallen ihm steile Aufstellorte beim Korrigieren. Auch bei zu viel Tageslicht hat es dem Beamer die automatische Korrektur erschwert. In meinem Fall hat der Beamer zudem Lichtschalter oder dergleichen nicht als Hindernisse erkannt (siehe Bild oben).

Die Erkennung wird auch als Augenschutz verwendet. Bewegt sich eine Person in den Lichtkegel, dann schaltet der Beamer mit einer Warnung auf schwarzes Bild. War mir teils zu sensibel, ist aber auch über die Einstellungen problemlos abschaltbar.

Einer der Sensoren zur automatischen Keystone-Korrektur sitzt unten in der Mitte.

Auf dem Beamer läuft Android TV auf Basis von Android 11. Da Android 14 vor der Türe steht, mag das für viele recht abschreckend klingen, doch die letzten Android-Versionen brachten keine allzu großen Neuerungen und selbst für die Nvidia Shield TV bleibt man derzeit auf Android 11. Aktuelle Sicherheitspatches wurden im Rahmen von Updates in den letzten Monaten bereits geliefert. Android TV bietet Zugriff auf zahlreiche (Streaming-)Apps. Integriert ist zudem die Cast-Technologie, um Inhalte vom Smartphone zu übertragen. Funktioniert soweit gut. Die Performance ist in Ordnung, da habe ich bei einigen Android-TV-Geräten schon anderes gesehen. Ich konnte im Rahmen meiner Nutzung nur kleinere Ruckler oder Gedenksekunden feststellen. Ausgerechnet für die Netflix-App ist weiterhin ein Workaround notwendig, das ist schade.

Zwei Worte würde ich noch zum Sound verlieren. Bei den verbauten zwei 8-Watt-Lautsprechern darf man sicherlich keine Wunder erwarten. Ich hatte eingangs die Größe mit einer Sonos One verglichen, nur dass hier eben mehr als Lautsprecher im Gehäuse stecken. Wenn man dann doch mal mehr Klang möchte, kann man wahlweise über Bluetooth oder per Klinke auch einen externen Lautsprecher verbinden.

Was bleibt unterm Strich? Ein solider, portabler Beamer mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Unter Verwendung von USB-C kann dieser mit einem Akku versehen werden und ist dann wirklich transportabel. Da stehen auch weder die Abmessungen, noch das Gewicht im Weg. Das Auslagern des Akkus finde ich auch unter nachhaltigen Gesichtspunkten gut.

Die automatische Trapezkorrektur verrichtete solide Dienste, ist aber sicher weiter ausbaufähig und nicht „perfekt“. Unter dem Gesichtspunkt der Portabilität kann man sicherlich auch über die beschränkten Fähigkeiten bei der Helligkeit hinwegsehen. Der Kostenpunkt von 599 Euro dürfte für das Gebotene beim XGIMI MoGo 2 Pro allerdings fair sein. Üblicherweise sollte man bei XGIMI die Augen auch nach dem einen oder anderen Sale offenhalten, sollte man es nicht zu eilig haben.

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