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E-Bike-Grundlagen: Antrieb, Akku, Schaltung & Co.

Der Winter ist vorbei, Zeit für's Rad – oder sogar für's E-Bike. Wir zeigen, wie man vom Sport-Muffel zum Radsüchtigen wird, welche Unterschiede es gibt und worauf man achten sollte.

Der Autor dieser Zeilen hat gut 20 Jahre lang alles gemieden, was nur zwei Räder und keinen Motor hat. Dann kam der erste Kumpel mit einem E-Bike, die erste Probefahrt, ein gewisses Grinsen im Gesicht. Zwei, drei Wiederholungen, der erste Besuch im Fahrradladen, der erste E-Bike-Kauf – und keine vier Wochen später ein teurer Umtausch des dann schon gebrauchten Rads gegen ein anderes, weil es den Anforderungen nicht entsprochen hat.

Her sollte ein Rad für den Weg ins Büro, mit dem man zwischendurch auch mal in den Wald fahren kann. In der Praxis hat der kurze Ausflug in den Wald so viel Spaß gemacht, dass die Reifen schon nach zwei Wochen mehr Wald, Steine und Berge als Radweg Richtung Büro gespürt haben. Die viel zu schmalen Reifen natürlich, die sich permanent im Kies verfangen, die auf matschigem Boden wegrutschen – und die nach keinen 400 km sowohl vorne als auch hinten einen kleinen Achter gezeigt haben. Zugegeben, Rad und Händler können dafür nichts: Das Bike war für etwas anderes gedacht. Vielen Dank an das Fahrradgeschäft im Osten von München, das das gebraucht Rad gegen einen überschaubaren Obulus wieder zurückgenommen hat – und es mir damit ermöglichte, ein richtiges Moutainbike zu kaufen.

Fakt ist: Eine echte Probefahrt ist durch nichts zu ersetzen. Erfahrungsgemäß zeigt eine Probefahrt aber auch nicht alles; kaum ein Fahrradgeschäft wird mit dem Vorführbike eine Tagestour in die Berge gestatten. Aber wer schon vorher weiß, was er wirklich braucht und haben möchte, kann sich Ärger und viel Geld sparen.

Der Motor macht das Fahrrad zum E-Bike – er ist also wohl die wichtigste Komponente.

Der große Vorteil des Motors am Vorderrad: Er hat keinerlei Einfluss auf die übrigen Komponenten des Fahrrads. Naben- oder Kettenschaltung, Rücktrittbremse & Co., hier ist keine Rücksichtnahme nötig – und das drückt den Preis. Daher kommt der Frontantrieb vor allem bei preisgünstigen Modellen zum Einsatz. Aus den gleichen Gründen sind auch Nachrüst-Motoren für konventionelle Fahrräde fast immer in der Vorderradnabe untergebracht.

Fahrdynamisch hat der Frontmotor vor allem Nachteile. Das Fahrverhalten ist aufgrund des hohen Gewichts an der Vorderachse anders, als man es vom normalen Fahrrad gewohnt ist. Die Antriebskräfte zerren an der Lenkachse, bei kräftigem Antrieb kann der Reifen aufgrund des niedrigeren Gewichts auf der Vorderachse eher durchrutschen, der Antrieb ist deutlich sichtbar – und erfordert idealerweise eine stabilere Konstruktion des Rahmens im vorderen Bereich.

Wie das Auto profitiert auch das Fahrrad vor allem fahrdynamisch vom Heckantrieb: Das hohe Gewicht hinten sorgt für eine kräftige Traktion und verhindert das Durchrutschen. Außerdem fallen die technischen Komponenten nicht so stark auf – am Hinterreifen ist auch beim konventionellen Fahrrad mehr Technik untergebracht. Und im Pannenfall freut man sich, dass man zumindest das Vorderrad ohne großen Aufwand ausbauen kann.

Dafür will man wohl unter allen Umständen vermeiden, dass das Hinterrad ausgebaut werden muss. Außerdem verlangt die Technik in der Radnabe nach Kompromissen: Schaltungen gibt es zwar sowohl als Naben- wie auch als Kettenschaltung, sie sind aber auf wenige Gänge – meist drei – beschränkt. Rücktrittsbremsen gibt es bei dieser Antriebsform kaum. Und wenn auch der Akku weit hinten am Rad befestigt ist, hat das hohe Gewicht im hinteren Bereich negativen Einfluss auf das Fahrverhalten.

Der Mittelmotor sitzt am Tretlager in der Mitte des Fahrrads – das sorgt für eine optimale Gewichtsverteilung und damit auch für ein optimales Fahrverhalten. Außerdem sind Vorder- und Hinterrad so gut entnehm- und austauschbar wie bei einem herkömmlichen Fahrrad. Sowohl Ketten- als auch Nabenschaltung mit vielen Abstufungen sind möglich; das gilt auch für eine Rücktrittbremse. Der größte Vorteil ist aber, dass der Antrieb nicht an einem der Räder, sondern an der Kette erfolgt. Das sorgt für ein natürliches Fahrgefühl und reduziert den „Gummibandeffekt“ – und auf diese Weise hat auch die Schaltung Einfluss auf den Elektromotor, womit das Erklimmen extremer Steigungen im niedrigen Gang auch für unsportliche Fahrer möglich ist. Daher sind vor allem Mountainbikes und generell E-Bikes in den höheren Preissegmenten mit dem Mittelmotor ausgestattet.

Freilich hat auch dieses Antriebskonzept seine Nachteile. Eben weil die komplette Kraft des Elektromotors durch die Schaltung muss, ist der Verschleiß an Nabenschaltungselementen, Kette und Zahnriemen immens; in diesen Bereichen muss man mit höheren Wartungskosten rechnen. Auch der Kaufpreis ist höher, da Bikes mit Mittelmotor einen speziell dafür angepassten Rahmen brauchen; die Nachrüstung an vorhandene Fahrräder ist schwer möglich. In der Praxis spielt es zwar kaum eine Rolle, aber vielleicht wird es bald wichtiger: Die Rekuperation, also die Energie-Rückgewinnung beim Bremsen, ist mit Mittelmotor ebenfalls nicht möglich.

Bosch oder Yamaha, die Frage liest man immer wieder, wobei es inzwischen auch von anderen Herstellern wie Brose oder Shimano hervorragende E-Bike-Antriebe gibt. Die technische Größe, die es zu übertreffen gilt, ist das Antriebsdrehmoment, die den Radfahrer beim Vortrieb unterstützen. Hier gilt: Je mehr, um so besser, aber alles ab 70 nm reicht im Alltag total aus. Von deutlich höheren Drehmomenten profitieren dann vor allem noch Mountainbiker auf dem harten Weg nach oben.

Für ein und den gleichen E-Bike-Antrieb gibt es oft verschiedene Display-Einheiten, die am Lenker sitzen. Funktional unterscheiden sie sich meist nur wenig; alle integrieren einen digitalen Tacho, Akkustandsanzeige und die Möglichkeit, die Stärke der Motorunterstützung in drei bis fünf Stufen einzustellen. Größere, höher auflösende Displays kosten oft immensen Aufpreis oder sind nur bei den absoluten Top-Modellen der E-Bike-Hersteller zu haben. So sehr aus Nerd-Sicht das Verlangen nach mehr Diagonale und Pixeln nachvollziehbar ist – meist lohnt sich der Aufpreis nicht, der Antrieb ist ohnehin derselbe. Und die absoluten Topmodelle wie Bosch Nyon mit Farbdisplay und integriertem Navi sind zwar toll, können aber auch nicht mehr als ein Smartphone mit Fahrradhalterung (Vergleichstest). Eher sogar weniger.

An dieser Stelle eine kleine Warnung: Es gibt diverse günstige E-Bikes und Nachrüstantriebe für normale Fahrräder aus China. Während Antrieb und Elektronik dabei Erfahrungsberichten zufolge meist gut funktionieren, ist der Akku die Achillesferse – und einen brennenden Lithium-Ionen-Block möchte niemand im Keller stehen haben.

Wir wenden uns also wieder den Marken-Antrieben zu. Ältere und günstigere Fahrräder bringen meist einen 400-Wh-Akku mit, 500 ist inzwischen die Norm, Topmodelle bringen auch Akkus mit 600 oder mehr Wh mit. Je höher die Kapazität des Akkus, desto höher die Reichweite. Oft sitzen die Akkus mit einer abschließbaren Halterung auf dem Rahmen, zunehmend wandern die Zellen auch in den Rahmen. Das sieht aufgeräumter aus, hat funktional aber keine Vorteile.

Eine Faustformel, wie weit man damit kommt, gibt es nicht – zu stark ist der Verbrauch abhängig von Beschleunigung, Steigung und Geschwindigkeit. Als Faustregel kann man sagen: Ein 400-Wh-Akku reicht mit Standard-Unterstützung für 50 km, einer mit 500 für 60 bis 70. Wird es knapp, lässt sich die Unterstützung des Antriebs reduzieren; das Fahren wird anstrengender, aber die Restreichweite steigt.

Akkus und Ladegeräte sind bei allen Herstellern gut geschützt, proprietär und sündhaft teuer. Für Yamaha-Antriebe gibt es deutlich günstigere Nachbau-Akkus und Open-Source-Lösungen, wie man eigene Akkus baut; bei Bosch & Co. kann man derzeit ausschhließlich auf Original-Zubehör zurückgreifen.

Bremsen, Sattel, Pedale & Co. unterscheiden sich beim E-Bike nicht im Vergleich zum normalen Fahrrad. Na klar, freilich werden einige Komponenten wie das Schaltwerk, die Zahnräder oder die Bremsen aufgrund der höheren Beschleunigung und des höheren Tempos beim E-Bike deutlich stärker belastet als beim Fahrrad mit Müsli-Antrieb – im Idealfall sind sie für stärkere Kräfte ausgelegt. Bei Bikes im untersten Preissegment ist das oft nicht der Fall; entsprechend häufig werden wohl Ersatzteile nötig.

Spannend ist noch der Blick auf die Beleuchtung. Man hat einen dicken Akku an Bord, da sollte das Licht doch integriert sein – doch weit gefehlt. Meist sind die Lampen nur bei expliziten Stadt- und Straßenrädern bereits eingebaut, mit dem Akku verbunden und lassen sich über einen Taster am Lenker steuern. Die Nachrüstung ist theoretisch kein Problem, passende Kabelsätze für den Antrieb kann man nachbestellen – und Internet-Foren sind voll von Einbau-Anleitungen und Lampen-Tipps. Aber Vorsicht, die überempfindlichen Schutzschaltungen der originalen Akkus reagieren allergisch auf zu hohe Last, auch ganz kurze Kurzschlüsse beim Anschließen & Co. – meist hat das die komplette Deaktivierung des Akkupacks zufolge. Wer das nicht riskieren möchte, kauft besser gleich ein Rad mit eingebauter Beleuchtung oder rüstet einfache Akku-Lichter nach.

Zu den marktführenden Herstellern gehören in Deutschland Cube, Haibike und Kalkhoff. Im folgenden zeigen wir günstige Modelle unterschiedlicher Bauformen dieser Hersteller, die mit einem Mittelmotor ausgestattet sind.

Pedelecs machen unglaublich viel Spaß; eine Probefahrt ist unbedingt jedem zu empfehlen – auch und gerade wenn man Jahre nicht mehr aufs Rad gestiegen ist. Beim Kauf sollte man allerdings einen Bogen um zu billige Komponenten machen. No-Name-Akkus und Antriebe bringen gewisse Gefahren mit sich, billige Fahrrad-Teile halten die hohe Belastung nicht lange aus.

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M.2-NVMe Samsung 970 Evo Plus im Test

Die NVMe-SSD Samsung 970 Evo Plus verspricht mehr Leistung als die normale 970 Evo. Wir schicken sie durch unsere Benchmarks.

Die Evo-Plus-Reihe sitzt bei Samsungs SSDs zwischen der Evo und Pro. Es sind quasi die Produkte für Nutzer, die etwas mehr Power haben möchten, aber den Aufpreis für die Pro-Serie scheuen.

Im Testfeld unserer M.2-NVMe-SSDs hat es zunächst die 970 Evo Plus mit 250 GByte Speicherplatz geschafft. Wie auch bei der Samsung 970 Evo sind diese Geräte technisch die langsamsten, mit mehr Speicherplatz kommen dann auch schnellere Chips zum Einsatz. Wir planen noch Tests der großen Modelle und liefern die Werte dann nach. Ansonsten sind in dieser Themenwelt bereits folgende Beiträge erschienen:

  • Ratgeber SSD, HDD, NVMe
  • Test WD Black
  • Test Corsair MP 510
  • Test Samsung 970 Evo

Die M.2-NVMe von Samsung kommt mit einer Betriebsdauer von 150 TBW, spricht Samsung garantiert 150 Terabytes Written für den Speicher. In der Praxis halten die Datenspeicher deutlich länger durch, wie der Langzeittest der c’t zeigt.

Im ezFIO und Crystal Mark 5.5 bestätigt der Datenspeicher die Positionierung von Samsung. Er ist schneller als die gleich große Samsung 970 Evo. In unseren ezFIO-Benchmark, den wir im Artikel zur WD Black genauer erklären, schafft die Samsung 970 Evo Plus im Durchschnitt 27.011 IOPS. Damit schneidet sie besser ab als die 970 Evo und schlägt die WD Black.

Der Benchmark zeigt sehr gut, dass die 970 Evo Plus den geringen Aufpreis durchaus wert ist. Sie schlägt die normale 970 in unserem gemischten Test, der zufällige Daten liest und schriebt, ziemlich deutlich. Wie die 970 Evo ist die Plus-Variante bei einer Queue-Tiefe von 2 sehr gut. Das ist deswegen so wichtig, da die typischen Einsatzszenarien eine Queue-Tiefe zwischen 1 und 4 anfordern. Sprich, ein hoher Wert hier kann sich im Alltag bemerkbar machen. Wie immer haben wir die Benchmark-Rohdaten hier als Google Doc freigegeben.

Der Crystal Disk Mark 5.5 bestätigt die Ergebnisse, die Samsung 970 Evo Plus ist gerade bei Schreibaufgaben deutlich schneller als die gleich große 970 Evo. Allerdings hat sie ebenso Probleme bei sehr großen Daten. Im Test sieht man gut, wie die Schreibgeschwindigkeit beim Benchmark mit 16 GByte großen Dateien deutlich nach unten geht. Dieses Verhalten konnten wir beispielsweise bei der WD Black nicht nachvollziehen.

Die Evo-970-Plus-Serie erfüllt ihr Versprechen. Sie übertrifft die bereits gute Leistung der Evo 970 nochmals. Interessant ist, dass auch diese Variante Geschwindigkeitseinbußen bei sehr großen Dateien hat. Da die Samsung 970 Evo Plus nur minimal mehr kostet als die 970 Evo, lohnt es sich, hier zur Plus-Variante zu greifen.

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Ratgeber: HDD, SSD, NVMe – wer braucht welchen Speicher?

Magnetplatten gegen Flash-Speicher, SATA gegen PCIe. Wir zeigen, welcher Datenspeicher wann punktet und warum man im PC eine SSD verbauen sollte.

Drei verschiedene Arten buhlen um Kunden: klassische Festplatten und SSDs mit SATA-Anschluss sowie NVMe-Speicher, der wie die SSD auf Flash-Speicher basiert, aber per PCI-Express angebunden wird. Alle drei sind inzwischen preislich interessant, für alle drei gibt Plus- und Minuspunkte. In diesem Ratgeber stellen wir die drei Typen vor und zeigen, für welchen Einsatzzweck sie sich eignen.

Vorab eine kurze Definition: Der Lesbarkeit halber nutzen wir in diesem Artikel den Begriff SSD für alle per SATA angeschlossenen Flash-Speicher. Flash-Speicher mit PCI-Express-Schnittstelle (egal ob M.2 oder PCIe) bezeichnen wir als NVMe (Nonvolatile Memory Express), auch wenn das eigentlich nur für den Protokollstandard des Flash-Speichers steht und er technisch gesehen ebenfalls eine SSD ist. Zudem gehen wir in diesem Artikel auf Consumer-Geräte ein, sprich auf Speicher für Desktop-PCs und Notebooks. Um eine preisliche Einschätzung zu geben, verlinken wir im Beitrag jeweils die fünf beliebtesten Speichermedien unserer Partnerseite Geizhals.

Der Anschluss des Datenspeichers an das Mainboard ist ein wichtiger Maßstab für die Geschwindigkeit. Festplatten und SSDs werden inzwischen nur noch per SATA angeschlossen, die ATA/ATAPI-Steckplätze sind fast komplett verschwunden. Kein Wunder, denn wo ATA/ATAPI in Version 7 eine maximale Datenrate von theoretischen 133 MByte/s erreicht, liegt der maximale theoretische Durchsatz aktueller SATA-3-Schnittstellen bei 600 MByte/s. Hier setzen NVMe-basierte Systeme eins drauf. Sie sind direkt in den PCI-Express-Bus des Mainboards eingebunden und nutzen eine oder mehrere Lanes zur Datenübertragung. Damit fällt die Limitierung der SATA-Schnittstelle weg. Eine NVMe in einem M.2-Anschluss schafft in unseren Benchmarks bis zu 3400 MByte/s – ein deutlicher Sprung nach oben.

Bei den Formfaktoren ist es wenig kompliziert. Festplatten kommen weiterhin in 3,5 Zoll, 2,5 Zoll und, meist in mobilen Systemen, 1,8 Zoll. SSDs sind fast ausschließlich im 2,5-Zoll-Formfaktor im Handel, die Formate 1,8 Zoll und 3,5 Zoll sind Ausnahmen.

NVMes gibt es dagegen in unterschiedlich Ausführungen, die M.2-Speicher teilen sich auf fünf Gruppen auf: 2230, 2242, 2260, 2280, 22110. Das klingt kryptisch, steht aber einfach für die Abmessungen in Millimeter: Die ersten beiden Zahlen sind die Breite (22mm), die letzten Zahlen die Länge (etwa 80mm). Die meisten Produkte (und damit die größte Auswahl) gibt es für die Formate 2242 und 2280.

Alternativ gibt es NVMes im Format Solid State Card (SSC). Das ist nichts anderes als ein Flash-Speicher, der mit einem PCIe-x4-Anschluss kommt. Damit lässt sich der Speicher in Systemen nachrüsten, die keinen M.2-Anschluss haben. Preislich liegen diese Karten aber deutlich über vergleichbaren Speichern mit M.2-Formfaktor.

In den Benchmarks bestätigt sich der klare Vorteil von NVMe und SSD gegenüber der klassischen Festplatte. Das zeigt sich schön im Crystal Disk Mark, einem einfach zu nutzenden Benchmark. Die einzelnen Begriffe zu den Werten erklären wir im Test zur WD Black NVMe im Detail.

Während die SSD in einem Wert sogar an die NVMe herankommt, ist die HDD weit abgeschlagen. Wichtig für alle, die aufrüsten wollen: Essenziell für die maximale Geschwindigkeit ist, wie der jeweilige Steckplatz am System angebunden ist. In vielen Notebooks etwa gibt es zusätzliche M.2-Steckplätze, die aber nur mit einer PCIe-Lane oder gar als SATA angebunden sind. Das bremst einen verbauten NVMe-Datenspeicher auf SATA-Niveau herunter. In der Praxis kann das so aussehen:

Speicher 1 ist der standardmäßig im Notebook verbaute NVMe, Speicher 2 steckt in einem Erweiterungsslot, der etwa auch eine WWAN-Karte aufnehmen könnte. Man sieht schön, wie der zweite Flash-Speicher limitiert ist und dennoch teilweise den Hauptspeicher übertrifft.

Die Geschwindigkeitstests zeigen es, selbst schnelle HDDs kommen nicht an Flash-Speicher heran. Die Begrenzung durch die mechanischen Vorgänge lässt sich nicht beseitigen. Man kann mit gutem Gewissen sagen, dass es bei klassischen Festplatten keine großen technologischen Sprünge mehr geben wird.

Der große Vorteil der mechanischen Festplatten ist ihre Kapazität. Es gibt sie inzwischen mit bis zu 14 TByte Speicher, davon sind Flash-Systeme noch weit entfernt – und viel zu teuer. Festplatten lohnen sich immer dann, wenn Speicherplatz wichtiger ist als Geschwindigkeit. Das gilt beispielsweise für Backup-Festplatten oder für Netzwerkspeicher. Gerade bei NAS-Systemen ergibt es wenig Sinn, SSDs für die Daten verbauen (Ratgeber: die besten NAS-Festplatten). Der limitierende Faktor ist das Netzwerk selbst, in einem Gigabit-LAN liegt der maximale theoretische Durchsatz bei 125 MByte/s. In der Praxis schaffen NAS-Speicher meist maximal 118 MByte/s, wie unser 2-Bay-NAS Vergleichstest zeigt:

Der aktuelle Spitzenreiter im Bereich Preis-Leistung ist die SSD. Das liegt mit daran, dass die Preise für die notwendigen Chips in den letzten Jahren drastisch gefallen sind. Die Samsung 860 EVO etwa kostete im März 2018 in der 1-TByte-Version um die 300 Euro, jetzt liegt sie bei 135 Euro. Andere Hersteller haben einen ähnlichen Preisverfall hinter sich.

Mit Ausnahme des Speicherplatzes sind SSDs den klassischen Festplatten in allen Belangen überlegen. Sie sind schneller, geräuschlos und verzichten auf mechanische Teile, die kaputt gehen können. Ein häufig genanntes Manko ist die begrenzte Lebenszeit. Diese wird vom Hersteller in TBW (Tera Bytes Written) angegeben. Die Kollegen von heise online haben diese Werte im Dauertest überprüft und mehrere 250 GByte große SSDs einem Dauerlasttest ausgesetzt. Das Ergebnis war überraschend: Selbst das Schlusslicht im Test übertraf die Herstellerangaben um das 2,5-fache.

Unserer Meinung nach sollte eine SSD der Hauptdatenträger in jedem PC oder Notebook sein. Die hohe Geschwindigkeit macht sich bei jeder Nutzung des PCs bemerkbar, unabhängig vom Betriebssystem. SSDs mit 240 GByte Speicherplatz beginnen bei um die 30 Euro. In vielen Desktop-Systemen lohnt es sich, das Betriebssystem auf einer SSD zu installieren und für die Daten notfalls eine große HDD zu installieren.

NVMe-Datenspeicher sind die jüngsten Zugänge im Storage-Bereich. Die Spezifikation wurde zwar bereits 2011 verabschiedet, die Produkte profitieren aber erst jetzt vom Preisverfall der Flash-Speicher. Bei den meisten Produkten hat sich der Preis im letzten Jahr etwa halbiert.

NVMe verbessert SSDs weiter. Die direkte Anbindung an den PCIe-Bus macht die Speichermedien deutlich schneller – 3400 MByte/s sind bei sequenziellen Daten kein Problem.

In Notebooks haben sich NVMe-Speicher bereits weiter verbreitet als in Desktop-Umgebungen. Das liegt vor allem am relativ beschränkten Platz. Die kleinen Speicherriegel der M.2-NVMes benötigen deutlich weniger Platz als eine klassische 2,5-Zoll-SSD.

Ein Problem bei NVMes ist aktuell eher, dass sie kaum ein Programm wirklich ausreizt. Die Stärke der Datenträger liegt im Verarbeiten großer Dateien. Das macht sie ideal für alle, die mit Videodateien hantieren, aber weniger perfekt für die Otto-Normal-Nutzer. Gamern sei gesagt, dass ein schnellerer Datenspeicher nicht zu mehr Frames pro Sekunde führt. Wer allerdings nicht nur spielt, sondern gleichzeitig aufnimmt, etwa für Let’s Plays, der entfernt mit einer NVMe einen potenziellen Flaschenhals im System.

Es kann sich zudem in Spielen lohnen, die viele hochauflösende Dateien nachladen. In Doom von 2016, auf unserem Testsystem in 4K und mit maximaler Grafik eingerichtet, dauerte es vom Start des Spiels bis zum Eintritt ins Level mit einer SSD von Toshiba (OCZ TR200) 1:29 Minuten. Der gleiche Ladevorgang mit einer NVMe von Samsung (970 Evo) nahm 1:10 Minuten in Anspruch. Wer also etwa Skyrim oder Minecraft mit fotorealistischen Mods spielt, der profitiert wahrscheinlich von der NVMe.

Bei den mobilen Datenspeichern greift man entweder zu einem USB-Stick, dann ist sowieso ein Flash-Speicher gesetzt. Wer aber lieber eine Festplatte möchte, sollte auf den Anwendungsfall achten. Externe Speicher, die man etwa täglich mit sich herumträgt, sind hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Hier sollte man lieber zu einem Flash-basierten System als zu klassischen Festplatten greifen, auch wenn letztere billiger sind. Das Risiko eines mechanischen Ausfalls ist zu groß, dem Autor des Textes etwa sind auf diese Art zahlreiche Urlaubsbilder verloren gegangen.

Anders ist es, wenn man einen Datenspeicher für ein externes Backup oder einen relativ stationären Einsatzort sucht. Hier ist eine klassische Festplatte in einem externen Gehäuse eine gute Wahl, passende Produkte stellen wir in unserer Themenwelt und dem Artikel „Fünf externe Festplatten im Test” vor.

Wer es auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis abgesehen hat, kommt an einer SSD nicht vorbei. Die Preise sind dermaßen gefallen, dass es im Desktop oder Notebook kein Argument mehr für eine klassische Festplatte gibt. Das gleiche gilt für alle, die eine mobile Festplatte für den täglichen Einsatz suchen. Der Verzicht auf mechanische Komponenten prädestiniert SSDs als mobilen Datenspeicher.

Die klassische Festplatte spielt ihre Stärken dann aus, wenn viel Speicher benötigt wird. Egal ob NAS oder USB-Backup, wenn die Geschwindigkeit sowieso begrenzt ist und das System wenig mobil ist, lohnt sich der Aufpreis für eine SSD nicht. Mechanische Festplatten besitzen noch immer das beste Preis-pro-MByte-Verhältnis.

NVMes sind gerade erst am Anfang. Sie liefern eine sensationelle Geschwindigkeit, die aber nur von wenigen Programmen wirklich ausgereizt wird. Im Desktop sind sie vor allem etwas für Video-Profis, für Modder, die ein aufgeräumtes System wollen und für alle, die einfach an aktueller Technik interessiert sind.

Übrigens: Wer auf eine größere SSD oder eine NVMe aufrüstet, findet im heise+-Artikel „Windows schnell umziehen“ Hilfen zum Wechsel. Und wer danach Probleme mit der Windows-Aktivierung hat, sollte die FAQ zur Windows-Aktivierung lesen.

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Günstige Bluetooth-Kopfhörer im Test: ifrogz Plugz Wireless

Die Plugz von ifrogz sind sowohl im Elektro-Fachhandel als auch online günstig zu bekommen. Wir testen die 20-Euro-Kopfhörer und verraten, ob sich der Kauf lohnt.

Bluetooth-Kopfhörer sind nicht mehr unbezahlbar teuer, das freut alle, deren Klinkenbuchse zugunsten von USB-C wegrationalisiert wurde. Wir testen in den nächsten Tagen Kopfhörer in unterschiedlichen Bauformen in der Preiskategorie bis 30 Euro. Das Testfeld besteht aus Modellen von Taotronics, Adorer und verschiedenen unbekannteren Herstellern. Den Anfang aber macht ein Modell von ifrogz.

Bei den Plugz Wireless von ifrogz handelt es sich um einfache In-Ear-Kopfhörer mit Mikrofon, Kabelfernbedienung und Bluetooth. Die beiden blauen Ohrstöpsel sind mit einem jeweils 35 cm langen Kabel mit der Bedieneinheit verbunden. Der kleine Kasten mit Mikrofon, Akku, Bedientasten, Status LEDs, Bluetooth-4.1-Modul und Micro-USB-Anschluss besteht aus gummiertem Kunststoff. Das Gewicht des Headsets liegt bei 12g, was etwa vier Zuckerwürfeln entspricht.

Auf der Rückseite des Bedienteils sitzt eine magnetische Gummilippe. Diese hat zwei Aufgaben. Bei Nichtbenutzung halten sie die Kabel der Ohrstöpsel in Position und verhindern, dass sie sich verheddern. Während der Benutzung dient der Magnetverschluss als Klammer, um die Kopfhörer an Hemd oder Jacke zu fixieren.

Die Verarbeitung ist Ordnung und gibt keinerlei Grund zu Beanstandungen. Die dünnen Kabel sind erfahrungsgemäß allerdings nicht besonders langlebig. Zum einen halten sie nur geringe Belastungen aus, zum anderen neiden sie dazu, sich schnell zu verheddern, wenn sie nicht zusammengewickelt in die Tasche kommen.

Die Micro-USB-Ladebuchse ist frei zugänglich und nicht hinter einer Gummikappe versteckt. Die Plugz Wireless sind nur nach IPX2 zertifiziert. Somit sind sie zwar gegen Schweiß und vereinzelte Regentropfen geschützt, für den Betrieb bei strömenden Regen sind sie allerdings ungeeignet.

Neben dem Kopfhörer gehören eine Kurzanleitung, ein kurzes Micro-USB-Ladekabel und insgesamt drei Größen an Silikon-Ohrstöpseln zum Lieferumfang. Diese haben, laut Hersteller, eine lebenslange Garantie. Das bedeutet, ifrogz ersetzt abgenutzte oder beschädigte Silikon-Passstücke kostenlos. Ein zum Aufladen des Akkus notwendige USB-Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang.

Während andere Hersteller bei Ihren In-Ear-Kopfhörern auf zusätzliche Ear-Fin-Halterungen setzen, werden die Plugz Wireless lediglich in den Gehörgang geschoben. Dank der verschieden großen Silikon-Ringe sitzen die Ohrstöpsel trotzdem ausreichend sicher – zumindest im Alltagsbetrieb. Bei sportlichen Aktivitäten lockert sich der Sitz nach einiger Zeit, was sich negativ auf den Klang auswirkt.

Die Bedienung funktioniert wie bei den meisten Modellen der Einsteigerklasse. Nach dem Einschalten mit der mittleren Taste startet das Headset den Pairing-Modus. Nach dem Verbinden, beispielsweise mit dem Smartphone, ist die Taste für die Play-Pause-Funktion zuständig. Ein langer Druck (etwa drei Sekunden) auf den mittleren Bedientaster schaltet die Kopfhörer aus. Die Leiser- und Lauter-Tasten dienen gleichzeitig zum Überspringen und Zurückspulen eines Musiktitels. Jeder Tastendruck wird mit einem leisen Pieps-Ton quittiert.

Im Test müssen wir die Plugz Wireless jedes Mal neu verbinden, sobald das Headset zwischenzeitlich mit einem anderen Endgerät benutzt wurden. Das Smartphone erkennt die Kopfhörer zwar, verbindet sich allerdings nicht automatisch. Das manuelle Verbinden geht zwar schnell, ist allerdings trotzdem ärgerlich. Wenn die Bluetooth-Verbindung einmal steht, funktioniert sie zuverlässig. Die Reichweite liegt in der Praxis bei fünf bis zehn Metern. Im Test können wir problemlos den Raum wechseln. Das gleichzeitige Verbinden mit mehreren Endgeräten klappt im Test nicht.

Der magnetische Clip ist grundsätzlich eine gute Idee, in der Praxis funktioniert das Befestigen an der Kleidung allerdings nur mäßig gut. Sind die Kopfhörer nicht in Benutzung, ist deren Gewicht schlicht zu hoch, um sicher gehalten zu werden. Im zusammengepackten Zustand ist der magnetische Clip durchaus praktisch, da er zuverlässig vor verknoteten Kabeln schützt.

Korrekt im Ohr eingesetzt, klingen die Plugz Wireless erfreulich gut. Sowohl Hoch-, Mittel- als auch Tieftonbereich sind ausreichend kräftig und überzeichnen nicht. Der Klang ist insgesamt etwas harmonischer als bei den ähnlich günstigen TT-BH26 von Taotronics (Testbericht) – insbesondere bei hoher Lautstärke. Sind die In-Ears nicht weit genug in den Gehörgang eingeschoben, gehen allerdings die Bässe verloren. Das passiert in der Praxis deutlich schneller, als bei Modellen mit Ohrenbügel oder Ear-Flaps, die die Ohrstöpsel in der korrekten Position halten. Mit den warmen Bässen und kristallklaren Klängen von teuren Markenmodellen ist der Sound natürlich nicht vergleichbar.

Eine aktive Geräuschunterdrückung ist nicht verbaut. Der Klang des verbauten Mikrofons ist gut. Die Gesprächspartner hören uns laut und deutlich.

Eine störende Verzögerung zwischen Wiedergabegerät und Kopfhörern stellen wir nicht fest. Bei der Wiedergabe von Videos ist der Ton synchron. Das ist bei günstigen Bluetooth-Kopfhörern nicht immer der Fall.

Der interne Akku der Plugz Wireless soll laut Hersteller rund fünf Stunden lang durchhalten. Diesen Wert erreichen wir in der Praxis allerdings nur, wenn die Lautstärke nicht voll aufgedreht ist. Bei häufiger Nutzung der Kopfhörer, ist die Akkulaufzeit somit sehr knappgehalten. Eine Laufzeit von sechs und mehr Stunden wäre wünschenswert. Das vollständige Aufladen mit einem Standard-Smartphone-Netzteil dauert etwa 90 bis 100 Minuten und somit deutlich länger als die Herstellerangabe von einer Stunde.

Die Plugz Wireless sind in blau und silbern erhältlich.

Der günstige Kopfhörer Plugz Wireless von ifrogz hat ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Die Klangqualität ist gut, zumindest wenn die Ohrstöpsel ordentlich sitzen. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass dies bei viel Bewegung nicht immer zuverlässig funktioniert. Hier sind Modelle mit Ohrenbügel oder Ear-Flaps, wie der Taotronics TT-BH26 (Testbericht) deutlich im Vorteil. Mit teuren Marken-Kopfhörern hält die Klangqualität natürlich nicht mit, allerdings ist dies Kritik auf hohem Niveau. Wer günstige In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth sucht, bekommt beim Plugz Wireless ein alltagstaugliches Modell mit ausreichend guter Soundqualität.

Ein Transportbeutel gehört nicht zum Lieferumfang. Dank der magnetischen Halterung ist dies allerdings auch unnötig. Bei Nichtbenutzung lässt sich der Kopfhörer sehr kompakt zusammenwickeln. Die Akkulaufzeit ist mit vier bis fünf Stunden ausreichend, kommt allerdings nicht an die von Konkurrenzprodukten heran.

Wer sehr hohe Ansprüche an die Soundqualität seiner In-Ears hat, muss deutlich mehr Geld investieren. Hier lohnt sich ein Blick in die Bestenliste der besten fünf Sportkopfhörer mit Bluetooth.

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Gratis-iPad zum Stromtarif: Lohnt sich das?

Zahlreiche Energieanbieter werben mit günstigen Tarifen und Prämien für Neukunden. Wir klären, ob sich die augenscheinlichen Schnäppchen tatsächlich lohnen.

Im Zuge persönlicher Recherchen nach günstigen Strom- und Gastarifen stolperten wir über zahlreiche verlockende Angebote. Wechselwillige Kunden winkt eine Kostenersparnis; Neukunden zusätzlich eine Prämie in Form von Smartphones, Tablets, Fernsehern oder Drohnen – 24 Monate Yello Strom, iPad gratis.

Das wollen wir genau wissen und haben etliche Tarife in ein Excel-Sheet gepackt. Wo landen Kunden nach 24 Monaten? Gibt es tatsächlich die Chance auf ein gutes Schnäppchen, oder handelt es sich bei diesen Angeboten um nichts anderes als überteuerte Kredite? Das Ergebnis ist ernüchternd. Es ist wie immer: Niemand hat etwas zu verschenken. Und in fast allen Fällen zahlt man sogar kräftig drauf. Nur wenige Angebote sind ein wirklich guter Deal.

Die Kosten holen sich die Energielieferanten mit Hilfe erhöhter monatlicher Grundpreise zurück. In einigen Fällen steigt sogar der Arbeitspreis pro verbrauchter kWh. Damit ist der Prämien-Kauf noch unberechenbarer. Wer viel verbraucht, wird nicht belohnt, sondern zahlt im Zweifel noch drauf.

Für die Beispielrechnung nutzen wir einen Jahresverbrauch von 5500 kWh, das entspricht etwa dem Verbrauch einer vierköpfigen Familie. Tarife mit Prämien haben in der Regel eine Vertragslaufzeit von 24 Monaten, daher legen wir diese Laufzeit im Rechenbeispiel auch für den Tarif ohne Prämie zugrunde.

Beim Anbieter Sparstrom kommt der Verbraucher im Tarif ohne Prämie auf einen Gesamtpreis von 3217,98 Euro über zwei Jahre. Das entspricht einem monatlichen Abschlag von 134,08 Euro. Die angebotenen Prämien sind vielfältig und locken mit augenscheinlich niedrigen Preisen. Zur Auswahl stehen Beamer, Kopfhörer, Smartwatches, Computer, Haushaltsgeräte, Konsolen, Drohnen und Verschiedenes mehr. Wir entscheiden uns im Rechenbeispiel für die Drohne DJI Mavic Air (Drohnenvergleich). Laut Preisvergleich gibt es diese ab 665,28 Euro.

Bei Sparstrom stehen nun fünf verschiedene Tarife zur Auswahl. Der Arbeitspreis pro verbrauchter kWh ist bei allen Tarifen identisch. Was sich ändert, sind die monatlichen Grundkosten und die Einmalzahlung für die Drohne. Im Tarif Top 30 liegt die Grundgebühr bei stattlichen 42,67 Euro – dafür beträgt die Zuzahlung bei gerade einmal 4,95 Euro. Im Tarif Sparstrom entspricht die Grundgebühr den Kosten ohne Prämie (12,67 Euro) – dafür steigt die Einmalzahlung auf 697,82 Euro. Das sind immerhin knappe 32 Euro mehr, als wir als günstigstes Angebot im Preisvergleich ermittelt haben. Beim Tarif Top 30 liegen die Mehrkosten sogar bei fast 60 Euro. Egal welchen Tarif wir durchrechnen, letztlich zahlt man im Vergleich zum Kauf per Preisvergleich und zum Tarif ohne Prämie immer zwischen 15 und knapp 60 Euro mehr.

Bei den meisten anderen Prämien sieht es sehr ähnlich aus. Eine Ausnahme ist überraschenderweise das gerade erst auf den Markt gekommene Flagship-Smartphone Samsung Galaxy S10+ (Testbericht).

Im Tarif Top 50 liegt die Einmalzahlung für die 512-GByte-Version bei 4,95 Euro. Dafür steigt die monatliche Grundgebühr auf satte 62,67 Euro. Berechnet auf 24 Monate kommt das Smartphone auf 1204 Euro und ist somit knapp 43 Euro unter dem aktuell günstigsten Angebot. (1247,90 Euro). Wer sich gegen eine erhöhte Monatsgebühr entscheidet (Tarif Sparstrom 24), zahlt für das S10+ einen Preis von 1184,53 Euro. Das entspricht einer Einsparung von knapp 81 Euro oder 6,5 Prozent. Da das S10+ allerdings gerade erst vorgestellt wurde, ist anzunehmen, dass der Marktpreis in den nächsten Wochen sinken wird – dann dreht sich das Bild.

Deutlich schlechter sind die Konditionen bei Yello Strom. Dieser Anbieter erhöht bei Abschluss eines Vertrages mit Prämie nicht nur die monatliche Grundgebühr, sondern schlägt zusätzlich auf den Arbeitspreis auf (26,1 Cent/kWh statt 23,41 Cent/kWh).

Wer sich für den Tarif ohne Prämie entscheidet, zahlt für 24 Monate insgesamt 2940,38 Euro. Das entspricht einem monatlichen Abschlag von knapp 123 Euro. Nimmt man beispielsweise ein Huawei P20 (Zubehör) mit 128 GByte Speicher dazu, zahlt man fast 150 Euro pro Monat. Über Vertragslaufzeit entspricht das einem Mehrpreis von knapp 647 Euro. Ein Blick auf den Preisvergleich zeigt, dass das Smartphone bereits ab etwa 407 Euro erhältlich ist. Wer bei dieser „Prämie“ zuschlägt, zahlt 240 Euro mehr als im freien Handel.

Diese Rechnung gilt allerdings nur beim geplanten Jahresverbrauch von 5500 kWh. Wer in den zwei Jahren 1000 kWh mehr verbraucht, zahlt wegen des erhöhten Arbeitspreises sogar über 500 Euro mehr. Entsprechend billiger wird es aber, wenn man weniger Strom braucht: Nur wer einen sehr niedrigen Jahresverbrauch hat, kann bei Yello sparen. Bei einem Jahresverbrauch von 1500 kWh ist das Huawei P20 um 20 Euro günstiger als im Preisvergleich; beim Surface Go sind fast 56 Euro Ersparnis möglich.

Verbraucher, die viel Strom beziehen, zahlen exakt dieselben Preise (Grundgebühr und Arbeitspreis) wie Kleinabnehmer. Einen Mengenrabatt für höheren Verbrauch gibt es nicht. Somit sind Prämien für Singles deutlich interessanter als für Familien.

Für die Beispielrechnung bei Gas-Tarifen nutzen wir einen Jahresverbrauch von 30000 kWh, das entspricht etwa dem Verbrauch eines Einfamilienhauses. Um Preise seriös vergleichen zu können, legen wir auch hier für Tarife mit und ohne Prämie eine Vertragslaufzeit von 24 Monaten zugrunde.

Beim Anbieter Sparstrom gibt es auch Angebote für Gas. Wie bei den Stromtarifen stehen auch hier verschiedene Tarifmodelle zur Auswahl. Wer sich für eine Prämie entscheidet, hat die Wahl zwischen hohen Fixkosten oder einer hohen Einmalzahlung.

Ohne Prämie beträgt der monatliche Abschlag knapp 132 Euro. Im Rechenbeispiel wählen wir als Prämie die Smartwatch Samsung Galaxy Watch (Testbericht) mit LTE und einem Gehäusedurchmesser von 46mm aus. Diese kostet laut Preisvergleich 355 Euro.

Wer sich für den Tarif Top 15 mit einer Grundgebühr von 8,40 Euro und einer Einmalzahlung von 4,95 Euro entscheidet, zahlt bei Sparstrom 9 Euro mehr. Wer sich allerdings für den Tarif Sparstrom Gas ohne erhöhte monatliche Kosten entscheidet, muss zwar einmalig 319 Euro bezahlen, spart aber insgesamt 36 Euro. Dass es sich tatsächlich lohnt, jeden einzelnen Tarif zu überprüfen, zeigt die Preisgestaltung beim Tarif Top 10. Die Grundgebühr von 18,40 Euro pro Monat und eine Einmalzahlung von knapp 60 Euro ergeben insgesamt sogar eine Ersparnis von 55 Euro. Ein Blick auf die Preisentwicklung der Galaxy Watch zeigt, dass der Sparstrom-Preis selbst den bisherigen Bestpreis (338 Euro) schlägt.

Beim Konkurrenten Yello liegen die monatlichen Gaskosten im Tarif ohne Prämie bei knapp 142 Euro und somit 10 Euro höher als beim Mitbewerber Sparstrom (132 Euro). Immerhin erhöht sich bei Yello nur der monatliche Fix-Preis (29,93 Euro statt 11,60 Euro), nicht aber der Arbeitspreis für die verbrauchten kWh (5,21 Cent/kWh).

Wer sich für eine der angebotenen Prämien entscheidet, sollte sehr genau nachrechnen. Die Mehrkosten gegenüber dem Marktpreis sind von Prämie zu Prämie sehr unterschiedlich.

Die Sony Playstation 4 Pro (Testbericht) mit Spiderman kostet laut Preisvergleich 435 Euro. Wer die Konsole bei Yello als Prämie wählt, zahlt lediglich knapp 6 Euro mehr. Wer sich stattdessen für ein Microsoft Surface Go (Testbericht) mit 64 GByte entscheidet, zahlt schon knapp 70 Euro mehr als beim Einzelkauf. Bei der Wahl des Smartphones Samsung Galaxy S8 (Testbericht) mit 64 GByte liegen die Mehrkosten bei satten 120 Euro.

Wer auf der Suche nach einem neuen Energieanbieter ist, sollte sich nicht von irgendwelchen Prämien blenden lassen. Gratis-Geschenke gibt es bei keinem der Angebote.

Wer neben dem Strom- oder Gasanbieterwechsel Interesse an einem technischen Gerät hat, kann in manchen Fällen immerhin einen Teil der Kosten einsparen. Damit das funktioniert, muss allerdings jeder einzelne Tarif nachgerechnet und anhand des Preisvergleichs überprüft werden. Wer nicht aufpasst, zahlt sonst mehr als nötig.

Wovon wir abraten, sind Prämien-Tarife mit erhöhten monatlichen Kosten und höheren Arbeitskosten. Der tatsächliche Aufpreis hängt dann vom Verbrauch ab. Im Extremfall kosten die Prämien dann ganz schnell doppelt so viel wie im freien Handel.

Übrigens: Natürlich haben wir mit Hilfe des Tarifvergleichs von Verivox auch ermittelt, wie viel der günstigste Anbieter am gleichen Ort ohne Prämienverfügbarkeit verlangen würde – die maximale Ersparnis beträgt etwa einen Euro im Monat und ist somit fast zu vernachlässigen.

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