Vodafone experimentiert an seinen Mobilfunkstationen mit einer ziemlich abgefahrenen Kombination aus künstlicher Intelligenz und Hardware. Der Netzbetreiber testet derzeit erstmals einen Mobilfunkmasten, der mit einem eigenen KI-Gehirn und einem mechanischen Roboter-Arm ausgestattet ist. Der Clou an der Sache: Die Antennen können sich dadurch vollautomatisch und innerhalb kürzester Zeit neu ausrichten, um auf Wetterschwankungen oder eine plötzliche Überlastung des Netzes zu reagieren. Was sonst Tage dauert und den Einsatz von Kletter-Technikern erfordert, erledigt die KI in gerade einmal 30 Minuten, verrät Vodafone.
In der Praxis sieht das so aus: Ein von Vodafone-Ingenieuren entwickelter Algorithmus füttert die KI mit Echtzeitdaten zur Netzauslastung. Droht eine Zelle zu verstopfen, steuert die KI einen Roboter-Arm des südkoreanischen Herstellers Humax Networks an. Dieser sitzt direkt am Mast und kann die Antennen physisch drehen oder neigen. Das System lernt kontinuierlich dazu und optimiert die Ausrichtung völlig autonom ohne menschliches Eingreifen.
Aktuell läuft der Feldversuch an einem Mobilfunkstandort im albanischen Tirana mit Blick auf ein belebtes Einkaufszentrum. Tagsüber richtet der Roboter-Arm die Antennen auf die Shopping-Mall aus. Sobald es Abend wird und die Menschen nach Hause gehen, schwenkt die Antenne automatisch in Richtung eines angrenzenden Wohngebiets, um dort für stabileres Streaming auf dem Sofa zu sorgen. Vodafone prüft bereits, wo die Roboter-Masten demnächst auch in Deutschland testweise aufgestellt werden können.
Für die Zukunft plant Vodafone, solche dynamischen Steuerungen fest in seine Plattform zur Automatisierung des Funkzugangsnetzes (RAN) zu integrieren. Neben den auffälligen Roboter-Armen wird auch an dezenteren Lösungen geforscht, bei denen sich nur winzige Komponenten im Inneren der Antennen bewegen, was zusätzlich Energie spart. Bereits im letzten Jahr hatte der Konzern begonnen, Antennen mit GPS-Sensoren auszustatten, um deren Ausrichtung aus der Ferne im Blick zu behalten.
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