Künstliche Intelligenz zieht immer schneller direkt auf unsere Handgelenke um. Im ersten Quartal 2026 machten sogenannte Edge-KI-fähige Smartwatches bereits ein Viertel aller weltweiten Smartwatch-Auslieferungen aus. Das entspricht einem satten Wachstum von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die Analysten von Counterpoint Research berichten.
Unter Edge-KI versteht man in diesem Fall Smartwatches, die über einen eigenen Hardware-Beschleuniger (NPU oder Neural Engine) verfügen, um KI-Berechnungen direkt auf dem Gerät und nicht in der Cloud durchzuführen. Der große Vorteil: Gesundheitsdaten, Schlafmuster oder Herzfrequenzen werden lokal ausgewertet. Das sorgt für Echtzeit-Warnungen bei Stürzen oder Herzrhythmusstörungen und schützt die Privatsphäre, da die Daten die Uhr nicht verlassen müssen. Zudem schont das lokale Rechnen über spezialisierte Co-Prozessoren den Akku.
Wer hier die Nase vorn hat, überrascht kaum: Apple dominiert dieses Segment fast im Alleingang und sackte im ersten Quartal 2026 rund 90 Prozent aller Edge-KI-Smartwatch-Auslieferungen ein. Apple verbaut bereits seit 2023 im S9-Chip eine eigene 4-Kern Neural Engine. Die Konkurrenz schläft allerdings nicht: Huawei setzt auf seinen Kirin W80-Chip, Qualcomm hat den Snapdragon Wear Elite mit eigener NPU angekündigt und Google dürfte bald mit einem eigenen Tensor-Chip für Wearables nachlegen.
Der Trend zeigt steil nach oben: Getrieben durch immer ausgefeiltere Gesundheitsfunktionen wie die Erkennung von Schlafapnoe, deren Verbreitung in Uhren sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht hat, soll der Marktanteil von Edge-KI-Smartwatches noch im Laufe des Jahres 2026 auf über 32 Prozent klettern.
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