Deutsche Bahn: ADAC bewertet Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit mit „mangelhaft“

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Deutsche Bahn AG

Der ADAC hat einmal Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Deutschen Bahn getestet. Den Blick hat man jedoch nicht auf den nach meiner Erfahrung besonders problematischen Regionalverkehr gerichtet, sondern auf ICE-Verbindungen. 118 davon schaute man sich an. Die Ergebnisse sind zwar laut ADAC am Ende besser als erwartet, doch die Erwartungen waren wohl auch sehr niedrig angesetzt. Denn nur 41 % der getesteten Züge waren pünktlich.

Am Ende bewertete man „Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit vielfach mangelhaft“. Zwei Wochen lang sind die ADAC-Tester Anfang des Jahres 2026 mit ICEs durch Deutschland gefahren. Dabei haben sie sowohl Langstrecken wie zum Beispiel von Hamburg nach München als auch auf Teilstrecken wie von Nürnberg nach Augsburg ausprobiert. Pikant: Von 118 geplanten Fahrten fanden überhaupt nur 104 statt, und von diesen waren insgesamt 43 pünktlich (41 %). Ähnlich wie die Bahn verbuchte man dabei Verspätungen bis sechs Minuten noch als pünktlich.

Bild: ADAC e. V.

Die Probleme fingen dabei oft schon vor der eigentlichen Fahrt an, weil die Züge nämlich gar nicht pünktlich abfuhren. Im Test wurden aufgrund der Verspätungen auch die Anschlusszüge nur zu 44 % erreicht. Meistens lagen die Probleme nicht in höherer Gewalt wie z. B. Notsarzteinsätzen oder dem Wetter, sondern an der Bahn selbst –  zum Beispiel in Form von Signalstörungen, Baustellen oder Personalmangel.

DB Navigator macht nicht immer seinen Job

Kritik äußert der ADAC auch am DB Navigator. Die App informierte zwar meistens frühzeitig über Fahrplanänderungen, aber oft falsch. Nur bei zwei Dritteln der Stichprobe stimmte die App-Info mit der tatsächlichen Abfahrt überein. Bei 30 % startete der Zug im Schnitt 25 Minuten später als noch eine Stunde vor der Abfahrt angegeben war. Verspätungen ziehen sich also oft in die Länge, kennt ihr sicher auch. Die Bahn nutzt da oft eine Salamitaktik: Erst gibt man 10 Minuten Verspätung an, dann 20, dann 30 und so weiter.

Bild: ADAC e. V.

In 4 % der Fälle wurde es auf andere Art ärgerlich: Der ICE fuhr dann früher ab, als vom DB Navigator verkündet. Wer sich hier auf die Angaben verlassen hätte, etwa, um noch schnell einen Kaffee zu holen, hätte den Zug verpasst. Immerhin: Der ADAC bewertet 95 % der Züge als sauber, Wi-Fi lief fast immer störungsfrei und auch Klimaanlage und Heizung funktionierten. Auch das Bordbistro hatte fast immer geöffnet (96 %), ebenso die Toiletten. Als unkompliziert und zuverlässig bewertet der ADAC zudem die Rückerstattungen bei Ausfällen und Verspätungen, welche über den DB Navigator beantragt werden können.

Letzten Endes hat die Deutsche Bahn laut ADAC aber noch viele Hausaufgaben zu erledigen. So fordert der ADAC etwa mehr Transparenz in der Pünktlichkeitsstatistik. Diese sollte in Zukunft auch Zugausfälle, vorzeitig beendete Fahrten und Verspätungen ab der ersten Minute erfassen. Auch sollte die Bahn sicherstellen, dass reservierte Sitzplätze bei Zugausfällen oder -änderungen automatisch auf alternative Verbindungen übertragen werden. Wenn das nicht möglich ist, sollten die Zugbindung aufgehoben oder die Fahrgäste angemessen für den Komfortverlust entschädigt werden. Genau daran hakt es aktuell noch oft.

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