Arbeiten in Deutschland: Viele Beschäftigte inszenieren Produktivität nur

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Viele Arbeitgeber bezweifeln, dass ihre Beschäftigten im Homeoffice genauso produktiv arbeiten wie im Büro. Die Unterstellung: Da wird doch mal mit den Kindern herumgetüddelt oder nebenbei die Wäsche gebügelt. Eine Umfrage der Jobseite Indeed zeigt allerdings, dass auch im Büro teilweise mehr Schein als Sein vorherrscht. Denn viele Angestellte beschäftigen sich nicht nur mit ihrer Arbeit, sondern damit, Produktivität vorzugaukeln.

So einen Kollegen kennt wohl jeder: Während man selbst am Rechner seinen Task bearbeitet, klönt derjenige mit allem, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Zwischendurch macht er sich einen Kaffee oder geht den Gang rauf und runter. Überraschenderweise hat derjenige im Meeting dann aber besonders viel von seinen Tätigkeiten zu erzählen und dröselt Triviales haarklein auf. Und kommt der Chef mal ins Büro, tippt genau dieser Geselle besonders wild an seinem PC herum. Manche Vorgesetzten lassen sich davon blenden, andere rollen auch mit den Augen. Selten ist dieses Verhalten aber wohl offenbar nicht.

So haben viele Angestellte laut der Indeed-Umfrage den Eindruck, für ihren Arbeitgeber zähle Präsenz mehr als Leistung. Zumindest kristallisiert sich das aus den Aussagen von rund 1.000 hybrid arbeitenden Büroangestellten heraus. Lediglich 33,3 % der Befragten haben angegeben, dass sie ausschließlich ihre Arbeitsergebnisse für sich sprechen lassen. Zwei Drittel haben in den vergangenen zwölf Monaten hingegen bewusst Maßnahmen ergriffen, um produktiver oder engagierter zu wirken, als sie es tatsächlich waren.

Zu diesen Strategien greifen die Mitarbeiter

Im Homeoffice haben 27,7 % der Befragten angegeben, ihren Status auf „Online“ zu belassen, auch wenn sie sich anderen Aktivitäten widmen. 25,4 % der Befragten sind auch schon länger im Büro geblieben, weil eine Führungskraft vor Ort war. 23,2 % haben bewusst zu ungewöhnlichen Zeiten E-Mails versendet, um geschäftig zu wirken. 22,3 % haben sich in Meetings gemeldet, ohne inhaltlich etwas zuzusteuern, nur weil sie Präsenz zeigen wollten. 17,3 % haben auch schon gezielt ihre Jacke oder Tasche im Büro gelassen, um Anwesenheit zu suggerieren.

Warum gehen die Menschen so vor? 32,5 % schieben ihr Verhalten auf eine von Präsenzkontrolle geprägte Unternehmenskultur. 31,6 % machen sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz, während 24,4 % Druck durch Vorgesetzte oder Mikromanagement nennen. Selbstkritisch ist da offenbar niemand, denn oft dürften statt externen auch interne Motive eine Rolle spielen, etwa Profilierungsdrang und der Wunsch, Faulheit zu übertünchen. Ich denke, da gibt es durchaus zwei Seiten.

55,9 % der Befragten haben angegeben, dass ihr Arbeitgeber ihrer Ansicht nach bloße Anwesenheit höher bewertet als messbare Ergebnisse. 66,2 % würden auf bis zu 5 % ihres Gehalts verzichten, würde man ihre Leistung an den tatsächlichen Ergebnissen bemessen. 70 % würden für die Chance, dauerhaft im Homeoffice zu arbeiten, ähnliche Einbußen in Kauf nehmen.

50,9 % der Befragten sagen, dass sie zwar regelmäßig ins Büro fahren, dort aber dann doch wieder in Videocalls mit Kollegen sitzen. 69 % erklären, im Büro zudem immer wieder durch Lärm, Smalltalk oder spontane Unterbrechungen aus der Konzentration gerissen zu werden. 56,6 % geben daher auch an, primär vor Ort zu sein, um Gesicht zu zeigen, obwohl sie im Homeoffice effizienter werkeln.

Zu beachten ist, dass die Ergebnisse nicht aus einer wissenschaftlichen Studie, sondern aus einer losen Meinungsumfrage stammen. Man sollte sie also nicht verallgemeinern. Findet ihr euch denn in den Ergebnissen wieder?

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