
Ich hatte vor zwei Jahren die Anker MagGo 3-in-1 für euch unter die Lupe genommen. Hierbei handelt es sich um eine klappbare Ladestation mit Qi2-Unterstützung. Mit der bin ich, bis auf einige Kleinigkeiten auch durchaus zufrieden. Neugierig war ich dennoch, wie sich das Nachfolgemodell mit der Bezeichnung Anker Prime Wireless Charging Station 3-in-1 schlägt.
Neu ist die Unterstützung des Qi2.2-Standards, was das drahtlose Aufladen des Smartphones mit bis zu 25 Watt ermöglicht. Abwärtskompatibel laden Qi2-Geräte mit 15 Watt. Neben einem Ladepad für die Apple Watch steht ein weiterer Ladeplatz für Zubehör, etwa TWS-Kopfhörer, mit 5 Watt zur Verfügung. Das Smartphone lässt sich zwischen 0 und 60 Grad auf dem Ladepad neigen.

Im zusammengeklappten Zustand ist die Ladestation 9,5 × 6,0 × 3,1 Zentimeter groß und bringt 230 Gramm auf die Waage. Anker hat zudem an der Kühlung geschraubt und verbaut mit Airflow eine aktive Kühlung, um Geräte unter einer Temperatur von 37 Grad Celsius zu halten. Diese sei mit 19 dB entsprechend geräuscharm.

Ausgepackt & ausprobiert
Ich hatte es beim alten Modell als „meckern auf hohem Niveau beschrieben“, aber einer meiner Wünsche für die folgende Generation war, dass die Ladestation ein Stück dünner ausfällt, um noch besser fürs Reisegepäck geeignet zu sein. Beim Auspacken dann die Ernüchterung: Auch ohne den Direktvergleich fällt direkt ins Auge, dass die neue Generation eher dicker und schwerer ausfällt. Ein Blick aufs Datenblatt bestätigt: Das Gewicht ist von 195 Gramm auf 230 Gramm angestiegen. Während die weiteren Abmessungen recht ähnlich ausfallen liegt die Dicke mit 3,1 Zentimetern rund 25 Prozent über dem alten Modell mit 25 Millimetern Dicke.

Während die alte Generation pragmatischer wirkt, macht die neue Generation insgesamt einen etwas hochwertigeren Eindruck. Das liegt nicht zuletzt am überarbeiteten Klapp-Mechanismus. Im vollständig geöffneten und auch geschlossenen Zustand rastet die Position spürbar ein. Der verbaute Magnet wirkt einen Tick stärker und hebt bombenfest. Auch der verwendete Kunststoff wirkt etwas stimmiger – in Anlehnung an weitere Gerätschaften der Prime-Serie. Die neue Bauform sorgt zudem dafür, dass nicht mehr die komplette Rückseite aufliegt, sondern lediglich der kreisförmige Magnet-Bereich. Dadurch ist es auch einfacher das Gerät einhändig wieder abzunehmen.
Befanden sich beim alten MagGo-Gerät noch Lüftungsgitter auf der Unterseite, ist jetzt im zusammengeklappten Zustand nur noch ein schmaler Bereich an der Oberseite „offen“. Das glänzende Scharnier zieht weiterhin Fingerabdrücke an. Das Smartphone kann im Hoch- und Querformat verwendet werden und lässt sich nun auch vollständig um 360 Grad drehen, ohne am Kamera-Buckel hängenzubleiben. Das Smartphone wackelt beim Bedienen während des Ladens durch die festeren Positionen nicht mehr so stark.

Vor allem der Mechanismus für den Ladepuck der Apple Watch erlaubt Schnellladen und ist nun leichter erreichbar. Es reicht ein Drücken auf die Fläche und der Ladepuck poppt heraus und kann auf seine Position gebracht werden, an der er dann wirklich einrastet und stramm sitzt. Beim Vorgänger musste er mit dem Fingernagel aus der Vertiefung gefrickelt werden. Schön wäre es natürlich, wenn man hier nicht nur die Apple Watch laden könnte, aber den Vorwurf kann man nicht Anker machen. So lässt ein einheitlicher Ladestandard im Wearable-Bereich leider weiter auf sich warten. Durch die erhöhte Position können jegliche Bänder, auch Solo Loops, an der Apple Watch verbleiben. Einzig wer das Smartphone auch im flachen Zustand aufladen möchte, der kann nicht gleichzeitig die Uhr aufladen.

Beim Laden mit 15 Watt (Qi2, z.B. iPhone 15 Pro Max) ist, auch bei sommerlichen Temperaturen, kein Lüfter hörbar und ich konnte das Gerät auch nicht zum Lüften bringen. Eine LED informiert über den Lüfter-Status, diese geht zum Glück nach einiger Zeit wieder aus.

Etwas anders sieht es beim Laden mit Qi2.2 mit 25 Watt aus. Hier läuft der (dezent) Lüfter an und dieser verändert auch seine Intensität während des Ladevorgangs, vermutlich eben je nach Temperatur. Ein iPhone 17 Pro Max lädt von 0 auf 80 % in unter einer Stunde wieder auf, was fast auf dem Niveau des kabelgebundenen Ladens ist, und erwärmt sich natürlich trotz Kühlung – inwieweit weniger lässt sich schwer überprüfen. Hörbar? Quasi nein. Nur wenn man wirklich sein Ohr direkt neben die Lüfterauslässe hält. Sollte also auch bei Nacht kein Thema sein, wenn ihr euch da nicht unmittelbar neben dem Gerät befindet. Falls doch: Per Doppeltipp lässt sich die Airflow-Kühlung ausschalten und vice versa. Die LED geht wie gesagt automatisch aus und stört damit auch nachts nicht.

Ansonsten? Schön zu sehen, dass Anker ein modernes und kompaktes Netzteil der Nano-Serie mit 45 Watt mitliefert. Das hatte ich einst moniert. Der USB-C-Port ist nun ebenfalls mittig an der Rückseite an einem sinnvolleren Ort beheimatet. Mindestens 45 Watt sollten es auch sein, um alle Geräte mit maximaler Ladeleistung gleichzeitig versorgen zu können. Die LED weist darauf hin, wenn ihr ein Netzteil mit weniger Power ansteckt.

Unterm Strich?
Das neue Modell bietet kaum einen Mehrwert zum alten Modell, wirkt aber in einigen Punkten etwas hochwertiger und durchdachter. Das ganze geht aber auf Kosten des Formfaktors, denn das neue Modell fällt erheblich dicker und weniger transportabel aus. Wer auf das schnelle Laden verzichten kann, der ist mit dem Anker MagGo 3-in-1 weiterhin sehr gut bedient – und das zum wesentlich besseren Preis-Leistungs-Verhältnis und kompakter für unterwegs.

Wer auf das drahtlose Laden sowie eine zusätzliche Lademöglichkeit fürs Zubehör, etwa die TWS-Kopfhörer, verzichten kann. Für den ist vielleicht fürs Reisegepäck mit Apple Watch das Universal Kabel von Nomad etwas. Jenes ist inzwischen in realistischere Preisgefilde vorgedrungen. Das Universal Kabel erlaubt das gleichzeitige Laden von Smartphone und Apple Watch – alternativ zum Smartphone eben ein anderes USB-C-Gerät (z. B. ein Notebook). Außerdem ist es möglich, die Watch mit einem iPhone per USB-C mit Strom zu versorgen.
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