Adidas hat den offiziellen Spielball für die FIFA Weltmeisterschaft 2026 ja schon vor längerer Zeit vorgestellt. Das gute Stück hört auf den Namen „Trionda“ (eine Wortkreation aus Tri für drei Gastgeberländer und Onda für Welle). Während das Design mit seinen roten, grünen und blauen Elementen für Kanada, Mexiko und die USA ganz schick aussieht, interessiert uns hier im Blog natürlich vor allem die Technik, die unter der Haube, oder besser gesagt: in der Außenhaut, steckt.
Denn Adidas hat bei der integrierten „Connected Ball Technology“ im Vergleich zu den Vorgängern rein technische Anpassungen vorgenommen. Wer die letzten Turniere verfolgt hat, erinnert sich vielleicht: Bisher saß der Sensor im Inneren des Balls im mathematischen Mittelpunkt, aufwendig fixiert durch ein filigranes System aus Haltebändern (Suspension System). Damit ist beim Trionda Schluss.
Adidas setzt beim WM-Ball 2026 auf ein neues, seitlich montiertes Chipsystem. Die Technik wandert direkt in eine speziell dafür entwickelte Schicht innerhalb eines der vier großen Panels der Balloberfläche. Damit der Ball dadurch keine Unwucht bekommt und wie ein nasser Sack durch die Kurve fliegt, wurden in den anderen drei Panels entsprechende Gegengewichte verbaut. Adidas verspricht dadurch eine absolut konstante Flugstabilität und perfekte Balance.
Kernstück des Setups ist weiterhin eine träge Messeinheit, ein sogenannter IMU-Sensor (Inertial Measurement Unit). Das Ding misst die Beschleunigung und die Drehbewegungen des Balls, und das mit einer Frequenz von 500 Hertz. Heißt konkret: Der Sensor sendet 500-mal pro Sekunde präzise Bewegungsdaten an das VAR-System (Video Assistant Referee) im Stadion.
In Kombination mit den Tracking-Daten der Kameras im Stadion und einer Prise künstlicher Intelligenz erkennt das System in Echtzeit, wann der Ball exakt abgespielt wurde. Das hilft den Unparteiischen enorm, um Abseitsentscheidungen innerhalb von Sekundenbruchteilen und deutlich präziser zu fällen.
Auch die ewigen Diskussionen über minimale Ballberührungen (Stichwort: Handspiel oder „Wer war zuletzt am Ball?“) sollen damit minimiert werden. Das System entstand übrigens wieder in enger Zusammenarbeit mit den Tracking-Spezialisten von Kinexon.
Auch abseits der Elektronik gibt es Hardware-News: Der Ball besteht nur noch aus vier großen Panels. Um das Flattern älterer Ball-Generationen (wir erinnern uns schmerzhaft an den Jabulani von 2010) zu verhindern, wurden absichtlich tiefe Nähte und strategisch platzierte, geprägte Linien integriert. Das sorgt laut Adidas für einen gleichmäßigen, kalkulierbaren Luftwiderstand und besseren Grip bei nassen Verhältnissen.
Kostenpunkt für das Spielzeug: Wer sich den originalen Matchball (den „OMB“) in die Vitrine legen oder selbst damit kicken möchte, muss wie gewohnt tief in die Tasche greifen. Adidas ruft für die High-Tech-Murmel 160 Euro auf. Die sensorunterstützte Echtzeit-Datenübertragung bleibt im Amateur-Bereich mangels Stadion-Infrastruktur im Hintergrund natürlich ohne Funktion, aber man weiß zumindest, dass die Technik theoretisch da wäre.
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