Microsoft hat auf das grundlegendste Feedback seiner Tester gehört und kürzlich große Änderungen am Windows Insider-Programm angekündigt: Der Konzern wirft viele bisherige Entscheidungen gänzlich über Bord und bootet das Insider-Programm gänzlich neu. Die wichtigsten Änderungen: Der sogenannte Controlled Feature Rollout (CFR) wird abgeschafft und anstatt der bisherigen vier Insider-Ringe Release Preview, Beta, Dev und Canary gibt’s künftig nur noch Beta und Experimental.

CFR wird abgeschafft

Wer regelmäßig Windows-Vorabversionen testet, kennt wahrscheinlich Gefühl: Im Windows Insider Blog wird ein cooles neues Feature angekündigt, man installiert das Update und nichts ist davon ist am System zu sehen. Schuld daran war das sogenannte Controlled Feature Rollout (CFR), ein internes Test-System, das neue Funktionen nur zufällig bei einem Teil der Insider-Nutzer aktivierte. Auch im Production Ring nutzte Microsoft dieses System, um Funktionen wie das neue Startmenü in Windows 11 25H2 schrittweise an Nutzer auszurollen. Für Insider und Nutzer, die neugierig das neueste Update installierten und neue Funktionen gerne testen wollten, bedeutete dies oftmals Frustration. Wer nicht bereit war zu warten, musste das Vivetool benutzen und sich dann oftmals durch nicht funktionale Feature IDs durchprobieren. Das ist nun endlich Geschichte.

Insider-Kanäle werden vereinfacht

Zudem überarbeitet Microsoft auch die Kanäle im Insider-Programm: Statt vier verwobener und unübersichtlicher Insider-Kanäle gibt es künftig zwei klare Linien: Beta und Experimental.

Beta: Was angekündigt wird, kommt auch

Im Beta-Kanal gibt Microsoft seinen Insidern genau, was sie wollen. Hier beendet Microsoft das CFR gänzlich. Wenn ein Feature im Blog angekündigt und per Update ausgeliefert wird, ist es auf dem eigenen Gerät auch aktiviert und vorhanden. Hier macht das Insider-Programm wieder Spaß und lässt Nutzer die kommenden Features von Windows auch wirklich ausprobieren. Zudem ist der Kanal etwas stabiler als die Releases im Experimental-Channel.

Experimental: Näher dran an der aktiven Entwicklung

Der Experimental-Channel ersetzt die bisherigen Dev- und Canary-Kanäle und richtet sich an alle jene, die die Windows-Entwicklung hautnah miterleben möchten. Hier landet alles, was noch in aktiver Entwicklung ist, mit dem klaren Hinweis, dass diese Features sich noch ändern oder gar nicht erscheinen können. Hier wird allerdings das CFR zum Einsatz kommen: Nutzer haben hier jedoch ebenfalls mehr Kontrolle: Microsoft wird Feature Flags in die Einstellungen implementieren, womit Nutzer einzelne angekündigte Features manuell oder deaktivieren können, womit sie nicht mehr auf den zufälligen Rollout warten müssen.

Advanced Options im Experimental Channel

Selbstverständlich kann Microsoft allerdings nicht sämtliches Chaos in nur einem Tag beheben, das man begründet durch die Windows-Entwicklung ins Insider-Programm gebracht hatte: In den Einstellungen des Experimental-Channel werden Nutzer drei Abstufungen finden, welche Nutzern die Auswahl des Entwicklungssemesters erlaubt. Hier werden 25H2 (aktueller Release), 26H1 (Bromine, 28000.xxx für kommende ARM-Geräte) und Future Platforms (ab Build 29500) zur Auswahl stehen. Letztere ist nicht an eine bestimmte Windows-Version oder ein kommendes Feature Update geknüpft.

Es ist ein sinnvolles, aber nicht perfektes Upgrade für den oftmals sehr unübersichtlichen Canary-Channel, welcher damit transparenter, aber nicht wirklich viel einfacher zu navigieren wird.


Quelle: Microsoft