Claude kommt in Word und zeigt, wie Microsoft seinen Vorsprung verspielt

Anthropic hat dieser Tage ein neues Add-in für Microsoft Word in die Beta gebracht: Claude erscheint als Sidebar neben dem Dokument, kann Texte entwerfen, überarbeiten und formatierungsschonend bearbeiten. Ganz genau so, wie man es von Microsofts eigenem Copilot kennt. Claude schreibt Kommentare und teilt Kontext sogar mit der Integration für Excel und PowerPoint, was selbst Microsofts eigenes Produkt bislang nicht kann.

Vorsprung schmilzt

Es war Microsoft, das mit seiner milliardenschweren und anfangs exklusiven Partnerschaft mit OpenAI und der Integration von ChatGPT in Bing, Teams und Office den Startschuss für das KI-Wettrennen gab. Anfang 2023 wirkte der Konzern wie ein Vorläufer und aufgrund des technischen Vorsprungs von OpenAI uneinholbar. Copilot sollte der Beweis werden: Microsoft hatte, nachdem man Messenger, Handhelds, Tablets, Foldables und natürlich Smartphones verschlafen hatte, diesmal auf das richtige Next-Big-Thing gesetzt: Microsoft, die KI-Company.

Fast drei Jahre später sieht die Welt ganz anders aus: Google hat Gemini tief in Android, Chrome und die gesamte Workspace-Suite eingebettet. Apple hat mit Apple Intelligence eine plattformübergreifende KI-Schicht gebaut, die nahtlos in iPhone, iPad und Mac greift. Beide Konzerne besitzen das, was Microsoft fehlt: eine eigene Endgeräte-Plattform mit Milliarden aktiver Nutzer und die Möglichkeit, KI dort exklusiv und tief zu verankern.

Microsoft hat den Windows-PC. Doch die Geschichte zeigt, wie begrenzt dieser Vorteil ist. Das Scheitern der innovativen UWP-Plattform nach dem Ende von Windows 10 Mobile ist ein mahnendes Beispiel: Als Microsoft versuchte, mit einem geschlossenen App-Ökosystem eine kontrolliertere Plattform aufzubauen, liefen Entwickler und Nutzer davon. Windows blieb, was es immer war, offen, fragmentiert und schwer zu kontrollieren. Eine Stärke in vieler Hinsicht, aber definitiv keine bereite Basis für Exklusivität.

Offenheit als Pflicht, nicht als Tugend

Genau hier liegt das strukturelle Dilemma, das Claudes Einzug in Word so aufschlussreich macht. Microsoft muss seine Plattform öffnen. Nicht aus strategischer Großzügigkeit, sondern weil Windows anders nicht funktioniert. Office-Add-ins, API-Zugänge, Drittanbieter-Integrationen: Das ist kein Zugeständnis, sondern ein das Geschäftsmodell von Windows. Und so landet Claude ganz legal und komfortabel in Word, Excel und PowerPoint, parallel zum Copiloten und vermutlich sogar mit besserem Angebot.

Anthropic hat das geschickt genutzt. Die neue Integration unterstützt neben dem direkten Claude-Konto auch Verbindungen über Amazon Bedrock, Google Vertex AI oder Microsoft Foundry, also ausgerechnet auch die Cloud-Infrastruktur der Wettbewerber. Unternehmen, die bereits auf Azure setzen, können Claude über Microsofts eigene Dienste einbinden. Gewiss sogar ironisch: Microsoft stellt die Infrastruktur für die KI seiner Mitbewerber zur Verfügung, während Nutzer auf Microsofts Plattform die KI aus Redmond sogar bewusst meiden.

Abgesehen von der sogar im Vergleich zum Copiloten durchdachten Integration, kann die Claude Beta für Word allerdings nicht viel mehr als jeder andere Textgenerator auch: Texte schreiben, zusammenfassen und überarbeiten.

Microsoft ist nicht aus dem Rennen. Copilot ist tief in Microsoft 365 integriert, hat Zugriff auf den Microsoft Graph, also E-Mails, Kalender, Dokumente und genießt in Unternehmensumgebungen noch einen Heimvorteil durch bereits bestehende Verträge und Compliance-Strukturen. Den Plattformschutz, welcher allerdings so tief in moderne Smartphone-Systeme implementiert ist, durch exklusive Appstores, unveränderbare Browser-Engines oder eben exklusive KI-Schnittstellen, genießt Microsoft unter Windows allerdings nicht. Dementsprechend müsste der Konzern mit dem Produkt punkten, denn Nutzer haben schon gezeigt, dass sie mit der aufdringlichen Copilot-Integration nicht zufrieden sind, während zugleich die Tür für Alternativen weit offen bleibt.

Microsoft hat das Vertrauen der Entwickler verspielt und zahlt jetzt den Preis

Es ist eines dieser Phänomene, über die Windows-Nutzer gerne klagen, ohne genau zu verstehen, warum es passiert: Immer mehr Apps auf Windows 11 sind keine echten Windows-Anwendungen mehr: Sie sind verkleidete Websites. Slack, Spotify, Notion, Discord, Microsoft Teams, neuerdings auch WhatsApp, um nur ein paar populäre Beispiele zu nennen: Allesamt Electron-Hüllen oder WebView2-Konstrukte, die sich wie Webbrowser verhalten und RAM fressen wie ein KI-Rechenzentrum von Microsoft.

Schuld daran sind allerdings nicht zwingend die Entwickler oder gar die Unternehmen, für die sie arbeiten. Es ist nicht die Faulheit der Entwickler oder Investitionsresistenz der Unternehmen. Diese Erklärung wäre allerdings zu bequem für Microsoft und ist schlichtweg falsch.

Ein Unternehmen, das sich selbst nicht vertraut

Die Wahrheit ist unbequemer und trifft Microsoft direkt ins Herz seiner eigenen Plattformstrategie. Ein Entwickler hat es kürzlich in einem viel diskutierten Beitrag auf den Punkt gebracht: Man entwickle keine nativen Windows-Apps mehr, weil Microsoft selbst dem eigenen Ökosystem nicht treu bleibt. Und dieser Vorwurf ist berechtigt.

Man muss sich nur die Liste der Frameworks ansehen, die Microsoft in den letzten Jahrzehnten als „die Zukunft der Windows-Entwicklung“ angepriesen hat: Win32. MFC. WinForms. WPF. Silverlight. WinRT. UWP. WinUI 3. MAUI. Jedes dieser Frameworks wurde irgendwann mit Nachdruck beworben und dann entweder still beerdigt, stiefmütterlich behandelt oder durch das nächste große Ding ersetzt. Wer als Entwickler einmal erlebt hat, wie jahrelange Arbeit durch eine strategische Kehrtwende Microsofts wertlos wird, tut das kein zweites Mal.

Nicht nur Entwickler – auch Nutzer wurden verbrannt

Doch das eigentliche Ausmaß des Problems wird erst sichtbar, wenn man nicht nur auf die Entwickler schaut, sondern auf die Millionen ganz normaler Nutzer, die Microsofts Versprechen geglaubt und dafür bezahlt haben. Mit echtem Geld, Zeit und Vertrauen.

Windows RT war Microsofts erster großer Anlauf, ein schlankes, ARM-basiertes Windows für Tablets zu etablieren. Wer damals ein Surface RT oder Surface 2 kaufte, hielt ein teures Gerät in den Händen, das nur Apps aus dem eigenen Store ausführen konnte und dessen Store von Anfang an halbleer war. Wer es kaufte, musste auf Microsofts Strategie vertrauen. Und Microsoft ließ sie hängen. Erst der Jailbreak viele Jahre später machte die Geräte einigermaßen nutzbar dank Kompatibilität zu ARM-kompilierten Desktop-Programmen. Von Microsoft wurden die Kunden allerdings fallengelassen ohne Upgrade, Rückerstattung oder gar einer Entschuldigung.

Windows Phone und Windows 10 Mobile sind aber wohl die bekanntesten Leichen in Microsofts Keller. Das mobile System aus Redmond konnte im mittleren Osten und Europa bereits mit erheblichen Marktanteilen Fuß fassen, allerdings nie in den USA. Das reichte für Microsoft nicht, obwohl man viele Jahre damit verbrachte, Nutzer und Entwickler zu umwerben. Dank Windows 10 Mobile gab es später die innovative Universal Windows Plattform, die als Zukunft aller Windows-Apps angepriesen wurde und sogar Microsoft selbst investierte noch in dieses Framework. Die OneNote UWP, die Mail-App von Windows 10 und die Anwendungen vieler großartiger Entwickler gaben Hoffnungen: Bis Microsoft 2016 nicht endgültig die Reißleine zog, nur knapp ein Jahr, nachdem man seine letzten Lumia-Flaggschiffe präsentierte. Wer damals ein Lumia kaufte, fiel auf Versprechen einer lebendigen App-Zukunft herein und wurde bitter enttäuscht. Die Plattform wurde einfach eingestellt, was sich für betroffene Nutzer nicht unähnlich anfühlt wie ein Crypto-Rugpull.

Und dann war da noch das Surface Duo. Ein ambitioniertes, teures Dual-Screen-Gerät, das Microsoft als Beginn einer neuen Gerätekategorie anpries. Die Realität war Software-Outsourcing in Rumänien, kaum Android-Optimierungen der hauseigenen Apps und ein recht bald eingestellter Update-Support. Wer über 1.500 Euro für ein Duo ausgegeben hatte, durfte zusehen, wie Microsoft das Projekt still und leise auf Eis legte, ohne jemals das volle Potenzial einzulösen, das so vollmundig versprochen worden war.

Windows RT, Windows Phone, Windows 10 Mobile, Surface Duo – das ist keine Pechsträhne. Das ist ein Muster.

Das Muster ist immer dasselbe: Microsoft betritt früh einen Markt mit großen Worten, ist oftmals rein technisch der Konkurrenz sogar einen Schritt voraus (siehe OpenAI) und gewinnt damit Enthusiasten und risikofreudige Nutzer für sich. Sobald es auch nur für kurze Zeit nicht mehr läuft, gibt man auf. Immer ohne angemessene Übergangslösung, ohne langfristigen Support und gänzlich ohne Kommunikation oder das Eingestehen von Fehlern. Was bleibt, sind enttäuschte Nutzer, die das nächste Mal sehr genau überlegen, ob sie einem Microsoft-Produkt wieder vertrauen wollen.

Apple zeigt, wie es geht

Der Vergleich mit Apple ist hier aufschlussreich, auch wenn er manchem Microsoft-Fan sauer aufstößt. Apple hat über Jahrzehnte hinweg eine konsistente Entwicklungslinie gehalten: Cocoa, AppKit, SwiftUI. Natürlich hat auch Apple Plattformen abgekündigt, man denke an den Classic Mac OS oder an 32-Bit-App-Support. Aber die Art, wie Apple solche Übergänge kommuniziert, plant und begleitet, ist kaum vergleichbar mit dem, was Microsoft Entwicklern und Nutzern zugemutet hat. Das Ergebnis: Auf macOS und iOS dominieren native Apps. Microsofts Outlook für macOS ist deutlich besser als die Windows-App. Auf Windows dominieren Electron-Wrapper. Das ist kein Zufall.

Kommen Microsofts Bemühungen zu spät?

Fairerweise muss man sagen: Microsoft will gegenzusteuern. Angeblich. WinUI 3 wird aktiv gefördert und jetzt soll auch der Konzern selbst wieder in die Qualität von Windows-Apps investieren. Das kündigte der Konzern aber erst vor wenigen Wochen an. Die Realität ist aber, dass Microsoft sein Windows 11-System seit Anfang an mit WebWrapper-Apps wie dem neuen Outlook zumüllt.

Vertrauen lässt sich aber nicht per Pressemitteilung wiederherstellen. Weder bei Entwicklern noch bei Nutzern. Wer einmal auf Windows Phone gesetzt, wer UWP-Apps entwickelt, wer ein Surface Duo zum Vollpreis gekauft hat, wird nicht beim ersten Zeichen der Besserung zurückkehren.

Was Microsoft bräuchte, ist ein Jahrzehnt der Beständigkeit. Eine klare Aussage, welches Framework das eine ist, auf das man setzen soll. Und das Durchhalten dieser Aussage, auch wenn intern die nächste große Idee wartet. Dasselbe gilt für Hardware und Plattformen: Wer neue Gerätekategorien ankündigt, muss bereit sein, sie langfristig zu tragen oder es einfach gleich lassen.

Microsoft räumt das Insider Program endlich auf: Das ist neu

Microsoft hat auf das grundlegendste Feedback seiner Tester gehört und kürzlich große Änderungen am Windows Insider-Programm angekündigt: Der Konzern wirft viele bisherige Entscheidungen gänzlich über Bord und bootet das Insider-Programm gänzlich neu. Die wichtigsten Änderungen: Der sogenannte Controlled Feature Rollout (CFR) wird abgeschafft und anstatt der bisherigen vier Insider-Ringe Release Preview, Beta, Dev und Canary gibt’s künftig nur noch Beta und Experimental.

CFR wird abgeschafft

Wer regelmäßig Windows-Vorabversionen testet, kennt wahrscheinlich Gefühl: Im Windows Insider Blog wird ein cooles neues Feature angekündigt, man installiert das Update und nichts ist davon ist am System zu sehen. Schuld daran war das sogenannte Controlled Feature Rollout (CFR), ein internes Test-System, das neue Funktionen nur zufällig bei einem Teil der Insider-Nutzer aktivierte. Auch im Production Ring nutzte Microsoft dieses System, um Funktionen wie das neue Startmenü in Windows 11 25H2 schrittweise an Nutzer auszurollen. Für Insider und Nutzer, die neugierig das neueste Update installierten und neue Funktionen gerne testen wollten, bedeutete dies oftmals Frustration. Wer nicht bereit war zu warten, musste das Vivetool benutzen und sich dann oftmals durch nicht funktionale Feature IDs durchprobieren. Das ist nun endlich Geschichte.

Insider-Kanäle werden vereinfacht

Zudem überarbeitet Microsoft auch die Kanäle im Insider-Programm: Statt vier verwobener und unübersichtlicher Insider-Kanäle gibt es künftig zwei klare Linien: Beta und Experimental.

Beta: Was angekündigt wird, kommt auch

Im Beta-Kanal gibt Microsoft seinen Insidern genau, was sie wollen. Hier beendet Microsoft das CFR gänzlich. Wenn ein Feature im Blog angekündigt und per Update ausgeliefert wird, ist es auf dem eigenen Gerät auch aktiviert und vorhanden. Hier macht das Insider-Programm wieder Spaß und lässt Nutzer die kommenden Features von Windows auch wirklich ausprobieren. Zudem ist der Kanal etwas stabiler als die Releases im Experimental-Channel.

Experimental: Näher dran an der aktiven Entwicklung

Der Experimental-Channel ersetzt die bisherigen Dev- und Canary-Kanäle und richtet sich an alle jene, die die Windows-Entwicklung hautnah miterleben möchten. Hier landet alles, was noch in aktiver Entwicklung ist, mit dem klaren Hinweis, dass diese Features sich noch ändern oder gar nicht erscheinen können. Hier wird allerdings das CFR zum Einsatz kommen: Nutzer haben hier jedoch ebenfalls mehr Kontrolle: Microsoft wird Feature Flags in die Einstellungen implementieren, womit Nutzer einzelne angekündigte Features manuell oder deaktivieren können, womit sie nicht mehr auf den zufälligen Rollout warten müssen.

Advanced Options im Experimental Channel

Selbstverständlich kann Microsoft allerdings nicht sämtliches Chaos in nur einem Tag beheben, das man begründet durch die Windows-Entwicklung ins Insider-Programm gebracht hatte: In den Einstellungen des Experimental-Channel werden Nutzer drei Abstufungen finden, welche Nutzern die Auswahl des Entwicklungssemesters erlaubt. Hier werden 25H2 (aktueller Release), 26H1 (Bromine, 28000.xxx für kommende ARM-Geräte) und Future Platforms (ab Build 29500) zur Auswahl stehen. Letztere ist nicht an eine bestimmte Windows-Version oder ein kommendes Feature Update geknüpft.

Es ist ein sinnvolles, aber nicht perfektes Upgrade für den oftmals sehr unübersichtlichen Canary-Channel, welcher damit transparenter, aber nicht wirklich viel einfacher zu navigieren wird.


Quelle: Microsoft

10 Jahre 4K Ultra HD Blu-ray in Deutschland – Warum das Format 2026 noch überzeugt

Am 7. April 2016 startete das Format hierzulande. Ein Jahrzehnt später ist die UHD-Blu-ray nach wie vor das beste, was ein Heimkino-Fan in seinen Player legen kann.

Zehn Jahre sind eine lange Zeit, erst recht in der Unterhaltungselektronik, wo gefühlt jede Saison ein neues „Game Changer“-Format angekündigt wird. Und doch: Die 4K Ultra HD Blu-ray ist immer noch da. Nicht nur als Nischenprodukt für Techniknerds, sondern als das physische Medium schlechthin für alle, denen Bildqualität wirklich am Herzen liegt.

Der Start – bescheiden, aber vielversprechend

Die ersten UHD-Blu-rays erschienen am 14. Februar 2016 in den USA; Deutschland folgte mit dem offiziellen Launch am 7. April 2016. Zum Auftakt brachten Warner Bros. und 20th Century Fox insgesamt zwölf Titel auf den Markt – darunter echte Highlights wie Mad Max: Fury Road und Der Marsianer.

Warner Bros. (4 Titel)

  • Mad Max: Fury Road
  • San Andreas
  • The Lego Movie
  • Pan

20th Century Fox (8 Titel)

  • Der Marsianer
  • Kingsman: The Secret Service
  • X-Men – Zukunft ist Vergangenheit
  • Life of Pi
  • und 4 weitere

Die Discs lagen preislich zwischen 29,99 € und 34,99 €, ein Niveau, das sich bis heute kaum verändert hat. Wer sie abspielen wollte, griff zum Samsung UBD-K8500, dem weltweit ersten UHD-Blu-ray-Player, für rund 499 €.

Was steckt technisch dahinter?

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Blu-ray liegt nicht nur in der Auflösung. Klar, 3840 × 2160 Pixel – also viermal so viel wie Full HD – klingt auf dem Papier natürlich beeindruckend. Aber was das Format wirklich auszeichnet, ist das Zusammenspiel mehrerer Technologien:

  • HDR: HDR10, HDR10 und Dolby Vision sorgen für einen massiv erweiterten Kontrastumfang
  • Farbraum: BT.2020 bringt Farben zum Leben, die auf alten Displays schlicht nicht existierten
  • Ton: Dolby Atmos, DTS:X und Auro-3D – volle, verlustfreie 3D-Klangerlebnisse
  • Speicher: bis zu 128 GB (Quad-Layer BDXL) für unkompromittierte Bitraten

Am häufigsten kommen 66-GB- und 100-GB-Discs zum Einsatz – genug Platz, um Filmkunst so zu speichern, wie sie von ihren Erschaffern auch gemeint war.

4K Blu-ray vs. Streaming – kein fairer Kampf

Ja, Netflix, Disney und Co. bieten ebenfalls 4K und HDR. Aber wer beide Varianten direkt vergleicht, merkt schnell, wo der Unterschied liegt: Streaming komprimiert stark, die Qualität schwankt je nach Internetverbindung, und Tonformate werden oft reduziert oder gar nicht erst angeboten.

Die 4K Blu-ray liefert dagegen konstant maximale Bitraten, unabhängig von Netz und Server. Für echte Heimkino-Fans ist das kein Detail, sondern ein Grundprinzip.

Das häufigste Problem: Das Bild wirkt zu dunkel

Wer zum ersten Mal eine UHD-Disc einlegt, ist manchmal enttäuscht: Das Bild wirkt dunkler als erwartet. Der Schuldige ist fast nie das Format – sondern die HDR-Konfiguration. Typische Ursachen sind:

  • Falsche HDR-Einstellungen am Fernseher oder Player
  • Fehlendes oder deaktiviertes Tone Mapping
  • Energiesparmodus statt Kinomodus
  • Ein Display, das HDR zwar unterstützt, aber nicht die nötige Spitzenhelligkeit erreicht

Richtig kalibriert entfaltet die UHD-Blu-ray ein Bild, das kein Streaming und keine normale Blu-ray auch nur annähernd erreicht.

Sammlerformat mit Stil

Ein Aspekt, den reine Streaming-Nutzer nie erleben: das Unboxing einer limitierten Edition. Steelbooks, Mediabooks, aufwendige Schuber, die 4K Blu-ray ist längst auch ein Sammelmedium. Neue Releases kosten meist zwischen 29,99 € und 32,99 €; für besondere Editionen zahlen Fans auch mehr und bekommen dafür ein Stück physische Filmkultur.

Klassiker in neuem Glanz

Einer der schönsten Aspekte des Formats ist die Restaurierung älterer Filme. Ben Hur (1959), Lawrence von ArabienDer Pate – dank neuer Scans und HDR-Mastering sehen diese Klassiker heute besser aus als je zuvor. Und moderne Produktionen wie OppenheimerTenet oder Avatar: The Way of Water zeigen, was das Format in Kombination mit zeitgenössischer Kinotechnik leisten kann.

Kleiner Hinweis für Puristen: Nicht jede UHD-Disc basiert auf echtem nativem 4K. Viele VFX-lastige Produktionen werden in 2K produziert und hochskaliert. Das Ergebnis profitiert trotzdem von HDR und erweitertem Farbraum – sieht also besser aus als die Standard-Blu-ray. Aber wer „echtes“ 4K sucht, lohnt sich ein Blick in die technischen Details der jeweiligen Veröffentlichung.

Fazit: Noch immer Referenz

Zehn Jahre nach dem deutschen Launch ist die 4K Ultra HD Blu-ray alles andere als ein Auslaufmodell. Sie ist das Referenzmedium für alle, die zu Hause das Maximum herausholen wollen – unabhängig vom Internet, unabhängig von Streaming-Anbietern und deren Kompromissen.

Alles Gute zum zehnten Geburtstag, UHD-Blu-ray. Du hast ihn dir redlich verdient.

Neue Copilot für Windows 11 ist heimlich Microsoft Edge – nur umbenannt

Ein aufmerksamer Windows-Enthusiast hat aufgedeckt, was Microsoft lieber verschwiegen hätte: Die neue Copilot-App für Windows 11 ist im Kern schlicht Microsoft Edge – mit anderem Namen. Dieser gesamte Satz stimmt wortwörtlich. 

Der Nutzer @TheBobPony zeigte in einem Tweet samt Video, dass ein einfaches Umbenennen der Datei mscopilot.exe zu msedge.exe sowie des zugehörigen Ordners von „Copilot“ zu „Edge“ vollkommen genügt, um direkt den Microsoft Edge-Browser zu starten. Sieht so ein eigenständiges, natives KI-Produkt aus?

Edge im Schafspelz

Wer einen Blick in den Installationsordner der neuen Copilot-App wirft, findet darin eine vollständige Microsoft Edge-Installation. Der Edge-Ordner belegt rund 850 MB und enthält sämtliche Edge-Binärdateien, darunter msedge.exe, msedge.dll, ffmpeg.dll sowie Chromium-Komponenten wie Vulkan/SwiftShader und WidevineCDM.

Besonders auffällig: msedge.dll innerhalb des Copilot-Pakets ist 315 MB groß, ein klarer Hinweis auf eine vollwertige Chromium-Browser-Engine. Hätte Microsoft eine einfache WebView2-Lösung oder Progressive Web App genutzt, wäre die vorhandene Edge-Integration in Windows 11 ausreichend gewesen.

Auch BobPonys Experiment bestätigt dies direkt: Der eigentliche Microsoft Edge-Browser sowie Edge WebView2 wurden auf seinem System bereits deinstalliert – trotzdem startete der umbenannte Copilot-Ordner problemlos Edge.

The new Copilot app for Windows 11 is really just Microsoft Edge.

Renaming “mscopilot.exe” to “msedge.exe” and its folder from “Copilot” to “Edge” will simply launch Microsoft Edge.

FYI, The actual Microsoft Edge browser and Edge WebView2 has already been uninstalled. pic.twitter.com/cWB7PeDGFN

— BobPony.com (@TheBobPony) April 6, 2026

Eine App, viele Wandlungen

Diese erneut neue Version des Copiloten ersetzt die native WinUI-App, die ihrerseits die WebView-Version abgelöst hatte, welche wiederum auf eine PWA folgte, die einst als Sidebar in Windows 11 integriert war. Mit jeder Iteration verspricht Microsoft eine bessere, nativere Erfahrung und liefert nun einen kompletten Webbrowser.

Trotz des hohen RAM-Verbrauchs, der als erheblicher Kritikpunkt gilt, fühlt sich die neue Copilot-App flüssig an, ganz einfach aus dem Grund, dass Microsoft schlicht eine vollständige Kopie von Edge mitliefert, die Copilot-Oberfläche als Web-App über WebView2 rendert und einen eigenen Launcher (mscopilot.exe) dazwischenschaltet.

Die Frage, die bleibt

Warum bündelt Microsoft heimlich einen kompletten Browser in eine KI-App, statt die ohnehin bereits auf Windows 11 vorhandene Edge-Installation zu nutzen? Eine offizielle Antwort steht aus. Die Vermutung liegt nahe, dass Microsoft damit eine unabhängigere, schnellere Laufzeitumgebung für Copilot schaffen will, welche in Zukunft womöglich noch angepasst, verkleinert und um eigene Funktionen erweitert wird. Gleichzeitig wird damit auch sichergestellt, dass der Copilot auch dort funktioniert, wo Edge und somit die WebView2 deinstalliert wurde.

Dennoch scheint diese Implementierung im krassen Widerspruch zu stehen zu Microsofts jüngsten Versprechen, künftig auf 100% native Windows-Apps zu setzen und KI gezielt dort einzusetzen, wo es am sinnvollsten ist. Man habe an einen neuen „Anspruch an die Windows Qualität“ gefunden, schrieb der Konzern erst heute in einer Email an Windows Insider in Deutschland.

Este sitio web utiliza cookies para que usted tenga la mejor experiencia de usuario. Si continúa navegando está dando su consentimiento para la aceptación de las mencionadas cookies y la aceptación de nuestra política de cookies, pinche el enlace para mayor información.

ACEPTAR
Aviso de cookies