„Lego Horizon Adventures“ im Test: Post-Apokalypse für Kinder und Familien

Am 14. November 2024 ist das neue Spiel „Lego Horizon Adventures“ erschienen. Dieser kindgerechte Ableger der Reihe steht direkt zum Launch nicht nur für die Sony PlayStation 5, sondern auch für die Nintendo Switch und den PC zur Verfügung. 69,99 Euro kostet dieser Titel, welcher im Gegensatz zu den meisten anderen Lego-Games zur Abwechslung nicht von Traveller’s Tales, sondern von Guerrilla Games und Studio Gobo entwickelt worden ist. Ich konnte mir das Spiel dank eines Codes von Sony bereits vorab für euch anschauen.

Dabei direkt ein wichtiger Hinweis: Dass „Lego Horizon Adventures“ in erster Linie ein Spiel für Kinder und Familien ist, solltet ihr ernst nehmen. Das Gameplay ist sehr simpel und die Dialoge unter den Charakteren teilweise so albern, dass sich das Gesamtbild wirklich primär an Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren richten dürfte. Cool für Familien ist, dass ihr das Spiel auch im Couch-Koop durchzocken könnt. Denn nach dem Start mit der Protagonistin Aloy, bekannt aus „Horizon Zero Dawn“ und „Horizon Forbidden West“, gesellen sich schnell andere Charakter wie Varl, Teersa und Erend hinzu.

Diese weiteren, spielbaren Figuren haben alle unterschiedliche Waffen und können daher auch abweichende Spezialangriffe ausführen. Aloy z. B. kann Eis- oder Flammenpfeile einsammeln und verwenden, was Varl mit seinem Speer nicht möglich ist. Erwartet hier allerdings nicht die Vielfalt bisheriger Lego-Titel wie „Lego Star Wars: Die Skywalker Saga“, das ja Hunderte von Figuren geboten hat. Hier spielt ihr nur eine Handvoll von Figuren, die dafür aber eben auch alle eine Rolle in der Story haben.

„Lego Horizon Adventures“: Ade Open-World

Auf eine offene Spielwelt verzichtet „Lego Horizon Adventures“. Stattdessen agiert die Siedlung Mother’s Heart als Hub. Von dort aus steuert ihr die einzelnen Levels an, die ihr in jeweils überschaubarer Spielzeit von ca. 15 Minuten durchzocken könnt. Auch hier könnt ihr Studs sammeln und diese später entweder in Upgrades wie z. B. mehr Schaden durch Umwelteinflüsse wie explodierende Fässer oder auch neue Kleidung und Dekorationen für Mother’s Heart stecken. Die neuen Kostüme haben aber keinen spielerischen Einfluss und sind rein kosmetischer Natur. Selbiges gilt auch für die Siedlungs-Dekos.

Nach dem Abschluss jedes Levels erhaltet ihr einen goldenen Baustein. Sammelt genug und ihr könnt in der Siedlung neue Plätze freischalten, die aber ebenfalls meist nur dekorativer Natur sind. Ab und an benötigt ihr jedoch bestimmte Gebäude, um zusätzliche Aufträge abzuschließen, die ihr über ein Gemeinschaftsboard annehmen könnt. Für die Erfüllung hagelt es zusätzliche Gold-Bricks. Die Aufträge sind allerdings alle simple Quests wie „Erledige X Monster“, „Erledige X Monster durch Gadgets“ oder „Errichte X verschiedene Gebäude“. Erzählerisch hat das z. B. keine Bedeutung und bringt auch keinen neuen Dreh ins Gameplay.

Bekannte Gadgets aus den beiden Hauptspielen übernimmt „Lego Horizon Adventures“ zwar auch, denkt sich aber allerlei kindgerechte Zusatzgeräte aus. Beispielsweise feuert ein Hot-Dog-Stand munter auf Gegner oder ihr nutzt spezielle Springschuhe für einen Double-Jump, bei dem Gegner unter euch in Flammen aufgehen. Jedes Level wird dabei in der Mitte unterbrochen und ein Händler, der allerdings kein Geld von euch verlangt, stellt euch dann Gadgets für die zweite Hälfte bereit. In den Kämpfen könnt ihr zudem nicht nur wild drauflosschießen, sondern auch gezielt Feinde anvisieren oder Schwachstellen an den Roboter-Dinos nutzen, um Bauteile zu lösen – wie im Hauptspiel.

Kommt nicht an die Titel von Traveller’s Tales heran

Dabei erzählt „Lego Horizon Adventures“ recht lose die Hauptgeschichte des ersten Spieles nach, zieht aber fast alles durch den Kakao. Aloy etwa ist zu einer hyperaktiven Figur geworden, die jederzeit einen Witz reißt, Erend ist süchtig nach Donuts und Teersa zieht es in Anbetracht einer bedrohlichen Situation vor, erst einmal ein Nickerchen zu machen. Manchmal ist das ganz witzig, auf Dauer kann das aber für Erwachsene recht anstrengend werden. Insbesondere, da die Dialoge nicht in hübschen Zwischensequenzen, sondern über Textfenster mit übergroßen Porträts der Gesprächspartner inszeniert werden. Das wirkt eher statisch und nicht zeitgemäß.

Der kindgerechte Humor verfügt zudem nicht über die Ironie und den Charme, welcher die Lego-Spiele von Traveller’s Tales auch für Erwachsene zu einem Genuss gemacht hat. Um es zu vereinfachen: Wenn die Spiele von Traveller’s Tales die Filme von Pixar wären, dann stünde „Lego Horizon Adventures“ eher für die „Minions“. Das recht einfache Gameplay, das sich im Spielverlauf kaum wandelt, mag zudem Kinder vielleicht über mehrere, kleinere Dosen bei Laune halten, ist für Erwachsene aber spätestens nach 4–5 Levels zu gleichförmig. Zumal die schlauchigen Levels eben trotz unterschiedlicher Umgebungen im Aufbau alle extrem ähnlich sind.

Die Musik hat dabei im Übrigen auch gelitten und wirkt nun wie eine Light-Variante der bombastischen Klänge des Hauptspiels. Dafür gibt es eine deutsche Synchronisation und deutsche Texte, die beide sehr gut umgesetzt worden sind. Der Grafikstil weiß ebenfalls zu gefallen: Im Gegensatz zu den mehrfach erwähnten Spielen von Traveller’s Tales nutzt „Lego Horizon Adventures“ einen Tilt-Shift-Look, der eher an die Lego-Kinofilme erinnert. Obendrein besteht an der PlayStation 5, an welcher ich den Titel getestet habe, die Wahl aus einem Performance- und einem Fidelity-Modus. Ersterer bietet 60 fps mit verringerter Auflösung, letzterer 30 fps mit deutlich erhöhter Bildqualität.

Mein Fazit

„Lego Horizon Adventures“ soll vor allem jüngere Gamer ins Boot holen und für die Marke begeistern. Das könnte aber ein schwieriges Unterfangen werden, denn das Spiel bietet wenig Abwechslung und ist in seiner Albernheit sehr weit von der Kernmarke entfernt. Deswegen dürften Erwachsene, die sich für die beiden Hauptspiele begeistert haben, hier vielleicht sogar eher mit den Augen rollen, statt grinsend auf abgewandelte Szenen zu zeigen, die sie aus den bisherigen Titeln kennen. So gelingt es Guerrilla Games und Studio Gobo nicht, den gleichen Charme zu entwickeln, der die Lego-Spiele von Traveller’s Tales oft zu sowohl witzigen Parodien als auch liebevollen Hommagen an Franchises wie „Avengers“, „Batman“ oder „Star Wars“ gemacht hat.

Am Ende ist aus meiner Sicht etwa ein anderer Sony-Titel in diesem Jahr der bessere Tipp für Kids und Familien: „Astro Bot“. Generell ist „Lego Horizon Adventures“ kein schlechtes Spiel, für Fans der Marke aber eine Enttäuschung – und für Kinder für sich genommen nicht herausragend genug, um als schillernde Eintrittskarte in die Welt von Aloy und Co. zu fungieren.

Mein Rat: Schaut mal wie sich der Preis entwickelt, denn für 69,99 Euro wird hier aus meiner Sicht mit 7 Stunden Spielzeit, die zu wenig Abwechslung aufweisen, etwas zu wenig geboten. Sobald die ersten Deals aufploppen, kann man dann mal hereinschauen.

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Geekom AE8 im Test: Mini-PC mit dem AMD Ryzen 9 8945HS

Geekom hat sein Line-up an Mini-PCs kürzlich um das Modell AE8 erweitert. Hier handelt es sich um einen kompakten Windows-Rechner mit einem AMD Ryzen 9 8945HS als Herzstück. Dank der integrierten GPU Radeon 780M sollte dieses Modell sogar für das ein oder andere Spiel etwas taugen. Im Test habe ich mir den Geekom AE8 daher einmal genauer für euch angeschaut.

Zuletzt hatte ich da den Geekom GT1 Mega auf dem Schreibtisch stehen, der allerdings von einem Intel Core Ultra 9 185H angetrieben wird. Der kann zwar mit besonderer KI-Leistung aufwarten, ist aber mit einer schwächeren GPU bestückt. Auch der Chip des Geekom AE8, der AMD Ryzen 9 8945HS stammt dabei aus dem Dezember 2023 und ist eigentlich für Notebooks gedacht. Es handelt sich aber auch Ende 2024 immer noch um einen potenten Prozessor, der seine Daseinsberechtigung hat.

Spezifikationen des Geekom AE8

Größe 117 x 112 x 49,2 mm
CPU AMD Ryzen 9 8945HS (8 Kerne, 16 Threads, 16 MB L3-Cache, 4,0 – 5,1 GHz, TDP: 45 W)
GPU AMD Radeon 780M
Arbeitsspeicher Zweikanal-DDR5 5600MHz SODIMM, 32 GByte
Datenspeicher 1 x SSD PCIe Gen 4 x4, 1 TByte
Anschlüsse 1 x USB 3.2 Gen 2 Type-A an der Rückseite, 1 x USB 2.0 Type-A an der Rückseite
1x USB 3.2 Gen 2 Typ-A an der Vorderseite unterstützt Power Delivery, 1 x USB 3.2 Gen 2 Typ-A an der Vorderseite
1 x USB 3.2 Gen 2 Typ-C unterstützt Power Delivery (Rückseite)
1 x USB 4 Gen 3 Typ-C unterstützt Power Delivery (Rückseite)
1 x Lautsprecher (3,5 mm Klinke)
1 x RJ45 (Rückseite) RTL8125BG-CG
2 x HDMI 2.0 (Rückseite)
1 x DC in (Rückseite)
1 x Ein-/Aus-Taste
1 x SD-Kartenleser
Interner Anschluss 1 x M.2 Key-M-Steckplatz für PCIe x4 Gen 4
1 x M.2 2230 für WIFI PCIe
1 x Lüfter
LED 2 x Power-LED (Einschalten: Weiß)
Ethernet Intel 10/100/1000/2.500 Mbps RJ45 RTL8125BG-CG
Drahtloses LAN M.2 Wi-Fi 6E, BT5.2 AW-EB600NF
Kensington Lock Ja
DTPM2.0 FTPM
Adapter 19 V, 6,32 A
Zertifizierung CE, FCC, CB, CCC, RoHS
Betriebssystem Windows 11 Pro

Oben könnt ihr in der Tabelle die restlichen technischen Daten des Geekom AE8 erblicken. Es gibt im Übrigen auch eine zweite Variante mit dem minimal schwächeren AMD Ryzen 7 8845HS und 512 GByte statt 1 TByte Speicherplatz. Das mir für den Test zur Verfügung gestellte Ausführung kostet regulär aktuell 879 Euro. Über den Code „STBAE8“ solltet ihr allerdings 180 Euro Rabatt im Shop des Herstellers erhalten. Zieht es euch eher zu Amazon.de, dann sollte der Code „stadtAE8“ euch dort 21 % Rabatt verheißen.

Ausstattung und Verarbeitung

Der Geekom AE8 ist mit seinem Gehäuse nicht auf dem Niveau des kürzlich von mir getesteten Mega GT1. So nutzt das zuletzt genannte Modell ein Case aus Metall, während es beim AE8 aus Plastik besteht. Im Lieferumfang findet man im Übrigen neben dem Mini-PC an sich natürlich das passende Netzteil mit Stromkabel, eine VESA-Halterung, eine Kurzanleitung sowie auch ein HDMI-Kabel vor.

Vorne setzt der Geekom AE8 in Sachen Anschlüssen auf zweimal USB-A (3.2 Gen 2) und einen Port für Mikrofon bzw. Kopfhörer. Das Gros der Anschlüsse ruht also rückseitig. Dort finden wir zweimal HDMI 2.0, jeweils zweimal USB-A, zweimal USB-C plus Ethernet (2.5 Gigabit). Ihr könnt über die beiden USB-C-Anschlüsse auch DisplayPort im Alt-Mode verwenden, um Bildschirme zu verbinden. Seitlich ruht dann links der SD-Kartenleser, während rechts Kensington Lock zu finden ist.

Am Ende handelt es sich hier in Optik und Haptik um einen Mini-PC, der etwas hinter Geekoms Flaggschiffen mit den sowohl schickeren als auch hochwertigeren Metallgehäusen zurückstehen muss. Dennoch hinterlasst der Geekom AE8 einen guten Gesamteindruck. Dank der silbernen Farbe und des matten Looks könnte man auch auf den ersten Blick annehmen, es käme doch Aluminium für das Case zum Einsatz. Zumindest prangen da auch nicht so fix Fingerabdrücke.

Praxistest des Geekom AE8

Der Geekom AE8 verfügt über 32 GByte DDR5-RAM und den AMD Ryzen 9 8945HS als Prozessor. Letzterer bringt dann auch die integrierte GPU Radeon 780M mit. Der Chip stammt aus dem Jahr 2023 und basiert auf der CPU-Architektur Zen 4. Auch heute noch handelt es sich um einen durchaus potenten Prozessor. Und die Grafiklösung kommt sicherlich all denjenigen bekannt vor, die ein PC-Gaming-Handheld nutzen. Da ist sie quasi der Standard. Konsequenz: Auch mit dem Geekom AE8 könnt ihr durchaus ab und an mal ein Spielchen wagen, insofern ihr 1080p als Auflösung anlegt und die Settings entsprechend herunterfahrt.

Was den Stromverbrauch betrifft, so ist der Geekom AE8 unter Windows im Idle-Betrieb, also bei geöffnetem Desktop ohne irgendwelche Anwendungen, recht genügsam. Mit 8 Watt begnügt man sich da. Unter Volllast werden bis zu 80 Watt erreicht. So wie der Stromverbrauch variiert, unterscheidet sich auch die Lautstärke des Rechners. Im Desktop-Betrieb verhält sich der Mini-PC noch ziemlich ruhig. Unter Last ist er dann aber deutlich hörbar, wenn er auf dem Schreibtisch steht. Dennoch empfand ich den Geekom AE8 als etwas angenehmer in der Lautstärke als etwa den A8. Letzterer nutzt den gleichen Prozessor, aber eine abweichende Kühlung.

Daher kommt es wohl auch, dass der Geekom AE8 trotz sehr ähnlicher Specs in Cinebench etwas besser abschneidet. Wer also auf eine etwas geringere Lautstärke bei leichter Mehrleistung Wert legt, ist beim neueren Modell besser beraten. Dafür müsst ihr aber dann auf das Metallgehäuse des A8 verzichten. Man kann wohl nicht alles haben. Somit solltet ihr in euch gehen und prüfen, was euch wichtiger ist.

Zum Arbeiten ist der Geekom AE8 ziemlich gut geeignet und dank Windows 11 gibt es eben nicht nur Produktivitäts-Apps, sondern auch viele Spiele, mit denen man da glücklich werden kann. Klar, da setzt dann eben doch zugunsten der Temperaturen eine Drosselung ein, aber ältere Spiele wie „Batman: Arkham Origins“ kann man so dann doch einmal problemlos nachholen.

Fazit

Der Geekom AE8 ist ein Mini-PC, der in Sachen Design dem A8 unter-, aber in Sachen Lautstärke und Leistung leicht überlegen ist. So setzt der Hersteller hier auf eine andere Kühllösung, was sich auszahlt. Konkurrent gibt es da natürlich reichlich – Mini-PCs gibt es von den unterschiedlichsten Herstellern wie Sand am Meer. Und wer mit so einem Gerät nur arbeiten will und sonst nichts, ist aus meiner Sicht mit einem Apple Mac mini am allerbesten beraten.

Ist es euch jedoch wichtig Windows treu zu bleiben und vielleicht hin und wieder auch einmal ein älteres Spielchen zu wagen, dann ist der Geekom AE8 eine potente Lösung. Ich rate euch da den Preis zu beobachten, da der Hersteller ja im Grunde ständig Rabattaktionen am Laufen hat. Daher noch einmal an dieser Stelle: Über den Code „STBAE8“ solltet ihr etwa derzeit 180 Euro Rabatt im Shop des Herstellers erhalten. Ihr schaut lieber bei Amazon.de? Dann sollte der Code „stadtAE8“ euch dort 21 % Rabatt verheißen.

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Razer Freyja im Test: Gaming-Kissen mit haptischem Feedback steigert die Immersion

Ich hatte bei der Ankündigung des Gaming-Kissens Razer Freyja ja schon angedeutet, dass ich dieses Produkt kurz bei einem Briefing des Herstellers ausprobieren konnte. Damals war ich direkt sehr begeistert. Als Basis dient die Technik Sensa HD Haptics, welche auch im Kraken V4 Pro steckt. Inzwischen konnte ich mir Freyja auch zu Hause im Rahmen eines Tests etwas genauer ansehen.

Als kurze Erklärung: Was soll euch dieses Produkt bieten? Nun, Razer Freyja ist ein Gaming-Kissen, das ihr einfach auf einem beliebigen Gaming-Chair befestigt – oder auch einem „normalen Schreibtischstuhl“. Wichtig ist eigentlich nur, dass das Kissen an allen Stellen komplett auf dem jeweiligen Stuhl aufliegen kann. Denn: Sechs separate Vibrationsmotoren im Freyja liefern euch beim Zocken haptisches Feedback. Die Idee dahinter: So soll die Immersion gesteigert werden.

Die zugrundeliegende Technik Sensa HD Haptics können Entwickler dafür aktiv in ihre Spiele einbinden. In „Hogwarts Legacy“ etwa erhaltet ihr dann für jeden Zauberspruch bei der Ausführung individuelle Vibrationsmuster. Selbiges gilt z. B. auch für Spezialangriffe in „Final Fantasy XVI“. Doch grundsätzlich funktioniert das haptische Feedback auch in nicht explizit angepassten Spielen. Dann orientiert es sich schlichtweg an der Audiowiedergabe. Über die Begleit-App Razer Synapse könnt ihr dabei die Intensität des haptischen Feedbacks für die jeweiligen Zonen separat anpassen. Auch lässt sich dort der Frequenzbereich eingrenzen, damit es nicht ständig rumpelt. Sinnvoll ist da etwa, die Vibrationen auf den Tieftonbereich zu begrenzen.

Ausstattung und Verarbeitung

Razer Freyja kostet 299,99 Euro. Es handelt sich hier „nur“ um ein Sitzkissen – einen passenden Gaming- bzw. Schreibtischstuhl benötigt ihr also ebenfalls separat. Wichtig: Ihr könnt Freyja zwar kabellos mit eurem Rechner verbinden, dafür liegt ein entsprechender Dongle mit 2,4 GHz bei, dennoch wird auch eine Kabelverbindung benötigt – zur Steckdose. Es ist auch via Bluetooth die Verbindung zum mobilen Gaming-Controller-Aufsatz Razer Nexus möglich. Das konnte ich aber nicht testen, da mir das Gerät nicht vorliegt. All meine Erfahrungen habe ich also in Verbindung mit einem Gaming-PC gesammelt.

Sinnvoll ist, dass Razer das Stromkabel mit einer Sicherung / einem Schnellstecker versehen hat. Dadurch klinkt sich die Verbindung aus, rollt ihr z. B. zu weit mit dem Stuhl hinfort oder zieht das Kabel versehentlich mit. Das Kissen selbst befestigt ihr über drei verstellbare Gurte an einem jeweiligen Stuhl. Ist das erledigt, dann sollte das Ganze auch bombenfest sitzen.

Vor dem Gebrauch benötigt ihr aber die Begleit-Apps Razer Synapse und Chroma. Was es da zu beachten gibt, habe ich euch weitgehend schon in meinem Review des Gaming-Headsets Razer Kraken V4 Pro erklärt, welches ja ebenfalls über Sensa HD Haptics verfügt. An der Seite des Stuhls sitzen dabei einige Buttons, um Freya an- und auszuschalten oder auch statt über die App die Vibrationsstärke schnell per Tastendruck zu justieren.

Generell wirkt Razer Freyja fast wie ein hochwertiges Massagekissen mit Gaming-Einschlag. Das schwarze Material macht zum Glück auch einen eher unempfindlichen Eindruck, auch wenn es sicherlich nicht allzu empfehlenswert ist, die Cola darüber zu verschütten. Der Gesamteindruck ist jedenfalls gut.

Praxistest des Razer Freyja

Wie auch beim Kraken V4 Pro hängt es bei Razer Freyja vom Spiel ab, ob ihr die „native“ Vibrationsfunktion (Sensa HD Games) oder die automatische Konvertierung auf Basis der Audiosignale (Audio-to-Haptics) nutzen könnt. Auch hier ist die Funktion keineswegs auf Spiele beschränkt. Vielmehr könnt ihr das haptische Feedback auch bei der reinen Musik- oder Videowiedergabe einspannen. Falls ihr also bei einem Musikvideo mal so richtig „mitfühlen“ wollt, steht dem nichts im Wege.

Das Stromkabel sitzt links, was je nach Platzierung eurer Steckdose unpraktisch sein kann.

Das Stromkabel sitzt links, was je nach Platzierung eurer Steckdose unpraktisch sein kann.

Allzu viele Games sind dann derzeit auch noch nicht für Sensa HD Haptics speziell optimiert – eine Liste findet ihr hier. Freuen könnt ihr euch da aber z. B. auf das kommende „S.T.A.L.K.E.R. 2: Heart of Chornobyl“. Ich selbst habe daher primär mit „Hogwarts Legacy“ experimentiert, wo die Funktion wunderbar funktioniert hat und sich auch nicht zu sehr in den Vordergrund spielt. Vielmehr fühlen sich die Zaubersprüche dadurch noch etwas „mächtiger“ an, da sie eben sozusagen ein Muster über den eigenen Körper zeichnen.

Bei nicht optimierten Titeln, z. B. „Metaphor: ReFantazio“, „Ghost of Tsushima“ oder auch „Life is Strange Double Exposire“ bietet es sich an, die Vibrationen auf den Bassbereich einzuschränken und entweder alles für euch im Custom-Modus abzustimmen oder „Controlled“ zu wählen. Für meinen Geschmack rumpelte es etwa in den Modi „Balanced“ und „Dynamic“ zu stark. Das ist aber auch subjektive Geschmackssache und hängt zudem auch von der Soundkulisse des jeweiligen Spiels ab.

Multiplayer-Spieler sollten abwägen

Beim kurzen Ausprobieren kam ich nicht darauf, doch beim ausgiebigeren Testen des Razer Freyja ist mir noch ein Problem bewusst geworden: Nutzt ihr den Modus Audio-to-Haptics für Multiplayer-Spiele und habt nebenbei einen Voice-Chat am Laufen, kann das zum Problem werden. Denn auch diese Audioinformationen fließen dann ein. Razer soll aber an einem Update arbeiten, um nachzubessern. Derzeit ist Freyja aber aus diesem Grund für Multiplayer-Spiele deutlich weniger geeignet, als für Singleplayer-Titel.

Übrigens hat Freyja auch ergonomische Nachteile. Beispielsweise nutzt mein Bürostuhl von Herman Miller eine verstellbare, gebogene Rückenlehne. Dafür ist das Kissen so gar nicht geeignet. Dies gilt natürlich auch für Stühle mit Lorddosenstütze. Generell ist das Gaming-Kissen zudem eine verhältnismäßig harte Sitzunterlage. Natürlich sitzt ihr zudem durch diese Auflage automatisch etwas höher auf eurem Stuhl. Deswegen müsst ihr möglicherweise bei der Verwendung die Sitzhöhe oder die Position der Armlehnen neu einstellen. Wiegen solltet ihr übrigens laut Razer maximal 136 kg, sonst könntet ihr quasi die enthaltene Technik zermalmen.

Übrigens hätte das Stromkabel des Razer Freyja gerne etwas länger sein dürfen, denn es kommt nur auf 240 cm Länge. Wer also seine Steckdose gut hinter dem Schreibtisch versteckt hat, erhält nicht mehr viel Bewegungsspielraum. Das gilt doppelt, wenn die Steckdose rechts von euch ruht, denn der Stromanschluss des Gaming-Kissens sitzt links. Übrigens muss man sich nicht nur an das haptische, sondern auch an das akustische Feedback von Freya zunächst gewöhnen. Denn die Vibrationsmotoren surren gerade bei stärkerem Einsatz hörbar im Hintergrund vor sich hin. Mit einem Gaming-Headset auf den Lauschern werdet ihr das allerdings nicht mehr wahrnehmen.

Mein Fazit

Razers Gaming-Kissen Freyja ist aus meiner Sicht ein extrem interessantes Produkt mit ein paar Kinderkrankheiten. Die Ergonomie ist nicht bei allen Stühlen gegeben und man muss noch relativ oft und stark manuell in den Einstellungen herumfrickeln, bis das gewünschte Ergebnis eintritt. Doch dann gibt es eben auch tolle Momente in Spielen, in denen Freyja einfach Spaß macht und die Immersion sehr wohl deutlich erhöht. Dass Razer neben speziellen Optimierungen durch Entwickler auch einen allgemeinen Modus mitliefert, der in allen Games bzw. auch bei Musik und Videos greift, ist erstklassig.

Auch die Befestigung auf einem Ledersessel ist problemlos möglich.

Auch die Befestigung auf einem Ledersessel ist problemlos möglich.

Zum ausgerufenen Preis von 299,99 Euro ist Freyja allerdings ein Accessoire, das in erster Linie Hardcore-Gamer ansprechen dürfte. Zumal das Gaming-Kissen nicht zu Spielekonsolen wie der PlayStation 5, Xbox Series X|S oder Nintendo Switch kompatibel ist. Wer aber viel am PC spielt und sein Erlebnis im wahrsten Sinne des Wortes spürbar aufwerten will, sollte Razer Freya und Sensa HD Haptics unbedingt im Blick behalten.

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Razer Barracuda X Chroma: Vielseitiges Headset angehört

Razer hat im Oktober mit dem Barracuda X Chroma ein neues Headset vorgestellt, das sich mit bunter Beleuchtung natürlich vorrangig an Gamer richtet. Ich habe das gute Stück nun schon eine Weile auf den Ohren und mir einen Eindruck dazu verschafft.

Technische Daten und Lieferumfang

Neben dem Headset selbst findet ihr im Karton das abnehmbare HyperClear Kardioiden-Mikrofon, einen kompakten USB-C-Dongle für die Funkverbindung sowie einen dazugehörigen USB-A-Adapter. Ein USB-C-Ladekabel und eine Transporttasche runden den Lieferumfang ab.

Technisch setzt Razer auf bekannte Komponenten: Die 40-mm-TriForce-Treiber decken einen Frequenzbereich von 20 bis 20.000 Hz ab. Die Impedanz liegt bei 32 Ohm. Mit einem Gewicht von 285 Gramm ist das Headset nicht zu schwer.

Im Bereich der Konnektivität ist das Headset vielseitig unterwegs. Besitzer können auf Bluetooth 5.3 oder die 2,4-GHz-Funkverbindung zurückgreifen, die von Razer HyperSpeed Wireless benannt wurde, zurückgreifen. Der Vorteil der Funkverbindung ist die im Vergleich zu Bluetooth geringere Latenz.

Nützlich: Wenn ihr über die Funkverbindung zockt, werden eingehende Anrufe vom gekoppelten Smartphone durchgestellt. Nach dem Gespräch kehrt ihr per Knopfdruck nahtlos zum Spiel zurück. So kann man zügig reagieren, ohne das eigentliche Spielen unterbrechen zu müssen.

Design und Verarbeitung

Razer setzt bei dem Headset auf ein mattschwarzes Design (auch in Weiß erhältlich), das wenig aufgeregt und klassisch wirkt. Die Kunststoffoberfläche zeigt auch beim Anfassen keine Fingerabdrücke und fühlt sich wertig an. Die Formgebung der Ohrmuscheln ist ebenfalls eher klassisch. Generell ist die Verarbeitungsqualität sehr gut.

Im Vergleich zum normalen Barracuda-Headset hat man bei diesem Modell nun die RGB-Beleuchtung eingebaut. Insgesamt sechs Beleuchtungszonen pro Ohrmuschel gibt es. Es leuchtet das Razer-Logo und der Ring rings um die Ohrmuschel. Das ist dezent, ohne zu überfrachtet daher zu kommen.

Tragekomfort und Bedienung

Der Tragekomfort des Barracuda X Chroma ist meiner Meinung nach sehr gut. Die Memory-Foam-Polster sind mit einem FlowKnit-Mesh bezogen, schmiegen sich angenehm an die Ohren und sorgen auch bei Sessions für einen angenehmen Sitz. Ich bin durch die Brille ohnehin relativ anfällig auf zu viel Druck auf den Ohren.

Die Bedienelemente sind allesamt an der linken Ohrmuschel untergebracht und lassen sich auch blind gut erreichen. Das geriffelte Lautstärkerad arbeitet präzise, könnte für meinen Geschmack aber etwas weniger leicht drehbar sein. Darüber sitzt der Mikrofon-Mute-Schalter, der deutlich heraussteht, sodass man ihn nicht aus Versehen betätigt.

Der Power-Button übernimmt gleichzeitig die Mediensteuerung: Einmal drücken für Play/Pause, zweimal für den nächsten Track, dreimal für den vorherigen. Die SmartSwitch-Taste ermöglicht nicht nur den schnellen Wechsel zwischen Funk und Bluetooth, sondern auch zwischen verschiedenen Klangprofilen. Eine LED zeigt dabei stets den aktuellen Akkustand an.

Klangqualität

Die verbauten TriForce-Treiber überzeugen meiner Meinung nach durchweg positiv. Razer hat hier eine ausgewogene Abstimmung gefunden, die sowohl beim Gaming als auch bei Musik und Filmen überzeugt. Der Bass ist satt und präzise, ohne dabei zu dominant aufzutreten. Die Mitten werden klar und natürlich wiedergegeben, was besonders der Sprach-/Stimmverständlichkeit zugutekommt. Die Höhen sind detailreich, ohne dabei zu aggressiv zu werden. Hinweis: Der 7.1 Surround Sound ist nur unter Windows nutzbar.

Das abnehmbare Mikrofon des Barracuda X Chroma macht im Test einen guten Eindruck. Die Sprachübertragung ist klar und deutlich, während Umgebungsgeräusche gut ausgeblendet werden. Ebenfalls nützlich: Das Mikrofon kann einfach abgenommen werden, rastet in dem 3,5mm-Anschluss aber sicher ein. Damit könnt ihr aus dem Teil zügig einen Kopfhörer für unterwegs machen.

Software

Razer bietet zwei Wege zur Einstellung des Headsets: Am PC nutzt ihr Synapse, unterwegs die Razer Audio App. Die PC-Software konzentriert sich dabei auf die RGB-Steuerung und grundlegende Einstellungen für Mikrofon und Energiemanagement. In der Smartphone-App findet ihr zusätzlich einen 10-Band-Equalizer für individuelle Klanganpassungen. Synapse ist in der aktuellen Version nicht mit macOS kompatibel. Das ging nur bis Version 2.

Die RGB-Beleuchtung lässt sich in beiden Apps umfangreich konfigurieren. Wie oben erwähnt, können sechs separate Zonen mit verschiedenen Effekten und Farben belegt werden. Das sieht zwar durchaus beeindruckend aus, geht aber deutlich zu Lasten der Akkulaufzeit: Statt bis zu 70 Stunden ohne RGB sind mit aktivierter Beleuchtung nur noch etwa 30 Stunden möglich. Da muss man sich schon überlegen, ob man das Leuchten unbedingt benötigt. Sieht man selbst ohnehin nichts davon. In meinem Test bin ich relativ gut an den angegebenen Wert von Razer herangekommen. Wie üblich kommt es stark darauf an, wie laut / leise ihr Musik hört und ob ihr eben mit RGB unterwegs seid. Razer hat auch eine Schnellladefunktion eingebaut. Mit 15 Minuten Ladung kommt man auf sechs Stunden Laufzeit.

Fazit

Das Razer Barracuda X Chroma ist ein meiner Meinung nach gelungenes Allround-Headset, das für viele Zwecke eingesetzt werden kann – nicht nur fürs Gaming. Der ausgewogene Klang überzeugt und der Tragekomfort macht es auch für längere Sessions tauglich.

Die neue RGB-Beleuchtung ist dezent und wenig aufdringlich, allerdings geht dadurch eben auch einiges an Laufzeit flöten. Weitere Features wie das schnelle Umschalten runden das Paket ab.

Für 139,99 Euro bekommt ihr mit dem Barracuda X Chroma ein gutes Gesamtpaket. Wer ein Headset sucht, das sowohl am Gaming-PC als auch unterwegs eine gute Figur macht und zusätzlich noch leuchten soll, sollte sich das Teil mal zu Gemüte führen.

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Nuki Ultra: Ein erster Blick auf das smarte Türschloss

Seit ein paar Wochen arbeitet das neue Smart Lock von Nuki bei mir. Zeit für ein paar erste, aber nicht finale Worte. Warum? Weil ich die Software in der Beta testete und ich nicht beurteilen konnte, wie sich das Ganze noch final ändert. Doch der Reihe nach, vielleicht ist euch die Vorstellung des Nuki Ultra, eines smarten Türschlosses, durch die Lappen gegangen.

Im Zentrum der Entwicklung steht ein neu konzipierter bürstenloser Motor, der für effizientere Abläufe und eine längere Lebensdauer sorgen soll. Das Ultra-Modell zeichnet sich durch seine kompakten Abmessungen aus, die nur ein Drittel der Vorgängergeneration betragen. Gleichzeitig wurde die Geschwindigkeit der Schließvorgänge deutlich gesteigert. Nutzer können zwischen drei Geschwindigkeitsmodi wählen: Im schnellsten „Insane-Modus“ benötigt das Schloss weniger als 1,5 Sekunden für einen Schließvorgang. Der Standardmodus arbeitet mit zwei Sekunden, während der „Gentle-Modus“ für geräuscharmen Betrieb optimiert wurde.

Zylinder

Trotz der Größenreduzierung verfügt das Smart Lock Ultra über einen integrierten Lithium-Polymer-Akku und den charakteristischen LED-Ring. Das Gehäuse präsentiert sich in Edelstahl-Optik, wobei der Basisring in Schwarz oder Weiß erhältlich und nachträglich austauschbar ist. Der Akku lässt sich über einen neu entwickelten magnetischen Anschluss innerhalb von zwei Stunden vollständig aufladen. Ein zwei Meter langes Ladekabel ermöglicht das Aufladen direkt an der Tür.

Eine neue Migrationsfunktion erlaubt bestehenden Nuki-Nutzern, ihre Gerätekonfiguration und Zutrittsberechtigungen vom Vorgängermodell zu übertragen. Für den Betrieb des Ultra-Modells ist der Einbau des mitgelieferten Universal Zylinders (SKG *** / EN1303- und DIN18252-zertifiziert) erforderlich. Nuki arbeitet laut eigener Aussagen parallel an einer Lösung, die einen Betrieb ohne Zylindertausch ermöglichen soll.

Das Smart Lock Ultra unterstützt bekannte Funktionen wie Auto Unlock (in die Nähe kommen und die Tür öffnet sich) und ist mit dem Smart-Home-Standard Matter kompatibel. Dies ermöglicht die Integration in verschiedene Smart-Home-Systeme wie Google Home, Apple Home und Alexa. Das Gerät verfügt über integriertes WiFi und Thread-Funktionalität. Es lässt sich mit dem Nuki-Zubehör wie dem Keypad kombinieren und ermöglicht die Türöffnung per Code oder Fingerabdruck.

Das ist also „drin“ im smarten Türschloss, das Nuki als „Smart Lock ohne Kompromisse“ darstellte. Schwierige Aussage, denn das wird jeder anders sehen. Kompaktheit? Super. Integrierter Akku? Derzeit noch nicht so ganz geil, denn zwar arbeitet man an Modellen, bei denen der Akku durch den Anwender getauscht werden können, im Fall der Fälle muss derzeit aber der Support einschreiten. Zylindertausch und damit andere Schlüssel? Für viele auch ein Kompromiss. Das Ladekabel? Magnetisch, aber eine Eigenkonstruktion. Auch das ist für Menschen ein Kompromiss. So viel zu den Nachteilen, die mir auf die Schnelle einfallen. Nichts, was man im Testbetrieb so sehen kann, was aber erwähnt sein sollte.

4 Pro vs. Ultra

Nun aber zu unseren Erfahrungen, die flott beschrieben sind. Eingebaut haben das Schloss meine Frau und ich. Nadine ist für mich immer der beste Benchmark für Feedback. Sie sieht Dinge, die ich vielleicht nicht mehr sehe als Techie. Der Zylindertausch ist im besten Fall keine große Sache. Alter raus, abmessen, neuer rein. Nuki liefert Schablonen, Messgedöns und alles mit. Meine Frau nervte es aber beispielsweise, dass zusätzlich zur App-gesteuerten Installationsanleitung kein gedrucktes Heftchen dabei war, in dem alles beschrieben wurde. Letzten Endes sind es nur wenige Schritte und der Aufwand für ein gedrucktes Produktblatt dürfte minimal sein.

Fast forward: Irgendwann war das Schloss also verbaut. Die Einrichtung ist easy, erfordert aber für Erstlinge etwas Einarbeitungszeit. Der erste Stand ist halt, dass du per App deine Tür bestenfalls öffnen kannst. Nachher kann man Dinge angehen wie andere Personen einladen, Smart-Home-Verknüpfung, Auto-Unlock, Kindersicherung und einiges mehr. Das findet man alles in der App – und wenn man sich mit der etwas auseinandersetzt, dann sollte man sich flugs eingrooven können.

Mein erster Halt war allerdings erst einmal der Support. Im normalen Modus konnte das Schloss meine Tür nicht öffnen. In der aktuellen Beta-App gibt es keinen Punkt, in dem ich die oben erwähnten Modi einstellen konnte. Es gab keinen Gentle- oder Insane-Modus. Der „Schnapper“ wurde zwar gezogen, aber offenbar nicht weit genug. Glücklicherweise gab es dann ein Firmware-Update und den Hinweis, wie ich den Insane-Modus aktiviere. Erkenntnis, Vermutung? Der neue Motor arbeitet standardmäßig wohl etwas anders. Letzten Endes funktioniert das Ganze nun im mittleren als auch im Insane-Modus. Letzterer ist flotter, er öffnet aber auch ruckartig. Das ist eben lauter. Die drei Modi hatte ich in ganz kurzer Videoform auch festgehalten und bei Threads geteilt, falls ihr da mal reinhören wollt. Gentle empfinde ich als durchaus leise, aber wie gesagt: Ihr müsst schauen, ob auch wirklich jeder Modus für jede Tür geeignet ist. Am Ende heißt das auch: Unterschiedliche Akkulaufzeiten je nach Modus, wobei Insane mehr verbraucht. Nuki selbst spricht von Akkulaufzeiten von bis zu 6 Monaten.

Das neue Nuki Smart Lock Ultra präsentiert sich als vielseitiges Smart-Home-Gerät, das verschiedene Kommunikationsstandards in einem Produkt vereint. Die Integration in bestehende Systeme erfolgt wahlweise über WLAN im 2,4-GHz-Bereich oder über das moderne Thread-Protokoll. Die Bluetooth-5.4-Unterstützung rundet die Verbindungsoptionen ab. Letztere nutzt man beispielsweise, wenn man direkt mit dem Schloss kommuniziert, ohne das ganze andere. Anders als bei früheren Modellen benötigt das Gerät kein zusätzliches WLAN-Bridge für die Netzwerkanbindung. Sämtliche Kommunikationsmodule sind direkt im Gehäuse verbaut. Die Unterstützung des Matter-Standards über Thread öffnet zusätzlich die Tür zur Interoperabilität mit Geräten anderer Hersteller. Dies ermöglicht eine nahtlose Integration in bestehende Umgebungen, unabhängig vom verwendeten Ökosystem.

Matter over Thread kann erneut auch den Fernzugriff über euer WLAN ersetzen, wenn ihr über einen Thread-Border-Router wie einen Apple TV oder HomePod im Netzwerk verfügt. Das WLAN des Türschlosses wird bei der Nutzung von Thread deaktiviert, um Energie zu sparen. In meinem Fall habe ich allerdings das Gefühl, dass nicht Energie gespart wird – aber, ich erwähnte es oben: Beta! Letzten Endes ist man aber gut aufgestellt in Sachen Smart Home, da sollte eigentlich fast jeder glücklich werden. Gute Nachrichten gibt es auch für Nutzer von Zusatz-Hardware, Nuki Keypad, Nuki Keypad 2.0, Nuki Door Sensor und der Nuki Fob werden als kompatibel angegeben. Das Keypad empfinde ich immer als sehr praktisch, Fingerabdruck oder Code sind gerne genutzt bei uns. Im Gespräch mit Nuki verriet man, dass Tap to Unlock nächstes Jahr folgen soll. Man setzt auf die Möglichkeiten von Aliro über NFC und UWB. Schade: Man wird dann aber Zusatz-Hardware brauchen, nämlich ein neues Keypad. Jetzige Hardware wird das Ganze nicht unterstützen.

Was – bisher – bei mir unter dem Strich steht? Nun ja. Aus Bestandskundensicht würde ich nicht zwingend davon sprechen wollen, dass man aktualisieren muss. Wozu auch? Wenn etwas läuft, muss ich es nicht austauschen. Mehrwert? Tap to Unlock ist in Arbeit und erfordert zusätzliche Hardware. Da kann der Sparfuchs auch noch warten und auf Bundles hoffen. Auch die Ankündigung, dass es eventuell Modelle gibt, bei denen der Kunde selbst den Akku tauschen kann – oder gar nicht den Zylinder tauschen muss – lassen natürlich auch vielleicht abwarten. Ebenso steht am Ende auch ein Preis von 349 Euro. Das Nuki Smart Lock Pro 4, der Vorgänger, kostet 289 Euro und ist des Öfteren mal günstiger zu haben. Wer jetzt allerdings einsteigen will, der bekommt ein sehr wertig verarbeitetes Schloss, eine funktionierende App – und das Ganze von einem europäischen Unternehmen, das einen funktionierenden Support und auch ein Ohr hat.

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