realme TechLife Robot Vacuum ausprobiert: Solider Start in die Welt der Saugroboter

realme stellte Mitte Juni seinen neuen Saugroboter TechLife Robot Vacuum unter seiner Smart-Home-Marke TechLife vor. Man breitet sich da also mittlerweile über den Smartphone-Markt hinaus aus, für den man sicher immer noch in Europa am ehesten bekannt ist. Aber auch Smartwatches und Kopfhörer hat realme ja durchaus im Angebot. Ein Saugroboter ist jedoch neu für das Unternehmen. Mit 369 Euro (UVP) ist das frische Modell für einen Saugroboter mit LiDAR-Navigation bzw. Lasereinheit sogar preislich durchaus attraktiv platziert. Das war für mich Grund genug, mir den realme TechLife Robot Vacuum für einen Test einmal genauer anzuschauen.

Als Hintergrund: Ich selbst verwende den 360 S9 als den privaten Roboter-Staubsauger meiner Wahl. Mit dessen Leistung vergleiche ich den neuen realme TechLife Robot Vacuum also unter anderem direkt. Derzeit kann man den Saugroboter z. B. aus einem EU-Lager via AliExpress bestellen. Dabei gibt es eine Aktion, durch die ihr auf einen Early-Bird-Preis von 356,99 US-Dollar (umgerechnet etwa 302 Euro) kommen sollt. Beim Modell ohne Wisch-Kit klappt das mit dem Code „69ROBOT“. Über den Code „66ROBOT1“ könnt ihr wiederum das Set mit dem Mopping-Kit für 396,80 US-Dollar (umgerechnet etwa 336 Euro) erhalten. Der Versand erfolgt in beiden Fällen aus Frankreich. Diese Aktion läuft bis 20. Juli 2021.

Technische Daten des realme TechLife Robot Vacuum

  • Saugroboter mit LiDAR / Laser-Navigation
  • Kapazität des Staubbehälters: 600 ml
  • Kapazität des Wassertanks (optional erhältlich): 300 ml
  • Leistung: 3.000 pa
  • Lautstärke: 55 dB (nur bei niedrigster Saugstufe mit 500 pa)
  • Akkulaufzeit: Bis zu 300 Min. (niedrigste Saugstufe)
  • Akkukapazität: 5.200 mAh
  • App-Funktionen: Virtuelle Mauern, Nicht-Wisch-Zonen, Speicherung von 5 Karten, Zonenreinigung, verstellbar Saugstärke, Unterstützung für Amazon Alexa / Google Assistant, Anlegen von Zeitplänen
  • Maße / Gewicht: 350 x 100 mm /  3,3 kg
  • Lieferumfang: Saugroboter, zwei Seitenbürsten, Ladestation, Ladekabel Anleitung
  • Preis: 369 Euro

Was mir gut gefällt: Der realme TechLife Robot Vacuum nutzt zwei Seitenbürsten, was mehr und mehr zur Ausnahme bei Saugrobotern wird. Meiner Erfahrung nach hilft das aber durchaus, um ein paar Krümel mehr mitzunehmen. Der Akku hat hier mit 5.200 mAh die Standardgröße, die Saugkraft ist mit 3.000 pa stark. Etwas krude ist, dass realme für den Wassertank zum Moppen separat zur Kasse bittet.

Ausstattung und Verarbeitung

Man gewinnt direkt nach dem Auspacken des realme TechLife Robot Vacuums den Eindruck, dass realme sich hier ein wenig beweisen wollte. Denn auch wenn das Design des Saugroboters definitiv 0815 ist, wirkt die Verarbeitung für den Preis überdurchschnittlich. So sitzt an der Oberseite eine Glasplatte, was haptisch direkt etwas hochwertiger wirkt. Außerdem bindet man seine Markenfarbe Gelb für das Innere des Laserturms ein, was ein netter Akzent ist.

Die Glasoberfläche ist wertig, zeigt aber rasch jedes StaubkornDie Glasoberfläche ist wertig, zeigt aber rasch jedes Staubkorn

Der Staubbehälter wird nach vorne herausgezogen, was mir persönlich nicht so gut gefällt wie die nach oben zu öffnenden Behälter. Gerade wenn der Sauger aufgeladen wird, verschiebt man das Gerät bei realmes Bauweise der Wahl leichter. Wollt ihr Wischen, müsst ihr den Behälter komplett gegen das optionale Mopping-Kit austauschen. Jenes lag mir für den Test ebenfalls vor – hier ist dann wenigstens auch ein Ersatz-Mopp direkt dabei.

Der Lieferumfang des realme TechLife Robot Vacuums ist hingegen auf das Mindestmaß beschränkt. Ersatzbürsten fehlen und auch eine Fernbedienung glänzt durch Abwesenheit. Offenbar hat der Hersteller seine Ressourcen lieber in die Materialien des Roboters gesteckt, was man ihm wiederum auch nicht zum Vorwurf machen kann. Hinweis: Die beiliegende Anleitung war bei meinem Testgerät ausschließlich in englischer Sprache gehalten, die Verbindungsanleitung für die App, realme Link, hingegen auch auf Deutsch.

Praxistest

Der realme TechLife Robot Vacuum kann vier unterschiedliche Saugstufen anlegen: Quiet (500 pa), Normal (1.200 pa), Turbo (2.500 pa) und Max (3.00 pa). Die ausgewiesene Lautstärke von 55 dB erreicht ihr nur im Quiet-Modus, der in den meisten Szenarien wenig zielführend ist, weil er schlichtweg zu schwach saugt. Zwischen den Stufen Turbo und Maximum konnte ich wiederum in meinem Test bei den Saugergebnissen keinen Unterschied feststellen, sodass der zumindest minimal leisere Turbo-Modus für die meisten Nutzer ausreichen dürfte.

Teppiche lassen den Saugroboter im wahrsten Sinne des Wortes rasch auflaufen.Teppiche lassen den Saugroboter im wahrsten Sinne des Wortes rasch auflaufen.

Auffällig ist, dass der TechLife Robot Vacuum mit der Ladestation etwas ruppiger umgeht als Konkurrenzmodelle: realme weist darauf hin, dass jene unbedingt an der Wand zu positionieren sei. Derlei Hinweise ignorierte ich bei anderen Herstellern bisher immer gerne und hatte nie Probleme. Doch der realme TechLife Robot Vacuum „besprang“ die Station stets so beherzt, dass er erst zufrieden war und verharrte, wenn er sie tatsächlich bis an die Wand herangeschoben hatte.

Verspielt: Das Banner in der App-Übersicht kann angepasst werdenVerspielt: Das Banner in der App-Übersicht kann angepasst werden

Kurz zur App realme Link: Hier ist definitiv noch etwas Überarbeitungsbedarf vorhanden, was aber ebenso für die Firmware des Roboters gilt. So wollte ich beispielsweise einmal den Ladevorgang des Vacuums unterbrechen und ihn auf Tour schicken – ausreichend Ladung war mit 76 % vorhanden. Doch mein Plan führte zu einem Loop: Der Sauger verließ die Ladestation und kündigte den Reinigungsvorgang an. Nur zwei Sekunden später propagierte er dann jedoch, sich aufladen zu wollen. Kaum an der Ladestation angekommen und den Ladevorgang bestätigt, begann der soeben beschriebene Zyklus erneut. Unterbrechen konnte ich das nur durch wahlloses Pausieren / Starten des Lade- und Saugvorgangs, bis es dann irgendwann korrekt klappte.

Auch kam es einmal vor, dass ich – nichts Böses ahnend – am Rechner saß und der Roboter plötzlich das Reinigen startete – ohne, dass ich in der App einen Zeitplan hinterlegt hätte oder ihm den Befehl erteilt hätte. Das sind schon wahrnehmbare Mängel, die für eine noch recht unausgereifte Firmware sprechen.

Die Raumkarten sind präzise - die Fehlermeldung ergab sich durch meinen Badezimmerteppich.Die Raumkarten sind präzise – die Fehlermeldung ergab sich durch meinen Badezimmerteppich.

In der App könnt ihr dabei nicht nur virtuelle Wände einrichten, sondern auch kleinere, abgesteckte No-Go-Zonen oder eben Sperrgebiete fürs Wischen. Verbesserungswürdig bei den Saugergebnissen: Der realme TechLife Robot Vacuum könnte näher an Kanten heranfahren. So verstreute ich in der Küche etwas Rosmarin, um zu beobachten, wie sich der kleine Helfer so schlägt. Generell saugte er es gut auf, schob aber mit den Bürsten einen Rest an den Rand der Küchenzeile. Anschließend blieben die Kräuter dort dann auch liegen. Hier könnte realme die Navigation optimieren, denn der Sauger ist momentan zu übervorsichtig.

Angenehm ist die Lautstärke: Selbst auf der höchsten Stufe ist realmes Modell trotz höherer Leistung leiser als mein 360 S9. Mein Badezimmerteppich war übrigens auch für dieses Modell die Achillesferse und sorgte für mehrmaliges Steckenbleiben. Putzig ist dabei die englischsprachige Stimme, deren Grammatik manchmal zu wünschen übrig lässt. Nach der Befreiung aus dem Teppich erhielt ich etwa die Ansage „Cleaning continue“. Dass es dabei bisher keine deutsche Sprachausgabe gibt, ist zu verschmerzen. Schräg ist jedoch, dass man aus einer englischen Frauen- oder einer Kinderstimme wählen kann. Die vermeintliche Kinderstimme, welche sogar als Standard eingerichtet ist, klingt für meine Ohren allerdings auch nach einer jungen Frau.

Zur Integration von Alexa und dem Google Assistant ist zu sagen, dass ihr darüber den Saugvorgang starten oder beenden könnt, mehr ist dann aber nicht drin. Zum Wischen ist zu erwähnen, dass die Ergebnisse hier weder schlechter noch besser sind, als bei anderen Saugern mit Wischfunktion ohne vibrierende Pads. Im Wesentlichen zieht der Saugroboter also einen nassen Lappen mit. Dadurch lassen sich leichte Verschmutzungen beseitigen, für alles andere müsst ihr aber selbst ran. Ich persönlich würde daher wohl auf das Mopping-Kit verzichten.

Fazit

Mit dem realme TechLife Robot Vacuum liefert der Hersteller einen gelungenen Einstieg in den Markt für Saugroboter. Vor allem Preis und Verarbeitung überzeugen hier voll und ganz. So ist der Saugroboter mit seiner Glasoberseite hochwertiger als viele Konkurrenzmodelle und nutzt zwei Seitenbürsten. Auch die Betriebslautstärke ist sehr angenehm und frei von hochfrequentem Pfeifen. Da hat realme bei der Konstruktion alles richtig gemacht.

Ein paar Firmware-Updates könnten dem Roboter allerdings nicht schaden: So dürfte der Sauger gerne näher an Ränder heranfahren und hat noch mit einigen Software-Macken zu kämpfen. Zum ausgerufenen Preis ist der realme TechLife Robot Vacuum durchaus interessant, zumal er fünf unterschiedliche Maps speichern kann und recht vielfältige Möglichkeiten für No-Go-Areale bietet. Man merkt dem Produkt aber eben softwareseitig an kleinen Details an, dass noch viel Optimierungsbedarf herrscht.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie realme in Zukunft seine TechLife-Marke ausbauen wird. Die Konkurrenz auf dem Markt der Saugroboter ist enorm. Hält man sich nun ran und optimiert die Navigation und die Firmware weiter, dann ist der TechLife Robot Vacuum eine ernstzunehmende Konkurrenz für die etablierten Platzhirsche.

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„GreedFall Gold Edition“ im Test: Traditioneller Titel für Rollenspiel-Fans

Das Rollenspiel „GreedFall“ erschien ursprünglich bereits im Herbst 2019 für den PC, die Xbox One und die PlayStation 4. Nun haben die französischen Entwickler Spiders und der Publisher Focus Home Interactive nicht nur mit „The De Vespe Conspiracy“ eine Erweiterung veröffentlicht, sondern schicken auch eine Gold-Edition des Spiels in die digitalen Stores sowie den physischen Handel. Wer jene an der PlayStation 5 bzw. Xbox Series X|S zockt, kommt zudem in den Genuss technischer Verbesserungen.

Preislich ruft man für die neue Gold-Edition, welche das Add-On direkt enthält, 39,99 Euro aus. Falls euch der Entwickler Spiders auf Anhieb nichts sagt: Wie der Publisher Focus Home Entertainment, so ist das Studio für seine Double-A-Spiele bekannt. Man kann also nicht mit Budgets wie Bioware, Bethesda oder CD Projekt RED arbeiten, wildert aber auch nicht im Indie-Segment. „Bound by Flame“ stammte etwa ebenfalls von den Franzosen. „GreedFall“ ist meiner Ansicht nach aber das mit Abstand anspruchsvollste Projekt und auch das beste Spiel des Studios.

Die Geschichte des Rollenspiels ist schnell erzählt: Als Adeliger namens De Sardet aus einem Land, das von einer mysteriösen und bisher unheilbaren Krankheit geplagt wird, reist man auf die Insel Teer Fradee. Letztere ist teilweise noch unerforscht und könnte ein Heilmittel bergen. Das Szenario wirkt ein wenig historisch und erinnert an die Kolonialzeit, spielt aber in einer fiktiven Welt. So kann man dann auch nicht nur Pistolen, Schwerter und Co. schwingen, sondern sich auch mit Magie behelfen. Bei der Charaktererstellung legt man hier nicht nur erste Schwerpunkte in Attributen und Fähigkeiten fest, sondern wählt auch Geschlecht und Optik der eigenen Figur.

Die gewählten Schwerpunkte wirken sich nicht nur auf Kämpfe, sondern auch auf Dialoge und andere Aspekte des Gameplays aus. Wer etwa seine Attribute passend steigert, kann auch über dünne Planken balancieren und so Areale erreichen bzw. Abkürzungen nehmen, die Tölpeln verborgen bleiben. Mit einem hohen Charisma wiederum kann man in Dialogen sein Gegenüber becircen und so oft sein Ziel erreichen, ohne sich einem Kampf widmen zu müssen. So ergeben sich dann auch unterschiedliche Lösungswege für die Quests der Spielwelt.

Letztere sind unterschiedlicher Natur: Mal liefert ein Händler keine Ausrüstung an die Stadtwache, weil er mehr Geld herausschlagen möchte, ein anderes Mal taucht ein Schiffsjunge nicht auf und wir gehen seinem Verschwinden auf die Spur. Es gibt immer kleine Geschichten, die ab und an auch mal einen unerwarteten Twist nehmen. Erwartet aber keine Qualität vom Kaliber eines „The Witcher 3: Wild Hunt“ oder „Yakuza: Like A Dragon“. Die Nebenaufgaben sind zudem nach einer Weile recht durchschaubar. So sind auch viele klassische Fetch-Quests dabei oder Aufgaben vom Schema „Töte X Monster“ bzw. „Bringe Gegenstand X zu Person Z“.

Die Kämpfe sind erfreulicherweise gar nicht so sehr der Schwerpunkt des Spiels, sondern „GreedFall Gold Edition“ lädt durchaus dazu ein, eher in der Geschichte zu versinken. So gibt es auf der Insel Teer Fradee unterschiedliche Fraktionen. Bei jeder von ihnen genießt man eine bestimmte Reputation, welche durch die eigenen Handlungen steigen und sinken kann. Man kann zwar eine Weile die Parteien gegeneinander ausspielen, früher oder später wird man sich aber entscheiden müssen und bei der ein oder anderen Gruppe mehr Punkte sammeln, als bei der anderen.

Jede Fraktion bringt Vor- und Nachteile in ihrer Moral mit sich. Die eine verhält sich etwa streng religiös und verdammt alles, was gegen den eigenen Glauben läuft. Dafür versucht man aber auch im Rahmen seiner Ideologie ethisch zu handeln. Das Gegenteil ist die Brückenallianz, die der Wissenschaft offen gegenüber steht, dafür aber auch skrupellose Experimente durchführt und die Ureinwohner von Teer Fradee als Primitivlinge abstempelt. Auch die eigenen Begleiter, die man im Spiel einsammelt, haben dabei zur Herangehensweise des Spielers eine Meinung, was sich auf potenzielle Romanzen auswirkt und zu handfesten Konflikten führt, wenn man stets gegen die Ansichten der Kameraden entscheidet. Im schlimmsten Fall verlassen Begleiter wie die Ureinwohnerin Siora dann sogar wieder die Truppe.

Die Kämpfe von „GreedFall“ sind, wie ich bereits beschrieb, nicht der Schwerpunkt des Spiels und das ist auch gut so. Denn teilweise fühlen sie sich etwas hölzern an. Ich selbst spielte einen Charakter mit Schwerpunkt auf Magie und zauberte gerne aus der Ferne. Das ist aufgrund des etwas störrischen Ausweichens, nicht immer einfach gewesen, zumal die Animationen und eine gewisse Latenz verhindern, dass sich die Scharmützel so dynamisch wie in anderen Titeln anfühlen. Die Begleiter hauen dabei gerne mit drauf und agieren größtenteils gescheit. Von den Gegnern kann man das nicht immer behaupten. Mehrfach konnte ich die KI austricksen, indem ich bei größeren Gruppen einzelne Feinde plattmachte und dann ein paar Schritte zurücklief. In der Regel stapfen die Schergen dann zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Ihre Energie lädt sich dann zwar wieder auf, so kann man aber entspannt einzeln Feind für Feind erledigen, ohne sich mit einer Masse herumschlagen zu müssen.

Technisch ist „GreedFall Gold Edition“ ein bisschen wie eine Wundertüte: Da stecken einige richtig gute Sachen drin, andere sind erschreckend billig. Lob verdient vor allem der Soundtrack, der sich teilweise mit Streichern, Gesang und Percussion sehr organisch ins Geschehen integriert und hochwertiger wirkt, als bei manchem Triple-A-Titel. Die englischsprachige Vertonung geht in Ordnung, einige Sprecher wirken aber etwas gelangweilt. Eine deutsche Sprachausgabe gibt es nicht, sehr wohl aber deutsche Untertitel. Leider wirken die Lippenanimationen sehr krude und passen so gut wie nie richtig zum gesprochenen Wort. Das erinnert eher an die vorletzte Konsolengeneration.

Wiederum sehen die Texturen, die Spielwelt und die Lichtstimmungen teilweise richtig gelungen aus. Gerade in den größeren Hub-Arealen von Teer Fradee gibt es eine hohe Weitsicht und auch die Performance ist sehr stabil. Schade ist, dass sich dafür die Gebäude innen alle recht steril anfühlen und mit künstlichen Begrenzungen verwirren: Da sieht man dann etwa eine Treppe, die frei nach oben führt, kann sie aber nicht betreten. Solche etwas unnatürlichen Begrenzungen erlebt man auch in den Städten hin und wieder.

Dank HDR und 4K-Grafik ist „GreedFall Gold Edition“ aber visuell durchaus ansehnlich, auch wenn man die Cross-Generation-Wurzeln deutlich erkennt. Gefundene oder gekaufte Items machen sich ebenfalls visuell bemerkbar. Es gibt hier ein vollwertiges Equipment-System mit Stiefeln, Hüten, Capes, Mänteln, etc. Ständig neue Loot ergattert man allerdings nicht, die besten Items muss man sich von mächtigen Gegnern erkämpfen. Auch die Aufwertung der Waffen und Rüstungen ist an Werkbänken möglich, vorausgesetzt man verfügt über die notwendigen Fähigkeiten.

„GreedFall Gold Edition“ ist durchaus ein langes Spiel, denn mit der neuen Erweiterung „The De Vespe Conspiracy“ könnt ihr wohl gut 35 Stunden einkalkulieren. Wer ältere Bioware-Spiele wie „Jade Empire“ schätzte, wird hier sicherlich viel Spaß an dem etwas ungeschliffenen aber guten Rollenspiel haben, dem man sein beschränktes Budget eben etwas anmerkt.

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EPOS GSX 1000 – Audioverstärker angehört

Vor einiger Zeit habe ich euch hier im Blog zwei Gaming-Headsets von EPOS vorstellen dürfen. Diese lassen sich überall da betreiben, wo ein Kopfhöreranschluss zugegen ist. Auch am PC ist das Einstecken des Headsets in den 3,5-mm-Klinkenschluss schnell und einfach erledigt. Doch eventuell holt man allein damit nicht das meiste aus den Headsets heraus. Ein Kopfhörerverstärker beziehungsweise eine externe Soundkarte kann für ein besseres Erlebnis beim Musikhören, Filme schauen oder Spielen sorgen. Sennheiser hat dazu vor einiger Zeit den GSX 1000 vorgestellt. Auch wenn das Gerät schon etwas betagter ist, war ich neugierig, ob die Investition tatsächlich für Verbesserung im Sound sorgen kann.

Das Gerät ist nicht besonders groß und wird in den USB-Port des PCs oder Macs angestöpselt. Die Kombination aus Schwarz, Silber und Rot macht auf dem Schreibtisch was her, und bedient wird per Touch-Buttons beziehungsweise einem äußeren Touch-sensiblen Ring. Ob so ein Gerät nun besonders stylisch aussehen muss, sei mal dahingestellt, der GSX 1000 kann sich jedoch sehen lassen.

Anschlüsse finden sich auf der Rückseite des Gerätes, das über einen hochklappenden Fuß auch angestellt werden kann, um besser ablesbar zu sein. Es gibt einen Kopfhörer-, einen Lautsprecher und einen Mikrofon-Ausgang an dem kleinen Kasten. Steckt ihr eure Lautsprecher dort an, könnt ihr fix über den GSX 1000 zwischen Headset und Lautsprechern umschalten und braucht somit nicht mehr in die Ausgabe-Einstellungen von Windows oder Mac.

In dem kleinen Kasten, der 10 x 10 x 2,5 Zentimeter groß ist, steckt ein dedizierter DAC-Chip, der mithilfe einer sogenannten Binaural Rendering Engine die eingehenden Audio-Signale analysiert und auf verschiedene Kanäle verteilt, sodass am Ende virtueller 7.1-Surround-Sound in euren Ohren landet. Ein Chat-Regler an der Seite gibt euch die separate Kontrolle für die Lautstärke eures Chats. Funktioniert jedoch nicht in In-Game-Chats, sondern „nur“ mit Software wie TeamSpeak, Discord, Skype und Co.

Doch wie funktioniert das Gerät in der Praxis? Einmal angestöpselt braucht ihr weder unter Windows noch unter Mac einen separaten Treiber. Ihr wählt lediglich den GSX 1000 als Ein- bzw. Ausgang in den Systemeinstellungen aus, damit ihr darüber auch etwas hört, beziehungsweise der Ton aus dem Mikro auch im Rechner ankommt. Über das Aluminiumrad könnt ihr zügig die Lautstärke einstellen. Der Mikrofonpegel kann extra eingestellt werden. Zwischen Lautsprecher und Kopfhörer wird einfach per Taster umgeschaltet. Vordefinierte Soundeinstellung gibt es ebenfalls per Button. Ihr könnt zwischen Musik, Film oder einem Preset für Sprache auswählen. Je nachdem was ihr auswählt, werden die entsprechenden Frequenzbereiche gepusht oder gesenkt.

Ein sehr interessanter Button lässt euch zwischen Stereo und 7.1-Surroundsound auswählen. Der virtuelle Surroundsound wird durch den GSX 1000 erzeugt, wie das klingt sage ich gleich. Die Ecken des Gerätes sind ebenfalls Touch-empfindlich. Dort könnt ihr Voreinstellungen ablegen und somit zwischen vier benutzerdefinierten Einstellungen hin- und herschalten.

Wie klingt Musik etc. mit dem Verstärker? Im direkten Vergleich mit dem normalen Kopfhörerausgang direkt am Laptop lässt sich sagen, dass mir das erzeugte Stereo-Profil des Verstärkers etwas besser gefällt. Meiner Meinung nach ist der Klang ein wenig detailreicher und besitzt einen höheren Pegelumfang. Der zweite – und für viele sicherlich wichtigere – Modus ist der 7.1-Modus. Die Engine des Verstärkers erzeugt dabei einen sehr gut abgestimmten virtuellen Raumklang, den ich ziemlich angenehm und realistisch finde. Als Testmaterial kamen Trailer, Filme und Live-Alben zum Einsatz, ich war ziemlich angetan. Zwischenzeitlich ertappte ich mich dabei, den Surround-Modus ständig angeschaltet zu haben.

Mein Fazit zum GSX 1000 Verstärker von Sennheiser fällt positiv aus. Das kleine Kästchen kann sinnvoll sein und bringt etwas mehr Komfort auf den Schreibtisch, quasi eine kleine Audio-Schaltzentrale, mit der sich zügig Handgriffe erledigen lassen, für die man sonst ein paar Klicks bräuchte und das Spiel verlassen müsste. Der Surround-Sound-Modus hat mich wirklich abgeholt und es macht Spaß damit Filme zu schauen oder Musik zu hören und zwischen der normalen Ausgabe und dem Raumklang zu vergleichen. Auch im Stereo-Modus kann man Klangverbesserungen ausmachen.

Mit einem Preis von etwas über 200 Euro muss man sich nur gut überlegen, ob einem die Sache das Geld wirklich wert ist.

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„Ratchet & Clank: Rift Apart“ im Test: Endlich Next-Generation-Feeling

„Ratchet & Clank“ ist eine Spielereihe, die bereits 2002 auf der PlayStation 2 begann. Mit „Ratchet & Clank: Rift Apart“ ist der neueste Ableger eines der ersten Exklusivspiele für die noch junge PlayStation 5. Tatsächlich dürfte der Titel jedoch insgesamt in die Geschichte als eines der Games eingehen, das erstmals zeigt, wozu die neue Konsolengeneration wirklich in der Lage ist. Die Technik des Spiels hat mich entsprechend restlos begeistert. Blicke ich auf das Gameplay, dann sieht es aber schon komplizierter aus.

So merkt man „Ratchet & Clank: Rift Apart“ seine PS2-Wurzeln deutlich an: Das lineare Spiel bietet in den meisten Abschnitten wenig Anreiz und Raum zum Erkunden und geizt nicht mit geskripteten Sequenzen. Die rudimentäre Geschichte wiederum erinnert mich an Nintendo-Spiele: Die Charaktere sind ganz putzig gemacht und das ganze Geschehen hat viel Charme und Humor. Allerdings konnte ich als kompletter Neuling zu keiner der Figuren irgendeine echte Bindung aufbauen, da sie kaum erkennbare Persönlichkeitsmerkmale aufweisen und sich im Falle von Ratchet und Rivet auch fast 1:1 identisch spielen.

Doch der Reihe nach, denn eventuell seid ihr ja, wie ich, völlig neu bei „Ratchet & Clank“. Die Spiele drehen sich um die gleichnamigen Protagonisten: Ratchet ist Angehöriger einer Alien-Spezies namens Lombax, die ein wenig an Füchse erinnert. Clank ist ein kleiner Roboter, der Ratchet stets mit Rat und Tat zur Seite steht. Beide Figuren sind spielbar, wobei Clank in erster Linie in kleinen Rätseln zum Einsatz kommt, um offene Dimensionsportale zu schließen. Als Neuzugang ist noch die Lombax-Dame Rivet zu vermelden, welche Clank aushilft, nachdem dieser durch einen Unfall von Ratchet getrennt worden ist.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Ratchet und Clank feiern ihren Erfolg, als der Schurke Dr. Nefarious sie überrascht. Die Kontrahenten streiten sich um den Dimensionator, der Portale in andere Welten öffnen kann. Durch einen Unfall werden sowohl Nefarious als auch Ratchet und Clank durch die Dimensionen gerissen. Nun schwebt das Universum in Gefahr und sie müssen das Gleichgewicht der Welten wieder herstellen.

Dabei führt euch die Handlung relativ lose über mehrere Planeten, die euch abwechslungsreiche Spielplätze anbieten, um Nefarious Schergen und andere Gegner über den Haufen zu schießen. Dafür steht euch ein sehr kreatives Waffenarsenal zur Verfügung. Beispielsweise transformiert eine der Waffen die Feinde temporär in 8-bit-Pixelfiguren. Im Spielverlauf kann man dabei sein Inventar in einem Shop nicht nur aufwerten, sondern auch um neue Nah- und Fernkampfwaffen erweitern. Zum Kauf neuer Waffen und bzw. dem Upgraden bereits erhaltener Geschosse gibt es zwei unterschiedliche Währungen im Spiel. Keine Angst, Mikrotransaktionen fehlen aber gänzlich.

Einige Waffen sind aber eindeutig stärker als andere. Beispielsweise lohnt sich die Investition in Nahkampfwaffen kaum. Es macht aber Spaß, sich auf den Upgrade-Pfaden auszutoben, für die ihr spezielle blaue Kristalle benötigt, die immer wieder mehr oder minder versteckt in der Spielwelt zu finden sind. Das animiert also auch dazu, sich in den einzelnen Levels genauer umzusehen. Riesige, offene Welten solltet ihr aber nicht erwarten. Die Planeten bieten euch eher überschaubare Areale an, sind aber liebevoll gestaltet.

Mal bewegt ihr euch durch einen grünen Dschungelplaneten, dann durch eine dystopische Stadt oder eine frostige Landschaft. Jeder Planet ist einzigartig. Abseits der Hauptgeschichte gibt es auch kleinere Nebenaufgaben: Etwa sollt ihr eine verschollene Köchin wiederfinden, welche nach dem Honig von Alien-Wespen für ausgefallene Rezepte giert. Diese Nebengeschichten sind amüsant inszeniert und lohnen das Durchspielen. Erwartet aber nicht, mit Quests bombardiert zu werden: Pro Planet sind es dann eher 1-2 Nebenaufgaben, dir ihr optional erledigen könnt.

Das Gameplay auf den unterschiedlichen Planeten fokussiert sich im Kern auf die rasanten Feuergefechte, recht simple Rätseleinlagen und Geschicklichkeits-Abschnitte, bei denen ihr z. B. wie in „Sunset Overdrive“ Schienen entlang surft und im richtigen Moment abspringen müsst. Zwischendrin lockern Zwischen- und Endgegner das Gameplay auf. Je nach Schwierigkeitsgrad müsst ihr da schon etwas taktischer spielen und zwischen den Waffen wechseln, sowie in der Spielwelt verstreute Portale (Rifts) nutzen, um Gegnern zu entkommen oder sie zu überraschen.

Diese Portale nehmen aber im Gameplay eine weit geringere Rolle ein, als zuvor durch die Trailer suggeriert worden ist. Sie führen auch außerhalb von Bossgegnern in der Regel nicht in völlig neue Abschnitte, sondern teleportieren euch innerhalb eures Sichtfeldes umher. Dadurch müsst ihr z. B. auch kleinere Schalterrätsel auflösen. Auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad ist „Ratchet & Clank: Rift Apart“ dabei recht einfach. Gestorben bin ich in der Regel nur, wenn die Steuerung zickte, was leider etwas zu regelmäßig vorkommt. Sprang ich etwa von Rail zu Rail, landete meine Spielfigur manchmal daneben, obwohl ich sie perfekt auf die nächste Schiene bugsiert zu haben meinte.

Das sind so kleinere Dinge, welche das Gameplay manchmal trüben: Wechsele ich durch ein Portal in einem Gefecht die Position und vor mir befinden sich Gegner, gucke ich nach dem Sprung durch das Portal meistens zunächst in die falsche Richtung und muss mich erst umdrehen, was den Feinden Zeit verschafft mir im wahrsten Sinne des Wortes Feuer unter dem Hintern zu machen. Generell merkt man dem linearen Gameplay mit Fokus auf kleinen, in sich geschlossenen Arealen und Gegnerwellen oft die angestaubten Wurzeln in der PS2-Ära an. Da hätte es aus meiner Sicht gerne ein moderner Anstrich sein dürfen.

Völlig anders sieht es mit der Technik aus: Ohne Übertreibung ist „Ratchet & Clank: Rift Apart“ das grafisch bisher beste Spiel der neuen Konsolengeneration. Dabei habt ihr sogar aus drei Modi die Wahl: Fidelity bietet euch die höchste Auflösung, Ray-Tracing und 30 fps. Dann gibt es zwei Performance-Modi – einen mit und einen ohne Ray-Tracing. Ich rate da, je nach Sitzabstand und Framerate-Vorlieben auszuwählen. Ich selbst sitze vor meinem LG E9 mit 65 Zoll bei knapp 2 Metern Entfernung. Da sehe ich durchaus die Unterschiede in der Auflösung und habe daher auf Fidelity gezockt, da mir generell Bildqualität wichtiger ist als Framerate. Sitzt ihr aber weiter entfernt vom TV, dann seid ihr womöglich mit dem Performance-Modus besser bedient.

Auf jeden Fall solltet ihr aber Ray-Tracing nutzen, denn überraschenderweise ist die Technologie sehr prägend für den Look. Das fängt bei den Spiegelungen auf den Böden an und endet noch lange nicht bei den Reflexionen auf der metallischen Oberfläche von Cranks Kopf. Aber nicht nur durch Ray-Tracing ist „Ratchet & Clank: Rift Apart“ eine hervorragende Tech-Demo: Allein der erste Abschnitt, welcher auf einer Art Parade für die beiden Hauptcharaktere stattfindet, ist atemberaubend: Was man da an Raumschiffen und Details im Hintergrund erspäht, wäre in dieser Detailflut definitiv nicht an der PS4 möglich gewesen.

Die Soundkulisse verbuche ich übrigens eher als „geht in Ordnung“. Die deutsche und englische Sprachausgabe ist sehr gut, die Synthie-Musik, welche ab und an ein Orchester imitiert, ist aber sehr dudelig. Da hätte man mehr herausholen können, hätte man tatsächlich ein Orchester beauftragt. Die Soundeffekte untermalen das Geschehen passend. Der eigentliche Hit sind aber das haptische Feedback und die adaptiven Trigger. Sie sorgen bei den Waffen für Widerstand, wodurch man etwa bis zur Mitte des Triggers einen einzelnen Schuss abfeuert, beim Durchdrücken aber ganze Salven starten kann.

Mich hat es überrascht: „Ratchet & Clank: Rift Apart“ ist ein kurzweiliges Spiel, das deftig Laune macht. Aber ganz ehrlich: Sonys Preisempfehlung von 79,99 Euro finde ich zu hoch gegriffen. Denn auch wenn die Technik zu 100 % überzeugt, ist das Gameplay dazu ein harter Gegensatz und mir persönlich etwas zu sehr in der PS2-Ära gefangen. Wer genau das an der Spielreihe liebt, wird allerdings noch mehr begeistert sein, als ich es gewesen bin. Ich will da aber nicht zu negativ klingen, denn „Ratchet & Clank: Rift Apart“ ist ein gelungenes Spiel, das uns zum ersten Mal zeigt, was die nächste Konsolengeneration wirklich für uns bereithält.


Ratchet & Clank: Rift Apart - [PlayStation 5]


Ratchet & Clank: Rift Apart – [PlayStation 5]

  • Vorbesteller erhalten einen Karbonox Rüstungssatz und einen Verpixler Waffer zur früheren Schaltung im Spiel
  • Ballere dich mit Ratchet und Clank durch ein interdimensionales Abenteuer
  • Die haptischen Effekte und adaptiven Tasten sorgen dafür, dass ihr voll und ganz ins Kampfgeschehen eintaucht

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Logitech Combo Touch: Die Magic-Keyboard-Alternative im Kurztest

Passend zur Vorstellung der neuen iPad-Modelle versorgt Logitech nun mit dem Logitech Combo Touch auch die neuen iPads und erstmals auch das große iPad-Modell mit einer Tastatur-Trackpad-Kombination. Mit jenen möchte man Apples Magic Keyboard Paroli bieten, welches mit 329 Euro für das 11-Zoll-Keyboard und 399 Euro für das 12,9 Zoll große iPad nichts mehr für den kleinen Geldbeutel ist. Im Team wissen wir uns auch sonst in Sachen Peripherie gut bei Logitech aufgehoben und sind zufrieden mit deren MX-Mäusen und -Tastaturen unterwegs. Auch Logitechs Accessoires gehören sicherlich nicht zu den günstigsten ihrer Art, sind durch die eine oder andere Rabatt-Aktion aber doch auch in annehmbaren Preis-Gefilden zu bekommen. Grund genug, die Magic-Keyboard-Alternative einem kurzen Test zu unterziehen.

Das erste Auspacken des Combo Touch brachte eine überaus hochwertige, Textil-ummantelte Hülle hervor. Die fasst sich gut an, kann ihr hohes Gewicht aber nicht verbergen. Die mir vorliegende Variante für das große iPad bringt ein Gewicht von knapp 780 Gramm auf die Waage. Zum Vergleich: Das aktuelle Modell (2021) des großen iPads wiegt alleine 682 Gramm.

Im Doppelpack wird das Gewicht also mehr als verdoppelt. Auf der Haben-Seite steht da aber dann – auch im Vergleich zum Magic Keyboard – ein ordentlicher Schutz des Geräts. Denn auch die Ränder sind durch die Hülle geschützt. Ladeanschluss, Lautsprecher und dergleichen sind natürlich ausgespart. Knöpfe lassen sich durch das Case noch mit ausreichender Haptik drücken.

Das Anbringen des Tastatur-Cases ging einfach vonstatten, denn die Gummi-Lippen am Rand lassen sich geschmeidig um die iPad-Ränder lupfen. Auch beim iPad Pro 12.9 aus dem Jahr 2020 passte die Hülle wie angegossen, auch wenn man dieses nicht als kompatibel aufführt und das 2021er-Modell aufgrund der verbauten Mini-LED-Technologie einen Tick dicker ausfällt. Das Gesamtpaket trägt doch gut auf, fällt aber nicht sehr viel dicker aus als beim Magic-Keyboard.

Dem Smart Connector des iPads sei Dank wird das iPad direkt verbunden und versorgt die Tastatur mit Strom. Frickelige Bluetooth-Verbindungen oder sonst etwas sind nicht vonnöten. Auch das automatische Ein- und Ausschalten des iPads funktioniert zuverlässig. Über eine eigene App (Logitech Control) kann die Tastatur zudem über den Smart Connector mit neuer Firmware versorgt werden. Auch der Apple Pencil kann magnetisch an der Seite des iPads haften. Der Tastatur-Deckel des Cases schließt magnetisch. Auf eine zusätzliche Lasche wie bei Vorgängermodellen verzichtet man hier.

Der Weg aus dem Gehäuse geht dann etwas schwergängiger. Zumindest so schwer, dass man das iPad nicht einfach mal zig mal am Tag in das Case steckt und wieder herausholt. Da bin ich zugegebenermaßen doch stark vom einfachen, magnetischen An- und Abknipsen des Magic Keyboards verwöhnt. Einfach Abtrennen lässt sich hier allerdings die Tastatur ohne das Gehäuse in Surface-Manier. Letzteres spart Gewicht ein, wenn man das iPad ohne Tastatur verwenden möchte. Das ist ebenfalls nicht bei allen Vorgänger-Tastatur-Kombinationen so, denn mein Folio Touch hat das nicht. Nett wäre hier ein dünnes Cover ohne Tastatur, was man wahlweise an Tagen mit „Leichtgepäck“ anbringen könnte und welches dennoch die Display-Front schützt.

Die Tastatur weist einen Tastenhub von einem Millimeter auf. Damit tippt es sich angenehm und mit wenig Geräuschen. Außerdem ist die Tastatur mit einer Hintergrundbeleuchtung versehen, welche sich auf Tastendruck dimmen lässt – in 16 Stufen.

Gutes Stichwort, denn die Combo Touch weist auch für andere Funktionen Sondertasten auf. Und die erweisen sich als so geschickt, dass ich jene doch ganz gerne bei Apples Magic Keyboard ebenso gesehen hätte. Stumm schalten, Pausieren der Wiedergabe oder iPad-Suche? Nur einen Tastendruck entfernt. Zu Gefallen weiß auch das Trackpad, wenngleich die Oberfläche hier etwas glatter für ein geschmeidigeres Scroll-Verhalten sein könnte. Auch sämtliche Multi-Touch-Gesten werden hier, wie beim Magic Keyboard, unterstützt.

Der Kickstand des Tastatur-Case erinnert ebenfalls an das Surface. Zumindest rein optisch, die Haptik des Surface-Kickstands vermisse ich hier leider. Der Standfuß mutet ein wenig wie ein Karton an. An der Standfähigkeit mag ich nicht meckern, aber das Gefühl, dass es ein wenig „einrastet“ und ich mich sicher fühle, fehlt. Insbesondere bei stumpfem Neigungswinkel wird es dann doch instabil, wenn man am Touchscreen rumfummelt oder mit dem Pencil hantiert.

Da bekommt man dann auch leicht das Gefühl, der Standfuß sei überstrapaziert und der Karton würde ausleiern – oder so ähnlich. Das dürfte vor allem in Anbetracht des aufgerufenen Preises für meinen Geschmack dann doch mehr auf „Surface-Level“ spielen und lässt daran zweifeln, wie langlebig die Geschichte ist. Das müssen aber die kommenden Monate zeigen und lässt sich an dieser Stelle noch nicht beurteilen.

Einen kleinen Hinweis möchte ich abschließend noch geben. Während ein normales USB-C-Kabel problemlos bei angelegtem Case passt, wird es bei einem Stecker mit Thunderbolt – je nach verwendetem Kabel – schwierig. Denn dieser ist teils etwas länger als herkömmliche USB-C-Stecker. Wird wohl die meisten Nutzer nicht betreffen, da aber sicherlich einige beim 2021er-iPad mit Thunderbolt hantieren werden wollte ich es dennoch erwähnt wissen: Hierfür müsste das iPad dann das Case verlassen.

Mit einem Preis von 199,99 Euro für die 11-Zoll-Variante und 229,99 Euro für die 12.9-Zoll-Variante des iPad Pro ist auch Logitechs Combo Touch kein Unterfangen für einen kleinen Geldbeutel. Farblich ist man auf eine schlichte, graue Variante gebunden. Hier lohnt es sich definitiv, erste Rabatt-Aktionen abzuwarten, denn Logitech setzt die unverbindliche Preisempfehlung doch recht stramm an.

Dennoch ist man auch ohne Angebot eine gute Ecke günstiger unterwegs als beim Magic Keyboard. Das Tastatur-Case trägt ordentlich auf und bietet im Gegenzug mehr Schutz. Vermisst habe ich lediglich den Komfort mich mal eben des kompletten Cases zu entledigen. Das ist nur durch Abnahme der Tastatur selbst einfach möglich, bringt aber nicht den großen „Gewinn an Leichtigkeit“.

Dinge die man in meinen Augen besser macht als Apple? Die Shortcut-Tasten sind für meine Nutzung jedenfalls sehr komfortabel. Ansonsten? Für das bisschen Tippen, welches die meisten wohl derzeit am iPad erledigen, dürfte dem Gros der iPad-Nutzer das Combo Touch wohl genügen. In meinem Fall beschränkt sich dies ebenfalls auf eine Mail hier, ein bisschen surfen dort – es mangelt eben doch noch an einigen „Multi-Tasking-Ecken“ bei iPadOS. Wenn man ohnehin der Typus Nutzer ist, der sein Gerät nicht „ohne Schutz“ nutzt, ist man mit der Combo Touch wohl umso besser bedient.

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