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Neue Marke aus China: Honor 6 im Hands-On

Honor? Der geneigte Leser denkt sich: Das kennen wir doch?! Stimmt! Huawei hat bereits mehrere Smartphones auf den Markt gebracht, die das Wörtchen Honor im Namen tragen. Und nun? Geht es in die nächste Runde. Das Wörtchen soll zur eigenen Marke aufgebaut werden – für eine jüngere Zielgruppe.

Tatsächlich entstammen Hard- und Software den Entwicklungslabors von Huawei. Das ist an sich nichts schlechtes, denn die Chinesen wissen, was sie tun – und haben schon einige günstige, aber auch einige wirklich gute Smartphones auf den Markt gebracht.

Das erste Honor, das seinen Weg nach Deutschland schafft, ist das Honor 6. Regelmäßige TechStage-Leser sind bereits unter dem Namen Huawei Mulan über das Gerät gestolpert.

Die Nähe zu Huawei fällt bereits auf den ersten Blick auf. Nicht unbedingt bei der Hardware, doch die Software kommt uns sehr bekannt vor. Wie bei den aktuellen Huawei-Smartphones gibt's auch beim Honor 6 keinen App-Drawer. Huawei nennt das Emotion UI und rückt die Android-Oberfläche damit näher an iOS: Alle installierten Anwendungen befinden sich auf dem Homescreen. Das klingt etwas gewöhnungsbedürftig, funktioniert unterm Strich aber wirklich gut.

Auch ansonsten hinterlässt die Oberfläche einen guten Eindruck. Sie ist leicht zu bedienen und eignet sich eher für Smartphone-Neulinge und iOS-Umsteiger als für eingefleischte Android-Fans, die sich zunächst umgewöhnen müssen. Geschmackssache ist hingegen die viele Spielerei. Bei jedem Einschalten zeigt beispielsweise der Lock-Screen ein anderes (durchaus hübsches) Bild aus einer umfangreichen Foto-Galerie, chaotische Icons lassen sich durch kräftiges Schütteln auf dem Homescreen ordentlich anordnen und die Spiegel-App (ja, sie zeigt einfach, was die Front-Kamera sieht), täuscht auf Wunsch beschlagenes Glas vor, das man zunächst mit dem Finger abwischen muss, bevor man etwas sieht. All das sind Blickfänger, die aber im Alltag nichts bringen: Spielerei eben. Doch wer solche Dinge liebt, wird sich bestimmt auch über die umfangreiche Theme-Auswahl freuen, mit der er sein Honor optisch an die eigenen Vorlieben anpassen kann.

Softwareseitig gibt's Android 4.4 und alle wichtigen Apps inklusive Zugriff auf den offiziellen Android-App-Store von Google. Spannend sind die Energiespar-Funktionen, die die Chinesen integriert haben: Verschiedene Modi reduzieren auf Wunsch den Funktionsumfang, um unterm Strich eine längere Laufzeit zu ermöglichen. Wer fernab der Zivilisation in der Wüste unterwegs ist, macht aus seinem Smartphone per Tastendruck ein einfaches Handy. Internet, E-Mail, Messenger & Co: Alles weg. Telefonieren und SMS senden und empfangen funktioniert dafür tagelang mit einer Akkuladung. Mit 15 Prozent Reststrom im Akku schafft das Honor 6 so einen kompletten Tag. Nicht ganz so drastisch ist ein Modus, der die Auflösung des Displays reduziert. Bei 1280 × 720 Pixeln sieht die Darstellung zwar nicht mehr so knackig aus wie bei Full-HD, doch dafür hält das Smartphone etwa auf der Bergtour oder an einem anstrengendem Messetag vielleicht die entscheidende Stunde länger durch.

Die Hardware ist auf ordentlichem Niveau. Wichtigstes Merkmal ist wohl das 5,0 Zoll große Full-HD-Display. Damit kommt das Gerät auf eine Pixeldichte von 441 ppi – deutlich mehr als das, was Apple beim iPhone Retina nennt. Und so gestochen scharf, wie das klingt, sieht die Anzeige auch aus. Was allerdings stört: Der Hersteller scheint einen Fingerabdruck-Magneten eingebaut zu haben. Zumindest gefühlt ist das Honor öfters schmierig als andere Smartphones. Und da auch die Rückseite aus Glas besteht, sehen wir die Fingertapser auch hier.

Gehäuse und Verarbeitung sind ordentlich. Positiv fallen die Glasscheiben auf Vorder- und Rückseite auf: Das sieht gut aus und liegt hervorragend in der Hand. Der Rahmen dazwischen kann damit aber nicht mithalten. Hier kommt Kunststoff zum Einsatz, der so lackiert wurde, als wäre er aus Metall. Warum? Man kann Kunststoff einsetzen oder Metall. Beides kann gut aussehen und beides kann sich hochwertig anfühlen. Doch so wirkt das ein wenig wie gewollt und nicht gekonnt. Samsung lässt grüßen. Immrthin: Trotz Plastikrahmen fühlt sich das Honor stabil an. Knarzen und Knacken gibt es nicht.

Die Rückseite ist ebenso wie der 3000 mAh starke Akku fest verbaut. Zugang zu SIM- und microSD-Speicherkartenslot gibt es über eine kleine Klappe auf der rechten Seite des Smartphones. Die Mechanik ist allerdings ein wenig fummelig. SIM-Einschübe mit Halterahmen, wie sie sich mehr und mehr durchsetzen, gefallen uns besser.

Im Inneren werkelt ein 1,7 GHz schneller Octacore-Prozessor. Dazu gibt es 3 GByte RAM und 16 GByte internen Speicher. Die beiden Kameras lösen 5 (vorne) respektive 13 (hinten) Megapixel auf, auf der Rückseite gibt es zusätzlich einen Dual-LED-Blitz.

Fotos gelingen ordentlich. Das Honor ist sicherlich kein reinrassiges Kamera-Smartphone, doch die Ergebnisse müssen sich auch nicht vor der Konkurrenz in diesem Umfeld verstecken.

Das erste Honor hinterlässt einen ordentlichen Eindruck. Qualität und Ausstattung stimmen, die Optik ist hingegen ein zweischneidiges Schwert: Während Front und Rücken aus Glas hochwertig wirken, mag das Fake-Metall dazwischen nicht so richtig passen. Doch das ist nichts anderes als Geschmackssache.

Die Software wirkt auf erfahrene Android-Nutzer zumindest etwas merkwürdig. Die Huawei-Entwickler durften sich an Emotion UI ordentlich austoben. Das ist gut für Anfänger und Umsteiger, eingefleischte Fans sollten vor dem Kauf aber besser einen Blick darauf werfen – oder gleich einen anderen Launcher installieren.

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von knapp 300 Euro geht das Honor 6 in einen harten Konkurrenzkampf. Für Full-HD und Octacore ist das ein sehr interessantes Angebot. Allerdings: Für etwa 90 Euro mehr gibt's aktuell schon das LG G3.. Letztlich wird wohl der Straßenpreis über den Verkaufserfolg entscheiden.

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Danke: bestboyzde

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