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Google Pixel 3 im Test: Android 9 Pie und Top-Kamera

Das Google Pixel 3 ist deutlich billiger als das iPhone, hat eine Top-Kamera sowie aktuelles Android. Ob und für wen sich der Kauf lohnt, verrät der Testbericht von TechStage.

Das Pixel 3 kommt gut und sicher verpackt zum Kunden. Neben dem Smartphone finden sich im Lieferumfang ein Schnellladegerät, ein 1 m langes Strom- und Datenkabel mit USB-C-Steckern auf beiden Seiten sowie gut verarbeitete und angenehm klingende Kopfhörer samt Adapter.

Einen Klinkenanschluss hat das Pixel 3 nicht. Wer seine Kopfhörer mit 3,5-mm-Stecker verwenden möchte, muss zum mitgelieferten Adapter greifen. Das kabelgebundene Laden des Akkus und das zeitgleiche Musikhören funktioniert mit dem Pixel 3 lediglich über einen gesonderten 2-in-1-Adapter. TechStage hat solche Adapter für unterschiedliche Geräte getestet: Vergleichstest: 2-in-1-Adapter mit USB Type-C und 3,5 mm.

Auch Google springt auf den Zug der Glas-Smartphones auf und fertigt das Gehäuse der dritten Pixel-Generation aus widerstandsfähigem Glas. Im Gegensatz zum Pixel 2 (Testbericht) ist der Rücken des Pixel 3 nicht mehr aus Aluminium, somit ist nun erstmals das drahtlose Laden über den Qi-Standard möglich. In der Mitte sitzt nach wie vor ein Metallrahmen, der die Vorder- und die Rückseite miteinander verbindet und dem Gerät die nötige Stabilität verleiht. Google bietet drei Farbvarianten an: Schwarz, Weiß und Pink.

Der Hersteller bleibt seiner Designsprache treu. Das Pixel 3 sieht dem Pixel 2 sowie dem Ur-Pixel (Testbericht) bis auf Kleinigkeiten sehr ähnlich. Das auffälligste Merkmal ist die Rückseite mit einer interessanten Kombination aus glänzender und matter Optik. Im Test zeigte sich dies als äußerst praktisch, da die milchige Fläche – die, die am häufigsten Kontakt mit der Hand hat – nicht von Fett und Schmutz verschmiert war, wie es oft mit anderen Glas-Smartphones mit Hochglanzoptik der Fall ist.

Das Pixel 3 fasst sich gut. Es ist kompakt, liegt angenehm in der Hand und rutscht trotz der glatten Oberfläche nicht weg. Die Tasten zum Ein- und Ausschalten sowie die Wippe für die Regelung der Lautstärke befinden sich auf der rechten Seite und sind bequem zugänglich. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite arbeitet schnell und erweist sich als zuverlässig. Auch neu in dieser Generation: Das drucksensitive Gehäuse. Die untere linke und rechte Seite des Pixel 3 reagiert auf Druck. Quetscht man das Telefon leicht in der Hand, startet so der Google Assistant und wartet auf Befehle. Das ist erst einmal gewöhnungsbedürftig, aber später im Alltag hilfreich.

Die Pixel-Smartphones der 2er-Generation halten eine halbe Stunde in bis zu einem halben Meter tiefen Wasser durch (IP67), die 3er-Varianten eine halbe Stunde in mehr als einem halben Meter tiefen Wasser (IP68).

Das Pixel 3 ist technisch bestens ausgestattet und auf einem Niveau mit den Top-Geräten anderer Hersteller, wie Galaxy S9 oder Xperia XZ2 Premium. Die technische Ausstattung ist identisch zu der des großen Bruders Pixel 3 XL. Die hohe Leistung des Systems ist sowohl in der Praxis und bei der Bedienung merklich zu spüren, als auch bei den gängigen Benchmarks. Bei Antutu erreicht das Pixel 3 285.000 Punkte, das ist die obere Spitze. Der Leistungsvorsprung gegenüber dem Galaxy S9 beträgt etwa 6 Prozent. Dem SoC, hier einem Snapdragon 845, stehen 4 GByte RAM zur Seite. Was im ersten Moment etwas unterproportioniert klingt, ist im Alltag bei gewöhnlicher als auch bei anspruchsvoller Nutzung mit rechenintensiven Apps wie Microsoft Power BI völlig ausreichend. Und selbstverständlich stellt auch die parallele Nutzung von mehreren Dutzend Apps für das Pixel 3 keine Herausforderung dar.

Immer cool bleiben: Das Pixel 3 kommt mit Hitze gut klar. Das bestätigt auch die Temperaturmessung am Gehäuse. Im Ruhestand verhält sich das Smartphone bei anfälligen 22,5 °C und hat Umgebungstemperatur. Beim Lasttest mit Antutu Benchmark oder 3D-Spielen wie PUBG erreichen Vorder- und Rückseite des Gehäuses eine Temperatur von maximal 33,5 °C, das liegt im Normalbereich von 32 bis 40 °C.

Der interne Speicher des Pixel 3 ist 64 GByte groß. Davon stehen Nutzern rund 49,5 GByte für eigene Daten zur Verfügung. Der Speicher des Google-Smartphones lässt sich nicht erweitern: Wer sich das Pixel 3 kaufen möchte, muss sich von Anfang an Gedanken über den benötigten Platz machen. Der Aufpreis zu der 128-GByte-Variante beträgt 100 Euro – und das sollte es Intensivnutzern, zu denen vermutlich quasi jeder Pixel-Käufer gehört, auf jeden Fall wert sein.

Der Klang und der Empfang des Pixel 3 waren im Test und ohne Auffälligkeiten. Die Gesprächsqualität über die Netze von Vodafone sowie Telefónica Germany im Großraum Hamburg war ausgezeichnet. Die Telefone haben kein Dual-SIM. Dabei ist die Funktion mittlerweile gang und gäbe; selbst die neuen iPhones haben Dual-SIM! Eine E-SIM ist integriert, die Funktion ist vorerst für die USA freigeschaltet. Ob und welche Netzanbieter die E-SIM des Pixel 3 unterstützen, wurde bislang nicht angekündigt. Beim Pixel 3 hat Google die frontalen Lautsprecher überarbeitet. Sie sind nun lauter und klingen klarer.

Der fest verbaute Akku im Pixel 3 hat eine Kapazität von 2915 mAh, knapp 8 Prozent mehr als der des Pixel 2 mit 2700 mAh. Bei moderater Nutzung beträgt die Akkulaufzeit fast anderthalb bis zwei Tage. Im Test mit einem kontinuierlich laufenden Video bei maximaler Display-Helligkeit hat das Pixel starke elf Stunden mit einer einzigen Ladung erreicht. Das sind gute Werte, trotzdem gibt es Telefone wie das Galaxy Note 9 (Testbericht), die mit 15 Stunden deutlich besser aufgestellt sind. Das kabelgebundene Aufladen mit dem mitgelieferten Schnellladegerät nimmt 1 Stunde und 31 Minuten in Anspruch. Nach 30 Minuten steht der Akku auf 51 Prozent. Das drahtlose Laden mit einer Leistung von 7,5 W dauert etwa drei Stunden.

Das Pixel 3 hat einen größeren Bildschirm als das Vorjahresmodell: 5,5 statt 5 Zoll (ca. 13 cm) in der Diagonalen. Möglich ist dies durch schmalere Ränder an allen vier Seiten. Im Vergleich zum großen Pixel 3 XL ist das Display des kleineren Pixel-Smartphones nicht eingeschnitten (Notch). Die Dual-Kameras auf Vorderseite sind deshalb linksbündig statt zentriert. Das hat aber keine negative Auswirkung auf die Funktion, sondern ist eine Design-Entscheidung.

Beim Pixel 3 beträgt die Auflösung des Displays Full-High-Definition+, das sind 2160 × 1080 Pixel. Bei einer Gesamtdarstellung von 2,3 Millionen Bildpunkten ist die Punktedichte von 440 Pixel pro Zoll mehr als ausreichend, allerdings ungenügend für Googles VR-Brille Daydream. Hier ist das Pixel 3 XL mit einer Pixeldichte von 520 ppi besser geeignet. Beide Telefone schneiden im Bewertungssystem Vrmark Professional Edition exzellent ab. Gut zu wissen, dass zumindest die Leistung vorhanden ist.

Google hat den OLED-Bildschirm des Pixel 3 überarbeitet: Ein grüner oder blauer Farbstich ist nicht mehr vorhanden, wie er sich in der Generation zuvor zeigte.

Smartphones der Pixel-Reihe zeigen sich besonders stark bei der Kamera. Dabei verzichtet Google auf den Trend der Dual- und Multikamera. Im Test bewies das Pixel 3 erneut sein fotografisches Können und liefert eine überwältigende Bildqualität. Selbst das Pixel 2 schneidet in vielen Lichtsituationen besser ab als ein hochaktuelles iPhone Xs oder das Galaxy Note 9.

Die Hauptkamera des Pixel 3 schießt Bilder mit einer Auflösung von 12 Megapixeln, ein optischer (OIS) und ein elektronischer Stabilisator (EIS) sind vorhanden. Sie halten das Bild ruhig und gleichen unerwünschte Verwacklungen aus. Das klappt im Test gut.

Googles Bokeh-Algorithmus ist schnell und fehlerfrei – selbst bei feinen Elementen wie Menschenhaar oder Ästen. Der Effekt ist sogar viel natürlicher als beim Apple iPhone oder dem Huawei P20 Pro (Testbericht). Statt optischen Zooms verwendet Google digitalen Zoom und schärft die Konturen über den intelligenten optischen Bildstabilisator nach. Das fällt besonders dann auf, wenn man das Pixel 3 ruhig hält. Eine Dualkamera haben die Pixel-Smartphones auf der Vorderseite: Beide schießen Bilder mit acht Megapixeln. Eine Kamera ist für konventionelle Selfies gedacht, während die andere weitwinklige Bilder mit einem Sichtfeld von 97 Grad macht.

Das Pixel 3 von Google läuft mit Android 9 Pie. Das Betriebssystem ist aktuell, allerdings ist das keine Exklusivität: Bestehende Pixel-Smartphones hat der Hersteller ebenfalls auf die neue Version gebracht. Und seit kurzem bietet Sony das Xperia XZ3 (Testbericht) mit Android 9 Pie an. Gibt es also eine Besonderheit? Jein! Wer sich das Pixel 3 kauft, der bekommt drei Jahre lang Updates und zwei Jahre sogar Upgrades auf neuere Betriebssystemversionen. Doch auch dieses Software-Versprechen gibt nicht allein bei Google. Hersteller von Android-One-Smartphone haben die gleiche Garantie für ihre Geräte. Der Unterschied liegt lediglich bei der Geschwindigkeit. Google ist schneller als die anderen Smartphone-Macher.

Das Pixel 3 ist ein Top-Smartphone. Es ist klein und kompakt, liegt gut in der Hand und fühlt sich wertig an. Technisch überzeugt es auf ganzer Linie mit aktueller Hardware. Die Qualität des OLED-Displays, die Laufzeit des Akkus sowie die Gesprächsqualität sind hervorragend. Besonders hervorzuheben ist die Kamera, die für nahezu alle Lichtsituationen ausgelegt ist und schöne Resultate liefert.

Wer soll das Pixel 3 kaufen? Stets aktuelle Software bekommt man auch durch ein Smartphone mit Android One. Die Preise beginnen ab 149 Euro – zum Beispiel mit dem Nokia 3.1 (Testbericht). Wer allerdings Top-Kamera möchte und Wert auf Kompaktheit legt, sollte zum Pixel 3 greifen. Alternativ gibt es noch das größere Pixel 3 XL.

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Vodafone Gigacube: stationärer LTE-Router im Test

Strom rein, Internet da. Das verspricht Vodafone mit dem LTE-Router Gigacube. Wir haben das Gerät getestet, zeigen seine Stärken und stellen die Tarife dazu vor.

Der weiße, runde Plastikturm des Gigacube sieht gefällig aus. Er ist in die die Höhe gebaut ist und braucht weniger Standfläche als etwa eine breit stehende Fritzbox 7580 (Testbericht) oder eine flach liegende Fritzbox 7590 (Testbericht). Die sich nach oben hin leicht verjüngende Turmform erlaubt im Inneren auch eine gute Positionierung der LTE- und WLAN-Antennen.

Besonders praktisch ist, dass der Gigacube, der eigentlich ein umbenannter Huawei B528s-23a ist, neben den normalen Anschlüssen (Strom, LAN-Buchse, Festnetztelefon) zwei TS-9-Buchsen mitbringt. Damit lassen sich externe Antennen anschließen, die den Empfang in schwierigen Umgebungen verbessern. Antennen mit dem größeren SMA-Stecker lassen sich per Adapter oder über passende Pigtail-Kabel anschließen.

Ansonsten ist der Lieferumfang spartanisch: Neben dem Gigacube gibt es ein Netzteil, ein LAN-Kabel sowie eine Anleitung.

Der Gigacube funkt auf den hierzulande wichtigsten 4G-LTE-Frequenzen bei 800, 1800 und 2600 MHz. Sollte er auf allen diesen Bändern kein Internet bekommen, sei es nun wegen Netz-Überlastung oder mangels Flächenausbau, kann er auf das langsamere 3G-UMTS oder 2G-GSM zurückschalten. Im WLAN überträgt der Gigacube das Internet an die Endgeräte per 802.11 b/g/n/ac bei 2,4 GHz und 5 GHz an bis zu 64 WLAN-User.

Interessant ist, dass der Router hinten eine Buchse für die Festnetztelefone bietet. Diese wird von Vodafone nicht näher beschrieben und offenbar auch nicht beworben. Vermutlich verkauft Vodafone lieber einen gesonderten Handy-Vertrag und gibt einen Rabatt für Kunden, die einen Gigacube-Tarif dazu kombinieren.

Die Einrichtung geht erfreulich einfach und schnell. Unten die mitgelieferte SIM-Karte einstecken, 230-Volt-Strom anschließen und 27 Sekunden später hat sich vorne die Farbe der Signal-LED von Rot auf Blau geändert. Ab diesem Moment stand das Internet auch mit LTE-Speed im WLAN-Hotspot auf 2,4 GHz und 5 GHz bereit. Nicht einmal eine SIM-PIN wurde vom Router abgefragt. Die für die WLANs notwendigen Passwörter sind am Boden des Gigacubes aufgedruckt. Nach der Eingabe konnte unser Test-Smartphone sofort online gehen.

Bei den Messungen im Haus geht es um die Frage, ob der Gigacube einen herkömmlichen DSL- oder Kabel-Router samt eingebautem WLAN dauerhaft ersetzen kann. Zu diesem Zwecke stellen wir den Gigacube an die gleiche Position im Dachgeschoss (DG) einer Wohnung, an der zuvor auch schon die DSL-Fritzboxen zeigen mussten, wie weit sie das Internet per WLAN in die umliegenden Zimmer transportieren konnten.

Dann wandern wir mit dem Test-Smartphone, einem Sony Xperia XZ Premium (Testbericht), sechs Räume ab und messen den Durchsatz. Die vorsätzliche Router-Position rechts oben in der Grafik ist für eine gleichmäßige WLAN-Durchdringung der Wohnung gewollt ungünstig, weil dadurch in den Räumen 3 und 4 nur wenig WLAN ankommt. Just deshalb zeigt die Speed-Kurve bei schwachen WLAN-Routern in Zimmer 3 und 4 oft einen Durchhänger.

Für den LTE-Empfang dagegen ist die Router-Position rechts oben im DG vorteilhaft, weil hier ein Fenster per Zufall just in die Richtung eines großen Vodafone-Funkturmes zeigt, der etwa 600 Meter Luftlinie entfernt steht.

Die Testwohnung erreicht mit Telekom-VDSL-100 stabile 100 Mbps und Vodafone-Kabel-500 mit stabilen 500 Mbps. Diese Downloadwerte waren fast rund um die Uhr mit sehr geringen Schwankungen verfügbar. Das LTE aus dem Gigacube mit der zugehörigen SIM von Vodafone dagegen hatte am gleichen Standort je nach Uhrzeit enorme Schwankungen von unter 5 Mbps bis über 50 Mbps. Die folgenden Messungen fanden im August 2018 mittags gegen 13:00 Uhr statt, um diese Zeit maßen wir die schöneren Werte. Eine Erklärung für die Schwankungen sind die Shared-Medium-Nachteile von LTE: Je mehr Anwender an einer Zelle angemeldet sind, desto weniger Bandbreite ist für alle verfügbar.

Seinen großen Vorteil spielt der Router da aus, wo es kein Breitband aus der Dose gibt. Für die Messung haben wir den Gigacube samt einem tragbaren 230-Volt-Powerpack von Pearl eingepackt. Mit diesem Gespann besteigen wir die Münchner Flughafen-Linie-S8 bei Daglfing und fahren über München-Ostbahnhof quer durch die City, über Pasing bis zum Westkreuz und dann übers flache Land mit der S6 zum Starnberger See hinaus und wieder zurück.

Bei diesem Hindernislauf muss der Gigacube in der S-Bahn viele unterschiedliche LTE-Situationen bewältigen: oberirdisch, unterirdisch, dicht besiedelte Stadtgebiete, locker bebaute Vororte, sowie eine kilometerlange Waldstrecke im Würmtal, kurz vor Starnberg.

Die Messwerte notieren wir immer nur beim Ausfahren aus den 21 S-Bahnhöfen. Da sich die Gleise, Bahnhöfe und damit unsere Messpunkte über einen längeren Zeitraum hinweg nicht verschieben, können wir diese Messfahrten auch mit anderen LTE-Routern (und anderen LTE-SIM-Karten) vergleichbar wiederholen. Zwischen den Bahnhöfen dagegen nahmen wir nur Stichproben, vor allem in der langen Waldstrecke, die vor lauter Bäumen keinen markanten Fixpunkt hat.

Das Beste gleich vorweg: Der Gigacube von Vodafone hat sich auf der gesamten Strecke von Daglfing im Münchener Osten bis zum Starnberger See und Retour wacker geschlagen.

Der beste Download-Speed kam rund um den oberirdischen S-Bahnhof München-Pasing mit 102 Mbps Download (DL) und 26,4 Mbps Upload (UL). Die zweitbeste LTE-DL-Versorgung hatten wir rund um die oberirdische Haltestelle Hackerbrücke mit 52 Mbps DL und satten 41,7 Mbps UL. Sogar im kilometerlangen Würmtal-Waldstück kurz vor Starnberg kam nonstop ein brauchbares Internet. Das ist besonders nennenswert, weil die meisten kleineren LTE -Router in unseren Messungen das Internet in der S-Bahn nur sporadisch hereinholen konnten. Hier kann die größere Bauform des Gigacube punkten.

In der Tabelle zeigen wir die Werte an den 21 Messstationen. Dazu notieren wir auch den Ping. Positiv ist, dass der Gigacube in den fünf unterirdischen Bahnhöfen vom Rosenheimer Platz bis einschließlich Hauptbahnhof das Internet zwar langsamer in die S-Bahn holt als oberirdisch, die Verbindung aber anders als beim kleinen Huawei-LTE-Router E5788 nie komplett abreißt.

Den Router gibt es in zwei Versionen: Die Vodafone-Edition als Gigacube samt SIM-Karte oder als Geräte mit entsperrter SIM, letztere allerdings nur über Ebay. Wer den Router direkt über Vodafone kauft, zahlt einen Euro für die Hardware und entsprechend mehr für die monatlichen Kosten. Bei Amazon wird das Gerät ebenfalls verkauft, allerdings über einen Umweg: Der Versender Crebyte liefert im Grunde nur eine Karte mit dem Link auf www.vodafone.de/spezialangebote. Das kann man sich sparen, wir haben das Angebot der Übersicht halber in unseren Preisvergleich aufgenommen. Sollten sich die Angebote ändern, aktualisiert sich die Übersicht automatisch.

Die von Vodafone mitgelieferte SIM-Karte funktioniert in ganz Deutschland, aber leider nicht im Ausland. An optimalen Standorten werden theoretisch bis zu 200 Mbps Download-Speed versprochen: Das wäre viermal schneller als VDSL-50 und doppelt so schnell wie VDSL-100. Das ist aber abhängig vom Ausbau, Vodafone stellt dazu eine Online-Karte bereit.

Im August 2018 gab es zwei Volumen-Angebote für Dauernutzer:

  • 50 GB für Normalsurfer für knapp 35 Euro pro Monat.
  • 200 GB für Vielsurfer für knapp 45 Euro pro Monat.

Die Verträge laufen 24 Monate. Ist das Volumen aufgebraucht, wird der Speed massiv gedrosselt, tröpfelt aber weiter. Weitere Informationen stehen auf der Webseite zum Gigacube. Einen potentiellen Pferdefuß gibt es im Kleingedruckten. Dort schreibt Vodafone: "Vodafone behält sich vor, dass Videos auf SD-Qualität (480p) beschränkt sind, sofern dies rechtskonform (insbesondere in Einklang mit Verordnung (EU) 2015/2120) unter Berücksichtigung der Verwaltungspraxis und der Rechtsprechung erfolgt."

Ja, das mag Sinn machen, um das Netz vor Verstopfung durch Streamer und den Kunden vor zu schnellem Verbrauch seines Volumens zu schützen. Gleichzeitig fühlt es sich einfach komisch an, wenn ein Konzern pauschal in den Datenstrom eingreift und die Bildqualität herunterregelt.

Daneben bietet unser Testgerät eine Tarif-Variante namens Gigacube Flex: Da wird der Monatspreis nur fällig, sofern der Gigacube auch wirklich genutzt wurde. Das klingt perfekt für gelegentliche, nomadische Nutzung irgendwo im Inland. Wird der Gigacube monatelang nicht genutzt, dann sollte man ihn vorsichtshalber erst gar nicht an den Strom stecken, damit nicht aus Versehen Daten gezogen werden.

Sollte der Kunde mit dem Daten-Volumen nicht über den Monat kommen, so kann er jederzeit auch einzelne Pakete nachbuchen. Diese Nachschläge sind allerdings relativ teuer: Etwa 25 GB für 24,99 oder 1 GB für 2,99 Euro. Im Test war das Nachbuchen geradezu erschreckend einfach: Der Tester drückte beim teuersten Häppchen auf „Jetzt kaufen“ und schon war es passiert. Das Guthaben schnellte sofort über die 200 GB hinaus und die 24,99 Euro waren weg. Eine zusätzliche Abfrage oder einen Storno-Knopf gab es nicht.

Rein technisch klingt LTE Cat6 mit 300 Mbps LTE nicht mehr so aufregend. Immerhin gibt es schon viel kleinere Router mit 1000 Mbps LTE wie dem Huawei E5788 (Testbericht). Doch im echten Leben kommt es beim Funk auf die Antennen an: Der Gigacube hat große LTE- und WLAN-Antennen im Bauch und das mit ordentlichen Abständen. Das gibt ihm robuste Sende- und Empfangseigenschaften, sowohl bei LTE wie auch beim WLAN.

Im stationären Betrieb hat er das Internet nicht schlechter aus der Luft geholt und lokal verteilt, als eine FRITZ!Box 7590 am VDSL-50-Anschluss im gleichen Standort. An einem guten VDSL-100 schneidet die 7590 allerdings besser ab. Außerdem kommt VDSL mit weniger Schwankungen als LTE. Wo sonst nur langsames Internet vorhanden ist, liefert der Gigacube eine sinnvolle Alternative, solange man sich nicht für das Thema Streaming interessiert.

Schade, dass Huawei den Router nicht direkt in Deutschland vertreibt, denn die Hardware hat uns im Test sehr gut gefallen. So ist man auf Ebay-Käufe angewiesen, wenn man den Router ohne Vodafone-Bindung betreiben möchte.

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3D-Druckbetten: Bessere Haftung für Standard-Filamente

Eines der häufigsten Probleme beim 3D-Druck ist die schlechte Haftung zwischen Filament und Druckbett. Wir erklären, welche Oberflächen zum besseren Halt der Materialien verhelfen.

Grundsätzlich gilt: Je präziser der Abstandes zwischen Druckdüse und Druckbett auf das Filament abgestimmt ist, desto besser haftet der Druck. Die erste Schicht sollte zudem deutlich langsamer gedruckt werden als der Rest des Objekts.

Wer sich nicht sicher ist, welches Filament das Richtige ist sollte sich unseren Ratgeber zu den Standard-Filamenten ansehen.

Polylactide (PLA) halten bei Raumtemperatur auf nahezu allen Standard-Druckbetten. Dennoch kommt es bei schlecht kalibrierten Druckern und insbesondere bei niedrigeren Temperaturen zu Haftungsproblemen. Um Haftung zu gewährleisten, bietet sich an, die Druckplatte mit einem handelsüblichen Klebestift zu bestreichen. Das klebrige Druckbett muss dann nach jedem Druck gesäubert werden — erfahrungsgemäß eine ganz schöne Sauerei. Bei beheizen Druckbetten funktioniert der Klebestift-Trick übrigens nicht. Der Kleber trocknet schnell aus und die Haftwirkung geht verloren.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Bluetape oder Malerkrepp, das auf das eigentliche Druckbett aufgeklebt wird. Es bietet PLA gute Haftung und ist einfach und verhältnismäßig günstig verfügbar. Das Problem beim Tape: Das raue Klebeband überträgt sich auf das Druckobjekt und hinterlässt die Oberflächenstruktur auf dessen Unterseite. Außerdem hält das Klebeband nur einige Drucke, bevor es an Haftung verliert. Oft reißt es beim Lösen eines Drucks ein. Wer auf diese Lösung setzt, muss sein Bluetape regelmäßig austauschen. Und das kann — je nach Druckertyp — eine ganz schöne Fummelei sein. Die Klebeband-Lösung funktioniert bei beheizten und unbeheizten Druckbetten. Bluetape gibt es in Rollenform oder als zugeschnittene Bögen.

Deutlich länger haltbar und somit pflegeleichter sind sogenannte Dauerdruckplatten aus Polyetherimide (PEI). Ein bekannter Hersteller aus diesem Bereich ist Buildtak, deren Druckbett-Auflagen in verschiedensten Größen verfügbar sind. Die dünnen Kunststoffbögen werden auf das eigentliche Druckbett aufgeklebt und sorgen für gute Haftung auf kalten sowie warmen Oberflächen. Das Anbringen der selbstklebenden PEI-Bögen ist deutlich unkomplizierter als der Umgang mit Bluetape oder Kreppband. Die selbstklebenden Platten sind in verschiedenen Größen, Formen und Farben erhältlich.

Wer ein Heizbett einsetzt, sollte bei PLA die Temperatur auf 50 bis 60 Grad Celsius einstellen. So sollte das Filament auch auf dem Standard-Druckbett halten. Falls es trotzdem zu Haftungsproblemen kommt helfen, bis auf das Einschmieren mit Kleber, die oben genannten Varianten.

Alternativ bietet sich bei beheiztem Druckbett die Verwendung einer Filaprint-Druckplatte an. Diese ist zwar verhältnismäßig teuer, bietet aber einige Vorteile. So halten darauf auch andere Filamente und das Ablösen fertiger Drucke nach dem Abkühlen ist so komfortabel wie bei keiner anderen Lösung. Die abgekühlten Drucke lösen sich praktisch von alleine. Im warmen Zustand ist der Ausdruck jedoch fast nicht abzubekommen. Die Platten des Herstellers Filafarm sind in verschiedenen Größen erhältlich.

Holz- und Metall-Filament sind ähnlich unkompliziert wie PLA. Bei ordentlicher Kalibrierung des Düsenabstands zum Druckbett haftet es auf fast allen Standard-Druckbetten. Wer trotzdem Probleme hat, kann auch hier zum Klebestift greifen. Zumindest bei unbeheizten Druckbetten. Wer ein Heizbett nutzt, sollte es auf 45 bis 60 Grad Celsius aufheizen, um optimale Haftung zu erreichen.

Bluetape und PEI sind ebenfalls geeignete Oberflächen für den Druck mit Holz oder Metall. Das Klebeband ist zwar günstiger, der Aufwand beim Anbringen und vor allem beim Auswechseln ist allerdings deutlich höher. PEI ist stabiler und hält dementsprechend länger.

Für Besitzer eines Druckers mit Heizbett lohnt sich auch für diese Filamenttypen die Anschaffung einer hochpreisigen Filaprint-Dauerdruckplatte.

Wer zum ersten Mal mit Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymere (ABS) druckt und vorher nur Erfahrungen mit PLA gesammelt hat, merkt schnell, wie widerspenstig sich einige Filament-Typen verhalten. Für die Verwendung des Filaments ist grundsätzlich ein beheiztes Druckbett mit einer Temperatur zwischen 80 und 110 Grad Celsius notwendig. Bei Druckern ohne Heizbett ist die Verarbeitung selbst mit Tuning-Maßnahmen nicht möglich. Die hohe Oberflächentemperatur alleine reicht aber meist nicht, damit Drucke auf den Standard-Druckbetten halten. Da sich ABS beim Abkühlen stark zusammenzieht, haftet zwar das Objekt, die Ecken heben sich aber.

Eine Trick ist der Einsatz von Polyimid-Folien wie Kapton-Tape. Das hitzeunempfindliche Klebeband verbessert die Haftung von ABS signifikant. Die Oberfläche ist glatt und hinterlässt keine Abdrücke auf der Unterseite des Drucks. Wenn das Klebeband alleine nicht ausreicht, hilft eine zusätzliche Schicht Haarspray. Das sorgt für besseren Halt, macht aber eine Riesensauerei. Wer sein Druckbett nicht abnehmen kann, sollte davon Abstand nehmen. Ein weiterer Nachteil des Materials: ABS haftet zwar auf Kapton-Tape, nicht jedoch PLA. Wer beide Filamente im Wechsel druckt, muss ständig die Oberfläche seines Druckbetts austauschen. Auf Dauer ist das nicht nur nervig und zeitraubend, sondern auch teuer. Außerdem ist das Aufbringen des sehr dünnen Kapton-Tapes nicht unproblematisch. Wer nicht sauber arbeitet, hat Luftblasen und Falten in seiner Oberfläche. Diese sehen auf dem fertigen Druck unschön aus und vermindern außerdem die Haftwirkung.

Eine weitere Möglichkeit, ABS auf einer Druckplatte zum besseren Haften zu verhelfen, ist der Einsatz einer PEI-Dauerdruckplatte. Dieses lässt sich einfach anbringen und funktioniert auch mit PLA. Erfahrungsgemäß hält ABS extrem gut auf den oben bereits erwähnten Buildtak-Bögen. Das Problem: Wer den Abstand zwischen Düse und PEI-Oberfläche nur etwas zu klein einstellt, bekommt den fertigen Druck fast nicht mehr ab. Zwar helfen Zange, Spachtel und großer Kraftaufwand. Dann aber besteht die Gefahr, die Dauerdruckplatte zu zerstören. Erfahrungsgemäß passiert das relativ schnell. Wer jedoch den richtigen Düsenabstand gefunden hat, kann die PEI-Oberfläche über Monate verwenden.

Die teuerste Lösung ist auch bei ABS die Verwendung einer Filaprint-Dauerdruckplatte. Bei einer Druckbett-Temperatur ab 110 Grad Celsius bietet sie erfahrungsgemäß sehr guten Halt. Ist das ABS abgekühlt, löst sich der Druck ohne Kraftaufwand. Es ist bei dieser Lösung wichtig, die Dauerdruckplatte nicht mit bloßen Händen anzufassen. Bereits minimale Fettspuren auf der Oberfläche verringern die Haftung extrem.

Wer PETG als Filament verwendet, benötigt ein beheiztes Druckbett. Die optimale Temperatur der Druckunterlage liegt bei 75 bis 90 Grad Celsius. Es gibt zwar vereinzelte Berichte, dass PETG auch ohne Heizbett auf Bluetape oder einer Klebeschicht hält. Aber die Erfahrung zeigt, dass dies normalerweise nicht klappt.

Zusätzlich bietet sich zur Verbesserung der Haftung auch für dieses Filament die Verwendung von Bluetape, beziehungsweise Malerkrepp, an. Die Lösung ist günstig, allerdings nicht sehr langlebig.

Wer keine Lust hat, das Klebeband ständig auswechseln, kann bei PETG zur Filaprint-Platte greifen. Durch die Kompatibilität mit fast allen Filamenten relativiert sich der hohe Preis.

Auf PEI hält PETG ebenfalls, zumindest wenn der Abstand zwischen Druckkopf und Druckbett ideal eingestellt ist. Allerdings ist die Haftung oft so gut, dass die Druckplatte beim Entfernen des Druckobjektes sehr schnell kaputt geht. Wir raten daher von dieser Kombination ab.

Zum Druck flexibler Objekte aus Thermoplastischem Polyurethan (TPU), wie Schutzgehäuse für Kameras, ist kein beheiztes Druckbett notwendig. Das TPU-Filament ist auch ansonsten verhältnismäßig einfach zu drucken — vorausgesetzt man benutzt keinen Bowden-Extruder. Wer ein Heizbett verwendet sollte es auf 45 bis 60 Grad Celsius aufheizen.

Wer — trotz der von Haus aus guten Hafteigenschaften — Probleme hat, sollte es mit Bluetape oder Malerkrepp probieren. Wer mit dem Klebeband arbeitet, muss es aufgrund der geringen Haltbarkeit regelmäßig wechseln. Das ist auf Dauer zeitaufwändig und teuer. Außerdem überträgt sich die grobe Oberflächenstruktur des Klebebandes auf die Unterseite des Drucks.

Komfortabel ist die Verwendung einer Druckunterlage aus PEI. Diese ist deutlich stabiler und mittelfristig nicht teurer als Klebeband.

Für Drucker mit Heizbett ist die teure Filaprint-Oberfläche für TPU ebenfalls geeignet. Wer die Investition nicht scheut, bekommt eine stabile und sehr zuverlässige Druckunterlage, auf der auch flexible Filamente zuverlässig halten.

Besitzer eines Druckers ohne Heizbetts sollten erfahrungsgemäß zu einer PEI-Dauerdruckplatte greifen. Diese bietet allen nutzbaren Filamenttypen ausreichend guten Halt und die Kosten sind nicht besonders hoch.

Wer nur bei niedrigen Zimmertemperaturen Haftungsprobleme hat, kann auch zum günstigen Klebestift greifen. Das Reinigen ist mit der Zeit aber nervig und der Kleber daher keine vernünftige Dauerlösung.

Wer ein beheiztes Druckbett nutzt, sollte sich eine teure, aber für praktisch alle Materialtypen geeignete Filaprint-Dauerdruckplatte zulegen. Die Anschaffungskosten sind auf den ersten Blick zwar recht hoch, aber auf lange Sicht lohnt sich die Investition in diese sehr haltbare und zuverlässige Lösung.

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3D-Drucker: Welches Filament für welchen Einsatzzweck?

Die günstigsten und verbreitetsten 3D-Drucker schmelzen Kunststoff von Filamentrollen und schichten ihn zu Modellen auf. Es gibt etliche verschiedene Materialien, Farben und Formen. Wir erläutern, wie sich die unterschiedlichen Materialien drucken und verwenden lassen.

Die ersten 3D-Drucker haben Filament aus Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) verarbeitet. Das Material ist stabil, aber nicht einfach zu drucken: Ohne beheiztes Druckbett und einem geschlossenen Bauraum ist die Verarbeitung praktisch unmöglich. Das treibt die Kosten für den Drucker nach oben und hebt die Einstiegshürde. Später begann das leichter zu druckende PLA seinen Siegeszug, das aber weit bruchempfindlicher ist. Inzwischen bietet der Markt etliche verschiedene Materialien mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen.

Und damit nicht genug: Selbst Filamente verschiedener Hersteller unterscheiden sich durchaus – trotz gleicher Bezeichnung. Selbst Filamente ein und desselben Herstellers weisen abhängig von der Farbe teils leicht abweichende Eigenschaften auf. Für den perfekten Druck ist es deshalb immer notwendig, sich an das Optimum in Sachen Einstellungen heranzutasten.

Wer Filament lagert, sollte es möglichst kühl, dunkel und vor allem trocken lagern. In der Praxis hat sich die Lagerung in luftdichten Zip-Tüten und dem Einsatz von Trockengranulat als zuverlässig herausgestellt, denn manche der Kunststoffe ziehen im Laufe der Zeit Wasser und lassen sich dann nicht mehr gut verarbeiten.

Die Erfahrung zeigt, dass es sich lohnt, etwas mehr für sein Druckmaterial auszugeben. Billiges Filament funktioniert zwar ebenso, allerdings ist die Nutzung von Noname-Kunststoff ein Glücksspiel: Von unregelmäßig dicken Filamenten bis hin zu unsauber aufgewickeltem Material gibt es zahlreiche Probleme mit Low-Budget Material.

Die Eckdaten für die Druck-Settings finden sich in unserer Übersicht der bekanntesten Materialien.

Polylactide (PLA), auch Polymilchsäure genannt, ist eines der am meisten verbreiteten Materialien für 3D-Drucker. Das liegt vor allem an der verhältnismäßig unkomplizierten Verarbeitung und am günstigen Preis. Zudem kann jeder FDM-Drucker damit umgehen, da es kein beheiztes Druckbett benötigt. Beispiele für günstige Modelle sind die kürzlich getesteten Drucker Da Vinci Mini w+ (Testbericht) und Duplicator i3 Mini (Testbericht).

Das biologisch abbaubare Thermoplast wird aus erneuerbaren Ressourcen wie Zuckerrohr, Maisstärke oder Kartoffelstärke und nicht aus Erdöl hergestellt. PLA findet auch Anwendung im medizinischen Bereich: Implantate beispielsweise lösen sich innerhalb von wenigen Jahren auf und werden im Körper in ungefährliche Milchsäure umgewandelt. Das gilt allerdings nur für reines PLA. Bunte Filamente für 3D-Drucker sind mit verschiedenen Farb- und Zusatzstoffen versetzt; deren genaue chemische Zusammensetzung ist meist ein Geheimnis der Hersteller. So eignet sich PLA nicht für den Druck von Bechern, Brotboxen oder ähnlichen Gegenständen, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen sollen.

Drucke aus PLA sind robust, aber spröde. Die Schmelztemperatur liegt mit 160 bis 220 Grad Celsius verhältnismäßig niedrig. Der Druck klappt auch auf unbeheizten Druckbetten, wer jedoch ein beheiztes Druckbett verwenden möchte, sollte dessen Temperatur auf 50 bis 60 Grad Celsius einstellen. Da das Material nur langsam abkühlt, sollte während des Druckes ein Lüfter laufen. Dieser kühlt das Filament und sorgt so für ein besseres Druckergebnis. Während des Druckvorgangs entstehen zwar Gerüche, aber keine giftigen Ausdünstungen. Der Druck kann also auch ohne Abluft in Wohnräumen stattfinden.

Nachteile von 3D-Drucken aus PLA sind neben der bereits erwähnten Sprödigkeit eine schlechte Hitzebeständigkeit:. Ab einer Temperatur von 45 bis 60 Grad weicht das Material auf.

Zur Nachbearbeitung empfiehlt sich der Einsatz von Schleifpapier oder Sprüh-Spachtel. Zum Verkleben eignet sich beispielsweise Sekundenkleber.

Neben einfarbigen Rollen sind auch Sonderformen aus PLA erhältlich. So gibt es beispielsweise halbtransparente, glitzernde oder nachleuchtende Filamente. Es gibt auch Varianten mit Farbwechsel-Eigenschaften bei Wärmeeinwirkung oder UV-Strahlung.

Interessant sind auch die auf PLA-basierenden Sonderformen wie beispielsweise PLA-Tec oder PLA Plus. Dieses Filament hat ähnliche Eigenschaften wie PLA, ist aber hitzebeständiger als thermoplastische Terpolymere wie ABS und zudem deutlich schlagfester.

Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) gehört neben PLA zu den am weitest verbreiteten Filamenten. Es ist langlebig und günstig, allerdings etwas anspruchsvoll in der Verarbeitung: Ein Heizbett und ein geschlossener Bauraum sind für den Druck notwendig.

ABS ist ein auf Erdöl basierender Kunststoff und damit auch nicht biologisch abbaubar. Spielzeug wie Legosteine, aber auch Automobilkomponenten oder Rohrleitungen sowie Helme sind häufig aus diesem Material gefertigt.

Es ist sehr schlagfest, aber trotzdem etwas elastisch und zudem hitzebeständig bis circa 100 Grad Celsius. Die optimale Druck-Temperatur liegt zwischen 210 und 250 Grad Celsius. Zur Haftung ist ein beheiztes Druckbett mit einer Temperatur von 80 bis 110 Grad Celsius notwendig. ABS kühlt schnell ab. So ist die Nutzung eines geschlossenen Bauraums von Vorteil, damit neue Druckschichten auf noch warmes Filament gedruckt werden können. Eine aktive Kühlung per Lüfter ist nicht notwendig. Beim Druck des Kunststoffes entstehen giftige Dämpfe, weshalb der Raum, in dem gedruckt wird, unbedingt gut belüftet sein sollte. Wer viel mit dem Material druckt, sollte sich eine Absauganlage zulegen.

Um ABS nachzubearbeiten, bieten sich Schleifpapier oder die Bedampfung mit Aceton an. Aceton greift den Kunststoff an und weicht ihn auf. Das Ergebnis ist eine glatte Oberfläche; einzelne Druckschichten sind nicht mehr erkennbar. Mehr Informationen zur Bearbeitung mit Aceton gibt es hier. Zum Verkleben kommt entweder Sekundenkleber oder spezieller Kunststoffkleber, wie Uhu Plast Special, zum Einsatz.

Das Material steht in zahlreichen Farben zur Verfügung, darunter auch nachleuchtendes oder halbtransparentes ABS.

Das mit Glykol modifizierte Polyethylenterephthalat (PETG) ist ein noch relativ wenig verbreiteter Kunststoff im 3D-Druck. Das Material vereint nach Angaben der Hersteller die Vorteile von PLA und ABS. Das bedeutet, dass es verhältnismäßig einfach zu drucken und trotzdem widerstandsfähig ist.

In seiner Grundform begegnet uns Polyethylenterephthalat (PET) täglich in der Form von Plastikflaschen für Getränke. Die Modifizierung mit Glykol sorgt dafür, dass das Material über bessere Verarbeitungseigenschaften für den 3D-Druck verfügt. Ein Vorteil gegenüber anderen Materialien ist die hohe Transparenz und Beständigkeit.

Das synthetisch hergestellte Filament ist schlagfester als ABS und hitzebeständig bis etwa 90 Grad Celsius. Der Druck erfolgt bei Temperaturen von 210 bis 250 Grad Celsius. Damit die einzelnen Drucklagen vernünftig aneinander haften, ist ein Heizbett mit einer Temperatur von 40 bis 75 Grad Celsius nötig. Eine aktive Kühlung ist empfehlenswert.

PETG neigt dazu, Fäden zu ziehen. Diese lassen sich abschleifen. Flächige Verklebungen gelingen mit Sekundenkleber. Ein großer Vorteil des Materials ist die Witterungsbeständigkeit und die Tatsache, dass das Filament kein Wasser zieht und lebensmittelecht ist. Wer Brotdosen oder Keksausstecher drucken will, sollte also zu PETG greifen.

Zusätzlich zu halbtransparenten Versionen stehen auch Filamente in Neonfarben oder Metalloptik zur Verfügung. Es ist möglich, nahezu transparent zu drucken. Dabei gilt, sich an die idealen Einstellungen heranzutasten und mit Druckgeschwindigkeit und Temperatur zu spielen. Das Ergebnis sind milchig bis nahezu transparente Gegenstände.

Ähnlich wie Gummi verhält sich thermoplastisches Polyurethan (TPU), ein Elastomer auf Basis von Urethan. Das Material eignet sich unter anderem für Stoßdämpfer und Schutzgehäuse.

Durch die hohe Elastizität ist das Drucken mit diesem Material allerdings derweil problematisch. In Druckern mit Bowdenzug-Zuführung klappt die Verarbeitung meist nur nach Hardware-Modifizierungen. Wer das Material trotzdem ausprobieren möchte, sollte sicherheitshalber nur eine kleine Menge zum Testen bestellen und sich im Vorhinein erkundigen, ob sein Drucker mit Flex-Filament zurechtkommt.

Vorteile von TPU sind eine hohe Resistenz gegen Chemikalien, eine hohe Abriebfestigkeit und die geringe Geruchsentwicklung. Das Material ist ungiftig, allergiker- und hautfreundlich. Außerdem ist es UV-beständig und verfügt über eine hohe Witterungsbeständigkeit.

Die Druck-Temperatur variiert je nach Hersteller zwischen 190 und 245 Grad Celsius. Die Verwendung eines beheizten Druckbettes mit 60 bis 90 Grad Celsius ist zwar ratsam, allerdings klappt der Druck auch ganz ohne Heizbett. Der Einsatz eines Lüfters zur Kühlung des Drucks ist sinnvoll und empfehlenswert.

Die Auswahl an Farben ist groß, allerdings wirken diese weit weniger knallig, als bei anderen Materialien. Auch milchig-transparentes TPU wird angeboten.

Drucke aus Holz-Filament haben einen ganz speziellen Charme. Nicht nur, dass die fertigen Objekte wirklich wie aus Holz aussehen und sich so bearbeiten lassen, auch der Holzduft während des Drucks hat seinen Reiz.

Das Filament besteht in den meisten Fällen aus einem Anteil an Echtholz-Partikeln und dem oben beschriebenen PLA. Die Druckeigenschaften sind deshalb ähnlich wie bei PLA.

Die Verarbeitung klappt mit den meisten Druckern, da kein beheiztes Druckbett benötigt wird. Die Extruder-Temperatur liegt zwischen 175 und 250 Grad Celsius. Farbige Unterschiede lassen sich durch Temperaturunterschiede erzeugen: Je wärmer der Druckkopf arbeitet, desto dunkler ist das fertige Ergebnis. So lässt sich sogar eine Holzmaserung darstellen.

Die Vorteile des Materials sind der natürliche Geruch, eine natürliche Haptik und eine einfache Nachbearbeitung. Druckergebnisse lassen sich einfach Schleifen, Kleben und Bohren. Die Nachteile sind eine geringe Stabilität, keine Resistenz gegen Chemikalien und die Tatsache, dass das Filament Wasser zieht. Der fertige Druck würde im Wasser aufquellen und seine Form verlieren.

Angeboten wird das Material in Brauntönen von beige bis nahezu schwarz. Auch Grüntöne sind mittlerweile verfügbar.

Filamente unterscheiden sich unter anderem in Farben und Druckeigenschaften. Die verschiedenen Materialien und ihre Eigenschaften eignen sich vor allem für ganz unterschiedliche Einsatzzwecke.

Für Prototypen und Modellbau reicht meist die Verwendung von einfach zu verarbeitedem PLA. Wer über ein beheiztes Druckbett verfügt und gesteigerten Wert auf Haltbarkeit legt, sollte ABS einsetzen. Falls kein Heizbett verfügbar ist und das Druckergebnis trotzdem stabil und hitzebeständig sein soll, lohnt sich der Blick auf auf die PLA-Varianten PLA-Tec oder PLA+.

Wer halbtransparente Abdeckungen für Lampen oder wasserdichte Vasen drucken möchte, greift auf PETG zurück. Der Kunststoff ist auch für Gegenstände, die mit Nahrungsmitteln in Kontakt kommen, die erste Wahl.

Um einen Schutz seiner Actioncam zu fertigen oder vibrationsdämpfende Eigenschaften zu nutzen, kann man auf TPU oder verwandte Filamente zurückgreifen. Die Verarbeitung klappt aber nicht mit allen Druckern.

Zum Druck von Dekorationsgegenständen lohnt sich ein Blick auf die Filamente mit Echtholz-Zusatz. Diese haben eine angenehme Haptik und sehen sehr gut aus. Die Nachbearbeitung ist unproblematisch, die Stabilität allerdings nur mittelmäßig.

Für Sonderanwendungen stehen noch zahlreiche weitere Filament-Exoten zur Verfügung. Die Auswahl reicht von Nylon, über Stein-Filament bis hin zu in Wasser löslichen Materialien.

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Ratgeber: Fitness- und Lauf-Apps für Android

Mit den passenden Apps werden Smartphones zum digitalen Trainer. Wir stellen Programme und Zubehör vor.

Jedes moderne Android-Handy ist voll mit Sensoren. Es erkennt Schritte, kann dank GPS Position und Geschwindigkeit bestimmen und verbindet sich per Bluetooth mit Fitness-Trackern oder Pulsgurten. Die Speicher und Bildschirme sind groß genug, um Trainingseinheiten zu speichern und Anleitungsvideos unterwegs darzustellen. Wir stellen sechs Apps vor, mit denen man den inneren Schweinehund besiegt und aktiver wird.

Mit dem Galaxy S3 führte Samsung 2012 die Fitness-App Samsung Health ein, seit 2015 ist sie für alle Android-Geräte im Play Store erhältlich. Die App ist für die Koreaner mittlerweile der Mittelpunkt für Sport und Wearables geworden. Geräte wie der Gear Fit 2 Pro (Testbericht) oder die Gear Sport (Testbericht) liefern die Rohdaten, die Samsung in der App weiter aufbereitet. Angenehm ist, dass man sich zwar einen Samsung-Account anlegen kann, dieser aber nicht zwingen notwendig ist.

Zu Beginn legte die App beim Training einen Schwerpunkt auf reines Laufen, inzwischen gibt es auch Bodyweight-Übungen, mit denen sich Muskeln trainieren und Fett abbauen lassen. Diese sind durchaus fordernd, entsprechend sollte man sich langsam herantasten. Beim Laufen kann es ein Nutzer bis zum Marathon bringen, wobei wir Einsteigern von so einem schnellen Anstieg abraten. Doch gerade die einfacheren Programme, etwa rund um einen 5-Kilomenter-Lauf, sind ziemlich gut. Vor allem nervt die App den Nutzer so oft, dass man gar nicht anders kann, als sich eine wenig Zeit zu nehmen – und sei es nur, damit die App Ruhe gibt.

Samsung Health ist nicht nur komplett kostenlos, die App lässt sich auch problemlos auf Nicht-Samsung-Handys installieren. Für die Pulsmessung ist nicht zwingend ein Samsung-Wearable notwendig. Im Test konnten wir einen Polar H7 Pulsgurt problemlos mit der App koppeln und für die Herzfrequenzmessung nutzen.

Wir würden die App jedem empfehlen, der einen einfachen Einstieg mit einem leichten Trainingsprogramm sucht. Die Pläne von Samsung Health sind gut strukturiert und überfordern den Nutzer nicht.

Die Lösung von Huawei ist nicht nur im Namen dem Samsung-Pendant ähnlich. Wer die App mit der von Samsung vergleicht, wird auf einige Parallelen stoßen. Das mag daran liegen, dass auch diese App der Dreh- und Angelpunkt für die Fitness-Tracker von Huawei ist. Im Zweifel gilt aber: Lieber gut kopiert als schlecht selbst gemacht.

Der Schwerpunkt bei Huawei Health ist das Lauftraining, hier gibt es Programme von 5 Kilometern bis hin zum Marathon. Die Fitness-Daten empfängt die App wahlweise von einem Wearable wie dem Huawei Band 2 Pro (Testbericht) oder Bluetooth-Pulsmessern von Fremdherstellern. Explizit unterstützt werden der Polar H7 Pulsgurt, der Suunto Smart Belt sowie die Jabra Sport-Kopfhörer mit Pulsmessung. Mit dem Gurt von Polar gab es im Test keine Probleme, die Verbindung war stabil und zuverlässig.

Wir empfehlen die App allen, die eher an Laufen interessiert sind und vielleicht sowieso ein Wearable von Huawei haben. Auch diese Anwendung lässt sich kostenlos auf aktuellen Android-Handys installieren.

Fitbit ist nicht offen für Bluetooth-Pulsgurte von Drittherstellern. Die App dient vor allem der Kommunikation und Konfiguration der eigenen Wearables, etwa der Fitbit Versa (Testbericht). Neue Trainingseinheiten lassen sich direkt an den Wearables starten. In der App kann man die letzten Trainings anssehen und an virtuellen Wettkämpfen teilnehmen. Wer mehr Anleitung sucht, für den hat Fitbit den Coach im Angebot. Dies ist ein kostenpflichtiges Zusatzprodukt, das derzeit pro Jahr knapp 44 Euro kostet.

Runtastic ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Lauf-Apps. Das liegt zum einen daran, dass es die App schon seit 2009 gibt, zum anderen, dass Nutzer Social-Media-Konten gerne mit ihren „runtastischen” Läufe aktualisieren. So oder so, Runtastic hat einen sehr guten Ruf und bietet in der kostenlosen Version bereits ein einfaches Coaching und Aufzeichnen der Läufe. Als eine der wenigen Apps im Vergleich setzt sie dabei nicht nur auf Google Maps, sondern nutzt auch detaillierteren Karten von OpenStreetMap.

Premium-Kunden können verschiedene Pläne abonnieren und werden langsam an immer längere Strecken herangeführt. Die Kosten liegen dabei zwischen 19,90 für drei Monate und 49,90 Euro für ein Jahres-Abo. Alternativ kann man monatlich zahlen, dann wird es etwas teurer. Externe Bluetooth-Pulsgurte sind kein Problem, im Test verband sich der Polar H7 problemlos. Als einzige App zeigt Runtastic auch den Batteriestand des Gurtes an, sehr praktisch.

Alles in allem hat uns die App im Test gut gefallen. Die Aufzeichnung ist sauber, die Daten werden schön aufbereitet. OpenStreetMap kann vor allem in Parks seine Vorteile gegen Google Maps ausspielen, die Karten sind einfach deutlich ausführlicher.

Die große Konkurrenz zu Runtastic ist Endomondo. Diese gibt es seit 2007 in den App Stores, mittlerweile gehört sie zum Sportwäschehersteller Under Armor. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf Laufen, auch hier können sich Premium-Kunden einen eigenen Plan passend für ihre Anforderungen erstellen. Der Trainingsplan wird an die jeweiligen Leistungen des Nutzers angepasst und ist so weniger starr. Die Premium-Version kostet jährlich knapp 30 Euro.

In der App hat uns gut gefallen, dass man eigene Trainingsrouten anlegen und für die anderen Endomondo-Nutzer freigeben kann. Gerade in einer fremden Stadt findet man so schnell eine gute Laufroute. Endomondo arbeitet mit Bluetooth-Pulsmessern zusammen, unser Polar H7 koppelte sich ohne Probleme. Interessant ist, dass Samsung Health die Daten von Endomono auswerten und in das eigene Dashboard integieren kann.

Wer mit Herzfrequenzzonen wenig anfangen kann, sollte einen Blick in die Running-App von Freeletics werfen. Diese setzt auf Intervalltraining statt Herzfrequenz und braucht kein externes Zubehör

Die verschiedenen Programme, benannt nach Göttern und Helden der Antike, laufen nach einem ähnlichen Schema ab: Erst muss man X Meter laufen, anschließend darf man Y Minuten zur Entspannung traben. Das ist überraschend motivierend und powert ziemlich aus. Intervalltrainings haben allerdings den Ruf, dass sich Anfänger gerne übernehmen.

Neben Running gibt es von Freeletics auch ein Bodyweight-Programm. Die Übungen verzichten auf zusätzliches Trainingsmaterial wie Hanteln oder ähnliches. Trotzdem sind die Trainingseinheiten überraschend fordernd, den eigenen Körper zu dehnen oder zu strecken produziert ordentlich Schweiß. Gut gefallen hat uns, dass man für die Übungen maximal eine Gymnastikmatte braucht, so dass man auch unterwegs keine Ausrede hat.

Freeletics bietet einen kleinen Teil seiner Apps kostenlos an, wer den vollen Funktionsumfang freischalten will, muss zahlen. Ein Monat kostet ab 12,99 Euro, die Jahreskarte kostet knapp 93 Euro.

Beim Thema Datenschutz sind zwei Apps in der Vergangenheit negativ aufgefallen. Strava und Polar waren zu geschwätzig, aus den veröffentlichten Trainingsdaten ließen sich Rückschlüsse auf Militärbasen und ähnliches ziehen. Das ging so weit, dass das US Pentagon den Einsatz von Apps mit GPS für Soldaten verboten hat.

Wer hiermit ein Problem hat, sollte die verschiedenen Einstellungen zum Datenschutz genau ansehen und im Zweifel eher mehr als zu wenig abschalten. Unsere Kollegen von heise haben in der heiseshow damals diskutiert, warum wir so viele Daten freigeben und welche Vor- und Nachteile dies gerade bei einer Fitness-App hat.

Zu Beginn sollte man sich aber nicht überfordern. Elmar Schuhmacher, Gründer von Aerobis Fitness in Düsseldorf sieht es so: „Für Anfänger gilt: keep it simple.” In unserem Test können wir das bestätigen. Es macht aber durchaus Sinn, sich beim Laufen zu Beginn zumindest grob an die Grenzen der Apps zu halten, selbst wenn einem dies zu langsam vorkommt. Der Körper muss sich umstellen und man sollte sich auf keinen Fall übermäßig anstrengen. Prof. Dr. Christine Graf, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention, rät, mehrere Trainingsvarianten auszuprobieren. Man könne nicht sagen, ob Intervall oder Herzfrequenz die richtige Methode ist. Es sei es eine Frage der Neigung, so Prof. Dr. Graf.

Bei den virtuellen Coaches sind sich beide einig, dass man den Apps nicht blind vertrauen sollte. Prof Dr Graf: „Bei den virtuellen Trainern sollten Interessierte darauf achten, welches wissenschaftliche Konzept dahintersteht. Es sollte aktuellen Bewegungsempfehlungen entsprechen und keine Überlastungserscheinungen erzeugen. Im Zweifel sollte man das Programm mit seinem Hausarzt besprechen.” Elmar Schuhmacher sieht das ähnlich: „Virtuelle Coaches sind vor allem eines – virtuell. Trainingsplan hin oder her, der Trainierende muss seinen Allgemeinzustand und Übungsausführung intensiv prüfen, am besten in einem Spiegel. Oft sieht die Ausführung deutlich anders aus, als man es annimmt. Der Körper nimmt automatisch Schonhaltungen ein, die man selbst kaum mitbekommt. Auch die mentale und körperliche Verfassung muss regelmäßig geprüft werden.”

Der große Vorteil vom Lauftraining ist die geringe Hürde bei der Ausstattung. Wir empfehlen aber in jedem Fall gute, bequeme Laufschuhe und einen Pulsmesser, etwa einen Bluetooth-Brustgurt. Wer so etwas nicht möchte, kann zu einem Fitness-Tracker (Vergleichstest) oder einer Sportuhr (Überblick) greifen. Wer mehr unterwegs ist, kann aufrüsten. Im Herbst oder Winter empfiehlt sich eine Funktionskleidung, um nicht zu sehr auszukühlen. Wer gerne Musik hört, sollte sich einen Sportkopfhörer mit Bluetooth (Übersicht) oder Geräte wie den Bose SoundSport Pulse (Testbericht) ansehen, letzterer misst direkt den Puls.

Egal wie viel Sport man macht, Bewegung schadet nicht. Wer es langsam angehen lässt und regelmäßig trainiert, kann in relativ kurzer Zeit bereits erste Erfolgserlebnisse verbuchen. Beim Laufen ist eine App motivierend. Sie zeichnet nicht nur den aktuellen Lauf auf, sondern liefern auch historische Daten. Gerade das motiviert, man sieht, wie man immer besser wird.

Wichtig sind dabei die persönlichen Vorlieben. Und die findet man nur durch Ausprobieren heraus. Die vorgestellten Apps sind kostenlos, zumindest in ihrer Grundfunktion. Bei einem eigenen Test erkennt man recht schnell, auf welche Art von Training man am besten anspricht. Unsere Empfehlung ist aber in jedem Fall ein Pulsmesser, sei es als Fitness-Tracker oder als separater Bluetooth-Pulsgurt.

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