#Interview – “Diese Hochgefühle hatte ich in meinem Angestelltenverhältnis nie”

#Interview

Gründeralltag – gibt es das überhaupt? “Wir arbeiten in einem CoWorking Space, da hilft der Heimweg schon sehr, an Home Office Tagen endet der Tag gefühlt nie”, sagt Charlotte Irlen, Gründerin des jungen FemTech-Unternehmens Fevana.

“Diese Hochgefühle hatte ich in meinem Angestelltenverhältnis nie”

Mittwoch, 27. November 2024VonTeam

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Charlotte Irlen, Gründerin von Fevana. Das Unternehmen aus Köln setzt auf spezielle Nahrungsergänzungsmittel für Frauen. Konkret geht es darum, Frauen zu unterstützen, “ihren Hormonhaushalt zu regulieren”.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?


Wir haben morgens immer ein kurzes Stand Up Briefing, in dem jeder sagt, wie es ihm geht, was er an dem Tag vor hat und was ihn davon abhalten könnte, das zu schaffen.

Wie schaltest Du nach der Arbeit ab?


Wir arbeiten in einem CoWorking Space, da hilft der Heimweg schon sehr, an Home Office Tagen endet der Tag gefühlt nie, da geh ich dann oft zum Yoga, um einen Cut zu haben.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest Du gerne vor der Gründung gewusst?


Wieviel Energie man aus dem Unternehmen ziehen kann. Wenn die Sales richtig gut sind und gleichzeitig ein paar top Bewertungen reinkommen, sind die Endorphine für ein paar Tage gesichert. Diese Hochgefühle hatte ich in meinem Angestelltenverhältnis nie.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?


Dass man sich immer wieder selbst motivieren muss. Auch wenn man ab und zu die Hoffnung hat, bekommt man einfach nichts geschenkt. Am Montag voll da zu sein, wenn die Vorwoche schlecht lief, ist immer wieder eine der größten Hürden. Da hilft dann nur einfach durchzuziehen und sich selbst immer wieder zu sagen, dass es auch wieder bergauf geht. Und das tut es dann auch jedes Mal wieder, da muss man einfach vertrauen und sich nicht davon abhalten lassen, einfach weiter zu machen.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?


Ich habe vor allem ganz am Anfang viele Sachen verkompliziert. In der Anfangszeit musste alles immer perfekt sein, weil man in der Uni gelernt hatte, wenn du es nicht genau nach Textbook machst, gibt es Punkteabzug. Auch vielen Werbeagenturen zu glauben, die einem erzählen man müsse es genauso machen, wie es nur die Agentur dank ihrer Erfahrung machen kann, hat unnötig Zeit und Geld gekostet. Mittlerweile sind wir deutlich pragmatischer und machen fast alles selbst. So macht man sich nicht abhängig und hat die Kernkompetenzen im Team. Man kann schnell reagieren und Dinge ändern. Wir starten mittlerweile bei ganz vielen Sachen einfach und passen dann im Nachhinein an. Das ist soviel effizienter. Dieses ewige Abwarten und Anpassen bis etwas perfekt ist, ist einer der größten Fehler überhaupt.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter:innen für sein Startup?


Wir haben klassisch über LinkedIn & Co ausgeschrieben und bei der Auswahl ist dann ist das Wichtigste Eigenverantwortung. Mitdenken, Ideen haben, Sachen hinterfragen war für uns viel wichtiger, als gute Noten oder renommierte Unis.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?


Herausfinden, was die wirklich entscheidenden zwei KPIs sind, mit denen das Business Model steht und fällt. Und dann den ganzen Fokus darauf legen, diese immer weiter zu verbessern und sich nicht von Kleinkram aufhalten lassen.

Ohne welches externes Tool würde Dein Startup quasi nicht mehr existieren?


Shopify. Wir haben keinen Affiliate Deal, aber die sind halt einfach die besten und unkompliziertesten.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?


Wir sind im WeWork, da gibt es oft Frühstück, einen Barista und viele Leute von anderen Startups, mit denen man sich austauschen kann. Das sorgt meistens für gute Laune und einen guten Teamspirit.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?


Nach einem Pitchevent ganz am Anfang von Fevana kam der Geschäftsführer von einem großen deutschen Familienunternehmen mit einem Übernahmeangebot auf uns zu. Wir haben das nicht ganz ernst genommen, aber am nächsten Tag hat er über fünf Ecken die Privatnummer von meinem Mitgründer organisiert und mehrmals angerufen. Wir haben dann ein paar Tage später auch recht konkret nochmal gesprochen.  Das wäre tatsächlich auch ganz lukrativ gewesen, aber unser Anspruch, das effektivste und vor allem qualitativ hochwertigste Produkt für Frauen anzubieten, wäre dahin gewesen und Fevana wäre ein Massenprodukt mit Fokus auf Marge geworden.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag aus? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln werfen wir einen Blick auf das Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind dort die Voraussetzungen für Gründer:innen, wie sieht es mit Investitionen aus und welche Startups machen von sich reden? Mehr als 550 Startups haben Köln mittlerweile zu ihrer Basis gemacht. Mit zahlreichen potenziellen Investoren, Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents bietet Köln ein spannendes Umfeld für junge Unternehmen. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Foto (oben): Fevana

#Interview – “Ratschläge von den Besten zu erhalten, ist ein Privileg”

#Interview

Hinter sykell verbirgt sich ein “Mehrwegsystem für LEH, System- und Verkehrsgastronomie”. Zu den Groß-Kunden des jungen Berliner Unternehmens zählen die REWE Group, Lekkerland und auch HIT-Supermärkte. Zuletzt sammelte das Team 4,5 Millionen ein.

“Ratschläge von den Besten zu erhalten, ist ein Privileg”

Dienstag, 26. November 2024VonAlexander

Das Berliner Unternehmen sykell, 2021 von Davide Mazzanti und Michael A. Kappler gegründet, positioniert sich als “Mehrwegsystem für LEH, System- und Verkehrsgastronomie”. “sykell hat es sich zum Ziel gesetzt, den Übergang zu einer umfassenden Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen, Abfälle zu minimieren und damit die Natur zu schützen” , erklärt Gründer Mazzanti das Konzept hinter seinem Unternehmen. Collateral Good Ventures, Interzero und Altinvestor REWE investierten zuletzt 4,5 Millionen Euro in sykell.

Im Interview mit deutsche startups spricht der sykell-Macher einmal ausführlich über den bisherigen Weg des Unternehmens.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Dein Startup erklären?


Für meine Nonna, italienisch für Oma: Du möchtest heute doch auch Abfall beim täglichen Einkauf sparen. Dafür bieten wir eine simple Lösung, so einfach wie Pfandflaschen, die sogar von der Deutschen Bundes-Umweltministerin ausgezeichnet wurde. Für alle anderen: sykell hat es sich zum Ziel gesetzt, den Übergang zu einer umfassenden Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen, Abfälle zu minimieren und damit die Natur zu schützen. Dafür bietet sykell verschiedene Lösungen. Erstens erweitert sykell für deutsche Konsumentinnen und Konsumenten das bewährte deutsche Flaschenpfandsystem mit der bereits mehrfach ausgezeichneten Einfach-Mehrweg-Lösung um innovative Mehrwegverpackungen und -becher im Bereich Lebensmittel und Takeaway. Unsere Mehrweg-Verpackungen und -Becher können ganz einfach wie Pfandflaschen an den modernen Pfandflaschenautomaten zurückgegeben werden. 

War dies von Anfang an euer Konzept?


“So einfach wie Pfandflaschen” war die Zielsetzung bereits bei der Konzeptionierung von sykells Einfach Mehrweg-System. Im Vergleich zu anderen Marktlösungen wurde daher bewusst auf Barrieren verzichtet, die die Nutzung und Akzeptanz bei Verbraucher/innen negativ beeinträchtigen könnten. So sind beispielsweise weder App-Download noch eine Registrierung erforderlich. Zudem können die Behälter und Becher bequem und schnell über bestehende Pfandautomaten im Lebensmitteleinzelhandel wieder abgegeben werden. Das macht die Rückgabe nicht nur einfach, sondern entlastet zudem durch die Automatisierung auch Mitarbeitende vor Ort.

Wie hat sich sykell seit der Gründung entwickelt?


sykell wurde 2021 in Berlin gegründet. Das Team umfasst aktuell 15 Mitarbeiter:innen. Zu den Groß-Kunden von sykell zählen die REWE Group, Lekkerland und auch HIT-Supermärkte. sykell hat als erstes Unternehmen in Deutschland die Ökobilanz (LCA, Life Cycle Assessment) von Mehrwegverpackungen auf der Basis von aktuellen Daten erstellen lassen und vollumfänglich veröffentlicht. Dabei konnte belegt werden, dass die Mehrwegverpackungen im Durchschnitt 91 % weniger Abfall im Vergleich zu Einwegverpackungen verursachen. In 2023 wurden durch den Einsatz von Einfach Mehrweg 1,2 Millionen Einwegverpackungen ersetzt, was zu einer Einsparung von 44.800 kg Abfall, 32.600 kg CO2e-Emissionen und 658.000 Litern Wasser führte.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?


Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die aktive Nutzung des Mehrwegangebots noch etwas zurückhaltend ausfällt. Viele mehrwegangebotspflichtigen Unternehmen und auch Konsumentinnen und Konsumenten sind über die neuen nachhaltigen Mehrweg-Angebote vermutlich noch nicht ausreichend informiert bzw. gewöhnen sich nur langsam daran. Auffallend ist, dass die Kunden eine starke Präferenz für die Verwendung von Mehrwegbehältern haben, wenn sie diese schnell und unkompliziert an einem Pfandautomaten zurückgeben können. Hier wollen wir noch mehr Aufklärungsarbeit gemeinsam mit den Medien und den Partnern des Einzelhandels leisten.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?


Eine starke Vision zu haben ist das eine. Diese dann aber auch erfolgreich umzusetzen, erfordert viel harte Arbeit des gesamten Teams. Umso mehr freuen wir uns, dass diese Arbeit auch öffentlich Anerkennung findet. So wurde sykell gerade mit seinen Services beim 17. Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2024 gleich in drei Kategorien als Finalist nominiert. Die Zusammenarbeit mit großen Partnern wie z.B. der REWE Group, Lekkerland und auch den HIT-Supermärkten hilft uns sehr, unsere sykell Services reichweitenstark umzusetzen. Und auch auf der Investoren-Seite erfahren wir viel Anerkennung. Für ein wirkungsorientiertes Unternehmen wie sykell ist es für eine erfolgreiche langfristige Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung, die gleichen Grundwerte mit seinen Investoren zu teilen. Das brachte uns zu Collateral Good, einem der spannendsten Impact-Investoren überhaupt. Deren Engagement für Nachhaltigkeit geht weit über das hinaus, was man öffentlich sieht. Sie wenden bei all ihren Investitionen einen wissenschaftlichen Ansatz an und berichten transparent über ihr Portfolio. Seit unserer Zusammenarbeit im Jahr 2023 haben wir enorm von ihren Erkenntnissen profitiert. Ehrliche Ratschläge von den Besten der Branche zu erhalten, ist ein Privileg, das sich nur wenige Unternehmen leisten können. Und wir sind dafür sehr dankbar.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?


Liebe Gründerin, lieber Gründer – vor allem jene im Bereich Nachhaltigkeit da draußen. Ich weiß, dass Du mehr als einmal mit manchmal extremen Herausforderungen zu kämpfen hast – und Dich wahrscheinlich schon gefragt hast, warum Du das tust. Wäre es nicht einfacher, ab und zu ein paar Abstriche zu machen und zu akzeptieren, dass wir nicht alle Dinge ändern können? Wir sind keine Regierungen oder mächtigen Konzerne, warum also die Mühe machen? Ich habe nicht alle Antworten, aber es gibt etwas, das ich Dir gerne zeigen möchte. Bei sykell haben wir beschlossen, dass es an der Zeit ist, alte Gewohnheiten zu ändern. Unternehmen jeder Größe sollten transparent über ihre Bemühungen berichten, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Das sehe ich als unsere Pflicht und Verpflichtung gegenüber den kommenden Generationen. Ich möchte Dich einladen, zu erfahren, wie wir die Dinge angehen – und unseren Impact Report zu lesen. Wir sind sicher weit davon entfernt, perfekt zu sein, aber ich hoffe, dass Du darin etwas Nützliches findest und Dich inspirieren lässt, das Gleiche in Deiner Organisation zu tun. Wir arbeiten alle auf das gleiche Ziel hin – und Zusammenarbeit, nicht Konkurrenz, wird uns schneller ans Ziel bringen.

Wo steht sykell in einem Jahr?


Mit Einfach Mehrweg werden wir in einem Jahr unsere Präsenz im deutschen Einzelhandel nochmals signifikant weiter ausgebaut haben – und damit viele weitere  Konsumentinnen und Konsumenten erreichen. Mit der Circular ERP werden wir mit vielen, auch internationalen Unternehmen im Bereich der wiederverwendbaren Verpackungen und der Kreislaufwirtschaft zusammenarbeiten – auch, um sie dabei zu unterstützen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Gerade auch das internationale Interesse zeichnet sich jetzt schon immer mehr ab. Und vorab exklusiv für Deutsche Startups: Wir werden eine eigene Verbraucher:innen-App auf den Markt bringen, um mit der Community in Kontakt zu treten und die Verbreitung von Mehrweg in Deutschland weiter und schneller auszubauen.

#Interview – “Ich lege großen Wert auf eine klare Struktur”

#Interview

Gründeralltag – gibt es das überhaupt? “An meinen Sporttagen bleibe ich oft länger bis in die Nacht am Schreibtisch, weil die morgendliche Bewegung mir hilft, den ganzen Tag konzentriert und produktiv zu bleiben”, sagt Alexander Weltzsch, Gründer von Dealcode.

“Ich lege großen Wert auf eine klare Struktur”

Freitag, 22. November 2024VonTeam

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Alexander Weltzsch, Gründer von Dealcode, einem Unternehmen zur Vertriebsautomatisierung durch Künstliche Intelligenz (KI) mit Sitz in Hamburg und Berlin.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?


Mein Start in den Tag variiert je nach Wochentag, aber eines ist immer gleich: Ich lege großen Wert auf eine klare Struktur. Dreimal die Woche bringe ich meinen Sohn mit dem Fahrrad zur Schule, wenn es das Wetter zulässt, und fahre anschließend direkt in unser Büro in der Hamburger City. Der Arbeitstag dort beginnt dann immer mit einem guten Kaffee. An den anderen beiden Tagen starte ich mit Sport – entweder mit einem Lauf von 5 bis 7 Kilometern oder Kraft- und Ausdauertraining im Gym. Nach dem Sport arbeite ich oft von zu Hause aus. Bis 9:30 Uhr habe ich mir in der Regel einen Überblick über meine E-Mails und Termine verschafft, und ab 10:00 Uhr beginne ich dann, nach einem zweiten Kaffee, mit Meetings – ob mit dem Team, Partnern, Kunden oder Investoren. Generell versuche ich, Termine vor 10:00 Uhr zu vermeiden, da ich kein Morgenmensch bin.

Wie schaltest Du nach der Arbeit ab?


Auch das hängt stark vom Wochentag ab. An meinen Sporttagen bleibe ich oft länger bis in die Nacht am Schreibtisch, weil die morgendliche Bewegung mir hilft, den ganzen Tag konzentriert und produktiv zu bleiben. An den anderen Tagen versuche ich, zwei bis drei Stunden mit meiner Familie oder Freunden zu verbringen. Das gelingt natürlich nicht immer, besonders da häufig berufliche Veranstaltungen oder Reisen anstehen. Doch auch diese Events bieten mir eine gute Möglichkeit, den Kopf freizubekommen und abzuschalten.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest Du gerne vor der Gründung gewusst?


Ich hätte gerne vorher gewusst, wie einsam man sich als Gründer manchmal fühlt. Abends alleine im Büro zu sitzen, während man das Gefühl hat, dass die Welt draußen ihr Leben lebt, kann schwer sein. Obwohl ich mit Dennis Hilger, der an unserem Berliner Standort sitzt, einen tollen Partner und insgesamt ein großartiges Team um mich herum habe, fühle ich mich manchmal doch wie ein Einzelkämpfer. Es ist wichtig, sich auf diese Momente vorzubereiten und Strategien zu entwickeln, um damit umzugehen.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstest?


Eine der größten Hürden war sicherlich, einen gut bezahlten und erfüllenden Job in einem bereits etablierten Unternehmen – das ich selbst mit aufgebaut habe – zu kündigen, um von vorne zu beginnen. Ich war zuvor zwar in der Geschäftsleitung eines erfolgreichen Startups und wusste, was auf mich zukommt. Trotzdem war es ein großer Schritt, quasi wieder bei Null anzufangen. Aber mein innerer Drang, noch einmal etwas komplett eigenes zu schaffen, hat mich dazu motiviert. Auch nach vier Jahren bereue ich diesen Schritt kein bisschen.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?


Einer meiner größten Fehler war es, Entscheidungen zu lange zu überdenken. Als Gründer sollte man schnell lernen, auf sein Bauchgefühl zu hören. Anfangs habe ich mich zu sehr von externen Meinungen beeinflussen lassen und manchmal Entscheidungen hinausgezögert, die eigentlich längst fällig waren. Auch Ratschläge auf Plattformen wie LinkedIn können irreführend sein. Der Schlüssel ist, den Fokus nicht zu verlieren und sich nicht von Meinungen, die nicht auf einen selbst oder auf das eigene Unternehmen zugeschnitten sind, ablenken zu lassen.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter:innen für sein Startup?


Die ersten 100 Mitarbeiter eines Startups sollten direkt von den Gründern selbst rekrutiert werden. Diese Personen sind entscheidend für den Erfolg und fungieren später als Multiplikatoren Deiner Unternehmensvision. Daher stammen bislang alle unsere Mitarbeiter:innen aus Empfehlungen, dem persönlichen Netzwerk oder dem erweiterten Netzwerk auf Plattformen wie LinkedIn. Ich achte immer darauf, dass Persönlichkeit und Teamfit mindestens genauso gut passen, wie die fachliche Qualifikation.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?


Niemand wird Deine Vision so klar verstehen wie Du. Du hast Dein Unternehmen gegründet, weil Du an eine Idee glaubst, und auf dem Weg dorthin werden viele versuchen, Dich davon abzubringen oder Dir zu sagen, dass Dein Konzept nicht funktioniert. Lass dich davon nicht verunsichern. Natürlich ist es wichtig, den Markt und das Geschäftsmodell gründlich zu validieren – viele Ideen scheitern auch, weil es schlichtweg an einem vernünftigen Geschäftsmodell mangelt. Dennoch bist mein Tipp: Höre vor allem auf Dich selbst und Dein Bauchgefühl.

Ohne welches externe Tool würde Dein Startup quasi nicht mehr existieren?


Ganz klar: Jira. Hier arbeiten alle Teams mit ihren Projekten, Tickets und Aufgaben. Ohne ein sauberes Projekt- und Prozessmanagement könnten wir nicht wachsen und hätten längst den Überblick verloren.

Wie sorgt Ihr bei Eurem Team für gute Stimmung?


Flexibilität wird bei uns groß geschrieben. Jeder kann sich seine Arbeitszeit so einteilen, wie es ihm oder ihr am besten passt. Natürlich gibt es Pflichttermine, aber darüber hinaus haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viele Freiheiten.  Ein echtes Highlight sind unsere vierteljährlichen Co-Working-Wochen. Hier treffen wir uns einmal pro Quartal für eine volle Woche an einem Ort, um gemeinsam zu arbeiten, aber auch um gemeinsame Freizeitaktivitäten zu unternehmen. Das stärkt den Teamzusammenhalt in der heutigen hybriden Arbeitswelt enorm.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?


Ein Kunde versuchte wochenlang, uns mit Anwälten und der Geschäftsleitung glaubhaft zu machen, dass er kurz vor der Insolvenz stehe. Aus “Kulanz” bot er uns eine Einmalzahlung an, wenn wir im Gegenzug auf den Restbetrag einer Jahresrechnung verzichten würden. Alles wirkte seriös, da die Geschäftsführung des Kunden involviert war. Am Ende stellte sich jedoch heraus, dass alles nur vorgetäuscht war – sie hatten lediglich einen Weg gesucht, uns zu bewegen eine deutlich geringere Zahlung zu akzeptieren. In der Geschäftswelt gibt es viele schwarze Schafe und man sollte immer zweimal schauen, auf wen man sich am Ende einlässt.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag aus?


Ein guter Start in den Tag beginnt für mich mit Bewegung – sei es der Weg ins Büro mit dem Fahrrad, ein kurzer Lauf oder eine Einheit im Fitnessstudio. Das gibt Energie und Ausgeglichenheit, um die Herausforderungen des Tages besser zu meistern. Außerdem sollte immer Zeit für einen guten Kaffee und eine Mittagspause von mindestens 30 Minuten sein, am besten außerhalb des Büros. Die Arbeitstage in einem Startup können sehr, sehr lang sein, deshalb ist es wichtig, sich bewusst Zeit für Pausen zu nehmen. Timeboxing ist für mich der Schlüssel zur Struktur. Große Themen wie Produktentwicklung, Sales und Marketing, HR oder Fundraising haben feste Zeitblöcke und nur in diesen bin ich für das jeweilige Thema ansprechbar – sowohl intern als auch extern. Sonst läuft man Gefahr, fremdbestimmt zu arbeiten, was auf Dauer sehr unzufrieden machen kann.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag aus? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Foto (oben): Dealcode

#Interview – “2020 ist der Markt für unsere Wettbewerber eingebrochen”

#Interview

In den vergangenen Jahren flossen rund 35 Millionen in Wunderflats. Das Berliner Unternehmen, von Jan Hase und Arkadi Jampolski gegründet, setzt seit 2015 auf die Vermietung von voll möblierten Wohnungen. 190 Mitarbeitenden wirkten derzeit für Wunderflats.

“2020 ist der Markt für unsere Wettbewerber eingebrochen”

Dienstag, 19. November 2024VonAlexander Hüsing

Das Berliner Startup Wunderflats, 2015 von Jan Hase und Arkadi Jampolski gegründet, bietet möblierte Wohnungen zur Miete an. Zielgruppe sind insbesondere Unternehmen, die für einige Wochen oder Monate Wohnungen für ihre Mitarbeitenden suchen. Investoren wie Creathor Venture, IBB Ventures, PT1, Verdane und Axel Springer Digital Ventures investierten in den vergangenen Jahren rund 35 Millionen Euro in das Unternehmen. 190 Mitarbeitenden wirken derzeit für Wunderflats.

Im Interview mit deutsche startups spricht Gründer Jampolski einmal ausführlich über die bisherige Entwicklung des Unternehmens.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Wunderflats erklären?


Wunderflats ist ein sicherer und einfacher Ort im Internet, um ein Zuhause zu mieten. Vermieter vermieten bei uns voll möblierte Wohnungen. Mieter aus Deutschland und dem Ausland mieten sie.

War dies von Anfang an Euer Konzept?


Ganz am Anfang, 2015, war unsere Zielgruppe Studierende. Über unsere Plattform konnten sie den passenden Wohnraum finden. Wir hatten mehrere Hundert Wohnungen vermittelt, waren im Microsoft Accelerator Programm und befanden uns augenscheinlich auf dem richtigen Weg – bis wir Geld für unsere Plattform verlangt haben. Geld ausgeben wollte niemand für unsere Lösung. Wir standen also ohne Kunden und Finanzierung dar.

Wie ging es dann weiter?


Als mein Mitgründer Jan Hase dann seine eigene Wohnung befristet an ein Gründerteam aus San Francisco vermietet hat – und währenddessen bei mir lebte – haben wir festgestellt: Unsere Zielgruppe sind vor allem die internationalen Fachkräfte, die in Deutschland ein vertrauenswürdiges Mietverhältnis suchen. Denn wer aus dem Ausland nach Deutschland kommt, hat für gewöhnlich keine Schufa-Auskunft. So eine Wohnung finden wird schwer. Und auch für Vermieter in Deutschland ist es häufig schwer, Mieter aus dem Ausland zu verifizieren. Und für dieses Produkt war der Markt bereit, Geld auszugeben. Am 11. März 2015 haben wir unseren ersten Umsatz verbucht.

Wie hat sich Wunderflats seit der Gründung entwickelt?


Am 11. März 2015 war die erste Person dazu bereit, für unser Produkt Geld zu bezahlen, knapp zehn Jahre später suchen über 20.000 Personen pro Tag nach Wohnungen über Wunderflats und wir gehören zu den größten Anbietern für flexibles Wohnen in Europa. Neben unserem Kernmarkt Deutschland sind wir in Österreich und Frankreich verfügbar – weitere Expansionen sind geplant.

Was war zuletzt das Highlight bei Euch?


Unser Start in Paris war sicherlich eins der größten Highlights. Vor Ort leitet unser Managing Director Gabriel Brüser das französische Team. Er selbst hat in Paris schon in 17 Wohnungen gelebt und weiß wie kompliziert der französische Mietmarkt sein kann. Die Mietverträge in Frankreich sind zum Teil deutlich komplexer als in Deutschland, es gibt zahllose Regelungen, die Mieter und Vermieter beachten müssen. So kann es passieren, dass man, um eine neue Wohnung anzumieten, bereits eine französische Anschrift benötigt – unmöglich für ausländische Fachkräfte. Wir nehmen diese Komplexität von den Schultern der Mieter und Vermieter. Ein weiteres Highlight war und ist das Projekt “Helfende Wände”. Mit der bundesweiten Initiative vereinfachen und beschleunigen wir die Bereitstellung von Unterkünften und die vorübergehende Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine. Kofinanziert von der Europäischen Union und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, haben wir das Projekt mit der gemeinnützigen Organisation ProjectTogether ins Leben gerufen. Herzstück der Initiative ist die Plattform helfendewaende.de, auf der Anbieter ihren verfügbaren, privaten Wohnraum Geflüchteten aus der Ukraine zur Verfügung stellen können. “Helfende Wände” wird zusätzlich von der humanitären Organisation IPSO begleitet, die sich auf psychologische Beratung spezialisiert hat. Ursprünglich 2022 als Pilotprojekt in Reaktion auf den Krieg in der Ukraine ins Leben gerufen, hat die Plattform Tausende Geflüchtete aus der Ukraine bei der Suche nach einem vorübergehenden Zuhause in Deutschland unterstützt.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?


Zwischen 2017 und 2020 hatten wir zwar eine solide Kunden- und Umsatzbasis, aber es gab etwa sechs Wettbewerber in Europa, die ähnlich aufgestellt waren wie wir. Irgendwann waren sie sogar gemessen an den Finanzierungsrunden, zwei-, drei-, oder sogar zehnmal größer als wir; und sie waren in ganz Europa tätig, während wir uns vor allem auf unseren Kernmarkt Deutschland fokussierten. Das fühlte sich manchmal an wie ein Wettrennen zu verlieren. Wir kannten die genauen Zahlen des Wettbewerbs natürlich nicht, aber das Gefühl, das aus dem reinen Beobachten entstand, war nicht gut. 2020 ist der Markt für unsere Wettbewerber dann aber eingebrochen. Mieter aus dem Ausland blieben pandemiebedingt nahezu vollständig weg. Wir aber hatten eine solide Nachfragebasis aus dem Inland und konnten während dieser Phase sogar um 60 % wachsen.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?


Bei der Auswahl unserer Geschäftspartner. Unsere Investoren, Verdane und PropTech1, vertreten dieselben Werte wie wir. Wir können uns auf sie zu 100 Prozent verlassen. Als Russland die Ukraine angriff, haben wir ihnen unseren Plan für Helfende Wände erklärt – ein Projekt, das zwar einen großen sozialen Nutzen hat, aber – das liegt in der Natur der Sache – keinen Umsatz einbringt. Sie haben unserem Vorhaben komplett vertraut. Wir können uns auf sie als Menschen und als Geschäftspartner verlassen.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?


Gesunder Menschenverstand muss die erste Priorität sein. Einstellungsgespräche sind dafür ein gutes Beispiel: Wenn der Lebenslauf perfekt zur gesuchten Stelle passt, aber eine Person nicht zur Unternehmenskultur passt, sollte ich sie trotzdem nicht einstellen.

Wo steht Wunderflats in einem Jahr?


Wir werden bestehende Märkte weiter ausbauen und unsere Fühler in neue Märkte ausstrecken. Außerdem werden wir in einem Jahr eine deutlich umfangreiche Angebotspalette haben – dazu aber in Zukunft mehr. Wunderflats ist Deutschlands Marktführer für flexibles möbliertes Wohnen. Das Berliner Scale-up wurde 2015 von Jan Hase und Arkadi Jampolski gegründet. Die Plattform bietet einfache und sichere Lösungen für mittelfristige Anmietungen mit einer Mindestmietdauer von einem Monat und bringt Wohnungssuchende und Wohnungsanbieter zusammen. Wunderflats bietet eine umfassende Vermietungslösung. Diese umfasst verifizierte Mietverträgen, Wohnungen, Mieter und Vermieter sowie weitere Dienste, wie zum Beispiel professionelle Inserat-Fotos und die Mietverwaltung. Wunderflats listet derzeit über 50.000 Wohnungen in Europa und hat über 190 Mitarbeitende.

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Foto (oben): Wunderflats

#Interview – “Wir haben keine Angst, fachfremde Menschen auszubilden”

#Interview

Gründeralltag – gibt es das überhaupt? “Ich bin gerne draußen. Der Hund braucht genauso viel Auslauf wie ich, und manchmal stehlen wir uns einfach einen Vormittag und gehen in die Berge”, erzählt Jürgen Henkel, Gründer des Online-Shops Carl Henkel.

“Wir haben keine Angst, fachfremde Menschen auszubilden”

Freitag, 15. November 2024VonAlexander Hüsing

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Jürgen Henkel, Gründer von Carl Henkel, einem Online-Shop rund um das Thema “Home-Living-Coffee-Tea und  Decoration”.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?


Heute, als E-Commerce-Unternehmer, beginnt mein Tag viel strukturierter und gesünder als früher. Damals war ich jährlich 50.000 Kilometer mit dem Auto unterwegs, flog oft international und verbrachte 150 Nächte nicht in meinem eigenen Bett – immer auf dem Weg zu Kundinnen und Kunden, mit denen man sich persönlich treffen musste. Jetzt stehe ich wochentags kurz vor sieben auf, gehe ins Gym für meine Morgenroutine und genieße dann ein Frühstück zu Hause mit frisch gebrühtem Kaffee aus unserer Kaffeekanne Arca X-tract. Kirsten, meine Frau und Mitgründerin, und ich lieben es, so in den Tag zu starten. Dann beginne ich mit der Arbeit. Sieben Tage die Woche beantworte ich als erstes Kundenanfragen und Social-Media-Kommentare. Nach diesem “Reality Shower” verfolge ich meinen Tagesplan: Deep Work Session 1, dann ein Spaziergang mit dem Hund, ein kurzes Schläfchen, gefolgt von Deep Work Session 2, und abends noch ein Spaziergang mit dem Hund. Warum ich den Hund erwähne? Weil Nachdenken in Ruhe, ohne vor dem Computer zu sitzen, für mich die beste investierte Zeit ist.

Wie schaltest Du nach der Arbeit ab?


Ich bin gerne draußen. Bei uns in der Schweiz ist es unglaublich schön und einfach, in die Natur zu kommen. Der Hund braucht genauso viel Auslauf wie ich, und manchmal stehlen wir uns einfach einen Vormittag und gehen in die Berge.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest Du gerne vor der Gründung gewusst?


Das Liquiditätsmanagement ist in der Theorie weniger nervenaufreibend als in Wirklichkeit. Als angestellter Manager, selbst als CEO, erschien es mir nie so anstrengend. Aber wenn es um dein eigenes Geld geht, ist es schwieriger, als man es in der Business School lernt.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstest?


Zunächst lief alles reibungslos, bis wir erfuhren, dass wir unseren eigenen Namen Carl Henkel nicht als Marke für unsere Produkte benutzen durften. Andere Firmen hatten die Marke für die für uns relevanten Warengruppen gesichert. Es hat Geduld gebraucht, aber wir haben es geschafft: Mit der Hilfe einer erfahrenen Anwältin gelang es uns nach etwa zwei Jahren, unsere Marke zu beanspruchen. 

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?


Als Unternehmer muss man Entscheidungen treffen. Manchmal zu schnell, manchmal auf falschen Annahmen basierend. Die Corona-Krise brach aus, als ich von einer Messe in Schweden zurückkam. Die Tasche voll Aufträge, das Buch voll Leads und das Lager voller Ware. Ich dachte, wir hätten es geschafft. Doch zu Hause angekommen, waren die Aufträge storniert, die Kontakte wertlos und das Investment verloren. Die Lektion? Warenrisiko ist gefährlich. 

Wie findet man die passenden Mitarbeiter:innen für sein Startup?


Genauso wie neue Käuferinnen und Käufer für unser Produkt: Die Besten kommen durch Empfehlungen. Wir haben keine Angst davor, fachfremde Menschen jeglichen Alters auszubilden und ihnen die Freude und den Stolz zu vermitteln, etwas Neues zu lernen und sich entsprechend ihrer Interessen und Fähigkeiten einzubringen.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?


Wir sind ein Familienunternehmen. Ich habe Carl Henkel gemeinsam mit meiner Frau Kirsten gegründet, die einen ähnlichen Hintergrund hat wie ich. Bis heute fehlt mir ein Co-Founder mit einem völlig anderen Skill-Set. Eine weitere Perspektive hätte mir einige Male gutgetan und hilft dabei, auch nochmal andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. 

Ohne welches externe Tool würde Dein Startup quasi nicht mehr existieren?


Shopify, Klaviyo und vor allem die Beratung durch Nico Frank und sein Team von Ecoza.

Wie sorgt Ihr bei Eurem Team für gute Stimmung?


Meiner Meinung nach kann man Motivation nicht durch externe Veranstaltungen herbeiführen. Motivation muss von innen kommen. Anreize wirken wie Doping – kurzzeitig und die Abhängigkeit steigt. Ehrlichkeit, Freude, Teilen, Partizipation, Eigenständigkeit und gerechte Bezahlung sind die Bausteine des täglichen Miteinanders. Freundlichkeit, Authentizität und ehrlich gemeintes Lob sind die Basis für ein gutes Miteinander.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?


Die wahnsinnige Dynamik von begeisterten Kundinnen und Kunden macht extrem viel Freude. Wir haben sie erst vor kurzem gefragt, ob sie Interesse an einem speziellen X-tract Kaffee für unsere Kaffeekannen haben. Die Ergebnisse der Umfrage waren schon überwältigend und der erste Pre-Sale war der beste Tag in unserer Firmengeschichte. Das macht so viel Spaß!

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag aus? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Foto (oben): Carl Henkel

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