Microsofts Copilot‑Fiasko: Von der „KI‑Revolution“ zur Datenschutz‑Katastrophe

Microsoft preist Copilot seit Monaten als „sicheren KI‑Assistenten für Unternehmen“ an, aber ein aktueller Vorfall zeigt, wie sensibel und in Wahrheit verschwommen die Grenze zwischen Einhaltung und Nichteinhaltung der Datenschutz-Einstellungen sein kann. Es ist ein Fehler, der in vielen Unternehmen das das Fundament von Vertrauen und Datenschutz ins Wanken bringt.

Copilot Chat hat ohne Erlaubnis vertrauliche E‑Mails analysiert

Was eigentlich unmöglich sein sollte, ist seit Januar beim Copilot-Chat für Unternehmenskunden passiert: Der Microsoft 365 Copilot hatte vertrauliche, geschützte E‑Mails gelesen, sprich automatisch analysiert und zusammengefasst. Die Nachrichten waren dabei von den Unternehmen bewusst mit dem Label „Confidential“ markiert worden, also als vertraulich, sodass sie das KI-System vollständig hätte ignorieren sollen.

Microsoft spricht von einem Bug, der Ende Januar aufgetreten sei und erst Wochen später bemerkt wurde. Ein sehr kritischer Fehler allerdings, der zur Folge hatte, dass IT-Administratoren und Unternehmen unbewusst ohne eigenes Versagen offenbar vertrauliche Informationen an Microsofts Server weitergereicht haben. Sofern diese Unternehmen zu gesetzlichen Compliance-Standards verpflichtet sind, hat dieser Fehler auf Microsofts Seite diese im Prinzip gebrochen. Microsoft hat nicht klar kommuniziert, wie viele Kunden betroffen waren, wie lange der Fehler aktiv war oder wie tief die Analyse der Emails tatsächlich ging. Unternehmen wissen somit auch nicht, ob und insbesondere wie ihre vertraulichen Informationen, Verträge, Personalakten, interne Strategien, von der KI verarbeitet wurden.

Microsoft hatte den Copilot als „Enterprise‑ready“ verkauft und als KI-Werkzeug dargestellt, das Datenschutz ernst nimmt. Dafür gibt es schließlich auch entsprechende Sicherheitsmechanismen, die Unternehmen implementieren können, um Zugriffe durch die KI auf gewisse Daten zu verhindern. Wenn es allerdings bei diesen Mechanismen scheitert, geht Vertrauen in die Technologie verloren.

Windows 11 Canary Build 28020.1619 bringt Cross‑Device Resume, neue Accessibility‑Features und mehr

Microsoft hat eine neue Insider‑Preview im Canary Channel veröffentlicht. Die Windows 11 Build 28020.1619 liefert ausnahmsweise mehrere interessante Neuerungen und Verbesserungen, die vor allem die nahtlose Nutzung zwischen PC und Smartphone verbessern sollen. Dazu kommen Optimierungen für Barrierefreiheit, Windows Hello und die Spracherkennung.

Die neuesten 28000er-Canary-Builds sind Teil des kommenden 26H1-Updates, das ausschließlich für neue ARM‑Hardware wie Geräte mit Snapdragon X2 und dem kommenden NVIDIA N1X vorgesehen sind. Für klassische x86‑Systeme bleiben die regulären Germanium‑Releases relevant, darunter 24H2, 25H2 und das kommende 26H2. Beide Linien, 26H1 und 26H2, laufen parallel und sollen erst mit einem späteren Release wieder zusammengeführt werden.

Der Grund für diese Trennung liegt in der Architektur: 26H1 bringt eine modernisierte Plattform, die speziell auf heterogene ARM‑Designs ausgelegt ist. Dazu gehören ein überarbeitetes Scheduling für Big/LITTLE‑Kerne, eine tiefere Integration der NPU, neue Energie‑ und Thermal‑Governors sowie aktualisierte Kernel‑ und Treibermodelle. Diese Änderungen greifen so tief ins System ein, dass ein In‑Place‑Upgrade von bestehenden PCs technisch nicht möglich wäre.

Trotz des Fokus auf die Plattform bringt 26H1 auch sichtbare Verbesserungen mit. Dazu zählen eine vollständig aktivierte semantische Suche in den Einstellungen, eine neue Option zur Durchsuchung von Online‑Dateiinhalten, ein angehobenes FAT32‑Limit von 2 TB, modernisierte Storage‑Dialoge und überarbeitete Sicherheitsabfragen im Setup. Auch .NET Framework 3.5 entfällt als Feature‑on‑Demand.

Cross‑Device Resume: Smartphone‑Aktivitäten am PC fortsetzen

Die größte Neuerung der Build ist die erweiterte Unterstützung für Cross‑Device Resume. Damit lassen sich Aktivitäten, die auf einem Android‑Gerät gestartet wurden, direkt am Windows‑PC fortsetzen.

Unterstützt werden unter anderem:

  • Spotify
  • Microsoft Word, Excel und PowerPoint
  • Browser‑Sessions (z. B. Vivo Browser)

Besitzer von Geräten von HONOR, OPPO, Samsung, Vivo und Xiaomi können zudem Dateien aus der mobilen Copilot‑App direkt am PC öffnen – entweder in Microsoft 365 oder im Browser. Wichtig: Offline‑Dateien auf dem Smartphone werden weiterhin nicht unterstützt.

Narrator: Mehr Kontrolle über die Sprachausgabe

Microsoft verbessert den Screenreader Narrator und gibt Nutzern mehr Kontrolle darüber, welche Informationen vorgelesen werden und in welcher Reihenfolge. Das Ziel ist eine deutlich effizientere und weniger überladene Sprachausgabe, besonders für Power‑User und Menschen mit Sehbeeinträchtigungen.

Windows Hello ESS jetzt auch für externe Fingerabdrucksensoren

Die Enhanced Sign‑in Security (ESS) war bisher integrierten Fingerabdrucksensoren vorbehalten. Mit der neuen Build funktioniert ESS nun auch mit externen Fingerprint‑Readern. Aktiviert wird die Funktion wie gewohnt über:

Einstellungen → Konten → Anmeldeoptionen

Voice Typing: Neue Wartezeit‑Option

Für die Diktierfunktion Voice Typing führt Microsoft eine neue Einstellung ein: „Wartezeit vor Ausführung“. Damit passt Windows die Erkennung besser an unterschiedliche Sprechgeschwindigkeiten an.

Voice Access: Vereinfachte Einrichtung

Auch Voice Access erhält ein Update:

  • vereinfachter Setup‑Prozess
  • automatischer Download des passenden Sprachmodells
  • klarere Erklärungen der Funktionen
  • verbesserte Mikrofon‑Auswahl

Damit soll der Einstieg in die Sprachsteuerung deutlich intuitiver werden.

Settings Agent: Mehr Sprachen verfügbar

Der KI‑gestützte Settings Agent unterstützt nun deutlich mehr Sprachen, darunter:

  • Deutsch
  • Portugiesisch (BR/PT)
  • Spanisch (ES/MX)
  • Koreanisch
  • Japanisch
  • Hindi
  • Italienisch
  • Chinesisch (vereinfacht)

Bisher waren nur Englisch und Französisch verfügbar.

Überarbeitete „Second Chance OOBE“

Einige Insider sehen eine neue Version der sogenannten Second Chance OOBE – eine vereinfachte Oberfläche, die Nutzern nach der Installation erneut empfohlene Einstellungen präsentiert. Microsoft testet hier offenbar ein kompakteres, moderneres Layout, wie Nutzern diese Werbung für Microsoft Edge und OneDrive angezeigt werden soll.

Die Windows 11 Build 28020.1619 ist ein typisches Canary‑Update: experimentell, aber mit klar erkennbarem Fokus. Microsoft arbeitet weiter daran, Windows stärker mit Android‑Geräten zu verzahnen und gleichzeitig die Barrierefreiheit auszubauen. Besonders Cross‑Device Resume dürfte langfristig ein zentrales Feature werden, das den Alltag vieler Nutzer spürbar erleichtert.

Microsoft erweitert ESU‑Programm für weitere Windows‑Versionen

Microsoft hat angekündigt, das Extended Security Updates (ESU) Programm auf zusätzliche ältere Windows‑Versionen auszuweiten: Hintergrund ist, dass mehrere Long-Term-Servicing (LTSC) Varianten in den kommenden Monaten ihr offizielles Supportende erreichen. Unternehmen erhalten damit die Möglichkeit, sicherheitsrelevante Updates weiterhin zu beziehen – allerdings zu steigenden Kosten.

Diese Windows-Versionen laufen bald aus

  • Windows 10 Enterprise LTSB 2016 – Supportende: 13. Oktober 2026
  • Windows 10 IoT Enterprise 2016 LTSB – Supportende: 13. Oktober 2026
  • Windows Server 2016 – Supportende: 12. Januar 2027

Diese Systeme sollten ursprünglich ab den erwähnten Daten keine Sicherheits- oder Qualitätsupdates mehr erhalten. Microsoft liefert nun für diese Kunden die Möglichkeit nach, weiterhin diese Aktualisierungen zu erhalten, sofern sie ein entsprechendes ESU-Abonnement erworben wollen.

ESU‑Preise und Bedingungen

Für Windows 10 Enterprise 2016 LTSB verlangt Microsoft 61 US‑Dollar pro Gerät und Jahr. Wer seine Geräte über Intune oder Autopatch verwaltet, zahlt 45 US‑Dollar. Die Kosten verdoppeln sich jährlich, und wer erst später einsteigt, muss rückwirkend auch die vorherigen Jahre bezahlen, denn ESUs sind kumulativ. Für Windows 10 IoT Enterprise 2016 LTSB, das ohnehin nur direkt mit entsprechender Hardware geliefert wird, müssen Unternehmen Preise direkt bei ihren OEM‑Partnern anfragen. Für Windows Server 2016 sollen ESU‑Preise zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Unterbliche LTSC

Nachdem Microsoft ohnehin noch die Endkunden-Varianten sowie neuere LTSC-Versionen weiterhin mit offiziellen bzw. ESU-Aktualisierungen versorgt, verwundert die aktuelle Entscheidung nicht. Ob ein ähnliches Szenario auch die Windows 10 Enterprise LTSC 2021 zu ihrem Support-Ende 2032 erwarten wird, sollte man davon allerdings nicht automatisch herableiten.

Windows 11 26H1: Exklusives Update bringt neuen „Bromine“-Core für kommende ARM-Geräte

Microsoft hat Windows 11 Version 26H1 offiziell vorgestellt und sorgt damit für eine der ungewöhnlichsten Versionssituationen in der Geschichte des Betriebssystems. Obwohl 26H1 technisch neuer ist als das für Herbst 2026 geplante Update 26H2, wird es nicht für bestehende PCs erscheinen. Stattdessen handelt es sich um eine exklusive Version, die ausschließlich auf neuen ARM‑Geräten mit Qualcomms Snapdragon‑X2‑Prozessoren vorinstalliert wird. Für Nutzer klassischer Intel‑ oder AMD‑Systeme spielt 26H1 daher keine Rolle. Sie werden direkt auf 26H2 aktualisiert, sobald dieses verfügbar ist.

Microsoft beschreibt 26H1 als „scoped“ beziehungsweise „targeted“ Release, das speziell für neue Hardware entwickelt wurde. Es wird nicht über Windows Update verteilt, lässt sich nicht manuell installieren und kann auch nicht auf 26H2 aktualisiert werden. Stattdessen erhalten Geräte mit 26H1 erst im Jahr 2027 wieder ein Feature‑Update. Der Grund dafür liegt im technischen Fundament: 26H1 basiert auf einem neuen Windows‑Core mit dem Codenamen „Bromine“, während alle bisherigen Versionen, einschließlich 26H2, weiterhin auf dem älteren „Germanium“-Kern aufbauen. Damit existieren erstmals zwei parallele Windows‑Plattformen, die sich funktional kaum unterscheiden, intern jedoch deutlich voneinander abweichen.

Für Microsoft ist 26H1 vor allem ein strategischer Schritt. Das Update soll neue CPU-Funktionen ermöglichen, die speziell für moderne ARM‑SoCs entwickelt wurden. Dazu gehören Verbesserungen bei Energieeffizienz, Performance und hardwareseitigen Sicherheitsfunktionen, die ältere Plattformen nicht unterstützen. Neue Features oder sichtbare Änderungen für Endnutzer gibt es dagegen nicht. 26H1 ist ein technisches Fundament, das die kommenden ARM‑Generationen vorbereiten soll und möglicherweise auch den Weg für weitere Hersteller ebnet, etwa für Nvidias erwartete ARM‑Chips, die laut Branchenberichten noch zusätzliche Optimierungen benötigen.

Microsoft betont, dass 26H1 keinerlei Auswirkungen auf bestehende Update‑Pläne hat. Geräte mit Windows 11 24H2 oder 25H2 bleiben auf dem bekannten Pfad und erhalten im Herbst 2026 das reguläre Update 26H2. Nur Käufer neuer ARM‑Geräte werden mit 26H1 konfrontiert und müssen sich darauf einstellen, dass ihr System erst 2027 wieder ein Funktionsupdate erhält. Sicherheits‑ und Qualitätsupdates liefert Microsoft jedoch weiterhin regulär aus.

Die parallele Entwicklung zweier Windows‑Cores deutet darauf hin, dass Microsoft intern an einer größeren Umstrukturierung arbeitet. Beobachter vermuten, dass der neue Bromine‑Core langfristig die Basis für eine modernisierte Windows‑Generation bilden könnte, möglicherweise sogar für ein künftiges Windows 12. Offiziell äußert sich Microsoft dazu nicht, doch die Trennung der Plattformen ist ein starkes Indiz dafür, dass sich Windows in den kommenden Jahren stärker in Richtung Modularität und ARM‑Optimierung bewegen wird.

Windows 11 dominiert Steam: Zwei Drittel aller Spieler setzen inzwischen auf Microsofts aktuelles Betriebssystem

Windows 11 hat einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht: Laut der aktuellen Hardware- und Software-Umfrage von Valve läuft das Betriebssystem mittlerweile auf über 66 Prozent aller Steam‑PCs. Damit baut Microsofts jüngstes Windows seine Position als bevorzugte Plattform für PC‑Spieler weiter aus und festigt seine Rolle als Standard für moderne Gaming‑Hardware.

Trotz des vollendeten Support-Endes bleibt Windows 10 überraschend stabil: Rund 27,79 Prozent der Steam‑Nutzer setzen weiterhin auf das inzwischen über zehn Jahre alte System, ein leichter Anstieg gegenüber dem Vormonat. Angesichts des geplanten Endes des Extended Security Update‑Programms im Oktober 2026 dürfte dieser Anteil jedoch in den kommenden Monaten unter Druck geraten. Der Erfolg von Windows 11 auf Steam ist wenig überraschend. Viele neue Funktionen, darunter optimierte Scheduler für hybride CPUs, moderne Grafik‑APIs und verbesserte Sicherheitsmechanismen, entfalten ihr volles Potenzial erst auf aktueller Hardware. Für Spieler, die ohnehin regelmäßig aufrüsten, ist der Wechsel daher oft ein natürlicher Schritt.

Andere Betriebssysteme spielen im Gaming‑Segment weiterhin nur eine Nebenrolle. Linux kommt auf 3,38 Prozent, während macOS mit 2,01 Prozent vertreten ist. Besonders interessant: Unter den Linux‑Distributionen liegt Arch Linux vorne, während bei Apple‑Systemen macOS 26 Tahoe die meisten Nutzer anzieht.

Auch bei der Hardware zeigt sich ein vertrautes Bild. Die beliebteste GPU bleibt NVIDIAs GeForce RTX 4060, während 16 GB RAM, sechskernige CPUs und 1080p‑Displays weiterhin die am weitesten verbreiteten Konfigurationen darstellen. NVIDIA dominiert den GPU‑Markt mit über 73 Prozent, während AMD bei Prozessoren mit 44,36 Prozent deutlich näher an Intel heranrückt.

Die Zahlen zeigen klar: Windows 11 ist im Gaming‑Bereich längst angekommen und setzt seinen Aufwärtstrend fort. Mit dem nahenden Ende von Windows 10 dürfte sich dieser Trend weiter beschleunigen, nicht zuletzt, weil moderne Spiele und Features zunehmend auf die Architektur von Windows 11 optimiert werden.

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