
Microsoft hat eine neue Insider‑Preview im Canary Channel veröffentlicht. Die Windows 11 Build 28020.1619 liefert ausnahmsweise mehrere interessante Neuerungen und Verbesserungen, die vor allem die nahtlose Nutzung zwischen PC und Smartphone verbessern sollen. Dazu kommen Optimierungen für Barrierefreiheit, Windows Hello und die Spracherkennung.
Die neuesten 28000er-Canary-Builds sind Teil des kommenden 26H1-Updates, das ausschließlich für neue ARM‑Hardware wie Geräte mit Snapdragon X2 und dem kommenden NVIDIA N1X vorgesehen sind. Für klassische x86‑Systeme bleiben die regulären Germanium‑Releases relevant, darunter 24H2, 25H2 und das kommende 26H2. Beide Linien, 26H1 und 26H2, laufen parallel und sollen erst mit einem späteren Release wieder zusammengeführt werden.
Der Grund für diese Trennung liegt in der Architektur: 26H1 bringt eine modernisierte Plattform, die speziell auf heterogene ARM‑Designs ausgelegt ist. Dazu gehören ein überarbeitetes Scheduling für Big/LITTLE‑Kerne, eine tiefere Integration der NPU, neue Energie‑ und Thermal‑Governors sowie aktualisierte Kernel‑ und Treibermodelle. Diese Änderungen greifen so tief ins System ein, dass ein In‑Place‑Upgrade von bestehenden PCs technisch nicht möglich wäre.
Trotz des Fokus auf die Plattform bringt 26H1 auch sichtbare Verbesserungen mit. Dazu zählen eine vollständig aktivierte semantische Suche in den Einstellungen, eine neue Option zur Durchsuchung von Online‑Dateiinhalten, ein angehobenes FAT32‑Limit von 2 TB, modernisierte Storage‑Dialoge und überarbeitete Sicherheitsabfragen im Setup. Auch .NET Framework 3.5 entfällt als Feature‑on‑Demand.
Cross‑Device Resume: Smartphone‑Aktivitäten am PC fortsetzen
Die größte Neuerung der Build ist die erweiterte Unterstützung für Cross‑Device Resume. Damit lassen sich Aktivitäten, die auf einem Android‑Gerät gestartet wurden, direkt am Windows‑PC fortsetzen.
Unterstützt werden unter anderem:
- Spotify
- Microsoft Word, Excel und PowerPoint
- Browser‑Sessions (z. B. Vivo Browser)
Besitzer von Geräten von HONOR, OPPO, Samsung, Vivo und Xiaomi können zudem Dateien aus der mobilen Copilot‑App direkt am PC öffnen – entweder in Microsoft 365 oder im Browser. Wichtig: Offline‑Dateien auf dem Smartphone werden weiterhin nicht unterstützt.
Narrator: Mehr Kontrolle über die Sprachausgabe
Microsoft verbessert den Screenreader Narrator und gibt Nutzern mehr Kontrolle darüber, welche Informationen vorgelesen werden und in welcher Reihenfolge. Das Ziel ist eine deutlich effizientere und weniger überladene Sprachausgabe, besonders für Power‑User und Menschen mit Sehbeeinträchtigungen.
Windows Hello ESS jetzt auch für externe Fingerabdrucksensoren
Die Enhanced Sign‑in Security (ESS) war bisher integrierten Fingerabdrucksensoren vorbehalten. Mit der neuen Build funktioniert ESS nun auch mit externen Fingerprint‑Readern. Aktiviert wird die Funktion wie gewohnt über:
Einstellungen → Konten → Anmeldeoptionen
Voice Typing: Neue Wartezeit‑Option
Für die Diktierfunktion Voice Typing führt Microsoft eine neue Einstellung ein: „Wartezeit vor Ausführung“. Damit passt Windows die Erkennung besser an unterschiedliche Sprechgeschwindigkeiten an.
Voice Access: Vereinfachte Einrichtung
Auch Voice Access erhält ein Update:
- vereinfachter Setup‑Prozess
- automatischer Download des passenden Sprachmodells
- klarere Erklärungen der Funktionen
- verbesserte Mikrofon‑Auswahl
Damit soll der Einstieg in die Sprachsteuerung deutlich intuitiver werden.
Settings Agent: Mehr Sprachen verfügbar
Der KI‑gestützte Settings Agent unterstützt nun deutlich mehr Sprachen, darunter:
- Deutsch
- Portugiesisch (BR/PT)
- Spanisch (ES/MX)
- Koreanisch
- Japanisch
- Hindi
- Italienisch
- Chinesisch (vereinfacht)
Bisher waren nur Englisch und Französisch verfügbar.
Überarbeitete „Second Chance OOBE“

Einige Insider sehen eine neue Version der sogenannten Second Chance OOBE – eine vereinfachte Oberfläche, die Nutzern nach der Installation erneut empfohlene Einstellungen präsentiert. Microsoft testet hier offenbar ein kompakteres, moderneres Layout, wie Nutzern diese Werbung für Microsoft Edge und OneDrive angezeigt werden soll.
Die Windows 11 Build 28020.1619 ist ein typisches Canary‑Update: experimentell, aber mit klar erkennbarem Fokus. Microsoft arbeitet weiter daran, Windows stärker mit Android‑Geräten zu verzahnen und gleichzeitig die Barrierefreiheit auszubauen. Besonders Cross‑Device Resume dürfte langfristig ein zentrales Feature werden, das den Alltag vieler Nutzer spürbar erleichtert.